Uranhaltige Munition – was ihr möglicher Einsatz in der Ukraine bedeutet

Inflatable uranium barrel outside Bonython Hall, University of Adelaide
Emma Monceaux, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Im Zusammenhang mit dem neuen militärischen Unterstützungspaket der USA für die Ukraine gab es einen Hinweis, dass möglicherweise darin auch uranhaltige Munition geliefert werden soll.

Die nachfolgenden Zeilen beschreiben diese Munition, ihren speziellen Verwendungszweck und die mit einem solchen Einsatz verbundenen Risiken für den russischen Gegner, aber auch für die ukrainische Zivilbevölkerung – und manchmal sogar für die eigenen Soldaten.

Uranhaltige oder sogenannte DU-Munition (Depleted Uranium)

Projektile aus „Uran“ haben ein besonders hohes Geschoßgewicht und durchdringen Panzerungen besser als andere Munition. Dabei handelt es sich genaugenommen um abgereichertes Uran, sogenanntes Depleted Uranium (DU), bekannt auch als Uran-238. Dies ist ein Abfallprodukt, das bei der Erzeugung von Brennstäben oder Kernwaffen entsteht.

Urangeschosse werden als Panzermunition in Form von sogenannten Treibkäfiggeschossen eingesetzt. Ein Beispiel ist die „Munition M 829“, die mit ca. 4,5 kg Uran pro Geschoss im amerikanischen Kampfpanzer „M1Abrams“ Verwendung findet. Als Hartkernmunition kann sie von Maschinenkanonen vom Kaliber 20 mm oder 25 mm eingesetzt werden.

DU-Geschosse sind sogenannte Wuchtgeschosse, die sich beim Aufprall auf ein hartes Ziel „selbst schärfen“. Das bedeutet, die Form verändert sich so, dass die Spitze erhalten bleibt und gleichzeitig schärfer wird. Dadurch und in Kombination mit dem hohen Impuls kann eine Panzerung gut durchschlagen werden. Moderne DU-Geschosse können eine bis zu einem Meter dicke Panzerung durchschlagen. Dabei kommt neben dem hohen Gewicht eine weitere besondere Eigenschaft des metallischen Urans ins Spiel: Es fängt beim Kontakt mit Luftsauerstoff schnell an zu brennen. Das Geschoss schmilzt, und durch das Loch in der Panzerung ergießt sich eine brennende Wolke kleinster Uran- und Uranoxid-Partikel ins Innere des Fahrzeugs.

Beim Einschlag in ein hartes Ziel zerstäubt besonders viel Uran in feine Partikel: Zwischen 10 und 30 Prozent, in Extremfällen bis zu 70 Prozent des Urankerns werden im Inneren eines getroffenen Panzers pulverisiert. Die Partikel entzünden sich, und das Feuer lässt dann meistens die Munition an Bord explodieren.

Solange die Geschosse in den Magazinen ruhen, schirmt die Hülse den DU-Kern zum Schutz der Besatzung ab.

Rechtlich gesehen ist Uranmunition weder eine chemische noch eine nukleare und schon gar keine Massenvernichtungswaffe, sondern eine konventionelle Waffe.

Bislang bekannte Einsätze von „DU-Geschossen“

Munition aus abgereichertem Uran wird von Nato-Streitkräften seit den siebziger Jahren im Kampf gegen Panzer verwendet. Deutschland verfügt – im Gegensatz zu den USA und Großbritannien – über keine derartige Munition. Der Versuch, den Einsatz solcher Munition weltweit durch eine UN-Resolution zu unterbinden, scheiterte.

Aktuell gibt es kaum von den jeweiligen Staaten bestätigte Einsätze von DU-Geschossen, aber klare Informationen über Waffensysteme, die für derartige Munition ausgelegt sind. Geläufige Waffensysteme sind, am Beispiel der US-Armee, das Geschoss M829, das im Kampfpanzer „M1Abrams“ Verwendung findet. Abgereichertes Uran wird zur Panzerbekämpfung mittels einer 30 mm-Bordkanone auch vom amerikanischen Erdkampfflugzeug „A-10 Thunderbold“ – bekannt auch unter dem Namen „Warzenschwein“ – eingesetzt.

Daneben ist DU-Munition auch im Kaliber 20 und 25 mm für Maschinenkanonen in Verwendung. Über diese Kaliber verfügt zum Beispiel der amerikanische Schützenpanzer „Bradley“ und „Stryker“, je nach Version. Auf britischer Seite ist DU beispielsweise in der panzerbrechenden Munition für den Kampfpanzer „Challenger“ enthalten und kam so zum Beispiel im Ersten und Zweiten Golfkrieg zum Einsatz.

Einen guten, wenn auch von den USA und GB nicht abschließend bestätigten, Überblick über den Einsatz von DU-Munition findet man in der österreichischen Zeitschrift „Truppendienst“ vom 26. April 2022.

Auszug, „Truppendienst“ vom 26. April 2022.

