Die neuen Neocons erobern Venezuela

Donald Trump vor Ölbohrtürmen.
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Diesmal geht es den Amerikanern nicht um Demokratie und Menschenrechte, sondern nur um Öl – Donald Trump sagt das erfrischend offen.

Vor grauer Vorzeit gab es einmal einen US-Präsidenten namens George W. Bush. In seine Amtszeit fiel 9-11, der Angriff auf das World Trade Center und das Pentagon. In der Folge marschierte Bush erst in Afghanistan, dann in den Irak ein, später wurden auch Libyen, Syrien und der Jemen in Mitleidenschaft gezogen.

Beraten wurde Bush von einer Art inoffiziellen NGO, den Neokonservativen, kurz Neocons genannt, neu-Konservative, oft auch eigentlich alt-Konservative. Die hatten mit Paul Wolfowitz und Douglas Feith zwei hochrangige Vertreter im Pentagon. Aber auch Think-Tank-Betreiber und Intellektuelle zählten dazu, wie Daniel Pipes, James Woolsey, David Horowitz, Robert Kagan, Bill Kristol, David Wurmser, John Bolton, Abram Schulsky, David Frum und Scooter Libby, der Judith Miller von der New York Times mit Informationen über gefakte Massenvernichtungswaffen versorgte.

Unser Öl!

Die Neocons, die unter Ronald Reagan hochkamen, vereinten sich als Project for the New American Century, angeführt von Kristol, Kagan und Elliott Abrams, der schon unter George Bush Sr. in den Iran-Contra-Skandal verwickelt war und der später Joe Bidens Special Representative for Venezuela wurde. Die Neocons verstehen sich als parteiunabhängig, ihr Ziel ist die amerikanische Vorherrschaft der Welt.

Die Kriege im Mittleren Osten verkauften sie als Einsatz für Frauenrechte und Demokratie. Bezahlt werden sollten sie mit irakischem Öl. Andererseits, wer damals behauptete, es ginge ums Öl, galt als Verschwörungstheoretiker. Natürlich haben die Sowjets auch Afghanistan befreit, um Mädchenschulen zu bauen. Ein prominenter Bush-Kriegskritiker war damals Donald Trump. Auch deshalb wurde er gewählt.

Fast Forward, nun lässt Trump Venezuelas Diktator Nicolas Maduro entführen und stellt sich vor die Mikrofone der Weltpresse und erzählt, ungeniert und glasklar, es ging ums Öl! Amerika will das Öl! Das ist nämlich unser Öl! Das Öl wurde nämlich vor Hugo Chavez und Maduro von amerikanischen Ölfirmen wie ExxonMobile und Chevron aus dem Boden gefördert, und deshalb gehört das immer noch uns.

In den Protesten gegen den Irakkrieg gab es Plakate, auf denen stand, „Wie kommt unser Öl unter deren Boden“, aber das war damals als Satire gedacht, nicht als ernsthaftes Argument. Man muss sich nur mal eine Sekunde vorstellen, dass Russland einen ähnlichen Einsatz macht, um sein Öl in Alaska zurückzuholen, das doch eigentlich historisch Russland gehört. Das Geheule möchte ich nicht hören.

Ein erfrischender US-Präsident

Aber Trump spricht das laut aus, was alle nur leise denken. Er sagt kein Wort über Demokratie, oder Neuwahlen oder eine legitime Regierung, sondern nur, dass die USA nun Chefs seien in Venezuela. Wegen des Öls. Er sagte auch, dass die Oppositionsführerin María Corina Machado, die für ihren Widerstand gegen Maduro den Friedensnobelpreis bekommen hat, nicht das Zeug habe, das Land zu leiten.

Trump setzt auf Maduros Vize Delcy Rodríguez. Die ist die Co-Chefin der Vereinten Sozialisten von Venezuela und eine politische Alliierte von Chavez und Maduro. Sie als Wunschpräsidentin zu installieren ist ungefähr so, als hätten die Alliierten Hitler beseitigt, um danach Heinrich Himmler als neuen Führer anzuerkennen.

