
Wie Künstliche Intelligenz im Recruiting reale Ungleichheit verschärft.
Der erste Kontakt zwischen Bewerbern und Unternehmen findet heute oft nicht mehr zwischen Menschen statt. Er findet zwischen Datensätzen statt. Lebensläufe werden hochgeladen, automatisch analysiert, verglichen, sortiert. Wer dabei aussortiert wird, erfährt davon meist nur indirekt, als Standardabsage oder gar nicht. Kein Gespräch, keine Nachfrage, kein Mensch.
Was Unternehmen als Effizienzgewinn verkaufen, ist für Bewerber ein Kontrollverlust. Denn die Entscheidung, ob ein Mensch überhaupt eine Chance bekommt, liegt zunehmend bei Systemen, deren Funktionsweise niemand offenlegt und für deren Fehler niemand verantwortlich sein will.
Das Problem beginnt nicht bei der Technik, sondern bei der Delegation von Verantwortung.
In vielen großen Unternehmen entscheidet heute eine Software, welche Bewerbungen überhaupt von Personalverantwortlichen gesehen werden. Diese Systeme scannen Lebensläufe nach Schlagworten, vergleichen Karrieren mit statistischen Erfolgsprofilen und vergeben Eignungsscores. Wer unter eine bestimmte Schwelle fällt, wird aussortiert, unabhängig davon ob Qualifikation, Motivation oder Potenzial tatsächlich fehlen.
Das ist keine Ausnahme, sondern Standard bei internationalen Konzernen, Plattformunternehmen und zunehmend auch im Mittelstand. Der Bewerber merkt davon nichts. Er weiß nicht, dass seine Unterlagen nie von einem Menschen gelesen wurden. Er weiß nicht, warum er abgelehnt wurde. Er weiß nur: wieder eine Absage.
Diese Intransparenz ist kein Nebeneffekt, sondern Teil des Systems.
Diskriminierung ohne Diskriminierende
Eines der frühesten und lehrreichsten Beispiele stammt von Amazon. Der Konzern entwickelte über Jahre ein KI-System zur automatisierten Bewerberbewertung. Das System lernte aus früheren Einstellungsentscheidungen. Das Ergebnis: Frauen wurden systematisch schlechter bewertet. Lebensläufe mit Hinweisen auf Frauenförderprogramme oder weiblich dominierte Aktivitäten fielen durch.
Amazon stoppte das Projekt. Doch die entscheidende Frage lautet: Wie viele Unternehmen bemerken solche Effekte nicht, oder nehmen sie bewusst in Kauf?
Denn der Fehler lag nicht im Code, sondern im Lernprinzip. KI bildet ab, was war. Wenn Unternehmen in der Vergangenheit bestimmte Gruppen bevorzugt haben, reproduziert die Maschine genau diese Realität effizienter, schneller und schwerer angreifbar.
Ein aktueller Fall zeigt, dass diese Probleme längst juristische Dimensionen haben. In den USA wurde gegen den HR-Softwareanbieter Workday Klage eingereicht. Bewerber warfen dem Unternehmen vor, durch KI-gestützte Vorauswahl systematisch ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und ethnische Minderheiten benachteiligt zu haben.
Der entscheidende Punkt ist nicht nur der Vorwurf, sondern die Struktur dahinter. Workday argumentierte, man stelle lediglich Software bereit. Die Entscheidung treffe der Kunde. Die Unternehmen wiederum verwiesen auf das Tool. Niemand fühlte sich verantwortlich.
Genau hier liegt die neue Qualität der Ungerechtigkeit: Diskriminierung ohne Diskriminierende. Kein Personalchef, kein Sachbearbeiter, keine klare Entscheidung. Nur ein System, das „empfiehlt“.
Besonders problematisch wurde der Einsatz von KI bei Video-Interviews. Anbieter wie HireVue versprachen, aus Mimik, Sprache und Gestik Rückschlüsse auf Persönlichkeit, Belastbarkeit und Motivation zu ziehen. Bewerber wurden vor der Kamera analysiert, Scores berechnet, Ranglisten erstellt.
Kritiker warnten früh: Diese Systeme messen keine Eignung, sondern Abweichung von Normen. Menschen mit Akzent, neurodiverse Personen oder Bewerber mit Behinderungen wurden systematisch benachteiligt. Die Technologie suggerierte Objektivität, beruhte aber auf fragwürdigen Annahmen darüber, wie „geeignete“ Menschen aussehen und sprechen.
HireVue zog Teile dieser Technologie später zurück. Doch der Schaden war da. Tausende Bewerbungen waren bereits bewertet worden, ohne dass die Betroffenen wussten, auf welcher Grundlage.
