Kriegstreiber*innen verstehen die Welt nicht mehr

blu-news.org, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons, entsättigt

Sind die Grünen und die Sozialdemokraten gar keine Kriegstreiber? Verstehen wir sie falsch? Wolf Wetzel über Heimatkrieger, Stellvertreterkrieger und einstige Kosovo-Krieger.

Am 4. Juli 2022 berichtete der Tagesspiegel, dass an die Berliner Büros der GRÜNEN und der SPD der Vorwurf gesprüht wurde, sie seien »Kriegstreiber«.

Dass dieser Vorwurf den Staatsschutz, also die politische Polizei auf den Plan ruft, ist nicht das besonders bemerkenswerte. Wahrscheinlich wollte man ganz witzig und arschfrech sein, als die GRÜNEN so darauf reagierten:

Es müsse »ein Missverständnis vorliegen«, kommentierte der grüne Lux die Schmiererei süffisant: »Den Krieg treibt der russische Präsident und seine Armee«, schrieb er bei Twitter – »und nicht die Scheibe des Steglitzer Büros von Stahr und ihm«. Schon am Vormittag wurde der Schriftzug beseitig. Lux bedankte sich daraufhin bei seinem Mitarbeiter »für die schnelle Klarstellung«. Johanna Martens, Kreisvorsitzende der Grünen in Steglitz-Zehlendorf, schrieb laut Tagesspiegel gar kämpferisch: »Von Vandalismus und feigen Hassbotschaften lassen wir uns nicht unterkriegen.«

Das Heldentum der Heimatkrieger

Gut, das mit der »schnellen Klarstellung« ist mal etwas Handfestes: Wenn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beflissentlich und wahrscheinlich total selbstständig die Parole »Kriegstreiber« beseitigt haben, dann ist das – in vielerlei Hinsicht – eine »Klarstellung«. Sie bringt damit das, was man ab und an als »Streitkultur« feiert und lobt, auf den Punkt.

Gut, das mit dem Heldentum der »Heimatkrieger«, die sich in Berlin in ihrem Büro nicht unterkriegen lassen, lassen wir einmal so stehen.

Auch die SPD nahm diesen Gedankengang auf: »Auch unser Kreisbüro und das Bürger:innen-Büro von #Mirjam #Golm ist vom Vandalismus betroffen. Politische Auseinandersetzung sieht anders aus. Nicht die SPD ist Kriegstreiber, sondern Putin führt einen Angriffskrieg. @spdberlin @spdfraktionbln« (Tagesspiegel)

Man muss schon ziemlich dissoziiert sein, wenn sich Rot-Grün als Kriegspartei an der Seite der ukrainischen Armee so ganz und gar nicht als »Kriegstreiber« verstehen und sich in semantische Verrenkungen versuchen.

Denn natürlich darf selbst den GRÜNEN und der SPD nicht entgangen sein, dass man einen Krieg befeuern, dass man ihn unausweichlich machen kann, wenn man alle anderen Wege zuschüttet und vermint … und dann gespannt darauf wartet und dafür betet, dass die andere Seite genau das tut, was als »Notausgang« geradezu beschildert wurde.

Kriegstreiber im Stellvertreterkrieg

In einer solchen Phase ist man selbst nicht Kriegspartei, sondern eben Antreiber, sehr darauf bedacht, selbst nicht direkt, in Uniform und auf dem Schlachtfeld, in Erscheinung zu treten. In Deutschland hat diese Politik einen Namen bekommen, als man für Kriegseinsätze weder militärisch, noch gesellschaftspolitisch gerüstet war: Scheckbuchdiplomatie.

Das haben die GRÜNEN sehr schnell gelernt und die SPD kann dabei auf mehr Dienstjahre zurückblicken. Man nennt das »Stellvertreterkriege«, die dann besonders beliebt sind, wenn man selbst keine eigenen Soldaten opfern will und man es, wie zurzeit, vorzieht, dass der Krieg in der Ukraine 2022 »bis zum letzten Ukrainer« geführt werden soll – also ohne das eigene Personal der Kriegstreiber.

Trotz des semantischen Schutzbunkers wissen gerade die beiden Regierungsparteien genug darüber, wie man als »Kriegstreiber« agiert und so lange wie möglich im Hintergrund bleibt, bis der Zeitpunkt gekommen ist, wo man gar nicht anders kann, als »Hilfe« zu leisten, zum Beispiel in Gestalt einer »humanitären Intervention«. Klingelt es?