Zusätzlich liegen Informationen vor, dass auch die USA in Syrien DU-Munition eingesetzt haben. Am 5. Februar 2018 berichtete die „Welt“ von einem Einsatz amerikanischer Kampfflugzeuge am 16. und 22. November 2015 in der Nähe der syrisch-irakischen Grenze gegen Öltanker der Terrororganisation IS. Mehr als 350 Fahrzeuge wurden bei den beiden Einsätzen zerstört. Erst vor Kurzem gaben die US-Streitkräfte zu, dass dabei zum größten Teil panzerbrechende Uranmunition verschossen wurde. Es war der erste von US-Seite bestätigte Einsatz dieser sogenannten DU-Munition seit dem Dritten Irak-Krieg, der 2003 zum Sturz Saddam Husseins führte. Die britische Regierung hat mittlerweile bekannt gegeben, dass ihre Truppen im Golfkrieg 2003 bis zu 1,9 Tonnen DU-Munition eingesetzt haben.

Folgen für die Zivilbevölkerung und für die Umwelt

Nach dem Ende von Kampfhandlungen blieben zerstörte Militärfahrzeuge in der Regel für unbestimmte Zeit auf dem Gefechtsfeld liegen, und auch das Gelände wird nicht von Munitionsresten geräumt, vor allen Dingen nicht von Geschossen, die in den Boden eingedrungen sind.

Insbesondere die feinen Uranoxidpartikel machen aus den Rückständen der DU-Munition ein Gesundheits- und Umweltproblem, denn auch abgereichertes Uran ist radioaktiv.

Neben dem militärisch erwünschten zerstörenden Effekt entfaltet Uran sowohl wegen seiner Radioaktivität als auch wegen seiner chemischen Giftigkeit eine schädliche Wirkung auf den menschlichen Organismus. Dabei wird die toxische Wirkung auf die Nieren als entscheidend angesehen. Die Uranmunition ist eine Gefahr für alle, die sich militärischen Wracks später nähern. Mediziner befürchten, dass die Uranpartikel eingeatmet werden können, sich in der Lunge auflösen und so in die Blutbahn und ins Gewebe gelangen. Auch über Wunden könne die Substanz in den Körper eindringen und Vergiftungen oder Krebs auslösen. In den Boden geschossene Uranmunition kann Schätzungen zufolge in fünf bis zehn Jahren vollständig korrodieren und das Uran ins Grundwasser abgeben.

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Untersuchungen und Berichte über den Einsatz von DU-Munition, die zum Teil aber immer noch strittig diskutiert werden. Ich beschränke mich deshalb unter anderem auf einen Bericht des in Kanada ansässigen „Uranium Medical Research Center“ (UMRC), dessen Experten im Dezember 2003 zwei Wochen lang die Hauptschauplätze des letzten Irak-Kriegs untersucht haben. Die Experten, die bereits mit ähnlichen Aktionen in Ex-Jugoslawien und Afghanistan für Aufsehen gesorgt hatten, meldeten auch aus dem Irak beunruhigende Erkenntnisse.

In der Umgebung der Stadt Abu Khasib im Südirak etwa, dem Ort einer der wenigen großen Panzerschlachten des Krieges, habe das Niveau der radioaktiven Strahlung das Zwanzigfache des Normalwerts betragen. An einzelnen abgeschossenen irakischen Panzern stellten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben gar das 2500-fache der natürlichen Radioaktivität fest.

„An einer Stelle waren die Messwerte so hoch, dass unsere Instrumente Alarm schlugen und von einer weiteren Annäherung warnten“, sagte UMRC-Vizedirektor Tedd Weymann der britischen Zeitung „The Observer“. „Auf den Panzern spielten zur gleichen Zeit Kinder.“ Zeugen hätten berichtet, dass britische Soldaten nach den Kampfhandlungen das Schlachtfeld von Abu Khasib inspiziert hätten – eingehüllt in Strahlenschutzkleidung. Übersetzer hätten die Bevölkerung davor gewarnt, den Panzerwracks zu nahe zu kommen.

Nach offiziellen Zahlen, so der UMRC-Bericht, verschossen Briten und Amerikaner im Jahr 2003 zwischen 1.000 und 2.000 Tonnen Uranmunition im Irak (also deutlich mehr als in der Übersicht der Zeitschrift „Truppendienst“). Schätzungen anonymer Quellen bei den Vereinten Nationen und im Pentagon gingen dagegen von der zehnfachen Menge aus. Ziele seien nicht nur Schlachtfelder in der Wüste gewesen, sondern auch besiedelte Gebiete bis hin zu Stadtteilen im Zentrum Bagdads.

Die zweite Quelle, auf die ich mich beziehen möchte, ist ein Bericht von Thomas Aders, ARD Kairo, im „Weltspiegel“ vom 03. Februar 2013.

Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an zu überprüfen, wie glaubwürdige befragte Zeugen waren, sondern möchte ausschließlich aufzeigen, welche Folgen der Einsatz von DU-Munition in der Zivilbevölkerung hat. Deshalb gebe ich den Bericht auszugsweise im Wortlaut wider:

„Im letzten Irak-Krieg verschossen die Alliierten hunderte von Tonnen uranhaltiger Munition. Die panzerbrechende Waffe wirkt noch nach Jahren. Um Basra, im Süden des Landes, beträgt die Strahlenbelastung nach Messungen unabhängiger Experten das 20fache des Normalwertes. Vor allem Kinder, die auf den irakischen Panzerwracks spielen, erkranken….

