
Deutschland im Niedergang. Das Schlimmste ist durchgestanden, wenn die, die sich noch an bessere Zeiten erinnern können, nicht mehr sind.
Man hat damit rechnen müssen: Die Bundesregierung spart sich am Bürger gesund – nun gut, gesund vielleicht nicht, denn Gesundheit ist etwas, was man diesem Land schon längst nicht mehr attestieren kann. Aber irgendwie müssen ja sachfremde Leistungen – die Wertefront in der Ukraine allen voran – finanziert werden. Das tun künftig Sie und wir alle. Jede durch die Gesundheitsministerin verteuerte Zuzahlung in der Apotheke, jede blutige Entlassung aus dem Krankenhaus, jedes Zuwarten auf einer langen Behandlungsliste, darf man als Opfer sehen, das für die Ukraine erbracht werden muss.
Nun also das Gesundheitswesen mit neuen Sparauflagen. Freilich auf Kosten der Bürger und Patienten. Aus Zuckerschlecken bestand das System ja schon seit vielen Dekaden nicht mehr. Kranksein kommt einem teuer zu stehen. Und als Patient ist man Verfügungsmasse. Sicher, zuweilen heilen Ärzte auch – und im Vergleich zu den Gegebenheiten in Swasiland ergeht es dem Patienten in hiesigen Gefilden ja durchaus annehmbar. Aber wer einmal beim Orthopäden war und den guten Mann länger als zwei Minuten sah, darf sich als Glückspilz schätzen. Wartelisten für Behandlungen: Neu wären die tatsächlich nicht, wenn Gesundheitsministerin Warkens Sparplan greift – sie würden nur länger und die Warterei hoffnungsloser.
Guten Morgen, Tristesse!
Festakt in Frankfurt am letzten Mittwoch. Der Bundeskanzler kam an den Flughafen. Die Lufthansa feierte ihr Jubiläum. 100 Jahre wurde die Kranich-Airline an jenem Tag. Just am großen Festtag wurde die Lufthansa bestreikt. Mal wieder – die Belegschaft ist nachhaltig unzufrieden. Gefeiert wurde dennoch, die Chefetage empfing Friedrich Merz. Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich, aber irgendwie dachte man an das 40-jährige Jubiläum 1989 drüben – die Bonzen feiern, die anderen demonstrieren oder streiken. Drinnen wird diniert, draußen schäumt die Wut. Man könnte dieses Jubiläum im Ausstand als Sinnbild für diese Republik heranziehen. Nichts geht mehr – und wenn doch, dann schleppend. Die Laune ist noch dazu im Keller. Das deutsche Gemüt ist mürrischer denn je. Außer in den oberen Etagen, da gibt es weiterhin Schampus.
Wohin man blickt, Hoffnung mag nicht aufkeimen. Die verantwortlichen Regierungen der letzten Jahre: Stümper durchweg. Da sitzt man endlose Zeitschleifen zusammen, kündet großkotzig von der Bürgerentlastung und biegt dann mit 17 Cent pro Liter Tankrabatt um die Ecke, der keinem Pendler hilft – am Ende nennen sie regierungsnahe Vollblutökonomen auch noch »privilegiert«. Mittlerweile rudert man sogar bei den 17 Cent zurück. Selten hat man jene, die den Bums bezahlen, so respektlos behandelt, wie in den letzten Jahren. Das Stadtbild: katastrophal! Autobahnen: ein Sanierungsfall. Der Staatsfunk: Grotesk einfältig. Polizei: unterbesetzt, überfordert und immer im falschen Moment mit Härte vorgehend. Die Industrie: darbt und sehnt sich nach Rüstungsaufträgen, weil in deren Branchen kaum noch was geht. Und dann die Deutsche Bahn: ein Patient für die Palliativ-Station. Sie baut am Frankfurter Hauptbahnhof nun seit fünf Jahren an der B-Ebene – Pressenachfragen zur Planung beantwortet sie nicht, jedenfalls nicht uns. Gleichzeitig forciert die Deutsche Bahn in Frankfurt ein weiteres Stuttgart 21. Ein unterirdischer Durchgangsbahnhof soll es werden. Quer unter der Stadtmitte gelegt – mit sehr tiefen Tunneln, bis zu 100 Meter müssen sie unter der Erde liegen, so liest man, weil die Fundamente der Wolkenkratzer in der Innenstadt so tief reichen. Wie lange soll die Umsetzung dauern, wenn eine ordinäre B-Ebene schon fünf Jahre veranschlagt? Vom geistigen Verfall, der Bildungsmisere, der erigierten Torheit, die dieses Land erfasst hat, gar nicht erst zu reden.
