Lügen über Landwirtschaft

Sky DuMont in der NDR-Sendung 3 nach 9.
Schauspieler Sky Du Mont behauptet in der Talkshow 3nach9, dass Milchviehhalter Kälber umbringen, indem sie sie in Containern entsorgen. Lügen mit großer Geste: Hier zeigt er gerade, wie sie aufeinander geworfen werden, bis die unteren ersticken. | Screenshot radio bremen

Nein, Lügen haben mitnichten kurze Beine. Ganz im Gegenteil. Sie kommen bisweilen mit Sieben-Meilen-Stiefeln daher oder spielen mit uns Hase und Igel: Ick bün all hier. Manchmal sind sie auch nur absichtsvoll erzählte Märchen.

Wenn es um die Landwirtschaft und unsere Ernährung geht, dann sind es gerne Gruselmärchen, die erzählt werden. So zuletzt in der ältesten deutschen Talkshow 3nach9, als Schauspieler Sky Du Mont behauptete, deutsche Milchbauern würden Kälber lebendig in Containern entsorgen. Und niemand fragte nach oder widersprach gar.

Desinformation

Schauspieler Hannes Jaenicke erklärt Moderatorin Judith Rakers, wie in Deutschland Milch produziert wird. Bis hierhin ist noch alles belegbar, was er sagt. Kurz darauf unterstützt er seinen Kollegen Sky Du Mont beim Lügen über angeblich systematisches Kälbertöten. | Screenshot radio bremen
Schauspieler Hannes Jaenicke erklärt Moderatorin Judith Rakers, wie in Deutschland Milch produziert wird. Bis hierhin ist noch alles belegbar, was er sagt. Kurz darauf unterstützt er seinen Kollegen Sky Du Mont beim Lügen über angeblich systematisches Kälbertöten. | Screenshot radio bremen

Zunächst erzählt der seit Jahren umweltbewegte Schauspieler Hannes Jaenicke in der Talkshow Ende November (ab Minute 34‘) von der Recherche zu einer Doku über die Milchviehhaltung. Er prangert an, dass die Hochleistungskühe nur auf Milchleistung gezüchtet werden und sie nach wenigen Jahren ausgelaugt sind. Er prangert an, dass ihnen die Kälber gleich nach der Geburt weggenommen werden. Dass sie darunter leiden und brüllen.

Bis dahin ist alles scharf formuliert, aber durchaus richtig. Zutreffend für den Großteil der deutschen Milchviehhaltungen. Dass es auch andere Haltungsformen gibt, wird bis hierhin nur kurz in einem Nebensatz erwähnt.

Dann kommt der Moment, als Schauspielerkollege Sky Du Mont unterbricht: „Nicht nur, dass die Kuh leidet, weil ihr das Kalb weggenommen wird und sie brüllt. Was passiert mit den Kälbern?“ fragt er, um dann gleich selbst zu antworten: „Da weiß ich wiederum Bescheid. Die werden ja alle umgebracht.“ Hat Hannes Jaenicke, der alles rechrchiert hat, hier wirklich genickt und Ja gesagt? Ich fahre das Bild zurück. Ja, hat er. Und Sky Du Mont weiter: „Sie werden in Container geschmissen. Dann sind es mehrere Schichten, und die unteren sterben dann, indem sie ersticken.“ Jetzt sekundiert Hannes Jaenicke: „Ich bin froh, dass Du das erzählst.“ Und wieder Sky Du Mont: „Aber das muss man wissen! Wenn man Milch trinkt, muss man das wissen.“

Nun ist Sky Du Mont Schauspieler und es ist ihm gegeben, solche Ungeheuerlichkeiten so vorzutragen, dass wir Zuschauerinnen und Zuhörer glauben, er wisse das wirklich, er habe das vielleicht sogar selbst gesehen. So ernst und angewidert sein Ausdruck.

