Die Cisnormativität des Doktortitels ist unerträglich

Doktortitel-Manufaktur
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Es ist nun endgültig an der Zeit, über jene bedauernswerten Menschen zu sprechen, die im falschen Körper stecken und daher von der Gesellschaft diskriminiert und geächtet werden: Menschen, die sich als Doktoren fühlen, es aber nicht sind. Eine Glosse.

Die Affäre um die nicht berechtigte Führung eines Doktortitels von Mario Voigt, macht es notwendig, über einen Kreis von Menschen zu sprechen, der es schwer hat in dieser unserer Gesellschaft. Es handelt sich dabei um Personen, die sich mit einem tragischen Schicksal konfrontiert sehen: Sie betrachten sich in etwa ab dem frühen Erwachsenenalter deutlich als Doktoren – und richten ihr Leben danach aus. Damit verbunden: Der Griff zu illegalen Mitteln. Das Plagiat, die Grundlage jeder Titelerschleichung, wird von Fachleuten gemeinhin als Einstiegsstraftat – Verletzung von Urheberrechten, um genau zu sein – bezeichnet, die bisweilen weitere Schandtaten nach sich zieht: etwa das Belügen der Öffentlichkeit oder die Beeinflussung von Prüfkommissionen.

Der Weg in Illegalität wegen einer intoleranten Gesellschaft

Die Betroffenen sind nicht seit ihrer Geburt mit der Akademikertiteldysphorie konfrontiert. Sie bildet sich erst im Laufe der Adoleszenz heraus – teilweise sogar erst in der Spätphase der Adoleszenz. Immer stärker verspüren diese Menschen dann die Gewissheit, einen Doktortitel vor dem Namen führen zu müssen. In seltenen Phasen der Klarheit, beurteilen sie ihre Situation jedoch als aussichtslos, sie spüren, dass sie einen solchen Titel nicht erhalten werden. Die Gesellschaft verstärkt diese bittere Einsicht, wir kommen gleich darauf zurück. Damit sehen sie sich dazu getrieben, auf Umwegen zu einem akademischen Grad zu kommen. Sie schreiben dann exzessiv ab oder engagieren sich jemanden, der das für sie übernimmt – es gibt auch Fälle, in denen ihnen jemand eine Doktorarbeit schreibt, dabei aber nicht oder doch nur sehr wenig plagiiert.

Betroffene leben in einem Zustand von Traurigkeit, Reizbarkeit, Getriebenheit, Unruhe, Anspannung und allgemeiner Unzufriedenheit. Sie fühlen sich im falschen Körper: sie sehen sich als Doktor, als hochangesehene Persönlichkeit, die von so ausgeprägtem Verstand ist, dass ein akademischer Grad die logische Vollendung ihres Werdeganges sein muss. Die biologische Realität ist eine andere – Betroffene wissen davon, dass sie in einem Körper stecken, der ihnen so einen Lebensweg nicht ermöglicht. Hier öffnet sich die Tür zu Illegalität. Man muss festhalten, dass dieser Schritt ursächlich in der Reaktion der Öffentlichkeit zu suchen ist. Sie treibt den Dysphorischen zu solcherlei Aktionen. Es ist die Intoleranz, die diese Menschen auf die falsche Spur bringt – und es ist Produkt eines strukturellen Dilemmas, gleich mehr dazu.

Die Gesellschaft geht teils gnadenlos mit Menschen um, die an Akademikertiteldysphorie leiden. Das heißt, sie tut es erst dann, wenn bekannt wird, dass der Betroffene glaubt, er stecke im Körper eines Doktors, aber gar keiner ist. Solange die Öffentlichkeit nichts von diesem Geheimnis weiß, behandelt sie ihn wie jedes andere Mitglied der Gesellschaft – was den Transdoktor, wie man solche Leute umgangssprachlich nennt, in seinem Wirken bestärkt, die Fassade unbedingt aufrechtzuerhalten. Dem Zustand dieser betroffenen Menschen ist es nicht förderlich, wenn sie bei aufgedeckten Doktordysphorie zusehen müssen, wie beschämend aufgedeckte Vorfälle öffentlich verhandelt werden. Während Mario Voigt nun ins Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung gerückt ist, teils beschimpft und lächerlich gemacht wird, sitzen in diesem Moment vermutlich viele betroffene Menschen kleinlaut zuhause und sorgen sich um ihre Zukunft. Probates Mittel dann: in die Offensive gehen.

Zugang erleichtert: Eine Standarddissertation für alle

Sie werden dazu verdammt, selbst mit dem Finger auf denjenigen zu zeigen, die ertappt wurden. Die gesellschaftlich nicht tolerierte Akademikertiteldysphorie hat zur Folge, dass Betroffene untereinander keine Solidarität an den Tag legen können. Es ist geradezu beschämend, wie die intolerante Öffentlichkeit Betroffene zu Mittätern werden lässt. Ein anderer Umgang mit den Betroffenen ist daher unbedingt erstrebenswert.

Nochmal zum strukturellen Problem, von dem vorhin kurz die Rede war – es lässt sich so zusammenfassen: Es ist die Gesellschaft, die sich anmaßt, Kriterien für die Vergabe von akademischen Titeln festzulegen. Besser gesagt, die Gesellschaft hat die Wissenschaft dazu berufen. Sie entwirft Standards, wann jemand zum Beispiel ein Doktortitel zusteht und wann nicht. Dabei nimmt man in Kauf, dass Menschen, die sich als Transdoktor identifizieren, chancenlos bleiben – sie müssen also gewissermaßen aus Gründen der Notwehr zu Ghostwritern oder Plagiaten greifen. Die Cisnormativität des wissenschaftlichen Betriebes produziert das Unglück jener Menschen, die sich im Körper eines Doktors glauben, aber keine sind. Es wäre daher endgültig an der Zeit, diese diskriminierenden Strukturen aufzuweichen und den Erhalt eines Akademikertitels an Kriterien zu binden, die für jeden umsetzbar sind.

