Wenn die Wirklichkeit verloren geht

Mario Voigt beim Amtseid.
Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Über Doppelstandards, die Rolle von Gutachtern und Universitäten bei der Wahrheitsfindung und das „Wahrreden“, das zunehmend die Wirklichkeit ersetzt.

Man kann sich eigentlich wirklich nicht beschweren. Denn es wird einem wahrlich etwas geboten in diesem täglich absurder werdenden Polittheater. Wer es tatsächlich genießen möchte, muss allerdings alle Vorstellungen von Rationalität, Vernunft, Augenmaß, Rechtsstaatlichkeit, Anstand oder so etwas wie einer gemeinsam geteilten Sicht auf das, was wir als Gesellschaft als Wirklichkeit verstehen wollen, fahren lassen.

Wir werfen heute einen Blick auf die Aberkennung des Doktortitels von Mario Voigt, kontrastieren sie mit dem Plagiatsvorwurf an Ulrike Guérot und versuchen so zu verstehen, wie diese Theaterspiele inszeniert werden und wie sie sich über die Zeit verändert haben.

Szene 1: Mario Voigt

Schon die Art der Veröffentlichung der Aberkennung des Doktortitels des derzeitigen Ministerpräsidenten Thüringens durch die TU Chemnitz lässt einen halbwegs kritischen Beobachter erstaunt zurück: In einer „Persönlichen Mitteilung von Mario Voigt“, die von der Staatskanzlei veröffentlicht wurde, teilt nicht die Universität, sondern der Ministerpräsident selbst mit, dass die Universität seinem Anwalt mitgeteilt habe, dass sie ihm den Doktortitel aberkenne. Über die Gründe, die zur Aberkennung geführt haben, muss sich der Beobachter mangels einer öffentlichen Mitteilung der Universität an eine frühere Stelle im Stück erinnern: 2024 hatte der österreichische Plagiatsforscher Stefan Weber bei einer Prüfung der Dissertation von Mario Voigt 140 Plagiatsfragmente gefunden und im Mai des gleichen Jahres bei der TU Chemnitz Anzeige erstattet. Betroffen seien 36 Prozent aller Seiten des Fließtextes[1]. Die Barcode-Darstellung des Prüfberichts zeigt darüber hinaus, dass die gefundenen Stellen sich über den gesamten Text verteilen, mit einer gewissen Konzentration im ersten Teil.

Die TU Chemnitz hat daraufhin Mitte 2024 ein Verfahren eingeleitet und einen externen Gutachter bestellt. Dieser Gutachter soll laut Darstellung von Mario Voigt Plagiate im Umfang von lediglich 2,58 Prozent der Gesamtwortzahl gefunden haben[2]. Allerdings, so gibt Voigt an, habe die Universität im Frühjahr 2025 neue Bewertungsmaßstäbe definiert und seine Arbeit daran nochmals geprüft. Unabhängig davon, was diese erneute Prüfung ergeben hat und was am Ende ausschlaggebend für die Aberkennung des Doktortitels war, bleibt festzuhalten, dass es zwei Gutachten gegeben hat, die sich mit der Dissertation von Mario Voigt auseinandergesetzt haben und die offensichtlich zu einem sehr unterschiedlichen Ergebnis kamen. Dem Gutachten vom Plagiatsforscher Stefan Weber lässt sich dabei nicht vorwerfen, dass er neue Bewertungsmaßstäbe eingeführt habe, denn Webers Plagiatsprüfungen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie die Qualifikationsarbeiten grundsätzlich an jenen Standards des wissenschaftlichen Arbeitens messen, die zum Zeitpunkt der Erstellung der Arbeiten gegolten haben[3]. Insofern erscheint dieses Gutachten als glaubwürdig.

Aus welchen Gründen das von der Universität in Auftrag gegebenen zweite externe Gutachten zu einem anderen Ergebnis gekommen ist, wissen wir aus den bisherigen Darstellungen nicht. Auch nicht, ob die Universität nicht vielleicht gerade aufgrund dieses unterschiedlichen Ergebnisses nochmals auf die gültigen Bewertungsmaßstäbe hingewiesen hat. Übliche Praxis (zumindest nach früher gültigen wissenschaftlichen Maßstäben) wäre, dass die Universität nach dem Vorliegen sehr unterschiedlicher Gutachten ein weiteres Gutachten in Auftrag gibt, entweder um die Arbeit ein drittes Mal oder um die divergierenden Gutachten selbst zu prüfen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass sich Mitglieder der Kommission selbst an die Prüfung gemacht haben. Wie genau der Vorgang war, wissen wir nicht, da die TU Chemnitz auf Pressenachfragen selbst eher nebulös antwortet[4]. Nach den vorliegenden Informationen hat die Prüfung jedenfalls dazu geführt, dass die Aberkennung einstimmig auf Seiten der Universität erfolgte.

