
Der Spiegel, die Panzerknacker und der große Vaterländische Russo-ukrainische Krieg.
Was sind Tankies? Das ist ein Begriff, der in Amerika und mehr noch in England unter Liberalen, Linken und Anarchisten bekannt ist: Hardcore-Kommunisten, die alles, was die Große Sowjetunion tut, wunderbar, revolutionär und gerechtfertigt finden, auch dann, wenn bereits Panzer – Tanks – auf den Straßen von Budapest oder Prag entlangrollen und die Konterrevolution zusammenschießen.
Ihr Motto ist entweder, Stalin macht niemals Fehler, oder: Wo gehobelt wird, da fallen Späne, oder auch, wie der New York Times-Reporter Walter Duranty über Stalins Hungertodkampagne gegen die ukrainischen Kulacken schrieb: „Man kann kein Omelett machen, ohne ein paar Eier zu zerschlagen.“
Unsere Tankies waren früher in der DKP, der KPD A-Null und dem KB. Und offenbar ist der Spiegel von Tankies übernommen worden. Dort läuft eine stetig ausufernde Serie, „Wie das friedliche Russland aus dem Nichts heraus überfallen wurde“, und „Hat dein Großvater womöglich an der Ostfront geschossen?“, und: „Wie haben hier eine Suchmaschine, da kannst du nach den Verbrechen deiner Familie fahnden, das macht dich frei“. Das alles mit der gleichen deutschen Gründlichkeit, mit der man auch ein KZ führen könnte, um Oskar Lafontaine zu paraphrasieren.
Hitler und Stalin
Zu der Suchmaschine kommen wir noch. Aber erst einmal ein paar Fakten, die die Tankies vom SPIEGEL scheuen wie Demon Crowley von Good Omens das Weihwasser: Vor der Operation Barbarossa gab es den Molotow-Ribbentrop-Pakt, besser bekannt als Hitler-Stalin-Pakt, der am 23. August 1939 unterzeichnet wurde.
Als die Tankies von damals das hörten, faltete sich der antifaschistische Widerstand von Hollywood bis Paris zusammen wie Trabbiblech – und die Antifa konnten fortan Adolf gut leiden. Der Pakt zwischen Hitler und Stalin diente dazu, einander den Rücken freizuhalten bei einem bereits geplanten, gemeinsamen Einmarsch in Polen, der dann am 1. September beziehungsweise 17. September 1939 stattfand.
Ein geheimes Zusatzprotokoll im Pakt rechnete den größeren Teil Polens und Litauen der deutschen Interessensphäre zu, hingegen Ostpolen, Finnland, Estland, Lettland und Bessarabien der sowjetischen Einflusszone. Man sollte dazu sagen, dass das neue Polen erst 1918 von den siegreichen Briten und den Franzosen aus der Taufe gehoben wurde; vorher war das (wesentlich kleinere) Königreich Polen zwischen Deutschland, Russland und Österreich aufgeteilt, das Land, wo der Schicklgruber Adi herkommt. Molotow nannte Polen den „verdrehten Bastard des Versailler Vertrags“.
Polen bekam noch ein bisschen mehr dazu – Posen, Westpreußen, Galizien und Oberschlesien, um das sofort Partisanenkämpfe zwischen Polen und Deutschen ausbrachen, dazu das Gebiet um Lemberg, heute in der Ukraine, das bis dato österreichisch gewesen war. Die post-WWI-Kämpfe erweiterten sich zum polnisch-sowjetischen Krieg von 1919 bis 1921, bei dem es Polen gelang, Vilnius und Kiew zu besetzen und einen mehrere hundert Kilometer breiten Streifen von Russland zu annektieren, den sich Stalin, ihr habt es erraten, 1939 wieder zurückholte.