Indes wächst die Armut. Wachstumsmarkt und Erfolgsmodell: die Tafeln – wir kommen noch dazu. Und natürlich der politische Versorgungsapparat. Der wurde in den letzten Jahren ordentlich aufgeblasen 1,25 Milliarden Euro kostete der Kernhaushalt des Bundestages dem Steuerzahler im letzten Jahr, 2002 stemmte man den Betrieb noch mit 566 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg um sagenhafte 121 Prozent. Nebenposten sind hierbei noch gar nicht aufgeführt – etwa Pensionen oder Beihilfen. Zum Vergleich: Für Langzeitarbeitslose fiel der Anstieg deutlich spärlicher aus – 345 Euro monatlich betrug der Regelsatz für Alleinstehende nach Einführung des Arbeitslosengeldes II, das heutige Bürgergeld – heißt es noch so? – genehmigt 563 Euro pro Monat. 63 Prozent mehr als damals – die Hälfte des Wachstums, das sich die Politik genehmigte.
Sonne und viel Schatten
Vergessen wollen wir nicht die Erfolgsgeschichte unserer Tage: Rheinmetall. 9,9 Milliarden Euro Umsatz machte der Waffenhersteller aus Düsseldorf im Jahr 2025 – Prognose für dieses Jahr: 40 bis 45 Prozent Umsatzwachstum. Das Unternehmen erwartet einen Jahresumsatz von bis zu 14,5 Milliarden Euro. 2020 betrug der Umsatz noch 5,9 Milliarden Euro. Das macht eine Steigerung von 68 Prozent – oder sogar, falls sich die Prognose für 2026 erfüllt, um phantastische 146 Prozent. Nicht mal der politische Sektor wuchs so stark – und der gilt schon als Wachstums- und Boombranche. 2020 beschäftigte Rheinmetall 23.268 Menschen. Fünf Jahre später stieg die Beschäftigtenzahl auf 32.251 – 39 Prozent Steigerung. So viel zur These, wonach die Rüstung Wohlstand generiere und vielleicht sogar breit verteilte, indem sie Arbeitsplätze schaffe.
Doch nicht allen geht es so gut, nicht jeder profitiert von Krieg und dauerndem Krisenmodus: 24.064 Unternehmensinsolvenzen gab es im Jahr 2025. Vor der Pandemie waren es noch 28 Prozent weniger: 18.749. Privatinsolvenzen sehen wie folgt aus: 2025 waren es 106.941 – 2019, bevor die Pandemie auch Insolvenzen verschleppte, zählte man noch: 85.320. Steigerung: 25 Prozent. 2002 waren es noch 46.840 Privatinsolvenzen gewesen – 128 Prozent weniger.
13,3 Millionen Menschen galten 2025 als armutsgefährdet – das sind 16,1 Prozent. Zwanzig Jahre vorher lag diese Quote noch bei 14,7 Prozent. Die Obdachlosigkeit hat sich verdreifacht: 2005 schätzte man 345.000 Menschen ohne Dach über dem Kopf – 2024 sollen es über eine Million wohnungslose Menschen sein. 2005 gab es 480 Tafeln in Deutschland – die Zahl wurde 2024 mehr als verdoppelt: 975 Räumlichkeiten der Tafel findet man überall in der Bundesrepublik. Im Jahr 2005 versorgten die Tafeln etwa 500.000 Menschen – im letzten Jahr waren es bis zu zwei Millionen Bedürftige.