Die Grünen und die SPD müssten jedenfalls für die Auflösung dieses Rätsels nicht ganz so lange in ihren Archiven suchen.

Der 70-tägige Bombenkrieg

1999 haben die SPD und die GRÜNEN im Kosovo-Krieg genau das perfekt in Szene gesetzt und zu Ende gebracht, was man als »Kriegstreiber« bezeichnen kann und muss: Sie haben jede andere, politische/diplomatische Lösung des Kosovo-Konfliktes vorsätzlich und mit ganzem Engagement verhindert (vorgetäuschte Friedensverhandlungen in Rambouillet). Sie haben sich in jeder Phase des Krieges gegen die Bundesrepublik Jugoslawien als Kriegstreiber betätigt. Sie haben den Separatismus in allem Phasen politisch, diplomatisch und militärisch unterstützt und ideologisch den Sprengstoff geliefert, um das »Völkergefängnis« in die Luft zu jagen. Das »Völkergefängnis« existierte ausschließlich im Kopf des deutschen Außenministers Klaus Kinkel.

Den Kosovo-Krieg und die eigene militärische Beteiligung hob man sich für das mörderische Finale auf. Der über 70-tägige Bombenkrieg traf wirkliche Menschen, die niemand an der Heimatfront zu sehen bekommen hat.

Wenn also die rot-grün-gelbe Bundesregierung, mit Blick auf den Krieg in der Ukraine vom ersten Angriffskrieg in Europa redet, dann bekommt man eine Ahnung davon, was mit dieser Kriegsbeteiligung mehr einhergeht, als ein bisschen frieren, womit der Bundespräsident Gauck ausschließlich körperliche Empfindungen meinte.

Politische Auseinandersetzung sieht anders aus

Die SPD und die Grünen halten die Sprühparole »Kriegstreiber« an ihren Büroscheiben für erklärungsbedürftig. Das SPD-Kreis-Büro in Berlin hatte gar einen verdrucksten Vorschlag:

»Politische Auseinandersetzung sieht anders aus.«

Danach fiel der SPD nichts mehr ein.

Greifen wir den Gedanken konstruktiv und beherzt auf und schlagen der SPD, den Grünen und der FDP eine tatsächliche politische Auseinandersetzung vor, die mehr als ein Schlagwort enthält und ganz anders aussieht, als die zahlreichen Talkshows, in denen Viertel-, Halb- und Vollkriegsbefürworter die Meinungsvielfalt darstellen.

Um die finanziellen Ressourcen muss man sich keine Sorge machen. Wir schlagen also drei Großveranstaltungen vor. Das Bedürfnis wird riesig sein.

Panel I

Von allen Regierungs- und Kriegsparteien wird der russische Einmarsch in die Ukraine 2022 als »erster Angriffskrieg in Europa« nach dem Zweiten Weltkrieg verurteilt. Greifen wir ein sehr zentrales Ereignis in Europa heraus, um diese Exklusivität mit der Wirklichkeit zu konfrontieren: Der so genannte Kosovo-Krieg 1999, die über 70-tägige Bombardierung der ehemaligen Bundesrepublik Jugoslawien.

Gehen wir in diesem Panel sehr detailliert der Frage nach, wann ein Angriffskrieg ein Angriffskrieg ist und wann nicht. Ist dies eine Erkenntnisfrage oder eine Machtfrage?

Panel II

Alle Kriegsparteien sind sich absolut einig, dass man Grenzen (aus welchen Gründen auch immer) nicht verschieben kann.

Greifen wir zwei recht präsente Beispiele heraus:

Die türkische Armee hält im Norden Syriens Teil des syrischen Staatsgebietes besetzt. Sie behauptet, dass sie diese als „Sicherheitszone“ bräuchte. Sind die verschobenen Grenzen in Syrien anders zu bewerten als die Grenzen der Ukraine?

Die israelische Armee hält seit Jahrzehnten jordanisches, syrisches und palästinensisches Territorium (Ost-Jerusalem) besetzt. Sind jordanische, syrische und palästinensische Grenzen weniger wert?

