Der letzte Jedi

Joe Biden
Gage Skidmore from Surprise, AZ, United States of America, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons, bearbeitet

Das TV-Duell mit Donald Trump endete mit einem Fiasko für die Demokraten – und Joe Biden. Der Präsident ist eben doch alt. Kann Mrs. Biden helfen?

Was für eine Nacht! Das langerwartete Duell, Darth Mango gegen Good Guy Palpatine; live auf CNN vor einem Millionenpublikum. Endes des Abends werden wir wissen, kann Trump den Präsidenten mimen? Und ist Biden wirklich noch fit?

Was heißt hier; am Ende des Abends, bereits als Biden hereinschlurft, schwant Böses. In den nächsten Minuten geht es Schlag auf Schlag. Was sagt er denn? Nicht einfach zu folgen dem Gemurmel ist, junger Freund. Oft unterbrechen er sich tut. Verloren in seinen Gedanken er ist, der Mund halb offen, sein Gesicht zur gefalteten Maske erstarrt ist. Wir lernen: Die moderne Medizin hat doch Grenzen.

Ka-tas-tro-phe!

Demgegenüber Lord Vader, eh, Trump, den haben seine Berater echt gut hingekriegt. Er spielt den guten Landesvater und verspricht sichere Grenzen, keine Kriminalität, weltweiter Frieden, niedrige Steuern, steigende Renten, sinkende Preise. Mit ihm wäre Putin nicht in die Ukraine einmarschiert und die Hamas nicht in Israel. Wir wären schon auf dem Mars und Krebs wäre besiegt. Zum Höhepunkt weist er Biden zurecht. „Wir sollten uns nicht wir Kinder benehmen.“

Gut, fünf Sechstel der blühenden Trump-Vergangenheit stammen aus dem Reich der Fantasie, aber er wirkte normal, wenn er redet, so gut wie. Und wer hat schon Zeit, darüber nachzudenken, wer wann und wo die Nationalgarde geholt oder die Schnapssteuer gesenkt hat, wenn das geisterhafte Zugunglück ein paar genuschelte Worte über die Backen herabrollen lässt. Meine Freunde auf Facebook: Nackte Panik.

War die Debatte eine Katastrophe? Das Sinken der Titanic war eine Katastrophe. Der Absturz der Hindenburg war eine Katastrophe. Die Explosion des Space Shuttle Challenger war eine Katastrophe. Das hier ist wie ein Luftschiff, das auf einen Eisberg stößt und beim Eintauchen in den Ozean in einem Feuerball verbrennt.

Es ist schade, dass es kein englisches Wort für Fremdschämen gibt, denn genau das ist es, was in unser allen Eingeweiden abläuft, als wir zugucken, wie Biden in Echtzeit auf der Suche nach dem verlorenen Gedanken ist. Ich habe ein paar FB-Freunde in Beirut; Tenor: Ich kann es nicht glauben, wie ich bis sechs Uhr morgens wach bleibe, um den Beginn der Apokalypse zu sehen. Gott erlöse mich. Meine amerikanischen Freunde haben zu sehr Schockstarre, um ihren Status upzudaten.

Good night and good luck

Auf CNN haben sie jeden Schein der Unabhängigkeit aufgegeben; den einen rollen die Tränen über die Backen, weil der geliebte Präsident vor ihren Augen den Geist aufgibt wie Luke Skywalker auf einer steuerbegünstigten Insel im Nordwesten Irlands, bloß langsamer, die anderen rufen im Rudel ihre demokratischen Freunde an. Wie weiter? Was nun? Was tun? Was machen wir bloß?

Die New York Times, die sonst für Biden das gleiche Verständnis hat wie die österreichische Kronenzeitung für einen heimischen Mittelstürmer, der ein Eigentor schießt, hat mehrere dutzend journalistische Zugbegleiter aufgeboten. Und die fallen im zwei Minutentakt um. Bret Stephens, der konservative Leitartikler, hat bereits am Vortag dazu aufgerufen, einen neuen Kandidaten zu finden.