„Wahrreden“ als Ersatz der Wirklichkeit

In vielen älteren Plagiatsfällen hat die Aberkennung des Doktortitels durch eine Universität zum Rücktritt des oder der Betroffenen geführt, man denke nur an Karl-Theodor von Guttenberg oder Annette Schavan. Damals schien der Respekt vor dem Amt und dem Wähler ein Verbleiben in der politischen Position zu verbieten.

Seit einiger Zeit lässt sich allerdings ein anderes Verhalten beobachten, nicht erst bei Mario Voigt, sondern auch z. B. bei Robert Habeck[5]: Der Betroffene geht in die medienöffentliche Offensive, stellt die Dinge in seinem Sinne dar und versucht, jede andere Sicht auf die Wirklichkeit auszuschließen und im Keim zu ersticken. Mario Voigt kommt der offiziellen Mitteilung der TU Chemnitz zuvor, indem er öffentlich „seine Wahrheit“ erklärt. Dabei konzentriert er sich auf bestimmte Aspekte der Wirklichkeit („2,58 Prozent“ aus dem zweiten Gutachten, Veränderung des Bewertungsmaßstabes durch die TU Chemnitz) und lässt andere aus (das erste Gutachten von Weber, die Gründe für die Entscheidung der TU, die ja in dem Schreiben an die Anwälte Voigts genannt worden sein müssten). Voigt nutzt zudem die Staatskanzlei für seine „persönliche Mitteilung“, d. h. er erklärt sich als Ministerpräsident und nicht als Privatperson Mario Voigt, die die Aberkennung des Doktortitels betrifft.

Die Strategie dahinter nimmt weder den Souverän noch die Wirklichkeit ernst. Stattdessen wird das Feld für ein inzwischen sattsam bekanntes „Wahrreden“ bereitet. Gemeint ist damit die wiederholte Behauptung von etwas, das erkennbar nicht gesagt oder getan wurde als wahr. Auf diese Weise wird versucht die jeweiligen eigenen Interessen durchzusetzen, ohne auf die meist gesellschaftlich durchaus wahrgenommene Wirklichkeit oder auf konkret vorhandene Belege Bezug zu nehmen. Mit dieser Behauptung einer eigenen „Wirklichkeit“ wird die argumentative Auseinandersetzung mit der Sache selbst umgangen und teils sogar verunmöglicht. Im Fall von Mario Voigt ist dabei sein erstes Interesse der Erhalt des Amtes und das zweite Interesse der Erhalt des Doktortitels. So jedenfalls sieht es Ulrich Vosgerau, wenn er die von Mario Voigt angestrebte gerichtliche Auseinandersetzung vor allem als Mittel zur Zeitgewinnung bis zum Ende der Amtszeit deutet[6].

Diese Form des Wahrredens lässt sich in jüngerer Zeit zunehmend und in zunehmend unverblümterer Form beobachten. Das Paradebeispiel lieferte erst kürzlich Markus Lanz: Nachdem Lanz nach einer Aussage des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, in seiner Sendung überrascht fragte, ob er, Günther, eine Zensur von Plattformen wie Nius befürworte, und dieser kurz und bündig mit „Ja!“ antwortete, ruderten beide in den folgenden Tagen zurück und behaupteten, dass das, was alle vor ihren Bildschirmen mitverfolgt hatten oder zumindest hätten mitverfolgen können, nicht gesagt wurde.

Wieso aber glaubt Mario Voigt, dass er mit dieser Strategie des „Wahrredens“ Erfolg haben könnte? Wieso scheint ihm eine mögliche Bloßstellung weniger ehrenrührig als ein würdiger Abgang aus dem Amt? Die Antwort könnte in einem anderen viel diskutierten Plagiatsfall liegen, der einige Gemeinsamkeiten, aber vor allem viele Unterschiede aufweist.