Als Eingangsstatement für dieses Panel schlage ich das vom israelischen Prime Minister Naftali Bennett aus dem Jahr 2022 vor:

»If there were a button you could press that would make all the Arabs disappear, that would send them on an express train to Switzerland… I would press it.«

Panel III

Die Waffenlieferungen der ukrainischen Armee, der eklatante Bruch der Zusage, keine deutschen Waffen in Krisen – und Kriegsgebiete zu liefern, wird von Seiten der rot-grün-gelben Bundesregierung damit begründet, dass man die Opfer einer militärischen Aggression nicht alleine lassen dürfe. In einer solch akuten Situation helfe weder Pazifismus noch gute Analysen, sondern Waffen.

Lassen Sie uns zusammen und nachdenklich diesem durchaus lobenswerten Gedanken folgen – ohne alle aktuellen Aggressoren zu benennen, greifen wir ein Beispiel heraus:

Die selbstverwalteten kurdischen Gebiete in Syrien (Rojava) werden von der türkischen Armee angegriffen. Sie besetzen dabei syrisches Territorium und ermorden Kurdinnen und Kurden. Wie steht es um die Bewaffnung der Opfer der türkischen Aggression? Wann werden schwere Waffen an die kurdischen Selbstverteidigungskräfte geliefert?

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27 Kommentare

  1. Mich überrascht, dass die infolge der Rechts-Links-Verschiebung rechten Russlandfreunde nicht noch schlimmere Ausdrücke für die Grünen verwendet haben, wie Kriegsfinanzierer, totalen Krieg Unterstützer, Nazi-Kollaborateure, Schreibtischmörder, usw.. Wahrscheinlich liegt es am schlechten Gewissen der Schmierer.

    1. „Schmierer?“ „Schlechtes Gewissen?“ Projizieren Sie nicht ein wenig zu viel?

      Die Grünen sind seit 1991 Kriegshetzer, sie haben alle Aggressionen zur Filettierung Jugoslawiens propagandistisch begleitet, der faschistische Mordhetzer Erich Rathfelder hat fast ein Jahrzehnt in der taz geschmiert, bis es endlich zum Überfall auf Jugoslawien 1999 kam. Dazu siehe auch in diesem Blog https://www.andreas-wehr.eu/das-vorbild-jugoslawien.html

      Die SPD hat seit 1991 zunehmend ihre Entspannungspolitik, das Erbe Willy Brandts und Egon Bahrs, preisgegeben und verraten.

      Und sicher sind die Grünen, die in Kiew im Chor mit Nazis „Slawa Ukraini, Slawa Heroim“ mitgrölen, die traditionellen Heil-Schreie der OUN-Massenmörder, Nazi-Kollaborateure. Was denn sonst?

    2. Auch in Teilen der „linken“ Kreise sind die OlivGrünen als Kriegstreiber verschrien.

      Es ist kein Alleinstellungsmerkmal der „Rechten“, die Kriegsgründe zu benennen.

      Von Seiten der (wirklich) Linken fällt diese Kriegskritik inklusive Benennen der Kriegstreiber auf Grund der Kritik am Kapitalismus/ Imperialismus berufend auf Marx, Engels, Lenin und darauf aufbauend noch leichter. Kein Arbeiter, Angestellter, Rentner hat einen Grund, sich für diesen Krieg zwischen der USA, NATO, EU mit der Ukraine als Opferlamm und Russland auf der anderen Seite, finanziell, gesundheitlich (frieren für den Frieden (HÄ?)) zu opfern. Das ist ein Krieg des Kapitals. Dann sollen sie ihr eigenes Kapital und deren eigene Söhne und Töchter opfern!

      1. „Es ist kein Alleinstellungsmerkmal der „Rechten“, die Kriegsgründe zu benennen.“

        Können sie uns ein Beispiel zeigen, welche Kriegsgründe die „Rechten“ benennen?

  2. Deutschland und seine Parteien als Kriegstreiber zu bezeichnen – „Es müsse »ein Missverständnis vorliegen“.

    Herr Wetzel sie haben gut erklärt, warum diese Betitelung „Kriegstreiber“ für die (Oliv)Grünen und Deutschland sehr gut zutrifft. Aber die Propaganda unserer (Atlantik)Politiker und die hier vorherrschenden Medien wirken eben, so dass diese Mitarbeiter wahrscheinlich gar nicht merken, in welcher Blase sie leben. Dies erinnert mich sehr stark an SED-Kader zu DDR-Zeiten, erst wenn die Blase platzt, sehen sie plötzlich vieles klarer.