Zehn Jahre nach dem Irakkrieg werden immer mehr missgebildete Kinder beerdigt. Das macht selbst Totengräber sprachlos. `Manchmal beerdigen wir Kinder mit vier Händen, oder mit dreien. Manchmal haben die Körper zwei Köpfe. Es gibt jede Art von Missbildung, die man sich vorstellen kann. Manchmal ist der Kopf völlig deformiert, und die Augen liegen nicht vorn, sondern oben.´

Visite in den Kinderkrankenhäusern von Basra – die Betten auf allen Stationen sind belegt, die Zahl der Krebsfälle ist in den vergangenen zehn Jahren drastisch angestiegen. Gehirntumore, Knochenkrebs, körperliche Missbildungen und immer wieder: Blutkrebs. 1200 junge Patienten in der staatlichen Kinderklinik leiden unter Leukämie, die Überlebenschance beträgt 50 Prozent. .…´Vor 1990 hatten wir etwa 15 neue Leukämiefälle pro Jahr, diese Zahlen sind nach dem ersten Golfkrieg deutlich angestiegen, und nach dem Irakkrieg 2003 bis heute haben wir Rekordwerte von bis zu 200 neuen Fällen pro Jahr´, erklärt die Onkologin Dr. Jenan Ghalib Hassan.

Kinder in Falluja, Bagdad und wie hier in Basra: Opfer des Irakkrieges, noch heute. Amerikaner und Briten, die damals Uranmunition eingesetzt hatten, leugnen jeden Zusammenhang zwischen erhöhter Strahlung und der Zunahme von Krebs. Doch die Ärzte lassen die Fakten für sich sprechen: Erstens die hohe Anzahl von jungen Krebspatienten, zweitens die häufigen Todesfälle, und drittens die extreme Zunahme von Missbildungen. Manchmal schießen selbst die Ärzte ein Foto zu Dokumentationszwecken, wie bei diesem Kind mit Wasserkopf. ´ Solche Fälle sind eindeutig auf den Einsatz von Uranmunition zurückzuführen sagt der Neurochirurg Mahmood Swady. ´Die Krankheiten dieser Kinder sind eine Folge der Kriege im Irak. Solche Patienten kommen täglich zu uns, speziell nach dem letzten Irakkrieg.´

Im Kampf um Falluja, eine Stadt westlich von Bagdad, haben die Alliierten in den Irak-Kriegen 1991 und 2003 1.000 bis 2.000 Tonnen DU-Munition eingesetzt. Die Stadt hat mittlerweile die meisten missgebildeten Kinder weltweit. Etwa 15 Prozent der Säuglinge kommen mit Missbildungen zur Welt. Diese Entwicklung scheint anzuhalten, weil die Eltern dieser Kinder in ihrer Jugend mit uranhaltiger Munition in Berührung gekommen sind.

Der ehemalige deutsche Umweltminister und spätere Direktor des „UN Environment Programme“ (UNEP), Klaus Töpfer, kritisierte bereits in der Rheinischen Post vom 11. Januar 2001 den nachlässigen Umgang der NATO mit Munitionsresten im Kosovo. Der Leiter der UNEP- Balkan-Task-Force, Pekka Haavisto erklärte nach dem gemeinsamen Besuch vor Ort:

„Wir waren sehr überrascht, als wir panzerbrechende Munition entdeckten, die im Kosovo einfach so herumlag – an Orten, wo Kinder spielten und Kühe grasten.“ Die Zivilbevölkerung sei von der NATO zwar vor Minen gewarnt worden, aber nicht vor Uran-Munition. „Nicht einmal die elf Stellen, die von UNEP untersucht wurden, waren markiert“, kritisierte Töpfer.

Die schon damals von Klaus Töpfer geforderte detaillierte Untersuchung der Spätfolgen vom Einsatz uranhaltiger Munition hat bis heute nicht stattgefunden, so dass letztlich immer noch darüber diskutiert und auch gestritten wird.

Zusammenfassende Bewertung

Sollte sich der Hinweis bestätigen, dass die USA uranhaltige Munition an die Ukraine liefern oder eigene Schützenpanzer damit ausrüsten und gegebenenfalls auch die Briten mit ihren Challenger-Kampfpanzern die durchaus übliche uranhaltige Munition verwenden wollen, muss das vor dem Hintergrund der vorliegenden Erkenntnisse zum Schutz der Soldaten und vor allem auch der Zivilbevölkerung verhindert werden.

Soldaten in getroffenen Panzern verbrennen bei lebendigem Leibe, und der Einsatzraum dieser Munition bleibt für einen noch nicht genau zu definierenden Zeitraum vergiftet, nicht zuletzt, weil ja auch immer wieder Geschosse, die ihr Ziel verfehlt haben, bis zu einer Tiefe von sieben Meter in den Boden eindringen. Hinzu kommt, dass es auch in der Ukraine nicht ausgeschlossen werden kann, dass Kinder auf abgeschossenen russischen Panzern herumturnen, die ja nach einem Gefecht für lange Zeit einfach liegen bleiben.

Die Bundesregierung sollte sich umgehend darüber informieren, ob es den Einsatz uranhaltiger Munition geben könnte und gegebenenfalls alles dafür tun, dass dieser ausgeschlossen wird.

