
Kernfusion gilt als Hoffnungsträger für saubere, nahezu unbegrenzte Energie, bleibt trotz Projekten wie ITER aber vorerst Zukunftsmusik.
Die Versprechen klingen vertraut: nahezu unbegrenzte Energie, keine CO₂-Emissionen, kaum radioaktive Abfälle, eine Technologie, die gleich mehrere der drängendsten Probleme moderner Industriegesellschaften auf einmal lösen könnte. Kernfusion gilt seit Jahrzehnten als eine Art energetischer Heilsbringer. Und doch ist sie bis heute vor allem eines geblieben: ein Projekt der Zukunft.
Der physikalische Ansatz ist im Grunde einfach beschrieben, auch wenn seine Umsetzung alles andere als trivial ist. Anders als bei der Kernspaltung, bei der schwere Atomkerne zerlegt werden, setzt die Fusion auf das Verschmelzen leichter Kerne, meist Isotope des Wasserstoffs. Dabei wird Energie frei, wie sie auch in der Sonne entsteht. Das Problem liegt nicht im Prinzip, sondern in der Kontrolle dieses Prozesses. Temperaturen von mehreren Millionen Grad, instabile Plasmazustände und enorme technische Anforderungen machen die Fusion zu einer der komplexesten Herausforderungen der modernen Forschung.
Seit Jahren wird an verschiedenen Orten der Welt daran gearbeitet, diese Hürde zu überwinden. Das prominenteste Projekt ist der internationale Versuchsreaktor ITER in Südfrankreich, an dem neben der Europäischen Union auch die USA, China, Russland, Indien, Japan und Südkorea beteiligt sind. ITER soll erstmals zeigen, dass ein Fusionsreaktor mehr Energie liefern kann, als zu seiner Erzeugung notwendig ist. Noch handelt es sich dabei ausdrücklich nicht um ein Kraftwerk, sondern um eine Forschungsanlage.
Der Druck wächst
Parallel dazu verfolgen einzelne Staaten eigene Programme. Auch Deutschland investiert weiterhin in die Fusionsforschung, etwa über Einrichtungen wie das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik. Hinzu kommt eine wachsende Zahl privater Unternehmen, insbesondere in den USA, die mit neuen Konzepten und deutlich ambitionierteren Zeitplänen arbeiten. Einige dieser Firmen versprechen bereits in den 2030er-Jahren erste kommerzielle Anwendungen.
Auf politischer Ebene wird diese Entwicklung zunehmend als strategische Chance interpretiert. In einer Zeit, in der Energieversorgung nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine geopolitische Frage ist, erscheint die Aussicht auf eine nahezu autarke Energiequelle besonders attraktiv. Entsprechend wird die Forschung mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützt. Allein das ITER-Projekt hat inzwischen Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe erreicht, mit weiter steigender Tendenz.
Gleichzeitig wächst der Druck, konkrete Ergebnisse zu liefern. Die Energiekrise der vergangenen Jahre, steigende Preise und die Unsicherheiten globaler Lieferketten haben den Bedarf nach langfristigen Lösungen verstärkt. In diesem Kontext wird die Fusion zunehmend als möglicher Ausweg dargestellt, nicht als kurzfristige Antwort, wohl aber als strategische Option.
Doch genau hier beginnt die eigentliche Debatte. Denn während die physikalischen Grundlagen unbestritten sind, bleibt die Frage offen, wann und ob, aus dieser Technologie tatsächlich eine wirtschaftlich nutzbare Energiequelle wird. Der Weg von einem experimentellen Reaktor zu einem stabilen, bezahlbaren Kraftwerk ist lang und mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.
Was die Kernfusion so politisch attraktiv macht, ist nicht nur ihr technisches Potenzial, sondern ihre narrative Kraft. Sie verspricht eine Zukunft, in der sich zentrale Konflikte der Gegenwart scheinbar auflösen: Energieknappheit, Klimadruck, geopolitische Abhängigkeiten. Genau darin liegt jedoch auch ein Problem. Denn je größer die Erwartung, desto größer die Gefahr, dass sie als Ersatz für konkrete Lösungen im Hier und Jetzt dient.