Fummeln am Gürtel
Das Jahr 2005 kam in den vorherigen Absätzen als Vergleichsreferenz recht häufig vor. Das ist kein Zufall. 2005 etablierten die rot-grüne Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder das Arbeitslosengeld II, besser bekannt als Hartz IV – die Stimmung im Lande war aufgeladen, Arbeitslose mussten als Sündenböcke herhalten. Beliebte Sprüche: »Wir leben über unsere Verhältnisse.« Oder aber: »Wir müssen den Gürtel enger schnallen.« Seit 20 Jahren tun wir das nun – den Gürtel enger schnallen. Immer enger. Die Zeiten waren schlecht? Man sagte uns: Sparen angesagt – Lohnzurückhaltung auch. Die Zeiten wurden besser? Und man erklärte: Sparend auf Kurs bleiben – und bitte jetzt nicht die Löhne steigern, sonst wird das zarte Pflänzchen des Aufschwungs niedergetrampelt. Dann waren die Zeiten nochmal ein Gran besser – und was erfuhr man: Jetzt den Haushalt konsolidieren und sparen – Lohnerhöhungen sollten bitte noch warten.
Eine ewige Fummelei am Gürtel war das. Loch für Loch enger. Bis es abschnürt – indes wurden uns die Hosen zu weit. Wir rutschten darin herum und wussten gar nicht, wann die Zeiten denn nicht nur für Betriebe und Konzerne besser werden, sondern eben auch für die Otto Normalos, für Arbeitnehmer – und für Arbeitslose, die dann hoffentlich nicht mehr in der sozialen Isolierung eines fehlenden Arbeitsplatzes darben müssen, sondern etwas finden, was ihnen einen Lohn, vielleicht sogar soziale Kontakte und im besten Falle Freude bringt. Aber in all den Jahren ist das nicht geschehen – ein Vierteljahrhundert darben wir nun mal mehr, mal weniger vor uns hin.
Unsere Innenstädte verrotteten, die Infrastruktur vermoderte – der Bundesverkehrsminister sagte unlängst, dass die Deutsche Bahn in einem Zustand sei, den er demokratiegefährdend nennt. Soll man ihm zu dieser Ansicht gratulieren oder ihm im Geiste eine schallern – Gedanken sind frei, oder? –, weil es doch seine Aufgabe wäre, dort endlich für Ordnung zu sorgen? Demokratiegefährdend, so viel sei jedoch angemerkt, sind viele Entwicklungen in Deutschland seit Beginn dieses Jahrhunderts, das seinen Anfang nahm mit einer Sozialstaatsverdrossenheit, die medial durch Kampagnen angeheizt wurde und die Arbeitnehmer in politische Einsamkeit stürzte – denn die Sozialdemokratie bekam in jenen Jahren ihre tödliche Diagnose und stand bis auf Weiteres nicht mehr zur Verfügung für diese Menschen, auch wenn sie heute – schwer gezeichnet – gerne so tut, als sei das genau ihr Alleinstellungsmerkmal. Als die Genossen vor Jahren ein Recht auf Homeoffice postulierten, zeigte sich, wie weit diese Leute bereits von denen entfernt waren, die noch arbeiten mussten und keine Diäten einstreichen konnten.
Das Ableben der Verwöhnten
Wohin man blickt: Defizite und Einbußen. Die Lebensqualität hat in diesem Land gelitten. Deutschland ist zu einer Mischung aus Rückständigkeit und Missmut geworden – es hilft nichts, wenn der Bundeskanzler die Leute zur Zuversicht überreden möchte. Einen Depressiven kann man zwar auffordern, er möge doch mal lustiger sein, endlich mal die gute Laune erzwingen – es hilft bloß gar nichts. So ein Ratgeber würde zurecht für nicht ganz bei Sinnen gehalten, für taktlos und unsensibel. So wie sich heute das Land zeigt, hat sich der Westdeutsche immer den Ostblock vorgestellt. Marode, unmotiviert und alles Grau in Grau. Bunt sind nur die Haaransätze Berliner Problemponys. Mehr Farbe traut man sich nicht mehr zu.
Das Problem ist nur, dass es in diesem Land noch viel zu viele Menschen gibt, die von einem anderen Leben, einem anderen Land wissen. Sie lebten schließlich dort. In einer anderen Republik – und damit sind ausnahmsweise nicht die Ostdeutschen gemeint, die gewissermaßen in ein neues Leben herübergezogen wurden und die sich daher wie in einem fremden Land vorkommen, sich fast wie Migranten fühlen. Nein, auch der Westdeutsche hat sein Land verloren – es war sicherlich eine kleine und spießbürgerliche Republik, in der er lebte. Nicht fehlerfrei – an vielen Stellen ungerecht. Aber in der Summe war es ein anderes Land, freier im Gemüt, fachlicher in der Struktur, motivierter im Alltag. Alles weg! Vergangen und perdu! Sukzessive wurde dieses Land gewissen Transformationen unterworfen. Was damals galt, Tugenden und Wertevorstellung, erklärt man heute für entbehrlich. Weiß man noch, dass es einst anderen Tugenden gab, so piefige und kleinkarierte wie Fleiß, Ordnungssinn, Pünktlichkeit? Und dass es mal ein Ethos gab, seinen Beruf, seine Tätigkeit auch gewissenhaft zu verrichten?
