Die wahre Humanität heißt: Krieg

The corpses of two dead British soldiers lying face down in the mud among barbed wire. Their helmets and rifles lie .
Christopher Nevinson, Public domain, via Wikimedia Commons

Gestern gab es noch sehr viele Friedensfreunde. Heute setzen viele dieser Freunde mit großer moralischer Inbrunst auf Panzer und Granaten. Ein Albtraum.

Plötzlich bin ich aufgewacht, nein, ich bin nicht so richtig aufgewacht, ich bin eher geschüttelt und gerüttelt worden von einem Nachtmahr, was für ein altes Wort, aber mit was er mich quälte: so modern, so aktuell.

Im Kopf ging es holterdipolter zu, drunter und drüber, aber die Gedanken waren sehr klar, es ging um diesen Krieg in der Ukraine, auch um Annalena Baerbock, die Außenministerin und ihre Worte: „Russland ruinieren“, also langer Krieg, Eskalation, Unheilvolles.

Kann aus solchen Sätzen Gutes folgen?

Zeitenwende! Epochenbruch! Was für hinterhältige Begriffe

Im Ohr auf einmal auch eine Rede der Verteidigungsministerin, ich höre und ich sehe sie vor mir: freundlich, alltäglich, lächelnd, allerdings harter Mund, nur ein Strich, und da kommen Worte, die klingen wie von Kaiser Wilhelm II.: Wir beten für die Macht der Geschütze.

Du spinnst, denke ich noch, aber der Nachtmahr geht weiter: Da ist so viel verrutscht in Deutschland und der Welt, das übersehene Morden im Jemen, das stille Sterben in Syrien, der laute Krieg nun am Rande Europas, an den einen denkt man viel, an die anderen nicht.

Wird in ein paar Jahren ein neuer George Grosz den Horror wieder einfangen, ein Böll, ein Borchert verzweifeltverzweifelnd das unsägliche Leiden aufschreiben, wieder einmal? Wenn es zu spät ist, wieder einmal?

Schon irre, quält mich dieser Nachtmahr, wegen Grenzen, die künstlich gezogen worden sind, gehen nun Hunderttausende von Menschen drauf; Grenzen, die in ihrer Geschichte alle paar Jahrzehnte verschoben worden sind; nun, wie 1914/7, auch wieder so ein Gemetzel, liegen wieder Menschen im Schlamm und Dreck und Matsch und Eis, Gewehr im Anschlag, Kanonen hochgerichtet, wie 1942/3 – und schießen, morden, verstümmeln Menschen, und die russische Kirche segnet die Bomben, und die ukrainische Kirche segnet die Granaten, beide Seite kämpfen mit Gott auf ihrer Seite, und „stell dir vor, es gäbe keine Länder/es ist nicht schwer, das zu tun./Nichts, wofür es sich lohnt zu töten oder zu sterben/und auch keine Religion./Stell dir vor, alle Menschen/leben ihr Leben in Frieden.

Deus lo vult!

Aber manche füllen sich die Taschen mit Euros und Dollars – gewissenlos, wie immer: Deutschland hat trotz Krimbesetzung und Waffenembargo nach 2014 Rüstungsgüter im Wert von 121,8 Millionen Euro nach Russland geliefert – 35 Prozent aller EU-Waffenexporte.

Wer, so martert mich mein Nachtmahr: Wer hat daran verdient? Die Herren des Kriegs? Kleinaktionäre, die treuherzig ihr Geld in irgendwelchen Fonds angelegt haben?

Irgendwann, man weiß das aus allen Kriegen, wenn zu viele verreckt sind, wenn man weiß, was das Wort „kriegsmüde“ tatsächlich bedeutet, muss verhandelt werden, egal, wie viele Waffen noch schussfähig sind, irgendwann rufen die Menschen nach Frieden.

Imagine there’s no countries/It isn’t hard to do/Nothing to kill or die for/And no religion, too/Imagine all the people/Livin‘ life in peace.

Ein schönes Lied, 1971 von John Lennon gegen den Vietnamkrieg geschrieben, aber gut 50 Jahre später ist die Ultima Ratio wieder: Aufrüstung muss sein, mehr Waffen müssen in die Ukraine; Zeitenwende. Epochenbruch.

Epochenbruch! Zeitenwende! Was für geniale Formulierungen. Hinterhältige Begriffe. Klügste Wortprägungen der Regierenden, denn damit ist jede Verantwortung für den Gang der Dinge, das politische Tun der unergründlichen, nicht hinterfragbaren Macht des Schicksals zugeteilt. Man kann nicht anders. Deus lo vult!

But I’m not the Only One?

Der Nachtmahr bringt mich ins Schwitzen, ich weiß, gegen die Ultima Ratio der vorherrschenden Gedanken kommt man nicht an – wenn man nicht einsehen will, dass diese „andere Welt, in der wir aufgewacht sind“, angeblich eine andere Vernunft verlangt. „Humanitär“ in den Worten eines grünen Spitzenpolitikers sind nun: Waffen. Waffeneinsatz. Kriegsfähigkeit.

Für mich, alter Träumer, vom Nachtmahr geplagt, ist diese neue Humanität die uralte Brutalität. Die unmenschlich bleibt, wenn auch viele Menschen, die gestern noch Friedensfahnen durch die Gegend trugen, mit der gleichen moralischen Inbrunst jetzt auf Panzer und Granaten setzen.

Mal sehen, wo das alles endet.

Imagine all the people/Livin‘ life in peace/

You/You may say/I’m a dreamer.

Aber nicht der einzige. Hoffentlich nicht.

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27 Kommentare

  1. Vor einem Jahr gab es auch ganz viele Antifaschistischen, heute gibt es hingegen ganz viele die Nazis, also nicht imaginäre sondern solche die ganz offen stolz darauf sind, mit Waffen beliefern wollen.
    Der Deutsche ist halt ein Opportunist, deswegen ist er auch in der Dienerrolle am besten aufgehoben. Das wusste schon der Typ aus Österreich.
    Zu dumm, dass Elon Musk an Robotern forscht die noch bessere Diener sind. Aber im Notfall kann der Deutsche ja auch auf Soylet Green umsatteln, einen großen Unterschied bemerkt vermutlich kaum einer.

    1. Gute Beschrieben, ich komme aus dem Schmunyeln nicht mehr raus…. .

      Wuerdest du die von dir Beschriebenen Art der Personen daruber anprechen,

      ja wir muessen doch……meinst du jetzt wir sollen etwa…….. dazu sind wir aber doch……. ……

      einfach nur ……… das kann jeder sich selbst Denken und Fragen : Wie ist Selbstbewusst?