    Übrigens wirkt diese MSM-Propaganda hier sehr gut. Als Beispiel hier für kann man den guten Herrn Erik Albrecht nennen (Kommentar bei https://overton-magazin.de/krass-konkret/eskalation-ukraine-beschiesst-auch-mit-westlichen-waffen-militaerische-und-zivile-ziele-in-russland/). Der Herr Albrecht zeichnet sich häufig durch nur begrenztes historisches Wissen aus und kommt deshalb oftmals zu falschen Schlußfolgerungen. Dem Herrn Albrecht möchte ich auch deshalb keinen großen Vorwurf machen, denn es wäre die Aufgabe der Medien das deutsche Volk umfassend und korrekt zu informieren. Doch dieser Aufgabe kommt der Journalismus schon lange nicht mehr nach, so dass man (übrigens wie zu DDR-Zeiten auch) sich selbst sehr vielstimmig informieren muss. Neben deutschen Medien und alternativen Medie lese ich russische, amerikanische, englische, französische, chinesische, schweizer Artikel um mir eine eigene Meinung bilden zu können. Denn nur diese Vielfalt hilft mir unabhängig zu bleiben.

    Übrigens bin ich auch kein Freund dieses Krieges, welcher seid 8 Jahren im Donbass stattfindet. Aber die Eskalation der Russen im Februar könnte zur Beendigung dieses Krieges führen und die russisch sprachige (und andere Ethnien auch) Bevölkerung von der kulturellen Unterdrückung durch die ukrainischen Nationalisten befreien. So werden sie ja oftmals in den nun von den allierten befreiten Gebieten auch begrüßt, wie Videos im Netz oftmals zeigen.

    Der im obrigen Artikel genannte Juguslawiekrieg und die damalige Aufspaltung dieses Landes hat eben auch maßgeblich zu der heutigen Situation in Europa und der Welt beigtragen. Auch damals war der Kriegstreiber USA, NATO, EU und somit auch Deutschland mit seinen Parteien CDU/CSU, FDP, SPD, (OLIV)Grünen. Mit diesem völkerrechtwidrigen Krieg haben sie auch für andere Länder wie z.B. Saudi Arabien (Jemen), Türkei (Syrien), NATO (Lybyen) die Hemmschwelle nach unten verlegt. Die nun völkerrechtskonforme Abspaltung des Kosovo dient als Blaupause für die Krim, wobei die Krim sogar ein Referendum mit 90% Zustimmung in der Bevölkerung durch geführt hat. Ohne militärische Absicherung des Kosovo durch die NATO hätte es auch keinen eigenständigen Staat Kosovo gegeben.

    Dieser ganze Mist ist eigentlich entstanden, weil die USA sich nach 1989 als Sieger des kalten Krieges ansah und nun den Hals nicht mehr voll genug bekam. Dies mag in den ersten 20 Jahren funktioniert haben, aber heute bekommen sie ihre Grenzen aufgezeigt und am Horizont erscheint BRICS mit den Beitrittskandidaten Argentinien und Iran. Und es beobachten und bekunden noch mehrStaaten Interesse dort mit zu spielen, wie Senegal, Negeria, Saudi Arabien, Türkei, Mexiko, Indonesien und mehr. Und das sind alles Staaten die den BRICS was bieten können und nicht nur kosten (vergleicht man das mit den Beitrittskandidaten der EU).

    USA, NATO, EU und somit auch Deutschland mit seinen Parteien CDU/CSU, FDP, SPD, (OLIV)Grünen haben nach 1990 als erste das Völkerrecht mit Füßen getreten und immer mehr für ihre Interessen zu Grabe getragen. Heute sind sie erbost, dass jetzt Russland sich das Völkerrecht für seine Situation hinbiegt. Dabei kann der Beistandsartikel der UNO (Art.52) wahrscheinlich eher als völkerrechtskonform bezeichnet werden, als die Lügengerüste zum Juguslawien-, Afghanistan-, Irak-, Lybyen und Syrienkrieg der USA mit der NATO.

