Operation Unthinkable – Marco Rubios Rede in München

Marco Rubio
U.S. Department of State, Public domain, via Wikimedia Commons

Der US-Außenminister begreift das Jahr 1945 als Niederlage des Westens und will die Nachkriegsordnung samt antikolonialer Befreiung revidieren. Dafür gibt es auf der „Sicherheitskonferenz“ Standing Ovations, allen voran deutsche Minister. 

Der britische Premierminister Winston Churchill hat noch im Mai 1945 die Ausarbeitung der „Operation Unthinkable“ in Auftrag gegeben. Der britische Generalstab wurde angehalten, einen Plan für einen Angriff auf die Sowjetunion auszuarbeiten, der gemeinsam mit US-amerikanischen Verbänden und 100.000 Soldaten der deutschen Wehrmacht bereits am 1. Juli 1945 hätte erfolgen sollen. Wegen zu hoher Risiken, insbesondere aufgrund der Zweifel, ob die britischen Soldaten einem entsprechenden Angriffsbefehl überhaupt Folge geleistet hätten, wurde das Vorhaben, das erst 1998 veröffentlicht wurde, fallengelassen. Der Plan allerdings war ganz in der Linie eines Winston Churchill fälschlicherweise zugeschriebenen Zitats: „Wir haben das falsche Schwein geschlachtet.“ 

Die Rede von US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz steht nun ganz in einer Traditionslinie mit der „Operation Unthinkable“, allerdings in einem weltpolitischen Maßstab. Das Jahr 1945 wird in der München-Rede von Rubio als Jahr der Niederlage des Westens begriffen. Dahin will er wieder zurück, um die antikolonialistische Niederlage von 1945 aus seiner Sicht wieder auswetzen zu können. Das ist auch der wahre Grund, warum die US-Administration die Vereinten Nationen in den Graben schieben will.

Rubios Koloniale Nostalgie

„Für fünf Jahrhunderte vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs war der Westen dabei, sich auszubreiten – seine Missionare, seine Pilger, seine Soldaten, seine Entdecker strömten von seinen Küsten aus, um Ozeane zu überqueren, neue Kontinente zu besiedeln, riesige Imperien zu bauen, die sich über den gesamten Globus erstreckten. Aber 1945, zum ersten Mal seit dem Zeitalter des Kolumbus, zog sich der Westen zurück“, lautet Rubios historische Lehrstunde. Dann habe der Niedergang eingesetzt, „beschleunigt durch gottlose kommunistische Revolutionen und antikoloniale Aufstände“. 

Das Jahr 1945 wird also als Krise des Kolonialismus des Westens begriffen, als dessen Führungsmacht sich die USA sehen, die allerdings auch Verbündete braucht. Deshalb bekräftigte der US-amerikanische Außenminister: „Wir wollen nicht, dass unsere Verbündeten schwach sind, denn das macht uns schwächer.“

Vielleicht war es dieses Versprechen, gebraucht zu werden, um zur US-amerikanischen Stärke beitragen zu können, das die drei Deutschen als Erste im Saal aufspringen ließ. Es waren mit Außenminister Johann Wadephul, Verteidigungsminister Boris Pistorius und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder alle drei Parteien der Regierungskoalition, die stehend applaudierend kaum noch an sich halten konnten. 

Rubios Rede war denn nicht nur ein Einfühlen in 500 Jahre Kolonialismus, in Massenmord, Sklaverei und Ausbeutung bis zum Tod, sondern gerade auch eine Kampfansage an die Mächte, die aus Sicht der US-Administration einer Rekolonisierung der Welt zugunsten eines erneuerten US-Imperialismus im Wege stehen: Russland und in erster Linie China.
Vasallentreu schob sich denn auch der deutsche Außenminister Wadephul in München in die US-Schlachtordnung, indem er erklärte, mit allen BRICS-Staaten gute Beziehungen pflegen zu wollen, nur nicht mit Russland und China. 