  2. Dein Nachtmahr hält auch mich wach, in meinem Kopf ist endlos dieser grausame Krach.
    Bomben schlagen unzählige ein, nehmen denen das Leben und den Überlebenden ihr schützendes Dach.
    Vom Kapital werden wir währenddessen unablässig geschliffen und an die Werkbank gepfiffen.
    Wer gegen diesen Irrsinn seine Stimme erhebt, erlebt wie seine vertraut geglaubte Heimat bebt.
    Ein jeder hat eine Meinung zu alledem, nur wenige noch eine aufrechte Haltung.
    Und die Wenigen werden auch bald gebeugt, durch die ewig neuen Erlässe der Verwaltung.
    Wer unsere humane Entwicklung nun von hinten her denkt, überlegt ob er sich nicht besser gleich erhängt.
    Doch jeder Tunnel hat am Ende auch ein Licht, mit wahrem Respekt und gelebter Rücksicht bringen wir Menschlichkeit und ein mildes Lächeln in jedes Gesicht. Besser allemal, als das jüngste Gericht.

    Make love, not war!

  3. Zu „But I’m not the Only One?“:
    Nein, denn es gibt einige und die sollten jetzt dringend zusammenfinden, um gemeinsam etwas zu tun.
    Gegen das „Wir“ der Kriegspropaganda sollte ein anderes „Wir“ aufgebaut werden, z. B. ein „Wir wollen keine deutsche Kriegsbeteiligung“.
    Die traditionellen Friedensgruppen sind zwar winzig geworden, bekommen seit Februar letzten Jahres aber wieder etwas Zulauf.
    Und egal, was man an ihnen alles zu kritisieren haben kann, da sind immerhin ein paar Leute, die schon lange kontinuierlich etwas tun.
    Ich denke, jetzt sollte mehr das Gemeinsame als das Trennende hervorgekehrt und ein gemeinsamer Nenner gefunden werden, mit dem möglichst viele Mitmenschen erreichen werden können.

    Dabei sind natürlich keine Wunder zu erwarten, denn die mediale Kriegspropaganda ist ja so fest verankert in den meisten Köpfen, dass gegenläufige Informationen auf sie erstmal „unplausibel“ bis hin zu „verschwörungstheoretisch“ wirken müssen.
    Das muss man berücksichtigen und entsprechende Reaktionen verstehen, anstatt sie den Menschen vorzuwerfen, wenn man etwas erreichen will.

    1. Es ist Dir zuzustimmen. Das trennende liegt ja meist in der Theorie.
      Was mir gefallen würde, ist, wenn (deutsche) „Wir wollen keine deutsche Kriegsbeteiligung“. Weggelassen werden könnte. Das kappt die Verbindung zu Nationalismus.
      Muss nicht, ist nur so eine Idee.

      1. Hallo Peter,
        ich kann Ihren Einwand gut verstehen.
        Aber einerseits sehe ich momentan dringende Gründe, die – leider – ganz spezielle Kriegsrolle Deutschlands zu thematisieren (bin gerade dabei, das halbwegs fundiert auszuarbeiten).
        Andererseits denke ich, Proteste der Bevölkerung können sich am besten an die eigene Regierung und gegen deren Entscheidungen richten.
        Schon weil unsere Regierung ihre Waffenlieferungen usw. ja mit unseren Steuergeldern finanziert.

        Dazu gibt es auch das „Netzwerk Friedenssteuer“: Aus Gewissensgründen soll der Teil der eigenen Steuerzahlung, der in die Kriegskasse geht, verweigert werden.

    2. Da geben ich Ihnen vollkommen recht.
      Jedoch geht die Mobilisierung nicht ohne aufschreckende Hinweise auf die Konsequenzen des Zuschauens.
      Auch wenn die Formulierung schwierig und nicht ohne gewisse Anforderung an ein Weiterdenken möglich ist, sollte u.E. doch mindestens das Folgende in den Vordergrund gestellt werden:
      1. Russland ist nicht zu besiegen und, wenn es droht besiegt zu werden, dann wird das Militär selbst seine nukleare Potenz einsetzen.
      2. Die US-amerikanischen Militärhilfen für die Ukraine werden am Ende die Europäer zu bezahlen haben, was einer Art Versailler Vertrag gleichkommt, nach dem die EU die nächsten 50 Jahre die Kosten des Ukrainekrieges an die US abzustottern haben werden.
      3.In den USA haben Politiker maßgeblichen Einfluß, die vor einem nuklearen Erstschlag (Enthauptungsschlag) nicht zurückschrecken, was allerdings zur Vernichtung Europas führen wird, da Russland nicht zu enthaupten ist. Alle maßgeblichen Entscheidungszentren sitzen in sicheren Untergrundbunkern.
      4.Die Führer der Grünen sind von den USA seit Jahrzehnten, seit dem Jugoslawienkrieg, aufgebaut worden, um unter dem Vorwand der Abwendung einer äußeren Bedrohung (Klimawandel) Regierungsmacht zu erlangen, obwohl die Grünen seit der Schröderregierung explizit eine auf Zerlegung nachsowjetischer Machtballungen (z.B. Jugoslawien u. Syrien), gegen das Völkerrecht gerichtete Minderheitenfördeurngspolitik betrieben haben. Das Grüne war bei den Grünen, nach dem Mord an Petra Kelly, nur noch ein Mäntelchen. Um dies zu verifizieren sollte man sich einmal die Politik von Künast in der Schröderregierung einmal genauer anschauen.
      5.Das sog. „Zentrum für liberale Moderne“ der Grünen, wie auch viele Projekte der Heinrich Böllstiftung sind Teile einer Faschisierung und Zentralüberwachung der deutschen Bevölkerung. Sie stammen – Fücks u. Beck u.a. – aus der maoistisch pro kapitalistisch orientierten Studentenbewegung.
      6. Eine Klimaschutzpolitik der Grünen existiert praktisch nicht mehr, auch weil die führenden Köpfe die Erfordernisse einer wirklichen Gegenpolitik zur Erderwärmung niemals durchdacht haben: Sie wissen bis heute nicht, dass allein durch die Batterieproduktion und die Aufstellung von Windrädnern kaum was gewonnen ist, jedoch unglaublich viele Ökosysteme, also Treibhausgassenken, zerstört werden. Diese Typen sind wirklich eine Gefahr, weil sie keine Ahnung haben von den ökologischen und geophysikalischen Zusammenhängen.
      7. Die eskalierte Fortsetzung des Unkrainekrieges wird über die Rüstungsausgaben, Wirtschaftshilfen und Aufwendungen für die Flüchtlinge zu eine massiven Verteuerung des Lebens in Europa überhaupt führen, ohne dass genügend Kompensation für die ärmere Bevölkerung (das dürften ca. 50 % sein) noch erfolgen könnte.

