Deutschland, ein Schauermärchen

Mann mit Deutschland-Fahne in der Hand weint.
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Deutschland im Niedergang. Das Schlimmste ist durchgestanden, wenn die, die sich noch an bessere Zeiten erinnern können, nicht mehr sind.

Man hat damit rechnen müssen: Die Bundesregierung spart sich am Bürger gesund – nun gut, gesund vielleicht nicht, denn Gesundheit ist etwas, was man diesem Land schon längst nicht mehr attestieren kann. Aber irgendwie müssen ja sachfremde Leistungen – die Wertefront in der Ukraine allen voran – finanziert werden. Das tun künftig Sie und wir alle. Jede durch die Gesundheitsministerin verteuerte Zuzahlung in der Apotheke, jede blutige Entlassung aus dem Krankenhaus, jedes Zuwarten auf einer langen Behandlungsliste, darf man als Opfer sehen, das für die Ukraine erbracht werden muss.

Nun also das Gesundheitswesen mit neuen Sparauflagen. Freilich auf Kosten der Bürger und Patienten. Aus Zuckerschlecken bestand das System ja schon seit vielen Dekaden nicht mehr. Kranksein kommt einem teuer zu stehen. Und als Patient ist man Verfügungsmasse. Sicher, zuweilen heilen Ärzte auch – und im Vergleich zu den Gegebenheiten in Swasiland ergeht es dem Patienten in hiesigen Gefilden ja durchaus annehmbar. Aber wer einmal beim Orthopäden war und den guten Mann länger als zwei Minuten sah, darf sich als Glückspilz schätzen. Wartelisten für Behandlungen: Neu wären die tatsächlich nicht, wenn Gesundheitsministerin Warkens Sparplan greift – sie würden nur länger und die Warterei hoffnungsloser.

Guten Morgen, Tristesse!

Festakt in Frankfurt am letzten Mittwoch. Der Bundeskanzler kam an den Flughafen. Die Lufthansa feierte ihr Jubiläum. 100 Jahre wurde die Kranich-Airline an jenem Tag. Just am großen Festtag wurde die Lufthansa bestreikt. Mal wieder – die Belegschaft ist nachhaltig unzufrieden. Gefeiert wurde dennoch, die Chefetage empfing Friedrich Merz. Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich, aber irgendwie dachte man an das 40-jährige Jubiläum 1989 drüben – die Bonzen feiern, die anderen demonstrieren oder streiken. Drinnen wird diniert, draußen schäumt die Wut. Man könnte dieses Jubiläum im Ausstand als Sinnbild für diese Republik heranziehen. Nichts geht mehr – und wenn doch, dann schleppend. Die Laune ist noch dazu im Keller. Das deutsche Gemüt ist mürrischer denn je. Außer in den oberen Etagen, da gibt es weiterhin Schampus.

Wohin man blickt, Hoffnung mag nicht aufkeimen. Die verantwortlichen Regierungen der letzten Jahre: Stümper durchweg. Da sitzt man endlose Zeitschleifen zusammen, kündet großkotzig von der Bürgerentlastung und biegt dann mit 17 Cent pro Liter Tankrabatt um die Ecke, der keinem Pendler hilft – am Ende nennen sie regierungsnahe Vollblutökonomen auch noch »privilegiert«. Mittlerweile rudert man sogar bei den 17 Cent zurück. Selten hat man jene, die den Bums bezahlen, so respektlos behandelt, wie in den letzten Jahren. Das Stadtbild: katastrophal! Autobahnen: ein Sanierungsfall. Der Staatsfunk: Grotesk einfältig. Polizei: unterbesetzt, überfordert und immer im falschen Moment mit Härte vorgehend. Die Industrie: darbt und sehnt sich nach Rüstungsaufträgen, weil in deren Branchen kaum noch was geht. Und dann die Deutsche Bahn: ein Patient für die Palliativ-Station. Sie baut am Frankfurter Hauptbahnhof nun seit fünf Jahren an der B-Ebene – Pressenachfragen zur Planung beantwortet sie nicht, jedenfalls nicht uns. Gleichzeitig forciert die Deutsche Bahn in Frankfurt ein weiteres Stuttgart 21. Ein unterirdischer Durchgangsbahnhof soll es werden. Quer unter der Stadtmitte gelegt – mit sehr tiefen Tunneln, bis zu 100 Meter müssen sie unter der Erde liegen, so liest man, weil die Fundamente der Wolkenkratzer in der Innenstadt so tief reichen. Wie lange soll die Umsetzung dauern, wenn eine ordinäre B-Ebene schon fünf Jahre veranschlagt? Vom geistigen Verfall, der Bildungsmisere, der erigierten Torheit, die dieses Land erfasst hat, gar nicht erst zu reden.

Indes wächst die Armut. Wachstumsmarkt und Erfolgsmodell: die Tafeln – wir kommen noch dazu. Und natürlich der politische Versorgungsapparat. Der wurde in den letzten Jahren ordentlich aufgeblasen 1,25 Milliarden Euro kostete der Kernhaushalt des Bundestages dem Steuerzahler im letzten Jahr, 2002 stemmte man den Betrieb noch mit 566 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg um sagenhafte 121 Prozent. Nebenposten sind hierbei noch gar nicht aufgeführt – etwa Pensionen oder Beihilfen. Zum Vergleich: Für Langzeitarbeitslose fiel der Anstieg deutlich spärlicher aus – 345 Euro monatlich betrug der Regelsatz für Alleinstehende nach Einführung des Arbeitslosengeldes II, das heutige Bürgergeld – heißt es noch so? – genehmigt 563 Euro pro Monat. 63 Prozent mehr als damals – die Hälfte des Wachstums, das sich die Politik genehmigte.

Sonne und viel Schatten

Vergessen wollen wir nicht die Erfolgsgeschichte unserer Tage: Rheinmetall. 9,9 Milliarden Euro Umsatz machte der Waffenhersteller aus Düsseldorf im Jahr 2025 – Prognose für dieses Jahr: 40 bis 45 Prozent Umsatzwachstum. Das Unternehmen erwartet einen Jahresumsatz von bis zu 14,5 Milliarden Euro. 2020 betrug der Umsatz noch 5,9 Milliarden Euro. Das macht eine Steigerung von 68 Prozent – oder sogar, falls sich die Prognose für 2026 erfüllt, um phantastische 146 Prozent. Nicht mal der politische Sektor wuchs so stark – und der gilt schon als Wachstums- und Boombranche. 2020 beschäftigte Rheinmetall 23.268 Menschen. Fünf Jahre später stieg die Beschäftigtenzahl auf 32.251 – 39 Prozent Steigerung. So viel zur These, wonach die Rüstung Wohlstand generiere und vielleicht sogar breit verteilte, indem sie Arbeitsplätze schaffe.