Aber es geht ja nicht um Demokratie, sondern ums Öl. Apropos Öl; Trump will Rodriguez nur so lange stützen, bis sie dafür sorgt, dass amerikanische Ölkonzerne Zugriff auf das Öl haben. Ob sie Wahlen zulässt und politische Gefangene freilässt, interessiert ihn nicht. Wahrscheinlich ist Machado da nicht so ölfreundlich.

Im Prinzip ist es aber erfrischend, dass ein amerikanischer Präsident endlich mal sagt, wie wollen das Öl, und wir haben die Kanonen, das zu holen, und wir nutzen sie. Und dass ich nun – anders als im Irakkrieg – nicht seitenlange deutsche Elogen lesen muss, wie Amerika die Demokratie fördert, ist ja auch was wert.

Die Trump-Verteidiger in Deutschland – die in Amerika freuen sich über das billige Öl – wenden ein, dass Maduro ein Diktator war, der Leute ins Gefängnis steckte und das Land hat verarmen lassen. Das ist richtig. Natürlich spielten dabei die US-Sanktionen eine große Rolle, die den Verkauf des Öls unterbanden, aber es ist ja auch unser, das amerikanische Öl, das verkauft werden sollte. Das wäre ja noch schöner, wenn sich Venezuela Medikamente oder Essen kauft mit unserem Öl.

Venezuela ist das Gegenteil des Inrakkrieges

Ähnlich war es mit Saddam Hussein. Ein echter Schurke. Das Problem ist nur, dass sich die Neocons und ihre Trumpschen Wiedergeburten einen feuchten Kehricht für Frauenrechte interessieren. Kaum bretterte das Projekt „Befreites Afghanistan“ an die Wand, machten die USA die Grenzen für Flüchtlinge aus den befreiten Ländern dicht.

Gelingt das in Venezuela? Zwar deportiert Trump fleißig Menschen – Venezuelaner, die gegen Maduro sind, wohlgemerkt – aber irgendwann werden wieder Millionen Flüchtlinge aus Südamerika hier sein, und dann wird Amerika sagen: Huch, wie kommt das denn? Warum müssen wir die ganze Welt durchfüttern?

Aber wie kommt der Sinneswandel bei den MAGAs, die gerade in die Fußstapfen der Neocons treten? Es ist gar kein Sinneswandel. Keiner dieser Leute ist gegen Krieg, sondern nur gegen Kriege, die für Amerika negative Konsequenzen haben, für die Amerika zahlen muss mit Cash und Soldatenleben und mit Rufschädigung, die dazu führt, dass die europäischen Alliierten nicht mehr den Geldbeutel aufmachen.

Deswegen sind nun auch die originären Neocons verschnupft: Trumps Ego gefährde die amerikanische Vorherrschaft der Welt, meinte David Frum in The Atlantic. Derweil bleibt Kriegsminister Pete Hegseth optimistisch. Die Operation in Venezuela sei das Gegenteil vom Irakkrieg, denn im Irak habe die USA viele Jahrzehnte nutzlos verbracht, Blut verschwendet und ökonomisch nichts zurückbekommen, aber in Venezuela werde man ein Vermögen verdienen. Mit Öl.

Der Kaiser ist endlich nackt

Viele, viele militärische Interventionen haben die USA initiiert, Nicaragua, Honduras, Chile, im ganzen Mittleren Osten. Oft, etwa in Vietnam, fing es mit Militärberatern an, die darauf setzten, dass lokale Hilfskräfte US-Interessen über die eigenen stellten.

Aber letztlich stärkten die meisten Interventionen Feinde Amerikas wie den Iran oder brachten noch Verrücktere an die Macht. Dann folgte die Einkehr, sich nie wieder die Finger verbrennen zu wollen. Aber immer wieder, unverdrossen, versuchen es die USA, so wie Charlie Brown, dem Lucy den Ball zum Treten hinhält.

Es wird viel darüber geschrieben, dass die USA nun China und Russland ermutigt habe, in Taiwan einzumarschieren oder Selenskij wegen Korruption zu entführen, um das russische Öl im Donbass zu sichern, aber die Wahrheit ist, es gibt gar kein internationales Recht, das gegenüber starken Staaten durchgesetzt werden kann. Das ist so eine Pfadfinderlegende, die sich in deutschen Köpfen festgesetzt hat. Wenn Russland, oder China das könnten, täten sie es. Es gibt nur Macht. Und Öl.

