
Amerikaner und europäische Geschichte.
Es ist immer interessant, die eigene Kultur durch eine fremde Brille zu sehen; in diesen Wochen bedeutet das, die europäische Kultur durch die amerikanische Brille. Noch läuft der World Cup, auch wenn Deutschland nur geringfügig erfolgreicher ist als Italien, und zehntausende von europäischen Fans sind dazu in die USA gereist.
Das hat eine Reihe von kulturellen Zusammenstößen ausgelöst; zum Beispiel lernen Deutsche, dass man in Amerika 20 Prozent Trinkgeld geben muss, sonst ist man geizig. Und man gibt das Trinkgeld in bar, sonst kassiert Uncle Sam ein Drittel.
Amerikaner hingegen lernen, dass die europäischen Fußballmannschaften, vor allem England und Frankreich, unglaublich viele afrikanische und arabische Spieler in ihren Rängen haben. Das überrascht viele, denn in den amerikanischen Filmen über Paris gibt es nur weiße Franzosen mit Barett oder Bonett, einer Baguette unter dem Arm und einem bezaubernden französischen Akzent in ihrem Englisch.
Zwei Kühlschränke? Zwei Kühlschränke!
Mögen tun die Amerikaner das nicht; die Fans meckern, dass gar keine richtigen Europäer mehr spielen. Aber was ist Europa? Wenn Amerikaner „Europa“ sagen, meinen sie meistens Deutschland und Frankreich. Manchmal auch England, seltener Italien, Spanien oder Skandinavien, eigentlich nie Litauen oder Albanien.
Viele von den Fans, die kommen, sind Engländer oder Schotten, wahrscheinlich auch Deutsche, so genau erfahren wir das nicht von den amerikanischen Zeitungen, und einige davon, ich glaube, Holländer, hatten sich in einer Suburb von Kansas City einquartiert. Warum? Na, wer will schon in Kansas City wohnen.
Und dort, berichtete das Wall Street Journal, staunten sie über den Reichtum der Amerikaner. Diese Suburb-Bewohner haben Garagen für zwei Autos, zwei Kühlschränke, und große Wandschränke! Und natürlich Fernseher!
Wahnsinn! Also, ich will nicht angeben, aber meine Eltern hatten, als ich in der Grundschule war, bereits eine Garage für zwei Autos, plus tatsächlich zwei Autos, sowie zwei Kühlschränke, von denen einer in der Speisekammer stand, sowie einen Keller für Äpfel und Kartoffeln. Und einen Fernseher; damals natürlich ein Röhrengerät, wo am Dienstagabend „UFO“ lief, eine Serie über eine britische Organisation namens „S.H.A.D.O.“ die Außerirdische bekämpften.
Ich habe den Verdacht, dass die Holländer, oder vielleicht auch Schotten, oder Deutsche vor allen deshalb staunen, weil sie geglaubt hatten, dass Amerikaner in städtischen Slums leben, wo waffenfuchtelnde Gangster Touristen berauben, während hispanische und italienische Banden um Reviere kämpfen und Agent Mulder Außerirdische sucht. Und tatsächlich sagen auch viele direkt in die Kamera: „Also wir haben uns Amerika von den Medienberichten her ganz anders vorgestellt.“ Jedenfalls, weit gefehlt, in diesen Suburbs wohnen ordentliche, fußballguckende Weiße.
Arme Europäer
Großzügig geschnitten sind diese Suburbs allerdings schon, man braucht alle beiden Autos, um dorthin zu kommen, und das ist auch Absicht; wer will schon autolose busfahrende arme Schlucker als Nachbarn haben? Nicht zu vergessen die riesigen Wal-Marts, Fußballstadien – zu denen man auch nicht zu Fuß hinkommt – und die riesigen Portionen von Pommes und Hot Dogs auf den State Fairs und die übergroßen, eisvollen, nachfüllbaren Coca-Cola-Becher, weshalb man auch 20 Prozent Trinkgeld geben muss, weil das Personal schwer zu schleppen hat.