Doch nicht allen geht es so gut, nicht jeder profitiert von Krieg und dauerndem Krisenmodus: 24.064 Unternehmensinsolvenzen gab es im Jahr 2025. Vor der Pandemie waren es noch 28 Prozent weniger: 18.749. Privatinsolvenzen sehen wie folgt aus: 2025 waren es 106.941 – 2019, bevor die Pandemie auch Insolvenzen verschleppte, zählte man noch: 85.320. Steigerung: 25 Prozent. 2002 waren es noch 46.840 Privatinsolvenzen gewesen – 128 Prozent weniger.

13,3 Millionen Menschen galten 2025 als armutsgefährdet – das sind 16,1 Prozent. Zwanzig Jahre vorher lag diese Quote noch bei 14,7 Prozent. Die Obdachlosigkeit hat sich verdreifacht: 2005 schätzte man 345.000 Menschen ohne Dach über dem Kopf – 2024 sollen es über eine Million wohnungslose Menschen sein. 2005 gab es 480 Tafeln in Deutschland – die Zahl wurde 2024 mehr als verdoppelt: 975 Räumlichkeiten der Tafel findet man überall in der Bundesrepublik. Im Jahr 2005 versorgten die Tafeln etwa 500.000 Menschen – im letzten Jahr waren es bis zu zwei Millionen Bedürftige.

Fummeln am Gürtel

Das Jahr 2005 kam in den vorherigen Absätzen als Vergleichsreferenz recht häufig vor. Das ist kein Zufall. 2005 etablierten die rot-grüne Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder das Arbeitslosengeld II, besser bekannt als Hartz IV – die Stimmung im Lande war aufgeladen, Arbeitslose mussten als Sündenböcke herhalten. Beliebte Sprüche: »Wir leben über unsere Verhältnisse.« Oder aber: »Wir müssen den Gürtel enger schnallen.« Seit 20 Jahren tun wir das nun – den Gürtel enger schnallen. Immer enger. Die Zeiten waren schlecht? Man sagte uns: Sparen angesagt – Lohnzurückhaltung auch. Die Zeiten wurden besser? Und man erklärte: Sparend auf Kurs bleiben – und bitte jetzt nicht die Löhne steigern, sonst wird das zarte Pflänzchen des Aufschwungs niedergetrampelt. Dann waren die Zeiten nochmal ein Gran besser – und was erfuhr man: Jetzt den Haushalt konsolidieren und sparen – Lohnerhöhungen sollten bitte noch warten.

Eine ewige Fummelei am Gürtel war das. Loch für Loch enger. Bis es abschnürt – indes wurden uns die Hosen zu weit. Wir rutschten darin herum und wussten gar nicht, wann die Zeiten denn nicht nur für Betriebe und Konzerne besser werden, sondern eben auch für die Otto Normalos, für Arbeitnehmer – und für Arbeitslose, die dann hoffentlich nicht mehr in der sozialen Isolierung eines fehlenden Arbeitsplatzes darben müssen, sondern etwas finden, was ihnen einen Lohn, vielleicht sogar soziale Kontakte und im besten Falle Freude bringt. Aber in all den Jahren ist das nicht geschehen – ein Vierteljahrhundert darben wir nun mal mehr, mal weniger vor uns hin.

Unsere Innenstädte verrotteten, die Infrastruktur vermoderte – der Bundesverkehrsminister sagte unlängst, dass die Deutsche Bahn in einem Zustand sei, den er demokratiegefährdend nennt. Soll man ihm zu dieser Ansicht gratulieren oder ihm im Geiste eine schallern – Gedanken sind frei, oder? –, weil es doch seine Aufgabe wäre, dort endlich für Ordnung zu sorgen? Demokratiegefährdend, so viel sei jedoch angemerkt, sind viele Entwicklungen in Deutschland seit Beginn dieses Jahrhunderts, das seinen Anfang nahm mit einer Sozialstaatsverdrossenheit, die medial durch Kampagnen angeheizt wurde und die Arbeitnehmer in politische Einsamkeit stürzte – denn die Sozialdemokratie bekam in jenen Jahren ihre tödliche Diagnose und stand bis auf Weiteres nicht mehr zur Verfügung für diese Menschen, auch wenn sie heute – schwer gezeichnet – gerne so tut, als sei das genau ihr Alleinstellungsmerkmal. Als die Genossen vor Jahren ein Recht auf Homeoffice postulierten, zeigte sich, wie weit diese Leute bereits von denen entfernt waren, die noch arbeiten mussten und keine Diäten einstreichen konnten.

Das Ableben der Verwöhnten

Wohin man blickt: Defizite und Einbußen. Die Lebensqualität hat in diesem Land gelitten. Deutschland ist zu einer Mischung aus Rückständigkeit und Missmut geworden – es hilft nichts, wenn der Bundeskanzler die Leute zur Zuversicht überreden möchte. Einen Depressiven kann man zwar auffordern, er möge doch mal lustiger sein, endlich mal die gute Laune erzwingen – es hilft bloß gar nichts. So ein Ratgeber würde zurecht für nicht ganz bei Sinnen gehalten, für taktlos und unsensibel. So wie sich heute das Land zeigt, hat sich der Westdeutsche immer den Ostblock vorgestellt. Marode, unmotiviert und alles Grau in Grau. Bunt sind nur die Haaransätze Berliner Problemponys. Mehr Farbe traut man sich nicht mehr zu.

Das Problem ist nur, dass es in diesem Land noch viel zu viele Menschen gibt, die von einem anderen Leben, einem anderen Land wissen. Sie lebten schließlich dort. In einer anderen Republik – und damit sind ausnahmsweise nicht die Ostdeutschen gemeint, die gewissermaßen in ein neues Leben herübergezogen wurden und die sich daher wie in einem fremden Land vorkommen, sich fast wie Migranten fühlen. Nein, auch der Westdeutsche hat sein Land verloren – es war sicherlich eine kleine und spießbürgerliche Republik, in der er lebte. Nicht fehlerfrei – an vielen Stellen ungerecht. Aber in der Summe war es ein anderes Land, freier im Gemüt, fachlicher in der Struktur, motivierter im Alltag. Alles weg! Vergangen und perdu! Sukzessive wurde dieses Land gewissen Transformationen unterworfen. Was damals galt, Tugenden und Wertevorstellung, erklärt man heute für entbehrlich. Weiß man noch, dass es einst anderen Tugenden gab, so piefige und kleinkarierte wie Fleiß, Ordnungssinn, Pünktlichkeit? Und dass es mal ein Ethos gab, seinen Beruf, seine Tätigkeit auch gewissenhaft zu verrichten?