Kurz nach 23 Uhr, Minuten nach Ende der Debatte fordert auch Nicholas Kristof, der liberale Freigeist, Biden dazu auf, freiwillig zurückzutreten. Ihm folgte heute ganz früh der selbsternannte Mittelostexperte Tom Friedman. Eine hausinterne Umfrage unter den zwölf Times-Kolumnisten ergab; zehn dachten, Trump habe gewonnen, zwei glaubten, unentschieden. Was rauchen die und wo kriege ich das?

Ich vermute mal, jetzt gerade sitzt das Editorial Board der Times im 13. Stock des Hochhauses an der Eighth Avenue, mit Blick auf den Busbahnhof der Port Authority, wo jeden Tag ein paar tausend neue Immigranten von der mexikanischen Grenze ankommen und Trump Stimmen bescheren, und formulieren ein Rücktrittsgesuch.

Konservative Zeitungen wie das Wall Street Journal tun das sowieso. Desgleichen Republikaner wie Senator Lindsay Graham, den ich nur deshalb nicht mit einer Verbalinjurie in seinem Verhältnis zu Trump belege, weil ich unterprivilegierte Frauen, die sich mit Anschaffen über Wasser halten, nicht beleidigen will. Die Washington Post schrieb: Theoretisch könnte Biden es noch schaffen. Aber wird er?

The Ides of July?

Schon während der Debatte kamen Demokraten aus der Deckung und forderten einen neuen Kandidaten, erst einmal anonym, oder es sprachen solche, die keine politische Karriere mehr vor sich sehen, wie Andrew Yang. Aber das wird sich ändern.

Aber wie kann das passieren? Biden ist von den Delegierten gewählt, und die Partei muss ihn nominieren. Theoretisch wäre es möglich, dass eine Mehrheit der Delegierten trotzdem gegen ihn stimmt, dann könnte er die verklagen und würde vor Gericht gewinnen, und anschließend wäre es dann eigentlich eher egal, wer antritt. Er kann also nur freiwillig zurücktreten, und das will er nicht.

Und Kamala Harris? Die Vizepräsidentin gehört zum Biden-Ticket und damit ist die Partei ebenfalls verpflichtet, sie zu nominieren. Ernannt hat Biden sie, weil sie eine (halb) schwarze, halb indische Frau mit einer jüdischen Familie ist; bundesweite Wahlerfolge hatte sie nie. Anderson Cooper holte sie gestern Abend auf den CNN-Bildschirm, um ihr zu entlocken, dass Biden doch nicht mehr so ganz fit sei.

Harris ist die einzige semi-legale Möglichkeit, an Biden vorbeizukommen. Aber vergebens. Harris klammerte sich fester an die Parteilinie als ein deutscher grüner Familienvater an einen Kitaplatz in einem araberfreien Altbaubezirk: Biden sei fit, wenn sie mit ihm alleine sei, er habe kleine Aussetzer, eine Erkältung vielleicht.

Natürlich werden Namen gehandelt; Gavin Newson, der Gouverneur von Kalifornien, Gretchen Whitmer, Gouverneurin von Michigan, Josh Shapiro, der Gouverneur von Pennsylvania und vielleicht auch Senatorin Elisabeth Warren. Für jeden wäre es politischer Selbstmord, sich ins Rampenlicht zu stellen, ohne dass die Parteigranden, den Dolche im Gewande, Biden die Iden des August bereiten. Besser noch Juli.

Jill Biden, bitte übernehmen Sie!

Wer wissen will, wer noch in Frage kommt; britische Wettbüros informieren einem im Netz über die Chancen. Da könnt ihr vielleicht auch ein paar Märker verdienen.

Und dann gibt es noch Michelle Obama, einer der liebsten Blütenträume deutscher Amerikaliebhaber. Könnten die Demokraten Michelle aufs Schild heben und gewinnen? Nein! Sind Leute, die das denken, verrückt geworden?

Michelle ist in keiner Weise in Parteipolitik involviert, hatte nie ein Amt, hat sich nie an irgendwas beteiligt; sie ist eine bücherschreibende Hausfrau mit einem abgeschlossenen Jurastudium. Und sie hat immer gesagt, sie kandidiere nicht.