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34 Kommentare

  1. „Die Bundesregierung sollte sich umgehend darüber informieren, ob es den Einsatz uranhaltiger Munition geben könnte und gegebenenfalls alles dafür tun, dass dieser ausgeschlossen wird.“
    Blödsinn, das einzige, was etwas ändern könnte, wäre, wenn der Gegner entsprechend reagiert und die Gefahr besteht, dass Washington, Berlin und London ebenfalls so etwas abbekommen. Auf Vernunft im Westen zu hoffen, ist der Höhepunkt von Idiotie. Der Westler versteht nur Stärke, wenn die jemand hat, dann wird er ganz freundlich, geradezu hilfsbereit – ein perfekter Fahrradfahrer, nach oben buckeln, nach unten treten.

    1. Top Antwort,
      auf den Einsatz von DU Munition diesen mit Plutoniumbomben zu vergelten!

      Nuke them, Nuke em all back vielleicht verrät uns ja PzH. 2000 (der Panzerquartett Spieler) wer am Ende für immer Gewinner ist !?

      1. „Top Antwort,
        auf den Einsatz von DU Munition diesen mit Plutoniumbomben zu vergelten!“
        Wie geschrieben, Nettigkeiten oder Verhandlungsbereitschaft sieht der Westen als Schwäche an und eskaliert weiter. Am Ende steht dann eh der Atomkrieg an. Verbrechen müssen schnell und hart bestraft werden, sonst eskaliert alles immer weiter und man steht am Ende an einem Punkt, den man nicht wollte. Hätte Russland den Putsch in der Ukraine 2014 schnell unterbunden, würden 200.000 Menschen noch leben. Und das ist das Problem, die Menschen haben die Prokrastinieren, die verstehen nicht, dass das Problem sich meist nicht von selbst löst, sondern noch größer wird.

        1. „Verbrechen müssen schnell und hart bestraft werden, sonst eskaliert alles immer weiter und man steht am Ende an einem Punkt, den man nicht wollte“ Russland hätte schon bei dem ersten Gasdiebstahl durch die Ukraine die Energie Lieferungen komplett einstellen müssen. Der Westen ist ja immer noch auf die Russischen Gaslieferungen angewiesen!

  2. Nach Ausbildung an Kriegsgerät und spätestens jetzt, nach Lieferung des Leopard 2, sind wir Kriegspartei – befinden uns erneut im Krieg gegen Russland
    Vom deutschen Boden geht wieder Krieg aus – statt sich für Frieden einzusetzen.

    Nachdem D beide Weltkriege und viel Leid und Mio. von Toten verursacht hat, geht es in die dritte Runde.
    Wir werden faktisch von Kriegsverbrechern regiert – oppositionell und medial begleitet und angefeuert.
    In was für einem „Rechtstaat“ wir leben, zeigt sich gerade. Die Kriegsverlängerung und dadurch täglich weitere Tote auf beiden Seiten statt Friedensdiplomatie, scheint alles mit geltendem Recht einherzugehen.
    Alles klar?

    1. Das Problem ist, dass die schwarz-grün-braune Brut sich über Jahrzehnte einen süßlich-schmierigen und einschläfernden “Links“-Sprech antrainiert hat. Otto-Normal-Untertan erkennt das schwer. Unter dieser Tarnkappe können sie wieder vom braunen Leder ziehen.

  3. “ … und die Gefahr besteht, dass Washington, Berlin und London ebenfalls so etwas abbekommen“

    Das haben sie längst. Die Hauptmasse der schweren Fälle von „Golfkriegssyndrom“ sind DU-Vergiftungen. Die Uran Nano-Partikel, die beim Einsatz entstehen, verbleiben größtenteils lange Zeit im Körper, aber ein kleiner Teil wird stetig über Körperflüssigkeiten ausgeschieden, einschließlich Samenflüssigkeit. Ein anderer Teil bleibt lebenslang in der Keimbahn, deshalb werden DNA-Schäden generativ weiter gegeben, so lange sie nicht durch frühzeitigen Tod oder Reparatur eliminiert werden. DU „versaftet“ das menschliche und tierische Genom, wie Chris Busby das drastisch umschrieb.

    1. Wo haste das her?

      „Die Hauptmasse der schweren Fälle von „Golfkriegssyndrom“ sind DU-Vergiftungen.“

      Ich hatte neulich den Podcast verlinkt:

      https://soundcloud.com/eyesleft/good-morning-global-empire-1222

      Darin ging es um auch um burn pits, wo die US-Army ihren Müll verbrennt, völlig egal, welche Giftstoffe entstehen. Die US-Army und viele andere Armeen benützen viele Giftstoffe weit ungeschützter als im zivilen Bereich. Ich habe z.B. auch schon von giftigem Löschschaum gehört oder im NATO-Flugbenzin für den Winter ist auch Giftstoffe drin.

      Wenn man sich Satellitenbilder anschaut auf Google von der Front sieht man manchmal Bilder von total verbrannten und zerbombten Orten, übersäht mit Kratern.

      1. Naja, kommt natürlich ‚drauf an, wie man „schwere Fälle“ definiert, abgrenzt, und aussagekräftige Untersuchungen, die das bestätigen oder ausschließen können, gibt es halt nicht.

        Chris Busby hat in der Funktion des Sachverständigen in den USA mehrere Entschädigungsprozesse gewonnen, weil in diesen Einzelfällen die DU-Verseuchung nachgewiesen wurde. Das sind natürlich Zivilprozesse – folgenlos, bis auf die Geldflüsse. Auf die geschilderten Symptomatiken in diesen überprüften Fällen gründete er, gründe ich meine Aussage. „Wissenschaftlich“ im Sinne des bürgerlichen Wissenschaftsbetriebes, ist die Aussage freilich nicht.

  4. (jajaja, immer schön „futter“ fürs „wir werden abgehört!“ )
    ich benannt grad gestern mal und erst meinen -fast- einzigen gedanken zum „panzerballett“ : DU über ner „kornkammer“ verteilt 🙄 …..
    so also hier „meine lieblinge“:

    wasfi „counter insurgency“
    https://www.youtube.com/watch?v=iGUTIRZ5k9o

    busby (find die vorträge nicht mehr 🙁 )
    https://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Busby

    deadly dust ( https://www.youtube.com/watch?v=kLuR8UGco6k ) is noch nicht gelöscht, klar 🙄 😉 ….aber „zur not“ eben den anschaun ….

    (ps : der umgang mit du is ähnlich dem mit covid ….stirbste nich sofort..usw)

  5. For the record:
    Im Libyenkrieg wurde ebenfalls eine Masse DU-Munition verschossen, besonders in den ersten Wochen. Das war buchstäblich zu sehen: Die Schäden an getroffenem Gerät sind zum großen Teil eineindeutig, wie das indirekt ja auch dem Artikel zu entnehmen ist.

    Es gibt auch größere Kaliber, Bomben mit DU Penetrationskopf, auch davon wurden im Irak eine Menge, in Libyen zumindest einige eingesetzt. DU-Nanopartikel fanden sich bis hinauf ins UK in Filtern, die zur Überwachung von Kernkraftwerksemissionen benutzt wurden. Auch das hat Chris Busby ermittelt, der die Filter darauf untersuchen konnte, so lange niemand an diese Möglichkeit dachte.

  6. tja Herr Hübschen, nicht jeder hat so ein tolles Recyclingsystem wie die Bundeswehr in Afghanistan, um das schlechte Gewissen zu beruhigen, wenn man irgendwo mal Krieg führen will. Die Flugtransporte dorthin waren natürlich alle mit CO2-Zertifikaten abgesichert. Grünes Militär eben.

    Artikel ist im Prinzip recht informativ, nur die „Bundeswehr muss grüner werden“-Denke ist echt ein schlechter Witz. Elizabeth Warren wurde zu Recht aus gelacht damals für ihre Idee vom grünen US-Militär. Schutz unserer Soldaten vor Giftstoffen – na klar! Grünes Militär ist ein Oxymoron. Krieg ist tatsächlich immer schlecht für die Umwelt, egal wie grün man es macht. Dass man das überhaupt erwähnen muss…

  7. Nette Informationen zu DU Munition und ihre Nachhaltigkeit.
    Was sagt der Irak, Lybien oder andere Nationen dazu?
    Interessiert keine ‚Sau‘, aber wenn das deutsche Heiligtum in bertracht gezogen wird, braucht man Aufklärung.
    Die Menschen und Völker zweiter/dritter Klasse geht uns nichts an, da D nur Transitland und oder passiver Gefechtsstand war in diesen und anderen Kriegen.
    Ich möchte daran erinnern, das die Welt seit „80“ Jahren willkürlich bombardiert wird, physich/psychisch!
    Der liebe Wolf Wetzel, das ist kein Sarkasmus, hatte die links/rechts Situationen belebt, aber wo und wie spiegeln sich diese Fraktionen der Vergangenheit bis Heute wieder? Er kommt vom ‚Idealismus‘ mit guten Intentionen und sehr wahrscheinlich versucht er heutige Generationen etwas zu signalisieren. Jedoch muss erst die ideologische blendung der Vergangenheit bis heute aufgearbeitet werden. Oder wollt ihr Kriegsteilnehmer wieder alle Schuld auf euch nehmen?
    Die Welt ist ein kapitalistisches Zuchthaus, es gibt kein entrinnen aus diesem Gefängnis…

    1. Sehr einverstanden. Freilich würde ich „Welt“ durch „Zivilisationen“ ersetzen, das Wort in dem Sinnebenutzt, in dem es „der Feind“ zu verwenden pflegt, und „Zuchthaus“ durch „Zuchtanstalt“ ersetzen, weil die Gewalttätigkeit der Sache in einem schwindelerregende Umfang in deren Internalisierung aufgeht.

  8. Man kann die Geschossreste per Geigerzähler finden und ausgraben, oder einsatzfähige Munition delaborieren.
    Anschließend mischt man die Uranbrocken mit Sprengstoff, verdichtet das Gemisch und versieht es mit einem Zünder.
    Das Ergebnis nennt sich „schmutzige Bombe“.

    Wir können nicht ahnen, zu welcher Verzweiflungstat die Ukrainer noch imstande sind.
    Wenn sie Engels erreichen können, dann auch Moskau.

    Panzer hin, Panzer her.Der Westen liefert die Zutaten zur Katastrofe.

    1. Bekommt die Linkspartei eine kleine Anfrage hin, oder auch das nicht ?

      Ist Deutschland an der Lieferung von DU-Munition beteiligt ?
      Welche NATO-Länder sind beteiligt ?
      Ist der Bundesregierung das Risiko bekannt, dass DU-Munition zum Bau schmutziger Bomben verwendet werden kann ?

    2. „Wir können nicht ahnen, zu welcher Verzweiflungstat die Ukrainer noch imstande sind.
      Wenn sie Engels erreichen können, dann auch Moskau.“
      Da müssen dann ihre Herren und Meister aufpassen, denn Russland hat bereits angekündigt in diesem Fall die USA und nicht die Ukraine einzuäschern. Und die haben gerade ganz viele neue Spielzeuge, die dafür sorgen, dass auch wirklich keiner der goldenen Milliarde entkommt, egal ob er sich in einem Bunker in den USA oder in Neuseeland befindet. Egal ob er Flaschensammler oder Milliardär ist.

  9. PS.: Prof. Paola Manduca, heute von „Researchgate“ registriert an der Universität Genf, hat mit mehreren Forschungsgruppen Forschungsergebnisse von Chris Busby reproduzieren können, darunter ist eine Untersuchung an Personal und Bevölkerung einer italienischen Insel (vergessen welche) auf der Uranmunition erprobt wurde, also ein semiideales Environment für Abgrenzung von Ursachen.
    Ihr Wiki-Eintrag wurde gelöscht, von der Universität Genua wurde sie anscheinend weg geekelt. Ihr Researchgate-Profil verrät, welchen unverzeihlichen „Fehler“ sie begangen hat:
    https://www.researchgate.net/profile/Paola-Manduca
    https://www.webmedcentral.com/wmc_editor_details/279

    1. PS zum PS – mit „Fehler“ meine ich nicht ausschließlich „Gaza“, obwohl das praktisch gut den Ausschlag gegeben haben mag, sondern den Einbezug anderer Schwermetalle und Verbindungen in die Forschung mit Ergebnissen, die das Potential haben, dem guten Gewissen von Leuten, zu denen unser Autor zählt, den Garaus zu machen …

  10. Haben die Russen so etwas auch? Ist derartige Munition ein High-Tech-Produkt?
    In der Übersicht zum Einsatz wäre die Aussagekraft besser, wenn aufgeführt wäre WER das DU-Zeug eingesetzt hat.

    1. Angeblich nicht, und ich halte diese Behauptung für ziemlich zuverlässig, soweit es um „Alltagsmunition“ geht, also Panzermunition und die im Artikel erwähnten mittleren Kaliber 20 – 30 mm, weil deren Verwendung vor den Soldaten nicht zu verbergen ist. Um halbwegs sicher zu gehen, müßte man in russischen Netzwerken auf russisch recherchieren.
      Was „Sondermunition“ zur Penetration tief verbunkerter Anlagen anbelangt, gehe ich frech davon aus, daß sie das Zeug haben, weil Ersatzlegierungen vergleichsweise unmäßig teuer sind.
      Aber damit bin ich auch bei dem Punkt, der die ganze Angelegenheit relativiert. Ersatzlegierungen mit Wolfram, Cadmium und weiß ich nicht was, die namentlich Israel für die Käfighaltung im Gaza entwickelt und dort, sowie im Libanonkrieg 2006 erprobt hat (zusätzlich zu großkalibriger Uranmunition, aber davon vielleicht nur wenig) sind graduell gnädiger, aber auch deren Nanopartikel führen wohl zu Mißbildungen in der Folgegeneration.

  11. Hier eine subjektive Beobachtung:
    In der serbischen und bosnischen Familie meiner Frau treten seit den Nuller-Jahren vermehrt Krebserkrankungen auf, fünf der Erkrankten sind jeweils innerhalb eines Jahres daran verstorben. Alles Leute, die während der Kriege zwischen 20 und 30 Jahre alt waren. Alle, die erkrankt waren/sind, waren unmittelbar von Kampfhandlungen betroffen oder daran beteiligt. In den zwei vorangegangenen Generationen ist niemand an Krebs erkrankt / verstorben, soweit es nachweisbar ist. Die Vermutung steht im Raum, der Nachweis ist nicht zu führen. So läuft das wohl.

    1. Die Vermutung steht im Raum, der Nachweis ist nicht zu führen.

      Falsch, um nicht ärgerlich „Unfug“ zu sagen. Die wissenschaftlichen Nachweise für die fatalen Auswirkungen liegen seit vielen Jahren auf dem Tisch. Aber für jeden beliebigen Einzelfall ziehen sich die Büttel des Imperiums auf die juristische Kategorie des Beweises zurück, der es erlaubt, auf die Unmöglichkeit der Falsifizierung der Gegenbehauptung zu verweisen, „dieser Krebs Herrn /Frau xyz hat andere Ursachen“. Ironischerweis gilt das nicht für Zivilprozesse in Teilen des UK (Schottland ud Wales, wenn ich recht erinnere) und der USA, deren Urteil von Geschworenen gefällt werden. Aber weil in den Fällen, da Geschworene für die Kläger entschieden haben, die angeklagten Behörden (die Armeen bzw. deren Beauftragte) wohlweislich zahlen, statt anzufechten, bleibt alles, wie es ist.
      Was die wissenschaftlichen Nachweise anbelangt wurden alle erdenklichen Mittel der Repression angewandt, abgesehen vielleicht von Erselbstmordung, wie das im Falle der Biowaffenforschung eine Weile lang „Mittel der Wahl“ gewesen sein scheint. Besonders nachhaltig sind natürlich Übergriffe auf Nahestehende bzw. Androhung derselben, die nie das Tageslicht erblicken können, aber sie sind vielleicht auch seltener, als einer wie ich anzunehmen geneigt ist, weil triviale, „minimalinvasive“ Mittel, ihrer Breite wegen verblüffend wirksam sind.
      Selbstverständlich gibt es serbische Forschungen, aber die erscheinen nicht in den zuständigen Fachpublikationen, jedenfalls nicht bis vor einigen Jahren. Man erfuhr nur durch mündliche oder schriftliche Verweise darauf, daß es sie gebe.
      Busby, um eine andere Methode zu nennen, wurde der Zugang zu Laborkapazitäten im UK versperrt. Für seine Falluja-Studien wich er auf die agrarwissenschaftliche Fakultät in Oldenburg aus, auch in Hannover konnte er eine Zeitlang arbeiten, ermöglicht durch Partnerschaften aus der Green Audit-Bewegung. Offenbar wurde auch das unterbunden, denn er wich am End auf ein Labor in Braunschweig aus. Zusammenarbeit mit Universitäten wie Kairo oder gar im Irak selbst, kann man haken, z.T. weil dort nicht „der letzte Schrei“ an Labortechnik zur Verfügung steht, was auch für die serbischen Unis gelten könnte. Am Ende blieb Busby nur die Option, unter hohen Kosten auf Labor-Dienstleistungen in Moskau auszuweichen, wohin er aus der Tschernobyl-Forschung Kontakte hatte, was er nach eigenen Angaben crowdfunded zugunsten dreier seiner Schützlinge in Zivilprozessen getan hat.
      Was die Forschungen von Frau Manduca anbelangt, die in Genf anscheinend bis vor 6 Jahren oder so bessere Arbeitsmöglichkeiten hatte, habe ich nicht nachgeforscht, wie das Schicksal ihrer Publikationen ausschaut. Busby wurde anfangs eine Weile zitiert, bis die öffentliche Hetzkampagne gegen ihn das unterband. Netzveröffentlichungen bleiben eine Weile bestehen, bis das Thema bei dem ohnehin begrenzten Publikum, das sich drum schert, abgekühlt ist – dann verschwinden sie, auf welchem Weg auch immer. Gilt auch für die Green-Audit – Archive, wie es auf den flüchtigen Blick scheint, aber wahrscheinlich findet man eine Menge Zeugs noch, wenn man über yandex mit präzise gewählte Stichworten sucht.
      Allgemein: Man läßt sich eine Studentengeneration Zeit für die Entsorgungs- und Säuberungsarbeiten, die Nachrücker bleiben dann in zuverlässiger Anzahl ahnungslos, sodaß die Verleumdungs- und Schmierkampagnen gegen die Zielpersonen ihre erwünschte Wirkung tut.

    2. es gab untersuchungen zu den blauhelmen, zu einigen, ähnlich den „entschädigungsbemühungen“ der veteranen im uk+usa….außerdem wurd mit russischer hilfe auf serbischem territorium einige zentimeter boden abgetragen -sondermüll- 🙄 …. es ist tatsächlich offen/öffentlich anerkannt, daß die kriegsgebiete verseucht wurden/sind….2019 oder anfang `20 gabs doch auch eine veröffentlichung zur enormen krebsrate und bestrebungen staatlicherseits (ka mehr, ob bosnien, kroatien oder serbien ) , da iwie gelder zu bekommen, um die med. versorgung zu ermöglichen….
      lg

  12. „Rechtlich gesehen ist Uranmunition weder eine chemische noch eine nukleare und schon gar keine Massenvernichtungswaffe, sondern eine konventionelle Waffe.“ Das würde ich rundwegs bestreiten. Man kann davon ausgehen, dass viele Juristen den Einsatz von DU-Munition als Kriegsverbrechen ersten Ranges ansehen, genau so übrigens wie das Ausbringen von Agent Orange. Im einen Fall wird die Umgebung radioaktiv verseucht, im anderen mit Dioxin. Die Folge sind eine massiv erhöhte Rate an Miss- und Fehlgeburten, Krebsfällen etc. Beides sind Waffen, die potentiell ewig weitermorden.

    Unter ‚Umgebung‘ muss man sich übrigens nicht nur die direkte Kampfzohne vorstellen. Eingesetzte DU-Munition führt zu gewaltigen Mengen an radioaktiven Staubpartikeln, die von Winden über Hunderte Kilometer verweht werden können. Das Einatmen ein paar weniger davon kann Lungenkrebs provozieren.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass die aktuell höchst rührigen Gesinnungsethiker vom Dienst diese monströsen Schweinereien je thematisiert hätten, Anti-DU-Aktivismus gibt es so gut wie nicht.