Das Gute an dem US-Einsatz in Venezuela aber ist, der Kaiser ist endlich nackt.

Eva C. Schweitzer

Eva C. Schweitzer pendelt zwischen Berlin und New York, wo sie eine Dissertation über den Times Square verfasst hat; sie arbeitet als Buchautorin und freie Journalistin über Medien, Entertainment und Politik. Ihr letztes Buch war „Links Blinken, rechts abbiegen“ beim Westend Verlag; derzeit schreibt sie ein Buch über die Tucholsky-Familie. Sie leitet auch den Verlag Berlinica Publishing, der Bücher aus Berlin nach New York bringt. Zuvor war sie Redakteurin beim Tagesspiegel in Berlin.
Mehr Beiträge von Eva C. Schweitzer →

Ähnliche Beiträge:

48 Kommentare

  1. „Diesmal geht es den Amerikanern nicht um Demokratie und Menschenrechte,…“

    Das ist ja etwas ganz Neues, dass es bei kriegerischen Aktivitäten den US-Amerikanern nicht um Demokratie und Menschenrechte geht!

    Die Amis haben also über 800 Militärstützpunkte rund um die Erde um die Menschen mit Demokratie und Menschenrechte zu versorgen?

    1. Es ging den Ammis auch schon im 2. Weltkrieg nicht um Menschen und Menschenrechte.
      Erst haben sie Millionen in die Gräber gebombt und dann an die hinterbliebenen Kinder
      Schokolade verteilt.

      1. Nicht zu vergessen die gelebte Rassentrennung in den USA und deren Streitkräften. Mit ihren eigenen Leuten gingen sie eigentlich auch nicht besser um.

      2. Zuerst haben sie Hitler an die Macht gebracht und Deutschland kräftig aufgerüstet. https://www.nachdenkseiten.de/?p=132027
        Bei Saddam Hussein, Al Quaida, dem IS und Selenski kann man das gleiche Vorgehen attestieren. Es heißt ja auch so passend in den USA: „Er ist ein Schweinehund aber er ist unser Schweinehund“. Ist BlackRock Fritze der nächste Kandidat der für USA Interessen in den Krieg zieht?

    2. Ja, bei diesem „Diesmal“ (übrigens auch beim „erfrischend“) sind mir die Brocken hochgekommen.
      Was ist los mit den Schreibern, werden die täglich in der Früh geblitzdingst? „Der Kaiser ist endlich nackt“ – my ass.

    3. Eher füttern als „versorgen“:
      Einen Löffel für Onkel Napalm
      Einen Löffel für Tante Cruise Missile
      Damit du so stark wirst wie Onkel Fat Man und so knuddelig wie dein Cousin Little Boy

  2. Es hat auch seinen Vorteil. daß die Trump&Co so deutlich bzw. ehrlich über ihre Absichten informieren.

    „Diesmal geht es den Amerikanern nicht um Demokratie und Menschenrechte,…“
    Darum ging es noch nie, weder bei den Amerikanern, noch bei irgendwelch anderen. Jeder, der sich ein bissl ernsthaft mit Geopolitik/Geschichte beschäftigt, erkennt das nach 5-10 Minuten Recherche.

    Jetzt sollte eigtl. auch der letzte kapieren, auch angesichts der Reaktionen dt. Regierungspolitiker, daß es nicht um irgendwelche humanitären Rechte wie Völker- oder Menschenrechte geht, sondern um Vorherrschaft und Kontrolle.

    Trump reißt der ganzen heuchler. Politikerkaste, deren „Experten und auch großen Teilen der Presse ihre Maske herunter und dafür sollte man ihm dankbar sein.

