Aus einem Land, in dem (fast) keiner mehr miteinander spricht

Friedrich Koch Gemälde "Das Straßencafé"
Friedrich Koch, Public domain, via Wikimedia Commons

Mit AfDlern kann man nicht reden, mit Palästina-Demonstranten offenbar auch nicht – und überhaupt scheint das Gespräch mit Andersdenkenden aus der Mode gekommen zu sein. Ein Streifzug durch ein Frankfurter Viertel zeigt allerdings: Das Zusammenleben funktioniert manchmal gerade dort am besten, wo man sich eigentlich spinnefeind sein müsste.

Man muss nicht, wie gewisse Redakteure, quer mit der Bahn durch Deutschland fahren, um schräge Menschen zu erleben. Man kann sich auch einfach in meinem linksgrünen Frankfurter Viertel aufhalten und unbehelligt von Verspätungen und verpassten Anschlusszügen, die Menschen um sich herum beobachten.

Am Tag des AfD-Parteitages aß ich beispielsweise zum Mittag eine Linsensuppe in meinem Stammcafé. Die frühere Eigentümerin war eine tüchtige Serbin, der heutige Eigentümer ist hingegen eher ein Laissez-faire-Türke. Er hat Gottseidank die Siebzigerjahre-Einrichtung des Cafés beibehalten und ist nicht in den seelenlosen Minimalismus umgestiegen, der heute offenbar Mode sein soll. Die Speisekarte ist allerdings leider schon viel veganer und halaler geworden. So hat die Linsensuppe etwa das frühere Schweineschnitzel ersetzt. Es bedienen nun auch mehr Menschen als früher, komischerweise sind sie jetzt dennoch langsamer als vorher. Während ich am besagten Tag meine Suppe schlürfte, unterhielten sich zwei Männer neben mir über einen Traum.

Therapiestunde und Sektengespräche

„Ich habe über Annalena Baerbock geträumt,“ gestand einer der beiden Männer. „Was ist deine Meinung als Psychotherapeut dazu?“, fragte er sein Gegenüber. Der Psychotherapeut schmunzelte, räusperte sich um seine Stimme frei zu machen, streckte seinen Rücken durch und wollte gerade antworten, als er bemerkte, dass ich mich fast horizontal über den Tisch zwischen uns gelegt hatte, um wirklich nichts von seiner Antwort zu verpassen. Der Psychotherapeut sah mich herablassend an und fing vorsichtshalber an zu flüstern.

Eigentlich ist es nicht ethisch, jemanden psychotherapeutisch in der Öffentlichkeit zu betreuen, schmollte ich innerlich, während ich mich wieder gerade setzte. Ich hörte, trotz des Flüsterns, die Worte „Symbol“, „Mutter“ und „Alles wird ins Gute kommen.“ Also nichts Besonderes, die übliche psychotherapeutische Rhetorik. Dann wurde es am Beratungstisch laut.
„Heute ist der AfD-Parteitag,“ sagte der Patient plötzlich.
„Es ist eine Sekte, eine Sekte!“, erwiderte der Psychotherapeut laut.
„Man kann mit denen überhaupt nicht reden!“, meinte der Patient.
„Wer möchte denn mit denen reden?!“, reagierte der Psychotherapeut entsetzt.
Es gibt wohl keine psychotherapeutische Beratung, wenn man nicht die richtige Gesinnung hat?

Wenn die AfD eine Sekte ist, sind die Grünen dann ein Kult? Ist die SPD eine Kirche, in der es fast keine Gemeinde mehr gibt? Ich hätte das alles fragen können. Aber das Problem in diesem Land: fast keiner traut sich noch so richtig mit Andersdenkenden zu reden. Geschweige sie zu fragen.

Im selben Café treffen sich jeden Morgen übrigens Menschen, die man früher als bürgerlich-konservativ eingestuft hätte und die man heute als rechts oder vielleicht sogar rechtsextrem bezeichnen würde. Sie sind aber etwas zu jung, um Teil einer Rollator-Bande sein zu können. Als meine Küche vor fast zwei Jahren renoviert wurde und ich deswegen regelmäßig im Café frühstückte, lernte ich diese Leute dort kennen. Sechs Wochen benötigten die Handwerker für die Renovierung.