Mehrere Untersuchungen zeigen, dass bereits Namen einen Unterschied machen. Bewerbungen mit „nicht-typisch“ klingenden Namen schneiden bei KI-gestützter Vorauswahl schlechter ab, selbst bei identischer Qualifikation. Das liegt nicht an „böser Absicht“, sondern an statistischer Ähnlichkeit. Systeme bevorzugen Profile, die dem bisherigen Erfolgsbild ähneln.
Wer einen geradlinigen Lebenslauf hat, wer die „richtigen“ Stationen vorweisen kann, wer in das statistische Raster passt, hat Vorteile. Wer Umwege gegangen ist, später eingestiegen ist oder aus anderen sozialen Kontexten kommt, wird schneller aussortiert.
So wird Vielfalt nicht gefördert, sondern systematisch herausgerechnet.
KI bevorzugt KI
Ein besonders perfider Effekt zeigt sich zunehmend im Alltag: Bewerbungen, die selbst mit KI erstellt wurden, passen besser zu KI-gestützten Auswahlverfahren. Struktur, Wortwahl und Logik entsprechen exakt dem, was die Systeme erwarten.
Das führt zu einer paradoxen Situation: Nicht Qualifikation entscheidet, sondern Anpassung an maschinelle Erwartungen. Wer keinen Zugang zu solchen Tools hat oder bewusst darauf verzichtet, hat schlechtere Chancen. So entsteht eine neue Form digitaler Klassengesellschaft, leise, effizient und schwer angreifbar.
Unternehmen betonen gern, dass am Ende ein Mensch entscheidet. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Muster: Recruiter folgen algorithmischen Empfehlungen überdurchschnittlich häufig. Scores und Rankings wirken objektiv. Wer widerspricht, muss sich rechtfertigen.
Die Verantwortung verschiebt sich. Nicht mehr das System muss erklärt werden, sondern die Abweichung vom System.
Diskriminierung ist verboten. Doch KI macht sie unsichtbar. Entscheidungslogiken sind geschützt, Trainingsdaten geheim, Ablehnungen nicht begründet. Bewerber können kaum klagen, weil sie nicht wissen, was gegen sie entschieden hat.
Der Rechtsrahmen hinkt hinterher. Während KI im Recruiting längst Alltag ist, fehlen klare Regeln zu Transparenz, Haftung und Prüfpflichten. Solange das so bleibt, tragen Bewerber das Risiko, nicht die Unternehmen.
KI im Recruiting spart Zeit und Geld. Aber sie erzeugt neue Ungleichheiten, verschiebt Verantwortung und macht Diskriminierung schwerer sichtbar. Das Problem ist nicht Technologie, sondern ihr Einsatz ohne Kontrolle.
Solange Unternehmen Entscheidungen an Systeme delegieren können, ohne für deren Folgen einzustehen, bleibt KI im Recruiting kein neutrales Werkzeug, sondern ein Machtinstrument mit realen Folgen für reale Menschen.
Quellen
Financial Times
„The perils of using AI when recruiting“
https://www.ft.com/content/229983ee-c11f-44fb-8e61-2ac61d8d100a
Reuters
„Mediating disputes in the age of algorithmic hiring“ (Klage gegen Workday)
https://www.reuters.com/legal/legalindustry/mediating-disputes-age-algorithmic-hiring–pracin-2025-12-08/
The Guardian
„People interviewed by AI for jobs face discrimination risks, Australian study warns“
https://www.theguardian.com/australia-news/2025/may/14/people-interviewed-by-ai-for-jobs-face-discrimination-risks-australian-study-warns
AlgorithmWatch
„Diskriminierende KI bei Bewerbungen“
https://algorithmwatch.org/de/diskriminierende-ki-bewerbungen/VoxDev (CEPR)
„AI hiring tools exhibit complex gender and racial biases“
https://voxdev.org/topic/technology-innovation/ai-hiring-tools-exhibit-complex-gender-and-racial-biases
University of Washington
„AI tools show bias in ranking job applicants’ names“
https://www.washington.edu/news/2024/10/31/ai-bias-resume-screening-race-gender/
AP News
„Civil rights agency drops a key tool used to investigate workplace discrimination“
https://apnews.com/article/a2e8aba11f3d3f095df95d488c6b3c40




Wäretwas Wert ist der wird gesucht, der Rest muss sich schon bei den Bewerbungen degradieren!
Ich glaub das ist mit „Soziale Marktwirtschaft“ gemeint oder heißt das Neue-Grundsicherung?
Wobei sich der „Wert“ am Nutzen im Prozess der Kapital-Vermehrung bemisst und nicht primär an den Bedürfnissen der Menschen. Zu meinen, das wäre stellvertretend das Gleiche ist liberale Ideologie und nicht die Realität. Ein Kauf-Rausch auf dem Markt befriedigt nur einen Teil der Bedürfnisse.