Großprojekte haben sich massiv verteuert
Ein Blick auf die Zeitachsen zeigt, wie vorsichtig diese Versprechen zu bewerten sind. Seit den 1950er-Jahren wird an der Kernfusion geforscht und seit ebenso langer Zeit begleitet sie die Prognose, der Durchbruch sei nur noch wenige Jahrzehnte entfernt. Diese „20-Jahre-Formel“ hat sich über Generationen hinweg erstaunlich stabil gehalten. Auch heute finden sich wieder ambitionierte Ankündigungen, insbesondere aus dem privaten Sektor. Start-ups und Technologiefirmen sprechen von ersten marktfähigen Reaktoren in den 2030er-Jahren. Doch zwischen einem experimentellen Energiegewinn unter Laborbedingungen und einem wirtschaftlich tragfähigen Kraftwerksbetrieb liegt eine erhebliche Lücke.
Selbst wenn es gelingt, mehr Energie zu erzeugen als in das System hineingesteckt wird, bleiben grundlegende Fragen offen: Wie stabil lässt sich der Betrieb über lange Zeiträume aufrechterhalten? Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten pro erzeugter Kilowattstunde? Und wie aufwendig ist die notwendige Infrastruktur? Bislang gibt es auf all diese Fragen keine belastbaren Antworten aus dem praktischen Betrieb.
Hinzu kommt die finanzielle Dimension. Großprojekte wie ITER haben sich nicht nur verzögert, sondern auch massiv verteuert. Aus ursprünglich kalkulierten Kosten sind über die Jahre Summen im zweistelligen Milliardenbereich geworden, mit offenem Ende. Kritiker sehen darin ein strukturelles Muster: Eine Technologie, die wissenschaftlich faszinierend ist, aber in ihrer praktischen Umsetzung immer wieder hinter den Erwartungen zurückbleibt, während gleichzeitig die Investitionen weiter steigen.
Auf der anderen Seite argumentieren Befürworter, dass genau solche langfristigen Forschungsprojekte notwendig seien, um echte technologische Sprünge zu ermöglichen. Ohne erhebliche Vorleistungen gebe es keinen Fortschritt. Diese Perspektive ist nicht von der Hand zu weisen. Doch sie beantwortet nicht die Frage, welche Rolle die Fusion in der aktuellen Energiepolitik tatsächlich spielt und spielen kann.
Kernfusion könnte eine wichtige Rolle in der globalen Energieversorgung spielen
Denn während Milliarden in die Entwicklung zukünftiger Technologien fließen, stehen viele der gegenwärtigen Probleme ungelöst im Raum. Steigende Energiepreise, strukturelle Belastungen für Industrie und Haushalte sowie die Frage nach kurzfristig verfügbaren, stabilen Energiequellen lassen sich nicht mit Verweis auf mögliche Durchbrüche in 10 oder 20 Jahren beantworten. Hier entsteht ein Spannungsfeld, das zunehmend politisch aufgeladen ist.
In diesem Kontext wirkt die Kernfusion für manche Beobachter wie eine Projektionsfläche. Sie steht für die Hoffnung, dass sich komplexe Probleme durch technologische Innovation letztlich doch lösen lassen, ohne tiefgreifende Veränderungen bestehender Strukturen. Diese Hoffnung ist verständlich, aber sie kann auch dazu führen, dass notwendige Entscheidungen vertagt werden.
Das bedeutet nicht, dass die Forschung an der Kernfusion sinnlos wäre. Im Gegenteil: Sie gehört zweifellos zu den spannendsten und anspruchsvollsten Feldern moderner Wissenschaft. Doch zwischen wissenschaftlicher Möglichkeit und politischer Instrumentalisierung verläuft eine Linie, die nicht immer klar gezogen wird.
Am Ende bleibt eine nüchterne Feststellung: Die Kernfusion könnte eines Tages eine wichtige Rolle in der globalen Energieversorgung spielen. Ob und wann dieser Punkt erreicht wird, ist jedoch offen. Sicher ist nur, dass sie die aktuellen Herausforderungen nicht lösen wird. Und genau darin liegt die eigentliche Gefahr, nicht in der Technologie selbst, sondern in den Erwartungen, die an sie geknüpft werden.