Als sich dann herausstellte, dass die neue Spüle bei Lieferung schon kaputt war, wurde mir gesagt, dass die Lieferung einer anderen Spüle „dauern“ würde, weil sie ja „im fernen Bayern“ hergestellt wurde. Na gut, die Verzögerung war natürlich nervig, aber die Bürgerlich-Konservativen im Café reagierten mit Verständnis auf mein Küchenungeschick, das sie als emblematisch für den Zustand der Bundesrepublik betrachteten. Ihr Mitgefühlt machte doch einiges wett.

Nur ein niederländischer Stammkunde, ein Linksgrüner, war anderer Meinung: „Du meckerst zu viel. Deine Küche ist fast fertig. Sei doch mal positiv. Denk doch schon mal über die Renovierung deines Bades nach.“ Wenn einer der Bürgerlich-Konservativen an einem Morgen mit ihm über Impfnebenwirkungen reden wollte, sagte der Niederländer: „Immer das gleiche Gemecker. Über die Politik – über dies – über das! Ich kann es nicht mehr hören. Ich komme hier her, weil ich die Zeitung lesen, nicht weil ich mit euch reden möchte.“

„Die wollen es nicht hören. Obwohl sein Krebs, na ja, man kann es nicht beweisen, aber Sie wissen schon, was ich denke“, sagte ein Bürgerlich-Konservativer daraufhin ein bisschen zu laut zu mir. Manchen wollen nicht mehr miteinander reden. Andere brauchen sich nichts mehr zu sagen.

„Dann kannst du was dazulernen!“

Als ich nach dem Verzehr der Linsensuppe das Café verließ, überquerte ich eine Straße in der es ab und zu Pro-Palästina-Demos gibt. Gewöhnlich gibt es dann mehr Polizeiwagen als Demonstranten. Die Stimmung ist aufgeheizt. Bei einer solchen Demo sah ich mal ganz vorne eine Frau mit Gesichtsbedeckung. Die Demo war mir sofort unsympathisch. Es wurde über einen Lautsprecher für eine Zwei-Staaten-Lösung entlang der Grenzen von 1967 plädiert. Einem jungen Bio-Deutschen mit palästinensischem Schal, der gerade vor meinem Stammgemüseladen Halt machte, sagte ich verwundert, dass das doch überhaupt keine realistische Lösung sei.

„Du nimmst da nur ein Ding raus, um das Ganze fertig zu machen,“ sagte er wütend zu mir.
„Wie meinen Sie das?“, fragte ich.
„Du nimmst ein Element aus dem Diskurs, um den ganzen Diskurs zu kritisieren. Und übrigens, was du aus dem Diskurs geholt hast, das wurde gar nicht gesagt.“
„Heute frische Kiwis“, versuchte der pakistanische Gemüsehändler uns abzulenken.
„Also, ich bin wirklich für Frieden im Nahost“, versuchte ich den sichtbar gut situierten und noch immer wütenden jungen Deutschen zu beruhigen.
„Frieden gut. Heute frische Blumen“, unterbrach der Pakistaner das Gespräch.
„Dann schließ dich doch an. Dann kannst du noch was dazulernen,“ antwortete der Deutsche mir.
„Nein, nein,“ reagierte der Pakistaner bestimmt.
„Sorry, ich muss Kiwis kaufen“, antwortete ich dem Deutschen.
„Und Blumen“, sagte der Pakistaner zufrieden.
„Und Blumen.“

Im Laden saß eine indische Mitarbeiterin gelangweilt hinter der Kasse.
„Überall gibt es Probleme. Nicht nur in Israel“, meinte sie. „In Indien sind gestern junge Demonstranten von der Polizei ermordet worden. Aber hier regt sich keiner auf.“
„Schrecklich. Das wusste ich nicht“, antwortete ich.
„Mangos aus Pakistan. Bio!“, sagte ihr Chef dazu.
Seine Mangos sind wirklich ausgezeichnet.

