Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses

Büro des Mescalero-Stammes in New Mexico.
mr_t_77, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Die Deutschen müssen ja sehr unbeliebt sein bei den indianischen Stämmen, nachdem was Karl May ihnen angedichtet hat. Sind sie aber gar nicht! Ganz im Gegenteil.

Es ist schon fast zwei Jahrzehnte her, als ich mit der amerikanischen Eisenbahn den Rio Pecos überquerte. Es war Nachmittag, der Zug hatte Kansas City am Tag zuvor mit der üblichen Verspätung gegen Mitternacht verlassen, bei Sonnenaufgang Dodge City erreicht und rollte nun, nach einer langen Fahrt durch die rote steinerne Wüste, auf Albuquerque zu. Der Rio Pecos entspringt in den Bergen bei Santa Fe und fließt nach Südosten an der Reservation der Mescalero vorbei; hinter Roswell vereint er sich mit dem Rio Grande. Die Bahn kreuzt ihn bei Las Vegas (ein anderes Las Vegas).

Deutsche bei den Stämmen beliebt – wegen Karl May

Wir aber kennen den Rio Pecos, weil hier Winnetou und Old Shatterhand gekämpft haben, und natürlich auch in Mescalero und Roswell, wo heute das Internationale UFO-Museum ist, aber ich schweife ab. Als die Bahn über die Brücke rollte, war ich wie elektrisiert; gibt es den Rio Pecos wirklich? Ich hatte bisher eigentlich gedacht, Karl May hätte alles erfunden. Das war die Zeit, wo es schon Handys gab, aber für Auslandsanrufe musste man eine umständliche Extra-Nummer wählen, und das tat ich. Ich rief bei der Karl-May-Gesellschaft in Radebeul an und fragte, ob die zufällig eine Karte hätten von den Reisen des dynamischen Duos (ein anderes dynamisches Duo).

Es dauerte eine Weile, bis der nette Herr in Radebeul verstand, dass ich jetzt gerade mitten im Wilden Westen war, aber die Karte bekam ich (per E-Mail). Nun lernte ich, dass Karl May die Geographie durchaus korrekt beschrieben hatte, halt bloß nicht die Größenordnungen. Seine Apachen ritten mit ihren Ponys vom Silbersee nahe Salt Lake City bis San Antonio, Texas, schneller durchs Gestrüpp als ich mit dem Mietwagen. Dabei ich heize wie eine deutsche Führerscheinbesitzerin auf einer leeren Interstate.

Inzwischen war ich oft im Wilden Westen. Ich habe einen Freund, der halb Hopi, halb Deutscher ist, habe indianische Aktivisten interviewt, die Zeitungen herausgeben, Rundfunksender gegründet haben und Hollywood für die indianerfeindlichen Filme auf die Füße treten wollen. Ich bin mit einem Medizinmann der Mescalero in dessen Büro gesessen und wir haben gemeinsam einen Clip auf YouTube angeguckt, wo ein deutscher Reporter vergebens versucht, ein Interview zu führen. Und ich habe den letzten Urenkel von Geronimo aufgespürt, Harlyn, der auf der Reservation von Mescalero lebte. Ich habe gelernt, dass Apachen bei anderen Stämmen nicht diese beliebten edlen Wilden sind, ganz und gar nicht. Wer aber beliebt ist, sind die Deutschen, und das liegt an Karl May.

Karl May in Amerika

Viele Jahrzehnte war der Erfolgsautor in Amerika gänzlich unbekannt, aber inzwischen ist hier und da ein wenig Kenntnis durchgesickert, auch dank eines kleines Verlages, der Nemsi Books heißt und die Bücher des großen Radebeulers übersetzt hat. Dazu kommt, dass heutzutage deutsche Filmfirmen, wenn sie Wild-West-Filme drehen, echte Indianer als Berater einfliegen, die dem Regisseur erzählen, wie der Kopfschmuck aussehen soll. Das beidseitige Wissen zieht also konzentrische Kreise.

Das zweite Mal traf ich Winnetou auf einer Apachen-Ranch in Arizona, südlich von Tombstone in den Dragoon Mountains. Die Ranch war eigentlich ein Hotel, das wie eine Wildweststadt aussah, geleitet von Peter Stenger, einem Münchner, der ein großer Karl-May-Fan war. Hinter jedem Haus verbarg sich ein im Wild-West-Stil gestyltes Zimmer. An dem Tag, als ich kam, eröffnete Peter gerade ein Karl-May-Museum in Tombstone.