Nur, wo genau ist das bitte gewesen? Wer fragt nach? Moderatorin Judith Rakers jedenfalls nicht. Und wenn Hannes Jaenicke oder sein Team zur Milchviehhaltung so umfassend recherchiert hat, dass er die Behauptung des Kollegen abnicken kann: Wo ist die Strafanzeige des ZDF, für das Jaenicke seine Dokus dreht, wo ist die Enthüllung, der Skandal? Gibt es nicht, weil das Entsorgen lebendiger Kälber im Container wohl frei erfunden ist.

„Unterhaltung zum Mitdenken“ nennt radio bremen seine Talkshow im Untertitel. Und hofft anscheinend darauf, dass man genau das nicht allzu intensiv tut.

Hannes Jaenicke hat zwar zuvor schon gesagt, dass das Tierschutzgesetz in Deutschland täglich gebrochen werde und sämtliche Agrarministerinnen und -minister bislang vor der Agrarlobby eingeknickt sind. Wenn aber das hier Behauptete tatsächlich alltägliche Realität in Deutschland wäre, brauchte es keinen Minister, um das abzustellen. Das wäre Sache der Staatsanwaltschaft.

Was war das also, was uns Sky Du Mont mit seinem Auftritt sagen wollte? Seht her, ich bin ein noch viel größerer Macker als der Jaenicke. Ich sage euch, was wirklich Sache ist! So etwa?

Wenn er wusste, dass nicht wahr ist, was er Ungeheuerliches erzählt, was war das dann: eine Lüge. So nennt man das wohl.

Faktencheck

Ein ganze Zeitungsseite voller Unsinn über Lebensmittel. In diesem Fall beruft sich die Autorin auf das Heidelberger ifeu Institut, das, wie viele andere, mit falschen Annahmen die angebliche Klimaschädlichkeit von Rindern misst und daraus den CO2-Rucksack von Lebensmitteln errechnet.
Ein ganze Zeitungsseite voller Unsinn über Lebensmittel. In diesem Fall beruft sich die Autorin auf das Heidelberger ifeu Institut, das, wie viele andere, mit falschen Annahmen die angebliche Klimaschädlichkeit von Rindern misst und daraus den CO2-Rucksack von Lebensmitteln errechnet.

Nach dem Aufschrei der Bauern und Bäuerinnen und vieler anderer Menschen, die sich mit Landwirtschaft etwas beschäftigt haben, nach Tausenden von Protestmails hat zuerst der NDR nachgehakt, in dessen drittem Fernsehprogramm die Talkshow ebenfalls läuft. NDR-Info hat in einem Beitrag nachgefragt, wie die Kälber von den Milchviehhaltern behandelt werden.

Der Bremer Bauernpräsident spricht darin von Hetze. Und Prof. Marina Hoedemaker, die Direktorin der Rinderklinik der TiHO, der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die gerade zusammen mit anderen Instituten eine umfassende Studie zur Milchviehhaltung vorgelegt hat, sagt: „Das, was Herr Du Mont beschrieben hat, ist ein eindeutiger Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Und wenn jemand sowas sieht und mitbekommt, dann muss das zur Anzeige gebracht werden, weil das dann auch mit Sicherheit strafrechtlich verfolgt wird.“

Die Studie der TiHO, zusammen mit der FU Berlin und der LMU München, ist eine deutschlandweite Prävalenzstudie, die den Gesundheitszustand von Milchkühen, deren Kälbern und der Jungrinder erfasst. Danach ist mitnichten alles gut bei deutschen Milchkühen. Tatsächlich erleben die wenigsten von ihnen mehr als vier Laktationen. Die meisten bringen also nur vier Kälber zur Welt. Sie sterben viel zu früh, auch um wirtschaftlich zu sein für die Bäuerinnen und Bauern, die sie ja zuerst einmal fast zwei Jahre nur gefüttert haben, bevor sie den ersten Liter Milch melken konnten. In der Zusammenfassung der Studie heißt es: „Insgesamt gab es viele gut wirtschaftende Betriebe, aber leider auch einen beträchtlichen Anteil an Betrieben, in denen die verschiedenen Aspekte einer guten landwirtschaftlichen Praxis nicht eingehalten wurde mit Konsequenzen für die Tiergesundheit.“

Aber den von Sky Du Mont behaupteten Skandal der Entsorgung von Kälbern im Container, den hat auch eine deutschlandweite Studie in vierjähriger Erfassungsarbeit nicht erkennen können. Der Schauspieler, so die Moderatorin von NDR-Info vor dem Beitrag, habe sich inzwischen entschuldigt. Wofür eigentlich genau und wie macht man sowas: Wenn meine Lüge jemanden verletzt haben sollte, tut es mir leid! So etwa?