Szene 2: Ulrike Guérot

Ulrike Guérot ist 2023 von der Universität Bonn, die sie kurz zuvor auf eine speziell auf sie zugeschnittene Professur berufen hatte, gekündigt worden. Als Grund wurden Plagiate genannt. Allerdings unterscheidet sich der Kontext der Erhebung der Vorwürfe deutlich von dem Kontext der Vorwürfe gegen Mario Voigt: Statt einer bereits vorliegenden Prüfung durch einen Plagiatsforscher und einer entsprechenden Anzeige, gab es ein Raunen in der Presse, genauer in der FAZ durch den Politikwissenschaftler Markus Linden, der ein Kollege Guérots ist. Der Umfang der vorgeworfenen Plagiate unterscheidet sich drastisch von den Fundstellen, die Weber in Voigts Dissertation belegt hat: Im Vergleich der beiden Fälle ergibt sich ein quantitatives Verhältnis von 140 plagiierten Stellen auf 102 von 284 Seiten bei Voigt[7] gegen 27 (laut Kommission) oder 19 (laut Christoph Lövenich) Plagiaten auf 10 bzw. 9 Seiten von 608 bzw. 560 Seiten bei Guérot[8].

Ein entscheidender Unterschied bezieht sich auf die Art der Publikationen. Anders als bei Mario Voigt bezog sich der Vorwurf nicht auf ihre Dissertation von 1995, und damit auf eine Qualifikationsarbeit, sondern auf zunächst drei Publikationen, die sich in den universitären Forschungsdokumentationen unter der Rubrik „science-to-public“ wiederfinden würden und als Form der Wissenschaftskommunikation mittlerweile an Universitäten sehr willkommen sind. Alle inkriminierten Bücher Guérots sind zeitlich deutlich nach der Dissertation erschienen und können nach den derzeitigen Regeln für die Berufung von Professoren, zusammen mit anderen Publikationen, als habilitationsadäquate Leistungen anerkannt werden (was eine Voraussetzung für eine Berufung auf eine Professur ist). Die Donau-Universität Krems hat genau das in Bezug auf das Buch „Warum Europa eine Republik werden muss“ getan.

Ulrike Guérot hat in ihrem Bewerbungsschreiben auf diesem Umstand hingewiesen, sodass der Universität Bonn bekannt war, dass hier eine Publikation als Habilitation anerkannt wurde, die zunächst nicht für diesen Zweck geschrieben wurde. Die Universität Bonn hat die Publikation nochmals gutachterlich prüfen lassen und dann entschieden, Ulrike Guérot einzustellen. Nachdem sich die Wissenschaftlerin in öffentlichen Debatten zu aktuellen Themen kritisch geäußert hatte (zunächst im Rahmen der Corona-Maßnahmen für eine Beachtung der Grundrechte, insbesondere der Meinungsfreiheit, und für eine Einhaltung demokratischer Verfahren, und dann im Ukraine-Krieg für diplomatische Bemühungen), geriet sie plötzlich unter Plagiatsverdacht.

Noch einmal: Wahrreden

Auch hier fand schnell ein „Wahrreden“ statt, allerdings nicht von derjenigen, der das Plagiat vorgeworfen wurde. Eine kleine Zahl von tatsächlichen Fehlern, die jedem Autor unterlaufen können, zumal unter Zeitdruck, wurden zu einer Plagiatsaffäre aufgebauscht, um eine Professorin entlassen zu können, die das tut, was Wissenschaftler gemeinhin tun: Die Wirklichkeit möglichst genau zu beobachten, Verbindungen zwischen einzelnen Aspekten herzustellen und Funktionsweisen zu erklären. In beiden Fällen dient das Wahrreden dazu, die Wirklichkeit zu verdrehen und falsche Dinge als wahr darzustellen. Das Wahrreden von falschen Vorwürfen im Fall Guérot diente somit dazu, eine missliebig gewordene Professorin loszuwerden.

Inzwischen wird die gleiche Technik genutzt, um wahren Vorwürfen ihre Grundlage zu entziehen, um „wohlgediente“ Personen im Amt zu halten. Und sie wird von Menschen wie Mario Voigt genutzt, gerade weil er darauf hofft, dass sie auch in seinem Fall funktioniert und sein Wahrreden letztlich auch die Entscheidung des Verwaltungsgerichts beeinflussen könnte. Denn im Fall Guérot hat sich gerade das gezeigt: Die verdrehte Wirklichkeit wurde vor Gericht zu einem „Tatbestand“ und darüber hinaus in den beiden ersten Instanzen durch weitere Verdrehungen der Wirklichkeit weiter angereichert[9].

Die Praxis des Wahrredens ist fatal. Für die Wirklichkeit – und für uns als Gesellschaft.