    Es gibt tatsächllcih immer noch Menschen die glauben bzw. erzählen, der sogenannte „Wertewesten“, die „regelbasierte Ordnung“,die NATO/EU etc. sind die leuchtenden weißen Ritter, die nur unser Bestes im Sinn haben. Einige von denen sind einfach nur geistig nicht zurechnungsfähig, ein anderer (größerer) Teil klammert sich daran, weil sie sonst zugeben müßten, in all ihrem Denken und Aussagen bisher falsch gelegen zu haben. .

  3. Erfrischend finde ich auch, dass es analog zu den Moskauer Prozessen von 1936ff. einen Schauprozess in Manhattan gegen Maduro und Gattin geben wird.

    Die Solidarität mit dem überfallenen Venezuela durch die Europäische Union hält sich stark in Grenzen. Da fragt man sich, wo die Unterstützung herkommen soll, wenn demnächst der große Imperator sich das große Grönland vom kleinen Dänemark einverleiben wird. Die Dänen hätten mal vor Jahren ihre Kolonie in die Unabhängigkeit entlassen sollen, statt die Ureinwohner zu drangsalieren. Dann hätten sie heute den ganzen Ärger nicht am Hals.

    Nicht der Kaiser ist nackt, sein Fußvolk ist es. Und das Schlimme ist, es merkt es nicht einmal.

    1. Eben. Wo sind denn die Sanktionen gegen das Trump-Regime und seinen Machthaber? Auslandsgelder schon eingefroren? Haben sich Künstler aus den USA schon distanziert oder sind aus Orchestern gefeuert worden? Auftrittsverbote? Sind die großen Medien aus dem USA schon gesperrt worden? Radio Free Europe aus seinen Büros entfernt? Na los Frau von der Leyen, Sie sind ja sonst immer so geil auf Sanktionen.

      Alles so offensichtlich bankrott.

    2. Gerade war der erste Prozesstag.

      Das könnte lustig werden: Die nächste Gerichtsverhandlung ist 2027. Die Amstzeit von Maduro dauert bis 2031. Wenn die Venezuelaner ihn nicht absetzen. dann ist er noch im Amt, wenn Trumps Amtszeit ausläuft.

      Die Venzuelaner haben dann einen lebendigen Märtyrer und die USA einen politischen Gefangenen. Das könnte ein Problem werdem für Trump mit seiner kurzen Aufmerksamkeitsspanne.

  4. Tja, Genossen, trotzdem ist mir Donald immer noch lieber als Wladi, schon allein weil er deutsches Blut in sich trägt und kein tatarisches.

      1. Kann durchaus sein, so wie sein Gesicht aussieht. Aber wenn schon. Soll das die alte Angst vor Attila und Dschingis Khan aufwärmen? Putin spricht fließend deutsch und englisch im Gegensatz zu Trump. Beherrscht der überhaupt Fremdsprachen?

    1. Oh, TOOIIIIIIITSCHES Blut! Edel und übermenschlich!! Darauf ein strammes HEIIIIL!!!!12

      … Im Ernst, Klöbi … wenn toitsches Blut irgendwas Tolles wär, wärst du nicht so eine widerwärtige Kanaille.

      PS: Und steck dir dein „Genossen“ hin, wo die Sonne nicht scheint.

  5. Das Besondere ist nicht, was Trump gemacht hat, sondern wie er es gemacht hat. Einfach den Chef des Regimes entführt und seine Stellvertreterin ernannt. Das Volk blieb draußen. In den Kommentaren erhält Putin schon lange den Ratschlag, Selenskyj irgendwie zu eliminieren und einen kompromissbereiten Nachfolger zu ernennen. Trump hat ja auch ganz offen ausgesprochen, was mit Delcy Rodríguez passiert, wenn sie nicht gehorcht. Das ist Trumps neue Strategie. Der Mann kennt einfach keine Tabus und hat auch keine Angst um sein Leben.

