Bodenlos – Kampf um die Lebensgrundlage

In dieser Ausgabe der Kolumne geht es um wirklich Grundsätzliches. Es geht um die Grundlage unseres Lebens – um den Boden. Jedem von uns stehen rein rechnerisch nur 2000 Quadratmeter Ackerland zur Verfügung.

Das muss reichen, um einen Menschen zu ernähren, mehr ist nämlich nicht da. Rund zwei Drittel der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Wir kennen alle das ikonische Bild des blauen Planeten im All. Und von dem einen Drittel fester Erdoberfläche ist wiederum nur ein Drittel landwirtschaftlich nutzbar. Wir leben also von einem Neuntel der Erdoberfläche.

Das Problem dabei: Wir leben auch auf diesem Neuntel. Wir bebauen es, wir asphaltieren und betonieren es zu, wir baggern es weg. Jeden Tag verlieren wir in Deutschland noch immer 55 Hektar Land an Siedlungsfläche, Industrie, Verkehr. 55 Hektar, das sind 77 Fußballfelder. Die gehen täglich für unsere Ernährung verloren. Und um das, was noch nicht zugebaut ist, gibt es zunehmend Streit. Dabei geht es einerseits um die Form der Landnutzung, die dazu führt, dass es den Böden immer schlechter geht, andererseits aber auch um den schlichten Besitz.

Mein eigenes Buch Rettet den Boden, das vor fünf Jahren erschienen ist, hat sich hauptsächlich um die Gesundheit unserer Böden gekümmert, um das geschundene Bodenleben, ohne das wir auf Dauer nicht satt werden. Jetzt haben die Kolleginnen Tanja Busse und Christiane Grefe ein neues Grundsatzwerk vorgelegt, das sich um die Konflikte um unsere Böden kümmert, und darum, wie die gelöst werden können. Das Buch heißt dann auch entsprechend programmatisch »Der Grund – Die neuen Konflikte um unsere Böden und wie sie gelöst werden können«

Für den Podcast habe ich mit den Autorinnen über ihr Buch gesprochen. Das bitte gerne hören! Damit hier nicht das transkribierte Gespräch noch einmal erscheint, stattdessen drei Abschnitte aus dem ersten Kapitel des Buches. In dem geht es darum: »Wie wir mit Böden und Flächen umgehen ist die Überlebensfrage des 21. Jahrhunderts«.

Viele Menschen, hohe Ansprüche, knappes Land

Die Konflikte um den Boden eskalieren gerade, sagt Tanja Busse im Podcast. Umso dringender das Buch Der Grund. | Foto: Georg Schweisfurth
Die Konflikte um den Boden eskalieren gerade, sagt Tanja Busse im Podcast. Umso dringender das Buch Der Grund. | Foto: Georg Schweisfurth

as ist der Stoff, aus dem die Konflikte der Zukunft sind. Während der letzten sechzig Jahre hat sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland laut dem Umweltbundesamt mehr als verdoppelt, und der Druck wächst und wächst. Alle wollen mehr Grund und mehr Boden: Fast 1000 Kilometer neue Straßen plant die Bundesregierung, dazu 400.000 neue Wohnungen pro Jahr, »auf der grünen Wiese«, wie der Kanzler tönte. Dort müssten Siedlungen »wie in den 70er-Jahren« gebaut werden – so ökologisch gestrig denkt die »Fortschrittskoalition«. Die gleiche grüne Wiese wird auch von der Agrarindustrie reklamiert, für Tierhaltung und Getreideanbau, für die Welternährung und den Fleischkonsum, der weltweit noch immer steigt. Dabei sind landwirtschaftliche Flächen schon jetzt umkämpft, denn auf ihnen wachsen nicht nur Nahrung und Futter, sondern auch Mais für Biogasanlagen und Autotanks. Die Wälder stehen ebenso unter Druck, alle wollen Holz: für Bauplatten, Möbel, Paletten, Papier. Für Häuser, weil Zement und Beton hohe Treibhausgasemissionen verursachen, Holz dagegen Kohlenstoff bindet. Schließlich sind da noch die Tagebaue, Gruben und Minen, aus denen Kohle, jedenfalls noch eine Zeit lang, sowie Sand, Kies, Gipsstein oder Seltene Erden aus dem Boden geholt werden.

Alle diese Flächenansprüche richten sich an eine kollabierende Natur. Wälder brennen, ganze Landschaften leiden unter Hitze und Fluten, und überall auf der Welt verschwinden Insekten, Vögel, Säugetiere in einem atemberaubenden Tempo. Um die biologische Vielfalt zu retten, müssten 30 Prozent der Landoberfläche bis 2030 unter Schutz gestellt und zehn Prozent davon völlig ungestört gelassen werden, so haben es die Regierungen der Welt beim UN- Gipfel in Montreal im Dezember 2022 beschlossen. Der Biologe E. O. Wilson fordert sogar: die halbe Erde. Sie soll so in Ruhe gelassen werden, dass Pflanzen, Tiere, Landschaften sich neu entfalten können.

Kurz, wir leben in einer »vollen Welt«, so hat der Umweltpionier Ernst Ulrich von Weizsäcker die große Herausforderung unserer Zeit beschrieben. Es ist eng geworden, in Deutschland, in Europa, auf diesem Globus. Überall kollidieren unumstößliche Naturgesetze mit fossilem Raubbau und neuerdings, bei besten Absichten, auch mit der notwendigen Ausbreitung einer klimaverträglicheren Wirtschaft. Denn auch die Energiewende, die Agrarwende und die Bioökonomie beanspruchen Land oder Flächen am Meeresgrund. Auch die Große Transformation gründet im Boden, will auf ihm anbauen, ihn bebauen.

Eine Liste der neueren Interessenten: Die Lebensmittelindustrie und die Regierungen zielen auf eine geringere Abhängigkeit von Importen, also mehr Produktion im eigenen Land. Aus Klimaschutzgründen müssen Moore wieder vernässt werden, auf denen heute Lebensmittel erzeugt werden. Für die Energiewende müssen schnellstens Windkraft- und Photovoltaikanlagen aufs Land gestellt werden. Einige Klimaschützer nehmen die unterirdische Speicherung von CO2, die bislang in Deutschland verpönt war, angesichts der Geschwindigkeit der Erderwärmung wieder in den Blick. Unternehmen und Investoren, die ihre Treibhausgasemissionen kompensieren oder Nachhaltigkeitsansprüche dokumentieren müssen, brauchen Land dafür. Die Industrie will auf biologische Ressourcen für Flugtreibstoffe, Kunststoffe, Textilien und Energie umsteigen und Bioraffinerien bauen. Wenn man alle Nutzungswünsche zusammenrechnet, dann ist potenziell jeder Quadratmeter mehrfach verplant. Wie soll das gehen?

Politischer Sprengstoff

Boden ist immer ein knappes Gut, er ist nämlich nicht vermehrbar, sagt Christiane Grefe im Podcast. Zerstörbar ist er allerdings schon.| Foto: Verlag Antje Kunstmann
Boden ist immer ein knappes Gut, er ist nämlich nicht vermehrbar, sagt Christiane Grefe im Podcast. Zerstörbar ist er allerdings schon.| Foto: Verlag Antje Kunstmann

Der Boden ist unsere Existenzgrundlage, als Grund wird er ausgemessen und in Besitz genommen, als Fläche im Raum unterschiedlich genutzt, alles zusammen ist es Land – und das war schon immer ein knappes Gut. Aber noch nie war die Konkurrenz so groß. »Buy land, they’re not making it any more«: Mit einem Tempo, das selbst Mark Twain in Schwindel versetzt hätte, wird daher die Erde – in der doppelten Bedeutung des Wortes als Planet und als fruchtbare Krume – neu vermessen und in Besitz genommen. Investoren suchen Land, wo sie es kriegen können, zu Hause, in aller Welt. Land, das früher dem Staat und meist den Bäuerinnen und Bauern, die es bewirtschafteten, gehörte oder das von indigenen Bevölkerungsgruppen gemeinschaftlich genutzt wurde: Es ist heute auch ein Rendite- und Spekulationsobjekt. Man kann es kaufen, besitzen, pachten, kann damit handeln wie mit anderen Waren.