    1. „Dieser ganze Mist ist eigentlich entstanden, weil die USA sich nach 1989 als Sieger des kalten Krieges ansah und nun den Hals nicht mehr voll genug bekam. Dies mag in den ersten 20 Jahren funktioniert haben, aber heute bekommen sie ihre Grenzen aufgezeigt und am Horizont erscheint BRICS mit den Beitrittskandidaten Argentinien und Iran.“

      Das mag zur Zeit auf wirtschaftlicher Ebene funktionieren, aber bereits heute kann man erkennen, dass wer so denkt, die Kompetenz der USA in Sachen Imperialismus unterschätzt. Keiner flüchtet in den Remnimbi, alles flüchtet in den $. Die USA haben diesen Krieg schon vor 2014 und von sehr langer Hand geplant. Sie hatten dafür $14 Milliarden im Pentagon Budget zur Verfügung. Auch wenn die Sanktionen, sehr zu meiner Freude, die Russen sehr viel weniger schädigen als geplant, so werden diese durch diesen künstlich am Leben gehaltenen Krieg doch schwer geschädigt, von den ebenfalls anfallenden Kriegs-Kosten ganz abgesehen… so ist doch der eindeutige Profiteur dieses Krieges Amerika, das auf allen Ebene gewinnt. Kriegs Schäden für Russland, dazu Nordstream weg + US fracking Gas Profite, langfrsitige Zerstörung der Beziehung von Russland zu West-Europa = Deutschland.
      Seit über 50 Jahren betreiben die USA keine Kriege um diese zu gewinnnen, sie betreiben sie um die Gegner zu schwächen. Nach Russland/Ukraine, sind Taiwan/China dran…
      Und danch können wir uns gerne noch mal über deinen Machtumschwung von USA/NATO zu Russland/China BRICS unterhalten und deshalb hat die US Taktik eben nicht nur in 20 Jahren nach 1989 funktioniert.

      Die Zeiten als das Wünschen noch geholfen haben mag, sind lange vergangen. Amerikaner mögen generell ungebildete Trottel sein, aber die eigentlichen Machthaber dort, die von den „demokratischen“ Wahlen völlig unabhängig sind, die wissen ganz genau was sie tun. Das Prinzip heisst „teile und herrsche“ …..

      Leider funktioniert es…

  3. Es hilft nichts, „ist der Ruf erst ruiniert, lebts sich völlig ungeniert“ frei nach Busch. Das bezieht sich auf die USA, wenn da Vergleiche ziehst, bekommst ein Achselzucken oder schlimmeres zu höheren.
    Aber uns ist ein Erfolg gelungen – lt. Jubelpresse:
    „Wir haben jetzt Finnland und Schweden demnächst in der Nato“,
    War denn einer von diesen Beifallsschreibern schon einmal in Finnland und hat sich mit den Menschen der Mittelschicht unterhalten?
    Eine schulisch höchst gebildete Bevölkerung. Alle sprechen mind. drei Sprachen. Eins haben viele gemein;
    Sie wünschen sich wieder einen „Mannerheim“, sie trauern um ihr Karelien und viele verachten die Russen.
    Dieses Karelien wird der nächste Zankapfel sein.
    Ich empfehle die Lektüre zum Finnisch/Sowjetischen Krieg im letzten Jahrhundert – aber bitte beide Fassungen 🙂

    1. Ob Finnland und Schweden in die NATO kommen oder nicht ist völlig bedeutungslos für die USA. Sollte man sie brauchen, werden sie sowieso sofort auf der Matte stehen. Das wissen die Amis, du scheinst der einzige zu sein, der das in den letzten Monaten nicht mitbekommt hat.
      Priorität der Amis sind Russland und China… der Rest der Welt fällt dann von ganz alleine

  4. „Wann werden schwere Waffen an die kurdischen Selbstverteidigungskräfte geliefert?“

    Noch krasseres Beispiel aktuell Jemen. Man könnte sich auch fragen wann man gedenkt den Huthis schwere Waffen zu liefern, damit sie sich gegen die Luftangriffe Saudi-Arabiens verteidigen können. Immerhin haben diese bereits eine schwere Hungersnot in Jemen verursacht. Interessiert es unsere Kriegstreiber hierzulande? Nicht die Bohne. Die werden ja nicht von Russen bombardiert.

    1. Warum sollte es „unsere Kriegstreiber“ interssieren. In der Sonntagsfrage, oder wie auch immer das heisst, stehen sie doch schon ganz oben.
      Von welchem Planeten kommst du denn?

      Das Problem sind NIEMALS die Politiker, das Problem ist IMMER der Urnenpöbel…. dass dir das nicht gefällt, ändert nichts dran. Wenn man morgen neu wählt, würde der, dir kalt-duschen empfiehlt morgen Kanzler sein!

  5. Das Problem ist wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich, dass die Kriestreiber all das sehr genau (und noch genauer) wissen. Sie wissen, welche Angrifftskriege sie führen, welche Kriegverbrechen sie begangen haben und zusammenhält. All das wußten sie auch mit dem Vietnam-Krieg. Dieser wurde erst verloren (in den USA selbst), als die Menschen nicht (mehr) den Vietcong als Feind sahen, sondern ihre eigene Regierung. Erst wenn diese Angst bekommt, die Macht zu verlieren, nimmt der Krieg einen anderen Verlauf.

  6. Gestern sagte eine Freundin:“ Kaum sind die Grünen wieder in der Regierung gibt es Krieg.“ Dieses Mal natürlich nicht offensichtlich von ihnen angezettelt; wer aber über Jahre den fanatischen Äußerungen betreffs Russen einer Marie-Luise Beck zuhörte, dem könnten Zweifel kommen. Ich hatte einmal eine Haushaltsperle aus Belgrad, erst von ihr erfuhr ich, welch Leid der Überfall der NATO im ehemaligen Jugoslawien zusätzlich brachte. Sie hatte einen Angehörigen, der Opfer der Bomben auf den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender wurde. Grüne, NATO, bis heute keine Entschädigung für ihre Opfer dort.
    Meine Sorge ist, dass unsere Bürger im Schlafwagen verpassen wie unsere Demokratie jeden Tag ein klein wenig weiter zerstört wird; wir haben uns auf den französischen u. amerikanischen Weg gegeben. In unserem Land wird aber zuerst das Grundrecht der Meinungsfreiheit zerstört, zunehmend wenden sich Menschen von unseren öffentlich-rechtlichen Medien ab, auch von den einstigen Flaggschiffen einer Mediendemokratie wie Spiegel, Stern, FAZ, Zeit. Sie wurden zu Sprachrohren der Regierung, grüne Politiker tätigen Äußerungen zu diesem Krieg, die erschütternd sind, Kriegshysterie und diffamieren Menschen, die noch den Mut haben, öffentlich Friedenslösungen einzufordern. Könnte es die mangelnde Bildung ihrer Politiker sein, die sie meinen lässt, Russland fphre den ersten Krieg in Europa, sei der erste Staat, der die UN-Charta bricht u. Völkerrecht? Woher nehmen sie die Dummheit u. Dreistigkeit, alle zu diffamieren u. zu verteufeln, die es nur wagen, auf die lange Liste der Völkerrechtsverbrechen der ZSA, der Briten, Norweger, NATO nach 1945 hinzuweisen? Natürlich ist das keine Rechtfertigung für den Krieg Russlands. Aber so zu tun, als sei Russland der Erfinder der Brüche von Völkerrecht u.die anderen hätten nur “ nette“ Kriege geführt, nicht gefoltert, nicht vergewaltigt, nicht Zivilisten ermordet, nicht zerstört, unfassbar. Und alle unsere Medien machen mit. Vielleicht schenkt Frau Baerbock mal jemand “ Illegale Kriege“ des Schweizer Friedensforschers Dr. Danielle Ganser, vielleicht auch den Grünen, die sich in Talkshows setzen u. mit ihrem historischen Nichtwissen Zuschauer sprachlos zurücklassen. Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, dass unsere Bürger zunehmend erkennen, wie unser Land von einer Regierung an die Wand gefahren wird, die in ihrer Kriegsrhetorik beschlossen hat, die Wirtschaft zu zwingen ggf. Betriebe dicht zu machen und Bürger ärmer zu machen, wozu sie also bei anderen schrecklichen Kriegen nie drauf kam. Weiß Frau Baerbock, dass die Türkei seit Jahrzehnten Nord-Syrien besetzt hält, Nord-Syrien auch mit ethnischen Säuberungen, China Tibet, Israel Westjordanland u. Ist-Jerusalem annektierte? Alles ohne Sanktionen. Erkläre mal Russen, warum die das durften, dürfen? Bitte auch: Wie ein Geschichtsrevisionist, höflich formuliert, mit Tendenz zum Antisemitismus in Deutschland ukrainischer Botschafter sein kann? Siehe Interview Jung/ Spiegel.

    1. „…zunehmend wenden sich Menschen von unseren öffentlich-rechtlichen Medien ab,…“

      Haben sie da irgendwelche Belege für ???