Tombstone ist berühmt, weil hier 1881 die Schießerei am O. K. Corral stattgefunden, zwischen Sheriff Wyatt Earp, seinen Brüdern und Doc Holliday einerseits und den Vigilantes, den Gesetzlosen und Viehdieben andererseits. Die wird nun von den Tombstonern tagtäglich nachgestellt, oder eigentlich nicht von den Tombstoners, sondern von Schauspielern, aber wirklich echt, natürlich mit Platzpatronen. Vor Peter hatte niemand hier jemals von Karl May gehört, aber in Arizona, mit seiner Can-do-Mentalität, unterstützen die Leute alles, was Leben in die Bude bring, und Touristen in die Stadt.

Deutsche Indianerobsession ist merkwürdig – aber nicht feindselig

Am nächsten Tag machten wir — drei Gäste — eine Tour mit zwei Indianern, auf Pferden in die Berge und fragen diese nach allem, was Karl May uns beigebracht hat. Nein, sagten die, es gab keine Marterpfähle — »Wozu? Gefangene kann man doch an einen Baum binden, das ist einfacher.« — aber es gab tatsächlich Blutbrüderschaften. Das Blut wurde jedoch direkt getrunken und nicht (wie bei uns Mädchen früher) erst ins Wasser getropft. »Das ist ja eklig«, entfuhr es einem unserer beiden Führer.

Das bringt einem zu den Punkt: Darf man heute noch Karl May lesen? Oder ist das kolonialistisch? Unhistorisch? Stellt May das harte Schicksal der Indianer zu geschönt dar? Darf man überhaupt noch Indianer sagen? Darf man noch Winnetou herausgeben? Lesen? Im Kino gucken? Klar ist schon mal: Alle, die sich in Deutschland darüber aufregen, sind Gringix, um den gegenderten Begriff zu benutzen. Die richtigen Indianer finden die deutsche Obsession manchmal ein bisschen merkwürdig, aber nicht feindselig.

Es sind eigentlich mehr die weißen Amerikaner, die damit Probleme haben und die es nicht so richtig verstehen, dass ihre Großeltern versucht haben, die Indianer auszurotten, und nicht die unseren. Und die nun ihre eigenen Schuldgefühle damit zu bewältigen versuchen, indem sie der deutschen Indianermanie Rassismus unterstellen. Die gleichen Leute übrigens, die wild verkitsche und historisch grob unkorrekte Filme über die Nazizeit wie »Casablanca« oder »The Sound of Music« oder (Gott behüte!) »Jojo Rabbit« drehen (und angucken). Aber ich schweife schon wieder ab.

Beim Begriff Indianer sind die Meinungen geteilt

Die richtigen Indianer jedenfalls finden den deutschen Kitsch sympathischer als das wirklich rassistische Hollywoodkino, wo Indianer, Araber und Deutsche gemeinsam die Bösen geben — gut, in den letzten zehn Jahren hat sich das gebessert, und die Academy hat sich auch gerade bei Sacheen Littlefeather entschuldigt, die auf offener Bühne ausgebuht wurde, als sie den Oscar für Marlon Brando entgegennahm. Aber trotzdem.

Sie freuen sich, dass sich Deutsche für indianische Kultur interessieren und nicht bloß, wie die meisten Amerikaner, in den Casinos auf den Reservaten spielen wollen. Es gibt sogar Stämme, die gezielt Tourismus für Deutsche anbieten, die eine authentische Erfahrung haben wollen. Ich habe mal einen solchen Stamm beraten, der wissen wollte, ob Deutsche fließend warmes Wasser brauchen; natürlich nicht. Viele dieser deutschen Besucher sind dann schockiert, wenn sie sehen, wie arm die Indianer in Amerika wirklich sind, und wie feindselig sie immer noch behandelt werden.

Beim Begriff Indianer sind die Meinungen geteilt. Ich habe mit Chiefs gesprochen, die meinten, »Indianer« sei ein eigenes Wort, ohne negativen Beigeschmack; was sie nicht gerne hörten, sei »Indian«. Sie seien ja keine Inder. Ein anderer Chief meinte, diese Sprachvorschriften gälten sowieso nur für Amerikaner, denen man eins auswischen wolle. »Mit euch Deutschen haben wir keine Probleme.« Ich frage eigens noch einmal Jeff Haozous, der frühere Chairman der Fort Sill Apachen. Der sagte, wenn der Begriff Indianer von Inder komme, könne das tatsächlich beleidigend sein. Aber tut er das?

Oberhäuptlinge deutscher Debattenstammtische

Natürlich findet man, wenn man als Journalist nur lange genug sucht, irgendwo in Amerika einen Indianer, der das Wort rassistisch findet. Native Americans ist allerdings auch umstritten, denn »Amerika« ist ja der Begriff des weißen Mannes. Überhaupt werden Indianer lieber mit dem Namen ihres Stammes angesprochen als mit diesem Sammelbegriff, aber Vorsicht: Wer political correct ist, sagt nicht mehr Navajo, sondern Diné und auf gar keinen Fall Sioux, sondern Lakota, und was die Apachen angeht, gibt es ein knappes Dutzend untereinander verfeindeter verschiedene Stämme, von denen einige nie kapituliert haben und sich heute noch für unabhängig halten, so ähnlich wie die Bayern.

Sicher, man soll Menschen so ansprechen, wie sie das gerne haben. Und ich bin sicher, das vom Verlag zurückgezogene Winnetou-Buch ist kitschig und unrealistisch. Aber um Authentizität geht es diesen Reichsbedenkenträgern, die nach Sprachvorschriften und Zensur rufen, gar nicht. Denen geht es darum, sich selber als Oberhäuptling eines deutschen Debattenstammtischs zu etablieren. Dabei sind die Beziehungen zwischen Deutschen und Indianern dort, wo letztere leben, eigentlich ziemlich gut. Wir werden dort, mit einem Vertrauensbonus, freundlich aufgenommen. Wenn die Debatte nun von weißen, deutschen Gschaftlhubern dominiert wird, die hauptsächlich davon getrieben sind, überall Rassismus zu wittern, kann das damit auch mal vorbei sein.

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18 Kommentare

  1. Ich habe eine Frage, wer genau steckt hinter diesen Twitter Geschwadern?
    Und wieviele Menschen sind das eigentlich?

    Eins ist klar, all diese Accounts haben eine enorme Wirkmächtigkeit, und das finde ich absurd.
    Erst recht wenn ein renommierter Verlag darauf devot und jämmerlich reagiert.
    Und da kommt es auf den Inhalt des Buches gar nicht an.

  2. Jetzt muss ich mal aus dem Nähkästchen plaudern, denn m.E. geht es hier gar nicht um indianische Befindlichkeiten, sondern um was ganz anderes, nämliche um sektiererische Verhaltenskontrolle und Denkverbote.

    Sektiererische Gruppen haben ja ein Problem, sie können nicht in die Köpfe ihrer Mitglieder gucken und sehen, ob sich da wiederständiges Denken zusammenbraut. Um dieses jedoch zu bewerkstelligen, verlegen sie sich auf die Verhaltenskontrolle, die alles umfasst, was äusserlich sichtbar oder hörbar ist: Kopfschmuck, Frisur, Kleidung, Begrüßung, Nahrung und natürlich auch Vokabular.
    Jeder, der in der Bahn keine Corona-Maske trägt oder Indianer oder Neger sagt, erweist sich für das vorherrschende Narrativ als Störenfried. Jeder, der hier sichtbar oder hörbar aus der Reihe tanzt, erkennt die Dominanz der sektiererischen Gruppe nicht mehr an und kann identifiziert werden.
    Darum reden wir auch immer vom „russischen Angriffskrieg“ in der Ukraine und nie vom NATO Angriffskrieg in Serbien, Irak, Afghanistan etc. oder vom US Proxykrieg in der Ukraine.

    1. Dem stimme ich voll und ganz zu!
      Und deshalb würde mich interessieren wer, und wieviele Aktivisten hinter solchen Aktionen stecken.
      Ich unterstelle mal, eine verschwindend kleine Minderheit, dafür umso schriller.

      Die ganze Geschichte ist ja an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.

    2. Absolut. Und das Ganze soll von anderen Dingen ablenken. Ich wüsste auch gern, welche Spinner da agieren und sich damit instrumentalisieren oder instrumentalisieren lassen. Dass das nur durchgeknallte „Spassbremsen“ sind, glaube ich inzwischen nicht mehr.