Doch Land ist kein Gut wie alle anderen. Einer Definition der UN zufolge ist es das »biologisch produktive terrestrische System, das den Boden, den Pflanzenbestand, andere Teile der belebten Umwelt sowie die ökologischen und hydrologischen Vorgänge umfasst, die innerhalb des Systems ablaufen«. Das ist eine spröde Beschreibung für etwas Unabdingbares: die Grundlage allen Lebens. Wie das Land gepflegt und genutzt wird, bestimmt, wie viel Kohlenstoff der Boden speichert oder emittiert, wie viele Früchte er hervorbringt, welche Qualität das Trinkwasser hat, ob Sturzregen versickern kann oder zu zerstörerischem Hochwasser wird, ob die Böden in der Sommerhitze ihre Umgebung kühlen oder alles verdorren lassen, ob biologische Vielfalt gedeiht oder verdirbt und ob die Ökosysteme den menschengemachten Bedrohungen standhalten werden. Wie wir unser Land nutzen, prägt die Gestalt unserer Landschaften, die kulturelle Identität der ländlichen Regionen, der Städte und der Menschen, die darin wohnen. Wie wir unser Land nutzen, bestimmt, was wir essen, wie wir wohnen und reisen, kurz, wie wir leben.

Und wir haben es nicht gut genutzt. Regierungen, Landwirte, auch wir Konsumenten und Stadtbewohner haben das Land mit stetig anspruchsvolleren Konsum- und Wohnansprüchen unter Asphalt und Beton vergraben und seiner Lebendigkeit beraubt.

Wie lässt sich die wachsende Gefährdung dieses wertvollen Gemeingutes mit der wachsenden Konzentration des Landes in den Händen weniger Vermögender vereinbaren? Wer entscheidet zukünftig über das Land, wenn es immer enger wird, weil immer mehr Menschen weltweit versorgt werden müssen, mit Wasser, Nahrungsmitteln, Kleidung, Behausung, Mobilität; wenn die Ansprüche der Menschen steigen – aber die Reichen nicht teilen wollen und der Planet und seine Natur Grenzen setzen? Wie weiten Regierungen den Blick fürs Ganze und denken all diese Wissens- und Interessenswelten kreativ zusammen, statt sie teils widersprüchlich nebeneinanderher zu steuern? Wie lösen sie die unzähligen neuen Zielkonflikte um Grund und Boden? Diesen Fragen gehen wir in diesem Buch nach. Es geht also um politischen Sprengstoff, denn die Kämpfe um das Land und seine Nutzung sind längst entbrannt.

Im Jahr 2020 wurden weltweit 200 Menschen ermordet und Tausende staatlichen Repressalien ausgesetzt, teils in Haft genommen, weil sie gegen Bergbauprojekte, Waldrodungen oder die Vertreibung von Kleinbauern vorgingen, »an der Verteidigungslinie gegen den ökologischen Kollaps«3, wie es die Organisation Global Witness nennt. In Europa leben Umweltaktivisten und Naturschützerinnen zwar nicht so gefährlich wie in Mexiko, Kolumbien oder Brasilien. Aber viele Kämpfe um Landressourcen im globalen Süden sind mit unseren Konsumansprüchen unmittelbar verbunden. Und auch hierzulande prallten Staat und Bürger im besetzten Hambacher Forst und im kleinen Dorf Lützerath aufeinander, als Tausende Aktivistinnen und Aktivisten fruchtbaren Boden vor den Schaufeln der Braunkohle-bagger retten wollten. Umweltschützer versammelten sich in Protestcamps gegen geplante Gewerbegebiete auf der besagten grünen Wiese. Oder sie versuchten, Pläne des Autokonzerns Tesla einzudämmen, dessen »Gigafactory« für Elektroautos mitten in der dürregefährdeten Brandenburger Grünheide ein Wasserschutzgebiet gefährdet. Fast 200 Hektar Wald fielen der »grünen« E-Mobilität zum Opfer. Und das sind nur die spektakulärsten Konflikte.

Bodenversiegelung – ein Kavaliersdelikt?

Die Folge der enorm steigenden Nachfrage nach »Biomasse«, wie Ökonomen Pflanzen gerne nennen, war bislang allzu oft ein gleichförmiger, großflächiger Anbau von anfälligen Kulturen auf Kosten der Böden – während der Energie-, Mobilitäts- und Bauhunger der Städte weitere Flächen frisst. In Deutschland sind schon rund 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche zubetoniert. Von 2017 bis 2020 wurden im Durchschnitt täglich 54 Hektar pro Tag zusätzlich für Gebäude, Straßen, Windräder oder PV-Anlagen ausgewiesen und damit potenziell oder schon real versiegelt. Das sind weniger als um die Jahrtausendwende, da lag der tägliche Betonierungszuwachs wegen des Baubooms bei 190 Hektar. Doch 2021 drehte sich der Trend wieder, die Zahl stieg erneut auf 55 Hektar, eine Fläche, die mehr als 77 Fußballfeldern entspricht. Und es ist kein Ende in Sicht, im Gegenteil: Die neue, beschleunigte Bau-Euphorie der Ampelkoalition lässt weitere Betonierung befürchten. Eine Vielzahl kommunaler Einzelentscheidungen, die dem zugrunde liegen, summieren sich zu einem klaren Verstoß gegen die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Sie fordert das Gegenteil: Bis zum Jahr 2030 sollten noch höchstens 30 Hektar täglich zusätzlich in Anspruch genommen werden. Die fatale Entwicklung wird hingenommen wie ein Kavaliersdelikt. Dabei fordern Experten schon lange eine Null-Expansions-Politik. Netto null auch für den Landverbrauch.

Der Flächenfraß als Grafik: Das Ziel für 2030 ist 30 Hektar minus X. Was heißt: Auch dann sollen immer noch dreißig Hektar Boden täglich verloren gehen dürfen. Ernährungssicherheit ist etwas anderes. Der Flächenfraß durch den Sport (gelb) um 2006 kennzeichnet übrigens die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. | *Quelle: Umweltbundesamt mit Daten des Statistischen Bundesamtes
Der Flächenfraß als Grafik: Das Ziel für 2030 ist 30 Hektar minus X. Was heißt: Auch dann sollen immer noch dreißig Hektar Boden täglich verloren gehen dürfen. Ernährungssicherheit ist etwas anderes. Der Flächenfraß durch den Sport (gelb) um 2006 kennzeichnet übrigens die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. | *Quelle: Umweltbundesamt mit Daten des Statistischen Bundesamtes

Und besser noch wäre ein Minus, denn hinzu kommt, wie gesagt: Der Boden ist die existenzielle, unersetzliche, faszinierende, verletzliche Ressource, der Quell allen Lebens, »wertvoller als Diamanten«, so versucht der grüne Agrarminister Cem Özdemir die Goldmetapher noch zu toppen. Aber diese Ressource ist nicht nur knapp, sondern vielerorts dramatisch geschädigt, erodiert, vergiftet, ja existenziell bedroht. »Gut möglich, dass der Boden das komplexeste unserer lebenden Systeme ist«, schreibt der renommierte englische Umweltjournalist George Monbiot in seinem Buch »Neuland« – »und wir behandeln ihn wie Dreck«, bestenfalls wie »totes, passives Substrat«. Die Folge sind Wassermangel, Artensterben, drohende Nahrungsmittelknappheit.

Die US-Amerikaner haben das schon einmal erlebt, in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts, als sich weite Teile der Great Plains nach einer Dürre in eine Staubwüste verwandelt haben – nachdem das Präriegras gerodet und der Boden falsch beackert worden war. John Steinbeck hat in seinem Roman »Die Früchte des Zorns« über die »dust bowl« und die Not, die sie ausgelöst hat, geschrieben. Daran erinnert man sich jetzt angesichts der dramatischen Bedrängnisse und Konflikte in Teilen des globalen Südens. Dort holen Kleinbauern, um die sich jahrzehntelang kein Staat mit Beratung und Hilfe gekümmert hat, aus dem Boden, was geht – bis nichts mehr geht. Der Klimawandel verschärft die Degradierung. Schon bis 2050 werden laut dem Weltatlas der Desertifizierung 500 bis 700 Millionen Menschen gezwungen sein, ihre Dörfer zu verlassen, weil ihr Land sie nicht mehr ernähren kann.

