Ein ziemlich gefährlicher Mann

Mit dem Finger auf sie zeigen
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Wer ist der gefährlichste Mann Deutschlands? Es gibt viele Kandidaten. Nikolaus Blome ist ein heißer Kandidat für diesen Posten. Ein Kommentar.

Nikolaus Blome hat es schon wieder getan: Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen. Nur diesmal nicht auf die Ungeimpften, sondern auf Ex-DDR-Bürger – nicht auf Ostdeutsche, nicht auf Ossis, nein: sondern auf Ex-DDRler. Anfang Dezember 2020, die brutale Impfdebatte des folgenden Jahres war längst noch nicht angebrochen, da forderte Nikolaus Blome – nach wie vor Kolumnist des Spiegel, nachdem er Jahre zuvor Mitglied der Chefredaktion des Magazins war – dazu auf, mit dem Finger auf all jene zu zeigen, die sich nicht impfen lassen wollten. Die Debatte tat sich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht auf, da stachelte Blome die Öffentlichkeit bereits dazu auf, Impfunwillige öffentlich an den Pranger zu stellen.

Sein damaliger Artikel provozierte selbstverständlich keinen nennenswerten Eklat. Wie üblich in jenen pandemischen Jahren, ließ man jede menschenverachtende Äußerung als wertvollen Debattenbeitrag zu, wenn er nur der Sache diente – und »die Sache« war die Stützung des Narrativs, dass man mit einem möglichst engmaschigen Netz aus Maßnahmen und Regeln ganze Virenstämme ausrotten könne. Wenn darüber auch die psychische Gesundheit von Millionen ausgerottet würde, so war man geneigt, dies als Kollateralschaden hinzunehmen. Blomes prophylaktische Aufforderung, etwa einen Monat bevor überhaupt die Impfkampagne startete, mobilisierte vorauseilend zur Spaltung. Die Aufregung hielt sich jedoch – wie gesagt – in Grenzen.

Möge der Westen mit dem Finger auf den Osten zeigen

Nun also eine Neuauflage seines damaligen Artikels. So jedenfalls könnte man seinen aktuellen Erguss bewerten. Die Ungeimpften hetzt er heute nicht mehr durchs Dorf – Blome ist stets auf der Höhe der Zeit, wenn er sich Opfergruppen auswählt, dann die, die gerade en vogue sind. Diesmal geht es um Ostdeutsche, denen er in seinem Stück aber mit einer gewissen Dringlichkeit das Etikett von Ex-DDRlern anheften will. Denn es seien ja gerade solche Menschen aus Ostdeutschland, Ostalgiker sozusagen, die für den Erfolg der AfD verantwortlich seien. Daher gehe es in Sachsen-Anhalt um die Frage, welches Deutschland das bessere sei: »Der neue blaue Osten oder der alte Westen?«

Altbewährt auch Blomes Kniff, es mit der Gemengelange nicht zu genau zu nehmen – darauf basierte schon fast sein gesamter kolumnistischer Soundtrack während der Pandemie. In diesem aktuellen Falle muss man sich fragen, wovon dieser Mann eigentlich spricht. Der »blaue Osten« und der Westen, der nicht blau ist? So einfach soll das sein? Bei der letzten Bundestagswahl wählten über sieben Millionen Wahlberechtigte aus dem Westen die AfD – etwa drei Millionen Ostdeutsche taten dasselbe. Prozentual sieht es anders aus – sicher! Aber man sollte doch nicht so tun, als sei die AfD die späte Rache Honeckers am Westen, eine Fiesheit des Ostens, die völlig grundlos ersonnen wurde. Nein, diesen »blauen Osten« darf man getrost als westdeutsche Klassifizierung abtun – so wie Blomes Artikel nur so von westdeutschen Vorurteilen trieft. Der gute Mann wurde ja auch in Bonn geboren. Wenn hier jemand ein Deutschland verklären darf, so möchte man Blomes Haltung verstehen, dann doch bitte nur der Wessi – dem Ostdeutschen wirft der Kolumnist allerdings vor, dass sie ihre Vergangenheit verklärten. Und dies sei ein unzulässiges Verhalten.

Aus diesem Grund möge die Republik mit dem Finger auf sie zeigen. Nun gut, er hat es so nicht geschrieben. Aber sein Elaborat steuert in dieselbe Richtung: »Dann macht euer Zeug halt allein!« Da hat der Westen so viel bezahlt – Blome O-Ton: »der zahlende Westen« – und ihr Ex-DDRler wählt immer noch Parteien, die wir ablehnen. Parteien, die im Westen entstanden sind, die von mehr Menschen im Westen als im Osten gewählt werden, die wir euch aber dennoch ausreden dürfen, weil wir die ganze Kapelle bezahlen und daher einen Anspruch auf die Musikauswahl haben. Blome zeigt sich empört über so viel Undankbarkeit. Und daher brauche es die Reißleine, man muss den Osten sich selbst überlassen – womit mitschwingt: Ohne uns sind die Leute drüben aufgeschmissen, sie schaffen und können schließlich nichts.

Der gefährlichste Mann Deutschlands?

Wenn man ehrlich ist, dann hat Blome im Laufe der letzten Jahre oftmals auf dieselbe Weise Kommentare verfasst. Häufig ging es darin um ein nicht näher definiertes Wir und ein fantastisch herbeigeleitetes Die. Ein Beispiel: Demokratie gegen Orbán»wenn einer wie Orbán rausfliegt«, lässt er sich zitieren. Einer wie der? Was für einer denn? Noch ein Beispiel: Freihandel gegen Landwirte – oder mit Blomes Worten: »So blind können nur Bauern sein«. Und noch ein Klassiker der fröhlichen Landwirteverachtung – den Protest der Bauern bitte nicht ernstnehmen. Natürlich auch mit im Angebot: Meinungsfreiheit gegen die Bedenkenträger in puncto Waffenlieferungen – die seien nur eine Minderheit, die so tut, als sei sie die Mehrheit. Wir und Die. Die Verständigen und die Dummen. Die Bezahlenden und die, die tanzen sollen, wenn die Münze klingt. Die, die es eingesehen haben und jene, die kein Einsehen kennen. Blome versteht sich in Spaltungslyrik wie kaum sonst jemand. Er ist die Edelfeder der zeitgenössischen Zwietracht.

Nun steht das Magazin, das er wöchentlich mit einer Kolumne beglückt, aktuell in der Kritik. Grund ist das Cover der letzten Ausgabe, auf dem der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, als gefährlichster Mann Deutschlands bezeichnet wird. Nun kann man freilich unterschiedlicher Meinung zu dessen programmatischer Ausrichtung sein. Aber gäbe es in Deutschland nicht viel gefährlichere Männer? Typen, die gefährlich sind, weil sie auch die Macht dazu haben? Dürfte man sich mit einiger Berechtigung nicht eher vor Boris Pistorius fürchten? Zumal, wenn man ein junger Mann ist, dem das ganze Leben noch bevorsteht, sofern man 2029 nicht auf völlig abwegige Ideen kommt? Ist Friedrich Merz und seine außenpolitische Irrfahrt – BlackRock-Odysseus – nicht um Längen gefährlicher für Deutschland? Siegmund hatte noch kein Fitzelchen Macht in Händen gehalten. Ist es also nicht leicht übertrieben, ihm dieses Status anzuheften, zumal Siegmund ja nicht Bundeskanzler oder Kaiser würde, sondern Ministerpräsident eines Landes, von dem Blome in seiner aktuellen Kolumne schreibt, dass dort »gerade einmal gut zwei der bundesweit 84 Millionen Menschen« leben.

In der Tat kennt dieses Land gefährliche Männer – und auch Frauen. Ein besonders gefährliches Exemplar Weiblichkeit hat man schon vor Jahren nach Brüssel ausgelagert. Dort ist sie jedoch gefährlicher denn je. Und wenn man innerhalb der Grenzen bleibt, könnte man den Kolumnisten Nikolaus Blome, ein nicht ganz unbedeutender Schreiberling in dieser entrückten Republik, als heißen Kandidaten für diesen Titel nennen. Seine Rhetorik half bei der Grundsteinlegung für die Spaltung in den Corona-Jahren. Er war maßgeblich an der finalen Entzweiung beteiligt – im Laufe der pandemischen Jahre legte er oft nach, die Ungeimpften sollten in ihm offenbar ihren Meister finden. Seine »Gedanken« zur Wahl in Sachsen-Anhalt sind auch so ein Stück kalkulierte Polarisierung. Man hat Kommentatoren in den Sozialen Netzwerken schon für deutlich weniger Hass unterstellt und dann geahndet. Möge die Republik endlich mal mit dem Finger auf ihn zeigen!

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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48 Kommentare

  1. Ich meine, das der Herr Blome überschätzt wird, mindestens in seiner Wirkung.
    Da haben wir ganz andere Figuren, die diesen „Titel“ beanspruchen können,
    Merz, Pistorius, Freuding halte ich durch die Bank für brandgefährlich!
    Wer ist denn schon Herr Blome?
    Wenn er denn tatsächlich glaubt, was er im Allgemeinen so absondert, diskreditiert
    er sich selbst, wenn nicht, ebenfalls.
    Er sortiert sich in den Mainstream ein, wie so viele.
    Er kann nichts entscheiden, in ein paar Jahren kennt den Keiner mehr.

  2. Sollte sich der Osten abspalten wollen, werden die Demokraten aus dem Westen im Osten ein Blutbad anrichten.
    Die werden sich ihre Beute nicht wegnehmen lassen.

    1. Sollten im Westen weiterhin die Kriegstreiber regieren, dann kann man das in der Tat nicht ausschließen. Die Ossis wollen Frieden mit Russland. Die lassen sich ungern einspannen zur Verteidigung westlicher (monetärer) Werte.

      1. Wird dann auch die Zone von Putin entnazifiziert?
        Gibt es überhaupt so große Filtrationslager um die ganzen AFD- und BSW-Wähler da unter zu bringen?

        1. Vende: „Wird dann auch die Zone von Putin entnazifiziert?“

          Wie kommen Sie auf diese abwegige Idee? Wer Frieden mit Russland will, der braucht keine Angst vor Russland zu haben.

          Es sollte doch allgemein bekannt sein, dass die USA und ihre Atlantiker die Ukrainer gegen Russland aufgehetzt haben um Russland klein zu kriegen. Informieren Sie sich bitte besser, bevor Sie hier posten.

    2. AfD und CDU tanzen auf derselben Hochzeit. Tatsächhlich sind Menschen wie Merz oder Dobrindt z.Zt. die gefährlichsten Männer Deutschlands. Denn diese bereiten den gewaltbereiten und mordlüsternen Extremisten,Rassisten und Neonazis wie Ullrich Siegmund den Boden, auf dem sie wachsen und gedeihen. Und bereiten akribisch alles vor, daß die AfD nach der Machtübernahme ganz unkompliziert mittels schon bestehenden Gesetzen ihre menschenverachtende und menschenvernichtende Politik durchsetzen kann.
      Damals (Weimarer Republik) wie heute, sind die sogenannten Demokraten, die sogenannte Mitte – die willigen Wegbereiter des Faschismus.

      1. Es ist doch naiv zu glauben, dass es, um den Faschismus den Weg zu bereiten, die AfD bräuchte. Das schaffen die Parteien der Mitte auch allein.

        1. Am Faschismus wird gerade von den Altparteien hart gearbeitet. Gerade wird
          ausbaldovert, wie man durch die Hintertür die kommenden Wahlen ganz von der AFD
          befreien kann. Wen jetzt wirklich noch der Spitzenkandidat in Sachsen nicht zur Wahl
          zugelassen werden soll, prophezeie ich einen Bürgerkrieg. An Andreas kann ich nur
          die Frage stellen: Wann hat die AFD schon einmal regieren und eine menschenverachtende
          und sogar menschenvernichtende Politik „beweisen“ können? Es sind doch die Altparteien,
          die sich davor fürcheten, ihre jetzt immer weiter ausbreitende menschenverachtende Politik
          nach einer Wahl der AFD nicht mehr umsetzen zu können.

      2. Das sehe ich ähnlich. Es wird auch nicht mehr allzulange dauern, bis die „Brandmauer“ fällt und AfD und CDU zusammengehen. Die AfD ist vor allem im Westen Fleisch von Fleische der CDU. Blome ist nur der wichtigtuerische Schreiberling einer durch und durch asozialen politischen „Elite“.

        1. @AeaP
          Gefährlicher als diese Mietmäuler sind die Hintermänner auf deren Gehaltslisten sie stehen und deren Agenda sie verbreiten.
          Immer an die Operation Mocking Bird denken, wurde vermutlich nie wirklich eingestellt.

          Automatische Schnellübersetztung
          Auszug aus: Operation Mockingbird
          Quelle: https://spartacus-educational.com/JFKmockingbird.htm

          1948 wurde Frank Wisner zum Direktor des Office of Special Projects ernannt. Bald darauf wurde es in Office of Policy Coordination (OPC) umbenannt. Dies wurde zum Spionage- und Spionageabwehrzweig der Central Intelligence Agency. Wisner wurde aufgefordert, eine Organisation zu gründen, die sich auf „Propaganda, Wirtschaftskriegsführung; präventive direkte Maßnahmen, einschließlich Sabotage, Anti-Sabotage, Abriss- und Evakuierungsmaßnahmen; Subversion gegen feindliche Staaten, einschließlich Unterstützung für Untergrund-Widerstandsgruppen, und Unterstützung indigener antikommunistischer Elemente in bedrohten Ländern der freien Welt“ konzentrierte.

          Später in diesem Jahr gründete Wisner Mockingbird, ein Programm, um die inländischen amerikanischen Medien zu beeinflussen. Wisner rekrutierte Philip Graham (Washington Post), um das Projekt in der Branche zu leiten. Graham selbst rekrutierte andere, die während des Krieges für den militärischen Geheimdienst gearbeitet hatten. Dazu gehörten James Truitt, Russell Wiggins, Phil Geyelin, John Hayes und Alan Barth. Andere wie Stewart Alsop, Joseph Alsop und James Reston wurden aus dem Georgetown Set rekrutiert. Laut Deborah Davis, der Autorin von Katharine the Great (1979): „In den frühen 1950er Jahren besaß Wisner respektierte“ Mitglieder der New York Times, Newsweek, CBS und andere Kommunikationsvehikel.“

          1951 Allen W. Dulles überredete Cord Meyer, der CIA beizutreten. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass er einige Jahre zuvor rekrutiert wurde und die liberalen Organisationen, in denen er in den späten 1940er Jahren Mitglied war, ausspioniert hatte. Laut Deborah Davis wurde Meyer Mockingbirds „Hauptoperativ“.

          Einer der wichtigsten Journalisten unter der Kontrolle der Operation Mockingbird war Joseph Alsop, dessen Artikel in über 300 verschiedenen Zeitungen erschienen. Andere Journalisten, die bereit waren, die Ansichten der CIA zu fördern, waren Stewart Alsop (New York Herald Tribune), Ben Bradlee (Newsweek), James Reston (New York Times), C. D. Jackson (Time Magazine), Walter Pincus (Washington Post), Walter Winchell (New York Daily Mirror), Drew Pearson, Walter Lippmann, William Allen White, Edgar Ansel Mowrer (Chicago Daily News), Hal Hendrix (Miami News), Whitelaw Reid (New York Herald Tribune), Jerry O’Leary (Washington Star), )William C. Baggs (Miami News), Herb Gold (Miami News) und Charles L. Bartlett (Chattanooga Times). Laut Nina Burleigh, der Autorin von A Very Private Woman, (1998) schrieben diese Journalisten manchmal Artikel, die von Frank Wisner in Auftrag gegeben wurden. Die CIA stellte ihnen auch geheime Informationen zur Verfügung, um ihnen bei ihrer Arbeit zu helfen.

          Nach 1953 wurde das Netz von Allen W. beaufsichtigt. Dulles, Direktor der Central Intelligence Agency. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Operation Mockingbird einen großen Einfluss auf 25 Zeitungen und Drahtagenturen. Diese Organisationen wurden von Leuten wie William Paley (CBS), Henry Luce (Time Magazine und Life Magazine), Arthur Hays Sulzberger (New York Times), Helen Rogers Reid (New York Herald Tribune), Dorothy Schiff (New York Post), Alfred Friendly (Geschäftsleiter der Washington Post), Barry Bingham (Louisville Courier-Journal) und James S. Copley (Copley News Services).

          Das Office of Policy Coordination (OPC) wurde durch Abschöpfung von Mitteln finanziert, die für den Marshall-Plan vorgesehen waren. Ein Teil dieses Geldes wurde verwendet, um Journalisten und Verleger zu bestechen. Frank Wisner wurde ständig nach Möglichkeiten gesucht, die Öffentlichkeit von den Gefahren des Kommunismus zu überzeugen. 1954 arrangierte Wisner die Finanzierung der Hollywood-Produktion von Animal Farm, der animierten Allegorie, die auf dem Buch von George Orwell basiert.

          Laut Alex Constantine (Mockingbird: The Subversion Of The Free Press By The CIA) waren in den 1950er Jahren „etwa 3.000 Angestellte und Vertragsmitarbeiter der CIA schließlich an Propagandabemühungen beteiligt“. Wisner konnte auch Zeitungen daran hindern, über bestimmte Ereignisse zu berichten. Zum Beispiel plant die CIA, die Regierungen des Iran und Guatemala zu stürzen.

      3. @andreas
        So ein Dobrindt macht genau die Gesetze, welche die wirklich rechtsradikalen bei deren Machtübernahme brauchen. Ähnlich wie im Falle Ungarn oder auch Polen, keines der von der EU und der Gruppennorm angepassten „Vorlksvertreter“ monierten Gesetze von Wichtigkeit, wurden zurückgenommen. Es lässt sich mit diesen Gesetzen gut regieren.

    3. Beim Brexit hat sich UK selber fertig gemacht, und es war die SU und Putin-Russland die Länder immer wieder mit Panzern in ihrem Block zwingt.

      1. Also so wie hier:

        Der 17. Juni und die vergessene Unterdrückung von Streiks und Volksaufständen im Westen Deutschlands
        17. Juni 2024 um 15:30 Ein Artikel von: Florian Warweg

        Bund und Länder erinnern auch in diesem Jahr mit Kranzniederlegungen, Konferenzen und Ausstellungen an den „Arbeiteraufstand des 17. Juni 1953“ und dessen Niederschlagung durch sowjetische Truppen. Doch auch in der westlichen Besatzungszone schickten Briten und US-Amerikaner Panzer bei Protesten und Streiks. Nur fand dies bis heute kaum Eingang in die Geschichtsbücher und ist somit aus der bundesdeutschen Erinnerungskultur gelöscht. Von Florian Warweg.

        Panzer, Maschinengewehre und Bajonette gegen protestierende Arbeiter in Stuttgart

        Ein frühes Zentrum der Proteste, die zum Generalstreik führten, war die Stuttgarter Industrieregion. Dort war es am 28. Oktober 1948 nach Streiks und Protesten für Preisregulierung, Lohnerhöhung und politische Mitbestimmung zu schweren Unruhen gekommen, die die US-Besatzungstruppen niederschlugen. Laut einem damaligen Bericht der New York Times kamen dabei zwölf schussbereite Panzer und eine mit Maschinengewehren und Tränengas ausgerüstete Kompanie der US-Streitkräfte zum Einsatz. Auf beiden Seiten gab es Verletzte.

        Die Losungen bei den Protesten in Stuttgart lauteten unter anderem „Wir wollen leben, nicht vegetieren!“ und „Fort mit Professor Erhard!“. Die Demonstranten trugen zudem einen Galgen, an dem ein Schild befestigt war mit der kaum verhohlenen Drohung: „Weg mit dem Preiswucher – oder …!“ Der Stuttgarter Gewerkschaftsvorsitzende Hans Stetter hielt die einzige Rede auf der Protestveranstaltung und erklärte:

        „Was wir verlangen, ist eine planmäßig gelenkte Wirtschaft mit staatlich kontrollierten Preisen. Wir fragen, wo bleibt der demokratische Gedanke, wenn die amerikanische Besatzungsmacht die Außerkraftsetzung der Bestimmungen über das Mitbestimmungsrecht in wirtschaftlichen Fragen anordnet.“

        Der Militärgouverneur der US-amerikanischen Besatzungszone, General Lucius Clay, verhängte in Reaktion auf die Vorfälle umgehend eine Ausgangssperre und sprach von einer „kommunistischen Verschwörung.“ Presseberichte der damaligen Zeit sprechen von 50.000 bis 90.000 Teilnehmern an den Protesten.

        In der CDU-Zeitung Neue Zeit vom 29. Oktober 1948 heißt es dazu:

        „Den amerikanischen Militärpolizisten gelang es mit aufgepflanztem Seitengewehr und Tränengas, die Stuttgarter Einkaufsmeile bis 17 Uhr zu räumen. Dabei kam es wiederholt zu tätlichen Angriffen. Militärgouverneur Clay hatte sich, als er anordnete, mit Panzern gegen die Demonstranten in Stuttgart vorzugehen, zu einem außerordentlichen, bis dahin für Westdeutschland beispiellosen Vorgehen entschlossen.“

        Die Räumung des ebenfalls von Arbeitern besetzten Bahnhofsvorplatzes in Stuttgart traf auf noch mehr Widerstand. Dabei sollen vereinzelt auch US-Soldaten aus der Menge heraus niedergestochen worden sein. Hier setzten die US-Amerikaner neben Panzern und Tränengas zusätzlich noch eine Kavallerieeinheit ein.

        https://www.nachdenkseiten.de/?p=116807

        Und apropos, ab Jugoslawien, also als dieser lästige Ostblock endlich wieder bei den Akten lag, durfte man ja wieder selbst dabei sein. Das dafür nötige Fachpersonal wurde ja sorgsam nach dem Weltengemetzel 2 eingepflegt. Und fürwahr, diese Saat ist aufgegangen.

  3. Was Blome für gut und richtig oder eben für verwerflich hält, ist mir wirklich vollkommen egal. Es macht mich nicht mal mehr verärgert, wütend schon überhaupt nicht. Der Mann war ein Häuptling bei BILD und ist damit für immer und alle Zeiten das dem Kreis von Menschen ausgeschieden, die ich respektiere und deren Vortrag ich bedenke. Nun gehe ich nicht soweit, dass ich alles was aus dieser Richtung kritisiert wird, allein deswegen für richtig halte. Aber es ist der Normalfall und wer für die Kloake BILD arbeitete, ist als Ratgeber für Nichts und Niemand geeignet.

  4. Es ist für mich immer noch erschütternd, wenn all jede, die sich nach 2020 längst als die gefährlichsten Menschen des Landes entpuppt haben, die also die Demokratie (TM) in Stücke gehauen haben, sich nun als die Bewahrer der Demokratie echauffieren.

  5. Dieser Herr Blome in seiner „Einzahl“ ist nun wirklich nicht der gefährlichste Sch.-fink, Wer da für in Frage kommt, hat @Wallenstein schon vermerkt. Leider wirken in den Redaktionstuben der MSM viele „Blomes“. Vielleicht sollte/könnte das Wort „Blome“ als Synonym für die Verantwortungs- und Verwahrlosigkeit der ehemaligen „Wächter und Kontrolleure der Demokratie“ in den Duden übernommen werden, oder?😉😒

  6. impfen sah ich früher als schlaue Vorbeugung. Jedoch bei Covid-19 machten
    mich die pötzlich einsetzenden Diskussionen über einen notwendigen
    Impfzwang so wütend daß ich unbedingt solidarisch mit den Unwilligen sein
    wollte und ich heute bei anderen Stampedes immer erst nachdenke.
    – – Dann war der Wuhan-Entweichling doch zu was gut.

  7. Blome gefährlich? Also wirklich nicht, er hat keine Überzeugungskraft und deshalb keine Handlungsmacht: Jene, die ihn goutieren, brauchen Blome nicht. Die Gedanken, welche Blome äußert, hatte das Blome-Klatsch-Pack bereits vorher. Er ist ein alter Hut ohne Kopf.
    Alleine 1 Minute des zweifelhaften TV-Fromats „Blome und der freitägliche Salon-Linke“ waren mir völlig hinreichend: Auch wenn man ihn nicht versteht, man kann ihn einfach nicht mögen. Vielleicht ist Blome gefährlich öde.

    (Anfang gespielter Empörung):
    Und Herr RdL, an einer Stelle bin ich wirklich sauer geworden:

    Blome versteht sich in Spaltungslyrik

    Wie können Sie es wagen, die Worte »Blome« und »Lyrik« in einem Satz zu verwenden?!
    (Ende gespielter Empörung)

    Bleibt die altbekannte Erkenntnis: „Wenn dein Finger auf andere zeigt, zeigen mindestens drei auf dich.

  8. Ach, Leute – lest einfach die OAZ… Dann verdient herr Blome eben nicht mehr so viel und der blödsinn bleibt da wo er hingehört – im westen…

  9. Ich habe es tatsächlich unternommen, den Text von Blome zu lesen. Von einem Mann, den ich bislang allenfalls flüchtig vom Namen her kannte, den ich aber nicht mal auf einem Foto hätte erkennen können.
    Muss ich denn wissen, was ein hochrangiger Redakteur bei der „BILD“ oder beim „Spiegel“ denkt … ??
    Nö!

    Nun habe ich mir sein Elaborat zugemutet und will zunächst etwas darüber loswerden, bevor ich dann auch zu
    Herrn De Lapuentes Artikel komme.

    Blomes Text wirkt auf mich blass und im Grunde intellektuell dünn. Ein langweiliger Text. Ein etwas weinerlicher Text. Es ist ein Text, in dem er einfach nur nahezu ohne Argumentation bzw. tiefere Analyse seinen Frust „raushaut“. Er ist richtig sauer, er ist frustriert und das wird sooo deutlich, dass man schon fast Mitleid haben könnte, wenn er nicht gleichzeitig so einen Quark schreiben würde und schon früher geschrieben hat. Nein, das mit dem „Mitleid“ meine ich jetzt nicht wirklich ernst. Nein, kein Mitleid! War nur ein Versuch von Ironie.

    Er ist also bitter enttäuscht, dass die „unartigen“ Leute aus dem Osten etwas anderes wollen als die Guten, die Klugen, die Besseren aus dem Westen. Und dass er den Osten erklärtermaßen immer schon schlimm fand, das sagt er in seiner rheinländischen Distanz zu allem, was hinter der Elbe ist, sogar auch noch frei heraus. Unwillkürlich fällt mir da der ganz nah bei Blomes Geburtsort Bonn ansässige Konrad Adenauer ein, für den ja hinter Helmstedt ohnehin schon die Steppe begann. Oder war es Taiga? Egal.
    Ich fürchte, seine, also Blomes Abneigung gegen das SED-Regime von früher mischt sich sowohl mit dem typisch rheinländischen Widerwillen gegen alles Östliche und Preußische als auch mit seinem Ärger über die Stärke der AfD im Osten.

    Sein Artikel, der ja wie gesagt nahezu ohne intellektuellen Anspruch und tiefere Analyse daherkommt, richtet sich im Grunde an Gleichgesinnte – also rotgrüne Spiegelleser, Rheinländer, überzeugte Alt-Wessis, in den Osten umgezogene Wessis und einige mehr. Wie es so seine Art ist, wählt er auch diesmal den majestätischen Plural im Versuch, sein Lager zu einen. Aber darüber musss man sich jetzt und hier nicht auslassen.

    Blomes Text atmet im Grunde dieselbe Nichtverhandlungsbereitschaft, dieselbe Kompromisslosigkeit bei der Annahme zu den Guten zu gehören, die seit einigen Jahren im ganzen politisch-medialen Komplex der Normalzustand ist und der gegenwärtig auch das deutsch-russische Verhältnis prägt. Eine Einstellung, die demokratiegefährdend ist.

    Zu seiner Passage:
    „Tatsächlich bricht sich in westdeutsch geprägten Milieus, egal ob sie in Ost oder West leben, vor den Septemberwahlen eine Fassungslosigkeit Bahn, die hinter vorgehaltener Hand dröhnend ist:
    »Wenn es so kommt: Am besten Zaun drum und an Kasachstan verkaufen.«

    Nun ja, ganz ehrlich – so traurig wäre ich nicht, wenn sich der schon zu „bunte“ und eben auch kaum noch richtig deutsche Westen abspalten würde. Höcke hat mit dieser Einschätzung, dass der Osten deutscher sei als der Westen schon recht.

    Genauso gut könnte man aber auch umgekehrt formulieren:
    Tatsächlich bricht sich in ostdeutsch und patriotisch geprägten Milieus, egal ob sie in Ost oder West leben, vor den Septemberwahlen eine Fassungslosigkeit Bahn, angesichts der immer dreister und undemokratischer werdenden Übergriffigkeit westdeutsch geprägter Milieus, und zwar völlig unabhängig davon, ob diese zur SPD, zur CDU, zur FDP, zu den Grünen oder zur (jetzt westdeutschen!) Linkspartei gehören.

    Regelrecht dreist wird Blomes Forderung (d.h. Geld für den Osten einzusparen!) aber dadurch, dass der Westen ja bereits sehr viel Geld am Osten „verdient“ hat. Ich erinnere nur an die „Treuhand“, an den günstigen Erwerb ostdeutscher Immobilien, an die Karrieren, die so mancher durchschnittlich begabte Westdeutsche in den neu zu besetzenden Ämtern, Hochschulen usw. im Osten machen durfte oder an den wirtschaftlichen Nachwendeboom der westdeutschen Wirtschaft in den frühen 1990er Jahren.

    Der Text von De Lapuente ist gut und doch merke ich, dass seine Empörung nicht so recht auf mich überspringt.
    Hatte er jemandem von Blome denn etwas anderes erwartet?
    Ich bin da mit meiner Desillusionierung vielleicht schon weiter.

    1. @ Wolfgang Wirth

      Oh oh oh, Herr Wirth, gegen Ihre Einschätzung zu Blome Elaborat habe ich nichts zu sagen, aber als Rheinländer möchte ich doch was zu folgenden Zitaten von Ihnen sagen, die ich etwas gewagt und gebastelt finde:

      Und dass er den Osten erklärtermaßen immer schon schlimm fand, das sagt er in seiner rheinländischen Distanz zu allem, was hinter der Elbe ist, sogar auch noch frei heraus.
      Ich fürchte, seine, also Blomes Abneigung gegen das SED-Regime von früher mischt sich sowohl mit dem typisch rheinländischen Widerwillen gegen alles Östliche und Preußische als auch mit seinem Ärger über die Stärke der AfD im Osten.

      Sein Artikel, der ja wie gesagt nahezu ohne intellektuellen Anspruch und tiefere Analyse daherkommt, richtet sich im Grunde an Gleichgesinnte – also rotgrüne Spiegelleser, Rheinländer, überzeugte Alt-Wessis, in den Osten umgezogene Wessis und einige mehr.

      1. Blome wohnt seit 36 Jahren in Hamburg oder Berlin. Ihn noch als Rheinländer zu bezeichnen oder ihm eine rheinische Perspektive anzudichten, kann ich gar nicht nachvollziehen. Sowas hat der Mann nicht. Der ist ein Medien-Hauptstädter ohne regionalen Bezug. Seine Angriffe auf die AFD sind eher Positionen, die seiner Stellung in den Mainstreammedien geschuldet sind. Viel mehr ist da nicht dahinter.

      2. Seine Artikel richten sich eigentlich nie an rot-grüne Spiegelleser, denen ist er eher verhasst. Sondern er richtet sich an CDU- oder FDP-Spiegelleser. Er soll doch mit seiner Kolumne für eine konservative Note im Spiegel sorgen.

      3. Als Rheinländer habe ich in der Tat auch eine Abneigung gegen alles Preußische, aber dafür noch lange nichts gegen Ostdeutsche. Das „Preußische“ in Deutschland sehe ich in der Tat als einen Grund für Vieles was im letzten Jahrhundert in Deutschland an schlimmen Dingen passiert ist. Wie schon öfter gesagt, halte ich Deutschland, so wie es 1870 entstanden ist, auch für eine Fehlkonstruktion, weil das Preußische ab dann den Rest von Deutschland dominiert hat.
      Aber heute sehe ich das „Preußische“ in Deutschland gar nicht so sehr im Osten, genauer Brandenburg (Sachsen ist und war ja eh anders). Das „Preußische“ kann man überall in Deutschland finden. Es ist ein bestimmter Geist, der sich noch bei vielen Deutschen findet, eine bestimmte herrische Arroganz (und noch einiges mehr), besonders auch bei den Kriegstreibern – und auch bei solchen Leuten wie Blome!

      Und noch eins:

      Höcke hat mit dieser Einschätzung, dass der Osten deutscher sei als der Westen schon recht.

      Sagt der Westimport Höcke.
      Der Osten ist natürlich nicht deutscher, es sei denn man meint das, weil es dort viel weniger Migranten gibt.
      Was genau ist denn deutsch? Wenn man nationaler oder patriotischer denkt?
      Nein in Wirklichkeit sind die Ostdeutschen gar keine richtigen Deutschen sondern zum Großteil slawischer Abstammung 😉 😉 😉
      scnr

      1. Hallo Two Moon,

        ich merke schon, Sie kennen den bewussten Herrn viel besser als ich. Ich ging halt nur von seinem Geburtsort aus und meinte, er sei dort geprägt worden.