Natürlich – man weiß es! Jedenfalls die, die damals schon lebten, die das alles noch kannten, wenn vielleicht auch nur in seinen Ausläufern. Die, die nur noch dieses dysfunktionale Deutschland kennen: Wonach sollten diese Digital Naive als Sehnsucht haben? Für sie sind Unpünktlichkeit, fehlende Motivation und Arbeitsethos, unzureichende Strukturen, Personalmangel und Wartezeiten die Normalität. Sie ahnen nicht, dass das Land schon mal besser funktionierte. Das Problem sind die, die rübergemacht haben aus alten Zeiten – die finden sich damit nur schlecht ab. Freilich löst sich das irgendwann biologisch von selbst. Und wenn dann keiner mehr Erinnerungen an objektiv bessere Tage hat, kann man den Leuten eben genau das vorgaukeln, was der Bundeskanzler neulich tat. Man kann ihnen eintrichtern, dass sie in der besten aller Welten im besten aller Staaten leben – ohne dass jemand einhakt und von Tagen spricht, die mental und materiell noch anders gestrickt waren.
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Nicht nur mit dem Land, sondern auch mit den Menschen geht es bergab. Die Leute blinken nicht mehr vor dem Abbiegen, sondern erst während des Abbiegens. Das zeigt, dass einfachste Regeln, die man früher beachtete, ohne es gelernt zu haben, heutzutage nicht mehr verstanden werden. Der Sicherheitsabstand wird auch nicht mehr eingehalten. Wenn man auf der Überholspur fährt, wird es deshalb schwierig, nach rechts abzubiegen. Wenn man sich also notgedrungen in die Lücke quetscht, hupen sie auch noch. Und ich hatte mich gewundert, warum die Überholspur so leer ist. Ich mach’s auch nicht mehr. Wenn man jemandem einen Auftrag gibt, z. B. etwas zu erledigen, kommt keine Rückmeldung mehr. Termine werden nicht mehr abgesagt. Das alles gilt für Durchschnittsbürger und nicht nur für verlotterte Drogenkonsumenten. Sie sind natürlich nicht fähig, rationale Entscheidungen zu treffen. Wenn sie Streit mit einem Kollegen haben, kündigen sie die Stelle, und treten im günstigsten Fall einen neue an, wo sie weniger verdienen und Streit mit zwei Kollegen bekommen. Im ungünstigen Fall werden sie arbeitslos. Solange sie nicht krank sind, finden sie Einsparungen im Gesundheitswesen gut. Wenn sie dann krank werden, schimpfen sie. Es ist ihnen ganz wichtig, die Demokratie in der Ukraine vor den Russen zu retten, aber Sozialabbau lehnen sie ab. Man soll die Reichen höher besteuern. Ich erinnere mich an einen Sozialarbeiter, der den Solidaritätszuschlag für Besserverdienende gut fand, aber dann entsetzt feststellen musste, dass er dazu gehörte. Ihre durch Eheprobleme und Schulden ausgelösten Ängste schieben sie auf Klimawandel und CO² Anstieg. Ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz der illegalen Migration besteht darin, dass sie Minderwertigkeitsgefühle gegenüber ihren intelligenteren und tüchtigeren Eltern haben, und aus der Begegnung mit Migranten aus Ländern, deren Einwohner auch einen reduzierten IQ und eine geringe Qualifikation besitzen, einen narzisstischen Gewinn durch ein Überlegenheitsgefühl ziehen, und deshalb zum Schluss kommen, der Mohammed ist doch ganz nett. Und ja, wenn sie mit einem Politiker unzufrieden sind, wählen sie einen anderen, bloß weil der verspricht, es besser zu machen, ohne seine Konzepte zu verstehen.
