
Wenn ein Bundeskanzler wie Friedrich Merz offensichtlichen Unsinn mit voller Überzeugung vorträgt – und weder Politik noch Medien ernsthaft widersprechen –, sollte uns das zu denken geben.
Ein aufmerksamer Leser (Zuschauer) weist mich darauf hin, dass auch der Bundeskanzler nicht davor zurückschreckt, dem deutschen Volk absoluten Schwachsinn zu erzählen. Wie Roland Koch zuvor zeigt auch Merz, dass er entweder wirklich vollkommen unfähig ist, ein einfaches Problem zu durchdenken, oder aber skrupellos genug ist, um dem Volk den größten Unsinn zu verkaufen.
In der Sendung „Was nun, Herr Merz“, vom 6.5. wiederholt Merz bei Minute 13.45 die immer wieder von allen möglichen Lobbyisten verbreitete Zahl, zehn Prozent der Menschen trügen 50 Prozent der Steuer, um damit zu belegen (er sagt das explizit so), wie viel Umverteilung es derzeit schon gibt. Ich will nicht wiederholen, was ich in dem oben verlinkten Stück zu Roland Koch gesagt habe, aber eine Prozentzahl von Menschen mit einer Prozentzahl von einer Geldsumme zu vergleichen, ist Scharlatanerie.
Interessant ist jedoch, wie Merz diese Aussage einleitet. Er sagt „Viele Menschen wissen das gar nicht“, um dann mit dem unsinnigen Vergleich zu kommen. Wenn ein Bundeskanzler das im Brustton der Überzeugung so einleitet, kann ich mir nicht vorstellen, dass ihm jemals jemand gesagt hat, wie unsinnig dieses Argument ist. Folglich ist er ungeheuer naiv und unwissend.
Was macht eigentlich die SPD?
Reden die mit der CDU und dem Kanzler? Der Finanzminister hätte doch spätestens am Ende dieser Sendung den Kanzler anrufen müssen und ihm sagen müssen, dass er sich im eigenen Interesse und im Interesse der Koalition in der Öffentlichkeit nicht solche intellektuellen Blößen geben sollte. Aber wenn Merz das Argument mit solcher Überzeugung vertritt, hat er es sicher schon vorher einmal in den Koalitionsgesprächen vorgebracht. Hat ihm niemand widersprochen?
Dass die Moderatorinnen nicht nachgefragt haben, das war zu erwarten. Ich habe es zwar nicht geschafft, die ganze Sendung anzuschauen, aber in den fünf Minuten, die ich durchgehalten habe, haben die Moderatorinnen, die beiden Starjournalistinnen des ZDF, nur Fragen vorgelesen, die sich auf Forderungen aus der Wirtschaft, von Unternehmern und deren Verbänden bezogen. Offenbar hält man im ZDF nur das für erwähnenswert, was von der Unternehmerlobby vorgebracht wird. Wirtschaft findet in der Wirtschaft statt, hat mal ein Unternehmerlobbyist als Wirtschaftsminister gesagt.
Dass die Unternehmer in der Regel nichts von Wirtschaft verstehen, weil sie ihre kleinteilige Sicht einfach auf die Volkswirtschaft übertragen, hat man im ZDF noch nie gehört. Die öffentlich-rechtlichen Medien werden Ihrem Auftrag immer weniger gerecht. Dem immer wieder von interessierten Kreisen vorgebrachten Vorwurf der Linkslastigkeit der öffentlich-rechtlichen Anstalten begegnet man jetzt offenbar mit einer von der Spitze her durchgesetzten Rechtslastigkeit. Dass dabei auch das Denken und die Logik auf der Strecke bleiben, interessiert vermutlich niemanden. Abschalten ist die einzige Lösung. Bei den privaten Medien weiß man wenigstens, wie und warum man über den Tisch gezogen wird.
Dieser Artikel erschien bei Flassbecks Relevante Ökonomik.