Eine „Marktwirtschaft“ kann gar nicht „sozial“ sein???
Doch, die Menschen müssen immer wieder zum Sozialamt!
Haha, der war gut! 😀
Das „Sozialamt“ hat aber nichts mit Markt zu tun, eher genau dem Gegenteil….hat er aber nicht so recht verstanden… ;-)))
Was ist denn das Gegenteil von Markt? 🤔
Jetzt haben Sie mich ins grübeln gebracht. Das Gegenteil von Markt…..
Heute ist ja alles „anti“. Ist es vielleicht Antimarkt?
Das Sozialamt verteilt Güter, respektive den monaitairen Gegenwert nach Bedarf.
Der Markt versucht mit größtmöglichen Gewinn die Güter an den Meistbietenden zu verhökern.
Was ist Wert?
Immer der gleiche Kram?
Dann wird ein Unternehmen immer schlechter und weniger gerüstet für Veränderungen.
Die KI empfiehlt die Vergangenheit und scheitert damit in sich schnell ändernden Umgebungen. Solange das nicht verstanden wird, ist alles vergebliche Streben.
Recruitung ? = Rekrutierung = Personal-
beschaffung. >>> Läuft das nicht gerade wieder in Teutschland? Melden sich nicht
genug, werden „wir“ nachhelfen müssen.
Rechts um, marsch !
Welche „Karriere‘ wird denn angestrebt?
Als Motiv fungiert doch vor allem, durch eine privilegierte Stellung im (strukturell bevorteilten) Unternehmen später nicht „Emtbehrungen“ (Karriere) erleiden zu müssen, wenn sich ein erheblich niedrigeres Einkommensniveau mit größerer struktureller Unsicherheit koppelt.
Unternehmen haben ein Eigeninteresse daran, die passendsten Bewerber zu finden.
Wenn man glaubt, dass die fähigsten und besten immer die passendsten sind, unterliegt man nicht nur vielleicht, sondern sicher eines Irrtums.
Eine auf dem Erkenntnisstand der intellektuellen Avantgarde organisierte Gesellschaft würde keinen erheblichen Zwang schaffen, unbedingt privilegierte Positionen in ihr bekleiden zu müssen, sondern ihr Produktionspotential nutzen, um dem Wohle anderer zu dienen.
Stattdessen schafft sie unnötigen und immer wieder destruktiven Stress, weil die Sichtweisen der Mediokren als zentrale Entscheidungsinstanz zählen.
Mediokre kennen aber oft nur religionistische Standpunkte und sind zu einem tiefergehenden Hinterfragen gar nicht willig. Selbst vorhandene Minifähigkeiten auf einem erweiterten Gebiet kommen dann nicht zur Anwendung.
Eigentlich sollte es ein Kernanliegen alternativer Medien wie Overton sein, solche systemkritischen Denkweisen zu fördern.
Im vorliegenden Beitrag wurde das aber nicht mal ansatzweise erreicht, weil Gerechtigkeit auf einer Nebeninstanz als Mangel angeprangert. würde.
Der Analphabet aus Nazareth war da mal schon erheblich weiter. Seine Worte wurden nur missverstanden oder entstellt. Für einen analytischen Forensiker stellt dies aber kein Problem dar.
Ohne gewisse „Postel´sche“ Fähigkeiten kam man schon früher nur schwer in ausreichend Lohn u. Brot.
Heutzutage ist das aber einfacher, denn anstatt mit Fantasie kann man doch mit KI den Lebenslauf entsprechend aufhübschen…..Merke: KI kann jeder Dummkopf nutzen!
Ich habe mich noch nie irgendwo schriftlich beworben.
Wenn überhaupt, sind die Firmen, respektive deren Adlaten zu mir gekommen um mir einen Job anzubieten.
Das einzige mal, war bei einer Automobil und Motorradfirma, wo ich eigentlich zum Spass ins TC in Offenbach hin bin, nach dem Motto „schaun wer mal was geht“, habe den Personalchef gefragt, ob er einen Job als Testfahrer für mich hat, weil ich das wirklich gut könne und auch von der Technik viel verstehe… und schon saß ich ein paar Wochen später nach einem kurzen Augen, damals 140/140 und Fremdsprachentest (ich konnte ein paar Brocken
japanisch wegen einer meiner Frauen)….im Flieger nach Japan… 😉
Das lief damals alles per Handschlag.
Erst, später habe ich dann in Japan auf der Rennstecke etwas unterzeichnen müssen das war´s.
Du machst dich jetzt überall breit gelle, aber Scheisse, ich habe Recht und das kannst du eben nicht ab.
Wer bezahlt dich eigentlich für die Anschuldigungen die Du hier so ablässt.
Das ist nicht das erste Mal das mir das widerfährt.