Apropos arme Schlucker; Amerikaner haben auch gelernt, dass Europäer – Europäer von Frankreich bis Deutschland – keine Klimaanlagen haben, weil wir arm sind. Das mit den Klimaanlagen liegt Amerikanern sehr am Herzen; seit Wochen werde ich beschallert, von Zeitungen, von Bill Maher auf Real Time, auf Facebook, dass Europa unbedingt mehr Klimaanlagen braucht, und dass es eine Schande ist, dass die in Deutschland verboten sind, und außerdem sind die für uns zu teuer.
Ich glaube, in Süditalien und Griechenland haben die Leute Klimaanlagen und das ist ja auch auf der geographischen Höhe vom heißen New York, wo ich ebenfalls eine Klimaanlage habe, weil New York im Sommer so stickig ist wie Sumatra. Nicht diesen Sommer allerdings, aber das kann ja noch kommen.
Apropos Griechenland, gehört Griechenland zu Europa? Christopher Nolan, der Regisseur von Oppenheimer bringt am 17. Juli einen neuen Film auf den Markt, die Odyssee, die bei ihm ungefähr so griechisch ist wie Wal-Mart oder Hot Dogs. Odysseus wird von dem englisch/finnisch/schwedischen Matt Damon gegeben, seine Frau Penepole von Anna Hathaway, („Der Teufel trägt Prada“), einer der griechischen Krieger wird von Elliot Page gespielt, die heute als Mann identifiziert, und, GROSSE AUFREGUNG; die schöne Helena ist schwarz.
Die Schauspielerin, die Helena sowie ihre Schwester Klytaimnestra spielt, ist Lupita Nyong’o, eine in Mexiko geborene Kenianerin, also eine Art weiblicher Barack Obama. Sie sieht gut aus, keine Frage, insbesondere für eine 42-jährige mit dem Körper einer bulgarischen Kugelstoßerin bei der Olympiade von 1972, und sie ist eine gute Schauspielerin, aber wirklich, aber eine schwarze Helena? Sofort zerfiel Amerika in zwei Teile, einen nicht-woken, der über Lupita herfiel wie ein holländischer Tourist über einen halbe-Meter-Hot Dog auf einer texanischen State Fair, und einen woken, der Lupita verteidigt.
Griechenland ist Afrika?
Es heißt, dass Nolan transe und schwarze Schauspieler braucht, damit der Film für einen Oscar nominiert werden darf. Gut möglich, aber hätte es da nicht ein Cyclop oder ein Minotaur getan? Was das kommerzielle Potential des 250-Millionen-Dollar-Films angeht, hätte Nolan natürlich aus dem Dr-Who-Desaster lernen können, die Serie, die nun darauf wartet, von Disney oder der BBC ins Leben zurückgeküsst zu werden. Aber lernen ist unamerikanisch. Wir lernen nicht, wir belehren.
Zu allem Überfluss hat das Team von Nolan einen Filmausschnitt gepostet, auf dem Lupita die Kamera anbrüllt wie Godzilla. Konnten die nichts Hübsches finden? Wer ist bei denen für PR zuständig, die Marketing-Abteilung der Sirius-Cybernetic-Corporation? Natürlich sehen die griechischen Boote aus wie norwegische Wikingerschiffe, selbst die britischen Schauspieler haben amerikanische Akzente und sie führen Dialoge wie Klingonen, die einander mit „Hi – how are you“ begrüßen.
Auch der unvermeidliche Elon Musk schlug sich auf die Seite der Kritiker und nannte Nolan einen „anti-weißen Rasissten“. Am empörtesten aber sind Griechen, die, organisiert und als Privatpersonen, seit Tagen Nolan beschimpfen, der griechische Kultur und Mythologie als Steinbruch benutze und sie dabei verhunze.