  3. Der Autorin scheint nicht bekannt zu sein, dass es eine Reihe von Defa-Filmen gibt, die dem rassistischen Schwulst Mays entgegen stehen und die Lage wie Geschichte der nordamerikanischen Urbevölkerung recht realistisch behandeln. Das liegt daran, dass die Expertin Liselotte Welskopf -Henrich unmittelbar am Drehbuch, bei Regie und am Set mitwirkte. Sie war wohl dann in den 90ern mit Filmvorführungen vor Ort. Etliche Häuptlinge waren sehr überrascht und dankten ihr für die realistische Darstellung ihrer Geschichte.
    Es gäbe genug Anlass zur Frage, ob nicht die positiven Äußerungen aus den USA dem Geschäftsinteresse der Protagonisten und weniger der Historie geschuldet sind.

    1. Man muss aber aufpassen, dass man nicht so moralisierend wird wie die Wokes und SJW. Ich fand den Artikel gut, auch und gerade weil er keinen ideologiekritischen Rundumschlag gegen die Ideologie bei Karl May und seinen Zeitgenossen machte.

      Rassistisch, wenn man strenge Massstäbe anlegt, war in der Zeit Karl Mays fast alles, was nicht explizit antirassistisch war, das war die Zeit des Kolonialismus. Und seine Abenteuerromane waren nun einmal keine gesellschaftskritische Literatur. Immerhin waren sie keine Hasspropaganda gegen „die Wilden“ wie so vieles aus der selben Epoche. Eher drückt sich da ein naiver Humanismus aus.

      Die Defa-Produktionen sind leider sehr weitgehend unbekannt, einige davon wurden von kleineren westlichen Produktionsgesellschaften weiter vermarktet, und man fand sie sogar in Kinos und Fernsehen der USA, Frankreichs und Italiens, oft ohne oder mit kaum kenntlicher Ursprungsbezeichnung.

      Ich kenne natürlich die Motive der Gesprächspartner von Frau Schweitzer nicht. Aber ihre Reportage ist durchaus plausibel, interessant und unterhaltsam.

  4. „[…]für unabhängig halten, so ähnlich, wie die Bayern.“
    Zur Erinnerung, Saupreissen, gscherte: Das letzte mal, als Bayern sich unabhängig erklärte, war am 17.04. 1919 – und zwar als sozialistische Räterepublik, welche kurz darauf von preussischen und sächsischen Truppen blutig niedergeschlagen wurde. Also lieber Pfotz’n halten, wenn man ein reaktionärer und eingebildeter Depp von einem Preissen ist.

  5. Antirassismus verdeckt die rassistische Agenta, nur weil es erst in der Reaktion rassistisch wird. Wenn man Rassen als Gruppen sieht, die der Natur angepasst sind, in der sie leben, ist man Rassist. Wenn man die Höherwertigkeit einer Rasse über der anderen Rasse sieht, ist man Rassist. Also bin ich Rassist!

  6. Danke für einen einigermassen ausführlichen Artikel zu einem anderen als den üblichen Themen.
    Er deckt sich auch mit meinen Erinnerungen an eigene Erfahrungen aus meinem Amerika Jahr, das allerdings schon 40 Jahre zurück liegt.

    Was mir beim Lesen ein wenig aufstiess (und ich beschreibe MEINE Erfahrung beim Lesen) war, dass man anscheinend nicht mal mehr so einen Text völlig ohne Gender Schwachsinn schreiben kann/darf….
    Beim Leben im nicht-deutsch-sprachigen Ausland bleibt man ja erfreulicher Weise von solchem Unsinn verschont. Immerhin hat mir der Artikel durch diesen Einschub wieder ins Bewusstsein zurück gerufen, wie klug die Entscheidung war, nicht mehr in DE leben zu wollen, bis solcher Wahnsinn dort auskuriert worden ist. 🙂

  7. Wehe die „Ausserirdischen“ besuchen uns! Die werden alle Erdenbewohner wegen der rassistischen Aussagen/ Beleidigungen, der unkorrekten Beschreibung von Aussehen/ Handlungen in all den Science Fiction Büchern, Comics und Filmen, vor das intergalaktische Tribunal für „Böseste Beleidigungen“ zerren und dann geht es uns alle an den Kragen.

    Zum Glück bin ich in diesem Moment aus meinem ungegenderten Traum erwacht.