 

Fußnoten

[1] https://plagiatsgutachten.com/blog/200-plagiate-mario-voigt/

[2] https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/doktortitel-aberkannt-ministerpraesident-voigt-100.html

[3] https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/dieser-plagiatsjaeger-ueberfuehrte-mario-voigt-seine-karriere-muss-mit-dieser-sache-ein-ende-haben-li.10016438

[4] https://apollo-news.net/einstimmig-entschieden-tu-chemnitz-schiet-nach-kritik-durch-voigt-wegen-doktortitel-entzug-zurck/

[5] https://overton-magazin.de/hintergrund/wissenschaft/ein-plagiat-ist-ein-plagiat-ist-ein-plagiat-oder-vielleicht-doch-nicht/

[6] https://x.com/UlrichVosgerau/status/2016652287582613820

[7] https://plagiatsgutachten.com/blog/200-plagiate-mario-voigt/

[8] Lövenich, Christoph (2023): Das “Plagiat” – eine (wissenschaftliche) Betrachtung. In Gysi, Gabriele (Hrsg.), Der Fall Ulrike Guérot. Versuche einer öffentlichen Hinrichtung. Neu-Isenburg: Westend, S. 28-41; hier: S. 35.

[9] https://netzwerkkrista.de/2024/09/16/mccarthy-im-wissenschaftsbetrieb/ und https://netzwerkkrista.de/2025/10/21/causa-ulrike-guerot-die-fortsetzung/

Heike Egner und Anke Uhlenwinkel

Heike Egner und Anke Uhlenwinkel
Heike Egner (*1963 in Heidelberg), Geographin, freie Wissenschaftlerin und Mediatorin. Studium Publizistik, Politikwissenschaft und Geographie in Mainz. Promotion und Habilitation in Geographie an der Universität Mainz. Vertretungs- oder Gastprofessuren in Frankfurt am Main, Kassel, München, Wien, Innsbruck. 2010-2018 Universitätsprofessorin für Geographie und Regionalforschung an der Universität Klagenfurt, wo sie 2018 überraschend entlassen wurde.

Anke Uhlenwinkel (*1963 in Bremen), seit 2021 Univ.-Prof. für Didaktik der Geographie und Wirtschaftskunde an der Paris-Lodron- Universität Salzburg. Studium der Geographie, Anglistik, Politik und Pädagogik an der Georg-August-Universität Göttingen. Promotion und Habilitation an der Universität Bremen. Ab 2008 Professur für Geographiedidaktik an der Universität Potsdam, wo sie 2013 mithilfe eines im Hochschulgesetz nicht kodifizierten Verfahrens nicht entfristet wurde.
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7 Kommentare

  1. Ja, und solange ehemalige Hoffnungsträger wie das BSW diese Praxis unterstützen, indem sie z.B. Voigt ins Amt gehieft haben und seinen Verbleib darin absichern, wird sich die Situation eher verschlechtern als verbessern. Die Anzahl der Entscheider mit Gewissen in allen gesellschaftlichen Bereichen wird weiter zurückgehen, und die Anzahl der gewissenlosen Karrieremenschen wird weiter steigen. Das Allgemeinwohl spielt keine Rolle und der Schaden für die Demokratie wird durch Verläumdungen und Lügen als Gewinn für die Demokratie verkauft. Und fast alle sind zufrieden. so etwa wie das die Paraden bei Hitler und in der DDR suggerierten.

  2. Wir sollten uns wirklich fragen, was akademische Titel noch Wert sind, wenn Verbrecher wie Obama den Friedensnobelpreis bekommen.
    Ulrike Meinhof wird folgendes Zitat zugeschrieben: „Wir können sie nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen. Wir können sie aber dazu bringen, immer dreister zu lügen.“

  3. Mein Leserbrief vom 29.01.2026, 15:47 Uhr

    An: ‚Fabian.Klaus@funkemedien.de‘
    Cc: ‚kontakt@mario-voigt.com‘; ‚poststelle@tsk.thueringen.de‘; ‚friedrich.merz@bundestag.de‘; ‚redaktion@tagesschau.de‘; ‚Kontakt im ARD-Hauptstadtstudio‘ ; ‚redaktion@nius.de‘; ‚kontakt@nius.de‘; ‚kontakt@welt.de‘; ‚redaktion@focus.de‘; ‚bundesrat@bundesrat.de‘; ‚mail@bundestag.de‘; ‚fraktion@cducsu.de‘; ‚buerger@afdbundestag.de‘; ‚direktkommunikation@spdfraktion.de‘; ‚info@gruene-bundestag.de‘; ‚dialog@dielinkebt.de‘; ‚carsten.linnemann@bundestag.de‘; ‚jens.spahn@bundestag.de‘