Das Projekt Weltacker ist auch ein pädagogisches: Bild aus der Wanderausstellung zum Thema. | Foto: 2000m2.eu
Das Projekt Weltacker ist auch ein pädagogisches: Bild aus der Wanderausstellung zum Thema. | Foto: 2000m2.eu

Dabei werden gute Böden dringend gebraucht, um die vielen, lange bekannten und mittlerweile existenziellen Krisen zu lösen. Ohne gesunde Böden keine Wälder, die wieder Wasser speichern und Wolken bilden, keine Feuchtgebiete und Wiedervernässung der Moore, keine Ausdehnung begradigter Flüsse, keine Erneuerung der Anbausysteme, keine Rettung der biologischen Vielfalt mit summenden Wiesen, keine Steigerung der ökologischen Funktionen von Nutzflächen und Naturräumen. Längst geht es darum, die Böden, die alle Ökosysteme miteinander verbinden, nicht mehr nur zu erhalten, sondern sie zu erneuern. George Monbiot schreibt kategorisch: »Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Flächennutzung die wichtigste aller Umweltfragen ist.« Die Landnutzung als Ursache für die sozialen und ökologischen Krisen und zugleich als Kern der Lösung: Dieses komplexe Überlebensprojekt ganz neu zu steuern, ist tatsächlich entscheidend, es ist eine politische Mammutaufgabe. Und diese Aufgabe ist hochbrisant. Schließlich geht es dabei auch um eine im kapitalistischen System besonders heilige Kuh: das Eigentum.

In Deutschland implodiert der Konflikt im Spannungsfeld zwischen zwei Grundgesetz-Artikeln. Auf der einen Seite schützt der Staat laut Artikel 20a »auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere«. Auf der anderen Seite gewährleistet Artikel 14 das Eigentums- und Erbrecht. Allerdings mit einer oft übersehenen Einschränkung, die es in sich hat: »Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.« Diese Anforderung empfinden die einen als Übergriff in ihre Freiheit. Sie sehen die Entscheidung darüber, wie man Land und Boden nutzt, allein in der Macht und Verantwortung der EigentümerInnen. Die anderen wertschätzen den Boden vorrangig als existenzielles Gemeingut.

Lebendiger Boden

So umreißen Tanja Busse und Christiane Grefe in ihrem Buch »Der Grund« die Konfliktzone. Und sie zeigen auf, wo der Kampf um den Boden bereits eskaliert, wo für viel Wasser brauchende Industrie im trockenen Brandenburg Wald gerodet wurde, wo bei Magdeburg eine Chipfabrik auf die besten Ackerböden des Landes gestellt werden soll, oder wo und wie landwirtschaftsferne Investoren sich wie neue Feudalherren unerkannt riesige Ländereien einverleiben.

Das alles gefährdet unsere Lebensgrundlage – den lebendigen Boden. Eigentlich stehen jedem von uns – wie schon erwähnt – nur 2000 Quadratmeter Ackerland zur Verfügung. Für sehr viele Menschen ist es sogar weniger, denn wir Europäer zum Beispiel begrenzen uns nicht auf die 2000 Quadratmeter pro Kopf. Die Europäische Union nutzt außerhalb ihrer Grenzen noch einmal eine Fläche von der Größe Frankreichs, um landwirtschaftliche Produkte anbauen zu lassen, die wir importieren. Vieles davon ist Futter für unsere Nutztiere. Das das nicht gebraucht würde, wenn wir mit den Tieren anders umgingen, und nur so viele Tiere hielten, wie unser Land auch ernähren kann, habe ich in Blog und Podcast schon mehrfach dargelegt.

Was auf den 2000 Quadratmetern Ackerland, die jedem von uns eigentlich nur zur Verfügung stehen, tatsächlich angebaut wird und was angebaut werden könnte, um uns sinnvoll und nachhaltig zu ernähren, das zeigt sehr gut das Projekt »Weltacker« der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Der erste Weltacker wurde 2016 in Berlin angelegt, inzwischen gibt es auch anderswo in der Republik solche Weltäcker, und neue sind im Entstehen.

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53 Kommentare

  1. Gut das dieses Thema auch mal angesprochen wird. Ich habe öfters mal dazu kommentiert, vor allem wenns um unbegrenzte Zuwanderung ging. Aber auch den Vorschlag Parkplätze statt Grünflächen für Photovoltaik zu bevorzugen gemacht. Die höheren Kosten der Parkplätze rechnen sich eben doch, wenn man alles zusammen rechnet.
    Dass unsere Dörfer und Kleinstädte sich flächenmäßig vervielfacht haben, ohne mehr Einwohner zu haben, stimmt schon bedenklich. Ziel kann aber auch nicht sein, dass wir die Hühner aus der Käfighaltung befreien und dann selber dort landen (was ich den Grünen und dem WEF zutrauen würde).
    Sehr komplexes Thema, das aber mehr Beachtung verdient.

  2. Immer diese Spiegelfechterei. 80 % des Bodens gehören 20 % der Menschen und diese lesen weder dieses Magazin noch das vorgestellte Buch noch kümmer sie die Sorgen der 80 %, die wenig oder nichts besitzen. Solange die Eigentumsverhältnisse unangetastet bleiben, sind solche Aufrufe nur Energieverschwendung.
    Und da eh keiner was machen will oder kann, können wir uns eigentlich die Zeit sparen und zum Wetter übergehen.

    1. Völlig richtig. Ich stimme zu 100% zu, gebe allerdings zu bedenken.
      Die reinen physikalischen und chemischen Fakten sind deshalb trotzdem vorhanden.
      Auch bei einer Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse würden die Naturgesetze nicht verschwinden.
      Ein weiterer Anstieg der Menschenmassen die so wie aktuell konsumieren wollen, das geht einfach nicht.
      Ich glaube das ist überhaupt eins der am konsequentesten aus dem Bewusstsein der meisten MSM (Mainstream-Menschen) verdrängten Themen.
      Die 2. häufigsten großen Wirbeltiere sind Menschen, die häufigsten Hühner, meist in brutaler Massentierhaltung. Freilebende Wildtiere sind ein Rest von wenigen %. Nur mal als Beispiel. Die Menschen haben keine reale Vorstellung mehr von der Welt in der sie leben, den Prozessen und Dynamiken, die die Zukunft bestimmen werden.
      So gesehen ist der Ukraine Krieg eine Randnotiz.
      So gesehen war auch das Weltbild der Antike, des Mittelalters, so falsch es im wissenschaftlichen Sinne war, realer als das heutige, wo man glaubt ständiges Wachstum in einem begrenzten Raum sei möglich.
      Welzer sagte mal uns fehle eine Kultur des Aufhörens. Und so wird immer weiter gewühlt, gebuddelt, in meist sinnfreier rastloser zielloser Aktivität weiter schaffen, schaffen. Es ist nie genug. Machen wir die AKW dicht , dann rammeln wir halt alles mit Windrädern zu, machen, machen, mehr, mehr, Immer ist irgendwo das nächste Ziel, sie können einfach keine Ruhe geben, es mal gut sein lassen. Immer wird nach dem Maximum gestrebt, nie nach dem Optimum. Würde ein Künstler so drauf sein, er könnte nichts schaffen, weil er nach dem letzten Pinselstrich der das Bild vollendet immer weiter auf der Leinwand rummachen würde bis es ein einziges Farbchaos wäre.
      Einziger Trost irgendwann bekommen sie von der Realität gewaltig einen vor den Latz, so dass sie sich hoffentlich nie mehr davon erholen.

