
Die Eskalation im Libanon folgt einem bekannten Muster: militärische Expansion, massenhafte Vertreibung und eine internationale Politik, die nicht eingreift.
Die israelische Armee hat nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums seit Beginn der jüngsten Invasion und Angriffe bereits mehr als 800 Menschen getötet, darunter über 100 Kinder. Dazu kommen 2.000 Verletzte. In Reaktion auf Angriffe der Hisbollah auf den Norden Israels hat die Regierung in Tel Aviv die Evakuierung aller Libanesen südlich des Litani-Flusses angeordnet. In dem Gebiet, etwa halb so groß wie das Saarland, leben bis zu 300.000 Menschen.
Nach UN-Angaben sind im Libanon insgesamt eine Million Menschen vor den israelischen Angriffen geflohen, etwa ein Sechstel der Bevölkerung der Zedernrepublik. Das humanitäre Desaster ist so groß, dass selbst die Bundesregierung als einer der größten Unterstützer Tel Avivs gemeinsam mit vier anderen NATO-Mitgliedern vor einem israelischen Einmarsch mit Bodentruppen im Libanon warnt.
Blaupause Gaza
Das libanesische Szenario scheint bis ins Detail der Blaupause Gaza zu gleichen. Erkennbar ist die Bereitschaft Israels, dauerhaft neue Gebiete zu besetzen und die Bevölkerung, die bisher in diesen Gebieten gelebt hat, im Rahmen seiner Militäroperationen entweder zu töten oder zu vertreiben.
In Deutschland ist bisher wenig wahrgenommen worden, dass sich die Pläne zur Besetzung von Teilen des Libanon durch Israel teilweise mit der völkischen Vision eines ethnisch gesäuberten Groß-Israels vom Nil bis zum Euphrat decken. Zu wahnwitzig erscheint dieses Vorhaben.
Fest steht, dass es an der Spitze der politischen Klasse Israels längst nicht mehr nur um den Gazastreifen und das Westjordanland geht. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gilt als Verfechter eines Groß-Israel und entsprechender Landnahmepläne, die auch Teile Ägyptens, des Libanon, Syriens bis zum Irak umfassen. Für seine Annexionspläne hat Israel gewichtige Unterstützer, etwa den US-Botschafter in Israel, Mick Huckabee. Als evangelikaler Christ unterstützt er ein Israel vom Nil bis zum Euphrat. Man darf sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass US-Präsident Donald Trump ausgerechnet diesen Mann zum Botschafter seines Landes in Israel gemacht hat.
Geopolitik und deutsche Interessen
Sieht man einmal vom religiös verbrämten völkischen Romantizismus zur Legitimation der Eroberungen ab, die nur durch Völkermorde abzusichern sind, stellt sich die Frage, welches Interesse die USA an einem Groß-Israel haben könnten. Und hier hat Washington offenbar eine ganz einfache Rechnung: Israel gilt als imperialistischer Vorposten. Die massive Landerweiterung und ein entsprechender Zugriff auf mehr Ressourcen sollen die materielle Absicherung des Landes als Militärstaat gewährleisten und eine Einbindung in die US-Pläne zur Kontrolle des Nahen und Mittleren Ostens erleichtern.
Die USA unterstützen deshalb Israel weiter bedingungslos. Die massive Tötung von Zivilisten belastet sie nicht. Die Bevölkerung in den Eroberungszonen jedoch wird zum Freiwild; ihre Vertreibung ist Teil des Projekts. Im Libanon ist der israelische Einmarsch bis zum Litani-Fluss deshalb auch nur ein erster Schritt. Es geht auch im Libanon um weit mehr.
Warum aber zeigt sich die Merz-Regierung hier besorgt? Gehört sie denn nicht weiterhin zu den größten Unterstützern Israels? Es könnte die Ahnung sein, dass sich am Ende all diejenigen, die auf dem Gebiet eines Groß-Israels leben, nach Europa und insbesondere nach Deutschland aufmachen werden. Ein militärischer Sieg ist im Libanon zurzeit nicht absehbar. Im modernen Landkrieg sind Panzerarmeen äußerst verwundbar geworden, und aus der Luft allein ist ein Krieg – selbst bei maximaler Zerstörung aller Gebäude wie im Gazastreifen – nicht zu gewinnen.
Wenn die Bundesregierung ernsthaft an einem Waffenstillstand interessiert wäre, würde sie ein Waffenembargo gegen Israel verhängen und sich für ein Einfrieren des EU-Assoziierungsabkommens mit Tel Aviv einsetzen. Beides dürfte allerdings mit dieser Regierung der Willfährigkeit nicht machbar sein.





Es ist eine Tragödie.
