
Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie hat sich als Anti-Trump formiert – ist aber nun gescheitert.
Amerika ist in Aufregung über Thomas Massie, den Kongressabgeordneten aus Kentucky, der die Vorwahlen gegen seinen quasi unbekannten Konkurrenten Ed Gallrein verlor. Massie, das ist der Republikaner, der sich zum Anti-Trump aufbaute, und zum Anti-Netanyahu. Er hat die üblichen Abweichler hinter sich versammelt, hatte aber das große Geld gegen sich. Mehr als 30 Millionen Dollar hat Trump gegen ihn in Stellung gebracht, eine unerhörte Summe für einen Sitz im Kongress.
Massie war der Tea Party verbunden, den Rechtsabweichlern, die sich nach dem Wall-Street-Crash von 2008 zusammenfanden, der das Ende der Präsidentschaft von George Bush besiegelte. Der schottischstämmige Wissenschaftler versteht sich als Libertärer; wenig Staat, freie Wirtschaft, Isolationismus, ähnlich wie Rand Paul, der ebenfalls aus Kentucky kommt. Für seine Fans ist er der neue Ron Paul.
Trump hat sich gewandelt
Die Tea Party war am Anfang eher anti-autoritär, Anti-Bush und vor allem Anti-Neocon, jene Intellektuellentruppe von israelnahen Think-Tank-Siedlern, denen die USA die Kriege im Irak, Afghanistan und Syrien zu verdanken hat. Auf ihrer Welle ist Trump nach oben geschwommen, indem er sich als Unabhängiger und Kriegskritiker gerierte. Und als Milliardär. Durch seine Reality-TV-Show The Apprentice, mit der Catchphrase „Du bist gefeuert“ wurde er bundesweit bekannt, warum nicht auch das Weiße Haus in eine Reality-TV-Show verwandeln?
Rückenwind bekamen er und die Tea Party von einer sortierten rechten Phalanx von Alternativmedien, ermöglicht durch das Internet, die die alten, „lügenden“ Medien wie die New York Times vor sich hertrieben. Trump sprang auch auf diesen Wagen auf; rechte Blogger mit Millionenzuhörerschaft – Joe Rogan, Tucker Carlson – unterstützten ihn, auch Sumpfblüten im Kongress wie Marjorie Taylor Greene.
Fast Forward, Trump hat sich inzwischen mehrfach um 360 Grad gedreht; es wird einem schwindlig, nun führt er Kriege, allerdings genauso glücklos wie Bush, und er hofiert israelnahe Lobbys wie AIPAC. Die Revolution hat ihre Kinder gefressen. Orwells Farm der Tiere hat sich erfüllt, die Schweine sind im Weltraum.
Tucker hasst Trump. Taylor Greene hat ihm öffentlich abgeschworen. Tulsi Gabbard hält die Klappe. Er regiert die Republikaner mit eiserner Faust. Das Einzige, was geblieben ist, ist sein Drang, Geld zu verdienen und sich im Fernsehen zu bewundern.
Massie ist der gleiche geblieben
Massie ist aber der gleiche geblieben, libertär und Anti-Neocon, isolationistisch und angstfrei. Trump hat an Popularität verloren, massiv, und Massie hatte gehofft, auf einer anti-Trump-Plattform und einer Anti-Israel-Plattform zu gewinnen, was hieß, er betrieb seinen Wahlkampf damit, gegen Trump zu stänkern.
Massie hat eine lange Geschichte, den Präsidenten anzugehen. Er hat gegen dessen „Big Beautiful Bill“ gestimmt, die Ukrainehilfe, und er setzte es durch, dass Trump die Epstein-Akten offenlegen musste. Das nahm der ihm übel. Dann versuchte Massie, ihm den Krieg mit dem Iran aus den Händen zu schlagen. Das nahm AIPAC ihm übel. Als Massie verlor, sagte er, er habe seinem Gegenkandidaten gratuliert, habe aber erst einmal dessen Telefonnummer in Tel Aviv suchen müssen.
Eine für einen US-Politiker sehr, sagen wir, unorthodoxe Bemerkung. Der American-Jewish Congress warf ihm vor, antisemitische Stereotype zu verbreiten, etwa, dass er ihm Wahlkampf gesagt habe, die Vorwahl sei ein Referendum, ob die Israellobby in Kentucky einen Kongresssitz kaufen könne. Kann sie das?
Er hat erstaunlich viele Fans angezogen, auch Demokraten, junge Menschen, allerdings reichte es nicht. Denn wer gegen Trump aufmüpfig wird, wird gefeuert. Wie beim Apprentice. Bestrafe einen, erziehe hunderte, wusste schon Chairman Mao. Und die Chinesen, die mag Trump. Bill Cassidy in Louisiana und Brad Raffensberger in Georgia, beides Republikaner, hat er ebenfalls zu Fall gebracht. Nicht loyal genug.
Viel Geld gegen Massie
Und wie hat Trump Massie verhindert? Mit Geld. Viel Geld. Alleine AIAPC hat – behauptet Linksaußen-Senator Bernie Sanders – neun Millionen Dollar für den Wahlkampf gegen Massie aufgebracht. Noch mehr Geld kam von privaten Spendern, darunter Hedgefondsmanager Paul Singer und Miriam Adelson, die Witwe von Casinomogul Sheldon Adelson, sie und ihr Mann Israel-Unterstützer erster Stunde. Das meiste Geld ging in Fernsehwerbung, in der auf Massie eingedroschen wurde.
Gerne möchte man eine Fliege an der Wand sein, wenn die Republikaner tagen. Keiner möchte als nächster öffentlich geschlachtet werden, aber auch keiner will mit dem Schiff ertrinken. Es ist wie bei dem Film The Death of Stalin, wo die Getreuen nach der richtigen Minute schielen, immer schon dagegen gewesen zu sein.
Was macht Massie jetzt? Er hat noch sieben Kongressmonate vor sich, genug Gelegenheit, weiterzustänkern und Verbündete zu gewinnen. Er könnte als Unabhängiger antreten, gegen den Republikaner Gallrein, und dem die Wahl verhageln. Und für AIPAC könnte das ein Pyrrhussieg gewesen sein.
Denn nun steht die Lobby im Rampenlicht, auch ihre Sponsoren, gekettet an die republikanische Partei, nur noch eine Mehrheitsbeschafferin, und einen rasch alternden Präsidenten, den fast nur noch die Furcht der Anderen im Amt hält.
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Seien Sie bitte sehr vorsichtig, Frau Schweitzer, dass Ihnen nicht postwendend der Bannfluchtitel Antisemitin verpasst wird, wenn Sie die Israellobby der USA in solch ungünstigem Licht erscheinen lassen.
Spätestens wenn die deutschen Israelgroupies aufmerksam werden, ist’s geschehen!
„Trump hat sich inzwischen mehrfach um 360 Grad gedreht“ – Ja genau! Und früher war Trump ja noch der Speck der Hoffnung!
Schön formuliert. Es würde mich nicht wundern, wenn der kleine grüne Kobold Annalena B., dieser „präsidenzlose“ Angriff auf Verstand und Vernunft, ein Mathematikgenie, das auch noch sieben Sprachen spricht und zwar fehlerfrei, die nächste Frau von Donald T. wird, wenn Melania zu langweilig wird. Das Lenchen ist auch noch 10 Jahre jünger.
DISCLAIMER: Ich unterstelle dem „demokratisch“ gewählten Präsi der größten Militärmacht auf diesem Planeten selbstverständlich nicht, dass er sexistisch wäre und Frauen nur nach dem Alter und den mathematischen und sprachlichen Fertigkeiten auswählen würde. Eine gewisse Bewunderung kommt da auf der anderen Seite aber wahrscheinlich auch hinzu. Geld und Macht macht Männer nicht schön bzw. schöner und auch nicht jünger, aber Geld und Macht machen sexy. Jede emanzipierte Frau kann Nein sagen, wenn sie einen Heiratsantrag von Donald T. bekommt oder?
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Weisheit und davon sind viele meilenweit entfernt, manche sogar „Hunderttausende von Kilometern“ (Annalena B. bei der UN-Klimakonferenz 2022).
Aus dem Jahr 1980 (!) stammt das folgende erkenntnisreiche Lied von Georg Danzer:
traurig aber war/Deppert′s Kind
Dass der Mensch a Kretzn is, hinterlistig, feig und mies.
Dass dei bester Freund di linkt, und es, wo ma hinriacht, stinkt
Dass a Frau nur frei sein kann, wann′s ned abhängt von an Mann.
Dass a Kind betrogen wird, dadurch, dass erzogen wird.
Dass da Starke ′n Schwachen schluckt, und die Faust die Hand zerdruckt:
Traurig, aber wahr.
Dass die Ungerechtigkeit täglich mehr zum Himmel schreit, und
dass as so ned weitergeht. Aber wie, des wissma ned.
Dass die an‘ den Magen verderben, und die andern den Magen verderbn.
Dass die Grausamkeit regiert, und dass immer schlimmer wird.
Dass die Wöd im Dreck dastickt, und dass des nur an uns liegt:
Traurig, aber wahr? traurig, aber wahr.
Dass der Mensch gern guat sei möcht, hilfreich, edel und gerecht.
Dass in ihm ein Engel steckt, und er meistens nur den Teufel weckt.
Dass er a Gewissen hat, das ihm nie des Falsche rat.
Dass er aber drüber lacht und erst recht des Falsche macht.
Und dass i tiaf in mir drin söbst oft so ein Oaschloch bin:
Traurig, aber wahr.
Danke für den Danzer Lied-Text, der nichts an Aktualität verloren hat.
Und sehr gut, dass dieser auch daran erinnert, wie notwendig es ist, sich selbst den Spiegel vorzuhalten. 💡
Darauf zu hoffen, dass das verheerende Weltgeschehen ein anders wird durch dieses „edel sei der Mensch, hilfreich und gut“, ist das eine, das andere kein bisschen weniger und evtl. noch wichtigere Element ist die Frage, wie herausfinden aus einer fehlgeleiteten Politik, genauer aus einem falsch konstruierten System, von dem keine ‚richtige Politik‘ erwartet werden kann?
Ich fand diesen etwas längeren Beitrag von Andrei zum gleichen Thema sehr lesenswert, obwohl ich zunächst bei „ich habs mit ner KI diskutiert“ schon weiter wollte:
https://www.patreon.com/posts/i-had-claudeai-158809236
Das ist lustig. Ich habe sehr ähnliche Fragen, eigentlich Bessere an deepseek gestellt, habe es aber leider weggeklickt. Ich habe noch nach dem Vermögen gefragt von Thomas Massie im Vergleiche zu anderen Abgeordneten. Er ist nämlich relativ „arm“, hat aber als „Wissenschaftler“ (wie die Autorin ihn nannte und das stimmt auch zum Teil, aber ist keine ausreichende Beschreibung) ein Start up als Gründer und CEO verkauft für 365 Mio. $ zusammen mit anderen Aktionären. Was davon sein Anteil war, wäre intessant zu erfahren. Der kann nicht so klein gewesen sein.
Er hat auch ein kleines Privatflugzeug wie Merz für 700.000 $. Seine Farm dürfte weit mehr wert sein, als bei z.B. Opensecrets ausgewiesen usw. Er mussten natürlich schon frühere Wahlkämpfe finanzieren. Üblicherweise werden Politiker im Kongress auch nicht ärmer, sondern eher deutlich reicher als sie schon waren.
Vielen Dank für die Rückmeldung. Ich hatte ja schon vor dem Beitrag von Andrei (TheSaker @patreon) herausgefunden daß die Israel Lobby sich da einen Kandidaten bastelt. Gut wenns noch mehr Leute wissen, schade daß es so wenige, insbesondere auch unter den dortigen Wählern, sind.
Als wenn sich die verschiedene Geschmacksrichtungen im neofeudal-libertären Universum großartig unterscheiden würden. Wer fällt den immer noch darauf rein?
Eben. Früher war Trump ein lebenslanger Democrat. Bei den Democrats ist er nichts geworden, also spielt er den Rebellen bei den Republicans. Die USA in ihrer Extravaganz leisten sich gleich zwei Einheitsparteien. Die spielen „good cop, bad cop“ wie im Krimi.
Ich finde aber gut, daß Trumps MAGA-Gefolgschaft ihm abtrünnig wird und ihn an seinen Wahlversprechen misst, von denen Trump nichts mehr wissen will.
Ist das wieder ein Pamphlet ….
Ich würde der Autorin einen Editor empfehlen, der jeden Satz von ihr auf Richtigkeit überprüft und all die sentimentalen, normativen Allüren einfach rausstreicht, die mehr über ihre persönlichen Vorlieben als pro-amerikanische Linksliberale verraten als über die beschriebenen Personen.
Massie wie auch MTG sind aus dem Kongress geflogen, weil sie trotz aller Fehler in ihrer Ideologie letztlich zu ehrlich waren. Damit haben sie der ach so progressiven AOC etwas voraus, die gerne Mama Bear beerben würde. Ich habe gerade mit deepseek mich etwas mit den Vermögensverhältnissen von Massie beschäftigt oder denen von US-Abgeordneten generell. Massie verheimlicht sicherlich auf opensecrets sein wahres Vermögen, aber im Vergleich ist er doch relativ ehrlich, z.B. kein Insiderhandel nachgewiesen wie bei Mama Bear für die und andere es den Congress trading tracker gibt von Chris Josephs.
Der Einwand des ersten Kommentares ist auch komplett unnötig. Die Autorin wird garantiert nicht in Gefahr geraten als Antisemitin gebrandmarkt zu werden. Deshalb setzt sie „lügende“ New York Times auch in Anführungszeichen. Ja, die haben manchmal sehr rigoroses Fact Checking, z.B. als damals der böse „Antisemit“ Ali Abunimah für sie 2 Editorials schreiben durfte wie er neulich erzählte in einem Interview. Sie hatten aber nachweislich ein absolut katastrophales Fact Checking bei der Story von Jeffrey Gettleman über den 7. Oktober, das sie bis heute zu vertuschen versuchen oder z.B. bei ihrer Verbreitung von Kriegslügen der Bush-Regierung für den Irakkrieg. Das sind keine Einzelfälle. Sie übersieht natürlich gerne, dass die Besitzer der NYT Zionisten sind und gut vernetzt mit US-Geheimdiensten. Daher kommen auch solche genannten Falschmeldungen, die durch das Faktchecking rauschen, würde ich dreist behaupten.
Ja gleich zu Anfang behauptet Frau Schweitzer, Bush der Jüngere wäre durch die Tea Party Bewegung entthront worden. Nein, der hat ganz regulär seine zweite Amtszeit beendet. Die Tea Party hat wie Occupy ein bisschen Rabatz gemacht, aber auch nichts verändern können. Bisschen Druck ablassen damit das Volk nicht noch wirklich eine zweite Boston Tea Party veranstaltet.
Der Titel sollte wohl eher „MIGA gegen MAGA“ heißen und diese Vorwahl bricht alle Rekorde, denn noch nie haben Juden und jüdische Lobbyorganisationen wie AIPAC so viel Geld investiert, um einen Israelkritiker als Antisemiten zu verunglimpfen und zu vernichten. Massie war schon 14 Jahre Abgeordneter in seinem Wahlkreis.
Massie muss mit seinen Fragen einen Nerv getroffen haben, daß so viel Geld aufgewendet wurde um ihn aus dem Kongress zu kegeln.
Und es zeigt erneut deutlich wie käuflich die Demokratie ist.
Bitte von vorn. Das Ganze ging im letzten Herbst los, eigentlich mit der Ermordung von Charlie Kirk. Hier habe es ein „Redeverbot“ gegeben, wie Matthias Bröckers berichtete. Das wird zwar offiziell bestritten, aber es wird offensichtlich so gehandhabt. Beim Trump-Attentat 2024 gab es unzählige Videos, Lagepläne und Analytiker, aber bei Kirk nichts davon. Sehr merkwürdig. Allerdings galt das Redeverbot für eine Person nicht, eine gewisse Candace Owens, die früher einmal Kirks Assistentin war. Auch das höchst merkwürdig. Owens hat dann pausenlos Geschichten ventiliert, bei denen Israel am Mord beschuldigt wurde. Das hatte riesige Aufmerksamkeit.
Dann kam Tucker Carlson dazu. Er, der Erzkonservative begann plötzlich den Islam als Friedensreligion zu preisen. Wie auch das katarische Bildungssystem. Wobei er dreinschaute wie ein begossener Pudel. Der Eindruck, dass hier Geld geflossen ist, drängt sich regelrecht auf.
Dann natürlich die Riesenkampagne gegen AIPAC. Hier wurde der Eundruck persönlicher Bestechung erweckt, was in keinem einzigen Fall zutreffend war. AIPAC spendet viel in den Wahlkämpfen, aber so viel dann auch wieder nicht. Die Fossilindustrie gab das Dreifache für Trump.
So unterstützt dachte dieser Messie, er könne Trump herausfordern. Aber die Bewegung hat sich selbst enthauptet. Ownens hat sich immer mehr dem Nazitum zugewendet, am Ende hat sie sämtliche Lügen aus dem „Stürmer“ zum Besten gegeben. Das ist ihr gar nicht bekommen. Es war eine wahre Pracht, wie die Amis ihre Nazis verdroschen haben. Owens und die anderen, Fuentes und Sneako, aber auch Carlson bekam sein Fett weg. Lob an diesen Elon Musk, der dies auf X ermöglicht hat. Ein punktuelles natürlich.
Da muss ich die Autorin korrigieren. Massie hatte seine Chance. Er hat sie vermasselt, weil sein Personal zu schlecht war. Am Geld lag es nicht.
Naja die Kosten für den Irak Krieg sind wohl wesentlich höher als man bisher verlauten lassen wollte..
https://www.independent.co.uk/news/world/americas/us-politics/us-fighter-jets-congressional-report-b2980943.html
Das verschafft den anderen Kandidaten natürlich auch einen gewissen Aufwind, und auch Gehör.. Ob sich Massie allerdings gegen die mächtige amerikanische Israel Lobby durchsetzen kann bleibt abzuwarten..
Mfg Makrovir