Wir leben alle unter einem Dach

Am Tag des AfD-Parteitages gab es aber keine Pro-Palästina-Demo in Frankfurt. Vielleicht demonstrierten alle Frauen mit Gesichtsbedeckung und Männer mit Palästina-Schal in Erfurt? Es war jedenfalls herrlich ruhig in der Einkaufsstraße in meinem Viertel. Im Gemüseladen gab es Musik und Gesang – und ich fing an zu tanzen.

„Das ist ein Sikh-Gebet,“ sprach die Inderin leicht streng. Ich hörte mit dem Tanzen auf.
„Verzeihung, das wusste ich nicht. Diskutiert ihr manchmal über Politik?“, fragte ich. „Ich meine, du kommst aus Indien und dein Chef aus Pakistan“, fügte ich noch verschwörerisch hinzu.
„Wir kommen aus derselben Provinz, Punjab, weißt du?“
„Aber es gibt doch eine Grenze zwischen dem pakistanischen und dem indischen Teil?“
„Ach ja, die Grenze“, sagte sie gelangweilt. „Wir reden beide dieselbe Sprache, Punjabi, also gibt es keine Probleme zwischen uns. Nur morgens ist er manchmal nervig, wenn ich noch nicht ganz wach bin. Warum fragst du?“
„Na ja, weil in meinem Stammcafé von zwei Männern behauptet wurde, dass man mit AfDlern überhaupt nicht reden kann und möchte.“
„Komisch“, sagte die Inderin, „wir leben alle unter einem Dach. Natürlich müssen wir miteinander sprechen.“
Nebenan in der Pizzeria gab es auf einmal Krach. Es wurde laut geschimpft und gleichzeitig höhnisch gelacht. Die Inderin stöhnte.
„Das machen die den ganzen Tag so. Kopfschmerzen bekomme ich davon.“
„Warum redest du nicht mit denen?“
„Das sind Italiener. Die sind so. Da kann man nichts machen. Nur abwarten. Vielleicht gehen die irgendwann nach Italien zurück.“

Mathilde van der Linden

Mathilde van der Linden ist Buchhalterin aus den Niederlanden. Sie arbeitet und wohnt in Frankfurt am Main.
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15 Kommentare

  1. Der gewisse Redakteur kann einem in der Tat mit seiner deutschen Angst vor Frankfurts lebendigstem Viertel manchmal tierisch auf die Nerven gehen. Aber immerhin lässt er Deinen Text hier erscheinen. Hut ab!

  2. Keiner spricht mehr miteinander? mit-
    einander? mit sich selbst? Wenn keiner mehr mit anderen spricht, bleiben nur mehr Selbstgespräche .

    1. lichtenberg: Ich rede mit meiner Katze und meinem Kanarienvogel. Katze fängt an,
      jetzt nach fast 3 Jahren, zu verstehen was ich sage. Manchmal kann man ein „Hunger“
      aus dem Mauzen interpretieren. Ich habe in den letzten 3 Jahren 3 neue Nachbarn bekommen.
      Genauer eine 3 Personenfamilie, die Großeltern im Nachbarhaus und eine einzelne Frau.
      Alles ehemalige Berliner. Kennt jemand noch „Space Balls“ ? Lord Helmchen als er fragt,
      wie der eine Soldat heißt? „Ashole“! Als dann gerauskommt, dass die Anderen miteinader
      verwandt sind und genauso heißen, kommt der Spruch: „Mein Gott ich bin von Asholes umgeben“.
      Ich muß hier die englische Bezeichnung wählen, weil die KI mich sonst bestimmt hinauswirft.
      Jedenfalls komm ich mir etwas wie Lord Helmchen vor.

    2. @lichtenberg: Nein, heutzutage ist das Smartphone der wichtigste Kommunikationspartner im öffentlichen Raum. Die „Smombies“ brauchen nicht mal mehr Selbstgespräche zu führen.

  3. Guter Beitrag, allein schon, weil ich ähnliches auch des Öfteren von Leuten zu hören bekomme die tatsächlich sehr kritische Ansichten haben und eben nur, ich zitiere: “ ihr kleines Leben weiterführen möchten“.

    Das ist auch alles ganz legitim, nur stellt sich dann die Frage :“Was machen wir hier eigentlich in diesem Forum“?

    Wir nehmen die Veränderungen wahr und schreiben darüber….oder?

    Auch wenn wir, mit der Lösung, respektive auch der sehr individuellen damit verbundenen Handlungsoptionen meist auch sehr unterschiedlicher Meinung sind, kommen wir doch hier zusammen um über diese Veränderungen, auch die unserer unmittelbaren Umgebung zu schreiben.

    Jetzt gibt es m.E. zwei ganz unterschiedliche Grundtypen in diesem Theater, nämlich die, wohl auch die Mehrheit, die im Frühjahr 2020 aus allen Wolken gefallen sind, sich derartige Einschränkungen niemals hätten vorstellen können und demzufolge sich auch oft an der Symptombekämpfung abarbeiten, und die, die schon immer darauf hingewiesen haben und jetzt quasi sagen:“Told you so“.

    Jetzt gibt es Leute, die erkannt haben dass das Ganze systemisch ist und einen gewissen Plan folgt, diese Menschen stellen jetzt die Systemfrage, fange oft an auch ihr eigenes Umfeld neu zu Organisieren weil sie nicht weiter mitmachen wollen und das führt natürlich auch zu Spaltungen ihrer Familie und des weiteren Bekanntenkreises., aber, ich denke, dass das unvermeidlich ist, denn, diese Art der Spaltung ist gewollt und der müssen wir uns stellen und all diese Leute, die, wie meine Wenigkeit, schon immer darauf hingewiesen haben, leben meist schon sehr lange Zeit ein ganz anderes Leben gegen den Strom.

    Wer einmal wirklich begriffen hat, was läuft, kommt da auch nie wieder raus und damit müssen alle neuen Erwachten lernen, auch damit umzugehen.

    Ich bin jetzt mit diesem Beitrag ganz absichtlich nicht auf die Handlungsoptionen eingegangen die uns normalerweise immer entzweit.

    Habt trotzdem einen schönen Sonntag Nachmittag.

  4. Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir … oh, mein Gott… und nächste Woche (an NineSix) wird der Weltuntergang fast schon „vollbracht“ sein. Ob wir das noch überleben werden können? Wie ich soeben auf dem Ukro-Liveticker lesen darf – Zeitstempel 30.8.2026 – nämlich das hier:

    +++ 14:36 AfD-Politiker verteidigt russische Armeetasse im Büro +++ 

    …Der Journalist Paul Ronzheimer hatte die schwarze Tasse mit rotem Stern und der Aufschrift Armee Russlands in kyrillischen Buchstaben bei einem Besuch in Tillschneiders Wahlkreisbüro in Querfurt entdeckt und gefragt: „Warum haben Sie eine russische Armeetasse hier stehen?“…

    Donnerschlach, und der Entenkanal bietet das im vollsten Ernst auf wie wohl auch der Ronzheimer von Springer. Da muß doch, da wird doch hoffentlich unsere Justiz – wie es sich gehört – endlich durchgreifen können. Ob es allerdings noch zu helfen vermag, das anstehende Unheil zu verhinden? Man weiß es nicht!

    Ganz persönlich gesprochen – mir müßte darob eigentlich gehörig die Muffe gehen, wenn da mal nicht gleich morgen – wahrscheinlich sogar in der dunkelsten Stunde der Nacht – es heftigst an der Tür klopft. Ein dumpfer Schlag womöglich und schon stehen sie … wo nur ist mein Morgenmantel?

    Ja warum das denn? Nun, es wird nicht mehr zu verhindern sein. Halte ich doch u.a. ein höchstsensibles Erbstück vor – seit 2007 auch noch. Man höre und staune: Von einem angeheirateten Onkel, einem veritablen Barbarossa-Kämpfer sogar, der einst als Schütze A. Zusammen mit seinem Kompanieführer namens Helmut Schm. – wie der Erblasser mir einst glaubhaft versicherte und es sogar belegen konnte – Oisevierz’ge irgendwo zwischen der Suwalki-Lücke und Leningrad – der heutigen NATO-Nordflanke also – gegen den Russ’ ziehen durfte, Dreievierz’ge auf Abenteuerurlaub am Kursker Bogen rührig gewesen sein will er übrigens auch , als dort das nächste Spektakel nach Stalingrad stattzufinden hatte.