    1. Das gleiche hat doch schon Obama und die Biden-Clique in Kiew praktiziert. Einfach mal einen demokratisch legitim gewählten Präsidenten vom gesteuerten, rechten Mob außer Landes jagen lassen und eine genehme Marionette installiert. Zuerst war Jazenjuk die erste Wahl, dann entschied man sich für den Schoko-König. Bei den Regime-Changern in „Fuck the EU“ – Brüssel hatte man schon den Klitschko vorgesehen, aber die hatten ja bekanntlich schon damals nichts zu entscheiden als Vasallen Washingtons. Höchstens zu zahlen.
      Im Moment mag Selenskij ein bisschen lästig sein, aber immerhin hält er die EU-Melkkühe schön bei der Stange, schön brav für 100e von Milliarden US-$ Rüstung beim MIK made in USA zu kaufen, den sie dem Kiew-Regime zukommen lassen, welches wiederum einen Teil davon auf dem Schwarzmarkt verschachert, einen großen Teil der Gelder einfach für Luxusvillen und Koks ausgibt und einen sehr kleinen Teil davon an die Front schickt, damit er von russischen Billig-Dronen ge-life-cycled wird.

  6. Erfrischend

    Was ist daran »erfrischend«, dass die uralte Verschwörungstheorie, es ginge immer nur ums Öl, bzw. die Macht, die mit der Kontrolle dieser Ressource einhergeht, das offizielle Prädikat »ehemalige« erhält, und der mentale Krebs einer entzauberten Conditio humana, der seit jeher Zynismus, Sarkasmus und Misanthropie gebiert, mal wieder ins Unübersehbare durchgebrochen ist?

    …der Kaiser ist endlich nackt.

    Wer meint, der Kaiser sei erst jetzt »nackt« oder demaskiert, hat das ganze Leben in die falsche Richtung geschaut, ist dem Blick vulgärer Machtgier gefolgt. Aber wer kann das verübeln? Wer sollte diesem verbrauchten, verschorften und wundnässenden Körper der Krone des Abendlandes dabei zusehen wollen, wie er sich selbst verschlingt?
    Hauptsache, er fasst und blickt mich nicht an

    1. @El-G
      Die Formulierung mag unglücklich sein, aber im Kern würd ich ihr zustimmen. Denn es gibt sie nunmal, die 90%-Tagesschau-Gucker, die sich von dem Menschenrechtsgefasel gerne blenden ließen. Informiert waren bestenfalls 10%, die auch bereit waren, andere Quelle zu nutzen.
      Jetzt wird das Wegsehen schwieriger.
      Ob das etwas bringen wird? Keine Ahnung…

      1. @Alex_R

        Beim Überschlag der Informationsverteilung liegen Sie schon richtig.
        Und nein, ändern wird sich erst einmal nichts…

        Deswegen habe ich auch Inhaltlich keine Einwände, war aber über die Textform enttäuscht, bzw. die abgenudelten Text-Werkzeuge und -Bilder. Das kann Frau Schweitzer sicher besser und hat das auch oft genug bewiesen.

        Aber ganz offen gesagt, mir fällt gerade auch nicht ein, wie sich textlich dieser Gegenwart genähert werden könnte…

  7. Der Unterschied zwischen den Neocons und den MAGA-Leuten ist der: die Neocons wollen die ganze Welt unterwerfen und tarnen diese Absicht mit Demokratiegeschätz. Die MAGA-Leute haben erkannt wegen China ist eine Vorherrschaft der USA über die ganze Welt nicht mehr möglich. Sie wollen ihren Hinterhof für sich alleine und sagen das mit erfrischender Offenheit.
    Meine „Landsmännin“, die Schweitzer hat ja den erfrischenden Ost-Zynismus gut drauf. In Bezug auf China wendet sie aber typisch westliches Denken an. Die Chinesen denken nicht daran die Welt beherrschen zu wollen, das sind sie gar nicht gewohnt. Ihnen genügt ihr altes, neues Reich der Mitte, zu dem Taiwan und das südchinesische Meer ganz nach den Völkerrecht gehören. Aber das mit dem Völkerrecht ist ja so eine Sache. Aber es ist immer noch besser sich auf das Völkerrecht zu beziehen als wild mit dem Colt herum zu schießen

    1. Bei allen amerikanischen Kriegen der letzten 25 Jahre ging es entweder um Öl oder um Israel. Oder um beides. Und wenn man sich die Neocons mal genau anguckt, dann ist auch klar, warum …

  8. Frau Scheitzer schreibt :

    „Das Gute an dem US-Einsatz in Venezuela aber ist, der Kaiser ist endlich nackt.“

    Hmm? Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sich darüber heute viele Leute aufregen …
    Die Einen haben sich schon aufgeregt und den anderen ist es egal.

