
Wie werden die Demokraten es diesmal vermasseln?
Eines muss man Donald Trump lassen, mit ihm ist es keine Minute langweilig. Ende Juli war er auf einer NATO-Sicherheitskonferenz in Ankara, Türkei, da erfuhren seine Sicherheitsleute, dass ihm der iranische Geheimdienst ihm auf den Fersen war. Und sogar wusste, wo seine Autokolonne herumfuhr. Und plante, die Air Force One abzuschießen. Von wem wussten die das? Vom israelischen Geheimdienst, natürlich.
Selbstredend ist so eine NATO-Konferenz extrem gesichert, aber es erschien doch zu gefährlich, Trump in der allbekannten Air Force One fliegen zu lassen. Deshalb steckte die Security Trump in einen Servicecontainer, wo sonst das Edelfutter der Businessclass von Turkish Airlines transportiert wird, und rollte den zum Flugzeug.
Die Demokratischen Sozialisten Amerikas
Zu einem anderen Flugzeug allerdings, mit dem er dann anonym der Türkei entfleuchte, gemeinsam mit seinen engsten Vertrauten, namentlich Walt Nauta, der früher sein Butler in Mar-a-Lago war und nun Direktor des Oval Office ist, Dan Scavino, ein ehemaliger Goldclubmanager und heute Personalchef im Weißen Haus und Natalie Harp; eine allgegenwärtige Blondine, die Trumps Social Media füttert.
Nicht in Trumps sicherem Flugzeug waren Außenminister Marco Rubio, Schatzmeister Scott Bessent, der stellvertretende Stabschef Stephen Miller und noch ein paar andere Offizielle. Die mussten in der Präsidentenmaschine fliegen, die die Iraner im Visier hatten, aber zum Glück passierte nichts. Oder der Mossad hatte dem iranischen Geheimdienst einen Wink gegeben, Rubio nicht abzuschießen, damit JD Vance nicht ans Ruder kommt, wer weiß, was hinter den Kulissen ablief.
Nun verabschieden wir uns von der aufregenden Welt des internationalen Jetsets und wenden uns den Demokraten in Amerika zu, die ganz ohne schützenden Container tapfer vor sich hin kämpfen, leider meistens gegeneinander. Es geht, wie Alexandria Ocasio-Cortez es meinte, die Abgeordnete aus der Bronx und einst die große linke Hoffnung, die Sahra Wagenknecht von Amerika, um Woke 1.0 gegen Woke 2.0.
Angesichts der Chaosshow, die die Republikaner im Weißen Haus und im Kongress bieten — zuletzt haben sie den frisch verstorbenen Senator Lindsey Graham durch seine bislang völlig unpolitische Schwester ersetzt —, müssten die Demokraten bei mindestens 75 Prozent liegen. Aber das tun sie nicht. Sie knabbern an 50 Prozent entlang. Ob sie die Midterms, die Nachwahlen zum Kongress im November gewinnen und damit die parlamentarische Kontrolle ist keineswegs sicher.
Meistumstritten ist der Block der Demokratischen Sozialisten Amerikas (DSA). Eigentlich sind das bessere Sozialdemokraten mit Zielen, die in Deutschland meistenteils mit der CSU kompatibel wären, aber in Amerika ist das quasi-kommunistisch. AOC, also Alexandria Ocasio-Cortez, zählt zu den DSA, deren politischer Ahnherr ist der Altlinke Bernie Sanders, und der Shooting Star ist Zohran Mamdani, der New Yorker Bürgermeister. Das ist Woke 2.0.
AOC distanziert sich von Woke
Neuerdings gehört auch Abdul El-Sayed dazu, ein muslimischer, ägyptisch-stämmiger Arzt, der die Vorwahl für einen Senatssitz im Bundesstaat Michigan gewonnen hat; er gilt nun als Mamdani des Mittelwestens. Seine Wahl wurde auch ähnlich hysterisch begleitet, etwa so, als habe Osama Bin Laden gewonnen.
El-Sayed siegte gegen eine Kandidatin, die die Unterstützung der israelischen Lobbyorganisation AIPAC hatte und die 30-mal so viel Geld im Wahlkampf ausgegeben hat. Ein unübersehbares Zeichen. Wie Mamdani, und Sanders, ist El-Sayed für Medicare — die staatliche Krankenversicherung — für alle und nicht nur für Rentner, für die Auflösung der Immigrantengreiftruppe ICE und gegen die Unterstützung des israelischen Militärs aus Steuergeldern.
Natürlich kriegen sie dafür von Konservativen Flak, von denen sie als Hamas-Sympathisanten dargestellt werden. Aber mehr noch werden die Demokratischen Sozialisten von Demokraten der alten Garde beargwöhnt, wie Senatssprecher Chuck Schumer oder Hakeem Jeffreys, ein Apparatschik, der den Demokraten im Repräsentantenhaus vorsteht. Haben die Sozialisten Light die Mehrheit in der Partei? Natürlich nicht, aber ihre Positionen sind offenbar bei vielen Wählern mehrheitsfähig.
Bedroht werden sie allerdings auch von Woke 1.0, das zwar auf dem Rückzug ist, aber nicht tot. Der identitäts-karnevalekse Clownszirkus, der die Demokraten bei der letzten Wahl gegen Donald Trump die entscheidenden Prozente kostete, tobt sich noch an den Rändern aus, in Social Media, bei interessengetriebenen Aktivisten.
AOC distanziert sich inzwischen davon, dass 2020, nach dem Tod des schwarzen Kleinkriminellen George Floyd gefordert wurde, die Polizei gänzlich abzuschaffen, da die hauptsächlich gegen Afro-Amerikaner vorgehe. Das sei übertrieben gewesen, sagte sie heute. Aber natürlich gibt es noch die lautstarke regenbogenbunte Fraktion, die darauf besteht, dass Männer im Fummel echte Frauen seien und die immer noch von — zunehmend irrelevanter werdenden — Onlinemedien angefeuert werden.
Das (hoffentlich) letzte Aufbäumen des Transkults zeigte sich gerade im professionellen Frauenbasketball. Profispielerin Sophie Cunningham hatte kürzlich vorsichtig angemerkt, biologische Männer hätten im Frauensport nichts zu suchen. Das ist eine Ansicht, die 80 Prozent der Amerikaner teilen, in beiden Parteien.
Aber sofort stürzte sich die Vorhaut des Transkultes auf sie und beschimpfte sie als transphob und als Maga-Barbie. Kurz darauf wurde sie von einer Spielerin gefoult, die als schwarz identifiziert, während Cunningham von über-woken, meistenteils weiblichen Basketballfans ausgepfiffen wurde. Aber trotz alle Krakelerei: Es machte Cunningham nur beliebter. Immerhin hielten sich diesmal die Demokraten zurück.
Thanksgiving und die Wokeness
Dass die Zeitenwende ansteht, zeigte sich auch bei der Wahlniederlage von Francesca Hong, die Gouverneurin von Wisconsin werden wollte. Hong fiel bei der Vorwahl durch, gegen David Crowley, der die Unterstützung des Parteiestablishments hatte, und dem eher zugetraut wird, im November gegen einen Republikaner zu bestehen.
Hong — die weder die Unterstützung von Sanders noch die von AOC hatte – verkörpert das ganze woke Paket und ist quasi ein Überhang von Woke 1.0. Natürlich gehört sie den Demokratischen Sozialisten an. Sie will nicht nur die Polizei abschaffen, die koreanischstämmige Kandidatin erklärte auch, dass sie sich in Gegenwart von Weißen unwohl fühlt, was erstaunlich ist, denn ihr Sohn hat einen weißen Vater.
Was aber dem Fass die Krone ins Gesicht schlug, war ihre Forderung, das „kolonialistische Fest“ Thanksgiving abzuschaffen. Das mit dem Kolonialistischsein ist zwar nicht ganz falsch, aber Thanksgiving hat in Amerika die Bedeutung, die bei uns Weihnachten hat; also, damit gewinnt man beim Wähler keine Gummipunkte.
Derweil, in der Trumpwelt, ist der Iran zum Frieden bereit, die Mullahs verlangen von Amerika nur noch Reparationen für Schäden, insbesondere für eine Öllache in der Straße von Hormus sowie den Rücktritt von Trump als Voraussetzung für weitere Verhandlungen. Trump hingegen hat den Krieg schon mehrfach gewonnen.
Sollten die Demokraten es nicht schaffen, intellektuell weder hinter Teheran zurückzufallen noch hinter die Freakshow im Washington? Manchmal frage ich mich, wollen die überhaupt regieren oder doch sich selber nur reden hören?
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„Aber sofort stürzte sich die Vorhaut des Transkultes auf sie und beschimpfte sie als transphob und als Maga-Barbie.“
Genialer Schreibfehler, bitte so stehen lassen. Das passiert bei der künstlich intelligenten Rechtschreibprüfung.