Tja, Anpassung ist heute nun mal wichtiger als Intelligenz. Das weiß schon jede Erzieherin in einem nach der Industrienorm (!) ISO 9000 zertifizierten Kindergarten. Das weiß ich aus zuverlässiger Quelle, bin fast vom Stuhl gefallen …
Und statt dass man in der Schule lernt, Zusammenhänge zu begreifen, ist Bulemielernen angesagt, ohne Sinn, ohne Ziel, ohne Zusammenhänge. Verblödung pur.
Wen wundert`s also.
Anfang der 90er Jahre hatte ich im Osten Berlins beruflich mit einem „alten“ Bremer Sozialdemokraten zu tun. Wir hielten sowas wie eine lockere Freundschaft und diskutierten oft über die Zerschlagung der DDR und die Folgen für „den Westen“ und die ganze BehErDeeh. Sein Fazit: Wir, der Westen, haben nicht gesiegt, wir sind nur übrig geblieben.
@Uwe WH
Es war im Westen bereits 1989 vorherzusehen. Die ersten Ganoven beluden in Hamburg bereits Sattelzüge mit billigen Gütern (DVD-Playern etc.) um kurz nach der Grenzöffnung die Ossis zu „beglücken“, äh zu beschei..en.
Zugleich machten sich auch die Versicherungsvertreter bereit um in den Osten einzufallen.
Anfang der 90er gab es im runderneuerten DDR-Fernsehen (bevor es zerstückelt und Wessis zum Fraß vorgeworfen wurde) eine Kabarettsendung mit dem Titel „Der Scharfe Kanal“. Da wurde schon ein Merksatz geprägt, der die ganze Situation sehr treffend beschrieb:
„40 Jahre lang haben sie uns über den Sozialismus belogen. Wer konnte denn da ahnen, daß sie uns über den Kapitalismus die Wahrheit gesagt haben?“
@“Guten Morgen, Tristesse!“
So wie sich das Wetter heute am Morgen zeigt (düster und regenerisch) und man die Meldungen in den Medien liest kann ich dem nur voll zustimmen.
»Wir leben über unsere Verhältnisse.« Oder aber: »Wir müssen den Gürtel enger schnallen.« Seit 20 Jahren tun wir das nun – den Gürtel enger schnallen. Immer enger.“
Ja und zwar so eng bis wir keine Luft mehr bekommen und sterben und Merz unsere Rente auch noch einstreichen kann.
Gleichzeitg wollten sich Merz, seine Minister und die Staatssekretäre ihre Gehälter 20% erhöhen wodurch Merz auf einen Schlag wohl ca. 65000 Euro mehr verdient hätte.
„Das Problem ist nur, dass es in diesem Land noch viel zu viele Menschen gibt, die von einem anderen Leben, einem anderen Land wissen. Sie lebten schließlich dort. In einer anderen Republik – und damit sind ausnahmsweise nicht die Ostdeutschen gemeint, die gewissermaßen in ein neues Leben herübergezogen wurden und die sich daher wie in einem fremden Land vorkommen, sich fast wie Migranten fühlen. Nein, auch der Westdeutsche hat sein Land verloren – es war sicherlich eine kleine und spießbürgerliche Republik, in der er lebte.“
Stimmt, plötzlich bin ich in einem anderen Land aufgewacht und bin (noch nicht) vollkommen orientierungslos.
Rechte demonstrieren angeeblich für Fieden, Linke für Aufrüstung und Krieg, keiner weiss mehr was links und rechts ist.
Wer ist verantwortlich für die diese Verwirrung? Wer hat sie angestiftet und steckt dahinter?
Von wem wurden die Linken unterwandert oder übernommen? Cui bono?
Ich erkenne dieses Land nicht mehr wieder! Jüngere Generationen sind zu bedauern.
Ja ich weiss, Fragen über Fragen
Natürlich biegt der geschätzte Autor am Ende rechts ab. Weil eine spätkapitalistische Gesellschaft, die in der Ära der zersetzenden Verteilungskämpfe angekommen ist, und die es komplett versäumt hat, sich gegen die Vereinnahmung der politischen und medialen Macht durch Kapitalinteressen zu schützen, ganz bestimmt ihre Probleme dadurch lösen wird, dass die zur Verfügungsmasse degradierten Menschen sich auf „Fleiß, Ordnungssinn und Pünktlichkeit“ besinnen.