Natürlich – man weiß es! Jedenfalls die, die damals schon lebten, die das alles noch kannten, wenn vielleicht auch nur in seinen Ausläufern. Die, die nur noch dieses dysfunktionale Deutschland kennen: Wonach sollten diese Digital Naive als Sehnsucht haben? Für sie sind Unpünktlichkeit, fehlende Motivation und Arbeitsethos, unzureichende Strukturen, Personalmangel und Wartezeiten die Normalität. Sie ahnen nicht, dass das Land schon mal besser funktionierte. Das Problem sind die, die rübergemacht haben aus alten Zeiten – die finden sich damit nur schlecht ab. Freilich löst sich das irgendwann biologisch von selbst. Und wenn dann keiner mehr Erinnerungen an objektiv bessere Tage hat, kann man den Leuten eben genau das vorgaukeln, was der Bundeskanzler neulich tat. Man kann ihnen eintrichtern, dass sie in der besten aller Welten im besten aller Staaten leben – ohne dass jemand einhakt und von Tagen spricht, die mental und materiell noch anders gestrickt waren.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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40 Kommentare

  1. Nicht nur mit dem Land, sondern auch mit den Menschen geht es bergab. Die Leute blinken nicht mehr vor dem Abbiegen, sondern erst während des Abbiegens. Das zeigt, dass einfachste Regeln, die man früher beachtete, ohne es gelernt zu haben, heutzutage nicht mehr verstanden werden. Der Sicherheitsabstand wird auch nicht mehr eingehalten. Wenn man auf der Überholspur fährt, wird es deshalb schwierig, nach rechts abzubiegen. Wenn man sich also notgedrungen in die Lücke quetscht, hupen sie auch noch. Und ich hatte mich gewundert, warum die Überholspur so leer ist. Ich mach’s auch nicht mehr. Wenn man jemandem einen Auftrag gibt, z. B. etwas zu erledigen, kommt keine Rückmeldung mehr. Termine werden nicht mehr abgesagt. Das alles gilt für Durchschnittsbürger und nicht nur für verlotterte Drogenkonsumenten. Sie sind natürlich nicht fähig, rationale Entscheidungen zu treffen. Wenn sie Streit mit einem Kollegen haben, kündigen sie die Stelle, und treten im günstigsten Fall einen neue an, wo sie weniger verdienen und Streit mit zwei Kollegen bekommen. Im ungünstigen Fall werden sie arbeitslos. Solange sie nicht krank sind, finden sie Einsparungen im Gesundheitswesen gut. Wenn sie dann krank werden, schimpfen sie. Es ist ihnen ganz wichtig, die Demokratie in der Ukraine vor den Russen zu retten, aber Sozialabbau lehnen sie ab. Man soll die Reichen höher besteuern. Ich erinnere mich an einen Sozialarbeiter, der den Solidaritätszuschlag für Besserverdienende gut fand, aber dann entsetzt feststellen musste, dass er dazu gehörte. Ihre durch Eheprobleme und Schulden ausgelösten Ängste schieben sie auf Klimawandel und CO² Anstieg. Ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz der illegalen Migration besteht darin, dass sie Minderwertigkeitsgefühle gegenüber ihren intelligenteren und tüchtigeren Eltern haben, und aus der Begegnung mit Migranten aus Ländern, deren Einwohner auch einen reduzierten IQ und eine geringe Qualifikation besitzen, einen narzisstischen Gewinn durch ein Überlegenheitsgefühl ziehen, und deshalb zum Schluss kommen, der Mohammed ist doch ganz nett. Und ja, wenn sie mit einem Politiker unzufrieden sind, wählen sie einen anderen, bloß weil der verspricht, es besser zu machen, ohne seine Konzepte zu verstehen.

    1. Tja, Anpassung ist heute nun mal wichtiger als Intelligenz. Das weiß schon jede Erzieherin in einem nach der Industrienorm (!) ISO 9000 zertifizierten Kindergarten. Das weiß ich aus zuverlässiger Quelle, bin fast vom Stuhl gefallen …

      Und statt dass man in der Schule lernt, Zusammenhänge zu begreifen, ist Bulemielernen angesagt, ohne Sinn, ohne Ziel, ohne Zusammenhänge. Verblödung pur.

      Wen wundert`s also.

    2. Danke für den Kommentar. Sie sprechen mir aus der Seele. All die Dinge welche sie beschreiben kann ich nur bestätigen. Ordnung, Disziplin, Pünktlichkeit! Worte die niemand mehr versteht.

    3. @ Torwächter 9:25 ….. und Migranten aus Ländern, die einen reduzierten IQ und eine geringere Qualifikation haben……. …

      Gehts noch ? Rassismus pur ist das !

  2. Anfang der 90er Jahre hatte ich im Osten Berlins beruflich mit einem „alten“ Bremer Sozialdemokraten zu tun. Wir hielten sowas wie eine lockere Freundschaft und diskutierten oft über die Zerschlagung der DDR und die Folgen für „den Westen“ und die ganze BehErDeeh. Sein Fazit: Wir, der Westen, haben nicht gesiegt, wir sind nur übrig geblieben.

    1. @Uwe WH
      Es war im Westen bereits 1989 vorherzusehen. Die ersten Ganoven beluden in Hamburg bereits Sattelzüge mit billigen Gütern (DVD-Playern etc.) um kurz nach der Grenzöffnung die Ossis zu „beglücken“, äh zu beschei..en.
      Zugleich machten sich auch die Versicherungsvertreter bereit um in den Osten einzufallen.

      1. Anfang der 90er gab es im runderneuerten DDR-Fernsehen (bevor es zerstückelt und Wessis zum Fraß vorgeworfen wurde) eine Kabarettsendung mit dem Titel „Der Scharfe Kanal“. Da wurde schon ein Merksatz geprägt, der die ganze Situation sehr treffend beschrieb:

        „40 Jahre lang haben sie uns über den Sozialismus belogen. Wer konnte denn da ahnen, daß sie uns über den Kapitalismus die Wahrheit gesagt haben?“

    2. Die BRD hat nach dem Mauerfall ihre Schuldigkeit getan: BRD war nichts weiter als das „Schaufenster“ in den Westen.
      Damit wird die BRD , wie sie bekannt war, entsorgt und Deutschland seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt:
      Potenzielles Schlachtfeld und Logistische Drehscheibe des 3. Weltkriegs

  3. @“Guten Morgen, Tristesse!“
    So wie sich das Wetter heute am Morgen zeigt (düster und regenerisch) und man die Meldungen in den Medien liest kann ich dem nur voll zustimmen.