Und die Redaktion hat auf der Seite von 3nach9 dann auch einen Faktencheck vorgelegt, der mit vielen Statistiken um sich wirft, aber mit keinem Wort der Behauptung von Sky Du Mont nachgeht. Macht nichts, Faktenchecks bringen die Behauptungen, die sie womöglich widerlegen, ohnehin nicht mehr aus der Welt. Schon gar nicht in unserer medialen Aufregungsgesellschaft.

Klimaschädliches Biofleisch

Wieviel Methan emittiert die Kuh bei welcher Haltung? Das war die Fragestellung der Uni Kiel bei dieser Messung. Ergebnis: Am besten schneiden Bio-Kühe bei konsequenter Weidehaltung ab. | Foto: Carsten Malisch
Wieviel Methan emittiert die Kuh bei welcher Haltung? Das war die Fragestellung der Uni Kiel bei dieser Messung. Ergebnis: Am besten schneiden Bio-Kühe bei konsequenter Weidehaltung ab. | Foto: Carsten Malisch

Es ist ja auch nicht so, dass die Auftritte von Protagonisten wie Du Mont und Jaenicke eine Seltenheit wären. In den Medien Unsinn erzählen ist keine neue Erfindung und auch keine, die auf Fernseh-Talkshows begrenzt wäre. Es geht auch ganz klassisch in der Zeitung.

Ich habe an dieser Stelle schon mehrfach auf falsche Narrative über die Landwirtschaft hingewiesen. Am explizitesten, als es um die Fleisch-Wasser-Lüge und um die Kuh-Klima-Lüge ging. Letztere, die auf der Behauptung basiert, die Rinder würden das Klima zerstören, indem sie das hochwirksame Treibhausgas Methan in die Atmosphäre rülpsen, war nun gerade wieder Anlass für eine ganze Zeitungsseite. In der Wochenendbeilage der vielen Regionalzeitungen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages wurde aufgelistet, welches die klimaschädlichsten Lebensmittel seien.

Platz 1 mit dem größten Fußabdruck an CO2-Äquivalent belegt Rindfleisch in Bioqualität. „Wie beim Rinder-Hack hat das konventionelle Produkt eine bessere Ökobilanz als das Bio-Produkt.“

Vergiss dieses ganze Gerede übers Tierwohl. Wenn Du ans Klima denkst, kauf konventionell! Das ist die durchgehende Empfehlung bei der Liste der vom shz-Verlag veröffentlichten „zehn klimaschädlichsten Lebensmittel“.

Die Erklärung dahinter ist so simpel wie falsch: Sie beruht auf der Annahme, dass Rinder per se klimaschädlich sind, weil sie Methan ausstoßen, das Mikroorganismen in ihrem Verdauungstrakt produzieren. Das ist nicht richtig, weil wir immer die gleiche Menge Rinder auf dieser Welt halten und sie immer die gleiche Menge Methan ausstoßen. Das Treibhausgas zerfällt nach ein paar Jahren in der Atmosphäre und wird durch neues biogenes Methan aus den biologischen Zersetzungsprozessen ersetzt.

In den vergangenen Jahren ist die Menge der weltweit gehaltenen Rinder sogar gesunken. Es müsste sich also weniger biogenes Methan in der Atmosphäre befinden. Bloß die Menge des Treibhausgases ist dennoch gestiegen. Was an Leckagen von Pipelines und sogenannten Operational Losses bei der Gas- und Ölförderung liegt. Die sichtbarsten Leckagen waren die nach den Angriffen auf die Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2.

Falsche Annahmen

Wer nun aber trotz aller gegenteiliger Daten und Argumente annehmen will, dass Wiederkäuer per se klimaschädlich sind, der muss dann auch davon ausgehen, dass ein Biorind klimaschädlicher ist als ein konventionell gehaltenes. Das Biorind nämlich lebt länger und hat also viel mehr Zeit zum Rülpsen und zum Pupsen.