Früher galten Reformen mal als etwas zur Verbesserung der Lebensverhältnisse, heute dienen sie nur zur Verschlechterung der Lebensverhältnisse!
Das große Minusgeschäft
– Tabaksteuer für die Benzinpreisbremse von 14 oder 17 Cent für 8 Wochen, genau bis zur Hauptreisezeit in den Sommerferien. Ein Schelm wer Böses dabei denkt 🙂
– Senkung der Einkommenssteuer durch Erhöung der Mehrwertsteuer finanziert, wieviel Euro macht die Senkung der Einkommenssteuer aus?
– Abschaffung des Ehegatten-Splitting
– Selbstversicherung in der Krankenkasse für die Ehefrau oder den Ehemann = 225 – 260 Euro Mehrbelastung
Internes Arbeitspapier und Bewertung des Paritätischen PDF 4 MB
Weitere 70 Kürzungen im Sozialbereich sollen folgen aber das ist noch nicht daas Ende der Fahnenstange
https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/doc/paritaetischer_drohender-kahlschlag-2026.pdf
Hier geht es auch um Chinas Wirtschaftspolitik und darum wie sich Politiker in China zum Wohle des Volkes bewähren müssen
Danny Haiphong mit Professor Zhang Weiwei ab Minute 30
https://www.youtube.com/watch?v=p3w-NWo_dGs
Sehr geehrter Herr De Lapuente,
Sie sind als Satiriker total gut. Ich schätze Ihre Artikel sehr.
Und doch meine ich:
Ist es nicht an der Zeit, den vielen Negativentwicklungen anders zu begegnen als bisher? Bei aller Kritik an: fehlt – mir zumindest – eine positive Vision. Und ich glaube, wir müssen das Positive verstärken, indem wir unsere Aufmerksamkeit dahin lenken, wo etwas funktioniert, wo etwas gut läuft, wo etwas gelingt – bei vollem Bewusstsein, was alles falsch läuft. Für Sie und die Leserschaft von Overton klingt das vermutlich total naiv. Aber manchmal ist Naivität auch sinnvoll, man denke nur an das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Wer sich daran orientiert, kommt m.E. nicht umhin, angesichts von Trumps Selbst-Inszenierung als Jesus laut und deutlich zu sagen:“ Der hat sie doch nicht alle.“ Laut und ungeniert, auch in der Öffentlichkeit, meinetwegen auch in e-mails an die US-Botschaft.
Und sonst: müssen wir auch würdigen, was funktioniert. Dass der Müll abgeholt wird. Dass die Post ausgetragen wird. Dass viele Züge eben doch auch pünktlich und zuverlässig fahren. Dass in Nullkommanix Ersatzverkehr auf die Beine gestellt wird, wenn U-Bahnen ausfallen. Dass zig Supermärkte eben immer auch Billigangebote haben. Dass es engagierte Ärzte, Krankenpfleger, -schwestern gibt.
Dass es hilfsbereite Menschen gibt. Dass Menschen sich engagieren. Die Tatsache, dass es das alles gibt, hat etwas damit zu tun, dass viele Menschen sich eben doch an ganz anderen Werten orientieren als denen, die die Politik zu bestimmen scheinen.
Ich verstehe das nicht als Katzbuckeln vor der Obrigkeit. Im Gegenteil: Man muss meiner Meinung nach Politschwätzern /-innen durch Verweigerung von Aufmerksamkeit begegnen und sich dahin wenden, wo Menschen aufgrund ihrer inneren Überzeugungen sich für Frieden, Hilfe, Unterstützung von Schwachen, ein gelingendes Zusammenleben, den Erhalt von Natur einsetzen. Und die unterstützen:
durch Aufmerksamkeit.
Ich sehe es genau so. Was bringt es einem, sich mit in diese Abwärtsspirale hinein ziehen zu lassen,
anstatt sich auf das noch verbliebene Positive zu konzentrieren und neuen Ideen Raum zu geben. Buck Minister Fuller hat dazu mal folgenden Spruch geprägt:
Man schafft niemals Veränderung, in dem man das Bestehende bekämpft.
Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen.
Beispiele dafür gibt es bereits genug. Man muß diese nur sehen. Das geht aber nicht,
wenn man sich immer nur auf das Negative fokussiert. 🙂