    »Wir leben über unsere Verhältnisse.« Oder aber: »Wir müssen den Gürtel enger schnallen.« Seit 20 Jahren tun wir das nun – den Gürtel enger schnallen. Immer enger.“

    Ja und zwar so eng bis wir keine Luft mehr bekommen und sterben und Merz unsere Rente auch noch einstreichen kann.

    Gleichzeitg wollten sich Merz, seine Minister und die Staatssekretäre ihre Gehälter 20% erhöhen wodurch Merz auf einen Schlag wohl ca. 65000 Euro mehr verdient hätte.

    „Das Problem ist nur, dass es in diesem Land noch viel zu viele Menschen gibt, die von einem anderen Leben, einem anderen Land wissen. Sie lebten schließlich dort. In einer anderen Republik – und damit sind ausnahmsweise nicht die Ostdeutschen gemeint, die gewissermaßen in ein neues Leben herübergezogen wurden und die sich daher wie in einem fremden Land vorkommen, sich fast wie Migranten fühlen. Nein, auch der Westdeutsche hat sein Land verloren – es war sicherlich eine kleine und spießbürgerliche Republik, in der er lebte.“

    Stimmt, plötzlich bin ich in einem anderen Land aufgewacht und bin (noch nicht) vollkommen orientierungslos.
    Rechte demonstrieren angeeblich für Fieden, Linke für Aufrüstung und Krieg, keiner weiss mehr was links und rechts ist.

    Wer ist verantwortlich für die diese Verwirrung? Wer hat sie angestiftet und steckt dahinter?
    Von wem wurden die Linken unterwandert oder übernommen? Cui bono?

    Ich erkenne dieses Land nicht mehr wieder! Jüngere Generationen sind zu bedauern.
    Ja ich weiss, Fragen über Fragen

  4. Natürlich biegt der geschätzte Autor am Ende rechts ab. Weil eine spätkapitalistische Gesellschaft, die in der Ära der zersetzenden Verteilungskämpfe angekommen ist, und die es komplett versäumt hat, sich gegen die Vereinnahmung der politischen und medialen Macht durch Kapitalinteressen zu schützen, ganz bestimmt ihre Probleme dadurch lösen wird, dass die zur Verfügungsmasse degradierten Menschen sich auf „Fleiß, Ordnungssinn und Pünktlichkeit“ besinnen.

  5. Früher galten Reformen mal als etwas zur Verbesserung der Lebensverhältnisse, heute dienen sie nur zur Verschlechterung der Lebensverhältnisse!

    Das große Minusgeschäft
    – Tabaksteuer für die Benzinpreisbremse von 14 oder 17 Cent für 8 Wochen, genau bis zur Hauptreisezeit in den Sommerferien. Ein Schelm wer Böses dabei denkt 🙂
    – Senkung der Einkommenssteuer durch Erhöung der Mehrwertsteuer finanziert, wieviel Euro macht die Senkung der Einkommenssteuer aus?
    – Abschaffung des Ehegatten-Splitting
    – Selbstversicherung in der Krankenkasse für die Ehefrau oder den Ehemann = 225 – 260 Euro Mehrbelastung
    Internes Arbeitspapier und Bewertung des Paritätischen PDF 4 MB

    Weitere 70 Kürzungen im Sozialbereich sollen folgen aber das ist noch nicht daas Ende der Fahnenstange
    https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/doc/paritaetischer_drohender-kahlschlag-2026.pdf

    Hier geht es auch um Chinas Wirtschaftspolitik und darum wie sich Politiker in China zum Wohle des Volkes bewähren müssen
    Danny Haiphong mit Professor Zhang Weiwei ab Minute 30
    https://www.youtube.com/watch?v=p3w-NWo_dGs

    1. @Otto0815

      Reformen machten früher einen positiven Eindruck, aber wenn Politiker heute Reformen ankündigen, dann hat das meistens Einbussen der Bürger zur Folge.

      Ähnliches gilt für die Floskel »Liberal«. Früher war der Begriff »Liberal« ein Synonym für »mehr Freiheit«, heute bedeutet »Liberal« mehr Freiheit, aber nur für die Besitzenden.

      Und Einstufungen in »politisch links« bzw. »politisch rechts« bedeuten heute oft das genaue Gegenteil von dem, was sie vorher bedeutet haben.

  6. Sehr geehrter Herr De Lapuente,
    Sie sind als Satiriker total gut. Ich schätze Ihre Artikel sehr.
    Und doch meine ich:
    Ist es nicht an der Zeit, den vielen Negativentwicklungen anders zu begegnen als bisher? Bei aller Kritik an: fehlt – mir zumindest – eine positive Vision. Und ich glaube, wir müssen das Positive verstärken, indem wir unsere Aufmerksamkeit dahin lenken, wo etwas funktioniert, wo etwas gut läuft, wo etwas gelingt – bei vollem Bewusstsein, was alles falsch läuft. Für Sie und die Leserschaft von Overton klingt das vermutlich total naiv. Aber manchmal ist Naivität auch sinnvoll, man denke nur an das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Wer sich daran orientiert, kommt m.E. nicht umhin, angesichts von Trumps Selbst-Inszenierung als Jesus laut und deutlich zu sagen:“ Der hat sie doch nicht alle.“ Laut und ungeniert, auch in der Öffentlichkeit, meinetwegen auch in e-mails an die US-Botschaft.
    Und sonst: müssen wir auch würdigen, was funktioniert. Dass der Müll abgeholt wird. Dass die Post ausgetragen wird. Dass viele Züge eben doch auch pünktlich und zuverlässig fahren. Dass in Nullkommanix Ersatzverkehr auf die Beine gestellt wird, wenn U-Bahnen ausfallen. Dass zig Supermärkte eben immer auch Billigangebote haben. Dass es engagierte Ärzte, Krankenpfleger, -schwestern gibt.
    Dass es hilfsbereite Menschen gibt. Dass Menschen sich engagieren. Die Tatsache, dass es das alles gibt, hat etwas damit zu tun, dass viele Menschen sich eben doch an ganz anderen Werten orientieren als denen, die die Politik zu bestimmen scheinen.
    Ich verstehe das nicht als Katzbuckeln vor der Obrigkeit. Im Gegenteil: Man muss meiner Meinung nach Politschwätzern /-innen durch Verweigerung von Aufmerksamkeit begegnen und sich dahin wenden, wo Menschen aufgrund ihrer inneren Überzeugungen sich für Frieden, Hilfe, Unterstützung von Schwachen, ein gelingendes Zusammenleben, den Erhalt von Natur einsetzen. Und die unterstützen:
    durch Aufmerksamkeit.