Stalinistische Säuberungen
Weder die Balten noch die Finnen fühlten sich mit ihrer Rolle als „sowjetische Einflusszone“ glücklich, wobei die letzteren erfolgreicher waren als die ersteren und die Sowjets unter großen Opfern im Winterkrieg zurückschlugen. Der Einmarsch der Wehrmacht in der UdSSR Mitte 1941 war also kein Überraschungsangriff mitten im Frieden, sondern der blutige Höhepunkt eines europäischen Krieges, der 1914 mit den Schüssen von Sarajewo auf den österreichischen Thronfolger begonnen hatte.
Wie blutig? Die Zahl wächst seit 1945 kontinuierlich an. Heute spricht der Kreml von 27 Millionen Toten, was bei Tankies gerne zu „27 Millionen Russen“ mutiert. Wissenschaftliche Zahlen hat eigentlich keiner, aber es ist klar, es sind sehr viele. Die Bevölkerung der UdSSR ging in dieser Zeit um mindestens 15 Millionen zurück.
Klar ist aber auch, diese Zahlen schließen die Opfer stalinistischer Säuberungen, wilder Erschießungen, Gulags und ethnischer Vernichtungskampagnen ein, die den kanadischen Historiker Timothy Snyder von „Bloodlands“ sprechen lassen.
Wie viele das sind, ist noch weniger erforscht, aber Zahlen von 7 bis 10 Millionen sind durchaus im Rahmen des Realistischen. Es hat zehntausende, hunderttausende, Krimtartaren, Litauer, Esten, Letten, Russlanddeutsche, Kasachen, Usbeken und Juden getroffen. Nicht-Sowjetbürger – die Grenzen sind hier fließend – sind da noch nicht einmal mitgezählt. Dazu gehören Polen, Finnen, Karelier, Deutsche, Griechen, Iraner, Afghanen, Armenier, Bulgaren, Rumänen, Schweden, Kalmücken, Italiener, Japaner und sogar Türken, Chinesen, Koreaner und Amerikaner.
Die meisten Opfer aber waren Ukrainer, darunter viele Kriegsgefangene, die von Stalins Mordhelfern umgebracht wurden, weil sie als Verräter galten. In der „Operation Keelhaul“ beispielsweise verpflichtete sich Briten und Amerikaner, geflüchtete Sowjetbürger, und nicht nur Soldaten, an Stalin auszuliefern. Viele davon waren tatsächlich SS-Männer oder Wehrmachtsoldaten – diese ukrainischen und baltischen Nazihelfer gab es wirklich – aber viele davon sahen keine andere Wahl, denn eine dritte, moderate Truppe gab damals genauso wenig wie 2011 in Syrien.
Der derzeitige Streit, bei den der Kreml der Ukraine vorwirft, ukrainische Nazis zu rehabilitieren, hat also einen realen Hintergrund. Die eigentliche Frage ist aber: Warum bringt der Spiegel, der seit Jahren wöchentlich dafür trommelt, zur Verteidigung der Ukraine zum dritten Mal gen Moskau zu marschieren, nun einen Artikel, bei dem die Russen als solche als unschuldige Opfer daherkommen?
Ein Blick in die Datenbank
Im Spiegel steht dazu das schlanke Sätzlein: „Gleichzeitig ist das Gedenken an diese Verbrechen politisch so aufgeladen wie lange nicht mehr. Das liegt vor allem an dem Krieg, den der russische Präsident Wladimir Putin heute in der Ukraine führt und den er mit dem Kampf gegen neue Nazis rechtfertigt. Seit Deutschland der überfallenen Ukraine Kampfpanzer und Haubitzen liefert, gilt auch die Bundesrepublik in Russland wieder als Aggressor, als unfreundlicher Staat. … Eine böswillige Instrumentalisierung der Geschichte. Aber eine, der sich die Bundesregierung wie auch die deutsche Gesellschaft stellen müssen, etwa wenn es um neue Waffenlieferungen für die Ukraine geht.“
Gut, wir stellen uns also, und dann was? Nichts, hier endet die Betroffenheitspause des Spiegel. Sollen wir lieber gar keine Waffen liefern? Doch Waffen liefern, aber dabei ein schlechtes Gewissen haben? Nicht selber welche liefern, sondern die Amerikaner dafür bezahlen, dass sie Waffen liefern? Nur harmlose Waffen liefern, etwa Pumpguns, die Chloroform-getränkte Wattebällchen als Munition nutzen? Oder Waffen liefern verbunden mit einer aus allen Rohren feuernden Propaganda, wonach es sich um gute Waffen handelt und nicht um böse?