Noch wichtiger, die Idee, dass Michelle diese beliebte, parteiübergreifende Mutter der Nation ist, ist komplett gaga. Michelle ist unter Rechten signifikant unbeliebter als ihr Mann, der die Wahl heute wahrscheinlich auch nicht gewinnen würde, und was auch immer man über Kamala sagt, sie hat bessere Chancen als Michelle.

Was nun? Die Demokraten könnten eine Zeitmaschine einsetzen, vier Jahre zurückreisen, und Biden zwingen, einen präsidentialen Vize zu wählen. Das wäre die beste Option und Elon Musk hat wahrscheinlich eine im Schrank. Leider ist Musk kein Demokrat. Und sonst? Es heißt, die Parteiweisen wollen gemeinsam zu Jill Biden und seiner Schwester Valerie pilgern, denn das seien die einzigen Leute, auf die er höre. Das ist es. Wo ist eigentlich Allen Dulles, wenn man ihn mal braucht?

Hier ein Ausschnitt aus dem TV Duell: Klick hier.

Eva C. Schweitzer

Eva C. Schweitzer pendelt zwischen Berlin und New York, wo sie eine Dissertation über den Times Square verfasst hat; sie arbeitet als Buchautorin und freie Journalistin über Medien, Entertainment und Politik. Ihr letztes Buch war „Links Blinken, rechts abbiegen“ beim Westend Verlag; derzeit schreibt sie ein Buch über die Tucholsky-Familie. Sie leitet auch den Verlag Berlinica Publishing, der Bücher aus Berlin nach New York bringt. Zuvor war sie Redakteurin beim Tagesspiegel in Berlin.
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40 Kommentare

  1. Die einzige Chance für Amerikaner, Trump noch etwas Selbstbewusstsein zu nehmen, wären etwas mehr Stimmen für Kennedy. Für mich wäre er eh der Vernünftigste, jedenfalls bislang. Aber wen interessiert unsere Meinung überhaupt? Der Zug scheint abgefahren, die Gleise sind marode.

  2. Die Interpretation ist 4 Jahre zu spät, denn der Herr war schon am Amtsantritt weder fit noch „echt“.
    Die Quasselbühne, wie viele andere, ist eine schlechte Präsentation von den ‚Studios aus Babel‘!?
    Das seit Jahrzehnten hochgelobte und gepriesen Land der unbegrenzten Möglichkeiten, erweist was es ist, ein ungehobelter Haufen an Kriminellen. Das argste an der Situation ist, daß die Menschen es heute erst erkennen.
    Wir hören und lesen über den Vasallenstatus der Europäer, aber ist das denn wirklich wahr? Alle amerikanischen Errungenschaften sind importe, oder einfach ‚gestohlenes‘ Wissen und alle haben letztlich daran verdient. Wie kann es sein, das inmitten Amerika etliche Züge entgleisen und keiner kann oder möchte nicht sagen was die Ladungen auf den Zügen beinhaltet? Wie kann es sein das Boeing eine erfolgreiche Kette an extremen Unregelmäßigkeiten hervorbringt und sogar Menschenleben in kauf nimmt? Wie kann es sein, das etliche westliche Unternehmen auch noch einen riesen Reibach an der maroden Existenz erzwingen können? Wenn der glorreiche Westen mit all seinen Werten nicht in der Lage ist, einen Greis Einhalt zu gebieten, was ist dieser Westen?
    Der Westen ist ein eingespielter ‚Satan‘, der je nach Lage seine Maske verändert, aber alle Insassen und auch die Weltbevölkerung leidet unter diesem Moloch.
    Der Punkt des Rededuells ist, weder der eine noch der andere wird etwas ändern.
    Trump hatte bei seinem Amtsantritt soviel versprochen und konnte seine Versprechen genauso wenig umsetzen wie alle anderen ‚profililierten Politiker‘.

    Die Verantwortung in einer Demokratie, liegt beim Demos alleine, nur der Demos wurde so umerzogen, das er heute in beständiger Angst für sein Fiatgeld dahin vegetiert. Während der Angst, wird der Demos herrlich enteignet, weil man einen Feind bekämpfen möchte und dieser Krieg aussichtslos ist.
    Alle letzten Nationen zur Bereicherung sind in die Hände vom Feind geraten. Da sollte man sich fragen, wer spricht und handelt mit Wahrheit und wer ist verlogen.

    Ich persönlich wünsche mir in Amerika, JFKjr. Ein ’neutraler parteienloser’Kandidat.

  3. Das war schon lange so geplant. Der Zeitpunkt ist ideal. Jetzt kann man vier Wochen lang 24/7 auf allen TV Kanälen das Spiel spielen, „wer wird neuer Kandidat“ und dabei Trump völlig in den Hintergrund der Aufmerksamkeit spielen.
    Und wenn Biden ein Attest bekommt und das hat er eigentlich auch schon, dann darf der Parteitag der Dems im August auch den Kandidaten neu bestimmen..

    1. Ich denke, so wird es laufen. Die Zeit, die Messer zu zücken, die Autorin spielt darauf an, war wohl im März und dass diese Comedy-Show nicht gut laufen wird, wussten sie vorher. Jeder wusste es. Sie werden einen Plan B haben. Keine Ahnung, ob der aufgehen wird. Aber es geht nicht um so was Nebensächliches wie die amerikanische Präsidentschaft. Es geht um das eigene Schicksal. Das geben sie nicht fahrlässig in Trumps Hände. Jedenfalls nicht kampflos

    2. Das ist die Theorie, die Thomas Röper seit Mai vertritt. und er scheint recht zu haben. Noch nie war eine TV-Debatte so früh im Wahlkampf! Normalerweise finden die im „heißen Herbst“ statt. Im September oder Oktober. So bei Obamas Wahl, wo alle drei im Oktober waren. Auf jeden Fall wartet man auf den Nominierungsparteitag, denn vorher ist der Kandidat ja noch gar kein offizieller Wahlkandidat! Kann also eigentlich auch keinen Wahlkampf gegen den Kandidaten der Gegnerpartei machen.

      Warum wurde von den „Demokraten“ dieser frühe Termin gesetzt? Die Propagandablätter behaupten, es sei darum gegangen, in die Offensive zu gehen. Tatsächlich scheint die Absicht gewesen zu sein, Biden abzuschießen. Abzuwarten, daß er sich mit Ansage blamiert – und dann „legal“ beim Nominierungsparteitag einen neuen Kandidaten (oder eine -in), der nie aufgestellt wurde oder Vorwahlen absolviert hat.

  4. Leute, was habt Ihr immer mit dem Alter vom Biden? Das ist eine gigantische Nebelkerze und Nebenkriegsschauplatz!“ Ein Strohmann-Argument! Es ging nie um Bidens Alter! Er ist dement!!!

    Read my lips:

    D E M E N T ! ! ! ! !

    Man kann mit 90 und 100 noch geistig fit sein, aber dieser Typ ist ein GEISTIGES Wrack! Und mit jedem Tag wird es schlimmer!

  5. auch Schweitzer sitzt dem Theater auf !

    Was zeigte das Fernsehen ?

    Dass das Land nicht (!) von diesem Präsidenten regiert wird.

    Wer also regiert die USA ?

  6. Die BZ hat vorhin darauf hingewiesen, daß dieses „TV-Duell“ zum ersten Mal vor dem Parteitag der Demokraten stattfand, auf dem der Kandidat um das Amt bekannt gegeben wird. Sie munkelt, die Demokraten könnten dieses Fiasko mit Absicht herbeigeführt haben, um Biden vorher noch los werden zu können.

    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/hoffnung-nach-biden-fiasko-wieso-es-gut-ist-dass-der-praesident-komplett-versagt-hat-li.2229668

    1. Da stellt sich mir die Frage: Ist Joseph Biden der Björn Höcke der Demokraten, ein Spitzenpolitiker, den man einfach mit demokratischen Mitteln nicht loswerden kann?