    Betr.: „“Sofortiger Rücktritt von Mario Voigt? Das wäre die falsche Entscheidung“ — Messen mit zweierlei Maß?

    https://www.thueringer-allgemeine.de/autoren/fabian-klaus/
    https://www.thueringer-allgemeine.de/politik/article411057836/sofortiger-ruecktritt-von-mario-voigt-das-waere-die-falsche-entscheidung.html

    Sehr geehrter Herr Klaus,

    jeder, der betrügt, und das Plagiieren ist ein Form von Betrug ( und nicht bloß ein – euphemisierend – Schummeln ) und kein Kavaliersdelikt, ist ein Krimineller. Die Frage, ist ein 2,xy%-Krimineller weniger kriminell als ein 90%-Krimineller, stellt sich nicht. Auch auf der Ebene Ministerpräsident nicht. Dies sollte in einem Rechtsstaat eigentlich unstrittig sein.

    Kriminelle haben insbesondere in Amt und Mandat nichts verloren. Gar nichts. Es gibt Menschen in Deutschland, die verloren ihren Arbeitsplatz, weil sie … 25 Eurocent und weniger ‚erschlichen‘ haben … Dass Sie mit Ihren Ausführungen den vermeintlich kriminellen MP stützen, ist verständlich ( Stichworte ‚Funkemedien‘ / Brost-Stiftung / Correktiv usw. Der Rest ist bekannt. ), aber für mich als Demokrat und Bürger unerträglich.

    Mir wurde direkt im ersten Semester ( 1980 / 1981 ) eingebläut, wie richtig zitiert wird usw., usw. usw., dass immer für den Leser erkennbar sein muss, welches eigene Gedanken / welches fremde Gedanken usw. sind. Da gab es Null-Toleranz und nicht den Hauch einer Ausredemöglichkeit. Und das war und ist gut und richtig.

    Ferner: Insbesondere auch in politischen Kreisen scheint jede Art von Ethos, Redlichkeit, Ehrenwortspirit, Anstand, das Einstehen für Redlichkeit / Worthalten usw. auf der Strecke geblieben zu sein. Dies ist eine mehr als ungute Entwicklung. Das färbt ab auf unsere Kinder. Ja, es ist eine Art Krebsgeschwür. – Wieso sollte also ein Schüler z. B. in der Abiturprüfung nicht schummeln dürfen ohne Konsequenzen? „Leistung nicht erbracht!“, hieß das zu meiner Zeit.

    Und dann noch etwas zum Zustand der deutschen Medien allgemein: Es ist Usus, dass ÖRR wie auch Printmedien eine Person durch vermeintlich richtige Behauptungen kaputt machen ( können ). Stellen sich diese Behauptungen dann als falsch heraus, erfolgt keine mediale ‚Großrehabilitierung‘ … Das ist ein Un-Ding. [- Hier sehe ich seit Jahrzehnten nicht nur den Deutschen Presserat, sondern insbesondere auch den Gesetzgeber in der Pflicht!]

    Es ist ferner ein mediales und gesellschaftspolitisches Un-Ding – Idiotie trifft es besser –, dass eine richtige Behauptung deshalb diskreditiert wird, weil sie der ‚vermeintlich‘ Falsche äußert. – Ähnliches gilt für das Stellen / Diskutieren kritischer Fragen, die den sog. falschen in die Hände spielen können / könnten, eben weil sie gestellt werden … Dies ist in der Tat an Idiotie nicht zu überbieten. Dann stellen wir doch alle sofort das Denken ein, gell?

    Mit freundlichen Grüßen […]

  4. Ich gehe davon aus, dass Mettbrötchen die Diss nicht selbst geschrieben hat.
    Das Gutachten von Stefan Weber kann man als PDF herunterladen. Es enthält alle umstrittenen Stellen und vergleicht sie mit den Originalen. Zum Totlachen.
    Mario Voigt hat sogar das Dankeswort plagiiert. Er hat es aus der Habilitationsschrift von Prof. Dr. Andrea Römmele abgeschrieben, und nur die Namen geändert. Das ist unglaublich lächerlich. Außerdem hat er aus Wikipedia Stellen zitiert ohne Quellenangabe. Wer macht denn sowas? Der Ghostwriter.

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