Muss ein Doktortitel denn wirklich diese Art von Weihegrad mit erschwertem Zugang sein? Wieso genehmigt man, im Sinne dieser armen Menschen, nicht die Einreichung eines Plagiats? Besser wäre es, wenn man sich im Wissenschaftsbetrieb auf eine Standarddissertation einigte, die jeder, der gewillt ist, diesen Titel anzustreben, einfach mittels Copy and Paste duplizieren und einreichen könnte. Es ist cisnormative Arroganz, die Identität von einer Urkunde abhängig zu machen. Der Doktortitel muss so niedrigschwellig wie möglich angeboten werden, um auch Transdoktoren den Zugang zu ermöglichen. Eine Kommission sollte jetzt schnellstmöglich eine vorgefertigte Dissertation in einfacher Sprache anfertigen, die dann jedem Doktoranden – auch der Transdoktorand ist ein Doktorand! – zur Verfügung gestellt werden kann. Er reicht sie daraufhin ein und sollte dann innerhalb von 48 Stunden einen Bescheid erhalten, der ihn als Doktor ausweist. Unbürokratisch und schnell. Am Ende zählt nur, was einer will und nicht was einer kann. Alles andere ist totalitär.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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113 Kommentare

  1. Bekommt Annalena dann auch endlich ihren Doktortitel in Völkerrecht, bevor sie zur UNO-Königin der Welt ernannt wird? Der Robert hat ja schon einen.

    Vielleicht sollte das Bundespräsidialamt mal bei Mattel anfragen. Denen gehört ja die Marke UNO.

    1. Doktor ist kein Titel sondern ein akademischer Grad. Den kann man in den Pass als Namenszusatz eintragen lassen. Hingegen ist Professor ein Beamtenttitel, den man in keinem deutschen Pass findet. In der Regel ist der zweite akademische Grad, die Ausfertigung einer Habilitationsschrift meisten die Voraussetzung für einen Professorentitel. In künstlerischen Berufen reicht dazu eine gute künstlerische Leistung. In wissenschaftlichen Berufen kann ausnahmsweise auf eine Habilitation verzichtet werden, wenn eone aüssergewöhnliche wissenschaftliche Leistung erbracjt worden ist. Prominente Beispiele sind Droszen und Lauterbach. Nur mal zur Klarstellung.

  2. Auch Adelstitel kann man sich kaufen oder erschleichen, warum nicht auch einen Doktortitel?
    Offenbar wollen diese Herrschaften mehr SCHEIN als SEIN sein und haben es nötig.
    Der Titel als solcher wird natürlich entwertet.

    P.S. Auch sein Professortitel soll ihm entzogen werden. politische Konsequenzen wird das für ihn aber nicht haben,selbst wenn er zurücktreten sollte. Irgendwann wird er auf einem lohnenden Pöstchen wieder auftauchen.
    Er wird nie darben müsen wie Herr Baud und all die anderen Sanktionierten.

    Ist Herr Merz schon mit einer Tüte Gas oder 1 Kilo Watt aus Katar zurück? 🙂

    1. Ist Herr Merz schon mit einer Tüte Gas oder 1 Kilo Watt aus Katar zurück?

      Ja, genau, diese Steuerverschwendung wegen unnötiger Reisen!
      Gas kommt zu genüge aus Merz Hals und Watt gibt’s genug an der Nordsee, wo man ihn versenken sollte.

      @Otto0815
      Vielen Dank, sehr schöne Sprachspielerei, habe ordentlich gelacht 👍

      1. Schon genug, dass die See mit Windkraftwerken und LNG Terminals verschmutzt wird,
        da muß doch nicht auch noch der hoch toxische Merz entsorgt werden.

      1. Zum Glück ist Gert Postel nicht in die große Politik gegangen und ist bei den Doktorspielen geblieben, nicht das Er da heute ein Organ in der Europäischen Kommission wäre.

        1. Ich könnte mir vorstellen, dass der Postel sogar eine Bereicherung für das
          EU Kabinet wäre. Bei all der geballten Blödheit (bis auf Sonneborn) die da
          herumsitzt, wäre es wenigstens noch pfiffig.

    1. Akademikertiteldysphorie. Es gäbe noch weitere Lösungen.
      Es könnte die Akademikertiteldysphorie zur psychischen Krankheit erklärt werden, sodaß in diesem Fall der Erwerb des Titels in die Behandlung fällt und somit legal wird.
      Auch könnten die Unis per Gesetz verpflichtet werden, 2 – 3 Titel pro Jahr als h.c. vergeben zu müssen. Das wäre zwar unter dem gewünschten Niveau, aber besser als gar nichts. Die Vorschläge könnten vielleicht vom Kreis der Fraktionsvorsitzenden des BT kommen, sodaß die Richtigen und nicht Hinz und Kunz ausgewählt werden würden.

  3. Aufgrund seines Doktortitels hatte Mario sogar eine Professor-Planstelle. Kriegt man ja nur, wenn man Doktor ist. Muß der sympathische Mario jetzt das Gehalt zurückzahlen?

      1. Die Arbeiten von Weidel und Wagenknecht sind vermutlich am häufigsten nach Fehlern und Plagiaten durchsucht worden. Ich finde es überaus verdächtig, dass niemand bisher etwas finden Konnte. Es ist doch klar, dass da etwas nicht stimmen kann, wenn alles stimmt. So gesehen ist dann beim Karl alles in Ordnung, weil nicht alles in Ordnung ist.
        Ist doch klar.

    1. Der Mario hat ja dafür gesorgt, das der Ramelow, obwohl abgewählt, noch fünf Jahre an der Macht bleiben konnte. Inklusive der „Corona“ -Verbrechen. Irgendwie muss dem Mario ja sein Judaslohn ausgezahlt werden…

      1. Na ja… diese „Wahl“ war aber auch höchst albern. Wieviel Prozent hatte die FDP im Parlament? 5! Um ein Haar wären die gar nicht im Landtag gelandet. Es gab drei Fraktionen mit mehr Abgeordneten als die FDP. Es war reine „Brandmaurerei“

      2. Eine Abwahl findet in Deutschland nur in ausgesprochen seltenen Fällen statt z.b in Brandenburg ist es möglich Bürgermeister abzuwehren. In allen anderen Fällen endet einfach mal die amtszeit.