  7. Sind die Jedis nicht die Guten, die zum Schluss auf der Seite der Sieger stehen? Nur mal so als Frage. Aber vielleicht nicht die letzten. Die verlieren dann und deshalb sind eben auch die letzten.
    Mir sagte mal jemand, dass er fände, dass ich eigentlich sonst ganz ok wäre , wieso ich denn unbedingt ein Linker sein wolle. Warum fühlt sich die Autorin, die ich immer gern lese , auch wenn A2 heftig widersprechen möchte, den butsaufenden Dems verbunden? Nein, ich finde Trump nicht gut. Aber jedenfalls hat er keinesfalls mehr Menschen in aller Welt ermorden lassen, Menschen die Amerikas nie etwas antaten, als die Clinton und Obama. Den Hinterbliebenen von tausenden Kriegs – und Drohnenmordopfern auf aller Welt ist es vermutlich egal, dass Obama besser aussah und das gescheitere Englisch spricht als Trump.
    Wie kann man für die Dems auch nur einen Hauch von Zuneigung empfinden, wenn man nicht selbst ein emotionales und soziales Monster ist?
    Ich kann mir unter den im Text angedeuteten Freunden auch nichts richtiges vorstellen. Vermutlich wären die überrascht, dass man sie auf der ganzen Welt hasst?

    Natürlich glaube ich Trump nicht, wenn er sagt, dass er den Krieg in der Ukraine beenden wird. Aber fällt nicht selbst dem durchschnittlich doofen Amis, also alle Wähler der Clinton, auf, dass er der Einzige ist , der von Frieden und der dringenden Notwendigkeit spricht, ihn wiederherzustellen? Der vor WKIII warnt?
    Ich kann mir für den Planeten wenig vorstellen, das grauenvoller als ein erneuter Sieg der Dems ist. Selbst Lord Vader und ein neuer Todesstern sind besser.

  8. Biden ist senil. Noch eine Verschwörungstheorie, die sich als wahr herausstellt.

    Was ist das für ein Politiker- und Mediensystem, in dem wir leben? Ach ja, die Amerikaner meinten, sie könnten die Realität medial formen, indem sie ein Narrativ in die Welt setzen und während sich die Kritiker an diesem Narrativ abarbeiteten, würden sie bereits ein neues Narrativ in die Welt setzen.

    Da bin ich mal gespannt, was das nächste Narrativ sein wird.

    1. ob und wen ! Alles Eingeweide-
      schau !

      Wer regierte die USA in den letzten Monaten und wer regiert es jetzt aktuell ? Der kann es ja nicht sein !

    2. Ist doch egal, wen man aus dem Hut zaubert.

      Hauptsache die Parteigranden können die Vorwahlergebnisse umgehen und ihren Wunschkandidaten nach Gutsherrenart selbst bestimmen. So geht Elitendemokratie.

    3. Eigentlich sollte ihnen ja verboten werden, einen Kandidaten nachzunominieren, der sich nie dem Vorwahlprozedere gestellt hat. Und wenn sie meckern, sagen: Was wollt Ihr? IHR habt diesen Typen, der längst nicht mehr Präsident sein dürfte, weil er die gesundheitlichen und geistigen Voraussetzungen schon lange nicht mehr erfüllt, im VOLLEN WISSEN um diesen Umstand noch einmal aufgestellt!

      Also Klappe halten und in 4 Jahren was Vernünftiges nominieren!

  9. Ich finde die Bilder, die der Text im Kopf erzeugt toll! Es war ein witziger Spaziergang mit vielen Blumen am Wegesrand.

  10. Als Trump vor einem Monat seinen Prozess verlor gab es einen kleine Knick bei den Buchmachern. Von dem hat er sich recht schnell erholt. Für Biden sieht es jetzt nach dem TV-Duell eher nach einem regelrechten Absturz aus. Ob er das wieder aufholen kann, mag ich nicht prognostizieren. Verwunderlich ist das schlechte Abschneiden aber nicht. Ich weiß nicht wie es in der US-Presse war, aber hier war man sich nach Bidens Wahl 2020 ziemlich einig, dass er sein Amt etwa nach der Hälfte seiner Amtszeit an eine andere Person, bevorzugt seine Stellvertreterin Kamala Harris übergeben würde, weil er eben nicht mehr der Jüngste ist und auch nicht mehr wirklich fit wirkte. Daraus wurde nun nichts. Ob das seinerzeit jemand geglaubt hat ist wohl fraglich. Vielleicht sollte damit einfach nur vermieden werden, dass das Bild, das man hier von den USA hat nicht erschüttert wird.

  11. „Auch wenn es ein Risiko ist: Für die Demokraten muss es nun darum gehen, Biden zum Rückzug zu bewegen.“
    (tagesschau)

    Allns klor.

    1. Die Frage, die man sich stellen kann, ist: haben die beiden Parteien wirklich keine besseren Showmaster als Biden und Trump? Schätzt man den Debilitätszustand der Zuschauer schon so hoch ein, dass man sich auch nicht die leiseste Mühe macht, die Verarschung der Wähler zu kaschieren?

  12. Leider muss ich feststellen, dass allgemein nicht durchschaut wird, dass es sich bei der Veranstaltung um eine von den Kontermächten gehäckte Aussendung handelte um zu zeigen „Seht, sie haben gar keine Kleider“
    Recht geschickt gemacht, aber durch die Übertreibung der KI Charaktere doch ein wenig unglaubwürdig..

  13. Zwei soziopathische Mörder mit nahezu identisch menschenfeindlichem Weltbild beleidigen sich gegenseitig im TV.
    Wer dabei einen besseren Eindruck bei den Zuschauern hinterlässt hat größere Chancen darauf, für die nächsten paar Jahre als offizielles Gesicht eines weltumspannenden kriminellen Systems dienen zu dürfen.

    Business as usual im Herzen des bösen Imperiums.

  14. Es war schon lange klar, dass Biden dement ist.
    Das laut zu sagen führte direkt zum Stempel „rechts“.
    Schade aber auch wenn Fakten rechts sind.

    Die Demokraten haben es verpasst Kamala Harris aufzubauen.
    Ske war nie was anderes als symbloische Staffage.

  15. Tja … kann ich jetzt hellsehen oder nicht?

    „Mr. Biden has been an admirable president. Under his leadership, the nation has prospered and begun to address a range of long-term challenges, and the wounds ripped open by Mr. Trump have begun to heal. But the greatest public service Mr. Biden can now perform is to announce that he will not continue to run for re-election.“

    https://www.nytimes.com/2024/06/28/opinion/biden-election-debate-trump.html?campaign

  16. Überall lese ich Artikel und Kommentare über das TV-Duell!
    Überall wird Biden niedergemacht!
    Ja, teils zu recht, aber Biden ist an Demenz erkrankt und das nicht seit gestern.
    Sein Umfeld, seine Partei und die Schattenregierung im Hintergrund, die müssten Frage und Antwort stehen, denn ein Dementer eignet sich nicht noch einmal als Marionette.
    Erinnert mich an Hesters den man noch halbtot auf die Bühne schob!

    1. Demenz ist bloß eine Folgeerkrankung seiner unreflektierten Profitgier und seiner zögerlichen, sich nach dem Wind richtenden Haltungen.
      Auf der Herzensebene, welche den Verstand zu nutzen weiß, war Biden schon immer klinisch tot. Zumindest als Politiker.