    Ja und, was hat das mit der Trittweiler’schen Unverschämtheit des Besitztums einer Russki-Armee-Tasse zu tun, über die sich der Herr Ronzheimer so zu echauffieren hat? Gar vieles, denn aus besagter ansonsten ziemlich dürftiger Erbschaft, die ich seinerzeit alsbald von meinem Ehegespons zu übernehmen hatte, existiert – man glaubt es nicht – eine veritable Generalsmütze. Vom Russen !!! Auch noch kyrillisch beschriftet. Und wie ich gestehen muß, nicht einmal beim Vorrücken vor nun zwischenzeitlich fünfundachtzig Jahren erobert, das hätte man doch heuer erwarten können dürfen. Sondern? Anlässlich – wie mir mal berichtet wurde – vor etwas mehr als vierzig Jahren anlässlich einer Zusammenkunft zu Bonn am Rhein, freundschaftlicher Natur, fast Bruderkuss-verdächtig beim Bundespresseball vom vorigen Besitzer. Na sowas!

    Muss ich mir jetzt wegen des – wohl widerrechtlichen – Besitzes dieser ‚Schandmütze‘ Sorgen machen? Wo ich doch davon ausgehen muß, dass ihre Verklappung per ‚Sperrmüll‘ wohl kaum erfolgreich wäre. Ohne einen größeren „Bullenauftrieb“ sowieso nicht!

    Übrigens …

    Der Erblasser hatte nie die Gelegenheit, die Enzian-Partei zu wählen, also Gefahr gebannt. Und die Mütze trug der Generalsmime – wie mir Leute, die es erleben durften stets versicherten – auch immer nur zur Fasenacht in der Nähe von Kölle. Wenn er – beim Vorbeizug der Narren sie vor der Haustür stehend stolz präsentierte. Gott bewahre – natürlich ohne braunen, oder gar grauen oder schwarzen Rock. Aber etwas entsprechendes mußte sein, und so gab es jenen ziemlich langen schwarzenn Ledermantel dazu – den er sich hatte eigens erstellen lassen – den gewiß auch ein Bandera sicherlich schätzen gelernt hatte. Ob sich das alles für mich vielleicht strafmildernd auswirken könnte? Hoffen wir das Beste, lieber Leser. Vielleicht mal den Herrn Ronzheimer befragen.

    1. 🤣😂🤣😂 bravo Mischa!
      Die Kernaussage eindeutig humoristischer verpackt!
      Kommunikation könnte so einfach sein wenn man nicht ständig damit beschäftigt wäre möglichst Anrüchiges aus braunen Urzeiten zu vermeiden! “ Meinung“ jeder Coleur wird immer mehr zum Risiko ,ausgegrenzt zu werden!

  5. Auch das findet man bei Overton- vermeindliche? Geschichten von Nebenan die einen zunächst schmuzeln lassen bevor man den Kerngedanken ausmacht!
    Recht hat die Schreiberin und ich füge hinzu „es wird zuviel über… statt mit…. geredet!!!“
    Wenn man bedenkt wieviele Probleme mit vernünftiger Kommunikation beseitigt oder sogar verhindert werden könnten gewinnt der Einblick ins Frankfurter links/ grüne Viertel an Fahrt!
    Demonstration- entweder bist du für was oder gegen was – zusammen treffen geht nicht und deshalb darf die Polizei nicht bei solchen Veranstaltungen fehlen! Gilt übrigens auch für das Fußballstadium!
    Vorurteile / Meinungen bremsen jeden Austausch von Beginn an aus und dazu braucht es nicht mal Ausländer.
    Kompromisse- nichts bekommt man heute schwerer hin denn Egoismus und Machtambitionen setzen dem Grenzen!
    Brandmauern werden errichtet statt zuzuhören wenn der Gemüsehändler ,Rentner…. gleich welcher Nation sein Leid über zu viele Migranten klagt.
    Reden ist Silber- Schweigen ist Gold! Irgendwie fehlt heutzutage was dazwischen!