Es beruhigte die Nerven auch nicht, dass Lupita verkündete, Homer sei ein alter weißer Mann, der keine guten Frauenrollen für das Kino schreiben könne und erst recht nicht, dass die Filmfirma 6,5 Millionen Dollar an griechischen Steuergeldern eingesackt hatte, ohne einen einzigen griechischen Schauspieler zu beschäftigen. Auf der gerade laufenden Pressetour lässt Nolan Athen vorsichtshalber aus. Vielleicht möchte er nicht mit Gemüse beworfen werden.
Nun kann man natürlich sagen, künstlerische Freiheit, Nolan hat, wie jeder Filmemacher, das Recht, die Welt so abzubilden, wie sie ihm gefällt. Man könnte auch einwenden, die schöne Helena sei kein real existierender, sondern ein mythischer Charakter. Wobei natürlich Moses auch ein mythischer Charakter ist, oder der Pillsbury Doughboy, aber beide würde Hollywood nicht schwarz besetzen. Vielen Amerikanern ist es nicht klar, dass Troja wirklich gegeben hat. Für die ist der Trojanische Krieg ein Märchen wie Harry Potter oder die Chroniken von Narnia.
Viele glauben auch, Griechenland liegt in der Nähe von Afrika, wobei Schwarzafrika in der Vorstellung vieler Amerikaner bereits in Libyen anfängt. Und da ja Griechenland viel Handel mit Afrika trieb, müssen viele Griechen schwarz sein, so ähnlich wie ja auch viele Indianerhäuptlinge Skandinavier sind.
Amerikaner müssen immer vornedran sein
Und tief drinnen denken sie, jedes Land ist eigentlich wie Amerika oder sollte zumindest so sein, nämlich mit einer sichtbaren schwarzen Minderheit. Es ist nur erstaunlich, dass die gleichen Amerikaner, die denken, Griechenland ist halb schwarz, über algerische Fußballer im französischen Nationalteam verwundert sind.
Und dann gibt es noch die ganz Woken, die meinen, dass Griechen nicht weiß sind, sondern irgendwie braun, wie übrigens auch die Araber, Türken, Italiener, Spanier, Portugiesen, nicht aber die Israelis, Kroaten und Franzosen. Als die großen Einwanderungswellen der Engländer, Skandinavier, Deutschen und Iren von Italienern, Polen und Juden abgelöst wurden, erfand Amerika verschiedene Schattierungen von weiß, oder von, eingedeutscht, arisch und nicht-so-arisch. Dass aber ausgerechnet die Liberalen dieses Fähnlein heute hochhalten, ist verwunderlich.
Was sagen diese lose zusammengestrickten Geschichten über Amerika aus? Amerikaner müssen immer vornedran sein, und immer bestimmen, wo es langgeht und was der Maßstab ist. Ob sie Ahnung von der Materie haben oder nicht, ist egal. Das betrifft Woke wie Unwoke; Woke sogar noch mehr, weil die von dem Bedürfnis getrieben sind, Amerika und den Rest der Welt stetig zu bepredigen, während es bei den Unwoken wenigstens ein paar gibt, die vornehmlich ihre Ruhe haben wollen.
Und dass gilt ganz besonders für Europa, denn im Grunde ihres Herzens sind Amerikaner immer noch wie rebellische Teenager, die ihren europäischen Eltern erklären wollen, dass ihr Musikgeschmack gänzlich unmodern ist und dass man heutzutage bunte Nasenringe mit blauen Haaren trägt und schwarze Freunde hat.
Bei dieser Art von kulturellem Imperialismus ist es auch egal, worum es geht. Ob Amerikaner den Griechen erklären, dass ihre Mythologie Quotenschwarze beinhaltet, den Deutschen, dass sie Klimaanlagen installieren sollen, um den Klimawandel abzuwehren, den Holländern, dass ihre heimischen Hots Dogs zu klein sind, um Speck auf die Rippen zu kriegen, oder den Franzosen, dass sie zwei Kühlschränke brauchen, aber keine algerischen Einwanderer: Wo wir sind, ist vorne!