      1. Es gibt kaum noch einen Anstieg, das Wachstum ist inzwischen bei 2,3 Kinder pro Frau und sinkt weiter. Wir können davon ausgehen, dass in den nächsten 10-20 Jahren dieser Wert bei unter 2,1 liegt, was als Reproduktionsrate gilt. Danach wird es ganz schnell mit dem Absinken gehen. Natürlich ist dieser Wert ungleich verteilt, in den Industrieländern wird es in 100 Jahren Weiße nur noch als Minderheit geben, da diese sich besonders ungern vermehren. Allerdings holen ja die afrikanischen Staaten auf und mit der Zeit wird auch da die Reproduktionsrate so stark sinken, dass du keine Einwanderung in die westlichen Staaten mehr haben wirst.
        Wir leben im Universum 25, nur dass unser Mäusekäfig die ganze Welt betrifft. Das einzige Land, welches da konsequent auf allen Ebenen dagegen ansteuert, ist Russland und wir werden sehen, wie erfolgreich die Russen sind. Übrigens ist dieses Modell nicht kopierbar, da es sehr stark mit dem Kapitalismus, wie er im Westen praktiziert wird, bricht. Die Förderung für junge Familien ist dort enorm und übertrifft alles, was man je im Westen gehört hat. Gleichzeitig gibt es Vollbeschäftigung, eine positive Stimmung und enormen Patriotismus. Wenn man es damit nicht schafft, dann schafft es keiner.

    2. So sehe ich das auch. Ich hatte mich vor Jahrzehnten für Ethisches Investment engagiert, also Geldanlage auch mit nachhaltigen Zielen. Die Resonanz war homöopathisch. Interessiert niemanden.

      Tatsächlich ist es wie bei dem sogenannten Putsch auf dem Capitol oder beim Sturm auf die Reichstagstreppe. Solange da nicht Leute mit Geld hinter stehen, wird es nichts. Das gilt auch für Ethisches Investment. Und darauf, dass es dann auch so umgesetzt wird, dass es allen nützt, in diesem Fall der Natur, kann man lange warten. Eher werden die Reichen ein neues Geschäftsmodell draus machen.
      Ich erwarte schon lange, dass hier irgendwann wie in der Ukraine, große Agrarfirmen die Böden abgreifen und nur noch für den Weltmarkt produzieren lassen. Diese Philanthropen denken immer zuerst an ihr Konto.

      1. Ich erwarte, daß irgendwann die Luft zum Atmen besteuert wird oder in Privatbesitz übergeht; mit dem Wasser haben sie es ja schon z.T. geschafft.

        1. in welcher Welt lebst Du?
          In meiner Welt ist CO₂ ein Bestandteil der Luft, die ich atme. Ein sehr wichtiger Teil, ohne den wir nicht überleben könnten.
          Eine CO2Steuer gibt es in meiner Welt schon einige Zeit.
          Wo ist Deine , ich möchte umziehen, denn ich möchte die Luftsteuer nicht mehr bezahlen.

  3. Ist das nicht ein wenig zu pessimistisch? Immerhin wurde der Flächenfraß verlangsamt und wir gewinnen ja auch durch die Energiewende Flächen hinzu, etwa die dann überflüssigen Tagebaue, die sich sehr gut nutzen lassen.

    Auch dass Flächen mit PV dann als „versiegelt“ gezählt werden, ist so ja nicht richtig.

    „In einer dicht besiedelten und intensiv genutzten Kulturlandschaft können Solarparks im Vergleich zu anderen Nutzungen sogar der Natur helfen: Mit durchdachten Konzepten können wenig artenreiche Flächen ökologisch aufgewertet werden. Beispiele dafür sind die Entsiegelung, die Förderung der Strukturvielfalt, der Schutz bodenbrütender Vogelarten und gefährdeter Reptilien sowie gezielte Anpflanzungen.“

    Sagt der Nabu: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/erneuerbare-energien-energiewende/solarenergie/29906.html

    In Asien und den Golfstaaten ist man dabei, das Vertical Farming voran zu bringen. Keine Pestizide, keine Herbizide, wenig Wasser- und Flächenverbrauch, das hört sich gut an. Dafür hoher Energiebedarf. Selbst in Dubai, wo die Energie billig ist, kostet das Gemüse das Doppelte von konventionell gezüchtetem. Geht da noch etwas?

  4. Das Problem ist doch eher, dass Ackerland Spekulationsmasse ist, weil es nicht vermehrbar ist. Je mehr jemand Ackerland kauft, umso geringer ist die restliche verfuegbare Flaeche, umso teurer wird der Quadratmeterpreis, umso hoeher steigt der Wert im eigenen Bestand. Bill Gates hat das verstanden und ist mittlerweile der groesste Ackerlandbesitzer der USA und auch ein grosser Freund von hybridem Saatgut, welches man jedes Jahr neu kaufen muss. Es hat also ueberhaupt keinen Zweck, sich ueber Grund und Boden Gedanken zu machen, wenn man nicht bereit ist, dieses zu unterbinden und im Zweifelsfall auch wieder zu enteignen.

    Bei uns wird uebrigens auch Ackerland als Investment empfohlen, besonders in Zeiten von niedrigen Zinsen, weil eine solche Investition in ein knappes Gut eine entsprechende Wertsteigerung verspricht.

    https://www.v-check.de/content/ackerland-als-geldanlage

    Dass das Wasserproblem auch geloest werden kann, zeigen die Projekte von Rajendra Singh, der durch gezieltes Wassermanagement sogar Grundwasserspiegel wieder anheben und duerre Steppen in bluehende, fruchtbare Landschaften veraendern kann.

    https://www.dw.com/de/indien-wie-ein-mann-die-wasserkrise-wegsp%C3%BClen-will/a-45073359

    1. Der Wassermann scheint ein Konzept zu haben, das auch unsere Überschwemmungs- und Dürreperioden lindern könnte. Aber unsere Politclowns spielen lieber Krieg.

  5. So lange wir die Welt mit Kriegen verwüsten, einschließlich atomar, müssen wir uns auch keine Sorgen mehr ums Klima machen
    Würde das Geld welches weltweit in die Rüstung investiert wird.für den Klimaschutz investiert, hätten wir weniger Probleme.

    Momentan empfinde ich die Klimapolitik in DE jedoch nur als Abzocke um die Armen noch ärmer zu machen und die Reichen streichen die Subventionen für teure E-Autos, Solaranlagen, etc.,ein!

    – CO2 Preis gestiegen, merkt man sogleich an der Tanke
    – CO2 Preis- und Umsatzsteuererhöhung auf Gas, merkt man auch sofort
    Mit dem CO“-Preis geht es jedes Jahr munter weiter, bis zur Unbezahlbarkeit für den Normalbürger.

    ACH JA, der soll ja hungern und frieren, gelle

    Das wirkt sich natürlich auf alle anderen Bereiche wie Wohnen, Lebensmittel, Bus und Bahn, etc., aus.

    Ne, hier werden wieder Dumme gesucht die auf den Klimahype aufspringen und ihre eigene Existenz zu Grabe tragen damit die Bonzen weiter in Saus und Braus leben, die Umwelt verseuchen und Kriege führen können.

    Schon vergessen, ohne Frieden ist alles nichts?

    Runter vom Sofa, rauf auf die Straße!

    Du sagst, dass du keine Chance hast, uh huh

    Nur ein Opfer deiner Umstände, uh huh

    Hilflos, hoffnungslos, herzlos, so scheint es

    Jemand tritt auf Deine kostbaren Träume ein

    Geh und öffne die Tür

    Das ist Deine Welt, komm und nimm sie dir

  6. Vor mehr als 15 Jahren versuchten wir uns an einer ähnlichen Berechnung, die jedoch daran scheiterte, dass es keine exakten Angaben über alle relevanten Flächen, z.B. (Ur)Wälder, Dschungel, Moore, Tundren, Wüsten, gebirgige Areale usw. gibt.
    Die Ergebnisse waren eher optimistisch als fix. Wobei die Angabe in m2, die jeder Person, abzüglich aller sonstig genutzten Flächen zur Verfügung steht, wesentlich interessanter bzw. richtungsweisender ist.

    Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass dieser Planet NICHT für Menschen konzipiert und erschaffen wurde, sondern ihm lediglich und zufällig Platz bietet (trotz der fehlenden Bedeutung für das Öko/System), kann man die Tatsache nicht übergehen, dass es schlicht zu viele Menschen gibt! Und nein – das ist keine Übernahme einer Schwabschen Rhetorik, sondern sollte Ergebnis eines logischen Denkprozesses sein (müssen).