Quellen
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik – Grundlagen der Fusionsforschung
https://www.ipp.mpg.de/
ITER Projekt – Offizielle Projektseite und Fortschritt
https://www.iter.org/
IAEA – World Fusion Outlook 2024, Überblick zu Stand, Projekten und Kommerzialisierung der Fusion
https://www.iaea.org/publications/15777/iaea-world-fusion-outlook-2024
BMFTR – Förderprogramm Fusion 2040
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/2024/fusion2040_programm.pdf?__blob=publicationFile&v=3





Das „Geschäftsmodell“ der Startups ist bekannt von der Dotcomblase: Erst das Absaugen von Subventionen und Investorengeldern und dann der Börsengang.
So kassieren die „Unternehmer“ doppelt Dumb Money. Danach kann die Bude pleite gehen.
Kernfusion ist gleichzeitig eine riesige Gefahr und eine echte Chance.
Eine Gefahr dann, wenn sie entwickelt wird, um die Wachstumsideologie komplett zu entfesseln. Sie hätte das Potential, die Geschwindigkeit, mit der die globale parasitäre Gesellschaft alle Flüsse der Biosphäre auf sich ausrichtet, soweit zu steigern, dass diese komplett vernichtet wird, bevor den Overshoot begrenzende Effekte wirksam werden können.
Eine Chance, den Entwurf einer für alle Menschen lebenswerten Existenz innerhalb der Tragekapazität unseres Planeten so attraktiv zu machen, dass er politisch konsensfähig wäre.
Laut einem Interview vor ein paar Jahren mit jemand, der an dieser Entwicklung arbeitet wäre es die größte Katastrophe, wenn fertigentwickelt ist.. weil dann die Gelder aufhören zu fließen. Ich hätte den Link speichern sollen.
Andererseits ist Energiegewinnung seit über 100 Jahren so fest in den Händen abseits der Wissenschaft, daß ohne ein Ändern der Verhältnisse kein Fortschritt möglich ist, incl. Dingen die (laut Aussagen von Freunden, die in der Forschung bei zwei Autokonzernen arbeiten) bereits seit Jahren fertigentwickelt sind und nicht in Serie gehen dürfen. Funktioniert, serienreif, bleibt im Giftschrank. Es hängt von jedem einzelnen ab, inwiefern das Weltbild diese Sicht zuläßt, daß wir von oben belogen und getäuscht werden, über Generationen und Kontinente hinweg.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Genau dieser Grundgedanke führte dazu, dass es der Mensch schaffte, innerhalb eines Jahrzehntes seinen Fuß auf die Mondoberfläche zu setzen.
Die Frage ist aber eher, ob es politisch zur Zeit überhaupt gewollt ist, die Kernfusion zur Serienreife zu entwickeln. In Deutschland sehe ich da nicht viel, da setzt man lieber auf Lastenfahrräder und Windrädchen, um die Stromnetze zum flattern und Zusammenbruch zu bringen. Oder auf chinesische Spannungsregler in Solaranlagen.
Was wäre, wenn in Deutschland plötzlich ein funktionierender Fusionsreaktor fertiggestellt würde? Würde der „große Bruder“ das zulassen? Würde er es zulassen, dass sich Deutschland von seinen überteuerten LNG-Tankern abnabeln würde, sich auch nicht mehr in Konflikten beteiligt, wie zum Beispiel in der Ukraine, wo es vor allem um Lithium und seltene Erden für die „Energiewende“ geht?
Ich glaube kaum.
Ob sich ein Fusionsreaktor ökonomisch lohnt, ist erst mal nicht der Punkt. Auch die EEG wurden massiv mit Subventionen gestützt, bis sie „selber laufen konnten“, das kann man auch mit der Fusionsenergie machen, wenn man denn will.
Aber der politische Aspekt wird wohl das größte Hindernis sein, bevor es zur Einführung kommt.
Wie die anderen Kommentare schon zeigen ist der Artikel ausbaufähig.