Und natürlich wollen die Amerikaner dafür geliebt werden. Sie meinen es ja nur gut! Und wenn sie beim Weltverbessern versehentlich die Straße von Hormus bombardieren, weil sie dachten, die liegt in Afrika, dann ist das auch kein Problem. Klimaanlagen laufen ja nicht mit Öl, sondern mit Strom. Und Strom gibt es in Amerika überall, in Hülle und Fülle, so wie Hot Dogs und Coca-Cola.
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1. „Die Schauspielerin, die Helena sowie ihre Schwester Klytaimnestra spielt, ist Lupita Nyong’o, eine in Mexiko geborene Kenianerin, also eine Art weiblicher Barack Obama. Sie sieht gut aus, keine Frage … “
Auf der anglo-amerikanischen NATO-Pedia heißt es tatsächlich: „Nyong’o holds Kenyan, Mexican, and United States citizenship and identifies as ‚Kenyan-Mexican’.“
Die Frage, die sich stellt, ist doch: Geht es hier um Ästhetik, um Schönheit, um Design und die optische Erscheinung, um einen Schmaus für die Augen, also um Äußerlichkeiten oder um „innere Werte“? Die einen finden Sie „hübsch“. Kann Mann/Frau/Es so sehen. Es gibt vermutlich aber auch Männer (und Frauen und Diverse) die das anders sehen, weil sie charmante Französinnen, heiße Italienerinnen/Spanierinnen, kühle Norwegerinnen oder Frauen/Diverse mit blonden oder roten oder brünetten Haaren mögen. Aber das ist persönliche Geschmackssache.
Bei den „inneren Werten“ ist das selbstverständlich anders. Bei den inneren Werten geht es um „höhere“ Werte. Da geht es um Ideologie, um Philosphie, um Weltanschauung, um Religion, um Rassismus, um Nationalismus, um Antisemitismus und um die Haltung des Geistes und da hört der Spaß für viele Bürgerinnen und Bürger auf. Das ist in den vereinigten demokratischen Staaten von Nordamerika nicht anders als im demokratischen und sozialen Bundesstaat Deutschland wie es im Art. 20 Grundgesetz von 1949 heißt.
2. Auch der unvermeidliche Elon Musk schlug sich auf die Seite der Kritiker und nannte Nolan einen „anti-weißen Ras[s]isten“.
Man kann über den Billionär und Plutokraten Elon Musk sagen, was man will, aber dumm ist der Mann nicht. Das ist ein cleverer Psychologe, er kennt sich mit Zwiedenken, Doppeldenk und Rabulistik aus und weiß, wie man die kleinen Leute an der Nase herumführt und die Gesellschaft in „Rassisten“ und „Nichtrassisten“ spaltet und herrscht (divide et impera = teile/spalte und herrsche).
Wenn ein Sozialdarwinist sagt, dass das Rassismus wäre, dann wissen alle kleinen Rassisten, was los ist. Ein Sozialdarwinist würde niemals von Sozialdarwinismus und davon sprechen, dass Rassismus ein ideologischer Bestandteil des Sozialdarwinismus ist. Außerdem wissen die meisten Bürgerinnen/Bürger in den USA und Deutschland sowieso nicht, was Sozialdarwinismus ist, aber sie wissen, was Rassismus ist und Rassismus ist böse, vor allem dann, wenn Nichtweiße damit auf Weiße zielen. Wenn Weiße auf mit der rassistischen Waffe auf Nichtweiße schießen, dann ist das für die meisten Weißen selbstverständlich kein „Rassismus“, dann ist das Notwehr. Was denn der Ku-Klux-Klan dazu?
Nur so am Rande: Der Sozialdarwinismus war das ideologische Fundament der deutschen NSDAP.