    1. Ich sehe es genau so. Was bringt es einem, sich mit in diese Abwärtsspirale hinein ziehen zu lassen,
      anstatt sich auf das noch verbliebene Positive zu konzentrieren und neuen Ideen Raum zu geben. Buck Minister Fuller hat dazu mal folgenden Spruch geprägt:

      Man schafft niemals Veränderung, in dem man das Bestehende bekämpft.
      Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen.

      Beispiele dafür gibt es bereits genug. Man muß diese nur sehen. Das geht aber nicht,
      wenn man sich immer nur auf das Negative fokussiert. 🙂

      1. @Gabriele Kammerer und @Zauberfee
        Danke für Ihre Hinweise, dass es in diesem unserem Lande auch noch Menschen gibt die sich für würdiges Leben aller engagieren.
        Was ich jedoch bei vielen gutmeinenden Initiativen vermisse ist der Blick auf die Realität vorherrschender Gewalt/Machtverhältnisse. Diese dürften sich wohl erst verändern, wenn wir BürgerInnen alle Politik machen bis hin zu Regeln/Gesetzen nach denen wir uns verhalten und leben wollen/sollen.
        Konkret bedarf es einer Verfassungsreform und das Überflüssigwerden politischer Parteien. Sollte Sie das interessieren empfehle ich auf die Seite von „losdemokratie info“ zu schauen.

        Mal gespannt, wann Overton auch Beiträge zur Idee geloster Demokratie bringen wird.!

  7. Wen hat der Autor wie so viele andere Kollegen zu diesem Themenkomplex mal wieder aussen vor gelassen?

    Die Bevölkerung der z.B. völlig scheissegal war als Gesundheit privatisiert wurde oder die noch aktiv dabei mitmachte dass in diesem Lande Bildung zu einer minderwertigen Ware verwurstet wurde. Ich kann gar nicht alle Beispiele aufzählen, weil der Beitrag sonst viel zu lang würde. Man muss sich das mal vorstellen. Die Kinder gehen 10-13 Jahre zur Schule und können danach wenn es hochkommt so viel wie ein Grundschüler einer Volksschule vor 100 Jahren. Nur mal zum Vergleich. Hier 2 Aufgaben aus einem Mathelehrbuch für Gymnasien(!!!) 8. Klasse Thema Klammern auflösen:
    1. -2m(5m-2n)
    2. (2/5x-1/3y)*15xy
    Die letzte Aufgabe war die schwerste zum Thema. Jetzt 2 Aufgaben zum selben Thema aus einem Buch für die 6. Klasse von 1877. ich nehme hier mal die einfachste und eine von den schwereren
    1. 6x(7a-3b+5c)+7x(2a+8b-4c)-13x(11a-9b-2c)
    2. (m+p+q+r)(m+p-q-r)+(m+p+q-r)(m+p+q-r)-(m+p-q+r)(m+p-q+r)+(m-p-q+r)(m+p+q+r)

    Klar, für heutige TikTok-Hirne sind diese 2 Aufgaben unlösbar und der Punkt ist, dass selbst wenn Lehrer solche Aufgaben gäben, würden sie zuerst von der Schulleitung und anschliessend noch von den Eltern eine auf’s Dach bekommen.

    1. Ok. Mathe ist nicht jedermanns Sache. Aber Lesen und Schreiben sollten ja wenigstens funktionieren. Aber tatsächlich leben in Deutschland rund 7,5 Mio „funktionelle Analphabeten“. Und 6 Mio davon haben einen Schulabschluß! Da wird einem klar, daß da inzwischen mehr oder weniger wirklich jeder „durchgewunken“ wird, um die Quoten zu erfüllen. Im Ergebnis stehen diese Schulabgänger dann aber vor dem Problem, daß sie für nichts zu gebrauchen sind!

      Noch in den 60er/70er Jahren waren Hauptschüler das Rückgrat der Gesellschaft. Sie gingen nach 8 Jahren von der Schule, machten eine Lehre und schufen die Werte, von denen die Gesellschaft hauptsächlich zehrte. Denn nichts gegen „Studierte“, aber was taugt ein Architekt, wenn kein Bauarbeiter seine Ideen in der Realität umsetzen kann? Und gerade in praktischen Berufen ist die Entwicklung auch über die Jahrhunderte keine gute. Die großen Kathedralen des Mittelalters wurden nicht von Architekten entworfen, sondern von Baumeistern, die ihr Handwerk noch von der Pike auf erlernt hatten. Heute gehen Architekten und Bauingenieure von der Uni ab, die noch nie im ihrem Leben auf einer Baustelle waren. Aber so tun (müssen), als ob sie alles wüßten, weil sie ja automatisch in der Hierarchie oben einsteigen.

      Aber auch der Handwerkernachwuchs ist inzwischen prekär. Und das liegt an der Schulbildung. Um überhaupt „ausbildungsfähiges Rohmaterial“ zu kriegen, stellen viele Firmen mittlerweile nur noch Abiturienten als Lehrlinge ein, weil die wenigsten lesen, schreiben und rechnen können. Abiturienten ihrerseits aber ziehen meist das BWL-„Studium“ einer Lehre vor, weil sie dann zwar ziemlich sicher in einen sinnlosen Verwalterjob landen, aber da wesentlich besser verdienen als der Handwerker.

      Es ist eine völlig verfahrene Kiste!

      1. – Heute gehen Architekten und Bauingenieure von der Uni ab, die noch nie im ihrem Leben auf einer Baustelle waren.

        Nein, das ist nicht so. Baustellenpraktika im Bauhauptgewerbe sind an den meisten Unis oder FHs Pflicht! Viele Studenten haben auch vorher eine duale Ausbildung z. Bsp. als Zeichner oder sogar im Handwerk durchlaufen.

        Die letzte Dombaumeisterin zu Köln hat ihre Laufbahn auch als Bauzeichnerin angefangen.

        1. Das ist ein schlechtes Beispiel. Dombauhütten sind sehr der Tradition verpflichtet. Da gelten also ganz andere Aufnahmekriterien als in Bauplanungsbüros oder Architekten-Firmen. Es gibt Bauhütten, die eigene Steinmetz-Lehrlinge nach dem Abschluß prinzipiell erst mal nicht als Gesellen einstellen, weil sie erst mal ein paar Jahre anderswo ihre Erfahrungen machen sollen, ehe sie sich wieder bewerben dürfen. Es gibt sogar welche, die fest nur Leute mit Meisterabschluß einstellen! Da kann der Dombaumeister/die Dombaumeisterin natürlich kein(e) Fachidiot(in) sein.

          Ich würde in solchen Berufen ohnehin nur Menschen zum Studium zulassen, die ein Fachabitur haben. Also eine berufsspezifische Lehrausbildung mit Abi. Die ist aber meines Wissens nirgendwo Bedingung.