Das hatte ich schon mal 2011 als ich noch Admin in einem ganz anderen Forum war.
Der Typ ist dann irgendwann verschwunden, nachdem er praktisch das gesamte Forum gegen sich aufgebracht hatte, aber der schaden war trotzdem irreversibel.
….ich habe schon mal von einem gehört, der damals Testfahrer bei Matchbox war.
Soll immer einen verspannten Nacken und einen steifen Hals gehabt haben, weil
die Schiebedächer so klein waren. Für eine Folgekarriere bei Faller war er dann
doch zu groß.
Du bist wirklich süß mein kleines „Träumerle“ ein famoser Gedankenblitz… ♫
Sehr schön.
Matchbox lag auch mir in den Fingern.
Hat Matchbox auch Motorräder gebaut?
Anekdotisch und damit irrelevant.
Diese „Bei mir lief es immer toll“ Kommentare sind im Grunde ein Kennzeichen für Dummheit. Die entsprechenden Autoren haben das Phänomen nicht begriffen und meinen ihre kleine Existenz sei beispielhaft.
Geht doch bitte zum Psychiater. Der kann helfen.
Is’ mal wieder Tauchalarm? Burbach drückt auf die ganz große Tröte, damit ja kein Auge trocken bleibt. Schickt man die alarmistischen Sätze mal kurz durch die Saftpresse, lässt einen das Resultat glatt verdursten. Kleine Übung: Man ersetze die zahlreichen Umschreibungen des von Burbach bedrohlich gezeichneten KI-Ungeheuers durch den Begriff des Personalsachbearbeiters, meinetwegen hänge man ihm eine geschmacklose Krawatte um, dann erhält man die Schilderung der altbekannten Personalabteilung.
Gut, unser Alarmtaucher vermisst das Menschliche, aber wer sich in den letzten 50 Jahren um eine Anstellung bemühen musste, kann Stapel von seelenlosen Absagen vorzeigen, die, obwohl angeblich von Menschen verfasst, nicht einen Hauch von Mitgefühl oder gar Intelligenz versprühen.
Woher auch? Die Personaler erledigen seit jeher die Wareneingangskontrolle für das industrielle Hochregallager, in dessen Fächern die Ware Mensch zur weiteren Verwendung einsortiert und gestapelt wird. Setzen Sie der KI einen Kürbis auf, schon lässt sie sich von einem Personalchef nicht mehr unterscheiden. Na schön, geben Sie dem Kürbis noch seine Krawatte!
Der Artikel wäre nicht nötig gewesen, die Unmenschlichkeit des kapitalistischen Fleischwolfs hat Bert Brecht bereits vor fast 100 Jahren in eine monumentale Anklage gegossen: „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“. Nicht nur kann Burbach dem Meister das Wasser nicht reichen, egal wie hoch seine Leiter auch sei, er scheitert bereits an der Notwendigkeit, sich dem Kern der Sache auch nur zu nähern.
Der Kern: Im Kapitalismus ist Arbeit eine Ware, die auf dem Markt genau so gehandelt wird wie Eier oder Schweinehälften. Menschliche Regungen galten schon immer als Makel, der die reibungslose Verwertung behindert. Es sind eben nicht die Maschinen, die unsere Arbeitskraft entwerten, es ist die kalte Verwertungslogik des Kapitals. An der prallt bekanntlich jede moralische Empörung ab. Dieses Memo hat dem Burbach wohl noch keiner zugesteckt.
👍
„Der Kern: Im Kapitalismus ist Arbeit eine Ware, die auf dem Markt genau so gehandelt wird wie Eier oder Schweinehälften. Menschliche Regungen galten schon immer als Makel, der die reibungslose Verwertung behindert“.
Stimmt im Prinzip, nicht bei kleineren Unternehmen < 50 Mitarbeitern, bei ganz kleinen sowieso nicht. Aber gerade solche Kleinbetriebe werden aktuell in hohem Tempo entsorgt.
Warum sollte es bei kleineren Betrieben anders sein?
Hat die Firmenleitung überhaupt entsprechende Freiräume?
In kleinen Betrieben ist die Entlohnung meist wesentlich niedriger als in größeren Unternehmen, was auch für die soziale Absicherung gilt.
Kleine Unternehmen haben einen größeren Wettbewerbsdruck, weil die Markteinstiegshürden geringer sind.
Aber die Schuld liegt nicht bei den kleinen oder großen Unternehmen, sondern bei der Gesellschaft, deren Doktrin die Unternehmen nur exekutieren. Lobbyismus von Unternehmensseite funktioniert nur, wenn die Vertreter der Gesellschaft hinreichend unmündig sind, um im Sinne der Gesellschaft und deren Mitglieder zu handeln.
Es ist ganz einfach: in kleineren Unternehmen kennt die Leitung (oft auch der Eigentümer) die Mitarbeiter per Namen, er weiß um ihre Lebensumstände, man feiert zusammen, macht Betriebsausflüge. Gilt natürlich auch anders herum: Die Mitarbeitern sehen, wie sich der Inhaber krumm macht, haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie krankheitshalber fehlen – und ja, oft ist die Bezahlung niedriger, weil die Produktivität … (aber dieses Fass will ich hier gar nicht aufmachen, es geht mir um die eine Aussage: „Menschliche Regungen galten schon immer als Makel“) , die so auf diese Betriebskategorie nicht in jedem Fall zutrifft. Es gibt natürlich auch Fälle, wo der Chef ein Riesenarsch ist und das seine Mitarbeiter spüren lässt, das ist dann direkter, unterdrückerischer als in Großbetrieben – unter „autoritärer Führungsstil“ bekannt.
Das alles ist übrigens keine Theorie, sondern ganz praktische, eigene Erfahrung.
Sie haben natürlich Recht. In bodenständigen Handwerksbetrieben, dem Kleingewerbe und in der „mittelständigen“ Zulieferindustrie kenne ich die Verhältnisse auch: Vorstellungsgespräche übernimmt der Chef, als Personalabteilung fungieren die 2-3 universellen Bürodamen. Der echte Kapitalismus findet woanders statt – und übrigens ganz auf dem Rücken der von Ihnen genannten Firmenkategorien.
genau so ist es – für diese Kategorie wird es zunehmend schwieriger, viele geben auf oder werden „geschluckt“. Deshalb gibt es unter diesen Leuten durchaus Verbündete, was leider in den Kreisen der DKP usw. nicht ausreichend verstanden wird – wenn sie überhaupt Verbündete suchen, woran ich so meine Zweifel habe..
Puh, das wird ein Mienenfeld…
Für das von uns beschriebene Firmenspektrum kenne ich nicht mal eine griffige Bezeichnung – „Familienunternehmer“ oder „Mittelstand“ sind ideologisch verseucht: Große Konzerne wie Oetker, Aldi oder Bertelsmann geben sich familiär, um sich beim Plebs anzukumpeln, oft zählen sie sich gleichzeitig zum Mittelstand. Die KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) engen die Klientel ein, aber dann fehlen mir immer noch die Landwirte und Handwerker, Lohnbetriebe und Selbstständige in der Sammlung.
Sicher ist immerhin, dass sie keine Proletarier sind. In ihrer Selbsteinschätzung zählen sie sich, angefangen vom scheinselbstständigen Alleinunterhalter, ausnahmslos zu den Unternehmern. Für dahergelaufene Schwarz-Weiss-Marxisten auf Klippschulniveau (ich sage nur: TG/IVG/Qana) ist der Fall damit klar: falsche Klasse. Ich bin aber auch erst klüger geworden, nachdem ich mich näher mit der Umverteilung von unten nach oben beschäftigt habe: Verfolgt man die Spur des Geldes, gehören die meisten KMUs plötzlich zur Gruppe der Ausgeplünderten.
Sie selbst sehen sich als Leistungsträger, die vom Staat schamlos ausgenutzt werden. Für viele linke Gruppen leben sie in einer Schattenwelt zwischen den beiden antagonistischen Klassen und werden – schon aus Bequemlichkeit – ignoriert. Unnötig zu erwähnen, dass eine Verständigung über gemeinsame Interessen nahezu unmöglich ist, selbst wenn man den linken Jargon im Schrank lässt.
Eine runde Theorie hab ich nicht im Angebot, es ist, wie ich eingangs stöhnte, ein Mienenfeld.
Ich schlage folgendes vor: Unternehmen, die im Eigentum von Menschen sind, die selbst mitarbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Letzteres könnte man noch genauer fassen. KMU ist da gar nicht so übel, da wird wenigstens geprüft, ob die Anteilseigener, etwa bei GmbHs, doch wieder Großfirmen sind.
Bei Oetker musste ich lachen – das sind Familiendynastien in Milliardengröße. Wenn die ihre Anteile verkaufen, haben sie selbst, ihre Familie auf Generationen hin ausgesorgt. Das sind Familienunternehmen, ja, aber wenn die Oetkers wenigstens die Namen ihrer Führungskräfte kennten, würde mich das sehr wundern. Sie kennen nur die des engsten Kreises (zwei, drei Dutzend vielleicht?).
Ihr Vorschlag wäre ein Anfang. Besitzverhältnisse, Mitarbeiterzahl oder Umsatz sind jedoch keine hinreichenden Kriterien für die Grenzbestimmung zur Klasse der Bourgeoisie. Also: mit wem sitzen wir – zumindest potentiell – im selben Boot, wer zählt zum Klassenfeind?
Stellen Sie mir eine konkrete Dreherei mit 30 Mitarbeitern vor, könnten wir uns darüber sicher schnell einigen. Vom Landwirt, der zwar riesige Umsätze mit einem stattlichen Maschinenpark macht, aber seine Frau (neben der Fron auf dem Hof) zur Lohnarbeit schickt, damit die Bank nicht den Daumen senkt, ganz zu schweigen.
Wir Beide wissen genau was wir meinen, aber ich bin unfähig, dies in allgemein verständliche Aussagen umzumünzen. Das Konkrete funtkioniert, die Abstraktion – nicht.
Solange man einem Enteignungs-Fetisch frönt, anstatt die Produktionsmittel dahin zu trimmen, für das richtige verwendet zu werden – die Deckung der Bedarfe, vor allem der existenziellen – wird das nichts werden. Das mit der passenden Rendite kann man in Zeiten negativer Realzinsen ziemlich einfach klären. Für Schwäbische Hausfrauen zwar nicht, aber die sind nicht von Belang.
@Luck
Der Enteignungs-Fetisch? Dass ich da nicht selber drauf gekommen bin! Der erklärt natürlich alles – nur nicht, was ich wissen will. Wenn Sie auf Fetische stehen, trollen Sie sich besser unter den Weihnachtsbaum – Sie wissen schon: HoHoHo mit dem Schlittenelch und Ruprechts Rute…
Ihr Post weiter unten als Antwort auf @Routard fängt wenigstens irgendwie mit dem Thema an, über das wir hier plaudern. Mit der Resourcennutzung und den Steuerberatern sind Sie aber endgültig neben der Spur, und mit Bernd dem Brot hat das Ganze überhaupt nichts zu tun. Von den dummen Kapitalisten mit benebelten Sinnen fange ich gar nicht erst an, da müssen Sie nach dem Aufstehen wohl die falschen Pillen erwischt haben.
Immerhin: Nett, dass Sie uns helfen wollten.
Danke @Jenseits von Böse – mir fehlten buchstäblich die Worte,, ratlos, wo und wie ich so etwas einordnen soll.
Sie kennen das vielleicht: Man sitzt ruhig am Frühstückstisch, denkt noch an das Buch, das man gerade gelesen hat, schaut schnell noch, mit der Kaffeetasse in der Hand, in Overton rein, ob es etwas Neues gibt – und genau da kommt @Luck um die Ecke…
Lieber @Luck, nicht böse sein, aber dieses Thema müssen wir auf nächstes Jahr vertagen.
Keine Ursache, @Routard. Wir Brotbäcker müssen schließlich zusammenhalten. Besagter Luck ist mir bereits bekannt, seit er mal versuchte, im Windschatten von TG/IVG/Qana seine Weisheiten unter’s Volk zu bringen. Das sorgt für Irritationen, aber ich glaub’ er meint es nicht bös.
Der grundsätzliche Unterschied ist, dass in kleinen Betrieben der Firmenchef freier handeln kann, weil er keinem rechenschaftspflichtig ist. In größeren Unternehmen mit klar definierten Verantwortungsbereichen, orientiert sich ein Vorgesetzter an seinen Vorgaben.
Zwischen Groß- und Kleinbeteieben kann die Entlohnung schon mal um das Doppelte differieren. Und dabei reden wir noch gar nicht vom Management. Da geht dann die Schere noch weiter auf.
Großbetriebe profitieren stärker von economies-of-scale-Effekten. Wenn dies auch kleine Betriebe, etwa im Software-Bereich, betrifft, dann steigen auch die Entlohnungen dementsprechend.
Was ist das große Problem bei kleinen Firmen, vor allem im Handwerk? – Es fehlen zuverlässige und willige Mitarbeiter, die auch mit geringer Entlohnung zufrieden sind, selbst wenn der Zeitaufwand höher als in der Industrie oder in der Verwaltung ist.
Aber die Lobeshymnen auf Kleinbetriebe resultieren sicher nicht auf wirklichen Erfahrungen, welche sich über Jahrzehnte erstrecken. Sobald ein Kleinbetrieb wirtschaftlich ziemlich erfolgreich ist, kommen schon von Steuerberaterseite her Ertragsoptimierungsvorschläge, die meist kontraproduktiv und damit reslitätsfremd sind.
Aber jede Linke, die an der Verteilungsfrage ansetzt und nicht auf die Ebene der Ressourcennutzung schaut, ist dumm wie Brot. Das sind die Kapitalisten zwar auch, aber die können sich auf ihre Profitsucht als Erklärung berufen, weil diese die Sinne benebelt.
Aber solange nicht klar zwischen Geld und Kapital unterschieden wird, kann man sich vieles ersparen.