Jede Kritik, welche die Utopien von Utopisten wie ihnen in Gefahr bringen könnten, scheinen einen Reflex auszulösen. Der Reflex besteht darin, die entgegengebrachte Kritik nicht sachlich durch belegbare Tatsachen zurückzuweisen, sondern durch kunstvoll -sagen wir doch besser abenteuerlich – gesponnene Verbindungen zum Dritten Reich zu entkräften. Was natürlich nicht funktioniert, da diese scheinbaren Herleitungen nichts mit dem jeweiligen Thema zu tun haben. Man könnte natürlich auch immerhin den Versuch loben, Menschen anderer Ansicht nicht grob als Nazis zu beschimpfen, sondern sie mehr oder weniger elegant in die Nähe von Nazis zu stellen. Funktioniert aber auch nicht.
Wer bitte sagt, dass ich ein „Utopist“ wäre bzw. woraus schließen Sie das? Fakt ist, wenn man die Geschichte der Menschheit aka „Homo sapiens“ nüchtern und aus der Sicht eines objektiven Dritten analysiert und damit meine ich nicht nur die letzten 100 Jahre, dann ist das eine Geschichte von Krieg und Frieden bzw. Frieden und Krieg oder wollen Sie das abstreiten?
Und wo und wann habe ich gesagt, dass alle Menschen mit anderen (rechten) Ansichten „Nazis“ wären? Bei der AfD gibt es sicherlich auch Nazis, aber nicht alle AfD-Wähler und AfD-Sympathisanten sind Nazis. Es gibt da zweifelsohne auch Menschen mit Verstand, Vernunft und Empathie für andere. Ich sage auch nicht, dass alle Linken Kommunisten sind, obwohl da wahrscheinlich unter 1.000 Linken auch neun oder 10 dabei sind.
Tatsache ist aber, dass die AfD von neoliberalen Wirtschaftsprofessoren gegründet wurde, denen die asoziale Politik von FDP und CDU/CSU zu sozial war. Fakt ist auch, dass ein AfD-Politiker das Dritte Reich einmal als „Vogelschiss“ der deutschen Geschichte verharmlost hat. Der (inzwischen verstorbene) Doktorvater von Frau Weidel, ein „Gesundheitsökonom“ hat sogar vorgeschlagen, Arbeitslose sollten doch eine Niere verkaufen, wenn sie kein Geld hätten. Selbstverständlich nicht am Schwarzmarkt oder bei ebay, sondern auf der Grundlage eines Gesetzes, staatlich überwacht und staatlich kontrolliert.
Umgekehrt stellt sich die Frage, was ist 2026 „christlich“ an der „C“DU und der „C“SU? Es gibt sicherlich auch christliche Politiker und christliche Menschen, die die CDU/CSU wählen, aber die real existierende Politik dieser Parteien hat doch nichts mit den Zielen des Mannes zu tun, der einmal vor rund 2.000 Jahren im Nahen Osten lebte. Das gilt auch für die SPD: Was an dieser Partei ist noch „sozialdemokratisch“? Das ist eine Partei, die Politik für die Leute mit den dicken und fetten Bankkonten macht, für die Reichen und Superreichen, aber doch keine Partei für die Interessen der hart arbeitenden Menschen, die ein paar Euro im Monat verdienen, obwohl die SPD das den Leuten immer noch erzählt.
Die Grünen waren bei ihrer Gründung 1980 eine pazifistische, kapitalismuskritische Öko-Partei, die einmal das Rotationsprinzip bei Polikern einführen wollten, damit es im Parlament keine Berufspolitiker gibt. Was ist davon geblieben außer Veggie-Wurst und ein paar Wärmepumpen?
Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Punkt der jüngeren Geschichte Deutschlands: Wir hatten in Deutschland von 1914 bis 1918 schon mal einen Weltkrieg, dann hatten wir von 1919 bis 1933 eine Demokratie und danach von 1933 bis 1945 eine gleichgeschaltete rechte Diktatur (inkl. Zweitem Weltkrieg, Euthanasie, Holocaust und einem großen Leichenberg am Ende des Zweiten Weltkrieges) und diese braune Diktatur ist 1933 nicht vom Himmel gefallen. Dieses totalitäre rechte Regime ist vollkommen legal an die Macht gekommen, das war kein Militärputsch. Hätten die Deutschen 1939 zusammen mit ihem Führer nicht den Zweiten Weltkrieg angefangen und krachend verloren, dann wäre Deutschland auch nicht geteilt worden und es hätte auch keine Mauertoten gegeben.
Fakt ist: Der braune Führer wurde damals ganz legal gewählt und dann per Ermächtigungsgesetz im März 1933 zum Diktator gemacht. Das sind einfach nur historische Tatsachen. Finanziert wurde der braune Führer von den Reichen und Superreichen, weil der gescheiterte Kunstmaler aus Braunau am Inn zu Beginn seiner Karriere kein Geld hatte. Auch das ist eine historische Tatsache.
Fakt ist: In der Demokratie der Weimarer Republik ist die Mitte der Gesellschaft von 1918 bis 1933 von links nach rechts gewandert und nicht umgekehrt.
Fakt ist, diese Entwicklung haben wir auch in der Bundesrepublik Deutschland. Auch in der Bundesrepublik ist die Mehrheit der Gesellschaft von links (Ludwig Erhard, CDU, 1957: „Wohlstand für Alle“; Willy Brandt, SPD, 1970: „mehr Demokratie wagen“) nach rechts gewandert: Weniger Demokratie, weniger Sozialstaat, aber Kapitalismus, mehr FFP2-Masken und mehr Spritzen, denn wer sich nicht spritzen lassen will, der ist ein „böser“ Querdenker und „Nazi“. Dann bin ich auch ein „böser“ Querdenker und ein „Nazi“, obwohl ich niemals die AfD wählen würde. Wei passt das denn zusammen?
2008 hat ein (ehemaliger) Mitarbeiter der US-amerikanischen Kapitalanlagegesellschaft Black Rock ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Mehr Kapitalismus wagen. Wege zu einer gerechten Gesellschaft“ und dieser Autor und (ehemalige) Mitarbeiter von Black Rock ist seit 2025 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Die Politik dieses Bundeskanzlers ist alles, aber sicherlich wenig demokratisch und sozial.
Schließlich steht im Grundgesetz von 1949: Art. 20 (1) „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Warum steht da nicht: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein kapitalistischer Bundesstaat, denn der Kapitalismus ist eine gerechte Wirtschaftsordnung.“?
Tatsache ist: Allein das Geldvermögen der Deutschen beträgt inzwischen mehr als eine Billion Euro, das sind 1.000.000.000.000 Euro. Warum stellen sich dann 2026 in Deutschland mehr als zwei Millionen Bürger bei den Tafeln an und warum müssen im Winter Obdachlose erfrieren? Warum gibt es überhaupt Obdachlose in diesem demokratischen und sozialen Bundesstaat?
Am Ende der Weimarer Republik gab es offiziell rund 5,6 Millionen Arbeitslose. Aber es gab auch Reiche und „Superreiche“, obwohl es das Wort damals noch gar nicht gab, und diese Reichen und Superreichen haben den braunen Rechten aus Braunau am Inn finanziell gesponsert und ganz groß gemacht. Das war alles legal. Warum reden dann mit Ausnahme brauner Vogelkundler fast alle davon, dass Deutschland von 1933 bis 1945 ein Unrechtsstaat gewesen wäre?
Das sind nichts als historische Fakten. Können Sie mir erklären, was das mit Utopie zu tun hat, denn Dystopie trifft es schon eher oder?
Verzeihung, Frau Schweitzer, US-Amerikaner sind zum Smoothie gequirlte Europäer mit mehr Raum für groben Unfug und einer Viskosität, die auch in die letzte Ritze den kapitalistischen Parasitismus quetschen will.