  17. Nun, da hat der Russen-Röper wohl einen Treffer gelandet. Er hat das genau so voraus gesehen, dass dieses Duell so früh angesetzt wurde, um Biden abzusägen. Er selbst fand ihn garnicht mal so schlecht, die deutsche Presse aber sehr wohl. Absolute Gleichschaltung und zwar mit dem Tenor: Biden muss weg.
    Was ja ein klein wenig erstaunt. Das ist eine Wendung von 360 Baerbockgraden innerhalb eines Tages. Bei geopolitischen Fragen ist die deutsche Presse seit dem Maidan in einer Weise gleichgeschaltet, die weit über das hinaus geht, was in der angelsächsischen Presse der Fall ist. Man erfährt in solchen Momenten etwas über den amerikanischen Deepstate, denn der ist der Gleichschaltende. Und der will Biden nun offenbar weg haben. Das aber macht nur Sinn, wenn sie jemanden haben, der übernehmen kann. Sie haben. Wobei allerdings eine Schamfrist von einer Woche eingehalten werden muss, damit es nicht allzu abgekartet aussieht.
    Trump behauptet, Biden riskiere mit seiner Ukrainepolitik einen Dritten Weltkrieg. Er hat recht und der Wähler sieht das genau so. Die Dems müssen also das Thema Ukraine unbedingt von der Backe kriegen, um überhaupt eine Chance zu haben. Das Parteiestablishment hat sich allerdings in dieser Frage dermaßen festgelegt, dass sie sich jeden Spielraum genommen haben. Bleibt da irgend jemand übrig?
    Ich sehe da genau eine Person, mehr nicht. Es ist Gretchen Whitmer, Gouverneurin von Michigan. Sie hat sich zur Ukraine bislang moderat geäußert und käme daher in Frage.
    Überhaupt ist das Gretchen eine äußerst interessante Person: wenn jemand überhaupt noch Thesen der klassischen Linken vertritt, dann sie. Und gegen Trump wäre sie genau die Richtige. Sie kann nämlich richtig Emotion machen, fast noch besser als Trump.

    Und: das Gretchen kann darauf setzen, ihres Vornamens wegen erst mal unterschätzt zu werden. Auch das lässt sich letztlich in einen Vorteil verwandeln.

    1. @ Artur_C sagt:
      „Bei geopolitischen Fragen ist die deutsche Presse seit dem Maidan in einer Weise gleichgeschaltet, die weit über das hinaus geht, was in der angelsächsischen Presse der Fall ist. Man erfährt in solchen Momenten etwas über den amerikanischen Deepstate, denn der ist der Gleichschaltende. Und der will Biden nun offenbar weg haben. Das aber macht nur Sinn, wenn sie jemanden haben, der übernehmen kann. Sie haben.“

      Alles plausibel und nachvollziehbar. Nur, dass sich der Deepstate nun ausgerechnet eine US-Linke zum Präsidenten wünscht, das leuchtet nicht so ohne weiteres ein. Der Deepstate sollte sich doch eigentlich eine leicht zu führende Marionette wünschen. Oder ist Gretchen etwa eine Linke der Baebockschen Art – leicht zu führen.

  18. Hier ein Zitat aus der dtsch. Wikipedia über Henry L. Mencken:
    Während der Wahlkampagne von Donald Trump zum US-Präsidenten wurde eine Aussage Menckens aus dem Jahr 1920 zitiert und verbreitete sich weltweit: “…alle Chancen sind auf Seiten des Mannes, der eigentlich der Abwegigste und Mittelmäßigste ist – der die Vorstellung, dass sein Geist ein virtuelles Vakuum [sic, die korrekte Übersetzung wäre: „regelrechtes Vakuum“] sei, am talentiertesten zerstreuen kann. Das Präsidentenamt neigt Jahr um Jahr mehr zu solchen Männern. Mit der Vervollkommnung der Demokratie widerspiegelt dieses Amt mehr und mehr die innere Seele des Volkes. Wir bewegen uns auf ein erhabenes Ideal zu. Eines großen und glorreichen Tages wird der Herzenswunsch der schlichten Leute endlich erfüllt und das Weiße Haus mit einem geradezu Debilen geschmückt sein.”[8][9]
    Mehr muss dazu nicht gesagt werden. Was natürlich die Frage aufwirft: Wer regiert die USA?

  19. Eine Niederlage mit Ansage.
    Allerdings, ich befürchte, der Alternativkandidat oder die Alternativkandidat wird sicher keine bessere Politik machen, da sei die US-Elite vor.

  20. Jedenfalls hat Frau Schweitzer einen schmissigen Stil, sehr leserfreundlich! Trotzdem sollte man klar konstatieren was das Problem ist: wenn es nur zwei Parteien gibt hat man keine Demokratie, und wenn man nur zwei Idioten als Kandidaten hat, dann hat man keine Wahl!

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