    Wiki kann in diesem Fall als ungefähre Orientierungshilfe ausreichen:
    1804: 1 Milliarde
    1927 (nach 123 Jahren): 2 Milliarden
    1960 (nach 33 Jahren): 3 Milliarden
    1974 (nach 14 Jahren): 4 Milliarden
    1987 (nach 13 Jahren): 5 Milliarden
    1999 (nach 12 Jahren): 6 Milliarden
    2011 (nach 12 Jahren): 7 Milliarden
    2022 (nach 11 Jahren): 8 Milliarden Menschen
    Bei einem Bevölkerungswachstum von jährlich rund 80 Millionen Menschen steigt die Zahl der Erdenbürger jeden Tag um fast 220.000 und in jeder Minute um mehr als 150 Menschen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbev%C3%B6lkerung

    Mit der ständig wiederkehrenden und narrativen Behauptung, dass dieser Planet 8 Mrd.+ problemlos ernähren könnte, verhält es sich wie mit der Annahme, dass nur die Parameter verändert werden müssten, um begrenzten Raum, unter Missachtung aller systemischen Wechselbeziehungen, vervielfacht und „optimiert“ werden könnte.
    Mündet nicht selten in der Unterstellung, dass pöse, pöse und überflüssige Wild/Tiere dem Menschen immer näher kämen und „Unrecht am Menschen/Eigentum begingen, weil „WIR uns ungebremst“ ausbreiten.*

    Ist kognitiv ebenso belastbar, wie die lautstarke Beschwerde darüber, dass „uns“ andere Personen physisch belästigen, weil wir uns selber, z.B. in der S-Bahn, an der Kasse, auf der Autobahn, an diese heranwanzen und provozierend jeden gebührlichen und respektvollen Abstand vermeiden.

    Wie im „richtig falsch gedachten“ Leben, bauen wir gedanklich einfach diesen Planeten an, oder suchen uns einen neuen, der bereits bei dessen Entdeckung dem Untergang geweiht wäre/ist.

    *hätte dieser Planet ein funktionierendes Beschaffungsmanagement, das „ihm gutes wollte“, müsste er definitiv eine FFP666-Maske tragen.

    1. Danke !
      „Mit der ständig wiederkehrenden und narrativen Behauptung, dass dieser Planet 8 Mrd.+ problemlos ernähren könnte“ Alleine diese Behauptung ist eine derart brutale Missachtung des Lebensrechtes das man sich fragt welches Lebensrecht man dem der sie äußert zugestehen sollte.
      Ich komme immer wieder auf den Punkt, schon mal hier geschrieben, wie R.G. Binding, der schon 1917 mitten im WWI erkannte: Diese Menschheit hat keine Zukunft und sie verdient auch keine Zukunft.
      Sie hat keine, weil sie ihre Lebensgrundlagen zerstört und sie verdient keine weil sie das im vollen Unrechtsbewusstsein vorsätzlich tut.

    2. cui bono sagt:

      “ Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass dieser Planet NICHT für Menschen konzipiert und erschaffen wurde, (…) kann man die Tatsache nicht übergehen, dass es schlicht zu viele Menschen gibt! “

      Nun, für Menschen Ihrer (westlicher) Art wurde dieser Planet vermutlich nicht „konzipiert und erschaffen“. Für Menschen aus dem globalen Süden aber schon. Vermutlich verbrauchen Sie ein Vielfaches an natürlichen Ressourcen als ein Mensch aus dem Süden. Das Problem sind also nicht die Menschen an sich, sondern nur spezielle Menschen wie Sie.

      1. Der Mensch des Südens will gerne zu uns:
        – Weil er sich im Süden über die verfügbaren, lebenswichtigen Ressourcen hinaus vermehrt hat.
        – Er gerne auch ein (westliches) Leben führen will, für das der Planet nicht konzipiert ist.

        1. „Der Mensch des Südens“ will zu uns weil sich bei uns der Reichtum angesammelt hat, an dem er teilhaben möchte. Er möchte ebenfalls zu den westlichen Privilegierten gehören, die so verschwenderisch mit den natürlichen Ressourcen umgehen. Sie, @noly, verteidigen hier lediglich Ihre Privilegien. Womit haben Sie die wohl verdient?

          1. Ich denke, ich hab sehr wenig von den Privilegien, meistens nur 2 Zimmer beheizt,
            kleines altes Auto und der Rest auch eher minimal.

            Mein Luxus besteht aus -einem- Kind, dem ich gerne noch eine Zukunft ermöglicht sehe.

              1. Von denen werfen viele mit Teddybären, oder warfen, die Begeisterung hat nachgelassen. Aber ob man die, die kritisch reagieren, größtenteils als Privilegien-Verteidiger einordnen kann? Wäre ich mir nicht so sicher. Aber Danke das du mich nicht einfach als Rassisten einstufst, wie andere.

      2. „Nun, für Menschen Ihrer (westlicher) Art wurde dieser Planet vermutlich nicht „konzipiert und erschaffen“. Für Menschen aus dem globalen Süden aber schon. Vermutlich verbrauchen Sie ein Vielfaches an natürlichen Ressourcen als ein Mensch aus dem Süden. Das Problem sind also nicht die Menschen an sich, sondern nur spezielle Menschen wie Sie.“

        Nun, schade zwar, aber da muss ich leider Ihre Illusion ein bisschen stören:
        die Menschen des globalen Südens sind keinen Deut besser als die des Nordens, denn wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt, verbrauchen sie genauso viel Resourcen wie die „privilegierten“. Meist sogar noch mehr, weil bei vielen das ökologische Gewissen fehlt.

        1. @ Hermes335

          Sie argumentieren moralisch, wer sind die besseren Menschen. Darum geht es aber nicht, es geht um die Fakten der Realität. Um die Umstände, in und mit denen Menschen leben und nicht um ihre moralischen Werte.
          Es ist nun mal ein Fakt: Würden alle Menschen der Welt sich mit dem Ressourcen-Verbrauch der Menschen des globalen Südens begnügen, dann wäre noch Platz für viel mehr Menschen. Es geht um die gerechte Verteilung von Kapital und Ressourcen.

      3. Hui, ein/e ganz ein/e Mutige/r/s, die/der/das mit der Aussage:

        „Nun, für Menschen Ihrer (westlicher) Art wurde dieser Planet vermutlich nicht „konzipiert und erschaffen“. Für Menschen aus dem globalen Süden aber schon.“

        eine Daseinsberechtigung ableitet und dadurch Auslese propagiert.
        Reespekt.
        Unfassbar, welche „intellektuellen“ und sonstigen kruden Auswüchse wie Mücken an einem Wasserloch im Hochsommer gedeihen.
        Ein (noch) gesundes Hirn bedarf tatsächlich einer dicken Hornhaut!
        🤯🤪🤣

    3. Zitat cui bono: „Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass dieser Planet NICHT für Menschen konzipiert und erschaffen wurde,“

      Eine Begründung ihrer behaupteten angeblichen „Tatsache“ wäre das Mindeste und sicherlich äußerst aufschlussreich. Danke.

      Also, woher wissen Sie so genau, dass dieser Planet „NICHT für Menschen konzipiert und erschaffen wurde“? Wer hatte die Idee für diesen Planeten? Vor allem aber, wer hatte die Idee Menschen zu erschaffen? Und, wenn es ein Wesen gab, dass den Menschen erschuf, dann braucht es auch ein Wesen, welches einen Planeten konzipierte, auf dem der Mensch leben konnte. Wo soll denn dieser Planet sein, wenn es Ihrer Meinung nach die Erde nicht ist?

      1. Ernsthaft?
        Aber gut; hier eine speziell auf Sie zugeschnittene Antwort:
        Fragen Sie bitte Ihren (jeweilig) Zuständigen in religiösen Fragen.

        1. Wenn ein Politiker etwas behauptet, wie es ihm/ihr gefällt, bekommt man in der Regel, auf Nachfrage, auch keine seriöse Antwort, sondern seichtes Geschwurbel.