      Dies in eine griffige überzeugende Ansprache zu übersetzen ist sicher nicht ganz einfach.
      Warum gründen Sie nicht zusammen mit Wagenknecht eine neue linksgrüne Partei? Diese erschiene mir derzeit als einzig möglicher Schritt, um aus der Paralyse und Argumentationsschwäche herauszukommen.
      Viele Grüße

      1. @EvodurchKoop
        Sorry, nur auf die Schnelle, weil keine Zeit:
        Es wäre gut, wenn Leute wie Sie Friedensgruppen externe Rückmeldung geben würden!
        Solche Rückmeldungen sind dort erwünscht aufgrund der momentanen Richtungsdiskussionen, z. B. gab es heute in einer hiesigen Ortsgruppe einen spektakulären Austritt wegen der Themen, die Sie ansprechen.

        Ich selbst mache als Gast in örtlichen Treffen verschiedener Gruppen (auch jugendlicher Aktivisten) unvermutet gute Erfahrungen mit meinem oft gegenläufigen Input – viel bessere als hier im Overton-Kommentarforum.

  4. Ich kann mein Entsetzen über das Handeln und Denken „unserer“ Regierung kaum in Worte, drum greife ich zu Bertold Brecht:
    Gegen Verführung

    Lasst euch nicht verführen!
    Es gibt keine Wiederkehr.
    Ihr könnt schon Nachtwind spüren:
    Es kommt kein Morgen mehr.
    Lasst euch nicht betrügen!
    Das Leben wenig ist.
    Schlürft es in schnellen Zügen!
    Es wird euch nicht genügen
    Wenn ihr es lassen müsst!
    Lasst euch nicht vertrösten!
    Ihr habt nicht zu viel Zeit!
    Lasst Moder den Erlösten!
    Das Leben ist am größten:
    Es steht nicht mehr bereit.
    Lasst euch nicht verführen
    Zu Froh und Ausgezehr!
    Was kann euch Angst noch rühren?
    Ihr sterbt mit allen Tieren
    Und es kommt nichts nachher.

    1. Ich bin nachwievor ein Friedensfreund und in meiner Umgebung in Dresden sind daraus keine Kriegstreiber geworden. Das verbitte ich mir! Aus der Ampelregierung und deren Parteien sind Kriegstreiber mit faschistoiden Eigenschaften geworden. Ich unterstützte Oppostionelle und Freunde in der Ukraine, die z.B. in der Biobranche und Ökolandwirtschaft tätig sind. Es sind auch Kriegsdienstverweigerer dabei. Das Selenskyj-Regime muß beseitigt werden. Sonst wird dieses ukrainische Volk bald nicht mehr existieren, besonders der Anteil russischer Bevölkerung.

  5. Ich habe mir jetzt das Buch von Wassili Grossman vorgenommen und begonnen zu lesen.
    „Leben und Schicksal“
    Es zeigt die Innenansicht des Krieges, hier die Schlacht um Stalingrad.
    Es ist so niederschmetternd, dass die deutschen Politiker wieder für ihre Großmachtträume die Verwüstung von Menschen und Erde in Kauf nehmen.
    Auch die Überlebenden werden ihre seelischen Verwüstungen an ihre Nachkommen weitergeben.
    Aber das interessiert diese Herrschaften ja nicht, da sie nie die Köpfe hinhalten für die Sch…, die sie anrichten.

    1. Ich bin nachwievor ein Friedensfreund und in meiner Umgebung in Dresden sind daraus keine Kriegstreiber geworden. Das verbitte ich mir! Aus der Ampelregierung und deren Parteien sind Kriegstreiber mit faschistoiden Eigenschaften geworden. Ich unterstützte Oppostionelle und Freunde in der Ukraine, die z.B. in der Biobranche und Ökolandwirtschaft tätig sind. Es sind auch Kriegsdienstverweigerer dabei. Das Selenskyj-Regime muß beseitigt werden. Sonst wird dieses ukrainische Volk bald nicht mehr existieren, besonders der Anteil russischer Bevölkerung.

    2. Hallo Mein Freund A.F.,

      ich lese derzeit aehnliche Lektuere wie du um mehr das Bild des Verstehens zu Vervollstaendigen zu koennen.

      Aber, ich lese langsam und parallel auch andere Buecher.

      Aehnlich wie Jefferson investiere ich Geld und Arbeitszeit auf unserer Farm und unseren Sport.

      Dazu empfehle ich dir von Herzen dieses Buch bei Buckomplizen Artikelnummer 978-3-7787-8303-0.

      Es hat bei mir wirklich die Veraenderungen unterstuetzt die ich mir gewuenscht habe und kann heute mit freude meine Lebensenergie richtig Fokusieren.

      Aber, es wird nie Einfach sein so lange Traeume realisiert werden moechten, aber der lohn ist freude und spass!

      1. Danke, Hoffi, etwas ähnlich bin auch unterwegs, allerdings wohl nicht so sehr als Sieger, weil an einem solchen Konzept habe ich auch Zweifel und Spiritualität als Steigerung der Selbst-Effizienz ist nicht so meine Sache, aber ich finde meinen Ausgleich, ohne deshalb unberührbar zu werden.
        Ich begrüße z.B. jeden Morgen mein Krähenpaar auf dem Balkon, dessen Krähenfrau mir aus der Hand isst.
        Gruß
        A.F.(w) :-))

  6. 2011

    15.3.