    1. @ Nana:

      Reden ist Silber- Schweigen ist Gold! Irgendwie fehlt heutzutage was dazwischen!

      @jemp1965 hat es oben erwähnt: Das Smartfon, dieses brüllende Schweigen. Oder doch eher dröhnende Stille? 😉

      1. Könnte glatt irgendwie passen😄
        Da kommunikativ aber immer ein Risiko- gilt bei mir nach Feierabend „weg damit unter das Sofa“ – unerreichbar sein!
        Ich fürchte die Entscheidung zwischen Reden und Schweigen zu wählen fällt heute einfach schwerer .
        Resignation durch fehlende Kritikfähigkeit und dazu noch die Sorge böse anzuecken! Das gilt immer öfter sogar im Familienkreis !

  6. Also, linksgrün ist ein Widerspruch in sich, ein subversiver Mythos, um die deutsch-nationale Bewegung, zur vollen Blüte gelangt in der Blut-und-Boden-Ideologie, in die Neuzeit zu retten.
    Die Suppe geschlürft, tatsächlich? Was sagt Knigge dazu? Und sich über den Tisch gelegt auch noch!
    Gut, wahrscheinlich erfunden, genehmigt!

  7. Gespräche? Doch ja, die führt man schon noch – aber immer nur bis zu einem gewissen Punkt.
    Wie geht es? Was meint man zum Wetter? Was frisst der Hund am liebsten?
    Was über die rutinemäßiogen Antworten hinaus geht, kann schnell zu Fettnäpfchen führen.
    Die Frage nach dem Befinden kann schnell eine unerwartete Wendung nehmen:

    “ Ach, der Rücken quält mich. Aber ich nehme dann eben ein Ibo. Wird mir ja immer noch verschrieben. Aber man weis ja nicht, was so auf einen zukommt. Zuzahlung wird teurer.“
    “ Ja, das kann einem Sorgen machen. Überall Einsparungen.“
    “ Na ja, der Merz macht das schon richtig. Wir haben ja Glück, dass nicht die AfD regiert“

    Jetzt wird es gefährlich, wer auf die Politik zu sprechen kommt, sollte sich lieben schnell verabschieden und seinem Gegenüber eilig noch einen schönen Tag wünschen. Wer über Gesundheit, Energiekosten, Zuwanderung und andere Bedindlichkeiten Gespräche führt, stolpert leicht in Verlegenheiten:

    “ Wieso, woher weist du das denn?“
    “ Steht doch in der Zeitung.“
    “ In welcher Zeitung denn?“
    “ Na in fast allen.“
    “ Den Zeitungen kann man nicht trauen, die schreiben oft Fakes.“
    “ Ja aber im Fernsehen bringen die das doch auch.“
    “ Die Lügen da auch. Überall nichts als Desinformation. Die erzählen da auch das der Russe kommt.“
    “ Ja der kommt auch. Neulich hat er uns schon wieder hybrit angegriffen, Dohnen, Waffenlager, Cyberangriffe!
    Wir müssen uns endlich verteidigen und die Ukraine stärker untertützen.“
    “ Wer weis, vielleicht kommt der dann noch auf dumme Ideen.“
    “ Was will der schon machen. Seine Haselnüsse taugen nichts und zu anderem traut der sich nicht.
    Diesen Kriegsverbrecher kann man überhaupt nicht ernst nehmen, der lügt das Blaue vom Himmel.“
    “ Woher weist du das denn?“
    “ Steht doch in der Zeitung.“

    1. Wenn es doch nur so harmlos wäre. Nicht wenige werden da richtig aggressiv, wenn man denen mit nicht-konformen Ansichten daher kommt. Und das, obwohl sie selbst mit dem Thema angefangen haben, also offenbar an der Sichtweise des Gegenüber interessiert waren.

      Man kommt nur schwer umhin festzustellen, dass sich etliche zu Blockwarten haben dressieren lassen, die abweichende Meinungsäußerungen im Keim ersticken. Und so ein Klima schadet meiner Meinung nach einer freien und demokratischen Gesellschaft mehr als es die ganzen Dissidenten im Lande oder – Gott bewahre – umstrittene Oppositionsparteien je könnten.

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