Was war dann aber in früheren Zeiten mit all den Wildrindern, Rentieren, Mammuts? Haben Sie die Klimakatstrophe der auftauenden Eiszeit verursacht? Und was ist mit den heutigen Büffeln, Gnus und Elefanten in der Serengeti zum Beispiel? Müssten wir nicht vor allem die Elefanten umbringen, weil die am meisten Grünzeug vertilgen und also am meisten verdauen und Methan ausstoßen? Und was ist mit dem Reisanbau in Asien oder auch Italien? Ja, auch da entsteht Methan. In den vernässten Feldern arbeiten die Mikroben unter Luftabschluss am Verrotten organischen Materials. Genauso wie im Verdauungstrakt der Rinder.

Es ist, wie man bei einigem Nachforschen recht einfach erkennen kann, schlicht Unsinn, dass die Rinder das Klima zerstören. Auch wenn man wissenschaftlich feststellen kann, wie viel Methan welches Lebensmittel bei seiner Entstehung ausgegast hat. Da das per se nicht klimarelevant ist, kann man auch auf der Glatze Locken drehen. Oder noch mehr Forschungsgelder verschwenden.

Übrigens gibt es auch Spitzenforschung dazu, wie man mit weniger Methanausstoß mehr Milch produziert. Und die findet auch noch da statt, wo die hier vorgestellte Zeitungsbeilage erschienen ist. Ein Anruf hätte genügt. Diese Forschung widerlegt nämlich eindeutig, dass konventionell gehaltene Rinder, die im Stall stehen, weniger Methan ausstoßen – hier gemessen an dem Produkt Milch. Weniger Methan pro Liter Milch produzieren die Kühe dann, wenn sie das tun dürfen, was sie am besten können: auf der Weide grasen.

Aber das ist eine andere Diskussion, die nur dann Sinn hat, wenn man sich wirklich darüber unterhalten möchte, wie wir mit „unseren“ Tieren umgehen und wie zum Beispiel Milch produziert wird. Womit wir dann wieder bei Sky Du Mont … Aber nein, lassen wir das.

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16 Kommentare

  1. Wegen Selbstreinigung in der Atmo…
    Das Methan halte nur wenige Jahre in der Atmo und werde dann unschädlich zerlegt….

    Dieser Effekt funktioniert nicht bei einem Mangel des Hydroxyl-Radikals,
    wenn sich mehr Methan als OH in der Luft befindet.
    Das ist so ähnlich wie beim CO2-Überschuss, dem die Grünmasse zur photosythetischen Zerlegung in Sauerstoff und Weiteres fehlt.

    https://taz.de/Mehr-Methan-in-der-Erdatmosphaere/!5863960/

    Die Landwirtschaft in Deutschland verbraucht 10 Kalorien um eine Kalorie zu erzeugen. Das ist das eigentliche Problem.

    1. @ Fredi
      Wenn mich nicht alles täuscht, könnten wir bei der mittlerweile immer längerer Verkettung von Energieumwandlungen hin zum „nicht-fossilen Strom“ einen vergleichbaren Effekt beobachten. Ich weiß nicht, ob das jemals einer gerechnet hat. Mir kommt der von manchen Mitmenschen vertretene Rettungsvorschlag unter der Überschrift „Rückkehr zur lebendigen Arbeit“ jedenfalls stimmig vor. Das Argument von der Steigerung der Lebenserwartung durch den Fortschritt halte ich für ein statistisch erzeugtes Phänomen.
      [Danke übrigens für den Hinweis in Sachen menschl. Evolution. Ich habe genau wegen der Klassifizierungen früher das Fach Biologie gehasst. Das Schlagwort vom Bulimie-Lernen bis zur nächsten Abfrage wurde erst nach meiner Schulzeit erfunden.]

  2. Herr Schwinn, Sie können Ihre falsche Botschaft von der Harmlosigkeit der Nutztierhaltung noch so oft wiederholen – sie wird dadurch nicht richtiger!
    Die Tierhaltung zerstört den Planeten weil dafür über 80 % der fruchtbaren Böden verbraucht und vor allem Europa mit seinem Hunger nach billigem Futter an der Zerstörung der letzten Urwälder beteiligt ist, die vor allem für Nutztiere und Futtersoja gerodet werden – während in Brasilien 30 Mio. Menschen hungern!
    Man gewinnt mit dieser Tierhaltung, die für über 50 % der weltweiten und in Deutschland real – nicht statistisch verkleinert – für über 30 % der THG-Emissionen (vor allem wg Landnutzungsänderungen, Kunstdünger, Pestizidproduktion, Transporte, Verarbeitung, Kühlung, Verschwendung, Wegwerfen) lediglich 15 % der von den Menschen weltweit verzehrten Kilokalorien. Man könnte also mit weniger Tieren viel mehr Menschen ernähren, wenn z.B. die Brasilianer ihr Soja selbst essen würden, und zugleich damit die Biosphäre in einem beträchtlichen Umfang schonen, d.h. in ihrer Bedeutung als THG-Senke enorm verstärken.
    Das Methan der Kühe spielt, verglichen mit diesen global-systemischen Folgen der enormen Tierhaltung, wofür die EU Futtermittel in der Größenordnung der Fläche Deutschlands imporiert, eine völlig untergeordnete Rolle.
    Wie dumm und beschränkt darf man heute noch sein, um diese komplexeren Zusammenhänge meint ausblenden zu können?

    1. Es bringt aber auch nix auf die Bauern einzuprügeln. Die haben einige Millionen Schulden in ihren Betrieben stecken, für Stallungen, Schlepper, Melkroboter, bei Selbstentnahmen von 40000 € für die Familie pro Jahr. Dafür rödeln die von morgens bis abends. Ihre Produkte sind gut, weshalb sie auch von den Molkereien abgezockt werden.
      Wachsen oder weichen ist die Devise.
      Wer den Größenwahn nicht mitmacht, ist weg vom Fenster.
      Unter 150 Stück Milchvieh im Stall, gilt ein Betrieb als nicht mehr rentabel.
      Was die Leute heute von Bildern eines „Bauernhofes“ im Kopf haben,
      ist reine Naturromantik.
      Die Kleinbetriebe sterben.

      Selbstverständlich lässt sich heutzutage nichts, aber auch gar nichts mehr, monokausal erklären.

    1. Was soll so ein armer Mime machen, wenn die Rollen ausgehen? Chaplineske Diktatoren stellen sind rar, die momentan einzige ist sicher vergeben. Da hilft nur eine Attacke in Talkshows, egal womit. Kritische Fragen der Moderation sind von vornherein ausgeschlossen, denn diese ist auf Trittbrettfahrerei programmiert, sich selbst nach oben zu katapultieren. Seit eh und je schaukeln alle Beteiligten sich gegenseitig hoch, laden sich vorzugsweise wechselseitig ein. Es ist ihre Sendung, da können sie mit dem Geld der Gebührenzahler machen, was sie wollen.

  3. Idioten-Laterne und Gemütsorgeln was da 24 Stunden und 365 Tage im Jahr abgelassen wird, ist 100% reine Propaganda von Gutmenschen die noch nie in ihrem Leben ehrlich gearbeitet haben!

    Die Brahmanen und Arier verachten und hassen den schöpferischen Teil der Menschheit seit Anbeginn der Menschheit.

  4. Ich stell mir jetzt mal vor, ich bin Bauer und meine Kühe werden bald kalben. Ich bestell mir dann einen Container – wieviele Kühe müssen dann gleichzeitig kalben, damit das klappt:

    „Und Sky Du Mont weiter: „Sie werden in Container geschmissen. Dann sind es mehrere Schichten, und die unteren sterben dann, indem sie ersticken.“ Jetzt sekundiert Hannes Jaenicke: „Ich bin froh, dass Du das erzählst.“ Und wieder Sky Du Mont: „Aber das muss man wissen! Wenn man Milch trinkt, muss man das wissen.““

    Oder kann ich den Container tagelang stehen lassen? Oder kalben die Kühe gar nicht auf meinem Bauernhof, sondern in einem zentralen Kuh-Kreißsaal?