  4. Apropos strukturelle Probleme: Wie kommt es eigentlich dass ein „Plagiatsjäger“ wie Weber die Plagiate erkennen und fein säuberlich inkl Quellennachweis auflisten kann, während die welche die Doktorarbeit abnehmen dabei bloss Däumchen drehen?

    Plagierende wird es immer geben. Das sie es so unverschämt tun wie in diesem Fall, zeigt, wie morsch ein nach wirtschaftlichen und politischen Gefälligkeiten ausgerichteter Universitätsapperat ist.

    1. These 1: Die Prüfer sind gleichfalls Plagiatoren und nicht in der Lage, adäquat zu prüfen.

      These 2: Es ist tatsächlich einfacher, eine Doktorarbeit zusammen zu zimmern, als sie auf vollständige Konsistenz zu prüfen. Zudem ist bei der Einreichung einer Promotion die Annahme eines Plagiats sicher nicht der erste Gedanke, von daher finden „Plagiatsjäger“ (grässliches Wort & seltsame Berufswahl) genau das, was sie suchen, denn die Herangehensweise ist eine andere.

      These 3: Ein guter Doktorvater (oder eine Doktormutter) begleitet die gesamte Entstehung der Promotion bis zur Einreichung der Arbeit. Wenn ich mir nur das Ergebnis auf den Tisch legen lasse, ist das letztendlich schlampige Arbeit von der „akademischen Elternschaft“.

      1. These 4: In der unverschlossene Garage des Doktorvaters stand einmal morgens
        plötzlich ein nagelneuer Porsche und kurz vor der Prüfung der Doktorarbeit war das
        blubbern einer neuen Harley zu vernehmen.

    2. Die Professoren kennen ihre Doktoranden und wollen bei ihnen selbstverständlich keine Plagiate, inneren Widersprüche etc. pp. erkennen.
      Die Doktoranden haben vorher Jahre lang bei ihrem Prof die Aktentasche getragen, die Tafel gewischt, den Seminarplan kopiert usw. usf. Dafür bekommen sie dann später ihre Promotion.
      Es ist, wie fast überall, ein Geben und Nehmen.

  5. Wieviel Unglück könnte vermieden werden, wenn wir Doktortitel an den Grundschulen verschenken würden und deutsche Staatsbürgerschaften an den Grenzen. Erst wenn alle Menschen deutsche Doktoren sind, fühlt sich keiner mehr diskriminiert und niemand kann remigriert werden!

  6. Endlich mal einer, der das Problem verstanden und auch eine Lösung anzubieten hat.
    Wobei, man sollte auch den damit verbunden Problemen nicht ausweichen, da dadurch auch Probleme entstehen können, an die man zu denken hat, bevor Schaden entsteht. Was, wenn einer von DEN FALSCHEN die Gelegenheit nutzt, um die Richtigen vorzuführen? So wie ein flüchtiger Nazi eine veränderte Geschlechtsidentität behauptet, die er gar nicht haben kann, da er nicht zu UNS gehört? Dem kann und sollte vorgebeugt werden, in dem wir ein Bundesamt zur Erfassung DER FALSCHEN schaffen, deren diesbezügliche Wünsche prinzipiell nicht angenommen werden. Wir alle verstehen das und es wäre auch in vieler Hinsicht nützlich zum Schutz UNSERERDEMOKRATIE.

    Dr. rer. nat. 1211 (demnächst)

  7. „Dysphorisch“ – allein für die Verwendung dieses, mir bis dato nicht über den Weg gelaufenen psychologischen Fachbegriffes würden dir, lieber Roberto, der „Dr.“ zustehen…😉😅

  8. Eine Möglichkeit zum Erwerb des Doktortitels hat der Autor, dessen Artikel ich übrigens großartig finde, übersehen:
    Wenn man sich einen Adelstitel erheiraten kann, sollte das für die Erlangung des Doktortitels doch umso mehr gelten! Das heißt, das der nach gesellschaftlicher Annerkennung dürstende auf einem Partnerschaftsportal
    mit entsprechenden Klicks die entsprechende Auswahl geboten kriegt.
    Richtig rund wäre es, wenn der geheiratete Doktor noch ein „von“ vor dem Namen trüge, am Besten gar ein Grafentitel als Bestandteil des Namens.
    In unserem speziellen Fall hätten wir es dann mit Herrn Ministerpräsidenten Dr. Mario Graf von Voigt zu tun.
    Der Standesbeamte kann dann bei Aushändigung der Heiratsurkunde gleichzeitig die Erlangung des Doktortitels beurkunden. Nach einer Ehescheidung darf der solcherart erlangte Doktortitel im Besitz des Geschiedenen verbleiben. Das würde viele arme Seelen trösten.
    Im übrigen bin ich sehr dafür, dass wir im Rahmen der Herstellung von Kriegstüchtigkeit den Doktor der Reserve einführen, kurz Dr. d. R., der im Verteidigungsfall das Ausbluten des Doktorpools verhindert, natürlich nur für geeignete Kandidaten, die sich um die geistige Wehrhaftmachung verdient gemacht haben. Kandidaten dafür kämen genug in Frage, also vom Kaliber des unsterblichen Markus Lanz oder dem großen, international anerkannten Militärtheoretiker Anton Hofreiter.

    1. Da ist die Gleichstellung der Frau nach hinten losgegangen.
      Bis vor wenigen Jahrzenten sprach man die Ehefrau eines Promovierten mit „Frau Doktor“ an. Auch viele andere abgeleitete Titel waren in Gebrauch: „Frau Landrat“, „Frau Botschafter“, „Frau Oberst“.
      Diese Ehrungen haben Frauen dann aber weitestgehend verloren.

      1. Wahrscheinlich hat man da schon an die Probleme beim Gendern dieser Titel gedacht.
        Frau Doktorende, Frau Landratende, Frau Botschaffende oder Frau Oberstende. Welche
        Frau würde sich so etwas antun? Wenn der Titel endlich ausgesprochen ist und auch noch
        Adelstitel eingebaut wurden, setzt schon die Wirkung der Botoxinjektion aus und das
        Schlabberkinn fällt ins Sektglas.

    2. „Wenn man sich einen Adelstitel erheiraten kann, ….“
      habe neulich gelesen, weiss nicht mehr wo die Meldung kam, dass der frisch angetraute
      Mann einer Tochter der Ursula vd Leyen den Namen „von der Leyen“ angenommen hat.

    3. Nun, in den 1950er Jahren gab es das noch, da wurde dann beim Bäcker auch schon einmal „Guten Morgen Frau Doktor…“ gesagt, wenn es die Frau des Zahnarztes war (ich berufe mich hier auf Heinz Rühmann Filme). Hat es in der Zahnpastawerbung bis in die 1990er gegeben: „Ich als Zahnarztfrau empfehle…“

      Und ein „von Doktor“ gilt doch eigentlich nur für die Kinder von graduierten Akademikern, oder?

  9. Einen akademischen Titel mit Verwendung von Fremdwissen erschleichen, ist die untere Stufe des Betruges, vergleichbar mit dem Abschreiben vom Nachbar in der Schule, um eigene Wissenslücken zu kaschieren. Das passiert bei der Menschwerdung vor dem Erwachsensein. Manch eine Person wird dabei erwischt und zieht Lehren. Mit jeder höheren Qualifikation und mit jedem höheren Alter wiegt der Betrug schwerer. Es ist dann Vorsatz zum Schädigen der Gesellschaft und zur Überhöhung der eigenen Person. Die erschlichene Qualifikation vermarkten erfordert schon mal eine gewisse Skrupellosigkeit gegenüber ehrlich arbeitenden Konkurrenten, also das Menschsein schlägt dann schon ins Negative. Mit so einem erschlichenen Titel dann ein öffentliches Amt anstreben und annehmen, hat mit dem Menschsein schon nichts mehr zu tun, sondern sucht seinesgleichen im Tierreich, denn dort gibt es sehr wohl auch Gruppen, die gemeinsam für Futter sorgen, es verbleiben Einzelgänger vorrangig unter Raubtieren. An Titel und Amt festhalten und mit einem dubiosem Gutachten den Betrug wegdiskutieren zu wollen, ist dann schon unterste Stufe der Evolution, wenn auch mit scheinbar intelligenten Mitteln. Herr Voigt dürfte letzteres erfüllen, seine Helfer in Thürigen stehen nicht allzu viel höher. Resume‘: Die Denkfähigkeit und das Wissen von der Spezies Mensch erreicht täglich neue Höchststände, der humane Entwicklungsstand täglich neue Tiefststände. Das, was man nun von den Epsteinakten erfährt, untermauert dies. Es könnte sein, dass die Menschheit mittelfristig zum Aussterben verdammt ist, weil sie sich gegenseitig zerfleischt, vorerst noch Reich und „schlau“ gegen Arm und ehrlich, später dann Reich gegen Reich, bis nichts mehr übrig ist.

    1. Mit so einem erschlichenen Titel dann ein öffentliches Amt anstreben und annehmen, hat mit dem Menschsein schon nichts mehr zu tun …
      … mit einem dubiosem Gutachten den Betrug wegdiskutieren zu wollen, ist dann schon unterste Stufe der Evolution, wenn auch mit scheinbar intelligenten Mitteln. Herr Voigt dürfte letzteres erfüllen …

      Kurz gesagt:
      Mario Voigt ist kein Mensch, sondern, als Angehöriger einer darunter befindlichen Evolutionstufe, ein Untermensch!
      Sehr gut!
      Jetzt lassen Sie uns bitte noch hören, welche Behandlung ihm deshalb zuteil werden soll!

      1. Nun, ich würde auf Amtsenthebung und Streichung aller Gelder plädieren, aber es gibt Leute in der Welt, die per Staatsräson von Deutschland unterstützt werden, die mit „Tieren“ bzw. „Untermenschen“ anders verfahren, wobei das mit den dortigen Tieren und der Begriff „Untermensch“ hinterfragt werden sollte.

  10. Ich freue mich schon auf eine neue Komödie von Molière:

    ‚Der eingebildet Promovierte‘

    Aber an und für sich haben wir diese Spezies bereits: Dr. h.c.

  11. warum braucht ein Politik-, und Wirtschaftswissenschaftler, ein Jurist, ein
    Mathematiker etc einen Doktortitel?
    Zwingend notwendig ist selbst im medizinischen Bereich kein Doktortitel.
    Viele Ärzte haben auch keinen.
    Allerdings ist das Erklimmen auf der Karriereleiter ein Muss und dafür müssen Doktor- und Professorentitel her, zur Not wird halt abgeschrieben oder einen Ghostwriter beauftragt und heimlich gebetet, dass es nicht auffällt.

    1. Bei Medizinern war das früher nicht mehr als eine bessere diplomarbeit. Der Titel war gut fürs Image, ist es vermutlich auch heute noch.

    2. Doktortitel zeigt, dass man eine Prüfung zu einer höheren Bildungsebene geschafft hat. Unterschied zu Diplom ist, dass man ihn nicht in einem Schrank aufbewahrt oder in Rahmen setzt und auf Wand aufhängt, sondern es schon beim Namen mitschwingt. Also betrachte ich es als Vorauswahl, der ich als Leihe vertrauen kann. Wenn man irgendwo sich bewerbt, ist doch auch von dem Kriterium ist, ob man Universitäts- oder Hochschulabschluss hat.
      Gerade dieses aber bringt zu seinem Mißbrauch, gerade in Politik. Vielleicht müsste der Politiker sogar verpflichtet sein, den Doktortitel – mindestens vorübergehend – nicht offentlich zu tragen.

      Nicht weniger berüht mich anderes – das gegenteilige Tatbestand. Ich meine die gezielte Prüfung der Doktorarbeit mit dem Ziel den Menschen dahinter politisch aus dem Weg zu schaffen. Es geht nicht nur um aktuellen Fall, ich habe noch gut in Erinnerung Anette Schavan. Damals war ich auf Seite, auf der die Zitaten aufgelistet wurden. Auch in vorliegendem Fall hatte ich kurz die entsprechende Seite besucht. Mein Andruck ist (leider habe ich nicht die Zeit, ausfühlich mit dem sich zu beschäftigen), dass es völlig übertrieben mit Anschuldigungen. Es wird behauptet es wurden fast 50% des Textes aus fremden Quellen zu stammen. Dann lese ich aber ein Floskel: Sehr geehrten Damen und Herre, ich begrüße sie …usw in Erinnerung an …X benannte Person usw. Der Doktor sollte diese Zitat, indem er nur Name der Person geändert hat, geklaut zu haben.
      Wenn ich ein einfaches Tatbestand beschreibe, die schon etliche Leute von mir beschrieben haben, wie groß Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung wäre? Ich denke, theoretisch müsste ein Doktorarbeit etwas neues, neue Sicht auf bestimmte Dinge, auf besitimmtes Bereich bringen. Hat die Arbeit oder nicht? Hat er fremde Ideen geklaut oder nur allgemeine sprachliche Ausdrücke und ähnl.
      PS. Ich habe R. de Lapuente noch in ad sinistram kennen- und werten- gelernt. Hatte ihn auf Neulandrebellen verfolgt und jetzt in Westend Verlag und anderen Medien.
      Er hat spezifische Art zu schreiben, ist erkennbar. Es gelingt nur wenigen. Ich wünsche ihn alles gute.
      PPS: Entschuldigung für die Fehler. Deutsch ist eine Fremdsprache für mich.

  12. > Eine Kommission sollte jetzt schnellstmöglich eine vorgefertigte Dissertation in einfacher Sprache anfertigen, die dann jedem Doktoranden

    Wozu
    es sollte doch reichen sich einfach beim Amt umzumelden.

  13. In Zeiten, in denen sich selbst ein K. Lauterbach „Doktor“ und „Professor“ nennen darf, sind beide Titel wohl maximal entwertet.

  14. Soweit mir bekannt ist „Doktor“ ein Namensbestandteil und kein Titel wie die geschützten Berufsbezeichnungen Ingenieur, Architekt etc.
    Insbesondere in konservativen und Aufsteigerkreisen ist der „Doktor“ eine beliebte Alternative zu ererbten „adeligen“ Namensbestandteilen wie Graf, Freiherr etc. die oft (meistens?) aus einer Unterdrückungs- und Blutspur der Vergangenheit stammen.
    Der ganze Quark gehört abgeschafft!

    1. ……in Österreich seit 1919 verboten aber der Deutsche hängt an seinen Fürsten, Grafen, Barone…..!
      Was wäre Frau von der Leyen ohne ihren Heiko? Wo jetzt sogar ein Schwiegersohn den Namen „von der Leyen“ angenommen hat.
      Adel verpfichtet….🫡

    2. Nein, falsch, der Doktortitel ist Zugangsvorraussetzung zu einer schönen fetten Professor-Planstelle mit BAT, Verbeamtung und allem, was das Leben leicht und schön macht.

    3. Im Grunde genommen gibt es keinen Doktortitel. Der Dr. ist der höchste akademische Grad, denn dafür muß man eine Leistung nachgewiesen haben (zumindest bei den echten (Natur)Wissenschaften). Ein Titel ist z.B. der Professor, zu dem man ernannt wird und der i.d.R. einen Doktorgrad voraussetzt. In früheren Jahren gab es auch Profs, die keinen Doktorgrad hatten.
      Soweit mal dazu. Und zu dem Vogel aus TH. Bei der unterirdischen Politik, die der und seine Spießgesellen machen, gehören alle „Titel“ automatisch aberkannt. Und wenn er dann auch noch betrügt, gehört er vor die Tür gesetzt, bei Verlust aller Ansprüche.
      Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    4. In den 1990er Jahren habe ich es noch erlebt, dass ein mitreisender im Zug vom grenzbeamten mit Herr Magister angeredet wurde, bei der passkontrolle.
      Der Mann kommentierte dass dann kurz danach mir gegenüber: das ist bei uns so eine Art Ersatz für die verbotenen adelstitel.

    5. Nein, es ist ein akademischer Grad. Weder Namensbestandteil noch Titel! Es gibt keine Verpflichtung ihn zu verwenden. Weder beim Dr. noch beim Gegenüber, weder bei der schriftlichen noch bei der persönlichen Anrede. Nicht aufregen, einfach weglassen und ignorieren.

  15. Ich denke die Lösung läge in einer Novellierung (Ausweitung) des SBGG (Selbstbestimmungsgesetzes) dahingehend, daß jedem Bürger neben dem Recht auf geschlechtliche eines auf akademische Selbstbestimmung gewährt wird. Die zuständige Behörde (Standesamt) trägt dann nach einer dreimonatigen Abkühlphase die jeweilige gewünschte akademische Identität (Magister, Doktor, …) in die Ausweispapiere ein.
    Gemäß Art. 13 SBGG macht sich dann strafbar, wer die frühere akademische Identität einer Person enthüllt (sog. Misdoktern), oder ihr die ihr zustehende Anrede (z.B. „Eure Spektabilität!“) verweigert.

    1. Joschka Fischer hat’s vorgemacht
      ohne Abitur, ohne Studium zur Gast-Professur in den USA, Princeton Universität
      und 2010 an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und und und

      1. Tja, man muss nur den richtigen Leuten in den Allerwertesten kriechen. In D geht es zu 20%, na sagen wir wohlwollend zu 30%, ums Können, noch viel mehr geht es aber ums Können-Dürfen.

      2. Joschka Fischer ist Taxi gefahren, hat die Leute verraten und beschissen und hat nie im Leben einen Stein geworfen.
        Der hatte immer Bammel wenn es rund ging und hat sich dann verpisst.
        Ich war nämlich dabei. 😉

      3. Joschka Fischer?
        Ist das nicht der, der der Beleidigung „du Turnschuh“ erst ein Gesicht verliehen hat?

        Btw. »Heinrich-Heine-Universität« ist ja sowas von sarkastisch und für Heine allemal „ehrenrührig“.

          1. Genau, der »I’m not convinced« Schwafeler und Gelegenheits-Farbbeutelfänger (also zu selten).

            Oder auch der »fitter, happier, more productive like a pig in a cage« Marathon-Opportunist.

    1. Sie sind „genetisch privilegiert“ ? Doch nicht etwa ein Abkömmling aus Familien mit heftigem „Ahnenschwund“???

      Jaja, ich weiß schon, das war jetzt gemein von mir….

  16. Das eigentlich empörende ist, daß sich niemand mehr über die Betrüger empört. Es gibt sogar jede Menge Idioten, die meinen, man solle es mit der Jagd auf unsere Politiker nicht übertreiben.

    P. S. Wie war das doch gleich mit dem Pfandbon über 1,50 EUR bei dieser Kassiererin? Und eine Frau aus Thüringen wurde am Arbeitsplatz verhaftet und saß monatelang im Knast, weil sie ihren Beitrag zum Lügenfunk nicht bezahlen wollte.

  17. Danke an Roberto, schon lange nicht mehr so gefeixt…

    Tatsächlich hatte ich mal einen Nachbarn, der sich einen Dr.hc. aus dem Internet gekauft hat und den Titel aber auch noch öffentlich geführt hat. Sämtliche Briefe u. Pakete an ihn waren mit Herrn Dr. hc XY adressiert. An der Dysphorie ist wohl mehr dran als man glauben sollte…..

  18. Menschen ohne Doktortitel sind eine zunehmend diskriminierte Minderheit, die ein Recht auf Opferschutz hat. Es gehört schließlich zum Recht auf Selbstbestimmung, selbst zu entscheiden, ob man einen akademischen Titel führen darf, oder nicht. Die Gewalt gegenüber Menschen, die an ihrem Selbstbestimmungsrecht gehindert werden, ist ein klarer Fall von brutaler Willkür akademischer Titelträger. Daraus folgt die moralische Notwendigkeit des Kampfes gegen alle akademischen Titelträger. Was auch sonst, nieder mit Gesellschaft, es lebe die Polarisierung und der Kampf aller gegen alle.

      1. Genau, es gibt weder das Gesagte, noch das Gemeinte, geschweige denn das mit dem Gesagten Gemeinte … alles andere wäre unwirklich! Wirklichkeit ist, was ich gerade will, egal wer was anderes sagt und meint …

  19. Das Hauptproblem könnte man ganz schnell lösen. Endlich den Doktor nicht mehr in den Meldedaten der Einwohnermeldeämter und Passbehörden führen und aus allen Ausweisen, Pässen und Adressanreden streichen. Dann kann man es nicht mehr zum profilieren, imponieren, hochstapeln und angeben nutzen – und das sind ja offensichtlich die Hauptgründe für das Streben nach diesen „Titeln“.
    Doktor ist ein akademischer Grad und weder ein Titel noch Namensbestandteil. Man muss die Leute nicht damit ansprechen und auch nicht in Adressen oder schriftlichen Anreden verwenden! Also, liebe Mitforisten, fangt an es einfach im Alltag nicht mehr zu benutzen.

  20. Wie immer vortrefflich getroffen von Roberto de Lapuente.

    Wo gefälschte Doktortitel wirklich gefährlich für vertrauensselige Patienten werden ist in der Allgemeinmedizin Dr. med.😜 bzw. bei Ärzten, und arztähnlichen sowie psychiatrischen Berufen im Gesundheitswesen.

    Vor Jahren las ich mal was über einen solchen Fall und – leider – gibt es solche Fälle immer wieder einmal in Deutschland sowie den deutschsprachigen Nachbarländern auch 2026, und darüber hinaus, noch ☹️

    Tipp für den/die Interessierte:

    Einfach mal danach googeln 😉

    Gerade gelesen, dass falsche Adressangaben im medizinischen Bereich sogar ohne Zutun der betroffenen Ärzte geschehen können – diese müssen dies selber korrigieren bzw. melden – beim Adressanbieter, z.b
    dem Telefonbuch- so das Ärzteblatt.

    Ansonsten machen diese Ärzte sich strafbar.

    Gruß
    Bernie

  21. In Deutschland, so habe ich das Gefühl, steht der Titel über der Person, die ihn trägt. Oft genug habe ich beobachtet, welch ehrfurchtsvolle Haltung viele einnehmen, sobald sie einem Dr. gegenüber stehen. Frauen von Ärzten genießen sogar einen besonderen Vorzug. Sie bekommen den Dr. gleich frei Haus geliefert. Denn wie oft habe ich es erlebt, dass sie mit Frau Dr. angesprochen wurden, obwohl sie selbst keinen Doktorgrad besitzen. Wenn man selbst keinen Dr. hat, sollte man also einen heiraten. 😂
    Andererseits kenne ich genügend Doktoren, die gar keinen Wert darauf legen, diesen Grad (denn es gibt keinen Doktortitel) mit sich herumtragen wie einen Heiligenschein.
    Und ich habe Doktoren kennengelernt, die sich außerhalb ihres Fachgebietes als wandelnde Bankrotterklärung in Sachen Allgemeinbildung entpuppt haben, kurz gesagt, den letzten Müll erzählten. Und dieser Müll wurde von den Umstehenden als ein 5 Sterne Menü betrachtet. Das nenne ich Götzenanbetung in Reinkultur.
    Solange Personen aufgrund ihres Titels, in der Gesellschaft den Nimbus der Unfehlbarkeit genießen,
    wird sich an der Geilheit einen solchen unbedingt haben zu wollen, nichts ändern; insbesondere bei den von Herrn De Lapuente erwähnten Personen. Mit den vorgeschlagenen Maßnamen bejaht eher diese Geilheit und hält sie damit als erstrebenswert. Das hilft aber nicht den betroffenen Personen. Sie werden weiterhin unter einem mangelnden Selbstvertrauen leiden und irgendwann feststellen müssen, dass ihr Leben nur aus nichtssagenden Titeln bestand.
    Es sollte sich vielleicht die Einsicht durchsetzen, dass ein Titel, gleich welchen Grades, den Träger für eine Fähigkeit auszeichnet, die er auf einem bestimmten Fachgebiet
    auch wirklich besitzt. Nicht mehr und nicht weniger. Oder sollten wir
    beispielsweise Piloten von Passagierflugzeugen den Zugang zu ihrer Lizenz auch erleichtern, aus falsch verstandenem Mitleid. Hier verlangen wir auch höchste Anforderungen. Egal, welcher Depp er auch sonst sein mag.
    Gut finde ich an dem Artikel, dass gesellschaftlichen Druck, die oft heillosen Anforderungen, denen der heutige Akademiker ausgesetzt ist, beleuchtet wird. So z.B. hat man einem ehemaligen Freund von mir auf der Arbeit ständig vorgehalten, warum er mit. 32 Jahren immer noch keinen Dr. besitzt. Bis er sich ihn dann gekauft hat. Nein, das war nur ein Spaß 😂😂😂. Aber es zeigt auf, was ein Titel für den Einzelnen bedeuten kann.

    1. Ja, wenn es nur 1 Doktortitel wäre bei dem es bleibt 😁

      Manchen Menschen sind Dr. Dr Dr. Dr. oder sogar mehr Dr.-Titel nicht genug🙄

      Kein Witz

      Ansonsten sehe ich es wie Sie 😉

      Gruß
      Bernie

    2. „Solange Personen aufgrund ihres Titels, in der Gesellschaft den Nimbus der Unfehlbarkeit genießen,
      wird sich an der Geilheit einen solchen unbedingt haben zu wollen, nichts ändern; insbesondere bei den von Herrn De Lapuente erwähnten Personen.“

      Besonders auffällig ist ja auch der in letzter Zeit inflationäre Gebrauch des Wortes „Experte“, wenn es um eingeladene Gäste in Diskussionen in TV / Radio oder bei der Erwähnung in Artikeln der schreibenden Zunft geht, um der abgelassenen Propaganda einen seriösen, unwiderlegbaren Nimbus zu verpassen…. LOL 😀

        1. Pflichte ich Dir soweit bei.
          Man sollte einen Menschen danach beurteilen, was er sagt, wie er sich verhält, etc. und nicht nach seinen Titeln.

      1. Ein sehr guter Vergleich. Gut erkannt. Vor allem, wie Titel die Seriosität eines Interviews oder
        eines Artikels auf subtile Weise unterstreichen. Und damit natürlich auch die Glaubwürdigkeit. Guter Aspekt.

      2. Hermes335
        Ich glaube, meine Antwort auf Deinen Kommentar habe ich ein bisschen weiter unten gesichtet.
        Beginnt mit: Ein sehr guter Vergleich.

    3. „….ich als Zahnarztfrau empfehle……“
      den Schwachsinn aus der Werbung werde ich wohl nie vergessen. Aber das mit der „Frau Doktor….“ ist mir auch oft genug im Leben begegnet.

      1. Man kann auch nicht wissen, wie jemand reagiert, wenn man ihn darauf hinweist. „Aber Ihr Mann ist doch Doktor“, wäre eine mögliche Erwiderung.
        Mich würde nur interessieren, wie Sie das empfinden, wenn man Sie auf diese Weise grüßt.
        Als unangenehm oder nehmen Sie es eher schmunzelnd zur Kenntnis? Ich würde eher darüber schmunzeln und freundlich zurück grüßen. So hat jeder ein bisschen Freude daran.

      2. Man kann auch nicht wissen, wie jemand reagiert, wenn man ihn darauf hinweist.
        Ich würde deshalb darüber schmunzeln und freundlich zurück grüßen. So hat jeder ein bisschen Freude daran.

      3. Zu beiden Kommentaren von mir. Ich finde die 2. Version besser😂😂
        Irgendwie passiert mir das öfter.
        Dann tippe ich drauf los und schwups, hab ich etwas gesendet, was ich nicht wollte,?Oder was ich wollte wurde nicht gesendet oder gar ganz gelöscht. 😂😂

  22. Ich möchte dann mal Mettbrötchen-Mario dahingehend trösten, dass er immer noch „Onkel Doktor“ sein kann. Dazu braucht es keine Promotion, dazu reicht ein Arztkittel aus dem Kostümladen und die Fähigkeit, ein wichtiges Gesicht zu machen.

  23. „….ich als Zahnarztfrau empfehle……“
    den Schwachsinn aus der Werbung werde ich wohl nie vergessen. Aber das mit der „Frau Doktor….“ ist mir auch oft genug im Leben begegnet.

  24. @ Roberto De Lapuente

    Bin anfangs etwas zerrissen gewesen bei Ihrem Text. Einerseits gibt es (weniger als von sich selbst behauptete) Menschen, die unter Transsexualität leiden und dafür angefeindet werden. Doch ich denke, die würden auch über diesen Text und die darin indirekt persiflierten Poser lachen.

    Denn andererseits ist es ein schweinewitziger Text. Und letztendlich kann, soll und muss über alles gelacht werden können, solange niemand mittels Erniedrigung ausgelacht oder lächerlich gemacht wird.

    Ein Doktor ist nichts anderes als ist ein akademischer Grad, der besagt, dass eine Person in der Lage ist, selbständig wissenschaftlich zu arbeiten. Nicht mehr und nicht weniger und er hat auch nur innerhalb des Wissenschaftsbetrieb seine (berechtigte) Bedeutung.

    Dass es Leute gibt, die einen (gleichgültig welchen) Titel wie eine Schamkapsel vor sich her tragen, ist lächerlich genug, doch genauso peinlich sind Leute, die sich von so einer Schamkapsel tatsächlich bezaubern lassen.

    Jedenfalls Danke für diese gelungene Glosse.

    PS: Dieser Kommentar bildet die Meinung meines Ghostwriters ab, der ich mich vorbehaltlos anschließe.

    1. > „PS: Dieser Kommentar bildet die Meinung meines Ghostwriters ab, der ich mich vorbehaltlos anschließe.“

      Da koennte doch glatt jemand auf die Idee kommen, dass Sie ein waschechter Ghostwriter sein koennten.

      Ich gehe mal daveon aus, dass Ghostwriter Jene sind, die keinen Bock auf das Hierarchiegerangel im Universitaetsbereich haben, sondern ihre Sache einfach aus Freude am Tun ausueben. Schon alleine aus diesem Grunde finde ich sie sympatisch.

      1. Die implizite Frage, ob ich Ghostwriter bin oder war, muss natürlich unbeantwortet bleiben.
        Einerseits ist es ein klandestines Geschäft, was der Wortteil »Ghost« beschreibt. Da verbietet es sich, aus der Torte zu hüpfen und »Tata« zu rufen. Andererseits wäre das Geständnis, kein Ghostwriter zu sein, nach Ihrem Post doch irgendwie eine unnötige Enttäuschung.

        Eine der Motivationen eines Ghostwriters würde ich (rein theoretisch natürlich) als die Möglichkeit bezeichnen, in unterschiedlichen Denk- & Wissenschaftsbereichen ergebnisorientiert zu arbeiten, dem eine vielleicht überbordende Neugier zu Grunde liegt: „Interessantes Thema, da hänge ich mich mal rein.“ Und sie kann auch schnell wieder verlassen werden: „Och ja, so richtig ergiebig ist das auch nicht – und was ist das denn da drüben spannendes..?“

        Eine unbeantwortete Frage ist natürlich bisweilen frustrierend, doch sie regt die Phantasie auf eine Weise an, wie nur wenig andere Dinge es können. 😉

  25. Das akademische Deutschland sollte sich nicht beschweren. Die Zweiklassengesellschaft mit ironisch das Gesicht verziehenden Damen mit absurden Abschlüßen ist längst Realität und nichts Neues.
    Nicht umsonst sitzen im Bundestag nur noch Studierte aller Versagensklassen.
    Hier einmal anzusetzen, ginge über lächerliche Doktortiteldiskussionen weit hinaus, träfe aber die Mitglieder im stillen Einverständnis ebenso und wird deshalb peinlich vermieden.

    1. „… Nicht umsonst sitzen im Bundestag nur noch Studierte aller Versagensklassen…“

      Der Meinung bin ich oft auch.
      Und ich denke, das ist auch so gewollt.
      Nun könnte man einwenden, dass sie durch eine freie und demokratische Wahl dorthin katapultiert wurden.
      Bedenkt man allerdings, wie leicht schon die Meinung des Einzelnen
      durch geschickte Werbung beeinflusst werden kann, stellt sich die Frage, ob an der Wahlurne überhaupt noch freie Meinung-und Willensäußerung stattfindet.
      Aufklärung tut Not.

        1. Was die Gründung einer Partei mit ihrer späteren Existenz zu tun hat, das kann man ja an der SPD sehen. Aber die Diskussion ist insofern müßig, weil es Oberursel gar nicht gibt.

  26. Ich habe Politologie studiert, mit den Nebenfächern Soziologie, Staatsrecht
    und VWL, um das Fach Sozialkunde am Gymnasium unterrichten zu können.
    Politiker müssen überhaupt nichts studiert haben, es gibt überhaupt keinen
    Ausbildungsgang für Politiker, daher ist das Politikersein kein Beruf, sondern
    Hobby für Gestalten, die „gestalten“ wollen, ohne auch nur ein Studium für
    Gestaltung zu kennen, geschweige denn absolviert zu haben.
    Trotzdem sind immer mehr Politiker scharf darauf, sich den Anstrich einer
    fachlichen Kompetenz zu geben, indem sie sich mit Plagiaten selbst promovieren.
    [Ein Doktorand wird nach angenommener Dissertation und Disputation/Rigorosum promoviert.]
    Da ihre Plagiate sie nicht kompetenter machen, benötigen sie unzählige externe Berater auf
    Staatskosten, die Ihnen Vorgaben machen, die den Beraterkonzernen und deren Klientel in
    „der Wirtschaft“ am besten in die Konjunktur passen.
    Politiker sind ungebildete Intelligenzbestien, die ausländische Fachkräfte anwerben und deren
    im Ausland erworbenen Examina nicht anerkennen. Ärzte können sich glücklich schätzen, wenn
    sie nach langem Bangen und Warten wenigstens zur ausgebildeten Pflegekraft deklassiert werden,
    nachdem sie sich als promovierte Putzkraft im OP-Raum bewährt haben.

  27. Glosse hin oder her. Ich wäre ja dafür, grundsätzlich all diese Titel abzuschaffen. Schlicht und ergreifend, weil sie in vielen Fällen, selbst wenn sie auf legitime Weise erlangt worden sein sollten, nichts über die tatsächliche Befähigung eines Menschen aussagen bzw. diese garantieren. Das schafft aus meiner Sicht gesellschaftlich mindestens einen fragwürdigen Vorteil was die Vergabe einer Stelle oder deren Bezahlung angeht. Soweit meine Erfahrung aus erster wie zweiter Hand im Umgang mit Trägern solcher Titel. Dabei habe ich auch die Beobachtung gemacht: je mehr Wert jemand auf seinen Titel legt (z.B. auf die Nennung dessen besteht), desto weniger fachlich kompetent hat dieser sich am Ende gezeigt. Diejenigen, die mir begegnet sind und wirklich sprichwörtlich etwas auf dem Kasten hatten (gemessen an dem, was sie geschaffen oder wozu sie beigetragen haben), war ihr Titel im Alltag mehr oder weniger egal, oder sie besaßen erst gar keinen.

    Von daher halte ich es frei nach Humboldt: Wissen ist ein Gut, das keiner äußeren Legitimation bedarf.

    1. Ich versuche es mal am Beispiel des medizinischen „Doktors“ zu erklären:
      Nein, der promovierte Chirurg operiert nicht notwendigerweise geschickter als der unpromovierte.
      Die Antwort liegt woanders. Es hat sehr lange gedauert die eminenzbasierte Medizin in die Richtung einer evidenzbasierten zu bringen. Wissenschaftliches Denken lässt sich sehr gut im Rahmen einer Promotion vertiefen. Dann kann man auch Studien besser lesen und deren Schwachpunkte identifizieren. Das hat Auswirkung auf die Indikationsstellung und die verwendeten Methoden und verbessert am Ende das Ergebnis.

      Der „Wissensgesellschaft“ Deutschland stünde es sehr gut an, wissenschaftliche Leistungen zu würdigen, anstatt mit Nivellierung alles platt zu machen. Wie D bezüglich Wissenschaft inzwischen im internationalen Ranking steht, lässt sich gut ablesen. Die Promotion, wie weitere wissenschaftliche Leistungen, gehören eher auf- anstatt abgewertet. Dazu muss sie allerdings auch viel strenger begutachtet werden. Vielleicht weniger, dafür besser, dadurch wertvoller.

      Auf ihre private Erfahrung, dass unpromovierte Fachleute viel kompetenter sind als promovierte, will ich nicht weiter eingehen.

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