      Habeck und Baerbock würden morgen bei Wahlen im Amt mit überwältigenden Zahlen bestätigt, und die Ganser, Jebsen, Maersheimer & Co haben keinen nennenswerten Einfluss. Es sind Leute wie wir, die das alles sowieso schon wissen, die deren Dinge lesen oder hören….

      „Alles ohne Sanktionen. Erkläre mal Russen, warum die das durften, dürfen? “
      Warum sollte sich irgend jemand dazu veranlasst sehen dies zu tun? Klappt doch alles auch so ganz wunderbar? Vor allem… Sie scheinen zu meinen, dies sei eine neuere Entwicklung? Ein gewisser Obama hat in seiner Amtszeit sechs völkerrechtswidrige, verbrecherische Kriege = Massenmorde begonnen. Statt Sanktionen bekam der einen Friedens Nobel Preis. Und Trump der sich weigerte den ihm vom Pentagon „anbefohlenen“ Kieg gegen Syrien durchzuziehen, den hat man unter dem Beifall aller Gut-Menschen aus dem Amt „gewählt“.

    2. Hallo Sonja, ich bin mir sicher, dass die GRÜNEN mehr von den „illegalen Kriegen“ wissen, als wir uns selbst glauben machen. Das ist „unser“ Fehler: wir glauben, sie aufklären zu müssen, ihnen nur das Richtige vorzuhalten, damit sie dann sagen: Oh, sorry, das hab ich nicht gewußt. Wenn das so ist … Dann kommen wir nämlich an einen entscheidenden Punkt: Wenn sie (die GRÜNEN, die SPD, die FDP) das alles wissen (und mehr), was machen wir dann?

  7. Hat schon mal jemand der nach immer mehr Waffen gegen die bösen Russen schreit, nachgefragt was denn die Bevölkerung der betroffenen Gebiete will die seit nunmehr 8 Jahren regelmäßig von der ukrainischen Seite beschossen wurde und ca. 13.000 Opfer zu beklagen hat ?
    Es gibt glaubwürdige Umfragen in den „abtrünnigen Gebieten “ und der Krim die eindeutig für einen Anschluss an Russland sind. (dort leben fast nur Russen) Das Nachschieben von Waffen seitens der Nato an die Ukraine ist nichts weiter als eine maßlose Verlängerung von Zerstörung und Töten, zumal sie überwiegend auf zivile Ziele gerichtet werden und zivile Objekte als Deckung benutzen.
    Russland geschwächt, – Ukraine ruiniert und total verschuldet, – die „abtrünnigen Gebiete“ zerstört ruiniert verschuldet, – der EU droht ein sicherer Zusammenbruch der Wirtschaft, Not und Elend am Horizont.
    Irgendeiner muss doch einen Nutzen haben, nichts passiert doch in dieser Welt ohne Grund.
    Ja wer ist denn das ?

    1. Das kaspern die gerade in der Ukraine aus. Auf dem Schlachtfeld wird in diesem Fall ja wirklich ermittelt, wer den Konflikt zwischen Westen und RF am besten durchsteht. Die Ukraine ist als politisches Gebilde schon lange ein failed state. Das einzige was sie über Wasser hält sind die Moneten aus dem Westen (sogar der IWF muss Ausnahmeregelungen treffen, um den ukrainischen Politikern überhaupt noch Kredit/Geld zufließen zu lassen). Das einzige Interessante an dem ukrainischen Staatspersonal ist ihre Bereitschaft entgegen jeder Vernunft ihre Leute als Kanonenfutter an der Front zu verheizen. Der Westen ist so wild darauf, den Russen eins unter die Gürtellinie zu hauen, dass die notwendig entstehenden Kollateralschäden für dieses politische Programm einfach in Kauf genommen werden. Das trifft in der Tat die hiesige Bevölkerung. Ob das der „Zusammenbruch der Wirtschaft“ ist, wie sich die Schädigungen zwischen USA/EU/D verteilen, darum kümmern sich dann die Krisenmanager. Auch jenseits des Teichs ist ja nicht alles in Ordnung. Eine Rezession mit entsprechender Kapitalentwertung ist ja wohl das mindeste, was zu erwarten ist.

    2. Man nennt diejenigen mit dem Nutzen: „die US Regierung“.
      Auch das „derzeit einzige Imperium“ genannt. Der Krieg dient der Aufrechterhaltung dieses Zustandes. Und er tut das ganz erfolgreich, oder?
      Fragen sie die Deutschen warum sie Politiker/Parteien gewählt haben, die den Amis dabei helfen….

  8. „Man muss schon ziemlich dissoziiert sein, wenn sich Rot-Grün als Kriegspartei an der Seite der ukrainischen Armee so ganz und gar nicht als »Kriegstreiber« verstehen und sich in semantische Verrenkungen versuchen.“

    Das ist keineswegs dissoziiert… das ist Mainstream!

    1. Es wäre wirklich schön wenn eure Software „Fachkräfte“ fähig wären dafür zu sorgen, dass antworten auf Kommentar tatsächlichUNTER dem betreffenden kommentar landen, oder über (in diesem Falle) meinem Kommentar steht „Antwort auf Kommentar von ….. vom 6.7.2022“

      Bitte, bitte… andere können das doch auch.

  9. Völlig einverstanden. Vielleicht zur Ergänzung; die Grünen und die Roten, wie auch weitere deutsche politische Farben, reden davon, sie wollten ein Ende des Krieges. Was sie meist nicht gleich anfügen – und als Resultat eine russische Niederlage. Und da eine solche nicht in Sicht ist, muss eben weiter gekämpft werden. Und genau das versucht man durch die Aufmunitionierung der ukrainischen Seite zu ermöglichen. (Und ist dabei notgedrungen blind für all die braunen Flecken auf den ukrainischen Regierungswesten.)

    Damit macht man sich mitverantwortlich für die fortdauernde Metzelei und rasante Zerstörung und entblödet sich nicht Wiederaufbaukonferenzen abzuhalten, während die Zerstörung gleichzeitig weiterläuft. Und wer jetzt denkt, da spiele bei vielen Deutschen auch eine gehörige Portion Revanchismus mit, muss nicht zwangsläufig falsch liegen.

    1. Man muss selbst der deutschen Regierung nachsehen, dass dies ja ein US Krieg ist. Und der wird genau dann enden, wenn die USA mit dem Stand der Dinge, also der Schwächung Russlands, zufrieden sind.
      Wer das ignorieren will, der versteht halt nicht was abläuft und wundert sich.

      Dass wir tatsächlich an einer Zeitenwende stehen, also vor einer Zeit in der Frieden und Krieg gleich grosse Werte sind, das nicht Ursache, sondern Konsequenz von solchen Figuren die den Nerv haben sich doch tatsächlich „Grüne“ nennen.

  10. „1999 haben die SPD und die GRÜNEN im Kosovo-Krieg genau das perfekt in Szene gesetzt und zu Ende gebracht, was man als »Kriegstreiber« bezeichnen kann und muss: Sie haben jede andere, politische/diplomatische Lösung des Kosovo-Konfliktes vorsätzlich und mit ganzem Engagement verhindert (vorgetäuschte Friedensverhandlungen in Rambouillet).“ Darum bezeichne ich beide Parteien seit neustem als „Angrifskriegsparteien“.

    Zu der Idee, der Ukraine Krieg sei nicht angezettelt worden, sondern wurde von einem verrückten Putin ohne Grund begonnen, biete ich folgendes, sehr einfaches Gedankenexperiment an.

    Dazu nehmen wir an, dass die Ukraine von den USA die NATO Mitgliedschaft angedient wurde und bereits bilateral auf NATO Standard aufgerüstet wurde und auch eine ASOW-Brigdade gegen eine widerspenstige Minderheit ihr Unwesen treiben darf. In unserem Gedankenexperiment ist die Ukraine aber kein Nachbarstaat Russlands, sondern befindet sich irgendwo in der südamerikanischen Pampa zwischen Chile und Argentinien oder im südlichen Afrika zwischen Zaire und Tansania.

    1. Glaubt irgend jemand, dass die Russen in diesem Fall einen Krieg wegen der dortigen Verhältnisse mit dieser südamerikanischen Ukraine begonnen hätte?
    2. Und glaubt irgend jemand, dass die Amerikaner diese südamerikanische Ukrainer in dieser Weise mit Waffen aufgerüstet hätte?

    1. Dasist ein gutes Gedankenspiel. Danke! Denn es legt auf ganz einfache Weise bloß, dass es um geopolitische Interessen geht, bei denen nicht die das Sagen haben, die sterben, sondern jene, die sterben lassen … „bis auf den letzten Ukrainier“, wie es ein US-Stratege aud den Punkt brachte – ohne *

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