            1. @garno
              Damit kann ich hervorragend leben. 🤗
              Aber herzlichen Dank, dass Sie den ersten Eindruck direkt, wenn auch ungewollt bestätigen.
              Hier nochmals die Antwort, die für Sie gedacht war:

              Hui, ein/e ganz ein/e Mutige/r/s, die/der/das mit der Aussage:

              „Nun, für Menschen Ihrer (westlicher) Art wurde dieser Planet vermutlich nicht „konzipiert und erschaffen“. Für Menschen aus dem globalen Süden aber schon.“

              eine Daseinsberechtigung ableitet und dadurch Auslese propagiert.
              Reespekt.
              Unfassbar, welche „intellektuellen“ und sonstigen kruden Auswüchse wie Mücken an einem Wasserloch im Hochsommer gedeihen.
              Ein (noch) gesundes Hirn bedarf tatsächlich einer dicken Hornhaut!
              🤯🤪🤣

          1. @Fritzi
            Heute, so scheint es, habe ich meinen, gegenüber begrenzt Bedürftigen, unverhältnismäßig sozialen Tag.😇

            Darum antworte ich gerne, aber mit Nachdruck darauf, dass, wenn die Fritzi zwischen ihren Auslassungen/Fragen und den folglich richtigen Antworten keinen Zusammenhang erkennen kann, es an ihrer allgemeinen mentalen Konstitution/Prägung liegen muss.

            Und nun – das dürfte auch Fritzi verstehen – geh‘ mit Gott, aber geh‘. (Übersetzung: Ende)🤫

            P.S. Aber sehr fein gemacht, dass eigenes Verhalten so „eloquent“ als vermeintliches Geschwurbel anderer gespiegelt wird.
            Fritzi – dafür gibt es einen kostenlosen Payback -Ablass. 👍

    4. Im Artikel ging es um Deutschland und nicht andere Peripherien.
      Macht nix, es geht manchen um die Steuerung diverser Ideen, aber nicht um Inhalte.

      1. PRO1
        Deutschland hat (als Mittelpunkt der bewegten Welt) Peripherien? Interessant.
        Ebenso die Annahme, dass globale Probleme lediglich regional begrenzt seien.

        Das liegt offenbar an der Tatsache, dass Sie, zumindest behauptet, seit 18,19? Jahren (wenn, dann vermutlich in SOA) leben, aber sich dennoch aktiv und zeitunabhängig zu wirklich jedem Thema äußern und mit „Inhalten“ begründen. Chapeau 🫣

    5. Natürlich ist das keine Übernahme einer Schwabschen Rhetorik, das klingt nur so.

      Und ist dabei genauso heuchlerisch. Denn wäre man tatsächlich konsequent, könnt man nicht mehr schreiben, müßte man sich selbst entleiben. Da man ebenfalls zuviel ist.

      Aber lieber produziert man seinen moralischen Nihilismus dergestalt in die Öffentlichkeit, alle oder bestenfalls, die meisten außer mir, sind zuviel. Was so aber nie geschrieben werden würde.

      Ja, ja … cui bono.

      1. @Gracchus Babeuf

        „Natürlich ist das keine Übernahme einer Schwabschen Rhetorik, das klingt nur so.“
        Empfehle wegen des Klingens die umgehende Konsultation beim Otologen!

        „…müßte man sich selbst entleiben. Da man ebenfalls zuviel ist.“
        Ja, stimmt. Das würde aber glücklicherweise noch Zeit haben, wenn Sie, Gracchus Babeuf, nicht bereits 1797 das Zeitliche gesegnet hätten und dennoch als sozialistischer Wiedergänger im Jetzt Ihr Unwesen trieben, der Nihilismus bedauerlicherweise noch nicht einmal korrekt anwenden kann.

        „…alle oder bestenfalls, die meisten außer mir, sind zuviel.“
        Huch, ist da der Wunsch der Vater des Gedankens; alternativ der Lapsus Linguae?

        Macht aber nix – Sie sind scheinbar integral unabkömmlich für das Prinzip „Fische, die mit dem Strom schwimmen“.
        Wünsche weiterhin einen guten Flow.

        1. Schon klar, natürlich hast Du den Schwab Disclaimer nur eingefügt, weil Du absolut nicht wie Schwab klingst. Frei nach, „ich bin kein Nazi, aber … .“ Sollte Dir das öfter passieren, auch mit dem ergoogelten Latein, ist die Fachrichtung dafür der Phoniater. Hat mir Google gesagt.

          Und um Deiner erbärmlichen Nichtargumentation, deinem quasi Bullshitting, noch was Sinnstiftendes zu entgegnen, verweise ich auf die Dokumentationen Erwin Wagenhofers:

          We Feed The World
          Essen global
          2005 | 96 min | ab 12 Jahre

          Tag für Tag wird in Wien gleich viel Brot entsorgt, wie Graz verbraucht. Auf rund 350.000 Hektar, vor allem in Lateinamerika, werden Sojabohnen für die österreichische Viehwirtschaft angebaut, daneben hungert ein Viertel der einheimischen Bevölkerung. Jede Europäerin und jeder Europäer essen jährlich zehn Kilogramm künstlich bewässertes Treibhausgemüse aus Südspanien, wo deswegen die Wasserreserven knapp werden.

          Mit “We Feed the World” hat sich Erwin Wagenhofer auf die Spur unserer Lebensmittel gemacht. Sie hat ihn nach Frankreich, Spanien, Rumänien, in die Schweiz, nach Brasilien und zurück nach Österreich geführt.

          Roter Faden ist ein Interview mit Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung.

          “We Feed the World” ist ein Film über Ernährung und Globalisierung, Fischer und Bauern, Fernfahrer und Konzernlenker, Warenströme und Geldflüsse – ein Film über den Mangel im Überfluss. Er gibt in eindrucksvollen Bildern Einblick in die Produktion unserer Lebensmittel sowie erste Antworten auf die Frage, was der Hunger auf der Welt mit uns zu tun hat.

          Zu Wort kommen neben Fischern, Bauern, Agronomen, Biologen und Jean Ziegler auch der Produktionsdirektor des weltgrößten Saatgutherstellers Pioneer sowie Peter Brabeck, Konzernchef von Nestlé International, dem größten Nahrungsmittelkonzern der Welt.

          https://filmsfortheearth.org/filme/we-feed-the-world/

          Der Film ist zwar erst ab 12, aber das kriegst Du schon hin. Wagenhofer, der gute Mann, hat noch zwei weitere Dokumantationen gemacht:

          Let’s Make Money

          Die Dokumentation von Erwin Wagenhofer folgt dem Weg des allgemeinen Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter das Geld des Westens vermehren, selbst aber bettelarm bleiben. Der Film featured gefeierte Fondsmanager, die das Kapital ihrer Klienten täglich aufs Neue anlegen sowie Unternehmer, die zu Gunsten ihrer Aktionäre ein fremdes Land ausbeuten, solange die Steuern und Löhne niedrig sind und die Umwelt Nebensache bleibt. Der Zuschauer erlebt die Gier und die damit verbundene Destruktivität, welche mit dem Geld der Bürger angerichtet wird.

          https://www.geld.at/filme/lets-make-money

          Und schließlich:

          alphabet – Angst oder Liebe
          98% Prozent aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt. Nach der Schule sind es nur noch 2%.

          http://www.alphabet-derfilm.at/

          Also wie Du sehen kannst, liegts nicht an der Menge an Menschen, sondern daran, daß einigen zuviel nicht genug ist. Und damit das so bleibt wird Dir und anderen die Festplatte formatiert.

          Danke, trotzdem, für das Lob, der Sozialist ist Dir bestimmt rausgerutscht. Keine Ahnung ob das zutrifft, zumindest bemühe ich mich.

          1. „..98% Prozent aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt.“ ?
            Ah – jetzt verstehe ich. Das Trauma muss tief sitzen, dass Sie bereits in jungen Jahren zu einer Minderheit zählten.

            Darum wiederhole ich – diesmal schreibe ich seeehr langsam -, dass Sie nicht von sich auf andere schließen sollten oder Ihre Defizite übertragen.

            Das wahllose Verwenden von Phrasen ist ebenfalls wenig originell, denn das gehört mittlerweile zum Repertoire jedes sich überbewertenden „Denkenden“ Ihrer Couleur.
            Dabei mangelt es bereits beim Lesen und Textverständnis.