Zum einen ist ITER wohl bereits jetzt eine Investitionsruine und war wie GroWiAn wohl auch so gedacht, zum anderen scheint das Problem, eine Fusion quasi beliebig lange aufrecht zu erhalten inzwischen prinzipiell u.a. dank gesteigerter Rechenleistung wohl sogar gelöst, zum dritten sind aber die Materialprobleme bei ununterbrochenem Neutronenbeschuss aber nach wie vor vorhanden und möglicherweise prinzipiell nicht zufriedenstellend lösbar.
Viertens fliesst zuwenig Geld in *sinnvolle* Forschung, und fünftens ist eine Ablösung der Energiemonopole durch eine verbilligte Quelle politisch ausserhalb Chinas nirgends erwünscht, und sechstens sind die Gesellschaften und Kulturen vermutlich gar nicht bereit für so eine Revolution.
Deswegen spricht man von der Fusionskonstante: die Kernfusion liegt stets 20-30 Jahre in der Zukunft.
Ja, so kann man das Fazit setzen.
Vor allem aus politischen Gründen liegt die Einführung der Kernfusion, einer unerschöpflichen und überall ausreichend vorhandener Energiequelle, stets 20 Jahre in der Zukunft.
Würde man sie einführen und der Strompreis läge – völlig illusorisch zwar, aber ökonomisch machbar, wenn auch nicht politisch – bei 2 Ct/kWh, würde plötzlich auch E-Mobilität attraktiv werden….
Unterkomplexer Bericht in meinen Augen, der nicht erwähnt, daß natürlich seit vielen Jahrzehnten von der politischen Lobby der Fossilenergiewirtschaft so ziemlich alles getan wird, um Fusionsenergie so lange wie möglich hinauszuzögern. Aber die Subventionen für Steinkohle sind bis wann geflossen? Und wann wurde die Subventonierung der Solarzellenhersteller abgebrochen, mit welchem Effekt? Dasselbe Spiel…
Der technisch fortgeschrittenste Fusionsreaktor der Welt in Greifswald wurde vorsätzlich von der Politik kastriert, indem man dort Forschung mit Fusionsplasma verbot. Natürlich hat man diese Forschung nach München gegeben. Dort wird nun erstmal Forschung an Laserfusion aufgebaut, wieder 10 Jahre geopfert,
Auch möchte man keinesfalls auf die Technologie mit hochradioaktivèm Tritium verzichten. Damit verbunden sind auch notwendige hohe Neutronenflüsse durch die Reaktorwand. Dabei war Fusion als neutronenarm angepreist gewesen – aber ohne Tritium kann man halt keine Wasserstoffbomben bauen… wäre doch auch sehr schade, nicht wahr?
Das einzige, das noch unmöglicher ist als eine kontrollierte Kernfusion, ist das Lase-Schwert aus Star-Wars.
Mir sagte jemand: „Kernfusion ist in 50 Jahren praxisreif. Dieser Satz stimmt immer unabhängig vom Datum an dem er ausgesprochen wird.“
Von diesem Gag abgesehen ist es mit der Kernfusion wie mit der Kernspaltung. Es ensteht punktuell sehr viel Energie, das Problem ist dann die Steuerung und Regelung und die Verteilung.
Weiterhin ist natürlich bei aller ausgefeilten Spitzenforschung die dahinter steckt, der eigentliche Gedanke dahinter von kaum noch zu unterschreitender Primitivität: Wachstum, Wachstum Wachstum, mehr, mehr mehr. dann wird alles gut, irgenwie…
Die könnten es ja mal statt mit Wasserstoff mit der Fusion von Mangan nach Eisen probieren. nochneun
Ich halte die Kernfusion zur gesteuerten Energiegewinnung für nicht machbar.
Eine Technik zu deren Entwicklung seit über 70 Jahren praktisch unbegrenzte Mittel gesteckt wurden, ohne dass dabei jemals vorzeigbare Ergebnisse erzielt wurden.
Kernfusion ist der lebendige Beweis dafür, dass selbst in der Wissenschaft oft nur irrational entschieden wird. Blinder Fortschrittsglauben dominiert eine Szene, die von Erfahrung und Wissen geleitet werden sollte.
