
Über das Mercosur-Abkommen und EU-Handelspolitik.
Mehr als 25 Jahre lang wurde verhandelt, nun steht seit letzte Woche das Mercosur-Freihandelsabkommen der EU – und sorgt weiter für heftigen Unmut. Worum geht es genau? Was sagen die Befürworter und Gegner? Und wie konnte der Vertrag trotz all der Skepsis und riesigen Widerstände zustande kommen? Warum Mercosur so umstritten ist und bleibt, ist hier nochmals zusammenfassend erörtert. Nur so viel: Was vor 25 Jahren gut gewesen wäre, muss es aber heute nicht mehr sein. Es wird nicht wenige Verlierer geben – die aber leider eine schlechte Lobby haben, und nur darum geht es bei den EU-Entscheidungswegen: die richtigen EInflüsterer und Interessenvertreter in Brüssel sitzen zu haben. Eine AfD-Politikerin ergänzte mir gegenüber in einer Zuschrift: „Insbesondere die Landwirte werden unter dem Mercosur-Abkommen leiden, denn Umwelt- und Tierwohlauflagen sind hierzulande deutlich restriktiver als in Südamerika und damit neben exorbitant höheren Bodenpreisen die Hauptkostentreiber für deutsche bzw. europäische Landwirtschaftsprodukte.”
Sie schrieb weiter: “In der Praxis sieht das dann beispielsweise so aus, dass unsere Rinderzüchter sich hierzulande mit den Vorgaben zu Mindestplatz pro Großvieheinheit und verpflichtendem Weidegang befassen und jedes Milligramm Antibiotikum rechtfertigen und dokumentieren müssen, während in den südamerikanischen Großmastanlagen im Schnitt 20.000 Tiere auf engstem Raum stehen, nie im Leben auch nur einen Grashalm sehen und mit hierzulande verbotenen Hormonen und Zusatzstoffen auf schnelles Wachstum getrimmt werden. Das Hektar landwirtschaftliche Fläche kostet z. B. in Argentinien zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Ein deutscher Landwirt muss da durchschnittlich 14.000 bis 43.000 Euro, in Spitzenwerten je nach Region schon rund 90.000 Euro pro Hektar hinlegen. Das sind keine fairen Bedingungen.” Eine solche Positionierung hätte ich eigentlich von der CDU erwartet. Doch der scheinen die Sorgen und Nöte der hiesigen Bauern inzwischen ebenso egal zu sein wie die unserer Industrie.
Für die Mainstreammedien kein Thema
Die AfD nimmt sich dieses Themas – gerade auch im Wahlkampf (im März wird in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gewählt, es folgen noch drei weitere Landtagswahlen 2026!) – hingegen engagiert an. Sie weist auch auf dieses zusätzliche Problem hin: „Das CBAM (siehe hier) beispielsweise sieht vor, zusätzliche CO2-Abgaben auf relevante Produktgruppen aus Drittländern zu verlangen, die in die EU importiert werden sollen. Das betrifft insbesondere Baumaterialien, Stahl, Düngemittel und dabei auch bestimmte Derivate, die als Transport für Wasserstoff dienen sollen, vom Gesetz aber als Düngemittel eingestuft werden (so viel zum Thema ‚Power-to-Gas‘ in Afrika und Transport nach EU, die Red.). Was wird wohl für ein Effekt eintreten? Die BRICS-Staaten haben längst erkannt, dass die europäischen Länder in naher Zukunft weder als Beschaffungs- noch als Absatzmarkt wirklich mehr relevant sein werden. Sie tun, was alle vorausschauenden Staaten tun: Sie orientieren sich um und bilden ihre eigenen Beschaffungs- und Absatzmärkte.“
In Österreich wird dieses Problem übrigens ebenfalls gesehen und klar benannt. Dort warnen Landwirte und Opposition seit langem, dass die EU-Klimazölle à la CBAM ein Bürokratie-Monster sondergleichen sind, das Europas Industrie bedroht. Doch in Deutschland ist all das anscheinend kein Thema – jedenfalls in den etablierten Lückenmedien. Immerhin in den freien Medien, etwa hier bei “Apollo News”, wird man fündig. Was allerdings überhaupt nicht „eingeordnet“ wird, wie es neudeutsch heißt: Erhobene Zölle verteuern Importwaren zu Lasten der Konsumenten. Der lachende Dritte ist der Fiskus, der Zoll hat im Jahr 2024 Jahr rund 150 Milliarden Euro Abgaben eingenommen und verwaltet. Davon wurden insgesamt 5,5 Milliarden Euro an Zöllen durch die EU vereinnahmt. Wenn nun diese Zolleinnahmen wegfallen: Wer muss wohl die Haushaltslöcher stopfen? Richtig, die Steuerzahler – und auch der Zollausfall des EU-Haushalts muss zu rund einem Viertel vom größten Nettozahler Deutschland ausgeglichen werden. Was also ist gewonnen?