        Ja, Preußen. Das ist ein Thema für sich. Ich bin kein Preußen-Fan, habe aber auch keine Abneigung.
        Ehrlich gesagt scheint mir das Preußen des Alten Fritz (also vor 1786) immerhin noch moderner, gerechter und zivilisierter als so manches westdeutsche Fürstentum. Über das Herzogtum Württemberg oder die Landgrafschaft Hessen-Kassel ließe sich auch so manches Negative berichten: Freigeister wie Schubart u.a. erlitten willkürliche Festungshaft auf dem Hohenasperg und in Hessen wurden Landeskinder als Söldner verkauft.
        Die Rheinländer hatten halt das Pech, 1815 preußisch werden zu müssen.

        Eine große Rolle spielt m.E. die unterschiedliche Mentalität. Ich kenne den Osten relativ gut. Es sind dort zwar heute überwiegend Atheisten, aber die protestantische Prägung ist noch nicht ganz weg. Die Rheinländer mit ihrer katholischen Lässigkeit und ihrer Westorientierung sind den Brandenburgern oder Sachsen ferner als die Bayern.

        Ihrem letzten Absatz muss ich widersprechen:

        „Der Osten ist natürlich nicht deutscher, es sei denn man meint das, weil es dort viel weniger Migranten gibt.“
        Höcke bezog sich nicht nur auf die Zahl der Migranten, was natürlich auch alleine schon ein wichtiger Punkt ist, sondern auch auf die Nähe der Westdeutschen zu den Amerikanern. So im Sinne eines weiteren US-Bundesstaates. Zweifellos ist der Osten heute deutscher als der Westen. „Deutsch“ jetzt festgemacht an Sprache, Kultur und Abstammung – nicht am Pass.

        „Was genau ist denn deutsch? Wenn man nationaler oder patriotischer denkt?“
        Für mich ist nur der in kultureller Hinsicht deutsch, der zu Hause und im Alltag die deutsche Sprache spricht und auch in dieser Sprache denkt. Hinzu kommen muss eine gewisse Vertrautheit mit überlieferten deutschen Sitten, Gebräuchen, Traditionen aus dem Alltagsbereich. Schön wäre natürlich auch eine Nähe zu deutscher Hochkultur – Literatur und Musik – aber das zu fordern, wäre zu viel verlangt. In diesem Sinne

        „Nein in Wirklichkeit sind die Ostdeutschen gar keine richtigen Deutschen, sondern zum Großteil slawischer Abstammung.“

        Na ja, man sollte den slawischen Anteil, der in genetischer Hinsicht zweifellos da ist, aber auch nicht überschätzen. Er liegt, so berichtete der Berliner Tagesspiegel 2025 zwar immerhin bei etwa 50 %, doch ist der Rest eben germanischen Ursprungs. Im Zuge der Ostsiedlung zogen ja viele Siedlertrecks gen Osten, ähnlich wie im 19. Jahrhundert in den USA.
        Zitat:
        „Knapp die Hälfte der DNA der meisten in Ostdeutschland geborenen Menschen – gemeint ist hier vor allem die Region Sachsen, Sachsen-Anhalt, Ostthüringen und Teile Brandenburgs – geht laut den neuen Analysen zurück auf die Einwanderung der Slawen vor mehr als tausend Jahren. “
        https://archive.is/DF7F1

        Wobei das aber unklar formuliert ist und sich die Zahl anscheinend auf den ostdeutschen Genpool als Ganzes bezieht. Man kann daraus aber nicht schließen, dass 50% der heutigen Ostdeutschen hauptsächlich slawische Wurzeln hätten.

        Gruß

        1. @ Wolfgang Wirth:

          Guten Abend,
          Mein Ostdeutsche = Slawen Satz war natürlich ein Scherz. So wichtig würde ich diese Abstammungsdinge auch nie nehmen, obwohl ich sie sehr interessant finde.
          Wie Sie selber erwähnen, haben die Ostdeutschen in der Tat einen sehr hohen slawischen Anteil von etwa der Hälfte oder 40%. Aber soweit mir bekannt, ist der Rest nicht nur Germanen, sondern auch noch einige, größere andere Einmischungen, denn die Ostsiedlung kam ja teilweise weit aus dem Westen, z.B. auch aus Wallonien.
          Und in Westdeutschland haben wir zwar kaum slawische Einflüsse, dafür eine Menge aus Südeuropa und dem keltischen Frankreich, die mit den Römern nach hier gekommen sind. Das Genom eines Aacheners ist mehr mit dem eines Brüsselers verwandt als mit dem einen Hannoverraners.

          Ehrlich gesagt scheint mir das Preußen des Alten Fritz (also vor 1786) immerhin noch moderner, gerechter und zivilisierter als so manches westdeutsche Fürstentum. Über das Herzogtum Württemberg oder die Landgrafschaft Hessen-Kassel ließe sich auch so manches Negative berichten: Freigeister wie Schubart u.a. erlitten willkürliche Festungshaft auf dem Hohenasperg und in Hessen wurden Landeskinder als Söldner verkauft.

          Ja, es gab da sicher ein paar miese, kleine, deutsche Fürstentümer, die weniger fortschrittlich waren, als die Preußen, aber der alte Fritz hat dafür _alleine_ im 7-jährigen Krieg mind. einen so großen Prozentsatz seiner Bevölkerung über die Klinge springen lassen wie der Gröfaz 200 Jahre später. Und nur durch das Glück, dass der russ. Thronfolger ein Fan von ihm war, konnte eine noch größere Katastrophe verhindert werden. Nun kann man sagen: Das Glück ist mit den Tüchtigen und immerhin hat er Preußen zu einer Großmacht gemacht, aber aus Sicht seiner Bevölkerung sah das vielleicht ganz anders aus.

          Meine Heimatstadt allerdings lag ja früher im sogenannten „Aachener Reich“. In dieser freien Reichsstadt mit Umgebung ließ es sich wohl ganz gut leben. Noch heute merkt man einen Mentalitätsunterschied zu den Menschen ein-zwei Orte weiter, die von einem Herzog regiert wurden und selbst heute irgendwie unfreier erscheinen (zumindest bilde ich mir das ein 😉 )

          Eine große Rolle spielt m.E. die unterschiedliche Mentalität. Ich kenne den Osten relativ gut. Es sind dort zwar heute überwiegend Atheisten, aber die protestantische Prägung ist noch nicht ganz weg. Die Rheinländer mit ihrer katholischen Lässigkeit und ihrer Westorientierung sind den Brandenburgern oder Sachsen ferner als die Bayern.

          Ja das stimmt, ich erfahre das schon mein ganzes Leben, denn ich habe beide Anteile in mir drin, da meine Mutter in eine protestantische Familie aus dem Osten geboren wurde und mein Vater aus dem Rheinland ist. Als meine Mutter hierhin kam, hatte sie doch am Anfang heftige Probleme mit der hiesigen Mentalität.
          Das hat auch auf uns Kinder abgefärbt. Wir waren immer etwas anders als die hiesigen Leute, so richtige Rheinländer sind wir nie geworden, uns fehlt da noch ein gewisser Teil. Mit dem Älterwerden gleicht sich das aber immer mehr an. Trotzdem gehen mir viele Rheinländer noch immer manchmal aus die Nerven, wenn sie grob gesagt so eine Art Horst Schlemmer-Verhalten und Ähnliches (Wenn Sie diese Kunstfigur kennen) an den Tag legen, die mir völlig fremd ist.

          Höcke bezog sich nicht nur auf die Zahl der Migranten, was natürlich auch alleine schon ein wichtiger Punkt ist, sondern auch auf die Nähe der Westdeutschen zu den Amerikanern. So im Sinne eines weiteren US-Bundesstaates.

          Also das kann man ja höchstens von den Regierenden sagen. Die westdeutsche Bevölkerung sehe ich nicht besonders nah an den Amerikanern. In meiner Umgebung zumindest muss ich Amerikafans wirklich suchen. Allerdings sind sie den Russen nicht so nah, wie die Ostdeutschen.

          Gruss

  10. Das ist die Linie des ehemaligen Nachrichtenmagazins. Schon immer Propagandagtröte der CIA, und seit Relotius bleibt kein Auge mehr trocken.

    Es fallen mir aber gefährlichere Leute ein, von Elfriede Springer bis Reichskannzler Merz und Sumpfhexe von der Laien. Die AfD ist da aber zweitrangig, man muss sie nicht immer bedauern.

  11. Ich kann Roberto hier nur beipflichten.

    Bei Nikolaus Blome geht es für mich längst nicht mehr nur darum, dass jemand eine politische Position vertritt, die ich ablehne. Entscheidend ist die Art, wie gesellschaftliche Konflikte geführt werden sollen. Seine damalige Forderung während der Corona-Zeit war dafür geradezu exemplarisch: Menschen, die sich freiwillig nicht impfen lassen wollten, sollten ausdrücklich „gesellschaftliche Nachteile“ erfahren, und die Republik möge „mit dem Finger auf sie zeigen“.

    Das ist keine bloße Befürwortung einer Impfpflicht. Das ist die ausdrückliche Billigung gesellschaftlicher Ächtung.

    Die dahinterstehende Logik halte ich für hochproblematisch: Im Namen des vermeintlich Guten darf man Menschen ausgrenzen, beschämen und gesellschaftlich unter Druck setzen. Wer sich selbst auf der moralisch richtigen Seite verortet, darf offenbar mit dem Finger auf diejenigen zeigen, die nicht folgen.

    Und genau hier beginnt für mich das Problem eines Journalismus, der gesellschaftliche Spaltung nicht nur beschreibt, sondern sie selbst befeuert.

    Über eine Impfpflicht konnte und musste man streiten. Man konnte sie befürworten oder ablehnen, ihre Verhältnismäßigkeit diskutieren und am Ende demokratisch darüber entscheiden. Aber Menschen zusätzlich gesellschaftlich abstrafen zu wollen, ist etwas völlig anderes. Demokratie bedeutet gerade, auch diejenigen auszuhalten, deren Entscheidungen man für falsch hält, solange sie sich innerhalb des Rechts bewegen.

    Besonders bemerkenswert ist dabei der Widerspruch: Einerseits wird ständig vor einer „Spaltung der Gesellschaft“ gewarnt, andererseits fordert man selbst öffentliches Fingerzeigen und gesellschaftliche Nachteile für eine bestimmte Gruppe. Mit gesellschaftlicher Ächtung gegen gesellschaftliche Spaltung vorzugehen, ist schon eine bemerkenswerte Vorstellung von gesellschaftlichem Frieden.

    Und deshalb halte ich solche Stimmen für gefährlich – nicht weil Blome eine andere Meinung hat als ich, sondern weil ein einflussreicher Journalist hier ein Prinzip legitimiert, das sich jederzeit gegen die nächste unerwünschte Gruppe richten lässt.

    Heute sind es Ungeimpfte, morgen Russland-Versteher, übermorgen irgendeine andere politische Minderheit. Das entscheidende Problem ist nicht einmal, wer gerade betroffen ist. Das Problem ist die Denkfigur selbst:

    Wir sind die Guten. Deshalb dürfen wir die anderen ausgrenzen.

    Genau diese Haltung zerstört auf Dauer das, was eine pluralistische Demokratie eigentlich zusammenhalten soll.

    Insofern verstehe ich Robertos Kritik sehr gut. Wer gesellschaftliche Ächtung selbst ausdrücklich zum politischen Instrument erklärt hat, sollte sich später jedenfalls nicht darüber wundern, wenn die gesellschaftlichen Gräben immer tiefer werden.

    1. „Demokratie bedeutet gerade, auch diejenigen auszuhalten, deren Entscheidungen man für falsch hält, solange sie sich innerhalb des Rechts bewegen.“

      Falsch. In einer Demokratie setzt das Verfassungsvolk das Recht, es gibt sich seine Gesetze selbst und bestimmt damit auch darüber, was man auszuhalten hat oder auch nicht.

      Und jetzt mal ausgehend von aus historischen Erfahrungen gewonnenem bereits gesetztem Recht. Die Erwägung einer Impfpflicht mit den Hauruck Covid-Präparaten ist bereits ein verbrecherisches Unterfangen:

      Der Nürnberger Kodex (1947)

      1. Die freiwillige Zustimmung der Versuchsperson ist unbedingt erforderlich. Das heißt, dass die
      betreffende Person im juristischen Sinne fähig sein muss, ihre Einwilligung zu geben; dass sie in
      der Lage sein muss, unbeeinflusst durch Gewalt, Betrug, List, Druck, Vortäuschung oder
      irgendeine andere Form der Überredung oder des Zwanges, von ihrem Urteilsvermögen
      Gebrauch zu machen; dass sie das betreffende Gebiet in seinen Einzelheiten hinreichend kennen
      und verstehen muss, um eine verständige und informierte Entscheidung treffen zu können. Diese
      letzte Bedingung macht es notwendig, dass der Versuchsperson vor der Einholung ihrer
      Zustimmung das Wesen, die Länge und der Zweck des Versuches klargemacht werden; sowie die
      Methode und die Mittel, welche angewendet werden sollen, alle Unannehmlichkeiten und
      Gefahren, welche mit Fug zu erwarten sind, und die Folgen für ihre Gesundheit oder ihre Person,
      welche sich aus der Teilnahme ergeben mögen. Die Pflicht und Verantwortlichkeit, den Wert der
      Zustimmung festzustellen, obliegt jedem, der den Versuch anordnet, leitet oder ihn durchführt.
      Dies ist eine persönliche Pflicht und Verantwortlichkeit, welche nicht straflos an andere
      weitergegeben werden kann.

      2. Der Versuch muss so gestaltet sein, dass fruchtbare Ergebnisse für das Wohl der Gesellschaft
      zu erwarten sind, welche nicht durch andere Forschungsmittel oder Methoden zu erlangen sind.
      Er darf seiner Natur nach nicht willkürlich oder überflüssig sein.

      3. Der Versuch ist so zu planen und auf Ergebnissen von Tierversuchen und naturkundlichem
      Wissen über die Krankheit oder das Forschungsproblem aufzubauen, dass die zu erwartenden
      Ergebnisse die Durchführung des Versuchs rechtfertigen werden.

      4. Der Versuch ist so auszuführen, dass alles unnötige körperliche und seelische Leiden und
      Schädigungen vermieden werden.

      5. Kein Versuch darf durchgeführt werden, wenn von vornherein mit Fug angenommen werden
      kann, dass es zum Tod oder einem dauernden Schaden führen wird, höchstens jene Versuche
      ausgenommen, bei welchen der Versuchsleiter gleichzeitig als Versuchsperson dient.
      (…)
      https://dg-pflegewissenschaft.de/wp-content/uploads/2017/05/NuernbergKodex.pdf

    2. @ n.b:

      Und genau hier beginnt für mich das Problem eines Journalismus, der gesellschaftliche Spaltung nicht nur beschreibt, sondern sie selbst befeuert.

      Ich sehe hier kein »Problem«. Im vorherigen Absatz haben Sie das Urteil bereits beschrieben:

      Im Namen des vermeintlich Guten darf man [Blome] Menschen ausgrenzen, beschämen und gesellschaftlich unter Druck setzen. Wer sich selbst auf der moralisch richtigen Seite verortet…

      Herr Blome ist kein Journalist, er ist ein Propagandist, der sich ggf. journalistischer Instrumente bedient, wenn es ihm opportun scheint. Die einzige »Gefahr« besteht darin, dass er nicht erkannt wird, doch dafür – das kann man Blome zugute halten – lässt er wenig Platz. Er ist eindeutig.

  12. In der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ hat sich Lennart Zielke ebenfalls mit dem Blome-Text beschäftigt und behandelt insbesondere die finanziell-wirtschaftlichen Widersprüche in Blomes Ausführungen.

    Die Überschrift bringt es gut auf den Punkt:
    „Erpressungsversuch aus dem Westen: Wenn Ossis falsch wählen, sollen sie keine Gelder mehr erhalten“

    https://ostdeutscheallgemeine.com/article/erpressungsversuch-aus-dem-westen-wenn-ossis-falsch-waehlen-sollen-sie-keine-gelder-mehr-erhalten-10302846

    1. „Erpressungsversuch aus dem Westen: Wenn Ossis falsch wählen, sollen sie keine Gelder mehr erhalten“

      Besser noch: Die Ossis sollte eine neue Art von DDR gründen, freilich die früheren Fehler der DDR vermeidend.

      1. Wenn Ossis eine „richtige“ DDR gründen, in der auch wirklich das Volk das Sagen hat,
        bekämen sie bestimmt kurzfristig eine Wohnungsnot, weil viele aus dem Schwachsinn
        der gerade in der Bundesrepublik durchgezogen wird, entfliehen wollen. Wirtschaftlich
        würde eine neue DDR sicherlich schnell weit vor dem Westteil Deutschland liegen, schon
        weil man garantiert wieder Energie aus russland importiert und wahrscheinlich auch
        in wirtschaflichen und technischen Bereichen mit Russland zusammenarbeiten würde.
        Aber genau das wäre ein Grund der Ammis und der Engländer ein solches Deutschland
        mit allen Mitteln zu bekämpfen und dieses Deutschland könnte schnell wieder dem westlichen
        zwangsangegliedert werden. Die Deutschen haben nichts über ihre zukunft zu bestimmen!!!
        Wir sind Kreigsverlierer ohne Friedensvertrag, mit einem schon sehr stark wackelnden 2+4 Vertrag.
        Wenn Russland diesen aufkündigt sind wir wieder im 2. Weltkrieg!!! Es ist erschreckend, dass
        Dieses keiner in Deutschland kapiert.

  13. Kein Zweifel Nikolaus Blome ist ein ziemlich übler Schmierfink.
    Bekannt geworden ist er ja auch vor Jahren mit dem Fernsehformat Blome und Augstein (oder Augstein und Blome).
    Das war immer eine Viertelstunde auf dem Sender Phoenix, wo sich beide ein Thema vornamen und Augstein (der Jakob) den linksliberalen Part und Blome den rechts-konservativ-liberalen Part übernahm. Ein pseudoeloquentes Ping-Pong-Spiel. Mir kam das Ganze immer wie eine Show vor, als würden die beiden nur eine Rolle spielen und nicht wirklich an das glauben, was sie sagen.
    Zwischendurch war Blome in allen möglichen Mainstream-Medien unterwegs: Tagesspiegel, Welt, Bild, Spiegel, NTV, RTL jetzt. Und er tauchte oft in Talkshows auf. Eigentlich kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Nikolaus Blome ein Rechtspopulist ist, weil er leicht rechte, konservative Positionen in den großen Populärmedien vertritt.
    Vor allem ist er aber auch ein Karrierist.

    ABER! Auch wenns anders dran steht: Doch so ganz wirklich geht es in diesem Artikel ja hier gar nicht um Blome, sondern mal wieder um die AFD, deren Wähler von Blome beschimpft wurden und deren Spitzenmann in Sachsen-Anhalt vom Spiegel dämonisiert wurde. Die arme arme AFD, wird von allen immer so gemein behandelt. Tja, genau darum soll es gehen.

    Ich frage mich wann von RdL noch mal ein Artikel kommt, den man nicht als Untstützung für die AFD interpretieren kann?

  14. Es ist wie immer. Die Frage, ob Siegmund tatsächlich gefährlich ist, wird nicht gestellt. Weder im Artikel noch in den Kommentaren. Auch in den Medien und auch in den Sozialen Netzwerken nicht. Die Frage, um die sich alle herumdrücken.

    Kann der etwas anstellen, der Siegmund? Natürlich. Die AfD hatte sehr wohl Kontakte zu den gewalttätigen Rechtsextremen, die einen Staatsstreich anstreben. Hier mal aus 2017:
    https://exif-recherche.org/?p=6580

    Nordkreuz, Banditos, und Hanibal, alles kein Problem. Davon ist derzeit nichts zu sehen. Klar, denn das würde der AfD eindeutig schaden. Die Drohung mit dem Verbotsverfahren wirkt ebenfalls. Die Völkischen müssen derzeit die Klappe halten, aber was, wenn dieses Verbot vom Tisch ist? Da werden sich manche wundern, was die dann von sich geben.

    Was nun wirklich eintreten könnte: die Rechten verlangen von ihren Gegnern nach SA-Vorbild Schutzgeld. Wovon sie der Polizei etwas zukommen lassen. Eigentlich sehe ich da, zum Beispiel im Erzgebirge, durchaus Anzeichen. Die ich aber nicht verfolgen kann, da ich immer nur durchreise. Die Presse merkt natürlich nichts. Schlafschafe.

    Nein, wirklich ungefährlich ist dieser Siegmund nicht. Und schon gar nicht die, die ihn als Tarnung benutzen.

  15. Was stört es die Eiche, wenn sich ein irrelevanter Blome an ihr reibt?
    Bis eben wusste ich nicht einmal, dass es den überhaupt gibt und ich gehe davon aus, dass ich ihn spätestens morgen früh, kurz vorm Kaffee auch schon wieder vergessen habe.
    Dieser Schlag Mensch geht mir sozusagen völlig peripher am Allerwertesten vorbei, möge er noch so schäumen vor Wut und Entrüstung, möge er noch so sonderbaren geistigen Dünnpfiff absondern, wenn der Tag lang ist und möge er in Frieden ruhen, wenn seine Zeit gekommen ist.
    Aber trotzdem wieder ein schöner Artikel, der die Verkommenheit unserer „Qualitätsmedien“ thematisiert 😉

  16. Offensichtlich ist die Auflage des Spiegel ziemlich im Keller. Da braucht es einen Skandal. Wie es geht hat der FAZ-Mann gerade vorgemacht. Der Ben-Gvir hängt sie noch alle ab, aber mit ein wenig Übung kriegen sie das irgendwann auch noch hin.

    Schön dummdoof ist aber, den Spitzenkandidaten der AfD derart zu adeln. Wahlkampfhilfe vom Feinsten. Gibt es beim Spiegel noch jemand, der über die Wirkung der eigenen Behauptungen nachdenkt? Ich hoffe sehr auf das Einschreiten der Behörden. Wegen hybrider Kriegsführung und Desinformation im Interesse Putins sollte der Spiegel auf die Ukraine Sanktionsliste kommen.

  17. Für mich ist die AfD die politische Zukunft Deutschlands und derzeit die einzige realistische Chance auf einen grundlegenden Kurswechsel. Der Schaden, der durch die Politik der etablierten Parteien über Jahre entstanden ist, ist aus meiner Sicht immens. Wirtschaft, Energie, Migration, Staatsfinanzen, innere Sicherheit und Außenpolitik stehen vor gewaltigen Herausforderungen.

    Und dieser Schaden lässt sich nicht mit ein paar kosmetischen Reformen beseitigen. Selbst bei einem politischen Kurswechsel wird es vermutlich Jahrzehnte harter Arbeit brauchen, um Fehlentwicklungen zu korrigieren und verlorenes Vertrauen und wirtschaftliche Substanz wieder aufzubauen.

    Genau deshalb halte ich die gegenwärtige mediale Fixierung auf die angebliche „Gefahr“ der AfD für so bemerkenswert. Die AfD hat Deutschland nicht in diese Situation regiert. Die Altparteien haben über Jahrzehnte die politische Verantwortung getragen.

    Und jetzt wird ein Politiker wie Ulrich Siegmund zum „gefährlichsten Mann Deutschlands“ erklärt? Vielleicht sollte man sich lieber fragen, warum eine Partei, die angeblich so bedeutungslos oder falsch ist, inzwischen von Millionen Menschen gewählt wird.

    Die Antwort darauf lautet nicht „die Wähler sind Nazis“, „die Ossis sind schuld“ oder „die AfD ist gefährlich“. Die Antwort liegt in der Politik der vergangenen Jahre.

    Wer die AfD verhindern will, soll endlich erklären, warum die Bürger ihr den Rücken kehren. Wer sie politisch schlagen will, soll bessere Politik machen. Und wer Journalismus betreibt, sollte die Regierung kontrollieren und nicht die Opposition dämonisieren.

    Vielleicht ist genau das die eigentliche Angst: dass das politische „Weiter so“ tatsächlich zu Ende geht.

  18. @Frank hat oben zum Thema das Nötige gesagt.
    Die beleidigende und demokratiewidrige Ausgrenzung dieser in Wahrheit keineswegs „rechtsextremen“ Partei dient in Wirklichkeit nur einem Zweck, nämlich zu verhindern, dass – mit @Franks Worten – das politische „Weiter so“ tatsächlich zu Ende geht.

    Und man darf sich ziemlich sicher sein, dass es überhaupt NUR mit Hilfe der AfD die Chance gibt, die seit Jahren anhaltende Lähmung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland, die dabei ist, zu einer regelrechten Staatskrise zu werden, aufzubrechen.
    Jeder, der das ablehnt, begrüßt im Grunde das Weiter-so von heute, denn eine dritte Alternative (etwa eine linke) gibt es nicht.

    Übrigens hat sich jetzt Baden-Württembergs grüner Finanzminister Danyal Bayaz ebenfalls zu dem Thema (mögliche AfD-Regierung in ostdeutschen Ländern) geäußert; man merkt also gut, an was für Leute Blomes Worte adressiert waren.
    https://ostdeutscheallgemeine.com/article/kein-geld-mehr-schwaben-wessi-will-ossis-ausbluten-lassen-10307850
    Daraus zitiert:
    „Der Wahlkampf um die ostdeutschen Bundesländer und die Angst vor der AfD nehmen absurde Züge an und legen längst verschüttet geglaubte Gräben frei: West-Medien und Politiker drohen den ostdeutschen Bürgern mit Liebes- und Geldentzug. Und Ost-Politiker schüren munter die Neid-Debatte und fachen den Konflikt weiter an.“

  19. Zu Two Moon
    18.08.2026 17:39 Uhr

    „Ich frage mich wann von RdL noch mal ein Artikel kommt, den man nicht als Untstützung für die AFD interpretieren kann?“

    Wäre es nicht einmal an der Zeit eine von einem antidemokratischen Block bekämpfte Partei zu unterstützen, schon alleine aus dem Grund, und die, wenn sie Machtbefugnisse erhält, auch nicht Schlimmeres anrichten kann als die gerade „amtierenden“ Parteien.

    Oder wäre es schlimm wenn, wie anscheinend befürchtet wird, die Nachschubwege nach „Osten“ durch AfD-Regierungen bedroht wären. Oder wenn der Rundfunkstaatsvertrag endlich hinterfragt und neu verhandelt wird. Etc. pp.

    Deutschland hat die Tendenz hinter Fahnen herzulaufen. UNd zwar auch dann noch, wenn die Fahnenträger sich zwischenzeitlich bis zur Unkenntlichkeit gebückt, verdreht und verbogen haben.

    Warum nichtmal eine andere, neue Fahne (mit anderem Personal darunter) ausprobieren? Scheint dem Deutschen undenkbar. „Schon mein Großvater hat die und die Partei gewählt, also …!“

    Lieber das ewige „weiter so“, und wenn es in den Abgrund führt, als mal was anderes …

  20. und ja, ich wundere mich schon, wie hier das billige „AfD, das geht doch gar nicht“ aus den Großmedien reproduziert wird

    OHNE

    dabei die Konsequenz zu benennen, dass dann die Altparteien unbehelligt weiter ihren Mist machen können.

    Das hatte alles weder mit Demokratie noch mit gesellschaftlichem Diskurs noch mit Weiterentwicklung noch mit Zukunfts- und Veränderungsfähigkeit zu tun.

    Das „Oweh,Oweh, die AfD“ ist nichts als Stillstand und der Wille zum weiteren Erleiden der anhaltenden, unerträglichen Zustände, der anhaltenden, unerträglichen, real gemachten Politik! (und zwar nicht von der AfD!)

    Ich bin nicht für die AfD – aber ich bin für eine Erschütternung des erstarrten und rückwärtsgewandten und für uns Bürgern nur schädlichen „amtierende politische Establishment“, der etablierten Korruptionsblase, den Kopfnicker-Hanselverein im Parlament, diesen Postengeschacher auf Arschkriecherbasis, dieses völlig uninspirierten, völlig ziellosen und dadurch leicht beeinflussbaren Politik-Darstellern, die ALLES besetzt halten und verteidigen und verstänkern mit ihrem bräsigen Dunst, wo mal frischer Wind hinein müsste.

    Es ist traurig, dass nur so eine Partei wie die AfD gerade auf so etwas hoffen lässt. Aber besser das als jedes „Weiter so!“ mit der aktuellen rot-schwarz-austauschbaren Knallchargen-Besetzung.

    1. @ ratzefatz
      Die Frustration wegen Stillstand usw. kann ich verstehen.
      Doch ich glaube nicht, dass eine AFD in irgendeiner Regierung daran etwas ändern wird.
      Bestimmte Probleme werden sich eher noch verschärfen, Kulturkampf, Armut usw.
      Das System ist stärker als die AFD und deren Akteure haben nicht den Charakter sich dagegen zu stellen, also wird das System einige von denen assimilieren und die radikaleren werden ausgegrenzt werden.

      Was RdL hier macht, hat aber abgesehen davon noch eine ganz besondere Note. Seine AFD-Förderartikel sind unangenehm taktisch geschrieben. Kein Ruhmesblatt für den Chefredakteur eines debattenoffenen Magazins.

      1. „Doch ich glaube nicht, dass …“

        Ja, glaubt halt weiter anstatt mal etwas anderes auszuprobieren. Genau dieses Geisteshaltung habe ich gemeint.

        Armselig.

        Es gibt dieses schöne Gleichniss von Brecht mit dem brennenden Haus …

        Die gleichen (hauptsächlich marxistisch „links-grünen“) Leute, die hier schreien, wie arg das Haus brennt, wollen aber nicht aus dem Haus heraus, weil ja draußen schlechtes Wetter (oder AfD) sein könnte …

        1. Ihre unwirsche Antwort lässt in mir die Vermutung aufsteigen, dass Sie vielleicht auch einer dieser Leute sind, die aufgrund der Frustration über die aktuellen Verhältnisse langsam die Nerven verlieren und untergründig nichts Anderes mehr im Sinn haben, als ihre aufgestauten negativen Gefühle irgendwie los zu werden. Und das führt dann dazu, dass man sich in Illusionen hineinsteigert, dass die Erlösung schon nahe sei. Entweder durch die AFD, durch Trump oder sonstwas für Aufsammler frustrierter Gefühle.

  21. und natürlich muss es nach einem AfD-Sieg weitergehen: weitere Parteien sollen entstehen und sich dem Wettbewerb stellen – ohne die heute übliche Behinderung und Beeinflussungen durch die Großmedien. Vielleicht tatsächliche eine Senken der 5%-Hürde, auf 3% oder gar Abschaffen, damit diese Zombienation endlich wieder demokratischen Geist atmen kann.

    Jeder weiß genau, was von Nöten ist:

    – Souveränität, raus aus dem Schreckgespenst des „Kalten Krieges“, der NAhTOd
    – das deutsche Volk muss sich endlich eine EIGENE Verfassung geben, die Wiedervereinigung wenigstens in dem Punkt vollendet werden
    – Friedensvertrag zur Beendigung des 2. Weltkrieges, kein 2+4-Vertrags-Gemauschel
    – Schluss mit Staatsräson, einem sogar gegen das Grundgesetz verstossendes, durch nichts legitimiertes Politik-Element
    – Schluss mit der Holocaust-Schuld-Kultur, kaum ein heutiger Deutscher, der noch Schuld von damals trägt (und andere Länder haben auch ihre „Holocausts“ ohne deshalb extra Themen-Fernsehkanäle dafür laufen zu lassen)
    — und noch vieles andere, was Deutschland zu einer einzigen politischen Dauer-Baustelle gemacht hat

    vor allem aber: Schluss mit den gleichgeschalteten Altparteien-, Konzern- und Milliardärs-Medien (in den denen Leute wie ein Killing Geiz ihre Audienzen geben). Denn so lange das so weiter geht, so lange ist hier nichts zu machen, so lange sind wir die Opfer der Finanzoligarchie und deren (Blackrock-)Politiker-Marionetten.

  22. Man weiß nicht, was daraus werden wird, aber kann es schlimmer sein als das, was jetzt ist? Nein, Bewegung ist dringend nötig.

    h#ttps://globalbridge.ch/sachsen-anhalt-wahl-das-land-der-fruehaufsteher-stellt-die-machtfrage/

    „Drei Wochen vor der Landtagswahl liegt die AfD in Sachsen-Anhalt bei 41 Prozent. Während der „Spiegel“ den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum „gefährlichsten Mann Deutschlands“ erklärt, zeigt ein fast vierstündiges Podcast-Gespräch, warum seine politische Sprache in diesem Land Resonanz findet. Es sind Ordnung, Zuständigkeit, Verlässlichkeit und die Erwartung, dass Politik wieder funktioniert. Wer die bevorstehende Entscheidung verstehen will, muss deshalb auch auf Sachsen-Anhalt selbst blicken – auf seine Arbeitsbiografien, seine Brüche, sein Gedächtnis und eine Mentalität, die am Ende des Tages Ergebnisse sehen will.“

    Ein Essay von Sabiene Jahn

    (und am Rande: ich habe hier in Baden jetzt das zweite mal innerhalb einer Woche Jagdflieger kurven sehen – ein Bild das ich seit Jahrzehnten nicht mehr sehen musste. Die verrückte heutige Politik treibt uns in einen echten heißen Krieg. Was kann die AfD daran noch schlimmer machen? Aber vielleicht kann sie was besser machen?)

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