Sehr gut, Danke für diesen Beitrag. Nichts ist falscher als die Annahme bei Wissenschaft handele es ich per se um eine rationale seriöse Sache.
Der Regierung Merz ist sich der Sache mit dem Klimawandel schon irgendwie bewusst. Geleugnet wurde er von ihr meines Wissens noch nicht. Allerdings ist er ihr nicht wichtig genug für politisches Handeln.
Wichtiger sind der Regierung Merz dagegen die Profite der Energiekonzerne. Für diese ist der erneuerbare Energien Boom in erster Linie eine profitsschädigende Konkurrenz von Billigstrom durch unübersichtliche Anbieter.
Dagegen setzt die Regierung Merz auf kapitalintensive Methoden zur Energiegewinnung. Eine Fusionskraftwerk wäre da ein echter Sechser im Lotto. Es wäre eine Gelddruckmaschine mit Extraprofiten für die Grosskonzerne. Deswegen werden EE politisch abgewürgt und riesige staatliche Summen vabanque in die Fusionsforschung gesteckt.
Ob Wendelstein wirklich den Spitzenplatz in der Fusionsforschung besetzt, wie oben behauptet, wage ich zu bezweifeln. Der Zohm kann sich sehr gut verkaufen. Allerdings ist durch Wendelstein das Stelleratorprinzip neben dem Tokomakdesign (Iter) zu einer ernsthaften Option für Fusionskraftwerke geworden.
Die Regierung Merz baut fest auf Energiegewinnung durch Geldverbrennung. Wenn man die Inflation genügend weiter anheizt, dann kann man bald auf Geldscheine als Primärenergie zurückgreifen.
Mal, meiner Ansicht nach kontrafaktisch, angenommen, man kriegt das mit der Fusionsenergie irgendwann auf die Kette – sie kommt zu spät, bis dann, und wenn es ’nur‘ 10 Jahre wären, haben sich die regenerativen Energietechnologien so weit entwickelt und verbilligt, dass es für jede erdenkliche Anwendung bereits eine vergleichsweise äusserst preisgünstige Lösung gibt. Daher – Zeit und Ressourcenverschwendung, wir empfehlen die Nulllösung.
Das sehe ich umgekehrt.
Der größte Nachteil von Fusion wäre dass sie nicht dezentral und nur mit massivem Kapitaleinsatz möglich ist und wieder ein Monopol darstellt.
Ein großer Vorteil gegenüber EE wäre aber die sehr hohe Energiedichte und damit insgesamt geringerer Ressourcenverbrauch, zumal auch keine Speicher nötig wären, was alleine schon den Ressourcenverbrauch grob gepeilt halbieren sollte. Tatsächlich ist ja der immense Ressourcenverbrauch der EE ihre Achillesferse und mit ein Grund warum wir nicht 101% EE haben.
Warum wird hier als Illustration für einen Artikel über die Kernfusion der Kühlturm eines Kernfissionskraftwerks gezeigt? Will man damit andeuten, dass auch die Kernfusion mit Abwärmeproblemen zu kämpfen haben wird?
Potentielle Fusionskraftwerke werden ganz gewöhnliche Wasserkocher mit entsprechend schlechten Wirkungsgrad sein, siehe Carnot.
Und die Forschung für brauchbare Blankets hat gerade erst begonnen.
Wenn man sich von den fossilen Brennstoffen ohne Zwang und aus rein ideologischen Gründen selbst abgeschnitten hat fängt man von unrealen Dingen an zu träumen und verkauft das der Bevölkerung als würde es uns schon morgen von der Energieknappheit erlösen.
Das ist genauso unreal wie damals der „Schnelle Töter“ in Kalkar den wir verhindert haben.
Leider haben Sie dort nicht nur meine Zitrone verhaftet.
Es wird Fusionskraftwerke geben, die Frage ist nur, wann.
Bis jetzt sind wir im Bereich der Grundlagenforschung und das für einen längeren Zeitraum.
In der Zwischenzeit ist ITER eine Karotte, die vor unseren Augen hängt und uns von anderen Dingen ablenken soll.
Es gibt nämlich andere Formen der Stromerzeugung, die günstig und zuverlässig sind. Das sind Kernreaktoren, wie sie in China erstellt werden, mit einer Bauzeit von fünf bis sechs Jahren.
Diese Reaktoren sind ein Teil eines umfassenden Energiekonzeptes. Ziel ist die sichere Versorgung mit günstiger Elektrizität, die als Grundlage einer modernen Volkswirtschaft unverzichtbar ist.
Und deshalb gibt es sowohl Fluss- und Pumpspeicherkraftwerke, Gaskraftwerke und alternative Erzeugung als auch Kohlekraftwerke, die durch Kernkraftwerke ersetzt werden sollen. Grund- und Spitzenlast werden hier so kostengünstig wie möglich erzeugt und bereitgestellt.
Früher hätten die Deutschen das auch gekonnt, deshalb waren sie ja auch eine führende Industrienation.
Den nächsten Schritt bereiten die Chinesen auch schon vor. Ein Demonstrationsreaktor für Thorium soll 2035 in Betrieb gehen.
In China ist ein Sachproblem ein Sachproblem und kein Ort ideologischer Grundsatzdebatten, das ist der Unterschied.
https://world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-a-f/china-nuclear-power
https://www.nuclearbusiness-platform.com/media/insights/chinas-nuclear-power-program-a-blueprint-for-global-competitiveness
https://www.world-nuclear-news.org/articles/chinese-msr-achieves-conversion-of-thorium-uranium-fuel#:~:text=The%20experimental%20TMSR-LF1%20thorium,Institute%20of%20Applied%20Physics%20said.
„Den nächsten Schritt bereiten die Chinesen auch schon vor. Ein Demonstrationsreaktor für Thorium soll 2035 in Betrieb gehen.“
Aus welchem Material soll der den gebaut werden?
Auf der verlinkten Seite finden Sie einen Bericht, der den Entwicklungsstand in den jeweiligen Ländern wiedergibt, einschließlich relevanter technischer Daten. Wenn Sie etwas über die Eigenschaften der verwendeten Stähle wissen wollen, sollten Sie ein Tabellenbuch der Industrie benutzen. Vielleicht reicht auch Google.
Wenn Sie den Bericht durchlesen, stellen Sie fest, dass unterschiedliche Materialien/Stähle verwendet wurden. Die Anforderungen sind nicht ganz einfach. Das ist auch sein Feld, in dem Deutschland früher führend war, oder sogar noch sein könnte.
Reactor core. The core of TMSR-LF1 is composed of graphite components,
on which there are fuel salt passages and functional channels. There are
244 fuel salt passages, each with a diameter of 40 mm. The reactor core
contains ten functional channels with UNS N10003 alloy casing, including
six control rod channels, one experimental measurement channel, one
neutron source channel, one fuel loading/unloading channel and one
temperature measurement channel
The main reactor vessel. This is composed mainly of a cylinder assembly
and a roof assembly. The cylinder assembly mainly consists of a flange, a
straight cylinder body, a lower head and an inlet and outlet pipe of cooling
salt loop. The flange and straight cylinder body are made of UNS N10003
ring rolled pieces. The flange is the supporting part of the whole reactor.
The straight cylinder body is composed of a barrel stiffener and a barrel.
90The roof assembly mainly consists of the top head and the upper channel’s
socket. The top head is a butterfly head, welded with the pipe seat of the
related channels.
https://www.iaea.org/publications/14998/status-of-molten-salt-reactor-technology
„Und doch ist sie bis heute vor allem eines geblieben: ein Projekt der Zukunft.“
Nein!? – Doch!! – Ohh!!! (https://www.youtube.com/watch?v=WJlZLG9UXSY)
Ansonsten ist die Fernfusion bereits kommerziell im großen Maßstab etabliert.
Warum gründen die Atomtod-Gläubigen nicht eine Kirche?