            Mir war bewusst, welcher Art die meisten Kommentare sein würden.
            Voila – war nicht nur für mich überaus unterhaltsam. 🤣
            Sie dürfen gerne, wie es Ihrem Intellekt entspricht, das letzte Wort behalten, aber noch mehr meiner Zeit zu verschwenden ist nicht geplant.
            Ende👋

            1. Steigerungsfähig. Bildchen und Bullshit. Du bist wirklich ein leidlich gut geöltes Rädchen oder vlt. Schräubchen. Mach Dir mal nichts draus. Deine Agitprop hat bereits mehr Reaktion produziert als Deinem Herrchen lieb sein kann.

  7. Da lassen seit Wochen die Landwirte ihren Unmut über diese Politik aus.
    Kompromisse in Form von Lippenbekenntnisse gibt es, aber die Politik vertritt andere Interessen.
    Hinzu kommt die seit Jahren beständige ‚Enteignung‘ der Bürger, sie tragen das alles mit und wie manche hier schreiben, die Überbevölkerung. Ja wenn zu viele gibt, dann nehmt euch das Leben und geht mit guten Beispiel voran.
    Russland als die grösste Fläche der Welt, beherbergt wieviele Bürger?
    Der Präsident bietet jedem Land an, wenn dieser bereit ist zu kultivieren! Es existieren politische Lösungen, man muss halt eben auch dann dafür gerade stehen. Aber diese Bananenrepublik Deutschland ist ein Spiegelbild ihrer Bewohner, gekrümmte Bananen.

    1. – Der Präsident bietet jedem Land an, wenn dieser bereit ist zu kultivieren! –
      Hab ich bis jetzt nicht vernommen, halte ich aber für sehr interessant.
      Aber Staatsgeld für ome ist halt lukrativer, als Land zu kultivieren.

      1. Diese Offerte kann man einfach im Netz suchen.
        Natürlich sind es Gebiete, wo nicht jeder Hippe Mensch hin will, aber die Initiative ist doch für mich interessant.
        Denn die multipolare Ordnung muss oder soll ja fairer für eine Mehrheit werden, deshalb ja der Artikel von Herr Schwinn. Hier treffen sich zwei unterschiedliche Interessen, einmal die russische und auf der anderen Seite die westliche. Ich denke das dem Herrn Schwinn sein Augenmerk daraufhin legt, das in Deutschland etwas ähnliches zu gestalten werde könnte. Leider sind nach den Kommentaren zu schließen, die meisten zu verschlossen sind, um das zu erkennen.
        Alle von Herr Schwinn bereitgestellten Beiträge sind in sich konform und beständig.

  8. Ich stimme dem Artikel prinzipiell vollkommen zu, nur fehlen meines Erachtens ein paar relevante Punkte, die das Problem verursachen, wenn auch viele schon genannt werden:

    – die Bevölkerungsexplosion auf der Erde mit mittlerweile 8 Mrd. Menschen ist Faktor Nr. 1 – mit großem Abstand vor allen anderen, denn diese verursacht fast alle Probleme, über die wir, wenn es um Umweltschutz, sogar wenn es um Kriege geht diskutieren
    – die Massenmigration nach Deutschland, wiederum als Ursache die weltweite Bevölkerungsexplosion – verbraucht wie man schön an der eingeblendeten Grafik erkennen kann, als einziger Faktor zunehmend freie Flächen durch Wohnungsbau. Dazu kommt dann noch die durch die „Grünen“ forcierte „Energiewende“ – die ökologisch ein Desaster ist. Nicht nur, dass Solarparks und Windräderparks riesige Flächen verbrauchen (im Vergleich zu herkömmlichen Gaskraftwerken zum Beispiel), es ist auch wissenschaftlich belegt, dass Windparks auf ihrer Lee-Seite die Böden vertrocknen lassen. Somit doppelt schädlich für Nahrungsmittelanbau, sowie für die ökologische Vielfalt und den Klimaschutz, wegen gerodeter Waldflächen.

    Von daher wäre es an der Zeit, dass der „grüne Klimaschutz“ endlich durch realen Naturschutz abgelöst wird, bevor es zu spät ist und Deutschland eine de-industrialisierte Wüste ist.

    1. „die Massenmigration nach Deutschland, wiederum als Ursache die weltweite Bevölkerungsexplosion“

      Das ist die übliche westliche Schlussfolgerung. Sie ist aber trotzdem falsch, denn die Ursache der Massenmigration ist die ungleiche Verteilung des Reichtums (und damit auch des ungleichen Ressourcen-Verbrauchs). Ich denke, wir stehen am Anfang eines globalen Klassenkampfes. Der Westen gegen den Rest der Welt.

      1. Natürlich ist es richtig, dass die Massenmigration deshalb stattfindet, weil man sich hier bessere Lebensbedingungen verschaffen will.
        Was ich aber meine ist, warum herrscht in diesen Herkunftsländern so große Armut? Meines Erachtens ist der Hauptgrund die sprunghafte Bevölkerungsexplosion genau in den Ländern und da kann unter den gegebenen Umständen – es sind halt keine Industrieländer mit einem vorhandenen Sozialstaat – nur ein sprunghafter Anstieg der Armut entstehen, korreliert zum Bevölkerungswachstum.
        Man müsste also zum einen die bestehenden Gesellschaftsstrukturen ins Visier nehmen -und damit meine ich nicht eine Einführung der Globalisierung und des „liberalen Kapitalismus“ nach unserem Vorbild, sondern eher ein Ansatz, wie ihn Westdeutschland in den Zeiten von 1960 – 1990 verfolgt hat.
        Eine soziale Marktwirtschaft.

        1. „… warum herrscht in diesen Herkunftsländern so große Armut? “

          Das ist Ausdruck des immer noch herrschenden Neo-Kolonialismus (auch regelbasierte internationale Ordnung genannt) zusätzlich zur Abhängigkeit über die Schuldenfalle, womit Weltbank und IWF die Politik dieser Länder bestimmen, zu Lasten dieser Länder, die ihre Wirtschaft auf die Bedürfnisse der reichen Länder ausrichten müssen, was die eigene Entwicklung verhindert, sodass die abhängige Unterentwicklung bestehen bleibt.

          Im Übrigen ist Kinderreichtum ein Phänomen von Armut und auch materiell begründbar, da es zur Absicherung im Alter dient.
          Eine soziale Marktwirtschaft ohne ökonomische Grundlage ist für diese Staaten ein idealistischer Traum, die funktioniert ja auch kaum noch in den reichen Ländern

          1. Ja, guter Stichpunkt IWF und Schuldenfalle.
            Vielleicht ist es ja nur eine Verschwörungstheorie, aber es gab einmal einen Sprecher der Deutschen Bank, der mit der Idee warb, den Dritte-Welt-Ländern die Schulden zu erlassen, war so ungefähr im Jahr 1989.
            Könnte auch ein hinterlistiger Gedanke gewesen sein, denn das hätte vor allem britische und amerikanische Banken getroffen und nicht die Deutsche Bank.
            Jedenfalls erlag dieser Sprecher der Deutschen Bank dann einem Bombenattentat in Bad Homburg auf dem Weg zur Arbeit.
            Man kann natürlich die offizielle Verschwörungstheorie glauben, es wäre eine ominöse 3. Generation der RAF gewesen…

            PS: interessante Aussage des damaligen Vorstands der Deutschen Bank, Josef Ackermann, als er in einer Talkshow von Maybrit Illner zu diesem Thema Schuldenerlass befragt wurde und was er davon hielte, meinte er, er wolle nicht so enden wie Alfred Herrhausen, daher Schuldenerlass unmöglich.