Abschied von den UN 

Die Vereinten Nationen müssen aus Sicht der USA deshalb in den Graben geschoben werden, da im UN-Sicherheitsrat Moskau und Peking ein Vetorecht innehaben und in der Generalversammlung eine Mehrheit des Globalen Südens regelmäßig gegen die US-Rekolonisierungspolitik eines erneuerten Imperialismus stimmt, wie im Fall des Völkermords in Gaza und der Blockade gegen Kuba. Die UN „spielen keine Rolle mehr“, so Rubio. Im besten Falle seien sie zu reformieren.
Es geht dabei um nichts anderes als die Revision der Niederlage Nazi-Deutschlands und des japanischen Kaiserreichs von 1945. Russland als Fortsetzungsstaat der Sowjetunion und China sollen künftig nicht mehr zu den Siegern gehören, da sie der Quell des Aufbegehrens im Globalen Süden sind. Rubio wird dabei sehr konkret, wo überall der US-Imperialismus sich gegen die UN durchsetzen musste. Es folgt eine Liste der jüngsten Interventionen. In völliger Geschichtsverdrehung führt der Amerikaner aus: „Sie konnten den Krieg in Gaza nicht lösen. Stattdessen war es amerikanische Führung, die die Geiseln von Barbaren befreite und einen zerbrechlichen Waffenstillstand herbeiführte.“ Kein Wort zum Völkermord Israels an den Palästinensern, unterstützt durch US-Administration und Bundesregierung. Kein Wort dazu, dass der Völkermord weitergeht. 

Dann zählt Rubio die Ukraine, Iran, Venezuela auf. Da die UN nicht in der Lage zu Handeln seien, müssten dies die US-Amerikaner tun. Die Völkerrechtsbrüche der USA sollen den Weg zum Handeln zeigen. Dabei will man die Europäer mitnehmen. „Es wird uns unseren Platz in der Welt zurückgeben“, so Rubios Münchner Versprechen. Dieser Platz aber muss erkämpft werden gegen alle, die sich den USA entgegenzustellen wagen.

Kriegsrhetorik für einen neuen Weltkrieg

Rubios Rede ist eine Kriegsrede. Das Versprechen, einen Weltkrieg für die USA führen zu wollen, der dieser Großmacht wieder ihren Platz zurückgibt. Die Europäer erhalten das Versprechen, mitgenommen zu werden auf diesem Weg, weil man auf sie zur Stärkung der USA nicht verzichten mag. Die Aushungerung Kubas durch die USA dürfte dabei nur ein erster Vorgeschmack sein, was noch folgen wird, um 500 Jahre koloniale gemeinsame Geschichte des Westens zu erfüllen und das Herrschaftsversprechen erneuern zu können. Westliche Zivilisation, der es zum Sieg zu verhelfen gilt, wird von Rubio verstanden sowohl als völkische wie auch Kultur- und Glaubensgemeinschaft. Insofern darf das Bewusstsein, das Jahr 1945 als Niederlage zu sehen, durchaus als verständlich angenommen werden.

US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister stehen vor einer undenkbaren Operation im globalen Maßstab. Das Risiko eines Weltkriegs scheint zum Kalkül dazuzugehören. Wer wird den US-Imperialismus auf diesem Weg stoppen?

Sevim Dagdelen

Sevim Dagdelen war von 2005 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages. Die Politikerin ist außenpolitische Sprecherin der Gruppe „Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit“ (BSW) und war Obfrau im Auswärtigen Ausschuss. Die Abgeordnete war Mitglied in der Parlamentariergruppe USA, in der Deutsch-Chinesischen sowie Deutsch-Indischen Parlamentariergruppe. Sevim Dagdelen war viele Jahre Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO, in der Abgeordnete aus den Mitgliedsländern des Militärpakts über sicherheits- und verteidigungspolitische Themen beraten.
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30 Kommentare

  1. Unsinkable 😉 ?

    Halte das nur für Säbelrasseln. Die USA rütteln am Tisch, in der Hoffnung da kippt schon einer um, aber ernsthaft will man nicht dran. Im Iran wird sichs zeigen.
    Der Dollar geht seinem Ende entgegen, BRICS kommt. USA ist dann eine Großmacht unter vielen. Da muss sich Amerika erstmal dran gewöhnen.