Sie könnten dort regelmäßig miteinander kuscheln, sich Atomkekse zum Abendmahl reichen, sich als Glaubensgemeinschaft kollektiv auf die ferne Zukunft vertrösten, an dem sie endlich das Licht einer echten Kettenreaktion sehen. Sie müssen nur ganz fest dran glauben, dann wird es auch eines Tages wahr!
Das wäre auf jeden Fall die billigste und gesündeste Lösung für alle.
Da in Deutschland Kirche und Staat bekanntlich nicht getrennt sind, könnten sie sogar, wie bisher, mit Subventionen für ihre Weltanschauung rechnen.
Da sich die EU selbstverstümmelnd vom billigenrussischen Gas & Öl abgeschnitten hat und die „Freunde“ aus Übersee vor allem mit ihren Lieferungen an fossilen Energieträgern Gewinnmaximierung, bleibt Europa um wettbewerbsfähig zu bleiben eigentlich nur 2 Optionen:
– Alternative Energie mit (!!!) ausreichend Speichersystemen, also Großbatterien
– Kernfusion
Er wäre also nötig sowohl massiv in die Forschung von Batterietechnik (und am besten mit einem Ersatz für Lithium)
und Kernfusion zu investieren. Aber dazu scheint inzwischen weder der politische Wille vorhanden noch die Resourcen übrig zu sein. Man investiert lieber in Rüstung und wettet auf das Projekt Rohstoffraum Ost.
Die Forschung an Krebs, Demenz oder Atherosklerose, die Bekämpfung von Viren haben in den letzten 100 Jahren ebenfalls überschaubare Ergebnisse erbracht. Also alles einstampfen, weil bring eh nix?
Von allen idiotischen Ideen Geld zu verschleudern ist Forschung an ambitionierten Zukunftsprojekten noch die sinnvollste. Nicht nur wegen der technologischen spin-off Effekte, sondern auch wegen des positiven Einflusses auf die intellektuelle Beweglichkeit der Gesellschaft. Selbstverständlich löst die Kernfusion nicht unsere aktuellen Energieprobleme aber vielleicht wollen wir unseren Nachkommen ja noch etwas anderes hinterlassen als Schulden und Umweltzerstörung.
Strom aus Fusionskraftwerken soll, sofern das jemals funktioniert, an die 10 Ct/kwh kosten.
Baut man PV großtechnisch schon heute in der Brd liegen wir bei Kosten von 3 ct/kwh. Dazu noch BESS nur für den Teil nachts nochmal 3 ct/kwh. Aktuell gibts 720 GW Netzanschlußanfragen für BESS, wenn nur ein kleiner Teil davon real wird so kann man mehr als zufrieden sein. Ausgaben für redispatch fallen komplett weg – ohne teuren, überflüssigen Stromnetzausbau. Für Dunkelflauten die in der Realität nicht zwei Wochen dauern sondern nur wenige Tage gibts Gaskraftwerke, also diejenigen die schon in der Brd stehen und meist auch abgeschrieben sind. Letztere müßten volkseigen sein damit nicht noch horrende Profite draufgeschlagen werden, schließlich ist es Daseinsvorsorge. Das bißchen Erdgas für einige Tage im Jahr sollte dann auch kein Problem sein.
Es ist also gelaufen, zum Nachteil der Fusionsenergie. Schade um die Subventionsmilliarden, denn für 1 GWh Na-Io-BESS zahlt man in 1-2 Jahren nur noch 100 Mio Euro und künftig noch weniger.
„Temperaturen von mehreren Millionen Grad, instabile Plasmazustände und enorme technische Anforderungen machen die Fusion zu einer der komplexesten Herausforderungen der modernen Forschung.“
Und ein Punkt davon ist unüberwindbar: die Temperaturen.
Die Ingenieurskunst steht da vor dem Zielkonflikt, diese Temperaturen erzeugen zu müssen (nur so geht Kernfusion) und diese Temperaturen nutzen zu wollen und sie dazu auskoppeln zu müssen. Wie soll das gehen? „Kontaktlos“, also ohne Wärmeleitung und Konvektion, also ohne „Wärmeaustauscher“, geht das nur über Strahlung. Und die ist aus der Nähe zu stark und größere, ausreichende Entfernung kann in einer Anlage nicht realisiert werden.