Man fasst sich an den Kopf
Doch das Mercosur-Abkommen ist nicht das einzige Problem. Die Krone des Irrsinns europäischer Handelspolitik stellt die ebenfalls aktuell getroffene Einigung über den Import billiger E-Autos aus China dar. Während bei uns der Kauf von solchen Autos subventioniert wird, geschieht das in China über die Förderung der Produktion, wenn auch nicht in vergleichbarem Umfang wie hier. Die Chinesen haben fast alle Rohstoffe, bauen weitaus rationeller, fertigen mit billiger Energie, haben deutlich niedrigere Lohnkosten und so gut wie keine bürokratiebedingte Verteuerung, schätzen zwar Komfort, verzichten aber auf Schnickschnack (wobei sie auch im Luxussegment zunehmend aufschließen). Deshalb kosten ihre E-Autos nicht mehr als unserer Benziner. Die EU wollte nun die chinesischen Autos teurer machen – und das, obwohl die grüne Politik in Brüssel doch froh sein müsste, dass mehr E-Autos gefahren werden!
Nun haben aber sie einen Deal ausgehandelt und klopfen sich auf die Schenkel, während sich unsereins an den Kopf fasst: „Statt Zölle Mindestpreise für E-Autos“, war die glorreiche Idee der Brüsseler Strategen. Bisher wurden zum regulären Importzoll zwischen 7,8 und 35,3 Prozent Sonderzölle erhoben. Wenn das Trump wüsste! Dazu kommt noch die Einfuhrumsatzsteuer. Was sind nun die Folgen dieses Irrsinns, der nur in Köpfen abgehobener Bürokraten in Brüssel entstehen kann? Die Interessenten für chinesische E-Autos müssen noch tiefer in die Tasche greifen oder verzichten auf den Kauf. Zusätzlich müssen die Menschen den Einnahmeausfall der wegfallenden Zölle mit höheren Steuern kompensieren, sind also doppelt gestraft.
Und wer ist der lachende Dritte? Natürlich die chinesischen Hersteller, weil sie ihre E-Autos noch teurer vermarkten können. Die Sonderprofite können sie zurücklegen, um damit später deutsche Autofirmen aufzukaufen. Und wenn es dann auch in China Unternehmenssteuern gibt wie bei uns, dann labt sich auch der chinesische Staat am Hirngespinst von Brüssel. Wer thront dort eigentlich über allem, wer trägt die Hauptverantwortung für diese absurde und durchweg schädliche Politik? Die Kommissionspräsidentin von der Leyen, die uns schon in Deutschland als vierfache Allzweck-Ministerin teuer zu stehen kam. Wen wundert es da noch, dass sich die meisten Menschen zwar als Europäer verstehen, aber mit der Brüssel Eurokratie immer weniger zu tun haben wollen?
Dieser Artikel erschien vormals auf der Website Wassersäge.





> Für die Mainstreammedien kein Thema
Tagesschau schreibt „Heimische Bauern wegen Abkommen skeptisch“ 🙂
Die EU Kommission tritt aufs Gas, so wurde extra der soziale Teil abgespalten damit man’s schonmal unterschreiben kann. Auf der einen Seite wird den Bauern ständig neue Verordnungen und Klimavorschriften aufgezwungen auf der anderen Seite öffnet man jetzt den Markt für Pestizid Produkte über den EU Normen, und für weitere Regenwaldabholzung, was man beides offiziell ja bekämpft.
Bei so einer widersprüchlichen Politik fragt man sich wer die Profiteure sind, wer maßgeblich dahinterstand? Ich tippe mal auf Nahrungsmittelkonzerne. Zudem gibts auch das Gerücht das man die Anzahl der Bauern veringern möchte, deren Land kann dann billig von den Konzernen aufgekauft werden, könnte aber auch nur eine indirekte Folge dieser Politik sein, idk.