  2. Obwohl der Kommentar von Frau Dagdelen teilweise von der Tendenz her nicht so verkehrt sein dürfte, ist ihre These, dass Rubio eine grundlegende Kritik an der Dekolonisation geäußert hätte, doch etwas steil.

    Dass die Dekolonisation nach 1945 als Zeichen für die zunehmende Schwäche des Westens verstanden werden muss, ist ja so für sich gesehen und wertfrei betrachtet zweifellos eine richtige Beobachtung. Wer wollte das bestreiten!

    Regelrecht falsch ist diese Behauptung von Dagdelen:
    „Es geht dabei um nichts anderes als die Revision der Niederlage Nazi-Deutschlands und des japanischen Kaiserreichs von 1945.“
    Das ist wirklich Unsinn, denn ein theoretischer Sieg Deutschlands und Japans wäre ja auf Kosten der USA gegangen und hätte die heutige Vormacht des Westens massiv daran gehindert, die heutige Stellung auch nur ansatzweise zu erreichen.
    Nein, die Niederlage Deutschlands, seine bis heute andauernde Marginalisierung als souveräne Macht und seine Einbindung als Vasall war für die USA (ebenso wie für GB) eine unbedingt wichtige Sache. Daran wird doch nicht gerüttelt!! Deutschland und die EU sollen weiterhin eine ihnen zugedachte begrenzte Rolle im Sinne der US-Interessen spielen. Eine Rolle, die überhaupt nicht mit einer fiktiven Revision von 1945 vergleichbar ist.
    Hierzu bei Rubio eine grundlegend neue Sichtweise zu unterstellen, zeigt einen verblüffenden Mangel an geopolitischem Klarblick.

    1. … ein theoretischer Sieg Deutschlands und Japans wäre ja auf Kosten der USA gegangen und hätte die heutige Vormacht des Westens massiv daran gehindert, die heutige Stellung auch nur ansatzweise zu erreichen.

      Ein Bündnis der Angelsachsen mit den Nazis gegen die Kommunisten Russlands und Chinas, hätte, wenn es siegreich gewesen wäre, nur die imperialistischen Staaten USA, GB, Deutschland und Japan übrig gelassen – befreit vom Kommunismus und frei zur Ausbeutung des eurasischen Kontinents durch westliches Kapital. Ein Punkt der die imperialistische Politik des Westens (und hier insbesondere der Angelsachsen) heute immer noch antreibt.

      1. @garno

        Sie schreiben:

        „Ein Bündnis der Angelsachsen mit den Nazis gegen die Kommunisten Russlands und Chinas, hätte, wenn es siegreich gewesen wäre, nur die imperialistischen Staaten USA, GB, Deutschland und Japan übrig gelassen – befreit vom Kommunismus und frei zur Ausbeutung des eurasischen Kontinents durch westliches Kapital.“

        Ja, das ist anzunehmen.
        Allerdings war das damals meilenweit von der tatsächlichen politischen Linie der Angelsachsen entfernt.
        Das ist der Punkt.
        Man lese nur einmal nach, wie Roosevelt gedacht hat.

    2. Wolfgang Wirth
      heute 11:41 Uhr
      „Revision der Niederlage Nazi-Deutschlands…“ (Zitat S. Dagdelen) meint lediglich, das man damals eigentlich in der Sache richtig lag; aus der herrschenden Ideologie die seinerzeitige (sowie deren Feindbilder) rechtfertig.

    3. Dass die Dekolonisation nach 1945 als Zeichen für die zunehmende Schwäche des Westens verstanden werden muss, ist ja so für sich gesehen und wertfrei betrachtet zweifellos eine richtige Beobachtung

      »wertfrei betrachtet«? He, he.
      »wertfrei … richtige«? He, he… He hehe, hi hi.
      »wertfrei «!
      UAAAHAHAHAAHAAAHAHAAHAAAHAAHA!!!
      AAAHAHAHAHAHAHAHA!!!

      Toll: Herr Wirth hat „das Abseits“ neu erfunden.

  3. Sevim in allen Ehren, sie gehört zu den letzten Vernünftigen des BSW oder wie die sich jetzt nennen, aber einen Weltkrieg will Trump nicht riskieren.

    Wir leben in einer postideologischen Welt und weltweit hat die eine oder andere Form des Kapitalismus gesiegt. Hierzulande herrscht der unreglierte, neoliberale Kapitalismus mit der sterbenden liberalen Ideologie. In China herrscht ein staatlich streng regulierter Kapitalismus, der irgendwie an das alte sozialdemokratisch-keynesianische Modell erinnert. China ist mit diesen Modell sehr gut gefahren, hat sich aber geweigert die westliche Ideologie zu übernehmen. Die Weltwirtschaft ist global. Wir leben in einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit.

    Da die alten Wirtschaftssysteme und Ideologien tot sind, ist ein Glaubenskrieg wie zwischen Ost- und Westblock unwahrscheinlich geworden. Daher droht auch kein Weltkrieg.

    Da wir aber in einer Übergangszeit zwischen US-Hegemonie und Multilateralismus leben – die Zeit der Monster – können jederzeit regionale Kriege ausbrechen. Am wahrscheinlichsten ist derzeit ein US-Angriff auf den Iran mit israelischer Unterstützung. Dies muß die militärische Macht der Mullahs, mit Hilfe chinesischer Elektronik, verhindern.

    Eine Ausweitung des Ukrainekrieges auf Deutschland ist sehr unwahrscheinlich. Was will Putin mit der vergammelten BRD anfangen, wenn er doch nicht mal die Ukraine besetzen möchte?

    Was droht ist vielmehr ein beschleunigter Niedergang Europas. In der BRD liegen die Gasreserven bei 23% und niemand regt sich auf. Die deutsche Arbeitslosigkeit liegt bei 6,6% (China 5,2%) und niemand regt sich auf. Statt dessen wird jeden Tag eine neue ideologische Sau durch kleine, deutsche Dorf getrieben, um von den Fakten abzulenken.

    Fakt ist, die BRD ist eine Abstiegsgesellschaft. Diesen Abstieg müssen wir würdevoll und sozialverträglich managen und uns mit einer gewissen Demut in die neue multipolare Weltordnung einfügen. Diese neue Weltordnung hat ein starkes, antikoloniales Moment. D. h. wir müssen einen Preis für die 500 Jahre kolonialrassistischer Unterdrückung bezahlen, obwohl jeder von uns persönlich keine Schuld an dieser Vergangenheit trägt. Das ist der Preis der Geschichte, denn was unter war steht auf und fordert Wiedergutmachung

    1. „Da die alten Wirtschaftssysteme und Ideologien tot sind, ist ein Glaubenskrieg wie zwischen Ost- und Westblock unwahrscheinlich geworden. Daher droht auch kein Weltkrieg“

      Der Glaubenskrieg ist doch mit voller Kraft und Propaganda in Aktion. Nur existieren zwischen Ost und West keine einheitlichen Blöcke mehr, weder im Westen noch im Osten. Die gesellschaftlichen Widersprüche, insbesondere im Westen, verschärfen sich, sodass keineswegs Kriege ausgeschlossen werden können – Kriege, die sich auch leicht zum Weltkrieg ausweiten können.

      1. Ich glaube die Eliten haben selbst jetzt erkannt, der Ukraine Krieg ist verloren und ohne China geht nichts. Nur aus innenpolitischen Gründen will man das den Leuten hier nicht erzählen, weil die alten Märchen langsam sterben. Kanada und das UK waren in China und machen Handel, die BRD folgt demnächst. Der Merz vertraue ich kein bisschen denn der glaubt noch an seine alte Propaganda

    2. @Naomi

      Eine Ausweitung des Ukrainekrieges auf Deutschland ist sehr unwahrscheinlich.