    was willst du mit der wut, wenn du sie -scheints- ausschließlich als ”zu kanalisieren“, wahrscheinlich in
    ”vernünftige bahnen zu lenken“ ansiehst? dann bleibt nichts von der wut und alles aber beim alten!
    ich will kein ”äktschn“ !
    aber ich habe das gerede,zerrede,drumherumgerede usw usf satt, ich habe es satt, daß die wut in diskussionen aufgebraucht wird, die KEINE ergebnisse, keinerlei befähigung zum handeln übrig lassen‘
    globale netzwerke, schau dir an, wie der strom der wütenden (global vernetzten) g8-demonstranten versiegt, schau dir an, was mit gesammelten informationen, global vernetzt geschieht ‘
    NICHTS!
    der sieg, der erfolg ist immer ”das gesammelthaben“, das ”sich vernetzen“, sind all die ”vorstufen“, denen auch keine weiteren folgen sollen‘
    sicher stellst du die gewaltfrage nicht, sicher,sicher‘ *gähn* , den satz aber hast du ebenso sicher nicht
    wirklich wahrgenommen : wie reagierst du auf die dir gestellte?
    wie reagierst du auf all das, was du an infos zusammenträgst? reagierst du übers zusammentragen hinaus?
    ja?
    diskutieren wir solange bis alle mitnander in die luft fliegen, klar, isn lebensziel und ja, wenns vorbei ist, ists vorbei, naja, auch für meine tochter vorbei, geben wir ihr mal noch fünf jahre (wenn die welt so weiterläuft), dann isse immerhin noch ”volljährig“ geworden, also so`n vollwertiger staatsbürger, sie diskutiert auch gern‘
    vor ner weile hab ich mal angemerkt, daß der neue trend anscheinend ”das engagiertsein“ ist, also kein
    interesse am sich-engagieren, sondern eins am ”schondrinstecken“, also engagiertsein, hauptinteresse am
    engagiertsein-thema egal, hauptsache offensichtlich ”sich in aktion befinden“ , zumindest diesen anschein zu erwecken. beileibe sinds nicht nur die jüngsten generationen, das greift um sich, wie das ehrenamt sich aus ”alten“,“mittelalten“ und ”jungen“ speist nunmal. ”diskutieren“ ist der punkt, meinetwegen sogar ”sichn kopp zerbrechen“, nur ohne jegliches interesse am thema, eben nur auf die denkleistung bezogen, auf diese art sportlicher betätigung. nebenher kanalisiert soetwas auch ”frei flottierende wut“, wie schön ‘
    nein, ich will nicht diskutieren, ich spinne lieber einsam vor mich hin und übe an ort und stelle gewalt aus,
    wenn mir ebensolche entgegengebracht wird. mag sein, ich verlier darüber job um job, mag sein, wir
    ernähren uns demnächst von den angehäuften konserven, wenn die nahrungsmittelpreise weiter steigen bzw immermal explosionsartig auf grund von katastrophen, die um hilfe leisten zu können einen engere gürtel den schmalhanseln abverlangen, mir egal, ich bin keine gesprächspartnerin in ausrufernden interessegeleiteten gesprächen , sorry‘

    +++

    „titeln kann ich nicht, aber…
    …es hat was damit:
    15.5.2011
    …den freitag bekommen wir ja unaboniert pünktlich an jedem donnerstag in den briefkasten und darin les ich nun auch immermal‘
    heute las ich , daß jap grissemann und sterman(sorry, wenn falschgeschrieben) komisch findet, wobei ich vor zehn jahren oder seien es neun sonntags umschalten mußte im radio, wenn sie ihre immer schlechter
    werdende show royal senden mußten, sie waren mal wirklich gut, aber das is so lange her, daß ich mich nicht mehr zu erinnern vermag an ”komisch“‘
    und ich las ”goldener schein in schwarzer nacht“ :
    ”‘Trotzdem brechen von Nordafrika mehr und mehr Boote auf – besonders von der libyschen Küste.
    Überlebende auf Lampedusa erzählen, die Überfahrt koste nicht einmal Geld, seit Gaddafi sich entschlossen habe, die Afrikaner, die zunächst in Libyen festsaßen, nun nach Europa zu schicken . Und so sind es (‘) und immer mehr Ivorer, die sich an Bord der maroden Seelenverkäufer wagen. Auch Gastarbeiter aus Südasien sind darunter, längst abgestoßen von der libyschen Kriegsökonomie und von ihren Firmen in eine bleierne Ungewißheit entlassen. ‘“

    und ich WEIß, was ”nur aufschreiben“ TUT !
    so tust du auch, ob du willst oder nicht und auch du weißt das!
    pastior hatte ein büchlein verfaßt mit dem titel:
    jetzt kann man schreiben, was man will‘
    und meinte die sprache damit vor allem‘
    das, was jetzt als ”aufgeschrieben“ allenorts durch die medien-/netzwelt geistert
    be-liebt sich (onaniert) ähnlich ”jetzt kann man schreiben, was man will“ , sei es auftragsgemäß oder nicht, egal‘
    eine lüge -lange genug gehalten in den gleichgeschalteten medien- führt zu kriegen, führt zu bombardements, führt zu flüchtlingsströmen , die mit weiteren lügen die
    ausgangslüge füttern, führt zu ”einwanderungsbestrebungen“ bei derlei in not geratenen, führt zu
    diskussionen über ”fremde“ und den umgang mit ihnen, führt zu ”menschenrecht“ , das ausformulieren, das in-kraft-setzen einschließlich der wirkungslosigkeit‘ führt zum flüchtlingsproblem ”italien“/“griechenland“, die un-flüchtlingsorganisationen mußten unbedingt einen per un geschützten flüchtlingskorridor richtung tunesien abwenden, ablehnen, verneinen und wegbombardieren lassen ‘ tunesien hätte man finanziell unterstützen müssen‘ach, du kennst dich da besser aus‘
    DESHALB, eben wegen des ”ich schreibe (nur)“ der zig gleichgeschalteten und willentlich sich den lügen
    hingebenden, gar nicht mehr bemüht, zu verschleiern, zu eiern, sondern direkt sagenden ”die erde ist eine
    scheibe“, lasse ichs ganz sein, mehr und konsequenter als je zuvor‘
    sie alle ”schreiben nur“ und niemand macht sich mehr gedanken darüber, was er/sie da schreibt‘

    …zu tun…
    …mit den f-wort-diskussionen…
    …mit „netzschau“ , „weltanschau“ vielleicht…
    irgendwo dort lauern „titel“, aber, wenn …..denn…..dann :
    ich geh lieber wieder rein
    https://wolfsmilchblog.files.wordpress.com/2016/01/5707561_f517e7f4a1_o.jpeg