Der Spiegel aber bietet keine Guideline zu dieser zentralen Frage, aber dafür jede Menge Psychobabble. Der Artikel ergeht sich seitenlang darüber, dass die Deutschen heute noch traumatisiert sind, weil ihre Großväter viele Russen umgebracht haben. Vielleicht ist der ein oder andere aber auch traumatisiert, weil seine eigenen Großeltern umgebracht wurden. Jedenfalls, bei den Balten, den Finnen und den Ukrainern ist das so. Sogar bei den Österreichern.
Wie kann man aus dieser langen, blutigen, immer wieder erzählten Geschichte einen anderen Schluss ziehen als den, auf gar keinen Fall sehenden Auges in den Dritten Weltkrieg zu marschieren? Finden wir es gut, was Putin macht? Nein, natürlich nicht, aber verglichen mit Stalin ist der Mutter Beimer.
Und ganz ähnlich wie im Ersten und im Zweiten Weltkrieg sind es auch heute nicht normale Bürger, die sich opfern wollen (und die Arbeitsimmigranten schon gar nicht, die würden beim ersten Schuss weglaufen), sondern die Journalisten, die Politiker und die akademischen Experten auf dem Weg gen Ostland. Tankies, eben.
Zum Schluss aber, wo es nun diese Datenbanken schon gibt, gucken wir nach, ob Spiegel-Gründer Rudolf Augstein in der NSDAP war. In Wikipedia steht dazu:
„Ab 1942 war Rudolf Augstein im Arbeitsdienst im Kriegsdienst als Kanonier und Funker, u. a. im russischen Woronesch.[3] Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er als Artilleriebeobachter zum Leutnant der Reserve befördert. Während seiner Dienstzeit erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse und das silberne Verwundetenabzeichen.[4]“
Und in der Spiegel-Datenbank? Nichts, nada, gar nichts. Blank wie ein Babypopo. Auch nichts, wenn man Wohnort und Alter eingibt. Konnte man damals Leutnant werden ohne Parteiabzeichen? Oder haben die Tankies beim Spiegel die Database manuell saubergeschrubbt, um nicht im verlagseigenen Folterkeller zu landen?
Gleichviel, wenn sich ein Enkel von Rudolf Augstein meldet, der mal recherchieren möchte, was da war, und vielleicht noch ein paar andere Nasen, ich denke, da könnte ein Buchvertrag herausspringen. Ganz ohne Trauma.
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Und heute marodiert dort die Soldateska von Putin wo vor 80 Jahren die Soldateska von Schicklgruber gewütet hat.
Leider viel Unsinn was hier zu Stalin geschrieben wird. Gerhard Schnehen hat in seinem Buch über Stalin (Zambon Verlag) alles geschrieben was zu schreiben ist. Basierend auf neusten freigegeben Unterlagen aus dem Kreml.
Auch zu den Farbenrevolutionen/Konterrevolutionen/Putschversuchen der Cia/MI6/BND/Organisation Gehlen von 1953, 1956, 1968 hat die Authorin keine Ahnung.
Bis interessierte Leser das obige Buch erhalten haben könnten sie sich im folgenden blog vorab informieren:
https://sascha313.wordpress.com/2014/06/17/was-geschah-wirklich-am-17-juni-1953-und-wie-kam-es-dazu/ Auch zu Ungarn u CSSR findet man dort Artikel. Aber bitte unbedingt obiges Buch lesen, dort steht noch sehr viel mehr. Abseits der Propaganda von Bild tagesschau spieglein u. ä. Lügenpresse.