20.1.2026
Auch badische Landwirte bei Demo
Straßenblockaden in Straßburg: Warum Bauern nochmal gegen Mercosur protestieren
Knapp 5.000 Landwirte aus Frankreich, Deutschland und anderen Ländern demonstrieren vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. Sie hoffen, das Mercosur-Abkommen aufzuhalten.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/mercosur-erneute-bauernproteste-in-strassburg-100.html
„….“in den südamerikanischen Großmastanlagen im Schnitt 20.000 Tiere auf engstem Raum stehen, nie im Leben auch nur einen Grashalm sehen ….“
Nun, in Brasilien habe ich sowas nirgends gesehen, dort wird halt dafür abgeholzt für Weideflächen, die Rindviecher fressen praktisch nur Gras. Zu reklamieren gibts sicher genug an dem Abkommen, aber ein bisschen mehr Wahrheitsgehalt darfs schon sein. Vorteile gibts nämlich auch. Für beide Seiten.
Großmastanlagen gibts in Amiand und Europa.
Ich bin kein Agrarexperte, aber Südamerika ist groß. Das habe ich hier auf die Schnelle gefunden:
„Wo früher riesige Rinderherden frei in den Pampas, also den Gras- und Steppenlandschaften Argentiniens weideten, herrschen heute Massentierhaltung und Aufzucht mit genmanipuliertem Futter und künstlichen Wachstumshormonen vor – mit der Konsequenz, dass das Fleisch, welches auch in Europa in vielen Restaurants als Spezialität serviert wird, nicht mehr seinem einstigen Ruf gerecht wird.“
https://www.weidewelt.de/weidelandschaften/weidewelt-weltweit/argentinien-s%C3%BCdamerika/
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@ Dan
Das genmanipulierte südamerikanische Soja wird m. W. in die EU als Kraftfutter seit langem importiert und im Mastbetrieb verfüttert. So könnten evtl. ein Teil dieser Transportkosten eingespart werden ( Sark…).
Das sehe ich ähnlich.
Natürlich sehe ich das Unterlaufen hiesiger Lebensmittelstandards kritisch.
Aber was Massentierhaltung angeht, liegen wir doch hier weit vorne.
Ich habe mal eine Reportage über Uruguay gesehen. Da gibt es noch echte Cowboys.
Irgendwann meinte der Typ, er müsse sich jetzt mal um seine Herde kümmern und dann ritt er gen Horizont.
Und natürlich wollen die Europäer das Abkommen nicht wegen der Importe, sondern wegen der Exporte. Über die wird im Artikel kein Wort verloren.
Angesichts der aktuellen Lage, also wenn man Multipolarität im Blick hat und dem orangenen Pavian die Stirn bieten will, sollte man das auf jeden Fall bedenken.
Großmastanlagen für Rinder, die den ganzamerikanischen Feedlots gleichen, sind in EU Europa nicht möglich.
In der EU wird Rindfleisch vor allem in der sogenannten Mutterkuhhaltung, in, je nach Klimazone, ganzjährigen oder saisonaler Weidehaltung produziert, mit anschließender Mast durch spezialisierte, meist mittelständische, Mastbetriebe.
Das System der Mastbetriebe ist eine Folge der Ansprüche der verarbeitenden Lebensmittelindustrie, die genaue Vorgaben gibt, wie ein Schlachtrind auszusehen hat. Die meisten Zuchtbetriebe, udn auch viele der Mastbetriebe der EU, arbeiten im Nebenerwerb. Die Mutterkuhaltung wie in der EU, leistet zu dem einen großen Umweltbeitrag, in dem sie Grünlandflächen offenhält. Durch Wiederkäuer beweidete Dauergrünflächen sind die Flächen mit der höchsten Biodiversität und größten CO2 Senken in der nördlichen Hemisphäre, nicht der Wald. In den Südalpen muss der italienische Staat inzwischen Rinderzuchtprogramme auflegen, damit die aufgelassenen Almen nicht zu wuchern, weil man festgestllt hat, das nur Beweidung vor Murenabgängen schützt… Dies alles setzt die EU mit Mercusur aufs spiel, zusetzlliche zur Autarken Grundnahrungsmittelversorgung.