    +++

    hier…
    dröhnen schwere flugzeuge
    scheinbare meter nur über die abgeernteten felder…
    alte, schwere maschinen, röhrende motoren…
    immermal auch hubschrauber, die vietnamfilmen entsprungen
    gefechte in „den bergen“ simulieren…
    dem alpinen sinds hügel nur, „unsre berge“,
    doch scheinen sie als lehrstücke tauglich…
    platoon folgt der schmalen allee, du verlangsamst dein tempo, drosselst auf dorfschrittempo, sie zu beschauen,
    nicht erstarrt das auto an die nächstliegende birke zu setzen…
    es sind nur übungsflüge, seltenes gedröhn und doch, seit spätestens einem halben jahr ists krieg, ists eine
    erwartung des einschlags von abgeworfenem, die erwartung der stichflamme und der rauchsäulen,
    ists die frage: wo… was ist dort und vor allem : wer ist dort, wo sie treffen?
    das alltagsleben bleibt unbeeinträchtigt, der arbeitseinsatz erhellt das kurzdüstre kriegserleben…
    sind sie zu dritt oder zu fünft, hält sich die parallelwelt einige sekunden länger, der schreck atmet sich
    langsamer aus, doch er vergeht…
    welche kraft hinter diesen riesenvögeln steckt, da brauchts keine munition, keine halte- und
    abschußvorrichtung, nein, das auto wird durchgeschüttelt, der grüne plastikstuhl auf der terrasse erzittert mit dem körper, der sich in das sitzmöbel einknäult…
    die luft vibriert, der boden, als stünde man dicht neben den gleisen und ein alter güterzug , voran die schwere lok donnerte an einem vorbei im schneckentempo…
    sie fliegen die kuppen an, daß man meint, das fluggerät selbst wäre die waffe, das dorf , was sich um die
    kuppe schmiegt mit dem gerät selbst in schutt und asche zu legen…
    und wir kehren den alltag, das laub des herbstes, dem kleinen sturm trotzdend, der jedes häufchen verteilt, wenns nicht sofort im grünen abfallsack landet…
    das grün ist ein dunkles, kein libysches…
    enzensberger warnte vor romantik, gestern in dem büchlein, was als nächstgreifbar neben mir im regal, aber das ists nicht…
    da hockt eine art patriotismus, den ich noch nicht zuordnen kann, etwas von der überrumpelten ostdeutschen wahrscheinlich, der occupation, eines gefühls davon zumindest…
    das versorgungsproblem kriecht schon eine weile auf uns zu, durch uns hindurch, wenn das kind „normal“ im kreise der freunde mit(er)leben will… kein hunger, aber irgendwann ists zuviel des senfs oder des
    sahnemeerettich als brotaufstrich, um zum nächsten ersten zu gelangen…
    aber -noch- gibt es diesen weiteren ersten, jedem 30. oder 31. und manchmal dem 28. oder 29. folgend, ein kriegszustand ohne tod und das zittern der fluggeräte immermal, das läßt sich wegtherapieren in eigenregie…
    ich bemühe die bücher, literatur, prosa möglichst und es funktioniert wieder, ich kanns wieder nach monaten
    … so :wave:
    von wolfsmilch @ 07.10.11 – 09:30:13

    https://wolfsmilchblog.files.wordpress.com/2016/01/6094776_634c12e528_o.jpeg

    +++

    ob….?
    …die menschen – also die menschen, die einander wollen – miteinander schlafen im permanenten
    ausnahmezustand, im krieg, in diesem gemetzel, im ständigen lärm der granaten, raketen, bomben. im
    fernwetternden gesalve, einen untergang, abzug oder den vorstoß ankündigend. ob sie, diese menschen, die
    einander wollen, miteinander schlafen, ob sie das können , nachdem die leichen beerdigt wurden, das zerstörte krankenhaus verlassen, geschüttelt von fieber?
    sag: schlafen die menschen miteinander in dieser zeit?
    das ging zwei, drei nächte so, in denen ich halbschlafend wachlag, meinen impulsen lauschend, in denen
    schwächelndes wollen und starkes nichtkönnen einander ablösten in permanenter bereitschaft des
    unvermögens.
    uns ists keine granate, keine bombe, keine salven des kommens und auch keine das gehens,
    es ist die angst vor dem neuen jahr. drei monate definitiv abgemeldet, aktenkundig erfaßt wieder als
    „arbeitstauglich“. ja, sicher, ich arbeite, die sicherheit des sozialversicherungspflichtigen , seien es auch
    nur die 40 über der 400, es ist ein unbehelligtbleiben vom vorstellen, von der begutachtung, vom lästigsein und eine befreiung von „behandlung“, die als der service des lagerkommandanten am häftling spürbar wird.

    die volltext-ausgaben der letzten monate, vielleicht eines jahres oder zwei wurden zum fensterputzen genutzt, weitere, zusammen mit dem freitag sind zum kleinschnipseln und verbreien vorgesehen, die klaffenden öffnungen unter den türschwellen zu schließen vorm winter.
    nun grad, den befreiten vormittag bei literndem espresso und qualmender kälte in zugluft genießend, dann
    doch, des bildes wie der überschrift wegen mal in die neue ausgabe der volltext geschaut, angelesen den
    romanauszug von „NUMMER 1“, die angenehme irritation, die – nach dem lesen der reichlichen seiten – im
    „liebe leserin, lieber leser“ (höflich der dame vortritt lassend) die doch überraschend angenehme aufklärung erfuhr, wobei ich mich noch etwas trotzig weigere, den autorennamen unter volltext.net nachzuschauen, wie angeraten wurde. am liebsten bestellte ich mir dies büchleins sofort, ganz dem ansinnen wie auch der -„schlicht aus sich selbst heraus bestehenden“- sinnhaftigkeit des vorhabens folgend: den text kaufen, nicht den autor. am liebsten also das buch lesen, den umschlag wie alles innere, das den autorennamen benennt verbalkt erwünschen per auslieferung und eben „einen autoren“ lesen. einen mann. das ist immer so, grad durch das nick-name-system in blogs bzw communities, daß ich gradezu „gelüste“ nach dem nichtwissen, daß ich bettle um nichtangabe des geschlechts, ich irr so gern!

    schlafen …“…die menschen – also die menschen, die einander wollen – miteinander“ ? laut nummer 1 tun sie es. im kz, im arbeitslager, im „befreien“, im plündern, im morden, im foltern und gefoltert werden. sie tun es.
    „wahrscheinlich nur die, die kämpfen“ war meine romantische mutmaßung. eine selbstdenunziation, also der stempel „romantisch“. ich kann mir schlicht keine andere konstitution, verfassung der menschen in dieser zeit und diesen kriegen vorstellen, die zum wollen wie auch können „ermächtigte“, denn es ist eine art „ermächtigung“, eines „sich seiner bemächtigen“, was so schwer fällt in dumpfer angst.
    „ALIAS oder Das wahre Leben“ – ein scheinbar einfacher und doch sehr bezeichnender titel, ein titel
    „ALIAS“ so grad einem bedürfnis und dem wiedererkennen paßgerecht, erfaßt von nummer 1 unter einem
    „heute und hier“ .
    der bernhard schwadronierte übers zerfetzen der autoren an deutschen literaturseminaren, studiengang
    germanistik. beschwerte sich übers „vorbei“ an den texten und wollt doch als „bernhard“ genannt und erkannt sein, egal, wie ungekannt vom gegenüber.
    dem sezieren, dem zwang, ihn zu sezieren im bernhardseminar hielten meine „hausarbeiten“ ja auch nicht
    stand, so konnt ich den bernhard nur ein halbes jahr lang studieren, die germanistik fiel zwei semester weiter unter den hammer, versteigert zugunsten des versuchs der gartenbauwissenschaft und aufgehend in therapiejahren nach dem bruch mit allem universitären.