„Die öffentlich-rechtlichen Medien werden Ihrem Auftrag immer weniger gerecht.“
Flassbeck geht von der nicht belegbaren Annahme aus, dass die ÖRR irgendeinen „Auftrag“ hätten -in dem Sinne, dass irgendein Akteur im System den ÖRR rechtlich verbindliche Aufträge erteilt und abnimmt- und -mal angenommen, dass es tatsächlich so ist- die Auftragserfüllung ganz anders wäre als das, was dem Zuschauer präsentiert wird.
Ehe du jetzt auch Unsinn erzählst, diesen Auftrag haben die ÖRR-Medien sehr wohl! Sogar per Gesetz!
https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/medienpolitik/500714/programmauftrag/
Sie erfüllen ihn nicht (und von Jahr zu Jahr wird es diesbezüglich schlimmer), aber da „das Gesetz“ von der Politik gemacht und überwacht wird, die den derzeitigen Zustand herbeigeführt hat und davon profitiert, passiert da auch nichts.
„Ehe du jetzt auch Unsinn erzählst, diesen Auftrag haben die ÖRR-Medien sehr wohl! Sogar per Gesetz!“
Dann beklagen Sie Ihre Gegenpartei -die ÖRR- und klagen Sie deren Auftrag wegen Nichterfüllung ein. Reichen Sie die Klage auf Erfüllung ein, bestehen Sie auf Erfüllung des Auftrags und bei ausbleibender Reaktion fordern Sie die Rückerstattung der bereits getätigten Anzahlung in voller (GEZ-) Höhe. Nur ein unverschämt duzender Blogger-Held zu sein, lockt mich nicht hinter dem Ofen hervor.
@cromwell
„… unverschämt duzender Blogger-Held…“
Nicht nur meiner Meinung nach ist duzen im Netz üblich und sicher nicht unverschämt. Ich würde es hingegen begrüssen, wenn du dir den Unterschied von beklagen und verklagen bewusst machst, denn beklagt hat @Heinz die Zustände ja bereits, oder?
„Nicht nur meiner Meinung nach ist duzen im Netz üblich und sicher nicht unverschämt. “
Das entscheiden und bewerten -versteckt hinter irgendeinem „Netz“ als vermeintliche Schutzinstitution Ihrer selbst- nicht Sie, sondern ICH,. Auch Sie greifen nicht irgendein „Netz“ an, sondern direkt mich . Ihren Krieg führen Sie gegen MICH persönlich, nicht gegen irgendein „Netz“.
Sie gehen offenbar von der nicht belegbaren Annahme aus, irgendwer hatte die Absicht, Sie hinter dem Ofen hervorzulocken, ganz im Gegensatz zum durchaus belegbaren Auftrag des öffentlich rechtlichen Rundfunkes, der hier als einziges in Rede steht.
Weshalb der Mitforist Heinz nun seinerseits aktiv werden und klagen soll, ist hingegen wieder unbelegt und nicht argumentiert. Heinz ist ja nicht verantwortlich dafür, die Erfüllung des nicht erfüllten Auftrages einzufordern, um berechtigt zu sein, diese zur Kenntnis zu nehmen und damit ihr Argument zu entkräften.
Fakt ist: diesen Auftrag gibt es laut Gesetz und das haben Sie in Abrede gestellt. Pöbelein über Motivationen, Motive oder gar Handlungsaufrufe an Mitforisten sind nicht geeignet, ihre nicht korrekte Aussage richtiger zu machen….
„Fakt ist: diesen Auftrag gibt es laut Gesetz und das haben Sie in Abrede gestellt.“
Der Auftrag des Staates an den ÖRR besteht nur in dessen Existenz -nicht in den dargebotenen Inhalten, die @Heinz und Ihnen offensichtlich nicht gefallen.
Wenn in einer sog- Politik-Talk -Sendung in Deutschland die üblichen Verdächtigen irgendetwas erzählen -mag es noch so bedeppert, unsinnig und mittlerweile auch ganz offen menschenfeindlich sein- der Inhalt ist kein Resultat eines „erfüllten“ oder „nicht erfüllten“ Staatsauftrages. Als Angehörige der Eliten dieses Landes kommunizieren Sie mit anderen Eliten des Landes -und nur mit ihnen. Sie präsentieren dem Zuschauer ihre eigene „Weltanschauung“ entsprechend ihrer sozioökonmischen Biografie, ihrem Priviligierten-Status und ihrer Stellung in der Klassenhierarchie der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft- und NICHT als Resultat einer mangelhaften Umsetzung bzw, als Nichterfüllung eines Staatsauftrages.
Gesetze sind auf Papier aufgeschriebene Machtverhältnisse.
Deswegen werden Leute in den Knast gesteckt, die unter Verweis auf dein zitiertes Gesetz die Zahlung der Zwangsabgabe verweigern.
Nicht, weil das Gesetz nicht gilt, sondern weil es von Richtern „interpretiert“ wird. Von Richtern übrigens, die ihren fürstlichen Sold von den Gleichen kassieren, die die Propagandaflöten tanzen lassen.
„Dem immer wieder von interessierten Kreisen vorgebrachten Vorwurf der Linkslastigkeit der öffentlich-rechtlichen Anstalten begegnet man jetzt offenbar mit einer von der Spitze her durchgesetzten Rechtslastigkeit.“
1. Man kann darüber streiten, ob der ÖRR, wenn es um Demokratie, Ökonomie und Sozialstaat geht, jemals „linkslastig“ war. „Linkslastig“ ist das nur für die Rechten, denen das bisher nicht konservativ und nicht rechts genug ist.
2. Das „Linkslastige“, das den Großkonzernen, Großbanken, „Superreichen“, der „bürgerlichen Mitte“ bzw. der oberen Mittelschicht mit den zwei Privatflugzeugen nichts kostet, das gibt es beim ÖRR sicherlich auch weiterhin: Gendern, Wokismus, Antisemitismus-Kampagnen, Regenbogenfahnen, Regenbogenaufkleber, Regenbogensocken, Regenbogen-T-Shirts, Regenbogenhandtücher, Regenbogenwaschlappen made by Krestchmann-Design, Regenbogenarmbinden, Regenbogentischdecken, Regenbogenmützen, „Charity-Veranstaltungen“ und „Dokus“ (=vermeintlich seriöse, objektive und neutrale Berichte) darüber, dass wir alle weniger Schnitzel und mehr Insekten, Würmer und Käferlarven essen sollten.
PS: Ok, ich esse aus „ökologischen“ Gründen weniger Fleisch und mehr Insekten und Würmer aber nur dann, wenn der ÖRR auch kritisiert,
(1) dass ein einzelner dieser sog. „Superreichen“ der Kategorie Bezos/Musk/Thiel bei einem „Spazierflug“ ins Weltall in zwei Minuten mehr Emissionen in die Luft ballert als alle Schnitzelproduzenten, deren Schweinefleisch ich seit meiner Geburt verspachtelt habe und noch verspachteln werden. Ich bin mit Schweineschnitzeln aufgezogen worden, andere Kinder haben Babybrei bekommen, ich bekam Schweineschnitzel (in diversen Varianten: paniert, mariniert, natur, mit Soße und ohne Soße usw.). Aber so viele Schnitzel kann ich gar nicht essen und ich will auch von Mo bis Sa Schnitzel essen.
(2) darüber berichtet (aber nicht zwischen 3 und 4 Uhr in der Nacht), welche Ressourcen ein einzelner Kampfpanzer bei der Produktion verbraucht und was er im laufenden Betrieb in die Luft ballert und damit meine ich nicht nur die Granaten.
Die Ökonomie hatte immer ihre Herrscher, die Herrscher über das Kapital, diese Herrscher benutzten immer die jeweilige Ideologie, um ihre Herrschaft fortzusetzen.
Real betrachtet, existiert keine Ideologie, da die Ideologie die Macht durch die Kontrolle vom Kapital gestaltet wird.
Wer steuert das Kapital, vielleicht die Bank für die Zentralbanken mit Sitz in der Schweiz?
Der internationale korrupte Geldtransfer, geht seine Wege, aber die Aufsicht über diesen Weg, wird über die staatlichen ‚korrupten‘ Systeme, bewilligt oder verneint.
Alle Leistungen die vom Steuerzahler getätigt werden, dienen der Korruption und jedes korrupte System, bedient das System der Korruption.
Die Menschheit besitzt kein System,um diese Korruption zu beenden.