„Bis interessierte Leser das obige Buch erhalten haben könnten sie sich im folgenden blog vorab informieren:
https://sascha313.wordpress.com/2014/06/17/was-geschah-wirklich-am-17-juni-1953-und-wie-kam-es-dazu/ “
Stalin wurde ermordet?
Da die meisten Leute eher eine Bestätigung ihrer Vorurteile suchen, als die Gefahr auf sich zu nehmen ihre Meinung ändern zu müssen, werden die wenigsten das Buch über Stalin lesen.
Weil die Oligarchen in Europa und den USA, zu Recht, befürchteten ihre Privilegien zu verlieren, taten ihre Medien seit der Revolution 1917 alles, um den Kommunismus zu verteufen, und sie hatten damit Erfolg.
Der Vorwurf »Kommunist« wirkte ebenso wie der Begriff »Tabu«, er reichte aus, um jede unbequeme Aussage, ohne Begründung, als Propaganda abzutun.
Wenn der Spiegel aktuell die NSdAP- und sonstige Archive veröffentlicht, sind diese natürlich vorher beliebig oft sauber gemacht worden. Jeder, der sie seit 1945 in die Hand bekommen hat, durfte da mal mit dem Schwamm durchgehen.
Das ist übrigens mit den Stasi- und Rosenholzakten ebenso der Fall, wie mit irgend welchen BND-Papieren aus dem Adenauer-Regime. Fragt mal Gaby Weber.
Warum Schweitzer jetzt aber aus den Vollblutspießbürgern der deutschen Staats- und Oligarchenmedien Hardcorecommies macht, wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben…
»Tankies? Das ist ein Begriff, der in Amerika und mehr noch in England unter Liberalen, Linken und Anarchisten bekannt ist: Hardcore-Kommunisten, die alles, was die Große Sowjetunion tut, wunderbar, revolutionär und gerechtfertigt finden«
Gibt es auch eine entsprechende Bezeichnung für Leute wie Autorin Eva C. Schweitzer, die alles was in der Sowjetunion geschah BÖSE finden?
»Viele davon waren tatsächlich SS-Männer oder Wehrmachtsoldaten – diese ukrainischen und baltischen Nazihelfer gab es wirklich – aber viele davon sahen keine andere Wahl, denn eine dritte, moderate Truppe gab damals genauso wenig wie 2011 in Syrien.«
Immerhin stimmt Frau Eva C. Schweitzer zu, dass es viele dieser ukrainischen und baltischen Nazihelfer wirklich gab, sie kann es sich aber nicht verkneifen hinzu zu fügen, dass viele dieser Verbrecher, keine andere Wahl hatten, denn eine dritte, moderate Truppe gab damals genauso wenig wie 2011 in Syrien.
Eine Frage an Frau Eva C. Schweitzer: Wie würde man es in Deutschland empfinden, wenn heute in Russland sowjetische Vergewaltiger von deutschen Frauen als Helden verehrt werden würden und wenn Denkmäler und Strassen nach ihnen benannt werden Würde?
Ich kann nicht anders, ich musste das äußern, auch wenn meine Meinung wahrscheinlich ein Opfer der Zensur bei Overton wird.
Frau C. Schweitzer kann nur zum Abgewöhnen lesen, leider muss manaber auch wissen wie der westliche Kriegstreiber so denkt und vor hat.
Mir ist jedoch lieber auf Freundschaft und Frieden zu bauen statt auf Spaltung der Völker.
Ein Brief von Frauen aus St. Petersburg an die Demonstrierenden in Berlin
https://globalbridge.ch/ein-brief-von-frauen-aus-st-petersburg-an-die-demonstrierenden-in-berlin/