    wir schliefen miteinander, weil wir nicht schlafen konnten und weil ich es wollte und nicht konnte. der
    laufende krieg am rande der kriegsschauplätze wird im nächsten jahr spürbar werden. spürbarer vielleicht
    auch „nur“ für „solche wie uns“. da gibt es ein „wir“, wie das zusammengepferchte der baracken, wie die
    aufstellung vorm steinbruch, schwankend, wahrscheinlich schmerzfrei über all die ausdauernden gebrechen. der steinbruch, dessen gestein zu schwer, der rücken zu kaputt und die kraftreserven verbraucht, ein klaffender abgrund, in den gehetzt der freitod wartet, unfreiwillig wie jener, der im weichen bette liegend, sich hinwegschlafend, vollzogen wird.
    schlafen die menschen miteinander?

    volltext 3/2011 s. 44/45
    „…
    Geblieben sei ihr einzig die Überzeugung, ja, doch, die Genugtuung, unter Extrembedingungen richtig und
    einigermaßen menschlich gehandelt zu haben. Ja. Doch. Das sei schon eine Art von Prostitution gewesen, was sie vom Oberscharführer Holthusen als Sanitarka mit sich habe machen lassen. Liebesdienst und
    Dienstleistung zugleich. Aber als Lagernutte habe sie sich dennoch nicht gefühlt, sie habe Dienst und
    Liebesdienst gleichermaßen als Zwangsarbeit erfahren, und wenn es dabei Gefühle gegeben habe, dann nur Trotz, Verachtung, bisweilen auch ein wenig konspirative Genugtuung. Mit Boix und Felix sei`s zwar auch keine Liebe gewesen, eher Verzweiflung und Durst. Und mit Cayrol, mit Jean habe sie nichts gehabt, nichts Sexuelles, nicht in all der Zeit…
    …aber gerade Jean Cayrol habe sie ganz besonders gemocht, ihn, der immer mit seinem armen Deutsch auf sie eingeredet habe, der ihr in der Dunkelkammer den ganzen Proust nacherzählt habe, diesen ganzen
    langweiligen Roman, wo es immer um Neid und Vermeidung geht, habe sie in stammelnder
    Zusammenfassung und Übersetzung sich anhören müssen. …

    Cayrol mit seinem Lazaruskomplex! Cayrol mit seiner KZ-Farbenlehre! Cayrol habe ihr, der Zeugin, manche
    seiner Aufzeichnungen und Gedichte zur Verwahrung übergeben. …

    Lazarus, also das Robotbild des KZ-Häftlings, gehöre übrigens auch, erklärte die Buchloh, zu jenen Motiven, die sich jeder Kamera entziehen. Um dieses Bild herzustellen und sichtbar zu machen, hätte man die Fotos sämtlicher Häftlinge übereinander kopieren müssen, und daraus wäre wohl, so die Zeugin, eine schummrige Ikone geworden, konturlos, verschwommen und doch exakt dem kollektiven Bildnis des lazarenischen Menschen entsprechend. Das seltsame Eigenschaftswort „lazarenisch“ habe Jean Cayrol eigens für diesen völlig neuen Menschentyp erfunden. Der „Lazarener“ sei für ihn die Karrikatur des „Nazareners“ gewesen, ein Mann ohne Namen, ein Mensch mit rasiertem Schädel, mit tätowierter Erkennungsnummer, mit großen stumpfen Augen, mit übergroßem Geschlecht, mit grauer Haut, mit ausgezehrten Muskeln. Lazarus, der noch aus der Grube, auf drei Meter Distanz, den Kapo grüßen muss und ihm dabei auf keinen Fall – ansonsten würde man ihn zu Tode prügeln – in die Augen sehen darf.
    Der lazarenische Mensch ist der Untermensch. Der Untermensch ist der Mensch, der nie zurückkehren
    soll vom Lager ins Leben, er würde das Leben der Normalverbraucher stören. …“

    https://wolfsmilchblog.files.wordpress.com/2016/01/5810186_886000f088_o.jpeg

    +++

    https://wolfsmilchblog.files.wordpress.com/2016/01/6453769_4b0283bb14_o.jpeg

      1. letzter versuch:

        ?
        ich leb noch, mach grad die näxte ivermectin-runde, mußt gestern die maske absetzen fürs ausweisphoto, dann nochmal im bürgeramt, obs photo mit mir übereinstimmt und dann fingerabdrücke vom rechten und vom linken zeigefinger……naja und in zwei wochen bekomm ichn schriebs mit der pin zu meinem „virtuellen ausweis“ oderso und selbst wenn ich die nie irgendwo/wie eingebe, existieren meine fingerabdrücke im netz dann wohl oderso, kann man nix gegen tun….
        also, was willst du?
        mir vorwerfen, daß ich sagt`“gestern war heute“ mit alten blogeinträgen belegt? hey, das sind pdf-s und wenn ich mal auf mich zurückgreif, dann is das arbeit (der zeilenverschiebereien wegen)…gut, arbeit isses vielleicht auch nur, weil ich keine ahnung von computern hab und auch nichts lernen mag dahingehend, aber ich hätt jetzt von dir gern ne erklärung, was diese frage soll!