      Ich muss zugeben, dass ich hier deutlich weniger optimistisch bin. Nicht etwa, weil ich glauben würde, dass Russland die NATO angreifen wolle; das will es ganz sicher nicht.
      Sondern weil ich mehr und mehr davon überzeugt bin, dass der „Wertewesten“ es auf eine Zerschlagung Russlands abgesehen hat. Eine Blockade Kaliningrads in 2030 würde genügen, um Russland zu einem militärischen Vorgehen geradezu zu zwingen, nur um anschließend wieder behaupten zu können, Russland hätte ja angefangen.
      Die gewaltigen Rüstungsvorhaben im Westen sind ein starkes Indiz, dass ein konventioneller Waffengang fest eingeplant ist!

      1. Um Russland fertig zu machen fehlen Europa ohne den USA die Mittel!
        Russland selbst hat zu einer Westerweiterung weder die Absicht noch die Mittel.
        Man wird hierzlande propagandistisch noch etwas auf die Paucke hauen, aber was nutzt das wenn man keine Eier in der Hose hat.
        Der konservative Ökonom Sinn hat dies schon erkannt und er plädiert für Ausgeich mit Russland und sich gutstellen mit China. Nur die Linken Träumer haben mal wieder die Zeichen der Zeit verschlafen

  4. Im Kolonialismus wurde als Rechtfertigungsideologie die westliche Zivilisation benutzt, die den unterworfenen Völkern gebracht werden musste, später im Neo-Kolonialismus war es die westliche Freiheit und Demokratie. Und heute wollen die USA zum ursprünglichen Kolonialismus zurückkehren, in einer Art rassistischem Überheblichkeitswahn. Der US-Hegemon sieht sich gezwungen den moralisch-ideologischen Schnickschnack wegzulassen und zur offenen brutalen Machtentfaltung überzugehen, ganz ohne demokratischer Maskierung.

  5. Lese ich da richtig? Sie beweinen das Ende des Hitlerfaschismus?

    US-Außenminister begreift das Jahr 1945 als Niederlage des Westens und will die Nachkriegsordnung samt antikolonialer Befreiung revidieren. Dafür gibt es auf der „Sicherheitskonferenz“ Standing Ovations, allen voran deutsche Minister.

    „Es waren mit Außenminister Johann Wadephul, Verteidigungsminister Boris Pistorius und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder alle drei Parteien der Regierungskoalition, die stehend applaudierend kaum noch an sich halten konnten.“

    Ich kann schon verstehen, warum die deutsche AntiJustiz ausrastet, wenn man die braune Agenda von Staatsapparat und Politik anprangert. Ist das ekelerregend. Erst den Genozid von Gaza zur Staatsräson erklären und dann… all die anderen braunen Entwicklungen im Westen und in Deutschland widern mich nur noch an.

    Dumm nur, dass diese Leute nichts mehr zu sagen haben. Es ist schwelgen in der Vergangenheit. Die Zeiten haben sich aber geändert. Die multipolare Weltordnung ist bereits da und sie geht auch nicht mehr weg.

  6. Ich finde, dass man bei den Amis nicht jedes Wort, dass irgendwie mit geografischen oder historischen Sachverhalten zu tun hat, auf die Goldwaage legen sollte. Selbst das Spitzenpersonal dort hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass man diesbezüglich erhebliche Lücken hat. Aber hier vor Ort holt man mittlerweile auch auf in dieser Beziehung.

    1. @Salzstreuer

      So ist es!
      Das Tun zählt, nicht die Worte.

      Es gibt hier im Forum Leute, die sich geradezu eine Bewahrheitung ihrer fixen Ideen erhoffen.

  7. Die US Amerikaner können sich das nicht leisten, denn sie haben keine Ingenieure und keine Industrie mehr, pleite sind sie obendrein. Dazu kommen schwere Drogenprobleme (Fentanyl), ein hoher Prozentsatz Fettleibigkeit, damit einhergehend Herz Kreislauf Erkrankungen und Diabetes Typ2, zT schon bei 10 jährigen in der Bevölkerung. Somit gibt es sicher auch Probleme das Militär personell auszustatten. Dazu können sie auch nicht mehr ausschließen daß ihr Territorium diesmal verschont bleibt.
    Es ist wie im spätrömischen Reich. Man hat sich fett gefressen, ist dekadent und wollte stets zuviel. Jetzt wankt der Riese und trötet noch ein bisschen rum. Kleinstbürger wie Whatafool, Söder und Co, applaudieren natürlich. Was anderes als Transatlantismus kennen die nicht. Wie Kleinkinder glauben sie daß, wenn sie Nein schreien und mit dem Fuß aufstampfen, sie sich nicht in die neue multipolare Ordnung einfügen müßen, sondern daß der Ami sie wieder „rettet,“
    mit Nylonstrümpfen und Kaugummi oder mit was auch immer heute angesagt ist.

  8. Wie von Genossin Dagdelen nicht anders zu erwarten, eine sehr gute Analyse der MSK, der Vasallen und der US-amerikanischen, imperialistischen Politik.
    Ihre, am Ende des Artikels gestellte Frage, beantworte ich kurz und knapp: China. Ob im Verbund mit Russland und anderen Staaten ist möglich, aber nicht zwingend erforderlich.

    1. China allein wird den US-Imperialismus nicht stoppen und es wird niemals einem einzigen Staat gelingen sich als einzige Supermacht durchzusetzen, das würde die Gesamtheit der erstlichen Staaten verhindern.

  9. »Das Jahr 1945 wird in der München-Rede von Rubio als Jahr der Niederlage des Westens begriffen.«

    Kein Wunder, dass es dafür auf der Sicherheitskonferenz Standing Ovations »vor allem deutscher Minister Minister« gab, war das doch eine schöne Bestätigung dafür, dass Nazi-Deutschland mit dem »gesamten Westen« unter einer Decke steckten.

  10. „ Wer wird den US-Imperialismus auf diesem Weg stoppen?“

    China, aber nicht mit Gewalt, sondern mit Softpower!
    Kriegerisch tätig muß China nur werden, wenn Taiwan sich unabhängig erklärt, was auch die US nicht wirklich will.
    Im Fall des Iran hoffe ich auf Abschreckung. China hat den Iran moderne elektrische Kriegsausrüstung geliefert, die hoffentlich die US-Admirale zum Rückzug zwingt, der ehrenvoll aussehen muß.

    Gerade zum Frühlingsfest erhält die chinesische Softpower neuen Schwung. Dieser reicht bis in die Reihen der AfD, siehe entsprechende Videos auf Instagram. Chinamaxxing ist im Netz groß in Mode und real haben die Einreisen zum Frühlingsfest nach China neue Rekorde erreicht. Das moderne, futuristische China begeistert die Generation Z, aber auch traditionelle chinesische Werte wie die Familie. Diese verfällt und zerstreitet sich hierzulande, ist aber in China stabil.

    Chongping begeistert die Welt
    https://www.youtube.com/watch?v=vWBwA6t1rGs

    Das Jahr des Feuerpferdes hat begonnen und das Pferd steht für den Blick nach vorne, aber auch für Chaos…..wir leben schließlich im Zeitalter der Monster

  11. „Das Risiko eines Weltkriegs scheint zum Kalkül dazuzugehören. Wer wird den US-Imperialismus auf diesem Weg stoppen?“

    Diese Leute sind wahrlich gefährlich und wahnsinnig, ein großer Krieg durchaus im Bereich des Möglichen. Aber ich verstehe es so: indem sie sich immer weiter radikalisieren in ihrer Sprache, zeigt sich im Grunde eine Hilflosigkeit in Bezug auf die Entwicklungen.

    Gestern oder heute morgen las ich, dass Deutschland seine Selbsterteidigungskapazitäten an die Ukraine abgegeben hat. Kurz vorher hieß es aus Großbritannien, dem größten aller Russlandhasser (offene Rassisten), dass Russland seine militärischen Kapazitäten (sowohl logistisch, produktionstechnisch als auch im Feld, also taktisch) mit dem vom Westen 2014 begonnenen Ukrainekrieg ausbauen konnte. Es ist also genau das Gegenteil passiert, was man sich eigentlich erhofft hat: der Westen hat sich militärisch, wirtschaftlich (ua mit der Unterstützung des Genozids in Gaza auch moralisch) etc selbst geschwächt und Russland ist dafür gestärkt aus der Situation hervorgegangen, auch wenn sie einige Herausforderungen zu meistern hatten.

    Und dafür – für die Engpässe – bei der westlichen Rüstungsproduktion etc. gibt es Gründe. Einer ist, dass man sich auf die falschen, teils auch viel zu teuren Waffensysteme, fokussiert hat. Ein anderer Grund ist, dass China den USA den Zugang zu seltenen Erden, vor allem für die militärische Nutzung, erschwert. Auch der US-Dollar gerät mächtig unter Druck. Die Inflation in den USA selbst ist teilweise enorm. Dann sollen sich die Zentralbanken dieser Erde mit Gold eindecken, um wohl Risiken abzusichern. Ich vermute mal, dass sich die Zentralbanker bewusst darüber sind, dass der Dollar eines Tages erdrutschartig an Wert verlieren könnte. Nicht zuletzt gerät ua die europaische Autoindustrie mächtig unter Druck durch eine zunehmende Marktsättigung einerseits und stärker werdenden chinesische Hersteller andererseits. Also Industrie, Militär und Finanzen etc. stehen im Westen unter Druck.

    Es sind eine ganze Reihe von Faktoren, die gegen die nostalgische Phantasie von einer westlichen Hegemonie, von westlichem Großmachtdenken sprechen. Bildlich beobachten konnte man es in Venezuela. Sie können das Land derzeit nicht militärisch bezwingen. Das hat mehrere Gründe. Das Land verfügt über eine Menge unwegsames Gelände, was die Risiken birgt, dass sich so ein „Abenteuer“ (Verbrechen!) als weiteres Vietnam erweisen könnte. Dann haben die USA derzeit Schwierigkeiten ihre Vorräte an Waffen aufzufüllen (Stichwort seltene Erden). Und auch innenpolitisch ist so ein Vorhaben schwer durchsetzbar. Beim Iran sieht es ganz ähnlich aus. Der Iran hat ua damit gedroht US-Stützpunkte (und wohl auch Flugzeugträger) in der Region unter Beschuss zu nehmen, sollten sie angegriffen werden. Da die Amis zwar dumm, aber auch nicht ganz dumm sind, haben sie eins und eins zusammengezählt und vermutlich nochmal analysiert wie der Iran Israel auf sein aggressives Verhalten hin einen empfindlichen Schlag versetzt haben, wo sie mutmaßlich alle Ziele getroffen haben, die sie treffen wollten (darüber hinaus offensichtlich über einige wichtige Geheimdienstinformationen verfügten). Es ist nicht ausgeschlossen, dass die USA den Iran angreifen. Es ist allerdings auch nicht ausgeschlossen, dass sie sich dabei eine blutige Nase holen.

    Den Iran und Venezuela brauchen sie aber, um ua China und Russland unter Druck setzen zu können.

    Kurz: natürlich kann man das (noch) nicht mit Gewissheit so sagen, dass sich die Dinge pauschal zu Ungunsten der USA entwickeln (und damit auch des Westens insgesamt). Schaden anrichten können sie allemal noch (das werden sie auch immer können). Jedoch scheint es so, dass die USA nicht mehr einfach so Kriege anfangen und die Welt in jeglicher Sicht unterjochen und versklaven können.

    Sie verlieren an vielen Fronten und ihre Kapazitäten begrenzen sich. Und dass sie ernsthaft mit Russland und / oder China konkurrieren könnten, halte ich für ausgeschlossen. Man muss sich mal die industrielle Bedeutung Chinas für die Welt anschauen und mit der Position der USA oder des Westens ingesamt vergleichen. Der Westen ist da nur noch ein kleiner Zwerg und kann vermutlich beinahe komplett ersetzt werden.

