
Ich habe schon unmittelbar nach dem Erscheinen des „Gesamtkunstwerks“ (Merz und Bas) zur Rente dargelegt, dass der wichtigste Teil des von der Kommission vorgeschlagenen Reformkonzepts (die Kapitaldeckung) kein Kunstwerk ist, sondern ein morscher Balken, der jederzeit zusammenbrechen kann. Nun hat der Kanzler in seiner Euphorie nachgelegt und erläutert, wie er sich die Kapitaldeckung vorstellt. Das Ergebnis ist hanebüchen.
„Zusätzlich“ ist da gar nichts
Auf einer Pressekonferenz zum Thema sagte Merz: „Wir haben es auch in Zahlen ausgerechnet gesehen. Ich will diese Zahlen einmal nennen. Auf diese Weise kommen mindestens 30 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich in die Wirtschaft, weil dies der Teil der kapitalgedeckten Altersversorgung ist, der gleichzeitig unserer Volkswirtschaft zur Verfügung steht. Das heißt, dies ist eine Situation, die wir schon viel früher hätten ermöglichen sollen.“
Mit den zwei Prozent Beitragssatz, die obligatorisch erhoben werden sollen, um eine kapitalgedeckte Säule zu finanzieren, kommen also nach Merz mindestens 30 Milliarden Euro „zusätzlich in die Wirtschaft“. Man fragt sich, woher diese 30 Milliarden wohl kommen. Die Antwort ist einfach: Sie kommen aus der Wirtschaft! Merz liegt wieder einmal fundamental daneben.
Die Hälfte des Geldes kommt von den Arbeitnehmern, die andere direkt von den Arbeitgebern. Die 30 Milliarden stehen der Wirtschaft längst zur Verfügung, weil auch der Teil, der von den Arbeitnehmern kommt, den Unternehmen zufloss, nämlich in Form von Konsum der Arbeitnehmer. „Zusätzlich“ ist da gar nichts.
Es ist allerdings noch viel schlimmer: Mit der obligatorischen Umlenkung dieser Mittel über einen Fonds auf den Kapitalmarkt, werden diese Mittel jetzt für die Wirtschaft richtig teuer. Während die Unternehmen vorher die 30 Milliarden bekommen haben, ohne dafür zu zahlen, müssen sie jetzt zum Kapitalmarkt gehen – wenn sie die dreißig Milliarden tatsächlich noch haben wollen – und Kredite aufnehmen, für die Zinsen zu zahlen sind. Ob sie die dreißig Milliarden wirklich wollen, ist aber eine vollkommen offene Frage.
„Gesamtkunstwerk“? Lächerlich und unangemessen!
Einerseits müssen die Unternehmen davon die Hälfte tragen. Das wäre unproblematisch, wenn dieses Geld sofort wieder ausgegeben würde, weil es der direkten Finanzierung der Rente bei einer Umlage dient. Wird das Geld aber über den Kapitalmarkt geleitet, verschwindet Nachfrage für die Unternehmen. Die Unternehmen haben also mindestens 30 Milliarden an Nachfrage weniger und werden folglich noch weniger investieren und brauchen die 30 Milliarden nicht.
Aber es wird nicht so schlimm kommen, weil, wie ich in meinem ersten Stück dazu gezeigt habe, die „mindestens 30 Milliarden“ gar nicht erst entstehen werden, weil die Arbeitnehmer ihre übrigen Sparpläne so anpassen, dass die gesamte dem Kapitalmarkt zur Verfügung stehende Summe vermutlich genau gleich bleibt. Dann ist das Ganze ein gewaltiger Schuss in den Ofen, sonst nichts.
Es ist übrigens absolut lächerlich und unangemessen, wenn eine Regierung (hier in Form von Merz und Bas) 33 Empfehlungen einer Rentenkommission als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnet. Die Empfehlungen haben weder etwas mit „Gesamt“ zu tun noch mit „Kunst“. Es sind zusammengewürfelte Vorschläge, die keine gemeinsame analytische Basis haben, sondern lediglich die zufällige oder politisch gewollte Zusammensetzung der Kommission widerspiegeln.
Dieser Artikel erschien bereits bei Flassbecks Relevanter Ökonomik.
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Was für ein wunderbarer finaler Absatz: „Es ist übrigens absolut lächerlich und unangemessen, wenn eine Regierung (…) 33 Empfehlungen einer Rentenkommission als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnet. Die Empfehlungen haben weder etwas mit „Gesamt“ zu tun noch mit „Kunst“. Es sind zusammengewürfelte Vorschläge, die keine gemeinsame analytische Basis haben, sondern lediglich die zufällige oder politisch gewollte Zusammensetzung der Kommission widerspiegeln.“
Und Recht hat der Mann damit auch noch. Hinzufügen sollte man auch noch die Frage: Was machen diese 30 Milliarden Euro, die zwangsweise in den Kapitalmarkt fließen, am Kapitalmarkt?
Das gesamte Geldvermögen allein der Deutschen beträgt inzwischen über 10 Billionen Euro, das sind 10.000.000.000.000 Euro und jetzt kommen noch mal 30 Milliarden = 30.000.000.000 Euro hinzu. Das sind verglichen mit dem gesamten Geldvermögen nur 0,3 Prozent. Andererseits entsprechen 30 Milliarden Euro aber immerhin
30.000 neuen Einfamilienhäusern für je 1.000.000 Euro oder
60.000 neuen Wohnungen für je 500.000 Euro oder
120.000 neue Wohnungen für 250.000 Euro oder
40 Millionen neuen Kühlschränken mit einem Durchschnittspreis von 750 Euro pro Kühlschrank.
Fragen wir Markus Spekulatius vom „heiligen“ Kapitalmarkt. Markus Spekulatius sagt: die Rendite bei der Rüstungsindustrie ist viel höher. Wir investieren nicht in neue EFH, neue Wohnungen und auch nicht in die Kühlschränke-Industrie.
Dem „heiligen“ Kapitalmarkt ist es nämlich vollkommen egal, ob Kampfpanzer, neue Wohnungen oder neue Kühlschränke gebaut werden, die nur noch halb so viel Strom verbrauchen wie die 30 oder 35 Jahre alten Kühlschränke.
Ein vermeintlich ganz „Schlauer“ aus der Rentenkommission, ein Minister der Regierung, eine „Wirtschaftsweise“ oder ein „Wirtschaftsjournalist“ von der FAZ, der Welt oder der SZ könnte sagen: Aber die Leute können sich doch trotzdem einen neuen Kühlschkrank kaufen. Für die Bürger, die 20.000 Euro im Monat oder 200 Millionen Euro Dividende (=Kapitaleinkünfte) im Jahr kassieren, ist das auch kein Problem. Für Bürger, die nur 2.000 Euro im Monat verdienen, monatlich 1.000 Euro Rente bekommen oder sich bei der Tafel anstellen müssen, weil das Geld hinten und vorne nicht reicht, ist das aber ein Problem: 750 Euro haben oder nicht haben, weil diese 750 Euro in den Kapitalmarkt geflossen sind, damit dort noch mehr spekuliert und das Geld von unten nach oben umverteilt wird.
Deshalb heißt der Kapitalismus auch Kapitalismus, weil das Kapital sagt, wo es lang geht und nicht die Mehrheit der Bürger oder die Allgemeinheit. Der Kapitalismus aka „freie“ Marktwirtschaft ist weder DEMOKRATISCH noch SOZIAL. Die zügellose Kapitalismus macht nicht alle Bürger wohlhabend und „frei“. Die zügellose und „freie“ Marktwirtschaft ist AUTORITÄR und UNSOZIAL. Die „freie“ Marktwirtschaft ist ein SOZIALDARWINIST.
Der Kapitalmarkt entscheidet nicht danach, was gesamtwirtschaftlich für die Mehrheit der Bürger und die Allgemeinheit nützlich und sozial wäre. Der Kapitalmarkt entscheidet nach der höchsten RENDITE. Die zwei oder drei „Öko-Banken“ bzw. „Ehtik-Banken spielen dabei keine Rolle, das sind ein paar Sandkörner in der kapitalen Wüste.
Noch Fragen Hauser? Nein, Kienzle. Wenn der Erklärbär das so erklärt, dann verstehe auch ich das.
Vier von drei Deutschen können nicht mehr rechnen oder konnten es auch noch nie. Der fünfte versteht den Witz nicht und der sechste weiß nicht, wie der „heilige“ Kapitalmarkt und der „heilige“ Kapitalismus funktionieren. Den Kapitalismus in seinem Lauf hält nur der nächste Weltkrieg auf, um dann, wenn alles in Schutt und Asche liegt und die Leichen weggeräumt wurden, wieder Anlauf für den nächsten Weltkrieg zu nehmen. Vor dem Krieg und im Krieg macht die Rüstungsindustrie gigantische Gewinne, da kann die Friedensindustrie mit ihren neuen Wohnungen und Kühlschränken nicht mithalten.
Hatte ja etwas Ähnliches vorbereitet, ist aber dann dank einer verunglückten Handbewegung abhanden gekommen. Aber zugegeben, das jetzt hier von D.O.S. ist um Längen besser und treffender, insbesondere das mit dem „Kapitalismus in seinem Lauf … „. Hatte das „Gesamtkunstwerk“ nur mal an einem Beispiel erklären wollen, rhein metallisch betrachtet sozusagen. Aber warum auch, doch nur: Perlen vor die Säue … (Vorsicht Moderatorium: Die Redewendung geht auf die biblische Bergpredigt im Evangelium nach Matthäus (Mt 7,6) zurück, behauptet die Google-KI)
„Das gesamte Geldvermögen allein der Deutschen beträgt inzwischen über 10 Billionen Euro.“
Es ist einfach unmöglich, dem Deutschen vor Augen zu führen, wie vermögend er tatsächlich ist.
Die Meisten behaupten noch immer dreist, davon (~119.000€/Kopf) nichts zu wissen/haben.
Das ständige Jammern auf hohem Niveau (die ungebremst wachsenden Kosten für Miete, Energie, Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Steuern etc. wären existenzgefährdend) soll nur davon ablenken.
Apropos Steuern: ab kommendem Jahr ein neues und ertragreiches Glückskleeblatt für Plastik, Zucker, Alkohol, Tabak am Start
Und für die Umweltferkel, die noch immer Gas nutzen (müssen), die unumgängliche, steuerliche Beteiligung an der „strategischen Gasreserve“.
Wer schlau ist, atmet schon heute auf Vorrat – kost‘ noch nix.
Alternativ könnte man auch 3000 Einfamilienhäuser für á 10.000.000€ bauen, wenn man die richtigen Prioritäten setzt.
Oder zusätzlich zu S(21)21 [ursprüngliche 4,5Mrd. aktuell 14,5Mrd.], B(22)21 in Anlehnung an den weltberühmten Standflughafen für grob gepeilt (vorerst) 30Mrd. – zählt schließlich zur förderungswürdigen Infrastruktur!
„…nur der nächste Weltkrieg auf, um dann, wenn alles in Schutt und Asche liegt und die Leichen weggeräumt wurden,…“
Der Witz liegt im Detail, daher die Frage: WER/WAS bleibt nach dem Dritten übrig, um die vorhandenen Leichen zu beräumen?
Die 30 Mille reichen aber vorne und hinten nicht, um die Zinsen für die neuen Schulden samt Sondervermögen zu bezahlen.
Deshalb wird man über kurz oder lang sich doch noch an den alten Vorschlag des IWF erinnern:
10% Schuldenweg-Abgabe vom digitalen, programmierbaren Euro.
Vielleicht auch noch eine kleine Zwangshypothek als Solidaritätsabgabe für den klimaneutralen Wiederaufbau angerichteter klimaschädigender Zerstörung in Osteuropa.
Alles kein Problem. Notfalls gilt:
Ich gab mein Gold der Auma gerne, glänzen wird es in der Ferne.
Ob man dafür dann eine eiserne Brosche bekommt, wird sich zeigen.
Auf jeden Fall müssen wir aber für die Klimaschäden aufkommen, die brennende Raffinerien verursachen, wobei es egal ist, wo die gerade brennen und auch das CO2 für die Aufrüstung muss irgendwie kompensiert werden.
Also bitte: der Zehnt wurde im Mittelalter zu einem Kassenschlager, kann also nach einigen Jahrhunderten längst nicht mehr kostendeckend sein.
Daher böte sich 9:1 an.
Aber Obacht – auch hier gilt ein/e Deckelung/Ausschluss, die jene im oberen Segment „diskriminiert“.
A.) Die Stahlhelmtussi in Brüssel hat schon vor Monaten davon fabuliert, dass auf privaten Konten mehrere Billionen an ungenutzten Geldern von privaten Haushalten schlummern, die es Nutzbar zu machen gilt.
B.) Über die Rentenfonds werden dann wohl Anteile an Unternehmen gekauft, deren Risiko sonst niemand tragen will.
Der normale Bürger kann sich dann freuen, wenn es überhaupt noch Verzinsungen gibt und das Geld nicht komplett weg ist.
Außerdem braucht es Geld für die Rüstung und den Krieg 2029/30. Danach dürften dann wohl auch einige Probleme nicht mehr relevant sein, wie Demografie und Überalterung…….
Außerdem:
– Die unteren 30% haben eh kein Geld für Rente (nicht mal zum Essen). Da reicht das Geld ja nichmal bis zum Monatsende
– Die mittleren 30% sind arbeitsscheu und machen dauernd Krank
– Die darüberliegenden 35% müssen als Leistungsträger endlich entlastet werden
– und das obersten 5% Prozent steht bei der gesamten Frage nicht zur Debatte. Die sind das „scheue Kapital“, das
es nicht zu verschrecken gilt!
Die verfügen dann auch über rund 5,5 Billionen Euro Vermögen.
Der Rest der Bevölkerung (99%) kann eh mit Geld nicht umgehen.
„Danach dürften dann wohl auch einige Probleme nicht mehr relevant sein, wie Demografie und Überalterung…….“
Irrtum! Nach dem Krieg nehmen die Probleme durch Überalterung noch zu.
Nach dem Krieg nehmen die Probleme durch Überalterung noch zu.
Warum? Für Vergreisung im Schützengraben gibt es keinen GdB und auch keine Rente.
Wird es überhaupt ein „Nach dem Krieg“ geben oder nur den ewigen Frieden?
Neulich entdeckt:
„Ein kalter Hauch, ein Unwohlsein,
wer kann es mir verdenken?
Sah ich doch manches Heldengrab,
mit Kränzen zum Gedenken.
Im Tode sind sich alle gleich,
gleich sind die bleichen Knochen,
Egal von welcher Seite sie
zum Kriege aufgebrochen.
Friedlich vereint liegen sie dort.
Der Sieg war ihnen sicher.
Der Frieden in der Ewigkeit,
ist für sie angebrochen.“
Flassbeck irrt mal wieder. Die Beiträge zur Aktienrente werden den Sparbuchsparern entzogen, nicht dem Konsum. Damit könnten theoretisch diese Gelder tatsächlich in die Wirtschaft fließen. Und das bei gleichbleibender Sparquote. Das Problem ist nicht der Entzug des Geldes im Konsum, sondern die nicht wirtschaftswirksame Geldanlage im Echtfall. Wirtschaftlich wirksam wäre es nur, wenn die Beiträge in neue Aktien oder durch die Unternehmen verkaufte Aktien fließen würde. Im Endergebnis hat Flassbeck zwar recht, aber der Weg dahin ist „hanebüchen“.
Viel interessanter ist ohnehin, welche Lösung Flassbeck anbietet.
@Reimar Pflanz
Werter Herr Pflanz,
1. Zitat: „damit könnten theoretisch diese Gelder tatsächlich in die Wirtschaft fließen.“
Theoretisch könnte der Enkel nächste Woche auch 10 Millionen Euro im Lotto gewinnen und das obwohl er überhaupt nicht Lotto spielt, aber die Oma einen Lottoschein auf seinen Namen abgegeben hat. THEORETISCH kann man das nicht ausschließen, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür, vielleicht bei 0,0…1 Prozent.
2. Zitat: „Die Beiträge zur Aktienrente werden den Sparbuchsparern entzogen, nicht dem Konsum.“
Das hängt vom persönlichen Einkommen ab. Wer 2.000 Euro netto im Monat zur Verfügung hat, und davon
150 Euro als Notgroschen zurücklegt, wenn der Kühlschrank, der Fernseher oder der Staubsauger defekt ist,
100 Euro für den Jahresurlaub im Schwatzwald anspart und die verbleibenden 1.750 Euro für
Miete, Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Lebensmittel, Zahnpasta, Duschgel, Klopapier, Nasenspray, die Zuzahlungen im Krankenhaus, die Rezeptgebühr in der Apotheke, das Zeitschriften-Abo, das Geschenk an die Neffen/Nichten, den Eintritt im Schwimmbad, einen Blumenstrauß an die Herzallerliebste, die Hausratversicherung, neue Schuhe, ein paar neue Socken und ein neues T-Shirt, die Kfz-Versicherung, Benzin und neue Sommerreifen für das Auto ausgibt und so weiter und so weiter,
dann nimmt dieser Konsum ab, wenn man von den 1.750 Euro zwangsweise 150 Euro in das kapitale Fass mit der „Aktienrente“ von Black Rock einzahlen muss, denn dann bleiben nur noch 1.600 Euro übrig und die 150 Euro werden dann kompensiert z .B. dadurch, dass man das Zeitschriften-Abo kündigt und keine neuen Schuhe und kein neues T-Shirt kauft und so weiter und so weiter.
Bei einem monatlichen Netto-Einkommen von 10.000, 20.000 Euro oder noch mehr, sieht das anders aus. Da fließen dann 150 Euro von den 5.000 Euro, die bislang monatlich in drei verschiedene Fonds und einen ETF geflossen sind, in das kapitale Fass mit der „Aktienrente“ von Black Rock und nur noch 4.850 in drei andere Fonds und den ETF.
3. „Das Problem ist nicht der Entzug des Geldes im Konsum, sondern die nicht wirtschaftswirksame Geldanlage im Echtfall.“
Es macht also keinen Unterschied, ob jemand von seinem Geld einen neuen Kühlschrank für 750 Euro kauft oder diese 750 Euro in einen Aktienrentenzwangsfonds fließen, der zusammen mit dem Geld der anderen Aktienrentenzwangsfondseinzahler dann in die Rüstung „investiert“ oder in steigende Kurse bei Reis, Mais und Düngemitteln? Für meinereiner und die meisten anderen macht das schon einen Unterschied und zwar einen gewaltigen.
4. „Wirtschaftlich wirksam wäre es nur, wenn die Beiträge in neue Aktien oder durch die Unternehmen verkaufte Aktien fließen würde.“
Selbst dann, wenn die Zwangs-Beiträge in „neue Aktien“ fließen würden, ändert das nichts an Punkt 2 (siehe oben) und an Punkt 3. Wenn ich monatlich 150 Euro auf die hohe Kante lege, dann habe ich die Wahl, bei wem und wie ich das Geld am Kapitalmarkt anlege. Wenn die 150 Euro zwangsweise vom Lohn/Gehalt abgezogen werden und in den Aktienrentenzwangsfonds fließen, dann habe ich diese Wahl und diese Freiheit NICHT MEHR!
5. Aktien sind spekulative mit Risiko behaftete Kapitalanlagen. Wann hat es in den letzten 100 Jahren schon mal einen Börsen-Crash gegeben? Noch nie!? Wer haftet dafür, wenn man man 20, 30 oder 40 Jahre lang in den Aktienrentenzwangsfonds eingezahlt hat und dann macht es am Kapitalmarkt BUMM! Was wird dann aus den 20.000 oder 30.000 Euro, die man eingezahlt hat? Die Fondsgesellschaft haftet dafür sicherlich nicht. Der Fondsmanager, der damit Millionen verdient hat, sicherlich auch nicht. Haftet dann der „Staat“, also die Allgemeinheit oder ist das eingezahlte Kapital dann „futsch“? Wenn man sieht, dass die Kurse nach unten gehen, dann kann man die Aktien eines privaten Aktienfonds rechtzeitig abstoßen, bei einem Aktienrentenzwangsfonds kann ich das nicht.
6. Eine „sehr“ einfache Frage, wenn es um den Kapitalmarkt geht: Gibt es am Kapitalmarkt zu viel Kapital/Geld oder zu wenig Geld/Kapital? Ist der Kapitalmarkt knapp bei Kasse?
Wenn der Zins der Preis für Geld ist, dann ist dieser Preis heute extrem niedrig, wenn man diesen Preis z. B. mit den 1970er oder 1980er Jahren vergleicht. Ein Immobiliendarlehen kostet heute weniger als 4 Prozent Zinsen. In den 1980er Jahren musste man dafür über 10 Prozent p. a. hinlegen. In den 1970er Jahren gab es sogar 4,5 Prozent Zinsen auf das ganz normale Sparbuch mit gesetzlicher Kündigungsfrist. Heute gibt es darauf 0,01 Prozent Zinsen. Ich hatte sogar mal ein Girokonto mit 1,0 oder 1,5 Prozent Habenverzinsung.
Und die Antwort lautet: Es gibt viel zu viel Geld auf den Kapitalmärkten. Die Kapitalmärkte ersaufen im Geld, die Kapitalmärkte wissen gar nicht, was sie mit dem Geld anfangen sollen, weil die Profite in der realen Wirtschaft sinken. Wenn die Kurse an der Börse steigen, weil die Nachfrage nach diesen Aktien steigt, dann ist doch noch NICHTS produziert worden. Dadurch werden auch keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Nur der Preis der Aktie ist gestiegen, die Aktie ist TEURER geworden.
Produziert wird erst dann, wenn die Unternehmen auch Käufer für ihre Produkte/Dienstleistungen finden. Dafür brauchen vor allem diejenigen, die sowieso schon wenig Geld haben, mehr Geld und dieses Geld soll ihnen jetzt weggenommen werden, damit noch mehr Geld in den Kapitalmarkt fließt und dort nicht weiß, was es anstellen soll.
Noch Fragen Hauser? – Ja Kienzle: Wie wäre es heute abend mit einer knusprigen Forelle vom Grill?
Das ist doch mal die fällige systempraktische (nicht systemtheoretische!) Erklärung der Vorgänge.
Für mich kristallisiert sich dabei heraus: die einzigen, die dabei verdienen werden, sind die Banken.
Wo hatte unser Kundesbanzler noch mal früher überall „gearbeitet“? Erklärt sich darüber vielleicht seine überschäumende Begeisterung?
Und natürlich denkt niemand mehr daran, wo die Ersparnisse der damaligen Reichsdeutschen aus der Zeit vor 1945 geblieben sind, die sie „anlagesicher und renditestark“ in einen staatlich verwalteten kapitalgedeckten Rentenfonds bis zum 8. Mai 1945 eingezahlt hatten? Oder in die sogenannten „Kriegsanleihen“? Das war der Tag, an dem dieser Rentenfonds „Plopp“ machte und sich in Nichts auflöste. Was die erste Bundesregierung unter Adenauer direkt dazu ZWANG, ein umlagefinanziertes Rentensystem einzuführen – denn für einen kapitalgedeckten Rentenfonds waren nach dem Krieg weder die nötigen Ersparnisse zum Anlegen noch die nötigen Renditen zur Rentengenerierung vorhanden.
Ja, und wenn es dann wieder mal Plopp macht…
Der Autor versteht den Gedanken von Merz offensichtlich falsch. Natürlich kommen die 30 Milliarden nicht zusätzlich in die Wirtschaft. Wenn man aber die kapitalgedeckte Rente mit einem Umlageverfahren vergleicht, dann kommt Geld, was für den Konsum gedacht ist (Rente) zunächst als Finanzkapital in den Umlauf.
Der Grundgedanke ist ebenso schlicht wie zynisch: Geld soll am Besten ausschließlich als Kapital im Umlauf sein.
Flassbecks Analyse trifft zu, seine Schlussfolgerung ist dennoch falsch. Denn das eigentliche Ziel war es nie, der ‚Wirtschaft‘ Kapital zukommen zu lassen, sondern weitere Milliarden in den Finanzsektor zu schieben. Und das klappt so bestens. Dass Merz das nicht kommuniziert, versteht sich von selbst.
Wer das kleine Einmaleins nicht mehr beherrscht glaubt mit großen Zahlen rechnen zu können? 🙂
Der Rentenbetrug ist doch offensichtlich!
Es wäre Zeit dass die ca. 22 Millionen Rentner zusammen mit Arbeitern und der Jugend auf die Straße gehen und gegen diesen Betrug demonstrieren.
GEMEINSAM und SOLIDARISCH!
Schließlich sind ja alle betroffen.
Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern
Des wütenden Geschicks erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine See von Plagen,
Durch Widerstand sie enden? Sterbend ….. schlafend……..
Die Sklavenschaafe in Deutschland werden, wie ihr Altvorderen, ihren Führern in den Abgrund folgen……..
Es gibt vielleicht 5.000.000 Arme die kämpfen würden gegen vielleicht 1.000.000 Söldner (Polizei, Geheimdienste, Armee).
Die Chancen stehen nicht gut, es sei den die Armen organisieren sich.
Da sich die deutsche Wirtschaft aber aufgrund des Fehlverhaltens ihrer Oligarchen ohnehin in einer Art Sturzkampfbombermodus befindet, die jederzeit in ein unkontrolliertes Trudeln umschlagen kann, werden diese finanzpolitischen Bruchpiloten die Nase ihrer zweimotorigen schon wieder ganz knapp hochziehen und Richtung Südamerika durchstarten, der Luftfahrt sei Dank.
Das Ganze ist tatsächlich das Gesamtkunstwerk von handverlesenen Wahnsinnigen. Danke, Herr Flassbeck für den erhellenden Beitrag. Sie sind offenbar der Wirtschaftsexperte und nicht jene Konzernfritz:Innen.
Vielleicht hat Mr Merz ja mit „Wirtschaft“ Blackrock & Co. gemeint, womit das ein Geschenk an diejenigen wäre, für die er mal gearbeitet hat, und die ihn sicher bei seiner politischen Destruktion Deutschlands „unterstützen“.