  7. Hinterhältig fand ich, dass Scholz die Zeitwende auf das neue kriegerische Verhältnis zu Russland bezog und damit von der Klima- und Umweltkrise ablenkte, die unser System zu Wirtschaften und zu Leben fundamental in Frage stellt. Also eine Korrektur verlangt, die unsere ganze bisherige Geschichte des Umgangs mit Ressourcen und anderen Ländern beendet und auf neue ökologische und humane Füsse stellt. Das ist die Zeitenwende, zu der unsere hochentwickelten gewinnorientierten und weltweit ausbeuterischen Gesellschaften nicht bereit und wohl auch nicht in der Lage sind.
    Denn darum geht es vor allem auch im Ukrainekrieg wirklich, das hatte Bärbock als Handlangerin der USA und aller westlichen Hochverbrauchsländer zutreffend bekannt: Um die Vorbereitung eines neuen, langen Weltkriegs um den Rest der global verbliebenen natürlichen und mineralischen Ressourcen, also gegen Länder, die viel davon besitzen und „keinen demokratischen Zugang“ zu ihnen, sprich keine Ausbeutung zu ihren Lasten, gestatten.
    Solange der Hyperverbrauch der westlichen Länder (3-5 mal dessen, was man selber an Ressourcen hat) und das gewinnorientierte Wachstum aufrechterhalten werden, kann es keinen Frieden geben. Das beweisen die kriegerischen Einsätze der USA für fossile Energie und andere Bodenschätze in den vergangen 30 Jahren sehr deutlich. Wer also Frieden will, muss seine Wirtschafts- und Lebensweise genügsamer und nachhaltiger gestalten und Abschied nehmen von der Illusion, die Natur und die Arbeitskräfte anderer Gesellschaften wären grenzenlos ausbeutbar oder ließen sich dies, angesicht von Klimawandel und Artensterben weiter gefallen.
    Dass es im Unkrainekrieg um die Vorbereitung eines vom Westen angestrengten Kriegs um Ressourcen geht, zeigt ja die Causa Öl und Gas ganz deutlich: Wenn es die Grünen ernst gemeint hätten mit dem Kampf gegen den Klimawandel, hätten sie den Ausfall der Gaslieferungen aus Russland dazu benützen können, um eine Diskussion über die Minderung hoher Industrieverbräuche z.B. Zement, Glas, Kunstdünger, Pestizide und viele andere höchst schädliche und sehr energieaufwendig zu produzierende Chemikalien zu beginnen.
    Aber nein, statt dessen wird das erheblich teuerere LNG-Gas aus den USA u.a. Ländern genommen, um angeblich energiesouveräner zu werden. Dabei geht es also offensichtlich nicht um Einsparung fossiler Energie, sondern um den Aufbau einer Konfrontation mit Ländern, die man besiegen will, um an ihre Rohstoffe ranzukommen und sie als Konkurrenten um die weltweiten Ressourcen zu schwächen oder zu beseitigen.
    Hofreiter hatte ja vor der Wahl dem „deutschen Volk“ versprochen, dass der Klimawandel „ohne Einbußen beim Wohlstand“ zu bekämpfen sei. Dass seine Wortwahl, wie anno dazu mal, bereits den Kampf gegen andere Völker intendierte, ist heute klar, aber auch das große Problem: Es ist nicht nur die Rüstungsindustrie, Maschinenbau, die chemische Industrie usf., die weiterhin Gewinne machen, also viel Rohstoffe verbrauchen wollen. Es ist der Großteil der Bevölkerung, allen voran die Hochverdiener und nun auch bis hin zu den Haushalten, die sich kaum mehr die Miete leisten können, der um seine Lebenssicherheit bangt, die er dank Scholzens Zeitenwendeverdrehung nicht durch den Klimawandel bedroht sieht, sondern durch die Russen, die in imperialistischer Manier die Nachbarn überfallen und den Gashahn zudrehen. Eine Bevölkerung, der bis heute eingeredet wird, dass ihr hoher Verbrauch nichts mit den Kriegen zu tun hätte, die darum seit Jahrhunderten, seit der Kolonialzeit geführt wurden und werden, wird die Kriege wie Naturkatastrophen bedauernd hinnehmen und fast verzweifeln. Die Menschen sollten befragt werden was ihnen lieber ist: Weiter Krieg zu führen und aufzurüsten oder auf den Kriegsgrund verzichten: auf die Herrschaft der Profite über ein vernünftigeres sparsameres Leben und auf auf Bequemlichkeiten, die, neben der Ausbeutung von Mensch und Natur riesige Abfallberge zur Folgen haben, die weltweit entsorgt werden.

  8. Die Selbstgerechtigkeit der vermeintlich guten Menschen, und ihr „Deus lo vult“

    Deren Sklaven-Moral ist eben grausam und unerbittlich!

    Der Sklavenaufstand in der Moral beginnt damit, daß das Ressentiment selbst schöpferisch wird und Werte gebiert: das Ressentiment solcher Wesen, denen die eigentliche Reaktion, die der Tat, versagt ist, die sich nur durch eine imaginäre Rache schadlos halten. Während alle vornehme Moral aus einem triumphierenden Ja-sagen zu sich selber herauswächst, sagt die Sklaven-Moral von vornherein Nein zu einem »Außerhalb«, zu einem »Anders«, zu einem »Nicht- selbst«: und dies Nein ist ihre schöpferische Tat. … die Sklaven-Moral bedarf, um zu entstehn, immer zuerst einer Gegen- und Außenwelt, sie bedarf, physiologisch gesprochen, äußerer Reize, um überhaupt zu agieren – ihre Aktion ist von Grund aus Reaktion.“

    Ein Alptraum ist beendet wenn man erwacht, der Traum vom Sieg der Selbstgerechtigkeit ist wirklich Unendlich !!!

  9. Es ist nun auch wirklich ein riesiges Dilemma und eine Tragödie für die Bundesrepublik.
    Olaf muss versuchen den AngloAmerikanern Genüge zu tun, gegen seine Überzeugung muss er Waffen liefern.
    Die BlackRock CDU und die 1. Vertreterin der Rüstungslobby drängeln auf Lieferung, den Grünen geht es nicht schnell genug, weder die Lieferung noch der Niedergang der Wirtschaft. Seine SPD besteht zum großen Teil aus Opportunisten, die nur ihrem bedingslosen Grundgehalt verplichtet sind.
    Was soll der Arme tun?
    Die AgloAmerikaner könnten bei Aufsässigkeit Deutschland mit einem Embargo belegen. Auch wäre eine Unterstützung der Forderungen der Reparationzahlungen denkbar und zwar nicht auf die der polnischen; wenn das nicht helfen sollte, die US Armee muss nicht einmaschieren, die sind schon hier. Im Notfalle wird die bedingungslose Kapitulationsurkunde aktiviert und eine Treuhandgesellschaft übernimmt die Regierungsgeschäfte und dann ist Schluss.
    Die Britten könnten auf ihren letzten Sieg stolz sein, der Oberfranzose könnte mit Fug und Recht behaupten, dass sein BIP dann größer ist als Olafs.
    Ergo: Augen zu und durch
    Mit sarkastische Grüßen
    Wenns nicht so grausam traurig wäre

  10. Lieber Arno Luik,

    leider argumentieren Sie immanent ebenso, wie die von Ihnen zu Recht und heftig kritsierten Grünen: Sie halten deren Doppelmoral Ihre eigenen moralischen Imperative vor. So wird das nichts (falls Ihre Empörung und Ihr Unwohlsein echt sind).

    Wenn Sie hingegen beispielsweise überzeugend darlegen würden, dass auch die Grünen mit all ihren Forderungen abseits von Panzerlieferungen den bestehenden Katastrophenkapitalismus lediglich grün anpinseln wollen (auf dass dieser dann erst mal für eine Weile nicht so auffällig ist als dreckige Mordmaschine und dieser tödliche Status Quo mithin eine weitere Runde drehen darf), könnten Sie auch wieder ein bisschen gut machen, was Sie als Journalist bei der Beförderung dieser Partei mit angerichtet haben.

    Nichts für ungut & alles Gute.

  11. Wie kann Frieden gelebt werden, wenn wir alle in uns selbst keinen Frieden mit uns geschlossen und unheile (An-)Teile (seelische Verletzungen) unterbewusst und meist unbewusst ausgeblendet werden?

    Wir können das Unterbewusstsein mit Hilfe des Bewusstseins ändern?
    Wir können mit Hilfe der friedvollen Beeinflussung der Lebensenergie (Cranio-Sacral-System) anderer Menschen, die uns trauen, helfen, dass das Cranio-Sacral-System zur Selbstheilung effizient eingesetzt werden kann.

    Aber das funktioniert natürlich in einer Gesellschaft nicht, in der alle zu erleben Systeme widernatürlich, also dem Profitstreben verpflichtet, aufgebaut wurden. Und solange sowohl Schulmedizin, wie auch Naturheilkundler sich immer noch dem „Kranken“ folgen um das vermeintlich „Gesunde“ erhalten zu können; so lange die Masse der Ärzte und Heilpraktiker noch glauben Heiler für andere zu sein und eben nicht Heilhelfer; so lange wird es keinen Frieden auf Erden geben, weil der einzelne Mensch mit sich nicht im Frieden lebt, sondern sich im Hamsterrad zuerst verdummschulen und später dann gegen ein Schmerzensgeld ausbeuten läßt, sprich sich de facto selbst ausbeutet, um sich ersatzbefriedigend Umstände und Dinge anzuschaffen, die er nicht bräuchte, würde er seine Grundbedürfnisse kennen und erfüllen.

    „Es ist kein Zeichen gesunden Menschenverstands angepasst an eine zu tiefst kranke Gesellschaft zu sein.“ sagte bereits Krishna Murti, während Kant von der „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ spricht, deren Ausgang allein die „Aufkärung“ ermöglicht.

    Doch wie soll das gehen ohne Bildung und ohne Bildungs- und verkomplizierend auch noch ausschließlich mit Beschulungssystemen? Gar nicht. Weil wir dank Beschulung nämlich nur an das glauben, woran wir glauben dürfen, um den Machtinhabern nicht zur Gefahr zu werden.

    Die Lösung heißt also raus aus dem Wahn!
    Haben wir vor 10 Jahren mit begonnen und vieles losgelassen.
    Ist nicht immer einfach, manchmal fühlt es sich schwer an. Doch anders geht es nicht.

    Denn alles ist von Natur aus einfach. Lösen wir uns erst einmal so weit wie möglich von dem, was Platon in seinem Höhlengleichnis als „Geißel“ der Menschheit bezeichnet hat. Hier, vom Gel- und Bankensystem.

    Ja, es ist komplex. Wer läßt schon gerne los, was er sich mühsam angehäuft hat (und womit er sich in der Abhängigkeit hält)?

    Aber es ist eben nicht kompliziert. Kompliziert macht das Einfachste nur der Mensch. Mit Ausreden an Stelle von Argumenten.

    Und so findet der Mensch seinen inneren Frieden eben eher selten, der den im Außen erlebbaren Frieden erst erschaffen kann. Jeder liebt sich eben nur, so umfassend er kann. Und da sich die meisten Menschen nicht lieben, viele sich sogar selbst hassen…

    Selbstwert. Wert qua Geburt, nicht per Definition über das, was der Mensch fühlt, denkt, macht oder unterläßt. Das wäre ein weiser und zutiefst direkt hilfreicher Schritt.

    Absolute Selbstliebe. Frei von moralischem Urteil.

    Ach, ich weiß, was quatsch ich hier für einen philosophisch-pseudoesoterischen Scheiß, oder?
    Wir brauchen praktische Schritte! Was zum Anpacken.

    Allein ohne den energetischen Antrieb in uns selbst, kann auch der Mensch nichts erschaffen, was er praktisch nutzen / anpacken kann. Ohne den scheinbaren Utopisten, wäre all das, was wir als erlebbar erfassen, weiterhin Utopie. Schrift, Buchdruck, Eisenbahn, Flugzeug, Internet.

    Alles war einst „nur“ Energie. Eine Idee, die sich gegen die Meinung der Massen durchgesetzt hat, weil Querdenker daran glaubten.

    Also doch kein Scheiß?
    Doch! Querdenker! – Tja, ohne diese lebten wir wohl noch immer in Höhlen.

    Zurücknehmen, reflektieren, einfühlen drüber sprechen.
    Sich ein eigenes Bild machen und nicht voreingenommen das bereits vorgefasste Bild (Meinung / Narrativ) wieder nur reflexartig bestätigen und Unbekanntes damit abbügeln. Das kann ein Weg aus dem Dilemma sein. Nicht immer friedlich, aber mehr und mehr friedvoll

    Herzliche Grüße

  12. Die „Grünen“ haben komplett die Hosen heruntergelassen. Noch zehren sie von ihrem „Sonnenblumen“-Image, obwohl sie, wie wir ja sehen, ganz offensichtlich zum Natur- und Umweltschutz ein eher instrumentelles Verhältnis haben. Nämlich die gutgläubigen Menschen mit Öko-Folklore über die wirklich hässliche Fratze des raubtierkapitalistisch-neokolonialen Treibens des „Wertewestens“ zu täuschen. Sie sind spätestens in den 1990er Jahren „übernommen“ und „umgedreht“ worden.
    In diese hässliche Fratze zu sehen, muss man sich aber erst mal trauen, vielleicht sieht man sich da auch selbst drin? Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass so viele „stillhalten“? In der Hoffnung, dass ganz bald genügend Leute von dieser genial-dreisten Rosstäuscherei der größten Heuchler aller Zeiten die Nase voll haben…wie ich.

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