      2. Mathe ist nicht jedermanns Sache. Ja es sollte aber Sache von Leuten sein, die MINT oder Wirtschaft studieren. Ein Prof der HFT Stuttgart stellte angehenden Wirtschaftsstudenten folgende Aufgaben:
        1. 1/12-1/3 Ergebnis: je 1/3 falsch richtig, aber ungekürzt und richtig richtig gekürzt.
        2. 2,05² Ergebnis: 10% richtig
        3. log10 1000000= Ergebnis: 10% richtig
        4. 2,4×10^7/(8×10^9)Ergebnis: 5% richtig 25% richtig aber ungekürzt
        5. tan45°= Ergebnis: 20% richtig
        6. sin(7/8pi+9/8pi)= Ergebnis: 20% richtig
        7. 2x²+5x-3=0 Ergebnis: 25% richtig
        8. f(x)=2vx f’= Ergebnis:20% richtig.
        9. ∫(1-3) von x^4/x³ dx Ergebnis:5% richtig
        10. (10000-3)x10003 Ergebnis:7% richtig

        Was bitte haben diese Leute in 13 Jahren Mathe gemacht?

  8. Der Zustand in dem ‚man‘ sich vorfindet, ist ein Zustand, das die Propaganda gewonnen hat.
    Gäbe es keine Propaganda, dann hätte man loyale Politiker die sich für ihr Volk opfern.
    Da dieser politische Zustand nicht für ihr Volk arbeitet, sondern eventuell für den neuen Kaiser, hilft dem Volk wenig.
    Da die Enteignung vom Volk, schon Jahrzehnte andauern und alle sich untergeben.
    Von aussen betrachtet, verdient jeder was er erhält und benötigt kein Mitleid.

  9. Rheinmetall ist ohne billiges Russengas auch nicht wirklich konkurrenzfähig. In Peking haben gestern wohl eine Horde Roboter einen Halbmarathon absolviert, teilweise mit wirklich brauchbaren Zeiten. Das Zentrum der kapitalistischen Produktion hat sich anscheinend bereits nach Asien verlagert, und der Wertewesten im Niedergang hält sich immer noch für die Kolonialherrenmenschen des Planeten.

    1. Man muss gar nicht so Konkurrenzfähig sein, wenn man all seine Gewinne vom Staat über Steuermittel finanziert bekommt.. (Siehe z.B Tesla oder Starlink oder nun auch Rheinmetall oder BASF)

      Dann müssen wir den Gürtel halt noch etwas enger schnallen damit die Bosse nicht auf Koks und Nutten verzichten müssen..

      Mfg Makrovir

  10. Schade….
    Wenn mein Kommentar schon nicht veröffentlicht wird, hätte ich gerne wenigstens Zugriff auf den „verlorenen Text“
    Ich empfehle allen, vor dem „Upload“ eine Kopie anzulegen.

    1. Es wäre hilfreich, wenn man vom Kommentar die erste Zeile abbildet und darunter eine kurze Begründung,
      warum dieser nicht freigeschaltet wird. So wüßte man wenigstens Bescheid. Es gibt Foren, da wird das so gehandhabt.
      Hier scheint es jedoch pure Willkür zu sein.

      1. Es ist geradezu lustig: Mein Beitrag erschien nicht (zum ersten Mal) – ich nahm an, ich hätte vergessen, ihn abzuschicken, postete ihn ein zweites Mal, in der Annahme, es sei das erste. Gleiches Ergebnis. Dann ein drittes Mal – null Ergebnis. Beim vierten Mal erhielt ich dann eine Reaktion: Sie haben die maximale Zahl von drei Kommentaren pro Artikel überschritten.
        Sie haben ein Programm installiert, das Kommentare mit bestimmten Begriffen herausfiltert. Die werden dann „manuell“ kontrolliert. Es ist wie bei Kaiser Wilhelm, man wird eine Art Geheimcode entwickeln müssen, um durchzukommen, wenn sich das überhaupt lohnen sollte.

        1. Man nennt das eine äsopische Sprache sprechen (Äsop erfand Tierfabeln, meinte aber durchaus menschliche Sachverhalte). Tucholsky war darin ein Meister. Zum kommenden Krieg und der drohenden Einberufung schrieb er z.B. folgendes:
          „Es ist rührend zu sehen, mit welcher Akribie die Herren Generale ihre Orden polieren. Man hat fast das Gefühl, sie bereiten sich auf ein großes Fest vor – nur dass die Einladungskarten meist mit Schrapnell verschickt werden und die Gäste leider nicht wieder nach Hause gehen können.“
          (Die Herren Generale 2.6.1927)
          Wie bekannt, halte ich, was OT macht, nicht für Zensur (es ist Moderation). Trotzdem kann man sie mit denselben Mitteln aushebeln – wenn man meint, es lohne sich.

    2. @ BR
      Wenn du den Text abgeschickt hast, ist er noch nicht von deinem Gerät verschwunden.
      Sollte er nicht ins Forum übernommen werden, kannst du einfach auf den Zurück-Button im Browser klicken und schon hast du deinen Text wieder. Dann wird nämlich die Seite mit dem ausgefüllten Formular und deinem Text noch mal angezeigt.
      Ist halt schön so seine Texte wieder zurück zu bekommen.
      Hilft aber leider auch nicht mehr viel. Solange diese neuen Forenregeln in Funktion sind, kann man das Forum hier wirklich vergessen. Sie haben es zugrunde gerichtet!

  11. Solange für die Bonzen genug abfällt, ist doch egal, was die Kinesen machen.
    Interessant wird es erst, wenn die Habenichtse ihren Anteil per Mistgabel einfordern.
    Mal schauen, ob dann der Verweis auf das Strafgesetz noch zieht.

    1. Aber nicht doch, im besten Deutschland, das wir jemals hatten, wollen wir doch schönreden und das Wort „Bonzen“ klingt irgendwie negativ. Die Mainstream-Regierungs-Propaganda bezeichnet diese Leute als „Elite“, „Leistungsträger“ und/oder „Superreiche“. Vielleicht sollten wir auch die romantischen Adelstitel aus dem feudalen Mittelalter wiederbeleben und Spitzenpolitiker als Kaiser, König, Markgraf, Fürst, Herzog usw. anreden. Das mit der Demokratie hat sich doch ohnehin erledigt. Der Mehrheit in diesem Land ist die Demokratie doch vollkommen egal.

  12. Deutschland ist kein Land, dem man nachtrauern muss.

    Ich tue es nicht. Ich weine in diesem Land niemandem eine Träne hinterher. Niemandem.

    Meine Geschichte mit diesem Land besteht nicht aus Schutz, Recht oder Fairness, sondern aus dem Raub meines geistigen Eigentums, aus Angriffen, Misshandlungen, Verurteilungen gegen mich und aus einer Wirklichkeit, die immer wieder gegen mich verdreht wurde. Mir wurde mein geistiges Eigentum genommen. Ich wurde angegriffen. Ich wurde verprügelt. Ich hatte Platzwunden. Ich trug den sichtbaren Schaden. Ich war derjenige, der verletzt wurde. Und trotzdem war immer wieder ich derjenige, gegen den entschieden wurde.

    Genau darin liegt für mich der Kern. Nicht nur, dass mir Unrecht widerfahren ist, sondern dass der Geschädigte zum Schuldigen gemacht wird. Nicht der, der angreift, nicht der, der schlägt, nicht der, der etwas nimmt, steht am Ende im Zentrum, sondern ich. Der Verletzte wird zum Täter erklärt, der Angegriffene zum Problemfall, der Geschädigte zum Verurteilten.

    Dieses Muster hat sich mehrfach gezeigt. Ich wurde schwer misshandelt, als wehrlose Person, mit mehreren Platzwunden, in einem Zustand, wie man ihn eher nach einem schweren Unfall erwarten würde, und verurteilt wurde trotzdem ich. Später wieder ein körperlicher Angriff, wieder dieselbe Grundstruktur: nicht der Angriff auf mich stand im Mittelpunkt, sondern ich als angeblich Schuldiger. Dann der nächste Fall: von drei Personen gleichzeitig angegriffen, direkt vor den Augen der Staatsanwaltschaft und des Richters. Verprügelt wurde ich. Verurteilt wurde ich.

    Und selbst dort, wo es keine Beweise für meine Schuld gab, bekam ich keinen Freispruch. Nicht einmal das. Es gab keine Beweise, dass ich jemanden angegriffen hätte, niemand hatte es gesehen, und trotzdem wurde ich nicht freigesprochen. Stattdessen blieb der Verdacht im Raum, ich könnte es ja trotzdem gewesen sein. Also kein Freispruch, aber auch kein sauberer Schuldspruch. Dafür mehrere Instanzen, 12.000 Euro obendrauf und ein Ausgang, der selbst ohne Beweise nicht bereit war, meine Unschuld klar auszusprechen. Auch das gehört zu meiner Geschichte mit diesem Land.

    Jetzt wieder vor Gericht. Wieder bin ich derjenige, der angegriffen, bedrängt und genötigt wird. Und wieder steht nicht selbstverständlich der Angreifer im Fokus, sondern ich. Auch das ist für mich längst kein Zufall mehr, sondern ein Muster aus Enteignung, Angriff, Schaden, Verdrehung und Schuldzuweisung.

    Und selbstverständlich soll das alles nichts mit Xenophobie zu tun haben. Nichts mit Feindseligkeit gegen den Ausländer. Nichts mit der Bereitschaft, den Fremden schneller zu verdächtigen, schneller zu belasten und leichter zum Schuldigen zu machen. Offiziell ist immer alles neutral, sachlich, rechtsstaatlich. In der Realität fällt das Ergebnis auffällig oft in dieselbe Richtung: gegen den, der angegriffen wurde, gegen den, der verletzt wurde, gegen den, der den Schaden trägt.

    Wenn einer Gesellschaft lange genug beigebracht wird, dass Härte gegen die Falschen normal ist, dann wird aus dieser Härte irgendwann Gewohnheit. Dann wird der Angriff verharmlost, die Verdrehung selbstverständlich und die Schuldfrage nicht nach Fakten, sondern nach Zugehörigkeit sortiert. Genau diesen Eindruck hat dieses Land mir hinterlassen.

    Deshalb weine ich in diesem Land niemandem eine Träne hinterher. Nicht dem Kind, nicht der Frau, nicht dem Rentner, nicht dem Politiker. Niemandem. Wer solche Zustände trägt, duldet, deckt oder gleichgültig geschehen lässt, braucht von mir kein Mitleid zu erwarten.

    Wegen mir hat niemand Schmerzen oder finanziellen Schaden getragen. bestenfalls habe ich das Ego von ein paar Leuten vielleicht ein bisschen angekratzt aber offensichtlich reicht das schon.

    Deutschland glaubt man halt dass der Jude kleine Kinder frisst

  13. ‚Unsere Innenstädte verrotteten, die Infrastruktur vermoderte – der Bundesverkehrsminister sagte unlängst, dass die Deutsche Bahn in einem Zustand sei, den er demokratiegefährdend nennt. Soll man ihm zu dieser Ansicht gratulieren oder ihm im Geiste eine schallern – Gedanken sind frei, oder? –, weil es doch seine Aufgabe wäre, dort endlich für Ordnung zu sorgen?‘
    Ein Bundesverkehrsminister sollte im Prinzip in der Lage sein, demokratiegefährdenden Zuständen in seinem Ressort Einhalt zu gebieten aber das ist nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe ist die Maximierung der Produktion von Automobilen, fossilen Brennstoffen, Straßenbelägen, allerhand Bereifung und möglichst viel Mikroplastik und so weiter, kurzum allem, das möglichst viel Schaden anrichtet. Ein Verkehrsminister tritt erst dann zurück, wenn er maximalen Schaden angerichtet hat. Eine Wirtschaftsministerin tritt erst zurück, wenn sie 20 neue, absolut schwachsinnige, weil völlig unrentable Gaskraftwerke in die Welt gesetzt hat und ein, ich werde mich noch vorsichtiger ausdrücken, Fraktionschef glänzt mit Wiederbelebungsversuchen der Kernenergie, weil eventuell eine Rüstungsindustrie die damit erzeugten Spaltprodukte benötigt. In letzter Zeit war offenbar keine Wahnsinnsidee bescheuert genug, um nicht von unseren unterbelichteten Politinfluenzern aufgegriffen zu werden.

  14. „Wir müssen den Gürtel enger schnallen.“ – Forderungen dieser Art kommen in der real existierenden bundesdeutschen Demokratie in der Regel immer von elitären (Berufs-)Politikern, die von der Allgemeinheit bezahlt werden und mit „wir“ immer die einfachen Bürger meinen.

    Ein Bundestagsabgeordneter bekommt derzeit (2026) 11.833,47 Euro zuzüglich Aufwandsentschädigung in Höhe von 5.349,58 Euro und das MONATLICH. Minister und parlamentarische Staatssekretäre bekommen selbstverständlich noch viel mehr.

    Zum Vergleich: Der Mindestlohn beträgt in diesem „demokratischen und sozialen Bundesstaat“ (siehe Art. 20 Grundgesetz) derzeit 13,90 Euro pro Stunde. Bei einer 40-Stundenwoche macht das BRUTTO 2.409,33 Euro pro Monat. Das Durchschnittsentgelt der gesetzlich Rentenversicherten liegt aktuell (2026) bei 51.944 Euro brutto jährlich.