Nichts an diesem Kommentar stimmt, er bietet nicht mal eine antithetische Perspektive:
vielmehr eine querulantisch geschmäcklerische Selbstdarstellung des Autoren.
Woran liegt’s, wenn man mal von der ferkeligen intellektuellen Physiognomie des Kommentators abstrahiert?
An diesem begriffslos moralistischen Bullshit:
Gehandelt wird Arbeitskraft, nicht „Arbeit“.
Der begriffslos moralistische Bullshit ist so alt, wie die Sozialdemokratie, wie z.B. ein Blick in Marx‘ „Kritik des Gothaer Programms“ zeigen könnte, und hat abstrakt den Grund, daß sozialdemokratische Ferkel die ökonomische Kategorie „Arbeitskraft“ gern in die soziologische Kategorie „Arbeit“ umwandeln, um sich gegenüber dem bürgerlichen Staatswesen eine Anwaltschaft für die Lohnabhängigen anzumaßen … und deren Gewährung gegenüber der Klientel für „fortschrittlich“ oder gar „revolutionär“ ausgeben, zwecks Sicherung ihrer demokratischen Pfründe.
A ja der Meister erleuchtet uns wieder, kompliziert und sinnlos.
Nur weil Sie Ihre Phantasie einer mechanischen technokratischen Ausdrucksweise geopfert haben müssen das nicht alle tun.
„Sinnlos“ – der war gut.
Burbach berichtet von teuren Skandälchen, die zum Gegenstand haben, daß nicht der eine außer Lohn und Brot bleibt, sondern statt seiner der andere, und daß dies nicht so ganz im Sinne der „Verwertungslogik“ sein könnte.
aber wo er recht hat, hat er recht:
Gehandelt wird Arbeitskraft, nicht „Arbeit“.
Bloß dass an der Arbeitskraft der Arbeiter dranhängt, ist das Problem.
Diese „Verteidigung“ ist de facto ein Angriff, weil du meine Kritik auf „Null“ setzt, indem du feinsinnig die Antwort auf die Frage offen läßt: Problem für wen?!
Es ist ein Problem des Anwenders der Arbeitskraft, nicht des Eigentümers derselben!
Und das beschreibst du selbst in deiner strategischen Kommunikation … zur Hälfte:
https://overton-magazin.de/hintergrund/wirtschaft/wenn-algorithmen-karrieren-stoppen/#comment-328602
Dies ist keine Antwort, sondern eine Feststellung:
Wer mich damit bedroht, wie Sie (soviel Distanz muss sein) das getan haben, mir, wenn er könnte, einen Kopfschuss zu verpassen, ist für mich kein Gesprächspartner. Diese Drohung haben Sie in einem zweiten Kommentar noch einmal bekräftigt. Also: Entweder Sie entschuldigen sich in aller Form, oder es bleibt dabei.
„Das ist keine Antwort …“
Zweimal hat mich Routard ansatzlos „Wichser“ geheißen – und was macht er nu‘?
Wichsen!
Ach so: Ich bitte Routard um Verzeihung für die Unannehmlichkeit, die ich ihm mit einem virtuellen Kopfschuss bereitet haben könnte.
unterzeichnet:
TG
Also gut, angenommen, wobei ich der guten Ordnung halber betonen möchte, dass ich dieses Wort, von dem Sie behaupten, ich hätte Sie so geheißen, niemals verwendet habe und auch niemals verwenden werde. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, dass Ihre hermetische Schreibart nicht für dieses Forum geeignet ist, und ich dies für geistige Onanie halte – das ist etwas ganz anders – und dass Sie auch ganz anders schreiben können, habe ich mittlerweile festgestellt. Lassen wir es dabei bewenden und frei nach Franz Beckenbauer: „Schaun mer ma“.
Okay, so ist auch mein „Wichser“ erledigt und zusätzlich merke ich an, mein damaliges Posting an Krim (!) (und indirekt IVG) verdiente, gerügt zu werden, ich gestehe einem Forenten zu, von mir zu erwarten, mich um Nachvollziehbarkeit von Postings an Leute, die sich mit „Hegeleien“ auskennen, immerhin zu bemühen – das hatte ich versäumt.
Konnte nicht mehr korrigieren, deshalb fehlt dieser Punkt:
Da wird der Wahn-Sinn ferkeliger Warmduscherei eines bequem Eingehausten offenkundig: „kalt“.
Schön geschrieben und vor allem Richtig.
Merci. Dafür haben Sie den unvermeidlichen Qana in die passende Schublade entsorgt. Spart mir die Arbeit. 👍
Durchaus nichts neues, wie Bewerbungsverfahren ablaufen. „Diskriminierung“ gab es immer schon. Natürlich muss „diskriminiert“, also unterschieden werden. Neu in unseren woken politischen Zeiten ist, dass Nachteile nicht wegen der vielen Geschlechter oder der „Neurodiversität“ (wat denn dat denn?) passieren dürfen – wenn denn Absagen aus solchen Gründen bekannt würden. Tut es aber eh nicht.
Muss einer dann gleich die große Keule vom Entstehen einer „neue Form digitaler Klassengesellschaft“ hervorholen? Diese unterschiedlichen „Klassen“ haben wir eh: Die Verdienstmöglichkeiten auch bei abhängig Beschäftigten sind bekanntlich enorm verschieden. Ein solches Wording dient somit lediglich der massiven moralischen Entrüstung des auf gewisse Begriffe empfindlichen Lesers und dem vermeintlichen Wissensgewicht des Schreibers – hat aber keine reale Basis. Denn wer sich auf gewisse (akademisch geprägte) Arbeitsmärkte begibt und die Erwartung hat, über einen entsprechenden gut bezahlten Job versorgt zu werden will, der muss halt auch KI bedienen können.
Warum meine Bewerbungen, sagen wir vor 20 Jahren, abgelehnt wurden, habe ich auch nie erfarhen. Die Nutzung von KI vereinfacht die Prozesse für die Unternehmen, und für Bewerber auch. Bei dem großen „Fachkräftemangel“ und der vermutlich sehr großen Anzahl von Bewerbungen spart ein automatisiertes Vorverfahren einfach Kosten. Und ich bezweifle, dass die Kriterien, die die KI bei der Bewerberbeurteilung anlegt, andere sind als die, nach denen Personaler immer schon entschieden haben.
Erledigt. Geht doch noch. (warum kann ich jetzt mein Geschreibsel nicht mehr korrigieren? Ging doch bis neulich.)
Ja, das passiert manchmal hier.
Ruf die Seite ein paar mal neu auf, dann geht´s in der Regel meist wieder!
Was bei mir mitunter funktioniert: Tab schließen, Artikel in neuem Tab aufrufen. Keine Ahnung, warum das so ruckelt.
Auch hier ist wieder Kapitalismus die Ursache.
So lange wir dem Kapitalismus frönen und alles dem kapitalistischen Verwertungsprozess unterworfen ist, kann und wird sich auch nichts bessern.
Viel mehr gibt es hierzu eigentlich nicht zu sagen.
Übrigens, wir hätten dann auch keine Schlipsträger mehr, das müsste eigentlich so einige Leute motivieren.
„Unternehmen betonen gern, dass am Ende ein Mensch entscheidet. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Muster: Recruiter folgen algorithmischen Empfehlungen überdurchschnittlich häufig. Scores und Rankings wirken objektiv. Wer widerspricht, muss sich rechtfertigen.“
Dieser Vorgang betrifft ja nur die nicht von der KI bereits im Vorweg aussortierten! Der Recruiter sieht ja nur die positiven Bewerber. Wenn man nun bedenkt, wieviele berühmte Persönlichkeiten, die beeindruckende Leistungen vorweisen können, Schulversager waren, dann sieht man den KI-Zirkelschluss um so mehr.
PS: Fragwürdiger finde ich es, wenn Gefängnisinsassen von derartigen geistlosen Softwareprogrammen bewertet werden und ihre Entlassung verhindert wird.
Vielfalt fördern? Ach so, und ich Dummerjan dachte bisher, die suchen Arbeitskräfte, Leute, die arbeiten, um die Produktivität aufrechtzuerhalten oder auszubauen, um die Profitmaximierung voranzutreiben. Stattdessen sucht man heutzutage Leute, die Vielfalt präsentieren. Kann sich das eine Firma überhaupt leisten und was ist eigentlich diese „Vielfalt“? Doch keine woken TraumtänzerINNEN, oder?
Vielleicht liegt das ja an dieser ominösen Vielfalt? Also genau das, was Burbach kritisiert? Lugt da eventuell ein klitzekleiner Widerspruch schelmisch aus dem Kellerloch?
Tja, wenn die KI eine geistige und habituelle Inzucht fördert gefährdet sie auch die Firma, die auf den ausgetretenen Pfaden weiterläuft und d in Phasen schneller Veränderungen kein Personal hat, das neue Perspektiven einbringen kann. Geistige Eonfalt statt Vielfalt ist da schnell der Tod der Firma.
Brot backen mit geistiger Vielfalt?
Dass heißt, Menschen früherer Zeiten haben irgendwas, aber kein Brot gebacken?
Aber im Ernst: die dringend benötigte geistige Vielfalt einer Genderprofessx*_innen und -außen erklären sie bitte der Elektrobude während meiner Abwesenheit.
Die Zeiten des Konsums für alle ist definitiv vorbei.
Deswegen, wird ja auch gerade abgewirtschaftet was das Zeug hält.
Die werde alles verkaufen.
So lange bis uns nichts mehr gehört,