    Finanzpolitisch, industriell (Produktionskapazitäten), militärisch, technologisch, zunehmend auch kulturell etc. wird es schwer für den Westen mit China (und Russland) auch nur mitzuhalten.

    Das heißt: wenn Rubio nostalgisch in alten Kolonialzeiten schwelgt, dann hat das nichts mit den neuen Realitäten zu tun. Man darf auch nicht vergessen, dass der Aufwand viel größer wäre, als in der Vergangenheit… hat es früher gereicht ein einzelnes Land mit Krieg zu überziehen, um die anderen gleich mit zu erziehen (das war ja der eigentliche Grund des Vietnamkrieges, um den anderen klarzumachen, was ihnen droht, wenn sie dem Beispiel folgen), so sieht es heute doch anders aus. Beispiel Gaza: der gemeinschaftlich vom Westen begangene Genozid hat nur mehr dazu geführt, dass sich die Länder vom Westen abwenden anstatt zu sagen „ja, du mein heiliger Führer, ich unterwerfe mich“. Das Problem ist einfach, dass es heute Alternativen gibt und die Länder den Westen überhaupt gar nicht mehr brauchen. Wenn Rubio das Ruder also nochmal rumreißen, die Uhr zurück drehen möchte, dann müsste er eine ganze Reihe Länder gleichzeitig angreifen und zudem die für die USA kritischsten Länder ausschalten, wie z.B. China und Russland.

    Die Frage ist am Ende: wie groß ist der Wahn dieser Leute? Und wird es ihnen gelingen ihre Bevölkerungen zur blinden Gefolgschaft zu bringen, also zu manipulieren?

    Nichts desto trotz stimme ich Frau Dagdelen zu, dass diese verrückten Extremisten aufgehalten werden müssen. Wie beschrieben denke ich, dass ihre Möglichkeiten auf weltpolitischer Bühne sehr begrenzt sind. Dafür führt ihre Radikalisierung aber zur Destabilisierung im Innern. Sie sind es, die den Menschen ihre Chancen, ihre Zukunft verbauen. Die Wirtschaft wird durch ihre halsbrecherischer Politik über die Maßen geschädigt, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den aufstrebenden Ländern an Stellen geschwächt, wo es absolut nicht notwendig wäre.

    1. Ich „überlese“ mal den einer quasi-religiösen Anbetung der Macht entstammenden Unfug vom „kleinen Zwerg“, um den Realismus deiner Reaktion auf das priesterlich idealistische Getobere von Frau Dagelen zu loben.

  12. @“Dafür gibt es auf der „Sicherheitskonferenz“ Standing Ovations, allen voran deutsche Minister. “

    „Wer heute den Kopf in den Sand steckt darf sich nicht wundern, wenn er ihn morgen nicht mehr herausbekommt“
    Zitat von Egon W. Kreutzer

    Die schauen nur noch mit den Schnürsenkeln aus Trumps Enddarm. Der AFD-Oberst wird es ihnen danken nachdem er durch den Arschtritt Rubios von Merz und Co zur Konferenz in München zugelassen wurde und nicht der kleinste Protest kam.
    Die Friedensfreunde soll er als Russentusser bezeichnen, dafür fühlt er sich im Kreise höchster Nato-Offziiere sehr wohl, soviel dazu

    Die AFD ist keine Friedenspartei und schon gar nicht für die kleinen Leute, sie ist und bleibt ein Wolf im Schafspelz.

  13. Die Autorin interpretiert die Äußerungen Rubios aus ihrem Antitrumpwahn, nachdem Trump das Böse schlechthin ist, eine Synthese von Kolonialist, Imperialist, Faschist und wizard der schwarzen Magie. Daher bekommen Ereignisse oder andere Personen, die zu ihm in Beziehung gesetzt werden, eine einzigartige und ungewöhnliche Bedeutung. (nachlesbar unter Beziehungswahn)

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