Übrigens ist die angeblich geringer Anfall von Radioaktivität auch so eine Mär. Ebenso wie die „neuen, sicheren, billigen, nachhaltigen Atomkraftwerke“, die aktuelle beworben werden. Ua von Kill Gates.
Wir werden nur noch komplett verarscht.
Großforschungsanlagen, von CERN über Desy, Ligo und Virgo bis hin zu Fusionsversuchsanlagen, sind zu nichts weiter verkommen als zu Spielzeugen von ihre Pfründe und Luxusleben sichernden „Wissenschaftlern“. Der Wissenschaftsbetrieb hat sich zu einem Kastenwesen entwickelt, das nur noch dem Selbsterhalt und der Selbstversorgung dient. Unterstützt wird das alles von Politik, Wirtschaft und Superrreichen so lange diese „Wissenschaft“ ihre Aufgabe erfüllt, die großen Lebenslügen der Menschheit fortzuführen (Modernismus, Futurismus, das angeblich kurz bevorstehende Technoparadies auf Erden) , damit das System der Ausbeutung und Bedrückung aufrecht zu erhalten.
„sind zu nichts weiter verkommen als zu Spielzeugen von ihre Pfründe und Luxusleben sichernden „Wissenschaftlern“. “
Da haben sie völlig Recht. Diese Leute sind bei aller Intelligenz infantile Egomanen.
Aber genau da kommt ein Punkt ins Spiel, den Sie nicht erwähnten. Warum ist speziell für diese Forschung unbegrenzt Geld da ? Weil die im Hintergrund die das Geld geben, sehr genau beobachten was diese kindischen Wissenschaftler da alles raus bekommen und was davon als Waffe oder Herrschaftstechnik nutzbar ist.
Da kommt aber schon lange nichts mehr raus. Also aus der superteuren „Grundlagenfoschung“. Unter der Hand wird in seriösen Forscherkreisen geklagt, dass seit 60-70 Jahren kein wirklicher Erkenntnisfortschritt in der Physik stattgefunden hat. (Siehe etwa Sabine Hossenfelder, „Lost in Math“) Man schaue sich nur mal das irre, völlig unnütze Zeugs der „Stringforschung“ an. Oder so „Wissenschaftler-Star“ wie ein Max Tegmark – außer Geblubber nichts gewesen.
Die Superreichen investieren wohl auch kaum in diese Sektor. Das bleibt der „öffentlichen Hand“ überlassen. Also unser Geld wird dort verbrannt. Und liest man ein Buch von so einem „Wissenschaftler“ so steht dann explizit oder inplizit vorne, in der Mitte oder hinten drin: um Fortschritte zu erzielen bräuchte man noch größere, noch teurere, noch ernergieintensivere Geräte. Das ist ALLES, was denen für die Zukunft einfällt.
Wer über Kernfusion schreibt, ohne vermutlich die Arbeit des Safire Project auch nur zu kennen, ist das Gelesenwerden selten wert.
Aber Safire findet ja auch nicht in einer Uni statt, und ist daher nicht „wissenschaftlich“.
Macht aber auch nichts, denn sie werden weltweit von genügend Menschen ernst genommen, um irgendwann plötzlich an der Oberfläche zu erscheinen. Dann wird die Fachwelt Augen machen…
‚Kernfusion könnte eine wichtige Rolle in der globalen Energieversorgung spielen‘
Könnte, hätte, sollte, müsste…
Leider ist die Kernfusion seit der Erfindung der Wasserstoffbombe das ultimative Billionengrab, ohne dass aus ihr jemals praktisch nutzbare Ergebnisse generiert wurden. Abgesehen von der Wasserstoffbombe ist die Technologie für die Menschheit zu friedlichen Zwecken ungeeignet, weil sie technisch nicht umgesetzt werden kann. Hätte man das ungeheuer viele Geld (um zum Konjunktiv oder dem frommen Wunsch zurückzukehren) doch nur in die Rettung unserer Biosphäre investiert, statt es derart oder in gleichfalls hoffnungslose Marsraketenevakuierungsprojekte für Billionäre zu investieren!