    1. Ich kann mich nicht erinnern, daß Flüchtlingsanzünder oder ihre völkischen und „neurechten“ Souffleure das thematisiert hätten, V….

  13. „“We warn Western sponsors of the Kiev military machine from encouraging nuclear provocations and blackmail. We know that the Leopard 2 tank, as well as the Bradley and Marder infantry fighting vehicles, are armed with uranium-core armor-piercing projectiles, the use of which leads to contamination of the area, as happened in Yugoslavia and Iraq . If Kiev is supplied with such shells for NATO heavy military equipment, we will consider this as the use of dirty nuclear bombs against Russia , with all the ensuing consequences,“ the diplomat said, speaking at the OSCE forum on security cooperation.“
    (RIA heut nachmittag)
    Hört sich in dieser Timeline wie eine vorbereitete „Rote Linie“ an.
    Der Rest des Artikels nimmt Deutschland tendentiell vor seinen NATO-Partnern in Schutz, wie Scholz das beabsichtigt haben mag, betont andererseits, es sei „eine bewußte Entscheidung“ für „German tanks with crosses on their armor again attacking Russian soldiers“ (Gavrilov)

    1. Das sieht für mich so aus, als wäre es eine indirekte Bestätigung dafür, daß russische panzerbrechende Munition nicht mit DU, sondern konventionell mit Wolfram-Penetrator ausgerüstet ist.
      Wolframoxid-Rauch (entsteht bei der Verbrennung der Glühwendel einer kaputten konventionellen Glühbirne – hat also wohl jeder schon mal in seinem Haushalt erlebt) ist im Vergleich zu Uranoxid-Rauch eine Harmlosigkeit. Letzterer ist nicht nur toxisch (chemisches Schwermetallgift), sondern die Gefährlichkeit und Kanzerogenität beruht auf seiner Radiotoxizität, da es radioaktive Anteile enthält, die mit den Nanopartikeln des Rauchs sehr tief in den Körper eingebracht werden (durch einatmen, und aus der Lunge nicht ausgestoßen werden, sondern wegen ihrer Kleinheit im Lungenbläschen verbleiben).
      Gründe dafür könnten u.a. sein: 1. Russland ist Wolfram-Erzeuger, 2. Russland ist weltweit einziger Betreiber von schnellen Brutreaktoren (Stand 2019 lt. Wikipedia), betrachtet also DU nicht als Abfall sondern als Arbeitsstoff für diesen Reaktortyp, 3. Wolfram und Wolframkarbid sind deutlich härter als Uran und Urankarbid.
      Hatte persönlich mal Gelegenheit, auf einem ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz in einem ausgedienten T34 herumzuklettern, der für Schießübungen benutzt worden war. Die Löcher in der 15cm dicken Turmpanzerung und die Schrammen im Inneren waren sehr eindrucksvoll, möchte da im Ernstfall nicht dringesessen haben.

      1. Kein Einwand, eher eine Frage, weil ich in Chemie eine Niete bin. Der besondere „Charme“ des DU-Projektils ist die explosive Oxydation des Nano-Staubes hinter der durchdrungenen Panzerung. Die dürfte bei Wolfram (WO3) ausfallen, oder?

        1. Ja, dürfte. Der Staub entsteht weil Uran beim Aufprall vollständig schmilzt (ab 1133°C) und sich die Tröpfchen extrem fein verteilen, Wolfram nicht (Smpkt. 3387 °C). Die Wolframtrümmer verbrennen auch, aber langsamer.
          Was Du unten über die russischen Projektilentwicklungen schreibst , ist schon sehr krass.

  14. Meine Antwort auf die Frage, ob die russischen Streitkräfte DU verwenden, war obsolet. Sie tun es, präzise mit dem Ziel die NATO-Panzer jüngerer Generationen zu bekämpfen:

    In Russia, the main armor-piercing feathered sub-caliber projectile is the 3BM42 „Mango“ with an improved active warhead. In addition, the projectile 3BM32 „Vant“ with an active part of depleted uranium has been developed. For the 2A46M-4 / 2A46M-5 tank gun, the 3BM59 „Lead-1“ and 3BM60 „Lead-2“ shells were developed. At the same time, Lead-1 has a depleted uranium core.
    “All of the above shells make it possible to hit M1A1 Abrams, 2A6 Leopard, and Challenger tanks head-on at ranges typical of the Ukrainian theater of operations,” concludes Viktor Murakhovsky.

    Quelle: MKRU
    Ich hab das flüchtig gegengecheckt:
    Alte Munition 3BM42
    http://www.steelbeasts.com/sbwiki/index.php/3BM42
    Die „aufgewertete“ Vant
    http://www.steelbeasts.com/sbwiki/index.php/3BM32
    „National Interest“ Dez. 2020, zitiert in russ. Quelle:
    https://de.topcor.ru/17969-ni-kak-i-v-ssha-rossijskie-tanki-teper-streljajut-snarjadami-iz-obednennogo-urana.html
    Selbe Zeit:
    https://en.topwar.ru/166853-ot-mango-k-svincu-snarjady-v-serii-i-na-skladah.html
    Ein russischer Blogger
    https://soldat.pro/en/2019/04/13/hvatit-li-y-rossii-vakyymov-chtoby-ybit-amerikanskie-abramsy/

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