Ein Feedlot in Beasilien —> https://www.youtube.com/watch?v=e82wcA8J9iE
Finde die Kritik am Mercusor Abkommen etwas zu kurzsichtig. Ja, die Bedingungen für Tiere sind evtl. in Südamerika nicht die gleichen wie hier, aber würde ein nicht Abkommen daran irgendetwas ändern? Wandel durch Handel hat nicht immer funktioniert, aber ist immer noch eine Möglichkeit Dinge zu ändern und das Leben zu verbessern.
Auf der anderen Seite ist es auch nicht wirklich einsehbar das zB. die Deutsche Fleischindustrie 30% des Fleisches exportiert. Wenn die Billigfleischproduktion in Deutschland zugrunde geht, weine ich dem keine Träne nach.
Sie wollen Hr. Maduro zurückhaben: 18 Tage ist es her.
https://ibb.co/fYSjFvyJ
Wer etwas länger zusieht, dem könnte auffallen daß die EU generell Bauern weghaben will und Konzerne begünstigt. Immer das gleiche, seit Jahrzehnten. Klar macht da die CDUCSUSPDetc. mit – das Interesse an Problemen hierzulande ist gering.
Die spinnen nicht in Brüssel, die sind im Siegesrausch weil sie ihrem Ziel Europa zu vernichten ein Stück näher gekommen sind
@ Otto0815
So ist es halt, wenn der Auserwählte Morgenthau das Ablauf-Programm geschrieben hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Morgenthau-Plan
Die afd mal wieder. Fleischimporte aus Südamerika sind im wesentliche Rindfleisch aus Argentinien und Brasilien. Südamerikanisches Rindfleisch deckt zurzeit etwa 3–4 % des EU-Bedarfs. Mit dem Ankommen könnten es 5 % werden. Das eine Prozent nimmt einem keiner als tragendes Argument gegen das Abkommen ab. Offensichtlich argumentiert die afd eher für Deregulierung hierzulande, als irgendwas mit Tierwohl oder Umweltschutz am Hut zu haben.
Monsanto darf sich freuen,der Urwald leider nicht. Dafür will man in Europa aus Umweltgründen die Kühe abschaffen, doch damit tun sie den Kühen unrecht.
„Der weltweite Ausstoß von Klimagasen in der Lebensmittelproduktion ist immens. Aktive protestieren und fordern eine Produktionsweise, die das Klima schützt.“
„Greenpeace: Deshalb stehen die Rinder unter besonderer Beobachtung“
„Osterburg: Ja, hinzu kommen noch hohe Treibhausgasemissionen, die freigesetzt werden, wenn Moorböden trockengelegt werden, damit auf ihnen Rinder grasen. Und Methan, Lachgas und Ammoniak, die bei der Verdauung der Kühe und beim Düngen der Felder entstehen. Vor allem Wiederkäuer stoßen viel Methan übers Maul aus. Das schlägt zusätzlich auf die Emissionsbilanz und verschärft den Konflikt. “
https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/landwirtschaft/tierhaltung/klimaschaedlich-milchwirtschaft
Die Kuh als Klimakiller?
Jede Kuh stößt pro Jahr rund 100 Kilogramm Methan aus, ein Gas, das zehn bis zwanzig Mal schädlicher für das Klima ist als CO2. Das klingt erst einmal besorgniserregend. Doch das Image der Kuh ist zu Unrecht schlecht. Dr. Anita Idel, Tierärztin und Lead-Autorin des Weltagrarberichts räumt mit einigen Mythen rund um die Kuh als Klimakiller auf
https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Die-Kuh-als-Klimakiller,klimakiller102.html
Aber was soll das im Overton-Magazin?
Wenn ich das will, abonniere ich irgendeinen AFD-Chat und lese:
Irrsinn, Irrsinn, Irrsinn, Irrsinn.
Und die Müllermilch-Milliardäre spenden schön weiter an die AFD, während die Milchbauern ihre Höfe aufgeben…
@ Estragon
Der Herr Künstle ist sonst eher bei Ansage journalistisch unterwegs.
https://ansage.org/
Es wurde im Artikel auf die Tagesschau online verlinkt. Darin gab es zwei meiner Meinung nach wichtige Aussagen:
Festzuhalten ist, die EU vertritt nicht die Interessen der EU-Mitglieder.
Und: