
Der US-Außenminister begreift das Jahr 1945 als Niederlage des Westens und will die Nachkriegsordnung samt antikolonialer Befreiung revidieren. Dafür gibt es auf der „Sicherheitskonferenz“ Standing Ovations, allen voran deutsche Minister.
Der britische Premierminister Winston Churchill hat noch im Mai 1945 die Ausarbeitung der „Operation Unthinkable“ in Auftrag gegeben. Der britische Generalstab wurde angehalten, einen Plan für einen Angriff auf die Sowjetunion auszuarbeiten, der gemeinsam mit US-amerikanischen Verbänden und 100.000 Soldaten der deutschen Wehrmacht bereits am 1. Juli 1945 hätte erfolgen sollen. Wegen zu hoher Risiken, insbesondere aufgrund der Zweifel, ob die britischen Soldaten einem entsprechenden Angriffsbefehl überhaupt Folge geleistet hätten, wurde das Vorhaben, das erst 1998 veröffentlicht wurde, fallengelassen. Der Plan allerdings war ganz in der Linie eines Winston Churchill fälschlicherweise zugeschriebenen Zitats: „Wir haben das falsche Schwein geschlachtet.“
Die Rede von US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz steht nun ganz in einer Traditionslinie mit der „Operation Unthinkable“, allerdings in einem weltpolitischen Maßstab. Das Jahr 1945 wird in der München-Rede von Rubio als Jahr der Niederlage des Westens begriffen. Dahin will er wieder zurück, um die antikolonialistische Niederlage von 1945 aus seiner Sicht wieder auswetzen zu können. Das ist auch der wahre Grund, warum die US-Administration die Vereinten Nationen in den Graben schieben will.
Rubios Koloniale Nostalgie
„Für fünf Jahrhunderte vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs war der Westen dabei, sich auszubreiten – seine Missionare, seine Pilger, seine Soldaten, seine Entdecker strömten von seinen Küsten aus, um Ozeane zu überqueren, neue Kontinente zu besiedeln, riesige Imperien zu bauen, die sich über den gesamten Globus erstreckten. Aber 1945, zum ersten Mal seit dem Zeitalter des Kolumbus, zog sich der Westen zurück“, lautet Rubios historische Lehrstunde. Dann habe der Niedergang eingesetzt, „beschleunigt durch gottlose kommunistische Revolutionen und antikoloniale Aufstände“.
Das Jahr 1945 wird also als Krise des Kolonialismus des Westens begriffen, als dessen Führungsmacht sich die USA sehen, die allerdings auch Verbündete braucht. Deshalb bekräftigte der US-amerikanische Außenminister: „Wir wollen nicht, dass unsere Verbündeten schwach sind, denn das macht uns schwächer.“
Vielleicht war es dieses Versprechen, gebraucht zu werden, um zur US-amerikanischen Stärke beitragen zu können, das die drei Deutschen als Erste im Saal aufspringen ließ. Es waren mit Außenminister Johann Wadephul, Verteidigungsminister Boris Pistorius und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder alle drei Parteien der Regierungskoalition, die stehend applaudierend kaum noch an sich halten konnten.
Rubios Rede war denn nicht nur ein Einfühlen in 500 Jahre Kolonialismus, in Massenmord, Sklaverei und Ausbeutung bis zum Tod, sondern gerade auch eine Kampfansage an die Mächte, die aus Sicht der US-Administration einer Rekolonisierung der Welt zugunsten eines erneuerten US-Imperialismus im Wege stehen: Russland und in erster Linie China.
Vasallentreu schob sich denn auch der deutsche Außenminister Wadephul in München in die US-Schlachtordnung, indem er erklärte, mit allen BRICS-Staaten gute Beziehungen pflegen zu wollen, nur nicht mit Russland und China.
Abschied von den UN
Die Vereinten Nationen müssen aus Sicht der USA deshalb in den Graben geschoben werden, da im UN-Sicherheitsrat Moskau und Peking ein Vetorecht innehaben und in der Generalversammlung eine Mehrheit des Globalen Südens regelmäßig gegen die US-Rekolonisierungspolitik eines erneuerten Imperialismus stimmt, wie im Fall des Völkermords in Gaza und der Blockade gegen Kuba. Die UN „spielen keine Rolle mehr“, so Rubio. Im besten Falle seien sie zu reformieren.
Es geht dabei um nichts anderes als die Revision der Niederlage Nazi-Deutschlands und des japanischen Kaiserreichs von 1945. Russland als Fortsetzungsstaat der Sowjetunion und China sollen künftig nicht mehr zu den Siegern gehören, da sie der Quell des Aufbegehrens im Globalen Süden sind. Rubio wird dabei sehr konkret, wo überall der US-Imperialismus sich gegen die UN durchsetzen musste. Es folgt eine Liste der jüngsten Interventionen. In völliger Geschichtsverdrehung führt der Amerikaner aus: „Sie konnten den Krieg in Gaza nicht lösen. Stattdessen war es amerikanische Führung, die die Geiseln von Barbaren befreite und einen zerbrechlichen Waffenstillstand herbeiführte.“ Kein Wort zum Völkermord Israels an den Palästinensern, unterstützt durch US-Administration und Bundesregierung. Kein Wort dazu, dass der Völkermord weitergeht.
Dann zählt Rubio die Ukraine, Iran, Venezuela auf. Da die UN nicht in der Lage zu Handeln seien, müssten dies die US-Amerikaner tun. Die Völkerrechtsbrüche der USA sollen den Weg zum Handeln zeigen. Dabei will man die Europäer mitnehmen. „Es wird uns unseren Platz in der Welt zurückgeben“, so Rubios Münchner Versprechen. Dieser Platz aber muss erkämpft werden gegen alle, die sich den USA entgegenzustellen wagen.
Kriegsrhetorik für einen neuen Weltkrieg
Rubios Rede ist eine Kriegsrede. Das Versprechen, einen Weltkrieg für die USA führen zu wollen, der dieser Großmacht wieder ihren Platz zurückgibt. Die Europäer erhalten das Versprechen, mitgenommen zu werden auf diesem Weg, weil man auf sie zur Stärkung der USA nicht verzichten mag. Die Aushungerung Kubas durch die USA dürfte dabei nur ein erster Vorgeschmack sein, was noch folgen wird, um 500 Jahre koloniale gemeinsame Geschichte des Westens zu erfüllen und das Herrschaftsversprechen erneuern zu können. Westliche Zivilisation, der es zum Sieg zu verhelfen gilt, wird von Rubio verstanden sowohl als völkische wie auch Kultur- und Glaubensgemeinschaft. Insofern darf das Bewusstsein, das Jahr 1945 als Niederlage zu sehen, durchaus als verständlich angenommen werden.
US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister stehen vor einer undenkbaren Operation im globalen Maßstab. Das Risiko eines Weltkriegs scheint zum Kalkül dazuzugehören. Wer wird den US-Imperialismus auf diesem Weg stoppen?




Unsinkable 😉 ?
Halte das nur für Säbelrasseln. Die USA rütteln am Tisch, in der Hoffnung da kippt schon einer um, aber ernsthaft will man nicht dran. Im Iran wird sichs zeigen.
Der Dollar geht seinem Ende entgegen, BRICS kommt. USA ist dann eine Großmacht unter vielen. Da muss sich Amerika erstmal dran gewöhnen.
Der Dollar geht dem Ende entgegen ? Nenn doch mal ein Datum, klär uns auf.
2050 sagte der US- Bürger und Hellseher Edgar Cayce.
Er geht und geht und geht – Bewegung ist alles, das Endziel ist nichts.
https://www.nationalarchives.gov.uk/education/resources/cold-war-on-file/operation-unthinkable/
Obwohl der Kommentar von Frau Dagdelen teilweise von der Tendenz her nicht so verkehrt sein dürfte, ist ihre These, dass Rubio eine grundlegende Kritik an der Dekolonisation geäußert hätte, doch etwas steil.
Dass die Dekolonisation nach 1945 als Zeichen für die zunehmende Schwäche des Westens verstanden werden muss, ist ja so für sich gesehen und wertfrei betrachtet zweifellos eine richtige Beobachtung. Wer wollte das bestreiten!
Regelrecht falsch ist diese Behauptung von Dagdelen:
„Es geht dabei um nichts anderes als die Revision der Niederlage Nazi-Deutschlands und des japanischen Kaiserreichs von 1945.“
Das ist wirklich Unsinn, denn ein theoretischer Sieg Deutschlands und Japans wäre ja auf Kosten der USA gegangen und hätte die heutige Vormacht des Westens massiv daran gehindert, die heutige Stellung auch nur ansatzweise zu erreichen.
Nein, die Niederlage Deutschlands, seine bis heute andauernde Marginalisierung als souveräne Macht und seine Einbindung als Vasall war für die USA (ebenso wie für GB) eine unbedingt wichtige Sache. Daran wird doch nicht gerüttelt!! Deutschland und die EU sollen weiterhin eine ihnen zugedachte begrenzte Rolle im Sinne der US-Interessen spielen. Eine Rolle, die überhaupt nicht mit einer fiktiven Revision von 1945 vergleichbar ist.
Hierzu bei Rubio eine grundlegend neue Sichtweise zu unterstellen, zeigt einen verblüffenden Mangel an geopolitischem Klarblick.
@ WW : das kann nur einer glauben (!)
der Werner Rügemers Buch über den II. Weltkrieg nicht gelesen hat.
Ein Bündnis der Angelsachsen mit den Nazis gegen die Kommunisten Russlands und Chinas, hätte, wenn es siegreich gewesen wäre, nur die imperialistischen Staaten USA, GB, Deutschland und Japan übrig gelassen – befreit vom Kommunismus und frei zur Ausbeutung des eurasischen Kontinents durch westliches Kapital. Ein Punkt der die imperialistische Politik des Westens (und hier insbesondere der Angelsachsen) heute immer noch antreibt.
@garno
Sie schreiben:
„Ein Bündnis der Angelsachsen mit den Nazis gegen die Kommunisten Russlands und Chinas, hätte, wenn es siegreich gewesen wäre, nur die imperialistischen Staaten USA, GB, Deutschland und Japan übrig gelassen – befreit vom Kommunismus und frei zur Ausbeutung des eurasischen Kontinents durch westliches Kapital.“
Ja, das ist anzunehmen.
Allerdings war das damals meilenweit von der tatsächlichen politischen Linie der Angelsachsen entfernt.
Das ist der Punkt.
Man lese nur einmal nach, wie Roosevelt gedacht hat.
Es hatte sich damals halt die falsche „politische Linie“ durchgesetzt – aus Sicht der heutigen Kriegstreiber.
Wolfgang Wirth
heute 11:41 Uhr
„Revision der Niederlage Nazi-Deutschlands…“ (Zitat S. Dagdelen) meint lediglich, das man damals eigentlich in der Sache richtig lag; aus der herrschenden Ideologie die seinerzeitige (sowie deren Feindbilder) rechtfertig.
»wertfrei betrachtet«? He, he.
»wertfrei … richtige«? He, he… He hehe, hi hi.
»wertfrei «!
UAAAHAHAHAAHAAAHAHAAHAAAHAAHA!!!
AAAHAHAHAHAHAHAHA!!!
Toll: Herr Wirth hat „das Abseits“ neu erfunden.
@El-G
Sie sind anscheinen so randvoll mit Meinung/Wunsch/Gefühl, dass sie gar nicht frei denken können.
Dass Sie meine Aussage nicht mal annähernd widerlegt haben, dass ist Ihnen aber hoffentlich trotzdem klar!?!? Oder?
Widerlegen?
Es gab vor einiger Zeit mal eine TV-Serie, die als fiktiven Plot die Annahme hatte, die Nazis hätten den Krieg gewonnen. Ich fand das nicht besonders reizvoll und habe die Serie nicht weiter verfolgt, da mir diese Fantasie zu krude war.
Ich konnte nicht ahnen, dass das tatsächlich ein halbnasser Wunschtraum von halbwegs intelligenten Menschen ist.
Dass die sog. »Dekolonisation« hauptsächlich GB & FR betraf (und noch ein zwei drei Dekaden dauerte), damit die entsprechenden „Märkte“ für die US ungehindert (also wehrlos) zugänglich wurden, was in der aktuellen Forschung als „Neokolonialismus“ überschrieben wird, muss wohl Geheimwissen sein.
Und wenn Sie jetzt auf den Kuchen starren, der doch anders hätte verteilt werden können, dann ist das nicht »wertfrei«, sondern …………. in seiner Vollendung.
(Lückentext, Grundschule, Sie erinnern sich vielleicht.)
Als persönliche Info sei Ihnen gesagt, dass ich so randvoll mit »Meinung/Wunsch/Gefühl« und eigenständigem Denken bin, dass ich dem, was allgemein als »frei« bezeichnet und ersehnt wird, sehr nahe komme.
Und wenn es mir gefällt, werde ich Sie widerlegen, wenn Sie versuchen zu beweisen, dass Sie vorwärts und nicht rückwärts gehen.
In den Memoiren vom EX-BND Chef Gehlen steht dies so, wie es Frau Dagdelen beschrieben hat.
Wolfgang, wenn du Frau Dagdelem nicht glaubst darfst du dir Rubios Rede gerne im Original durchlesen. Tust du nicht. Stattdessen fantasierst du dir einfach zusammen, was Rubio gesagt haben könnte.
Sevim in allen Ehren, sie gehört zu den letzten Vernünftigen des BSW oder wie die sich jetzt nennen, aber einen Weltkrieg will Trump nicht riskieren.
Wir leben in einer postideologischen Welt und weltweit hat die eine oder andere Form des Kapitalismus gesiegt. Hierzulande herrscht der unreglierte, neoliberale Kapitalismus mit der sterbenden liberalen Ideologie. In China herrscht ein staatlich streng regulierter Kapitalismus, der irgendwie an das alte sozialdemokratisch-keynesianische Modell erinnert. China ist mit diesen Modell sehr gut gefahren, hat sich aber geweigert die westliche Ideologie zu übernehmen. Die Weltwirtschaft ist global. Wir leben in einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit.
Da die alten Wirtschaftssysteme und Ideologien tot sind, ist ein Glaubenskrieg wie zwischen Ost- und Westblock unwahrscheinlich geworden. Daher droht auch kein Weltkrieg.
Da wir aber in einer Übergangszeit zwischen US-Hegemonie und Multilateralismus leben – die Zeit der Monster – können jederzeit regionale Kriege ausbrechen. Am wahrscheinlichsten ist derzeit ein US-Angriff auf den Iran mit israelischer Unterstützung. Dies muß die militärische Macht der Mullahs, mit Hilfe chinesischer Elektronik, verhindern.
Eine Ausweitung des Ukrainekrieges auf Deutschland ist sehr unwahrscheinlich. Was will Putin mit der vergammelten BRD anfangen, wenn er doch nicht mal die Ukraine besetzen möchte?
Was droht ist vielmehr ein beschleunigter Niedergang Europas. In der BRD liegen die Gasreserven bei 23% und niemand regt sich auf. Die deutsche Arbeitslosigkeit liegt bei 6,6% (China 5,2%) und niemand regt sich auf. Statt dessen wird jeden Tag eine neue ideologische Sau durch kleine, deutsche Dorf getrieben, um von den Fakten abzulenken.
Fakt ist, die BRD ist eine Abstiegsgesellschaft. Diesen Abstieg müssen wir würdevoll und sozialverträglich managen und uns mit einer gewissen Demut in die neue multipolare Weltordnung einfügen. Diese neue Weltordnung hat ein starkes, antikoloniales Moment. D. h. wir müssen einen Preis für die 500 Jahre kolonialrassistischer Unterdrückung bezahlen, obwohl jeder von uns persönlich keine Schuld an dieser Vergangenheit trägt. Das ist der Preis der Geschichte, denn was unter war steht auf und fordert Wiedergutmachung
Der Glaubenskrieg ist doch mit voller Kraft und Propaganda in Aktion. Nur existieren zwischen Ost und West keine einheitlichen Blöcke mehr, weder im Westen noch im Osten. Die gesellschaftlichen Widersprüche, insbesondere im Westen, verschärfen sich, sodass keineswegs Kriege ausgeschlossen werden können – Kriege, die sich auch leicht zum Weltkrieg ausweiten können.
Ich glaube die Eliten haben selbst jetzt erkannt, der Ukraine Krieg ist verloren und ohne China geht nichts. Nur aus innenpolitischen Gründen will man das den Leuten hier nicht erzählen, weil die alten Märchen langsam sterben. Kanada und das UK waren in China und machen Handel, die BRD folgt demnächst. Der Merz vertraue ich kein bisschen denn der glaubt noch an seine alte Propaganda
Mehr als glauben, dass „die Eliten“ in Europa erkannt haben sollen, dass die Ukraine verloren hat, können sie auch nicht, den Hinweise dafür gibt es nicht. Deshalb auch gleich ihr Hinweis, dass es sich um Geheimwissen handelt, das niemand äußert. Ja dann muss man halt glauben, was man gern hätte.
@Naomi
Ich muss zugeben, dass ich hier deutlich weniger optimistisch bin. Nicht etwa, weil ich glauben würde, dass Russland die NATO angreifen wolle; das will es ganz sicher nicht.
Sondern weil ich mehr und mehr davon überzeugt bin, dass der „Wertewesten“ es auf eine Zerschlagung Russlands abgesehen hat. Eine Blockade Kaliningrads in 2030 würde genügen, um Russland zu einem militärischen Vorgehen geradezu zu zwingen, nur um anschließend wieder behaupten zu können, Russland hätte ja angefangen.
Die gewaltigen Rüstungsvorhaben im Westen sind ein starkes Indiz, dass ein konventioneller Waffengang fest eingeplant ist!
Um Russland fertig zu machen fehlen Europa ohne den USA die Mittel!
Russland selbst hat zu einer Westerweiterung weder die Absicht noch die Mittel.
Man wird hierzlande propagandistisch noch etwas auf die Paucke hauen, aber was nutzt das wenn man keine Eier in der Hose hat.
Der konservative Ökonom Sinn hat dies schon erkannt und er plädiert für Ausgeich mit Russland und sich gutstellen mit China. Nur die Linken Träumer haben mal wieder die Zeichen der Zeit verschlafen
Die Mittel beschaffen sie sich gerade. Sinn hat erkannt, dass der Westen keine Eier in der Hose hat?
Ich finde eigentlich, die haben richtig dicke Eier. Und sie sollten sich besser keine „Eier“ wünschen, denn das ist der Krieg. Im Übrigen hat Dagdelen recht. Das war eine Kriegsrede.
Diese Sachen werden von langer Hand geplant.
Habe kürzlich in ein Notizbuch von 2016/17 geblickt,
Münchner Sicherheitskonferenz: Von der Notwendigkeit aufzurüsten ist auch damals schon die Rede.
Frau Merkel wollte auf 2% vom BIP erhöhen.
US-General Ben Hodges sprach vom kommenden Krieg als von einem ‚Drohnenkrieg‘.
Damals!
Für völlig verrückt hätte man erklärt werden können, würde man seine Ängste und Bedenken im Freundeskreis geäußert haben: Krieg? Völlig übergeschnappt? Wie kommt man denn auf sowas!
Insofern: Alles was da durch die Medien wabbert, hat eine gewisse Relevanz / Verwirklichungstendenz.
Auch Krieg hier für alle.
Im Kolonialismus wurde als Rechtfertigungsideologie die westliche Zivilisation benutzt, die den unterworfenen Völkern gebracht werden musste, später im Neo-Kolonialismus war es die westliche Freiheit und Demokratie. Und heute wollen die USA zum ursprünglichen Kolonialismus zurückkehren, in einer Art rassistischem Überheblichkeitswahn. Der US-Hegemon sieht sich gezwungen den moralisch-ideologischen Schnickschnack wegzulassen und zur offenen brutalen Machtentfaltung überzugehen, ganz ohne demokratischer Maskierung.
Lese ich da richtig? Sie beweinen das Ende des Hitlerfaschismus?
US-Außenminister begreift das Jahr 1945 als Niederlage des Westens und will die Nachkriegsordnung samt antikolonialer Befreiung revidieren. Dafür gibt es auf der „Sicherheitskonferenz“ Standing Ovations, allen voran deutsche Minister.
„Es waren mit Außenminister Johann Wadephul, Verteidigungsminister Boris Pistorius und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder alle drei Parteien der Regierungskoalition, die stehend applaudierend kaum noch an sich halten konnten.“
Ich kann schon verstehen, warum die deutsche AntiJustiz ausrastet, wenn man die braune Agenda von Staatsapparat und Politik anprangert. Ist das ekelerregend. Erst den Genozid von Gaza zur Staatsräson erklären und dann… all die anderen braunen Entwicklungen im Westen und in Deutschland widern mich nur noch an.
Dumm nur, dass diese Leute nichts mehr zu sagen haben. Es ist schwelgen in der Vergangenheit. Die Zeiten haben sich aber geändert. Die multipolare Weltordnung ist bereits da und sie geht auch nicht mehr weg.
Nein, nicht des Faschismus, sondern des Kolonialismus. Venezuela als Vorbild. Anderen Staaten direkt befehlen, was sie zu tun und zu lassen haben. Das scheint den USA eine erstrebenswertes Konzept.
Ich finde, dass man bei den Amis nicht jedes Wort, dass irgendwie mit geografischen oder historischen Sachverhalten zu tun hat, auf die Goldwaage legen sollte. Selbst das Spitzenpersonal dort hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass man diesbezüglich erhebliche Lücken hat. Aber hier vor Ort holt man mittlerweile auch auf in dieser Beziehung.
@Salzstreuer
So ist es!
Das Tun zählt, nicht die Worte.
—
Es gibt hier im Forum Leute, die sich geradezu eine Bewahrheitung ihrer fixen Ideen erhoffen.
Die US Amerikaner können sich das nicht leisten, denn sie haben keine Ingenieure und keine Industrie mehr, pleite sind sie obendrein. Dazu kommen schwere Drogenprobleme (Fentanyl), ein hoher Prozentsatz Fettleibigkeit, damit einhergehend Herz Kreislauf Erkrankungen und Diabetes Typ2, zT schon bei 10 jährigen in der Bevölkerung. Somit gibt es sicher auch Probleme das Militär personell auszustatten. Dazu können sie auch nicht mehr ausschließen daß ihr Territorium diesmal verschont bleibt.
Es ist wie im spätrömischen Reich. Man hat sich fett gefressen, ist dekadent und wollte stets zuviel. Jetzt wankt der Riese und trötet noch ein bisschen rum. Kleinstbürger wie Whatafool, Söder und Co, applaudieren natürlich. Was anderes als Transatlantismus kennen die nicht. Wie Kleinkinder glauben sie daß, wenn sie Nein schreien und mit dem Fuß aufstampfen, sie sich nicht in die neue multipolare Ordnung einfügen müßen, sondern daß der Ami sie wieder „rettet,“
mit Nylonstrümpfen und Kaugummi oder mit was auch immer heute angesagt ist.
Der Vergleich mit dem spätrömischen Reich hinkt. Der Todesstoß wurde den Römern durch die Machtübernahme der Barbaren versetzt. Für Europa stimmt der Vergleich schon eher, die Barbaren scharren mit den Hufen, sie sind im Land und hissen die Fahnen des Propheten. Der Beifall vor allem des linken Weibsvolk ist ihnen sicher, ohne Nylonstrümpfe und Kaugummi, als Belohnung winkt eher der Hidschab und was aufs Maul bei Widerrede. Das ist schon nicht mehr dakadent, das ist einfach nur bekloppt. Das Nein- Schreien und mit den Füßen aufstampfen wird dann verständlicher Weise mit der Peitsche geahndet, da braucht es auch keine Fettleibigkeit und Diabetes 2, das haben die neuen Barbaren ohnehin schon selbst mitgebracht. Die lassen sich dann auch nicht mehr mit Ramadanbeleuchtung besänftigen, wie in Frankfurt. Die haben ihre ganz eigene Erleuchtung durch den Koran.
Wie von Genossin Dagdelen nicht anders zu erwarten, eine sehr gute Analyse der MSK, der Vasallen und der US-amerikanischen, imperialistischen Politik.
Ihre, am Ende des Artikels gestellte Frage, beantworte ich kurz und knapp: China. Ob im Verbund mit Russland und anderen Staaten ist möglich, aber nicht zwingend erforderlich.
China allein wird den US-Imperialismus nicht stoppen und es wird niemals einem einzigen Staat gelingen sich als einzige Supermacht durchzusetzen, das würde die Gesamtheit der erstlichen Staaten verhindern.
Haben sie die Demonstration der chinesischen Kampfroboter in menschlicher Gestalt bei msn gesehen? Wahnsinn, wie in Star Wars! Warum setzt die DB solche Roboter nicht als Kontrolleure ein?
Wenn diese Roboter bei uns in Bahn und Buss an Bord sind , werde ich wieder mit diesen
Verkehrsmitteln fahren !!
@ henio:
Was verstehen Sie unter stoppen? Wer sagt, dass China sich als einzige Supermacht durchsetzen will? Sie interpretieren deren Politik so, das ist Ihr gutes Recht, aber hat nichts mit der offiziellen Linie der kommunistischen Partei Chinas zu tun. Das momentan wichtigste Ziel ist es, einen, von durchgeknallten US-Imperialisten angezettelten Atomkrieg zu verhindern. Die glauben, Gott habe ihnen einen Auftrag erteilt, den es gilt umzusetzen.
Es wird aber immer deutlicher, dass auch die US-Amerikaner nicht ungeschoren davon kommen. Das allein reicht aus, um einige in den USA, die noch über so etwas wie Gehirn verfügen, zum Nachdenken zu bringen.
China arbeitet ruhig und sachlich, ohne nervös zu werden wird das Militär auf einen eventuellen Kampf gegen die USA vorbereitet. Nicht weil China irgendwelche Ansprüche als Supermacht geltend macht, sondern aus dem Interesse heraus, nicht wieder Jahrhunderte der Ausbeutung und Erniedrigung erleben zu müssen. China wird seine Interessen verteidigen – wohl gemerkt verteidigen – und wenn es diplomatisch nicht möglich ist, dann muss man sich mit China militärisch messen.
All das gilt auch für Russland. Zwei Nationen, die selbstbewusst agieren.
Wirtschaftlich können die USA/EU China schon jetzt nicht das Wasser reichen. China reagiert unaufgeregt, aber angemessen auf alles was an Hindernissen aus den USA in den Weg gelegt wird. Der $ verliert sukzessive an Einfluss, das wird den Amis immer klarer vor Augen geführt. Ihre militärischen Drohgebärden flössen nicht mehr jeder Nation Angst ein – siehe Iran – siehe BRICS. Die Welt ändert sich und wir erleben es mit. Das ist doch großartig. Die Amis sollten ins Bäckerhandwerk wechseln……… kleine Brötchen backen.
Guter Kommentar, bis auf…. lasst die Ammis keine Brötchen backen, die können
es nicht !!
@ Träumer:
„Das“ also auch nicht………. die können anscheinend nur andere Länder, die sich nicht wehren können, in die Steinzeit bomben, oder, siehe Gaza, bomben lassen. Oder gewählte Präsidenten entführen um zu demonstrieren wie stark doch diese US-amerikanische Nation ist. Sie können auch ein 11 Millionen Volk – Kuba – seit 60 Jahren mit menschenvernichtenden Sanktionen belegen, aber all das reicht nicht mehr. Sobald sich diese gotteseigene Nation mit einem ebenbürtigen Gegner – ob wirtschaftlich oder militärisch- anlegt, werden ihre Schwächen gnadenlos offen gelegt.
Aber wenn diese Typen nicht einmal mehr Brötchen backen können – ich kann es selbst nicht beurteilen, denn ich niemals einen Fuß auf US-amerikanischen (geraubten) Boden setzen – dann bleibt ja eigentlich nur Mord und Totschlag. Stimmt, die sind ihnen ja in die Wiege gelegt.
»Das Jahr 1945 wird in der München-Rede von Rubio als Jahr der Niederlage des Westens begriffen.«
Kein Wunder, dass es dafür auf der Sicherheitskonferenz Standing Ovations »vor allem deutscher Minister Minister« gab, war das doch eine schöne Bestätigung dafür, dass Nazi-Deutschland mit dem »gesamten Westen« unter einer Decke steckten.
@ henio: > Werner Rügemers Buch über den II. Weltkrieg
Die anwesenden deutschen Politiker sind einfach loyale Gefolgsleute des US-Imperiums. Ich glaube nicht, dass die Standing Ovations daher rührten, dass sie Rubios Rede tiefgreifend analysiert hätten. Einigen dürfte dafür auch das kognitive Rüstzeug fehlen. Der Rubio hätte sich auch hinstellen können und verkünden, dass er sich gerade eingenässt hat, die Standing Ovations hätte es trotzdem gegeben.
„ Wer wird den US-Imperialismus auf diesem Weg stoppen?“
China, aber nicht mit Gewalt, sondern mit Softpower!
Kriegerisch tätig muß China nur werden, wenn Taiwan sich unabhängig erklärt, was auch die US nicht wirklich will.
Im Fall des Iran hoffe ich auf Abschreckung. China hat den Iran moderne elektrische Kriegsausrüstung geliefert, die hoffentlich die US-Admirale zum Rückzug zwingt, der ehrenvoll aussehen muß.
Gerade zum Frühlingsfest erhält die chinesische Softpower neuen Schwung. Dieser reicht bis in die Reihen der AfD, siehe entsprechende Videos auf Instagram. Chinamaxxing ist im Netz groß in Mode und real haben die Einreisen zum Frühlingsfest nach China neue Rekorde erreicht. Das moderne, futuristische China begeistert die Generation Z, aber auch traditionelle chinesische Werte wie die Familie. Diese verfällt und zerstreitet sich hierzulande, ist aber in China stabil.
Chongping begeistert die Welt
https://www.youtube.com/watch?v=vWBwA6t1rGs
Das Jahr des Feuerpferdes hat begonnen und das Pferd steht für den Blick nach vorne, aber auch für Chaos…..wir leben schließlich im Zeitalter der Monster
„Das Risiko eines Weltkriegs scheint zum Kalkül dazuzugehören. Wer wird den US-Imperialismus auf diesem Weg stoppen?“
Diese Leute sind wahrlich gefährlich und wahnsinnig, ein großer Krieg durchaus im Bereich des Möglichen. Aber ich verstehe es so: indem sie sich immer weiter radikalisieren in ihrer Sprache, zeigt sich im Grunde eine Hilflosigkeit in Bezug auf die Entwicklungen.
Gestern oder heute morgen las ich, dass Deutschland seine Selbsterteidigungskapazitäten an die Ukraine abgegeben hat. Kurz vorher hieß es aus Großbritannien, dem größten aller Russlandhasser (offene Rassisten), dass Russland seine militärischen Kapazitäten (sowohl logistisch, produktionstechnisch als auch im Feld, also taktisch) mit dem vom Westen 2014 begonnenen Ukrainekrieg ausbauen konnte. Es ist also genau das Gegenteil passiert, was man sich eigentlich erhofft hat: der Westen hat sich militärisch, wirtschaftlich (ua mit der Unterstützung des Genozids in Gaza auch moralisch) etc selbst geschwächt und Russland ist dafür gestärkt aus der Situation hervorgegangen, auch wenn sie einige Herausforderungen zu meistern hatten.
Und dafür – für die Engpässe – bei der westlichen Rüstungsproduktion etc. gibt es Gründe. Einer ist, dass man sich auf die falschen, teils auch viel zu teuren Waffensysteme, fokussiert hat. Ein anderer Grund ist, dass China den USA den Zugang zu seltenen Erden, vor allem für die militärische Nutzung, erschwert. Auch der US-Dollar gerät mächtig unter Druck. Die Inflation in den USA selbst ist teilweise enorm. Dann sollen sich die Zentralbanken dieser Erde mit Gold eindecken, um wohl Risiken abzusichern. Ich vermute mal, dass sich die Zentralbanker bewusst darüber sind, dass der Dollar eines Tages erdrutschartig an Wert verlieren könnte. Nicht zuletzt gerät ua die europaische Autoindustrie mächtig unter Druck durch eine zunehmende Marktsättigung einerseits und stärker werdenden chinesische Hersteller andererseits. Also Industrie, Militär und Finanzen etc. stehen im Westen unter Druck.
Es sind eine ganze Reihe von Faktoren, die gegen die nostalgische Phantasie von einer westlichen Hegemonie, von westlichem Großmachtdenken sprechen. Bildlich beobachten konnte man es in Venezuela. Sie können das Land derzeit nicht militärisch bezwingen. Das hat mehrere Gründe. Das Land verfügt über eine Menge unwegsames Gelände, was die Risiken birgt, dass sich so ein „Abenteuer“ (Verbrechen!) als weiteres Vietnam erweisen könnte. Dann haben die USA derzeit Schwierigkeiten ihre Vorräte an Waffen aufzufüllen (Stichwort seltene Erden). Und auch innenpolitisch ist so ein Vorhaben schwer durchsetzbar. Beim Iran sieht es ganz ähnlich aus. Der Iran hat ua damit gedroht US-Stützpunkte (und wohl auch Flugzeugträger) in der Region unter Beschuss zu nehmen, sollten sie angegriffen werden. Da die Amis zwar dumm, aber auch nicht ganz dumm sind, haben sie eins und eins zusammengezählt und vermutlich nochmal analysiert wie der Iran Israel auf sein aggressives Verhalten hin einen empfindlichen Schlag versetzt haben, wo sie mutmaßlich alle Ziele getroffen haben, die sie treffen wollten (darüber hinaus offensichtlich über einige wichtige Geheimdienstinformationen verfügten). Es ist nicht ausgeschlossen, dass die USA den Iran angreifen. Es ist allerdings auch nicht ausgeschlossen, dass sie sich dabei eine blutige Nase holen.
Den Iran und Venezuela brauchen sie aber, um ua China und Russland unter Druck setzen zu können.
Kurz: natürlich kann man das (noch) nicht mit Gewissheit so sagen, dass sich die Dinge pauschal zu Ungunsten der USA entwickeln (und damit auch des Westens insgesamt). Schaden anrichten können sie allemal noch (das werden sie auch immer können). Jedoch scheint es so, dass die USA nicht mehr einfach so Kriege anfangen und die Welt in jeglicher Sicht unterjochen und versklaven können.
Sie verlieren an vielen Fronten und ihre Kapazitäten begrenzen sich. Und dass sie ernsthaft mit Russland und / oder China konkurrieren könnten, halte ich für ausgeschlossen. Man muss sich mal die industrielle Bedeutung Chinas für die Welt anschauen und mit der Position der USA oder des Westens ingesamt vergleichen. Der Westen ist da nur noch ein kleiner Zwerg und kann vermutlich beinahe komplett ersetzt werden.
Finanzpolitisch, industriell (Produktionskapazitäten), militärisch, technologisch, zunehmend auch kulturell etc. wird es schwer für den Westen mit China (und Russland) auch nur mitzuhalten.
Das heißt: wenn Rubio nostalgisch in alten Kolonialzeiten schwelgt, dann hat das nichts mit den neuen Realitäten zu tun. Man darf auch nicht vergessen, dass der Aufwand viel größer wäre, als in der Vergangenheit… hat es früher gereicht ein einzelnes Land mit Krieg zu überziehen, um die anderen gleich mit zu erziehen (das war ja der eigentliche Grund des Vietnamkrieges, um den anderen klarzumachen, was ihnen droht, wenn sie dem Beispiel folgen), so sieht es heute doch anders aus. Beispiel Gaza: der gemeinschaftlich vom Westen begangene Genozid hat nur mehr dazu geführt, dass sich die Länder vom Westen abwenden anstatt zu sagen „ja, du mein heiliger Führer, ich unterwerfe mich“. Das Problem ist einfach, dass es heute Alternativen gibt und die Länder den Westen überhaupt gar nicht mehr brauchen. Wenn Rubio das Ruder also nochmal rumreißen, die Uhr zurück drehen möchte, dann müsste er eine ganze Reihe Länder gleichzeitig angreifen und zudem die für die USA kritischsten Länder ausschalten, wie z.B. China und Russland.
Die Frage ist am Ende: wie groß ist der Wahn dieser Leute? Und wird es ihnen gelingen ihre Bevölkerungen zur blinden Gefolgschaft zu bringen, also zu manipulieren?
Nichts desto trotz stimme ich Frau Dagdelen zu, dass diese verrückten Extremisten aufgehalten werden müssen. Wie beschrieben denke ich, dass ihre Möglichkeiten auf weltpolitischer Bühne sehr begrenzt sind. Dafür führt ihre Radikalisierung aber zur Destabilisierung im Innern. Sie sind es, die den Menschen ihre Chancen, ihre Zukunft verbauen. Die Wirtschaft wird durch ihre halsbrecherischer Politik über die Maßen geschädigt, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den aufstrebenden Ländern an Stellen geschwächt, wo es absolut nicht notwendig wäre.
Ich „überlese“ mal den einer quasi-religiösen Anbetung der Macht entstammenden Unfug vom „kleinen Zwerg“, um den Realismus deiner Reaktion auf das priesterlich idealistische Getobere von Frau Dagelen zu loben.
Vielleicht hätte ich es anders formulieren können… nicht unbedingt, weil ich Deiner Kritik folgen mag (was nicht heißen soll, dass ich Deine Kritik ablehne; die kannst Du gerne haben; ich sehe es halt anders)… nein. Klarer wäre vielleicht gewesen: die Welt kann heute ohne den Westen auskommen nicht aber ohne China. Und das gilt auch für den Westen selbst. Auch er braucht China.
Du bist echt lustig, Richard. Ein „Auskommen der Welt“ ist ein genuin religiöses „Thema“, das ein Marco Rubio zu klug und zu vorsichtig ist, zur Referenz zu nehmen, obgleich es ihm gewiß nicht fern liegt, wie du der Rede entnehmen kannst.
Zur Sache:
„Der Westen“ braucht für sein „Auskommen“ genau zwei Dinge: Arbeits(Lohn)sklaven nebst gedungenen Bütteln und die Waffen, sie zu beherrschen. PUNKT.
Der PUNKT ändert ja auch nichts daran, dass da noch etwas fehlt, nämlich Ressourcen wie Energie und Rohstoffe.
Kluge Einschätzung,
So oder so, Game over for the West
Vielen Dank!
Gelungener Einstieg, dem eine gut dargelegte Abhandlung folgt.
++++++
Danke sehr!
„Das Problem ist einfach, dass es heute Alternativen gibt und die Länder den Westen überhaupt gar nicht mehr brauchen.“ – Und die Alternativen sind? – Russland und China. Und deswegen stehen Sie auf der Abschussliste.
„und zudem die für die USA kritischsten Länder ausschalten, wie z.B. China und Russland.“ Genau. Aber warum „müsste“? – Genau das ist der Plan und das sollte man zur Kenntnis nehmen. Und nicht denken: So verrückt können sie doch nicht sein. Doch! Sind sie!
@“Dafür gibt es auf der „Sicherheitskonferenz“ Standing Ovations, allen voran deutsche Minister. “
„Wer heute den Kopf in den Sand steckt darf sich nicht wundern, wenn er ihn morgen nicht mehr herausbekommt“
Zitat von Egon W. Kreutzer
Die schauen nur noch mit den Schnürsenkeln aus Trumps Enddarm. Der AFD-Oberst wird es ihnen danken nachdem er durch den Arschtritt Rubios von Merz und Co zur Konferenz in München zugelassen wurde und nicht der kleinste Protest kam.
Die Friedensfreunde soll er als Russentusser bezeichnen, dafür fühlt er sich im Kreise höchster Nato-Offziiere sehr wohl, soviel dazu
Die AFD ist keine Friedenspartei und schon gar nicht für die kleinen Leute, sie ist und bleibt ein Wolf im Schafspelz.
In der AFD wird heftig über die Äußerungen von Lucassen geredet. Viele fordern ein
Parteiausschlußverfahren.
Und wenn er nicht ausgeschlossen wird, was für Konsequenzen ziehst du daraus?
Die Autorin interpretiert die Äußerungen Rubios aus ihrem Antitrumpwahn, nachdem Trump das Böse schlechthin ist, eine Synthese von Kolonialist, Imperialist, Faschist und wizard der schwarzen Magie. Daher bekommen Ereignisse oder andere Personen, die zu ihm in Beziehung gesetzt werden, eine einzigartige und ungewöhnliche Bedeutung. (nachlesbar unter Beziehungswahn)
Frau Dagelen hat sich komplett in eine ideologische Wahnwelt verabschiedet. Um das zu illustrieren, zitiere ich einfach den zentralen Abschnitt der Rede Rubios, der den tosenden Beifall auf sich gezogen hat.
Die eckigen Klammern stehen für Rubios idiosynkratische Selbststilisierung als ein der christlichen Tradition verpflichteter Vertreter der extremen amerikanischen Rechten, mit der er sich in der Vergangenheit wiederholt von Trump abgegrenzt hat und mit ihm kollidierte – bis er seine Kooptierung akzeptierte.
Ich bin aktuell nicht fit genug, das Zeug von Dagelen anhand dieses Abschnitts und weiterer Punkte konkreter dorthin zu treten, wohin es gehört und mache geneigten Lesern stattdessen ein Angebot. Kontrastiert doch die Rede Rubios mal mit der Grundsatzrede Barack Obamas vor der West-Point-Abschlussklasse 2014 und legt euch erst die Kontinuität vor, bevor ihr die Differenz fest haltet.
Zur Anregung zitiere ich noch zwei weitere Sätze Rubios, die in der Rede weit, sehr weit, auseinander gezogen figurieren:
Der letzte Abschnitt, auf den Dagelen sich mit ihrer Ideologisierung maßgeblich bezogen haben wird, liefert eine Blaupause für deren Verriss!
Und noch eine Anregung, weil sie sich grad eerie einfügt: „Von Konfuzius bis KI: Pekings Soft-Power-Offensive“, Luca Schäfer in Telepolis. Und wer weniger aus Internet-Welt verbannt worden ist, als meiner einer, sollte Zugang zum Original des Textes „Constant Conflict“ von Ralph Peters beim armywarcollege erhalten, der in Vorbereitung zur Gründung eines „Empires“ mittels „War on Terra“ 1998 Offiziersanwärtern die Rolle von „Soft Power“ zu verklickern gesucht hat.
Ihr könntet zur Abwechslung mal arbeiten, statt daher zu schwatzen.
Rubio hat den europäischen Bittstellern ein Ultimatum gestellt: „we‘ll do it with or without you“! Die Europäer haben es nicht verstanden und sich zu stehenden Ovationen erhoben! Sie waren nur Claqueure ohne es zu merken! Was Rubio meinte war, dass 1990 (siehe dagegen Francis Fukuyama) nicht etwa das „Ende der Geschichte“ eingetreten sei, und die USA und westliche Vasallen nunmehr Alleinherscher seien, sondern dass nunmehr “the end of history” von Trump zum Ziel erklärt worden sei!
Im Trio Trump, Vance und Rubio ist letzterer der gefährlichste weil er voller heimtückischer und krimineller ideologischer, politischer Energie steckt!
@ Michael
„Im Trio Trump, Vance und Rubio ist letzterer der gefährlichste weil er voller heimtückischer …“
Sehe ich genauso. Es ist nicht klug, politisch Verfolgten (aus einer solchen Familie stammt er) im eigenen Land zuviel Macht zu geben. Sie werden in den meisten Fällen den Gedanken an Rückkehr oder gar Revanche nicht los und lassen ihn in die Regierungspolitk einfließen.
Ich hab erst jetzt gesehen, daß ein Dunkeltaps Dagelens Satz, „»Das Jahr 1945 wird in der München-Rede von Rubio als Jahr der Niederlage des Westens begriffen.« zitiert und ausgeschlachtet hat. Frau Dagelen lügt hier höchst wahrscheinlich nicht, aber sie offenbart eine „strategische“ Leseschwäche:
Vielleicht erklärt ein Genosse der Dagelen mal, was Postmoderne ist, und wie sie linguistisch funzt.
Mit „the Great Western Empires“ sind selbstredend GB und F gemeint, die USA haben diesen Status im WK2 ja erst angestrebt (Pearl Harbour!).
PS.: Vielleicht kann einer bei Frau Dagelen anregen, den Irrtum zu korrigieren oder wenigstens zu kommentieren? Solche Entblößung / Blamage, die gleich noch beim Ideologie-Schrauber Nowak figuriert (abgekupfert?) muß doch wirklich nicht sein.
@ Qana
Frau Dagelen lügt hier höchst wahrscheinlich nicht, aber sie offenbart eine „strategische“ Leseschwäche:
Es ist keine Leseschwäche, es ist die Erkenntnisschranke des historischen Materialismus, denen sich Linke unterwerfen. Da sie die Geschichte auf die Abfolge von Klassenkämpfen herunterbrechen, werden alle Ereignisse manichäisch erklärt Und dann ist der „Westen“ ein monolithischer Block der Ausbeuter in dem die differenzierte Betrachtung der einzelnen Akteure entbehrlich ist. Nuancen der historischen Ereignisse sind für sie vernachlässigbar, sofern sie die eigene Sichtweise nicht stützen. Die Autorin wird keinen Irrtum erkennen.
Du verwendest Worte, deren Bedeutung du nicht kennst. Historischer Materialismus ist so das exakte Gegenteil davon, Staaten als „monolithischen Block“ zu sehen. In einem monolithischen Block gäbe es ja auch keinen Klassenkampf. 🙃
Klar doch, der Antagonismus zwischen Sozialismus und Imperialismus (bzw. Kapitalismus) als Grundwiderspruch der Epoche der Kommunisten, ist ja ein so differenzierendes und filigranes Weltbild, dass deren Befürworter schnell den Überblick verlieren. 😉
@Häretiker
Die Philosophie des Historischen Materialismus als manichäisch (gut-böse-Beziehung) zu interpretieren ist die übliche von Liberalen vorgetragene Dummheit.
Deswegen hier zur Aufklärung: Im Historischen Materialismus geht es um gesellschaftliche Widersprüche und eine daraus entstehende Bewegung und Entwicklung, auch Dialektik genannt. Moralische Kategorien wie gut und böse spielen da erst einmal gar keine Rolle. Ideologische Moralismen benötigen dagegen Liberale um mit ihrem platten Materialismus die Gesellschaft funktionsfähig zu halten.
Und natürlich gibt es Widersprüche auf den verschiedenen Ebenen, sowohl innerhalb von Staaten als auch außerhalb zwischen Staaten und Blöcken. Dann kommt es darauf an zu erkennen welche Widersprüche prioritär zu betrachten sind, welche ausschlaggebenden für die Entwicklung sind.
„Ideologische Moralismen benötigen …“ alle, die Machtambitionen habe um ihre „Gesellschaft funktionsfähig zu halten.“ Wer diese Gesellschaft auch nur durch Kritik „bedroht“, wird als Gefahr identifiziert und gehört dem Lager der Feinde an, die bekämpft werden. (Gut und Böse)
Das trifft auf alle politischen Systeme zu.
Ich finde es ausgesprochen löblich, dass du dir den Text vornimmst und an ihm argumentierst. Du hast den Text zwar nicht verstanden, aber Dummheit ist keine Sünde. Das kann auch alles noch werden.
Der Westen, angeführt von den USA, konnte sich also nach 1945 nicht weiter ausbreiten. Das wirft doch ein ganz neues Licht auf den einzig von Adolf Hitler’s Großmachtfantasien angetriebenen Krieg gegen Polen und die Sowjetunion. Vielleicht sollte man nach der Rede von Rubio noch einmal in deutsche Geschichtsbücher schauen.
Ich musste zumindest bei dem Teil der Rede deutlich schlucken. Erinnern doch zumindest einige Ereignisse, die derzeit und schon vor Kriegsbegin, 2022, in der Ukraine passieren frapierend an unsere Geschichte.
Rubio hat Putin nicht gehört:
„Die westlichen Eliten haben sich jahrhundertelang parasitär gegenüber anderen Völkern verhalten. Sie haben die Staaten und Völker Afrikas, Asiens und Lateinamerikas ausgebeutet und sie versuchen jetzt, diese existierende Situation in den internationalen Beziehungen einzufrieren. […] Sie sind seit Jahrhunderten daran gewöhnt, sich die Bäuche mit menschlichem Fleisch vollzuschlagen und ihre Taschen mit Geld zu füllen. Aber sie müssen verstehen, dass dieser Tanz der Vampire zu Ende geht.“
Nein, Rubio, die Satanisten der Epstein Klasse haben versagt. Jetzt kommen andere ans Ruder. Die Pax Americana ist Geschichte.
Ja, die Welt, in der wir leben, wurde vom Westen erschaffen. In dieser Welt ist der Westen automatisch Gewinner und die anderen sind Verlierer.
Aktuell bejammern unsere Medien die Schließung der geostrategischen Einflussbehörde USAid, aber niemand stellt sich die Frage, warum im angeblich postkolonialistischen Zeitalter die USA und der Westen per Entwicklungshilfe – was immer das sein soll – Sozialpolitik im Süden betreiben müssen. Ist dies nicht eine komplette Fehlkonstruktion?
Statt westlicher Charity sollten die Länder selbstveranwortlich- und bestimmt regieren dürfen. Dazu müsste man ihnen aber auch die ökonomische Butter auf dem Brot lassen. Aber dies will das Imperium nicht.
Rein militärisch gesehen ist es sogar sachlich richtig das ein Weltkrieg die höchste Chance auf Erfolg noch bietet, im Kontext von Krieg und Sieg..
Allerdings ein Sieg, auf seinen Kontext Militärische Strategie begrenzt ..
Ein Weltkrieg würde heute aber auch atomatisch für einen Krieg gegen einen großteil der eigenen Völker stehen, und hier liegen fast keinerlei Historische Erfahrungen vor…
Solange es ein “ Nächstes Mal“ gibt, gibt es auch die Hoffnung. Aber eben nur solange..
Innenpolitisch sieht es allerdings mit jeden Tag schlechter aus für die Regierungen des Westens. Ein großer Krieg dürfte das eher noch beschleunigen, zumindest im Medienzeitalter ..
Lesestoff. Nel Bonilla, immer lesenswert.
Teil 1: https://www.nachdenkseiten.de/?p=146435
Teil 2: https://www.nachdenkseiten.de/?p=146482