  9. Brüder,

    im Heiligen Koran wird der Schutz der Umwelt und der Umgang mit Lebensgrundlagen als enorm wichtige Themen behandelt. Die heiligen Schrift und die Hadithe erinnern uns daran, dass Allah uns zu den Hütern dieser wunderschönen Welt gemacht hat. So heißt es in einem bekannten Ausspruch des Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm!): „Die Welt ist grün und schön und Allah hat euch zu ihren Hütern gemacht.“ Es liegt somit in unserer Verantwortung, die Umwelt zu schützen und die Lebensgrundlagen zu bewahren, die uns Allah geschenkt hat.
    Eine Sure, die sich mit dem Thema Umweltschutz befasst, ist beispielsweise 6:141: „Er ist es, Der Gärten hervorbringt, die mit und ohne Ranken sind, und Dattelpalmen und Getreide, von verschiedener Art, und Oliven und Granatäpfel, gleich und ungleich. Esst von ihren Früchten, wenn sie Früchte tragen, aber entrichtet die Rechte am Tag der Ernte und übertreibt nicht. Gewiß, Allah liebt nicht die Maßlosen.“ Wir sind dazu aufgerufen, von den Früchten zu essen, aber dabei nicht maßlos zu sein.

    Eine weitere Sure, die den Umgang mit Lebensgrundlagen anspricht, ist Sure 7:31: „O Kinder Adams, zieht eure schönen Kleider an, wo immer ihr betet, und esst und trinkt, aber übertreibt nicht! Gewiß, Er liebt nicht die Maßlosen.“ Auch hierin wird betont, dass wir unsere Ressourcen nicht überreizen sollten und die gesetzten Grenzen zu beachten haben.

    Und ein weiterer Ausspruch des Propheten (Friede sei mit ihm), der den Schutz der Umwelt betont, lautet: „Wer einen Baum pflanzt und ihn pflegt, wird belohnt, als ob er Almosen gegeben hätte.“

    Lasst uns darum gemeinsam auf die Umwelt achten, die uns umgibt, und die Lebensgrundlagen bewahren, die uns Allah geschenkt hat. Lasst uns die Natur respektieren und nachhaltig mit den Ressourcen umgehen. Möge Allah uns helfen, gute Hüter dieser Erde zu sein. Vergesst nicht, Brüder: Wir haben nur die eine.

    Friede sei mit euch!

    1. Wenn ich mir die Geburtenraten in diversen islamischen Ländern ansehe, wäre es gut gewesen dieses „aber Übertreibt nicht“, auch beim Kinder machen zu erwähnen. Zumindest in neuerer Zeit wo uns der Nachwachsenden zu viele werden und Verhütungsmittel verfügbar sind. Leider verteufeln viele religiöse Führer (auch christliche) Verhütungsmittel.

    2. Schwestern und Brüder, bitte. Ich bin aus unterschiedlichen Gründen weder dein Bruder noch deine Schwester aber sich ausschließlich an eventuelle Brüder zu wenden, entspricht zudem nicht meiner Auffassung von Geschlechtergerechtigkeit. Es mag sein, dass radikalislamische Schriftgelehrte das anders sehen aber denen steht auch frei, in den Iran oder nach Saudi-Arabien auszuwandern, wenn ihnen die Stellung der Frau im westlichen Umfelde nicht radikalislamistisch genug ist. Ich bin nicht dein Bruder.

  10. Gegen die „Bevölkerungsexplosion auf der Erde mit mittlerweile 8 Mrd. Menschen“ hilft doch nichts. Man kann doch nicht die Leute unfruchtbar spritzen oder den dritten Weltkrieg anfangen. Obwohl, mir kommt da gerade eine Idee …

    1. Man braucht weder einen Weltkrieg, noch medizinische Eingriffe, um der Bevölkerungsexplosion Herr zu werden. Einen funktionierenden Ansatz haben uns die Chinesen ja bereits gezeigt, wobei dieser Ansatz nicht optimal in der Umsetzung verlief, denn viele chinesische Paare trieben eher weibliche Föten ab, weil sie männlichen Nachwuchs in der Ein-Kind-Politik wollten. Das liegt vor allem daran, dass Mädchen eine Familie in China viel Geld bei der Verheiratung kosten (meines Wissens) und ein chinesisches Sprichwort lautet „Töchter groß ziehen ist wie eines anderen Garten wässern“ 🤣
      Nun haben die Chinesen den Salat – einen eklatanten Männerüberschuss mit den entsprechenden Problemen auf dem Heiratsmarkt. In arabischen Ländern wird dieser Männerüberschuss dann gerne in die EU geschickt mit den entsprechenden negativen Begleiterscheinungen was die Sicherheit der hiesigen Frauen angeht… aber anderes Thema.
      Viel wäre schon gewonnen, wenn man in den Ländern mit der höchsten Reproduktionsrate – und hier sind es im Durchschnitt oft 5 oder mehr Kinder pro Frau – eine Begrenzung auf maximal 2 Kinder durchsetzen könnte, natürlich parallel in Verbindung mit einer Anhebung des Bildungsstandes vor allem der Frauen, Gleichberechtigung und einer Einführung eines Sozialstaates gepaart mit wirtschaftlichem Aufschwung.

      1. Unter den von Dir genannten Bedingungen würde das automatisch passieren, dass die Reproduktionsrate sinkt. Doch die Menschen werden dort besonders von unserem System durch vielfältige Maßnahmen an einer eigenständigen Entwicklung gehindert (z.B. Raub der Rohstoffe, Förderung lokaler Oligarchen, Landraub, Vertreibung vom ursprünglichen Siedlungsraum, monetäre Knebelung der Staaten, militärische Interventionen und geheimdienstliche Einmischung wie Terror, Bürgerkriege, … Und noch vielfältige andere Maßnahmen).

      2. Hermes335 sagt:

        „Begrenzung auf maximal 2 Kinder durchsetzen …“

        Und wer soll das durchsetzen? In China konnte das die herrschende kommunistische Partei durchsetzen. In der liberalen Demokratie Indien gelang das schon nicht mehr.

        „… mit einer Anhebung des Bildungsstandes vor allem der Frauen, Gleichberechtigung und einer Einführung eines Sozialstaates gepaart mit wirtschaftlichem Aufschwung.“

        Genau das hat man 20 Jahr lang in Afghanistan versucht, mit so gut wie keiner Erfolgsquote. Ihr Problem ist, dass Sie die Wirtschaft nur irgendwie hintenanhängen, dabei ist sie die Grundvoraussetzung jeglicher Entwicklung zum Besseren.

  11. Die Grundlage für eine nachhaltige Bevölkerungsentwicklung ist die Freiheit der Menschen. Freiheit heißt nämlich auch, dass der Mensch frei von Existenzängsten ist. Wenn in Afrika die Kindersterblichkeit 100 mal höher als bei uns ist, sind mehr Kinder nötig als bei uns. Wenn dann aber in wenigen Jahrzehnten diese drastisch sinkt, wird die Geburtenrate nicht automatisch auch sinken. Und Freiheit ist auch Freiheit von Armut, Hunger, Krieg. In dieser Hinsicht ist z.B. Afrika ebenfalls unfrei. Und dann ist die nächste Frage gleich danach: Wie reduziere ich die Geburtenrate kontrolliert? Oder ziehe ich die Reißleine und kappe das gleich komplett oder gar, wie in Gaza, lasse ich Millionen einfach verhungern? Ihr merkt, dieses Thema ist zutiefst mit Antihumanismus verbunden. Nehmen wir an, Nigeria verbietet von heute auf Morgen das Gebären. Wie wird das umgesetzt? Durch KZs oder durch Unfruchtbarmachung? Oder gar durch Töten der Neugeborenen? Ihr merkt, das Thema ist heikel.
    Und selbst, wenn es sich einigermaßen human entwickelt, wie in der BRD, dann gibt es mindestens 2-3 Generationen, die mit der Überalterung der Gesellschaft fertig werden müssen. Und immer steht die Frage im Raum: Wessen Lebensrecht gilt? Das von Soros, der sich zum x-ten Mal Ersatzteile von anderen Menschen hat herein operieren lassen, oder das der Slumbewohner in Indien oder Afrika?

  12. Dass wir von 1/9 der Erdoberfläche leben, ist insofern falsch, als auch die Ozeane durch Überfischung, Überhitzung und Übersäuerung durch die damit verbundene Ausrottung ihrer selbst ihren Teil zur Ernährung der Menschheit beisteuern, wenn auch nur noch kurzfristig, da, was einmal unwiederbringlich zerstört wurde, nicht wieder zum Leben erweckt werden kann.

    Die Definition von Wahnsinn ist nach A. Einstein, immer und immer wieder das gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Da hatte der gute Mann verdammt recht!

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