  8. Gibt es eigentlich ein Gesetz, dass einem verbietet, Rasta-Locken zu tragen? Oder eine Verordnung, die besagt, nicht Karl May lesen zu dürfen? Ne, gibt es nicht. Aber es gibt offensichtlich eine Menge Super-Nannys, die uns Tag für Tag erzählen wollen, was gut und was böse ist. Dabei geht es diesen Klugscheißern, oh Pardon, Klugscheißer*innen doch vor allem darum, der Welt zu beweisen, dass sie im Proseminar artig aufgepasst haben und uns moralisch meilenweit überlegen sind. Und passend dazu salbadert irgendein vermeintlicher Experte, oh Pardon, vermeintliche/r Expert*in irgendetwas dazu, so wie ein überschlauer Prof aus Hamburg, der meint, Karl May sei Rassist und Antisemit gewesen, weil Hitler und Himmler seine Werke gern gelesen haben. Dabei verschweigt dieser Twitter-Meister natürlich, dass zum Beispiel Karl Liebknecht ebenfalls Karl Mays Werke verschlungen hat. Der war aber nun alles andere als ein Nazi. Ihr lieben Super-Nannys, wenn Ihr keine Rasta-Locken mögt: Ihr braucht sie ja nicht zu tragen! Und wenn eine Band spielt, deren Mitglieder welche tragen, und Euch das nicht gefällt, dann geht doch einfach. Und wenn Ihr meint, Karl Mays Werke seien rassistisch und antisemitisch, dann braucht Ihr sie auch nicht zu lesen (was Ihr wahrscheinlich auch niemals getan habt). Aber verlangt bitte nicht von anderen, dass sie Eurer Moral folgen müssen. Denken kann ich schon allein und da nehme ich mir einfach das Recht heraus, bestimmte Dinge selbst zu entscheiden. Ich brauche auch keine Anweisungen durch den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, wie man richtig zu sprechen hat, ich meine artig zu gendern. Schon gar nicht von einer Anstalt, die mit ihrem Programm auf der anderen Seite eifrig zur Volksverblödung beiträgt und das damit begründet: „Die Leute wollen das doch sehen!“ (Quote) Manchmal gibt es, dass sei der Fairness halber geschrieben, auch Sendungen, die zum kritischen Denken verleiten. Da bin ich dann ganz bei Euch, liebe ARD. Und selbstverständlich gehört es auch dazu, die Menschen einfach mal nur zu unterhalten. Mit Karl May zum Beispiel!

  9. Wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer, gibt’s noch einen drauf: „Laut ZDF sollte der Begriff „Indianer“ nicht mehr verwendet werden,“ das meldet die Berliner Zeitung, und zwar „um „rassistisch geprägten Begriffen“ keine Plattform zu geben.“ Das Deppentum kennt keine Grenzen mehr. Liebes ZDF, schaut Euch mal diese Seite an: https://www.aimovement.org/. Dahinter steckt „American Indian Movement“, eine indianische Widerstandsorganisation. Auf der Seite liest man ständig das Wort „Indian“. Und was heißt das wohl? Schornsteinfeger? Oder lesen Sie mal die Biografie von Wilma Mankiller, erster weiblicher Häuptling der Cherokee. Das lese ich gleich im ersten Satz: „Die nordamerikanischen Indianer …“ Als möglichen Ersatzbegriff schlagt Ihr vor: „Native Americans“. Woher kommt wohl der Begriff Amerika??? Ganz hervorragende Leistung, ZDF! Top!

  10. So lange sich Leute mit solchen Themen als wichtig beschäftigen, stellen sie diese imperialistische Staatsform und -führung nicht in Frage.

    Da gibt es noch viele andere Themen wie Tierwohl, vegatarisch/ vegan essen, gendern, LGBT, Feminismus, Rassismus, Antisemitismus usw. All diese Themen sind im einzelnen wichtig, können aber nur im gemeinsamen und nicht durch Überhöhung einzelner Aspekte im Zusammenhang einer allgemeinen gesellschaftlichen Verbesserung für die breite Masse der Bevölkerung erreicht werden.

    So wie diese Themen heute gehändelt werden, isrt das Herrschaftspolitik, wo man auf „Nebenschauplätze“ die Aufmerksamkeit der Bevölkerung lenkt. Und es klappt ja immer bei den „Linken“:

  11. Karl May hat die Indianer nicht zu Armeniern gemacht, wo sich Kritik festmachen ließe und schon zu seinen Lebzeiten geübt wurde.
    Linke Emanzipationsbestrebungen untergräbt man am besten dadurch, dass man Kritik auf die Nebenkriegsschauplätze oder noch belangloserem lenkt, um von Eingriffen in vital wichtigen Gegenden abzulenken, was Chomski schon lange thematisiert hat.

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