Kriege gehen zu 100 % immer von Eliten und Regierungen, also Politikern aus*. Und niemand überlegt sich, wie man dieser Gefahr Einhalt gebieten kann. Diese Gefahr ist weit größer als ALLES ANDERE, was es so an Verbrechen auf dieser Erde gibt. Das sind die allergrößten Kriminellen.
*Dass es Menschen in der Bevölkerung gibt, die ähnlich bescheuerte Ansichten hat, bestreite ich nicht. Zum Einen werden sie aber vielfach auch von den Eliten auf diese Denkweise abgerichtet. Zum Anderen kann ein einfacher Bürger niemals den Krieg erklären. Dafür braucht es entsprechende Strukturen und Mittel.
„Kriege gehen zu 100 % immer von Eliten und Regierungen, also Politikern aus“
Genau dorthin will die Politikerin Sevim Dagdelen (BSW): in die Regierung und zur Elite gehören.
Sonntag sind Wahlen in RLP.
Deshalb werden bis dahin weitere Dagdelen-Artikel bei OT folgen.
Zwar steht das BSW in RLP bei 0%.
Aber vielleicht klappt es dann beim nächsten oder übernächsten Mal, dass auch mal Dagdelen und ihr BSW einen Krieg vom Zaun brechen dürfen. Notfalls einfach wieder in eine aussichtsreichere Partei wechseln.
Falsch. Das ist eine bösartige durch nichts belegte Unterstellung Frau Dagdelen gegenüber. Mir scheint Du gehörst einer Gruppe von (staatlichen / rüstungsindustriellen osä) Agitatatoren an, die vom Krieg profitieren und daher nicht wollen, dass strikte Kriegsgegner in der Politik Fuß fassen.
Ich sage zwar, dass 100 % aller Kriege von Politikern ausgehen. Ich sage aber NICHT umgekehrt, dass von allen Politikern Kriege ausgehen. Das ist ein Unterschied.
Im Wesentlichen mache ich auf den Umstand aufmerksam, dass es offensichtlich ein Problem ist ausgerechnet jene von einer strafrechtlichen Verfolgung auszunehmen, von denen die größten realen Gefahren für die Menschheit ausgehen. Strafrecht beinhsltet auch falsche Anschuldigungen, wie Du sie hier tätigst….
Lieder gegen den Völkermord – Konzert
https://m.youtube.com/watch?v=toXJCyji1GQ
Oh, ja Singen hilft bestimmt.
@Otto0815
Evtl. eine Alternative
https://www.youtube.com/watch?v=mSfFqH-idZE
Die vatikanische Inquisition hat so geurteilt; die historischen Nationalsozialisten desgleichen; und für amerikanische Präsidenten ist es seit Ronald Reagen Pflicht: Handlungen und Geschehnisse in ideologische Konstrukte nicht etwa bloß einzugemeinden, sondern mit ihnen zu ersetzen.
Das toppt noch den „Che in uns“.
PS.: Aber ich will mal die Kirche im Dorf lassen; erinnere es zwar nicht mehr ganz deutlich, aber sehr ähnliche Machwerke sind vor über 50 Jahren in der „UZ“ erschienen. Vielleicht bis heute, k.A.
Der Islam feiert zur Zeit ihren Ramadan, die USA und ihr Partner versucht die islamische Welt gegen sie aufkommen zu lassen.
Leider verdirbt der islamische Glauben diesesmal, ihre Ziele zu verwirklichen. Der Islam heute zeigt sich moderat bis hin zu, geht mich nichts an, was der Westen versucht hervozubringen.
ist das ein Zeichen der Schwäche?
Keineswegs, das ist ein Zeichen der Stärke.
Was die UNO 1947 geboren hat, das hat sich zum Menschen-fressenden Monster entwickelt, das wird immer deutlichen. Mit Israel zeigt der US-Imperialismus so seine schärfsten Krallen.
Bei seinen Vasallen zeigen sich zum Glück erste Kritiker, wie etwa Spanien.
Dass Problem ist, dass die USA nie an das gehalten haben, was mal via UNO angedacht war (Lehren aus dem Hitlerfaschismus, behandelt bei den Nürnberger Prozessen, Völkerrecht, Menschenrechte bei Nicht-US-Amerikanern etc etc). Dh sie haben von sich ein Bild eines Weltpolizisten gezeichnet, um ihre skrupellose und kaltblütige Gewalt als „gerecht“ erscheinen zu lassen und daher auch nicht an Völkerrecht und Co gebunden zu sein.
Dass die UNO ihren Hauptsitz in New York hat, ist ein absoluter Witz. Im Grunde verhöhnt das die Opfer US-amerikanischer Gewalt.
Die Bilanz der vergangenen Nacht ist tatsächlich niederschmetternd: Ein gehbehindertes älteres Paar wurde auf dem Weg zu einem Schutzraum von israelischen Bomben zerfetzt.