Ergo bleibt der Mensch ein Sklave dieser monetarischen Manipulation.
Roland Koch hat es schon gesagt und Kanzler Merz wiederholt es, aber der Flassbeck will einfach nicht verstehen, wie arm die Reichen in Deutschland dran sind.
Ich bin mir sicher, Herr Flassbeck weiß das schon. Aber mindestens 90 Prozent der Deutschen wissen das nicht. Wie dieser geniale Volker Pispers schon vor langer Zeit einmal sagte (sinngemäß):
Das Problem an der Demokratie ist, dass sich keine Mehrheit für eine Politik findet, von der 90 Prozent der Menschen profitieren und die 10 Prozent, die im Vermögen und Geld schwimmen, nicht ärmer werden.
Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder weiß Merz nichts oder er lügt bewußt. Beides ist aber auch möglich. Rentner zahlen ja auch keine Steuern, nur Mehrwert-, Versicherungs-, Grund- und andere nicht sozial gestaffelte Steuern. Wer sich solche Sendungen noch anschaut, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Hat Merz die Fragen, die gestellt wurden, wieder selber mitgebracht?
Im Dunstkreis der Fußball-WM schlagen die deutschen Chicago-Boys Merz, Söder, Baas und Klingbeil wieder erbarmungslos zu, denn jetzt geht es darum, die letzten Reste des Sozialstaates zu zertrümmern. Darum wünsche ich der deutschen Mannschaft schon den Ausstieg in der Vorrunde. Dann hat der Pöbel, gegen den alleine die Gesetze gerichtet sind, wenigstens genug Zeit, dagegen auf die Strasse zu gehen. Irgendwann nach dem Sommer gedenken auch die Staats-Gewerkschaften dagegen zu demonstrieren, aber dann ist es zu spät. So treibt man den Pöbel weiter in die Arme der AfD!
Ein Kanzler, der lügt? Das ist ist nicht neu. Der Österreicher Karl Kraus hat die-sen Mechanismus schon vor 100 Jahren beschrieben. Sie, die Politiker, lesen in den Zeitungen[ heute: allen Medien] ihre verbreiteten Gschichterl, und umso öfter, desto mehr glauben sie daran. Karl Kraus lesen !
Zitat aus dem Artikel: „Wenn ein Bundeskanzler wie Friedrich Merz offensichtlichen Unsinn mit voller Überzeugung vorträgt – und weder Politik noch Medien ernsthaft widersprechen –, sollte uns das zu denken geben.“
Was wir bzw. die Bürger denken, das hat keinerlei Einfluss auf das, was die Politiker machen.
Flassbeck lese ich immer gerne. Ein Provokateur der Alten Schule: große Fresse und großes Wissen.
Warum aber dieser Artikel nun auch noch hier erscheint, nachdem er schon vor 14 Tagen anderswo kreiste, ist pure Werbung für das schon oft annoncierte Buch. Oder Lückenbüßerei, bevor der Heilige Geist das allgemeine Gebrzabbel für zwei Tage zum Schweigen bringt.
Flassbeck lese ich immer gerne. Ein Provokateur der Alten Schule: große Fresse und großes Wissen.
Warum aber dieser Artikel nun auch noch hier erscheint, nachdem er schon vor 14 Tagen anderswo kreiste, ist pure Werbung für das schon oft annoncierte Buch. Oder Lückenbüßerei, bevor der Heilige Geist das allgemeine Gebrabbel für zwei Tage zum Schweigen bringt.
Ich stimme Herrn Flassbeck on vielen Fällen zu. Insbesondere befürworte ich seine dynamische Anschaaungsweise, weg von den Gleichgewichtsmodellen.
Was mich stört, ist die Arrogamz, mit der er ohne hinreichende Argumentation kritisiert. Natürlich wird bei uns Inflation und Teuerung unzulässigerweise gleich gesetzt und mit einer Anhebung des Leotzinses bekämpft, was geradezu einen gegensätzlichen Effekt hat, als beabsichtigt. Aber dann sollte man das aus dezidiert erklären anstatt zum verbalen Rundumschlag zu greifen.
Such andere Mütter haben schöne Töchter.