»Wir lernen nicht, wir belehren.« ist das gemeinsame Motto, die verhängnisvolle Tradition auf beiden Seiten des Atlantiks, egal, ob es spät pubertierende Cowboys sind oder Greise, die immer noch denken, sie hätten einen entkoffeinierten Kaffee gereicht bekommen, der allerdings ein Schierlingsbecher war.
Bei Ihrer Darstellung der „amerikanisch geprägten Farbenlehre über die Mittelmeerstaaten“ fiel mir doch sofort »The Sicilian Scene« aus »True Romance« (1993) ein (YT 3:35 min, deutsch oder YT 5:09 min, englisch). Eine schöne Parabel über Geschichte, Fakten, das Selektive, das (Un-)Sagbare und die Abscheu im Gegenüber.
Was mir nicht ganz klar ist, ob Sie »The Odyssey« schon gesehen haben oder ob Sie einfach fürchten, Nolan könnte Sie zutiefst enttäuschen? Vielleicht werden Sie es beim nächsten Artikel verraten.
Werter El-G, Ihr erster Satz ist herrlich! Einfach großartig!
Inhaltlich gehe ich konform mit Ihnen,
Ein nett geschriebener, unterhaltsamer und zugleich auch noch lehrreicher Artikel.
Gut gelungen!
Auf einzelne Punkte muss man hier nicht näher eingehen, das hat Frau Schweitzer selbst schon genügend getan.
Zu den Klimaanlagen sage ich als repräsentativer Durchschnittsdeutscher: im Sommer schwitzt man und das ist von der Natur so gewollt. Also in Demut hinnehmen, wie man auf Overton sagt.
ABER wir hatten jetzt im Juni 15 Tage mit Spitzentempertur über 30 Grad. Im langjährigen Durchschnitt waren es 1,5. Das Stalingrad der Klimaleugner. Um das nicht feststellen zu müssen, thematisiert die Presse die Klimaanlagen.
Da haben wir eine massive Verschiebung in kurzer Zeit. Die Fossil- und Atomindustrie hat Trump an die Macht gebracht und sie hat sich das etwas kosten lassen. Jetzt versuchen sie dasselbe in Europa. Die deutsche Presse ist schon völlig gleichgeschaltet. Es ist hier ja auch am einfachsten.
Man stelle sich vor, die Energie zur Kühlung käme aus Kohlekraftwerken. Das wäre verheerend. Aber die Solapanelds liefern exakt passend zu diesem Bedarf. Klimaanlagen sind also klimatschnisch halal.
Wir hatten im Juni in Frankfurt am Main eine heiße Woche mit Temperaturen bis zu 40 Grad. Wenn es über 35 Grad wird, ist es in unserer Wohnung nur schwer auszuhalten. Da wird der Ventilator in Gang gesetzt …
Nächste Woche soll es noch mal bis 32 Grad werden. Davor waren die Sommer 2019 und 2003 recht heiß. Warum soll ich mir eine Klimaanlage zulegen, die alle 7 Jahre mal 7 Tage gebraucht wird?
Der Artikel beschreibt die obszöntät der nationalen Identität!
Diese Obzonität wird betrieben durch ihre Macher der Obzonitäten.
Es besteht eine irregulalare existentz, der angeblichen Regulierenden.
Wie kann ein nationaler Staat überschwemmt werden, durch diverse Nationen, um zu behaupten :
„Wir sind Deutsche, Franzosen etcppff, wenn diese Menschen keinen französischen oder sonstigen Namen besitzen?
Der angebliche olympische Gedanke, ist mit der kapitalistischen Verwertung, zu einer bankrott will gelangen,.
Die Distopie ist Realität, nur wie kann man sich ,daraus befreien…..?
Da fällt mir doch sofort „Black Athena“ von Martin Bernal ein, der in Athen afro-asiatische Wurzeln sieht .