    Ist doch irgendwie von vorn herein eine etwas abwegige oder sagen wir mal: naive Idee, dass sich die großen Akteure der Weltpolitik auf Dauer durch ein Völkerrecht würden einengen lassen. Man sollte das bedauern, aber es erstaunt auch nicht.

    Und die, die sich aufregen, die regen sich teils in Wahrheit auch bloß deshalb auf, weil das, was nun geschieht, ganz banal gegen ihre eigenen Interessen geht … Bisschen scheinheilig.

    Ehrlich gesagt: Mich interessiert nicht großartig, was da gerade in Amerika passiert.

    1. Völkerrecht funktioniert nur wie jedes andere Recht, wenn es durchgesetzt werden kann. Im Kalten Krieg musste man sich benehmen wegen der Drohung eines Krieges mit Kernwaffen den niemand gewinnen kann. Seit Ende der Sowjetunion macht jeder war er will und es sind noch die Aufsteiger China, Indien und diebkleineren BRICS Länder dazugekommen, die jetzt Weltpolitik machen. Durch vielen Akteure wird es chaotischer und irgendeiner wird immer ausscheren. Besonders das Land, das sich für besonders stark hält unter den größeren Mächten.

  9. …………. Uncle Sam ist ein soziopathischer, kranker, in jeder Hinsicht maßlos gieriger Idiot – kein “ netter“ Onkel, der den Kindern nen Lolly, den Erwachsenen Dämokrazie und Friedumm gibt……… is doch nicht so schwer zu begreifen, oder ……??

  10. Völkerrecht? Da regen sich doch ausgerechnet die auf, bei denen Volk ein Nazi-Begriff ist.
    Und Völkerrecht ist sowieso Quatsch, weil es keine Institution gibt, die dieses Recht objektiv verteidigt und exekutiert. Dazu hat nämlich keine Macht auf diesem Planeten die Kraft. Und selbst wenn eine sie hätte, würde das einen Weltkrieg entfesseln.
    Das Verhältnis zwischen Staaten war schon immer durch das Kräfteverhältnis geregelt. Deshalb sollte Deutschland auch mal ganz kleine Brötchen backen, wir haben weder die Leute noch die ausstattung noch die Ressourcen zu solchen Konflikten! Nur die große Fresse haben unsere Oberen. Schickt sie an die Front!

    1. Ich habe mal alle hier im Kommentarbereich bei OM empfohlenen Texte, Videos und sonstiges zeitlich zusammengerechnet und das ergab in Summe ca. 30 h.
      Empfehlungen an einem Tag, nicht eingerechnet Artikel und Kommentare hier bei OM.
      Nur bei OM!

      1. Musst ja nicht alles „abarbeiten“, Dan the Man 😂. Wie bei einer Zeitung ist das ein vielfältiges und pluralistisches Angebot. liest ja auch nicht die komplette Zeitung. Oder?

        1. Sie schreibe wenigstens eine kurzr Beschreibung dazu. Danke dafür. Andere Kommentatoren spucken nur einen Link zu einem Video oder Podcast hin. Toll, soll ich mir das alles anhören und sehen um zu wissen ob es sich lohnt?

          Die Hälfte sind dann womöglich auch noch Rickrolls.

        2. Ich kann nichts dafür, dass du meinen Hinweis nicht verstanden hast; ich bin mir allerdings sicher, dass die übrigen Leser es verstanden haben, denn das war jetzt die einfachste aller Übungen.

  11. Zitat: „Aber wie kommt der Sinneswandel bei den MAGAs, die gerade in die Fußstapfen der Neocons treten? Es ist gar kein Sinneswandel. Keiner dieser Leute ist gegen Krieg, sondern nur gegen Kriege, die für Amerika negative Konsequenzen haben“

    Da muss ich, bei allem Respekt, widersprechen. Marjorie Taylor Greene, Candace Owens und Tucker Carlson sind drei MAGA-nahe Schwergewichte, die sich von Trump abwenden, nicht nur wegen Iran oder Israel/Palästina, sondern auch im Fall Venezuela. Die MAGAs sind tief gespalten.