  5. Man sollte wissen das dieser Sky Du Mont eher zu
    den abgehalfterten Schauspielern gehört, dessen Haltbarkeit
    längst überschritten ist. Fehlt nur noch das tingeln durch
    die Altersheime. Niemand interessiert sich noch für ihn.
    Er will sich nur noch etwas Butter auf sein Brot schmieren,
    da kommt so ein überflüssiger Auftritt ganz gelegen.
    Niemand sollte ihn noch ernst nehmen, da kippt eher
    in China doch noch ein Sack Reis um.

  6. Tatsächlich gelten die männlichen Kälber als Abfallkälber, denn sie setzen weder viel Fleisch an, weil sie ja von den qualgezüchteten Milchkühe kommen und nun mal eben keine Milchkühe werden können. https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Armes-Kalb-Abfallprodukt-der-Milchindustrie,sendung689426.html
    Und wie die Staatsanwälte tätig werden , zeigt z.B. dieser Fall https://www.tierschutzbuero.de/staatsanwaltschaft-stellt-ermittlungen-wegen-absurdem-vorwand-ein/ , nämlich gar nicht. Man könnte vermuten, dass die in den selben Kreisen verkehren wie die Bauern, denn nicht selten wurden ja gerade gravierende Tierschutzverstöße bei Verbandsvertretern oder Parteimitgliedern festgestellt.
    Und auch hier gibt es ein Gespräch dazu, das aufzeigt, dass Tierquälerei praktisch nicht verfolgt wird. https://www.zeit.de/2022/28/tierquaelerei-nutztiere-haltung-kriminalitaet/komplettansicht

    Und hier der Vergleich zwischen dem weltweiten „Nutztier“bestand und den wild lebenden Säugetieren
    https://www.quarks.de/umwelt/landwirtschaft/so-eindeutig-sind-nutztiere-in-der-ueberzahl/
    Es geht also nicht nur um Rinder, sondern um die Gesamtheit unserer Tiersklaven.
    Ich finde es auch einigermaßen absurd, wie Schwinn immer wieder auf den gleichen verkürzten Argumenten herum reitet und offenbar immer mehr seine Aufgabe in der Verbreitung derBauernverbandspropaganda sieht.

    1. Es könnte auch sein, dass Du Mont noch diese gruselige Geschichte im Kopf hat von den entsorgten mänlichen Büffelkälbern in Italien. https://www.sueddeutsche.de/wissen/tierquaelerei-das-dunkle-geheimnis-des-mozzarella-1.2774534
      „Meist handelt es sich um wenige Tage alte, männ­liche Büffelkälber. Weil sie keine Milch geben und ihr leicht nach Wild schmeckendes Fleisch bislang mangels Bekanntheit kaum jemand essen möchte, haben die Bauern kein Interesse an der Aufzucht. Die überflüssigen männlichen Tiere dann einfach nicht mehr zu füttern, sei eine „weit verbreitete Praxis“, stellt der Corpo Forestale fest: Jeder Tag, den die Kälber mit Muttermilch oder verflüssigtem Milchpulver gepäppelt werden müssen, ist aus rein betriebswirtschaftlicher Perspektive einer zu viel. Damit niemand das Brüllen der hungrigen „Abfall-Kälber“ hören kann, wird ihnen schon mal das Maul zugebunden. Manche Bauern sollen die Tiere sogar in Gülle ertränken.“

  7. So wirr sind die Fantasien gar nicht, lieber Linksman, wenn man meine beiden(!) Beiträge über Ihrem liest. Und dass sich daran etwas wesentliches geändert hat, ist wohl eher unwahrscheinlich. Was von Tierschützern immer wieder veröffentlicht wird, ist an Grauenhaftigkeit nicht zu ertragen. Aber auch das tägliche Elend ohne große Exzesse ist eben nichts als Elend in der Massentierhaltung.
    Schuld an der Misere der Bauern ist einmal die verheerende Verbandspolitik, die wohl vor allem von Großagrariern bestimmt ist und die skrupellose Macht der Handelskonzerne, die die Landwirte knebeln und wie neulich ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter sagte, erhöhte Preise keineswegs an die Landwirte abgeben. Und dass das so ist, ist wiederum Schuld einer Politik, die Marktmacht eben nicht beschränkt und reguliert.
    Damit man die üble Botschaft nicht zur Kenntnis nehmen muss, arbeitet man sich lieber an dem Mann ab, der wahrscheinlich ein Einzelbeispiel, diesmal halt mit Containern, vor Augen hatte. Wenn man sich dann allerdings mal mit der Verfrachtung eigentlich noch milchabhängiger Kälber zur Mast nach Spanien in tagelangen LKW-Transporten, auch bei sengender Hitze, beschäftigt, dann ist seine Beschreibung überhaupt nicht fern der Realität.
    https://www.suedtirolnews.it/chronik/totes-milchkalb-in-spanien-kaelber-auf-transporten-misshandelt
    https://www.topagrar.com/rind/news/kaelber-erst-ab-28-tagen-transportieren-12604969.html und hier die Quelle, die wohl Schwinn bevorzugt. Wer allerdings glaubt, dass das eingehalten würde, wenn es denn nicht wieder eine Übergangszeit gibt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Denn wenn nichts kontrolliert wird, dann wird auch nichts eingehalten. Und auch dann sind sie noch milchabhängig und werden auf der Fahrt in der Regel eben nicht versorgt. https://www.provieh.de/2021/12/lichtblick-mindestalter-fuer-kaelbertransporte-erhoeht/

  8. Und wie man sieht, ändert sich auch bei einem grünen Landwirtschaftsminister grundsätzlich nichts.https://www.freitag.de/autoren/bjoern-hayer/tierwohllabel-von-cem-oezdemir-ein-minister-duckt-sich-weg
    Zitat:
    „Wurde Cem Özdemir nach 16 Jahren lobbygeleiteter Agrarpolitik der Merkel-Ära als der Erlöser in Sachen „Tierwohl“ gepriesen, gibt sein neustes Gesetzesvorhaben Anlass zu Ernüchterung. Schon lange ist es im Gespräch, bald soll es kommen: ein für alle verpflichtendes Label für Fleischprodukte, das Aussagen über die Haltungszustände der „verarbeiteten“ Tiere treffen soll. Fünf Stufen sind vorgesehen, alles andere wäre auch zu einfach. Durchaus klingt dieses Reförmchen nach einem Fortschrittchen, zumal es bislang ja nur freiwillige Zertifizierungen gab. Aber was ändert es wirklich? Die Tücken liegen wie so oft im Detail.
    So weisen Tierschutzverbände zurecht darauf hin, dass jenes System vieles ausklammert. Weder werden die Transporte der Lebewesen, noch die Art und Weise ihrer Schlachtungen darin abgebildet – zwei gigantische Graufelder behördlicher Kontrollen, wie Recherchen der Soko Tierschutz immer wieder dokumentieren! Erfasst wird ebenso wenig das Schicksal von Kühen in der Milchwirtschaft, denen mitunter die Kälber entzogen werden, oder dasjenige von Hühnern in der Eierproduktion. All ihre Krankheiten, an denen sie krepieren, all der Kannibalismus, der aus Stress resultiert – nichts davon dürfte Özdemirs vermeintliches Glanzwerk ändern.

    Schmerz der Tiere

    Aber der Fehler dieses Vorhabens ist zudem fundamentaler Natur. Denn erneut setzen die Entscheidungsträger damit auf die Vernunft der VerbraucherInnen. Sie sollen richten, was in der industrialisierten Landwirtschaft falsch läuft. Manche SupermarkteinkäuferInnen mögen mit den Siegeln überfordert sein, andere dürften schlichtweg das Leid hinter den Verpackungen verdrängen oder ignorieren. Dabei sollte das Gebot des Tierschutzes, das als Staatsziel grundgesetzlichen Schutz genießen müsste, keine Frage der Wahlfreiheit sein.“

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