    Die Gags kommen aber noch.

    Diese „Diäten“ der sogenannten Volksvertreter unterliegen nur der Einkommensteuer, es müssen dafür KEINE Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosen- und Rentenversicherung gezahlt werden.

    Die MONATLICHE Aufwandsentschädigung in Höhe von 5.349,58 Euro ist sogar komplett steuerfrei. Es müssen nicht einmal Nachweise erbracht werden, wofür dieses Geld ausgegeben wird. Jeder kleine Steuerzahler, der bei seiner Steuererklärung Werbungskosten geltend machen will, die über dem JÄHRLICHEN Pauschbetrag von derzeit 1.230 Euro liegen, muss das beim Finanzamt mit BELEGEN nachweisen und nicht alle Kosten werden anerkannt. Diese Kosten müssen in direktem wirtschaftlichem Zusammenhang mit den Einkünften stehen. Kosten sind steuerrechtlich keine Werbungskosten, sondern Kosten der persönlichen Lebensführung, wenn sie nur indirekt der Erzielung steuerlicher Einnahmen dienen.

    Während man bei Tarifverhandlungen in diesem „sozialen“ Land von den Normalverdienern immer Lohnzurückhaltung fordert, erhöhen sich die „Diäten“ der Volksvertreter inzwischen jedes Jahr auch noch VOLLAUTOMATISCH entsprechend der amtlichen Inflationsrate.

    Das reicht aber noch nicht. Fast die Hälfte der Bundestagsabgeordneten braucht trotzdem noch einen Nebenjob, weil sie von den jährlichen „Diäten“ in Höhe von 142.001,64 Euro zuzüglich steuerfreier Kostenpauschale von 64.194,96 Euro nicht leben können. Bei den Abgeordneten von CDU/CSU sind es sogar 63 Prozent (Stand: 2024), die mit dieser Bezahlung nicht auskommen.

    PS: Falls jemand mit dem billigen Argument daherkommt, das wäre eine „Neiddebatte“, dann sage ich nur: Wer über Neid redet, der muss auch über Gier reden. Von einem indischen Intellektuellen stammt der Satz: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ Da liegt der Hund begraben, aber über diesen toten Hund wollen nur wenige reden.

    1. Danke! Ich muss jetzt zu einem billigen Trick greifen, um die übrigen 100 Zeichen zu füllen, aber es verbliebe noch eine weitere Kommentierungsmöglichkeit mit einem Zeichenvorrat von 10000 Zeichen. 10000 Zeichen wären ein halber Roman. Dabei zumindest entfernt eng am Thema (oder worum es sich dabei auch immer handeln soll) zu bleiben, wäre nicht immer unbedingt einfach.

  15. Warum so destruktiv, Herr RDL? Wo bleibt bei Ihnen das Positive? Und in Deutschland gibt es sehr viel Positives, o.k., natürlich haben Sie recht, es gibt auch Negatives, aber ich zähle mal folgende Sachverhalte auf:
    Trotz der immensen Steigerung der Spritpreise sind die Autobahnen so voll, dass es fast überall und täglich zu kilometerlangen Staus kommt.
    Wenn ich mir z.B. Sportveranstaltungen ansehe – egal welcher Sport -, die Stadien, die Hallen, sind ausverkauft. Jedes Wochenende pilgern in Deutschland knapp 800.000 Menschen zu den Events. Und das bei den Preisen.
    Die deutsche Bahn ist eine einzige Katastrophe, aber trotzdem immer überfüllt. Das gilt auch für den teuren ICE.
    Cafés, Restaurants, Kneipen, die Fußgängerzonen, alles übervoll, man kriegt selten einen Platz ohne Reservierung.
    Wer zu Sylvester 2-3 Tage auf Norderney verbringen möchte und noch nicht reserviert hat (8Monate vorher) hat keinerlei Aussicht ein Zimmer zu bekommen, und das bei Preisen von 180 Euro pro Tag aufwärts.
    Die Bäckereien verkaufen täglich jeden Morgen ihre belegten Brötchen – Stückpreis 6-7 Euro – an Arbeiter, Schüler und Studenten.
    Wenn in anderen europäischen Städten – ich nenne hier Madrid, Brüssel, London – knapp eine Million Menschen für Frieden und Abrüstung demonstrieren, sind es in Deutschland in 120 Städten beim Ostermarsch knapp zusammen 50.000.
    Flughäfen, um in den Urlaub abzuheben, sind voll von Menschenmaßen.
    Das ist nur eine kleine Auflistung.
    Also, Herr RDL, den Deutschen gehts gut, er braucht keine Bildung, keine Gesundheitsvorsorge und billigere Wohnungen, der Deutsche braucht ein Feindbild. Und das hat er. Der Russe ist schuld. Gäbe es den Russen nicht, man müsste ihn erfinden. All das Negative, das Sie zu recht aufgelistet haben, Herr RDL, wäre nicht, würde der Russe uns nicht bald angreifen. So, und wir lassen uns doch vom Russen unsern Schampus nicht madig machen.
    Prost Herr RDL.

    1. Auch wieder wahr. Angesichts der im Kommentar beschriebenen positiven Umstände, und von denen kann sich jeder selbst überzeugen, ist auch verständlich, warum immer und immer wieder die gewählt werden, die hierzu schon immer regieren.
      Macht Sinn…..

  16. Roberto De Lapuente ist nicht Heinrich Heine, wie man direkt lesen kann. Wie auch? Außergewöhnlich talentierte Schriftsteller gibt es vielleicht ein Dutzend pro Jahrhundert.

    De Lapuente ist in einer doppelten Zwickmühle:

    Einerseits klopft der Faschismus in Deutschland in Form einer verlogenen Alternative an die Tür. Was also tun?

    Lohnt es noch, sich für eine Linke stark zu machen, oder spekuliert man lieber auf eine längerfristige Machtübernahme durch Deutschlands Faschos, mit allen Konsequenzen, die das hat?

    Andererseits ist da die sog. Künstliche Intelligenz, die auch an die Schreibstuben klopft, um des Autors Schreibtisch komplett zu übernehmen und ihn aus dem Büro zu jagen.

    Eine schwierige Lage, in der sich nicht nur De Lapuente befindet. Eine doppelt-faschistische Bedrohung gleichsam, einerseits Deutschlands braune Alternative, andererseits die US-Tech-Oligarchie. Es ist gar nicht so einfach, da Stellung zu beziehen, vielleicht kann mensch von Heinrich Heine lernen?

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