    1. Trump liefert nicht auf seine groß(-mäuligen) Versprechungen. Sondern macht eigentlich, was jeder POTUS so macht. Eine Präsidentin Harris hätte auch irgendwas in Venezuela gemacht und sie hätte auch Israel vollumfänglich bei allem unterstützt.

  12. Manchmal ist es ja interessant, was in einem Artikel nicht gesagt wird. Alle Neocons gehören der gleichen Religionsgemeinschaft an und viele haben sogar eine doppelte Staatsbürgerschaft. Ein kleines Land im Nahen Osten …

  13. Trump nackig. Igit.
    Wer bis drei zählen kann wusste spätestens bei den 5% vom BIP für die Nanoaufrüstung, dass der Mann Krieg will. Und das was wir bisher in Gaza gesehen haben ist nichts gegen über dem was noch kommen wird.
    Erfrischend?
    Ich kann mir was schöneres vorstellen.

  14. Diese Enthauptungsschlag haben sie unsere ehrenwerten Biogärtner:innen offenbar nicht kommen sehen und das ist auch nicht verwerflich, weil er hinterhältig erfolgte mit der Absicht, in einem Zug auch Gesamteuropa ideologisch zu enthaupten. Im Prinzip scheint es völlig egal, welchem Weltherrscher gefrönt wird – Hauptsache, die Planetenvernichtung nimmt endlich greifbare Ausmaße an – hierbei lieber gleich zwei Planeten gleichzeitig.

  15. Der Trump Präsident möchte das us-ami-
    Öl aus Venezuela heim ins Trump-Reich
    holen.

    Das Gezeter, wenn Russland das Erdöl aus seinem Alaska heimholen möchte, die polit-mediale Hysterie darüber wäre wohl galaktisch

  16. Der Angriff auf Venezuela und die Entführung seines Staatschefs scheint mir in erster Linie gegen China gerichtet.

    Die venezolanische Ölwirtschaft möglicherweise unter US-amerikanische Kontrolle bringen zu können scheint mir eher ein „Kollateralnutzen“ zu sein. Die Ölförderung massiv zu erweitern bedingt hohe Investitionen und jahrelange Vorbereitung. Daher überzeugt mich die Argumentation mancher Analysten nicht, der US-amerikanische Aggressor wolle die Kontrolle über das venezolanische Öl als Ausgleich für eine Schließung der Strasse von Hormuz nach dem nächsten US-amerikanischen Angriff auf den Iran gewinnen.

    Das Hauptziel scheint mir zu sein, die Öllieferungen nach China zu unterbinden gefolgt von Angriffen auf andere chinesische Energieimporte. Und dafür ist es im Grunde egal, ob es einen kürzeren oder längeren Krieg gegen Venezuela gibt, ob es eine längerfristige Seeblockade gibt, ob das Land im Chaos versinkt oder ob US-amerikanische Marionetten die Macht an sich reißen oder auf dem Tablett überreicht bekommen können.

    Wer glaubt, dass diejenigen die die US-amerikanische Politik steuern keine klaren Pläne und – wie Andrey Martyanov immer wieder behauptet – keine Strategie hätten, unterschätzt meiner Ansicht nach die US-amerikanische Führung. Und dafür ist es auch unerheblich in welchem Umfang die Trump-Administration eigene Politikvorstellungen verwirklicht und in welchem Umfang sie Vorlagen des großen Geldes inklusive ihrer persönlichen „Donors“ umsetzt.

    Was die Kämpfe in Caracas betrifft gibt es Informationen, dass sowohl kubanische wie auch russische Kräfte für die Verteidigung des venezolanischen Staatschefs gekämpft haben – und zwar gegen venezolanische Kräfte die offenbar vorab von US-Amerikanern zum Marktpreis eingekauft worden sind. Genaueres dazu dürften wir im Laufe des Monats erfahren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert