
Wie der Zwang zu Apps, Authentifizierung und Konten unsere Selbstbestimmung aushebelt.
Man wollte nur mal schnell seine Lohnabrechnung herunterladen. Ein paar Klicks, ein PDF, fertig, so die Vorstellung. Was man stattdessen bekommt, ist ein bürokratisch-technisches Hindernisrennen aus gesperrten Konten, nicht funktionierenden Apps, Zwei-Faktor-Hürden und digitalem Frust. Willkommen im deutschen Alltag 2025, wo die Digitalisierung nicht vereinfacht, sondern verkompliziert.
Der Einstieg beginnt oft harmlos. Der Arbeitgeber übergibt die Verwaltung der Lohnabrechnungen an einen großen Anbieter wie DATEV, für Unternehmen eine standardisierte Lösung, für die Angestellten jedoch eine digitale Zumutung. Wer seine Abrechnung einsehen will, muss sich dort registrieren, ein Konto erstellen und künftig über App-basierte Authentifizierungsverfahren anmelden. Doch sobald man dieses System länger nicht nutzt, beginnt das Dilemma: Die Zugangsdaten sind nicht mehr aktuell, das Passwort läuft ab, oder der Authentifizierungscode wird auf ein Handy gesendet, das längst ersetzt oder zurückgesetzt wurde.
Das allein wäre schon ärgerlich. Aber die eigentliche Absurdität beginnt, wenn man versucht, das Konto neu zu aktivieren oder zu ersetzen. Denn die Mailadresse, mit der man sich damals registriert hat, ist weiterhin fest mit dem Konto verknüpft. Ein neues Konto lässt sich nicht erstellen, da die Adresse „schon vergeben“ ist, das alte Konto aber bleibt unerreichbar, weil der Zugriffscode nicht mehr generiert wird. Eine echte digitale Sackgasse: kein Zugang, kein Zurück, keine Hilfe. Wer versucht, den Support zu kontaktieren, wird oft an den Arbeitgeber verwiesen. Der wiederum hat keinen Zugriff auf die persönlichen Zugangsdaten, das System ist technisch „sauber getrennt“. Für den Betroffenen bedeutet das: Er hat zwar ein Konto, aber keinerlei Möglichkeit, es zu nutzen.
Viele greifen in ihrer Verzweiflung zu Apps aus dem Store, die vermeintlich den Zugang erleichtern sollen, etwa sogenannte Authenticator-Apps. Doch hier lauert die nächste Falle: Der Markt ist überschwemmt von dubiosen Klon-Apps, die aussehen wie das Original, aber bereits beim Öffnen ein kostenpflichtiges Abo aktivieren. Und während man sich durch Nutzungsbedingungen klickt, in der Hoffnung, irgendwo den rettenden QR-Code-Scan starten zu können, läuft im Hintergrund bereits der Abrechnungsprozess. Man zahlt und bekommt dennoch keinen Zugang.
Es ist ein technisches System, das vorgibt, sicher und effizient zu sein, in Wahrheit aber viele Menschen ausschließt, frustriert und in Abo-Fallen treibt. Und das alles, nur weil sie ihr eigenes Gehalt sehen wollen
Ein geschlossenes System mit offener Flanke
DATEV ist kein kleines Start-up mit wilden Ideen, sondern ein etablierter IT-Dienstleister, der in Deutschland eine marktbeherrschende Rolle bei der Abwicklung von Lohnabrechnungen, Steuerdaten und Buchhaltung einnimmt. Rund 2,5 Millionen Arbeitnehmer greifen über das DATEV-System auf ihre Entgeltabrechnungen zu, oder besser gesagt: sollten darauf zugreifen können. Denn in der Praxis erleben viele das Gegenteil.
Der Zugang erfolgt in der Regel über das sogenannte DATEV Arbeitnehmer-Online-Portal, das mit einer Kombination aus Benutzername, Passwort und besonders wichtig, einem zweiten Sicherheitsfaktor gesichert ist. Und dieser zweite Faktor ist fast immer eine App-basierte Authentifizierung, etwa über die DATEV SmartLogin-App oder über externe Tools wie den Google Authenticator. Was nach „mehr Sicherheit“ klingt, ist in Wirklichkeit ein neuer Zwangspfad, der gerade diejenigen ausschließt, die sich nicht täglich mit digitalen Sicherheitsprotokollen beschäftigen.
Zwar ist es theoretisch möglich, die App schon bei der Einrichtung des Zugangs zu installieren und mit dem Konto zu verknüpfen. Doch praktisch gesehen bedeutet das: Wer einmal sein Smartphone wechselt, zurücksetzt, die App löscht oder den Code verliert, muss den gesamten Prozess neu starten, inklusive Einladung durch den Arbeitgeber oder Rücksetzung über den DATEV-Support. Das wäre kein Problem, wenn die Benutzerführung klar, die Hilfe erreichbar und das System fehlertolerant wäre. Doch genau hier liegt das strukturelle Versagen: Wer einen Schritt nicht korrekt ausführt, oder schlicht nicht mehr nachvollziehen kann, welche Schritte vor zwei Jahren nötig waren, steht erneut vor der digitalen Mauer.
Die Unfähigkeit, bestehende Mailadressen einem neuen Konto zuzuordnen oder ein temporäres Login zu generieren, ist dabei keine technische Notwendigkeit, sondern eine bewusste Systementscheidung. In den Geschäftsbedingungen steht zwar viel über Datenschutz und Sicherheit, aber fast nichts über Nutzerfreundlichkeit oder Wiederherstellbarkeit des Zugangs. Der Staat schweigt dazu. Dabei wäre gerade hier politische Regulierung dringend nötig, schließlich handelt es sich nicht um Luxusfunktionen, sondern um den Zugang zu zentralen Arbeits- und Steuerdaten.
Und als wäre das nicht genug, geraten viele Nutzer zusätzlich in die Falle der sogenannten Authenticator-Apps, insbesondere bei Android. Wer versehentlich die falsche App aus dem Google Play Store lädt, landet mitunter bei Anbietern, die täuschend echt aussehen, aber versteckte Abos enthalten. Die Apps versprechen „schnellen Zugang zu Ihren sicheren Codes“, doch sobald man sie öffnet, erscheint ein Bildschirm mit AGBs und „kostenlosem Testzeitraum“, der sich stillschweigend in ein Monatsabo für 7 bis 15 Euro verwandelt. Wer nicht rechtzeitig kündigt, zahlt, oft über Monate hinweg, für eine App, die nicht einmal funktioniert oder gar keinen Bezug zum eigentlichen Dienst hat.
So geraten viele Menschen in ein doppeltes Netz: auf der einen Seite der digitale Zugriffszwang über Apps wie DATEV SmartLogin, auf der anderen Seite eine App-Ökonomie, die Unsicherheit systematisch in Geld umwandelt. Und am Ende steht ein ernüchternder Befund: Wer seine Abrechnung sehen will, muss nicht nur technisch versiert sein, sondern auch noch die Fallen der Plattformökonomie erkennen, vermeiden und rechtzeitig kündigen.
Was ist das für ein System, das den Zugang zu den eigenen Daten so erschwert, dass es am Ende wie digitale Erpressung wirkt?
Digitale Unfreiheit – Wie der Staat mit seiner Verantwortung umgeht
Die Situation, wie sie Millionen Arbeitnehmer mit Systemen wie DATEV erleben, ist kein Einzelfall. Sie ist Teil eines größeren Trends: der technokratischen Entmündigung im Namen der Digitalisierung. Offiziell heißt es, alles werde einfacher, schneller, effizienter. Tatsächlich wird vieles komplizierter, unübersichtlicher und exklusiver. Wer nicht Schritt hält mit den technischen Anforderungen, oder wer sich schlicht weigert, jedes Update, jede App, jedes Identifikationsverfahren kritiklos mitzumachen, wird zunehmend ausgesperrt.
Dabei ist das nicht nur ein Problem einzelner Anbieter wie DATEV. Es ist die Folge politischer Versäumnisse und eines Digitalverständnisses, das auf Zwang statt auf Wahlfreiheit setzt. Die Bundesregierung und viele Landesregierungen preisen seit Jahren die sogenannte „digitale Verwaltung“, fördern Plattformlösungen und verlangen elektronische Nachweise, von Elster bis eRezept, von De-Mail bis Steuer-ID. Doch sie überlassen die konkrete Umsetzung weitgehend privaten Anbietern, deren Systeme oft auf maximaler Absicherung, nicht aber auf praktischer Zugänglichkeit beruhen. Wer außen vor bleibt, hat Pech gehabt.
Was fehlt, ist eine digitale Ethik, die den Menschen nicht nur als Datensatz, sondern als Subjekt begreift, mit Rechten, Bedürfnissen und Begrenzungen. Nicht jeder hat ein Smartphone. Nicht jeder will dutzende Apps auf dem Gerät. Nicht jeder versteht, was ein „zweiter Faktor“ ist, wie man QR-Codes sichert oder was passiert, wenn ein Authenticator verloren geht. Und selbst wenn man all das weiß, es bleibt dabei: Es darf keine Pflicht zur App geben, wenn es um elementare Verwaltungs- oder Arbeitsdaten geht.
Was wäre so schwer daran, einen einfachen Zugang über Benutzername, Passwort und eine temporäre SMS-TAN anzubieten, zumindest als alternative Option? Was hindert Arbeitgeber daran, analoge Abrechnungen auf Wunsch wieder zur Verfügung zu stellen? Warum dürfen zentrale Systeme wie DATEV nur noch über App-Strukturen funktionieren, obwohl die Risiken (Datenverlust, Gerätewechsel, Abhängigkeit von Drittanbietern) allseits bekannt sind?
Die Antwort ist bitter: Weil es niemanden interessiert, solange die Prozesse intern effizient und revisionssicher sind. Der Aufwand für die Betroffenen, Zeit, Nerven, im schlimmsten Fall auch Geld, wird externalisiert. Das ist digitale Bürokratie in Reinform: technisch korrekt, formal sauber, aber praktisch unzumutbar.
Besonders bezeichnend ist, wie sehr die Systeme auf Eindeutigkeit bestehen und damit ihre eigene Unbeweglichkeit produzieren. Wer seine E-Mail-Adresse einmal registriert hat, kann sie oft kein zweites Mal nutzen, selbst wenn das alte Konto nicht mehr erreichbar ist. Das System erkennt die Mail als „vergeben“, weigert sich aber gleichzeitig, eine Wiederherstellung ohne den ursprünglichen Authentifizierungsfaktor zuzulassen. Das ist, als würde ein Türschloss den alten Schlüssel verlangen, aber keinen Ersatzschlüssel akzeptieren und trotzdem jede neue Tür mit „dieser Schlüssel gehört schon jemandem“ blockieren.
Gerade in einer Zeit, in der Menschen ohnehin mit steigender Komplexität, Informationsüberflutung und digitaler Unsicherheit kämpfen, ist es brandgefährlich, solche Zugangssysteme ohne Not zu verengen. Die Botschaft an die Bürger lautet am Ende: Du kommst nur rein, wenn du das Spiel mitspielst, inklusive aller Risiken, Drittanbieter-Apps, Kosten und technischer Anforderungen. Und wenn nicht? Dann bleibt dir der Zugang zu deinen eigenen Dokumenten eben verwehrt.
Resümee: Digitale Effizienz auf Kosten der Menschenwürde
Wir sind längst mittendrin, in einer Zeit, in der Technik nicht mehr nur Hilfsmittel ist, sondern zur Pflicht erhoben wird. Wer heute auf seine eigenen Daten zugreifen will, wird zu digitalen Verhaltensmustern gezwungen, die mit Alltagstauglichkeit oft nichts mehr zu tun haben. Man braucht ein Smartphone, eine bestimmte App, eine registrierte Mailadresse, stabile Internetverbindung, die richtige Uhrzeit, ein korrektes Backup, nur um ein PDF zu öffnen, das früher per Post kam.
Und das ist keine Schwarzmalerei, sondern gelebte Realität. Wer solche Systeme entwirft, prüft sie oft nur unter Idealbedingungen, mit IT-Fachleuten, die tagtäglich mit Authentifizierung, Geräten, Passwörtern und digitalen Zertifikaten arbeiten. Die Wirklichkeit draußen sieht anders aus. Dort stehen Menschen, die zwei bis drei Mal im Jahr ihre Lohnabrechnung brauchen. Menschen, die keinen Nerv dafür haben, sich durch verschachtelte Wiederherstellungsprozesse und App-Zwänge zu klicken. Menschen, die vielleicht kein aktuelles Smartphone besitzen oder schlicht kein Vertrauen mehr in diese digitalen Ketten haben.
Natürlich ist es für Arbeitgeber günstiger, Lohnabrechnungen nicht mehr auszudrucken. Aber die Folge ist eine neue Form der digitalen Entkoppelung. Viele Arbeitnehmer schauen sich ihre Abrechnung monatelang gar nicht mehr an, aus Frust, aus Bequemlichkeit oder weil sie sich vom System ausgeschlossen fühlen. Und wenn sie die Abrechnung dann doch einmal brauchen, zum Beispiel für einen Mietvertrag, ein Bankgespräch oder das Finanzamt, dann beginnt der Spießrutenlauf. Das Konto ist gesperrt, der Zugangscode ungültig, die App verloren. Der Weg zur eigenen Gehaltsabrechnung wird zur Tortur.
Wenn das die Zukunft der digitalen Verwaltung ist, dann gute Nacht. Denn was wir hier sehen, ist nicht technische Modernisierung, sondern ein schleichender Rückzug des Servicegedankens. Statt barrierefreier Zugänge für alle entsteht ein Netz aus App-Zwang, Passwortfallen und Zugriffsverweigerung. Statt echter Digitalisierung erleben wir digitale Bürokratie in Reinkultur, effizient für die einen, entmündigend für die anderen.
Es ist höchste Zeit, umzudenken: Wer digitale Systeme einführt, muss sie zuerst mit den unerfahrensten Nutzern testen, nicht mit IT-Fachleuten. Es braucht analoge Alternativen, barrierefreie Notzugänge und ein digitales System, das dem Menschen dient, nicht umgekehrt. Denn wenn selbst der Zugriff auf die eigene Lohnabrechnung zur Hürde wird, dann hat die Digitalisierung ihren Zweck verfehlt.
Quellenangaben
Nutzerzahlen bei DATEV „Arbeitnehmer online“ (2024, Handwerksblatt)
https://www.handwerksblatt.de/themen-specials/die-e-rechnung-wird-pflicht-tipps-fuer-handwerksbetriebe/datev-unternehmen-online-halbe-millionen-marke-geknackt
Offizielle DATEV-Pressemitteilung zu Wachstum und Cloud-Plattformen (2024)
https://www.datev.de/web/de/presse/pressemeldungen/meldungen-2024/datev-zeigt-solides-wachstum-in-allen-bereichen/
Wikipedia-Artikel zu DATEV eG (Struktur, Marktstellung, Kritik)
https://de.wikipedia.org/wiki/DATEV
Warnung vor bösartigen Authenticator-Apps im Google Play Store (heise online, 2023)
https://www.heise.de/news/Boesartige-Authenticator-Apps-auch-im-Google-Play-Store-7528469.html
Malwarebytes: Fake-Google-Authenticator-Werbung führt zu Malware (2024)
https://www.malwarebytes.com/blog/news/2024/02/fake-google-authenticator-ads-lead-to-malware-hosted-on-github
BleepingComputer: Fake-Ads imitieren Google Authenticator, verbreiten Stealer (2024)
https://www.bleepingcomputer.com/news/security/fake-google-authenticator-ads-lure-users-to-download-malware-on-github/
Onlinezugangsgesetz (OZG) – gesetzlicher Rahmen der digitalen Verwaltung (Wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/Onlinezugangsgesetz
Welt.de über das Scheitern der deutschen Digitalisierungsstrategie (11 % Zielerreichung, 2023)
https://www.welt.de/politik/deutschland/article247151642/Bund-verfehlt-Digitalisierungsziel-nur-11-Prozent-der-Projekte-fertig.html
Der Staat und Verantwortung?
Sorry, ich muss lachen. Der funktioniert nach dem Prinzip der „organisierten Verantwortungslosigkeit“.
Wie das in Obrigkeitsstaaten nunmal so ist.
Und wenn der Herr so tickt, tickt dann auch das G’scherr so.
Ewige Knechtschaft, ha ha ha ha hahaha ha ha ROFL
Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation, die großartige Agenda 2030 ihr werdet nichts mehr besitzen und glücklich sein.
Also bon voyage die nächsten fünf Jahre.
Wieder einmal – das totale Versagen der DGB-Gewerkschaften – Interessen der Arbeitnehmer vertreten und durchsetzen? Immer mehr ein „no go“ – wahrscheinlich sind manche Gewerkschaften auch Kunden von DATEV – wer kann aufklären – danke!
Die digitale Welt ist Ausdruck der analogen Welt.
Die analoge Welt ist im Arsch, und so ist es die digitale.
Mir ist es inzwischen zu müßig, ständig auf kleine Details hinzuweisen, die „nicht optimal“ (sic) sind… es ist einfach der große Rahmen, wo schon lange nichts mehr stimmt.
@DasNarf
Ja, das sehe ich genauso!
Und ich finde es vollkommen naiv, sich immer noch auf der Ebene des bloßen Appellierens an die Politik zu bewegen und zu glauben, dass damit vielleicht irgendetwas bewirkt werden könne. Solche Leute haben immer noch nicht verstanden, wie das bestehende System tatsächlich gestaltet ist und funktioniert.
Dieses bloße Kritisieren ist gescheitert, wie die Realität beweist. Es muss endlich konsequent die Systemfrage gestellt und thematisiert werden!
Ich war mittlerweile auf mehreren Veranstaltungen von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmidt, weil ich wissen wollte, was für Leute dort hingehen und was dort diskutiert wird?
Mehrheitlich waren die Leute in den Zwanzigern, eine Minderheit in den Dreißigern, und ich war der Einzige, der über 40 war.
Die dortigen Diskussionen liefen auf einem sehr hohen intellektuellen Niveau, das wesentlich höher war als das, das in vielen Diskussionssendungen der sog. „Freien Medien“ präsentiert wird.
Ich habe denen Fragen u.a. im Zusammenhang mit ihrem Wegbleiben von der aktuellen Friedensbewegung gestellt, warum sie wegbleiben, ob ihnen diese Thematik egal ist?
Ich fasse die Antworten paraphrasierend zusammen: Natürlich sind sie alle gegen Krieg, gegen irgendeine „Kriegstüchtigkeit“, und für den Frieden und eine Friedenspolitik. Sie bleiben deswegen fern, weil in der aktuellen Friedensbewegung die Systemfrage nicht gestellt wird! Dabei sind die westlichen Kriege systembedingt!
Darüber sollten die „alten“ Damen und Herren-Protagonisten der aktuellen Friedensbewegung mal nachdenken!!!
„Und ich finde es vollkommen naiv, sich immer noch auf der Ebene des bloßen Appellierens an die Politik zu bewegen und zu glauben, dass damit vielleicht irgendetwas bewirkt werden könne.“
Ich bin mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob es solchen Leuten nicht v.a. um Selbstbeweihräucherung und Außendarstellung geht. „Seht her, wie unermüdlich ich gegen die politischen Windmühlen ankämpfe !“ könnte man die Intention dahinter ggf. zusammenfassen. Ja, ich kenne den bzw. die verschiedenen Autoren nicht persönlich und kann mir dementsprechend auch kein abschließendes Urteil erlauben.
Aber an eine ausschließliche Naivität glaube ich nicht mehr. Bei nicht wenigen Autoren habe ich mittlerweile viel eher das Gefühl einer ausgesprochen selbstverliebten Selbstdarstellung. Und eines deutlich erhöhten Sendungsbewußtseins. Ginge es um die Sache an sich, wäre auch das Interesse an einem Austausch viel höher (und damit meine ich nicht irgendwelche schwachsinnigen Pseudo-Umfragen).
Seltsamerweise findet dieser eher seltener statt. Positiv hervorzuheben wäre u.a. z.B. Herr Wetzel (der hier ja mittlerweile auch die Segel gestrichen hat) und Herr Lindenau; deutlich negativ hervorzuheben ein gewisser Herr Schleim, der auf jede Form von Kritik nicht nur infantil, sondern auch regelmäßig ad hominem reagiert und den ich dementsprechend nicht mal ansatzweise ernstnehmen kann.
Und wo so gerne „die Jugend“ bzw. die „jüngeren Jahrgänge“ kritisiert werden : ich hatte gerade vor kurzem noch einen Austausch mit ein paar von jenen. Auch bei denen gibt es eine nicht unerhebliche Kritik am Verhalten der Smombies, etc. Und eine erzählte mir von ihrem anstehenden Urlaub : in dem sie möglichst wenig Menschen gerade wegen deren unsäglichen Verhalten begegnen möchte. Und ich konnte das so dermaßen nachvollziehen.
Guter Beitrag. Noch eine kleine Ergänzung von mir:
Der Kapitalismus ist wohl das einzige bekannte System, in dem man mit Systemkritik seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Das mag man jetzt als bloße Unterstellung abtun (was es gewiss auch ist), aber für so manche Autoren und Verlage dürfte es gar nicht im eigenen Interesse liegen, dass sich groß etwas ändert, schätze ich. Der Begriff „Aufmerksamkeitsökonomie“ drängt sich förmlich auf.
Warum muss ich jetzt an einen gewissen Herrn Precht und viele andere denken? Hm, keine Ahnung… aber ich bin inzwischen recht skeptisch bei Leuten, die ständig ihre Bücher anpreisen und offensichtlich sehr gut davon leben, dass die Zustände nicht besonders toll sind.
Man kann das natürlich auch strukturell betrachten: Der Kapitalismus macht sogar seinen erklärten Feind zur Ware und vereinnahmt ihn auf diese Weise sehr effektiv. 😉
Digitalisierung ist Verkomplizierung.
In Standardfällen mag das funktionieren. Aber wehe, irgendwas ist nicht STANDARD. Und dann: kein Mensch weit und breit. Entweder überhaupt keiner weil man in einer Dauerschleife mit Roboterstimmen oder unüberwindbaren Internetseitenbarrieren hängt – oder der Mensch den man erreicht sitzt irgendwo in einem „Callcenter“, vielleicht gar in Bangladesh oder auf den Fidschis – und hat keinerlei Verantwortung und Eingriffsautorität sondern dient nur dazu, einem das Ohr abzulabern, Kundenfreundlichkeit zu simulieren, einen vollzuquatschen bzw. rüde abzuweisen, je nach dem.
Wer Digitalisierung als „Fortschritt“ im Sinne von „Verbesserung“ versteht, ist einfach voll verblendet und verstrahlt. Es ist so ähnlich wie „Reform“. Was sich nach Verbesserung anhört ist heute in Wahrheit nur noch Verarschung, Verschlechterung, Einschränkung, Fesselung, Bedrückung.
Aber die modernen PR-Welt-Menschen sehen das alles nicht. Die glauben tatsächlich noch, was die Werbung, die inzwischen jeden Lebensbereich von Politik über Kultur bis Zwischenmenschlichem durchdringt, uns lügenhaft verzapft.
Der Schein wird als Sein behandelt. Das aufgeschwätzte Gefühl überdeckt die Wahrnehmung. Die Lüge wird als normal angesehen und für die Wahrheit genommen. Wenn Menschen irgendeinen Schwachsinn noch nicht genug glauben wird das als Zeichen dafür genommen, dass es nur noch nicht ausreichend erklärt worden wäre. Denn PR ist das Mittel Leuten Scheiße als Gold zu verkaufen. Und das ist heute der Standard. Siehe zB diesen KI-Mist der überall verzapft wird. Angeblich wäre eine KI eine objektive Instanz. So wird uns vermittelt und so verzapfen auch die Werbeträger hier diese Lüge. Nichts ist mehr zu Blöde um es nicht trotz völliger Unnützheit als größten Fortschritt seit geschnitten Brot auszurufen – und dafür massenhaft Jünger und Verteidiger jeden Schwachsinns zu gewinnen. Wahrscheinlich weil dafür erst einmal viel, viel Geld aufgewandt wird. Wenn sich Hunderte um einen Scheißhaufen scharen, selbst wenn die nur simuliert sind, kommen weitere Tausende dazu weil das doch eindeutig was Tolle sein muss, und so weiter und so weiter …
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Man muss halt nur die Vorteile dabei erkennen. PR-Leute fragen immer, was nützt wem und wem will ich nützen.
Aber ganz so schlecht sind die gar nicht. Sie haben ein geübtes Ohr für Sachverhalte, denn sie fragen auch die 5-7 W’s ab, die die Jounalisten gebrauchen und benutzen zugleich die Lasswell Formel. Obendrein hören sie auch mit den vier Ohren von Friedemann Schulz von Thun. Also man muss schon unterscheiden, ob sie gerade für ein Honorar arbeiten oder sich privat für etwas interessieren. Überhaupt sind das ganz normale Menschen, die sich ihrem Arbeitgeber gegenüber loyal verpflichtet sehen und das machen eigentlich die meisten berufstätigen Leute. Selbst Werbeleute glauben nicht, was sie beruflich von sich geben und kaufen auch nicht das von ihnen angepriesene Produkt.
Genau richtig beschreiben. Nur was soll der positive oder mindestens entschuldigende Klang dabei?
PR-Leute sind Huren die mit bewussten Lügen andere über den Tisch ziehen wollen. Kein PR-Mann/Frau hat auch nur ein Fünkchen Anstand. Das Wort ist für diese Leute nichts als eine Lachnummer. Und das ist das Elend der Welt! Eine Welt ohne Moral, ohne Anstand, ohne Ehre, ohne Würde!
Und das finden sie Okay? na dann weiß ich bescheid.
Wer durch die Registrierung bei ePA läuft, ahnt, es werden nicht viel mehr als die 1,x Mio von 60 Mio Nutzern. War aber klar, da auch dort GEMATIK dransteht. Zugang per Versichertennummer + Passwort besteht. Dann braucht man die nächste Nummer, kommt per Post von der Krankenkasse. Dann muss man sich eine sechstellige pers. ID verpassen, weiter geht es. Bis zur Stelle, wo eine TK Identkennzahl fällig wird. Ohne die verfallen getätigte Eingaben. Denn die kommt natürlich erst per Antrag- immerhin online- dann aber wieder per Brief. Wenn noch eine Hürde kommt, klopp ich sie weg.
ich hatte den Schwachsinn an der Autobahn in Schweden. Stehe mit einer Panne auf dem Seitenstreifen, die Deckung vom ADAC reicht nicht (warum eigentlich? Bin ich der erste da mit einer Panne?), soll die Differenz selbst zahlen. Möglich sind nur Mastercard und Visa. Habe ich beide. Nur die verf…. Bestätigungsapp meiner Spaßkasse funktioniert natürlich nicht. Und der Abschlepper kommt erst nach erfolgter Zahlung. Mahlzeit.
Ein Fest!!
Wer fährt auch ohne Not zu den Bargeldvernichtenden schwedischen Schwachköpfen?
Schweden war mal schön, aber seit 20 Jahren fahre ich nicht
mehr hin.
Empathie ist nur wenigen vergönnt.
Was soll ich dazu sagen ausser, das ist der Rhythmus wo scheinbar jeder Depp mit muss 🙂
Daher gibt es auch für jeden Depp eine APP
Ich habe mir deshalb auch eine „Schmale-Berguhr“ statt einer „Dicke-Taluhr“ zugelegt. 🙂
Ich habe die Lohnabrechnung immer als Ausdruck bekommen. Solange das möglich ist, besteht doch keine Notwendigkeit, sich bei dysfunktionalen Anbietern anzumelden.
Eine kurze Recherche ergab: Zwar ist der Arbeitgeber heute nicht mehr verpflichtet die Lohnabrechnung in Papierform zu erstellen, sie muss aber im Betrieb für den Arbeitnehmer in Textform verfügbar und auch ausdruckbar sein (internes Mitarbeiterkonto). Der Verweis auf DATEV online als Zugang zur Lohnabrechnung ist demnach offensichtlich nicht zulässig.
Vielleicht mögen die Berufstätigen hier schildern, wie es derzeit in ihrem Betrieb gehandhabt wird.
PDF Download. Forschungseinrichtung.
Ich archiviere selbst (der AG tuts auch), aber nicht mehr als Papier.
Guter Artikel – wobei ich zu den Menschen gehören, die nicht annähernd in der Lage sind, die technischen Aspekte nachzuvollziehen. Mir reichen aber schon meine Klein-Alltagserfahrungen mit Digitalisierung: Päckchen mit Teemischung für kranken Vogel landet auf Packstation, der dort installierte Scanner funktioniert nicht, ich handy-los , schreibe nach Einloggen usw. an DHL wegen Neuzustellung – liest natürlich keiner, vielleicht kann dort aber auch keiner mehr lesen- Päckchen geht zurück. 16 Euro umsonst bezahlt, verzichte auf Neuzustellung, da womöglich nur Wiederholungsrunde. Vogel zum Glück auch ohne Teemischung gerettet. Und ich rechne damit, demnächst auf dem Müllhaufen für digitale Analphabeten zu landen, hoffe auf Entstehen einer analogen Parallelgesellschaft , in der Menschen ohne kundige Angehörige -das sind rundum diejenigen, die den Bekannten meiner Altersgruppe aus der Patsche helfen, selber kanns keiner mehr-: Kinder, Enkel, Neffen, Nichten usw. bzw. zwar mit, aber kontaktlos, denn die jungen Leute haben anderes zu tun, irgendwie überleben kann.
Wenn das mal alles wäre! Nein, der Smartphone – Zwang ist überall am wirken. Erste Bäckereien verlangen bargeldlose Zahlungen. Ein Bus- oder Bahnticket mit Barzahlung kaufen wollen, wird zum Hindernisrennen etc. – und überhaupt, Bargeld und Verfügungsgewalt über das eigene Geld werden zunehmend eingeschränkt und möglicherweise kostenpflichtig. Kostenpflichtig werden über kurz oder lang aber eben auch digitale Dienste. Ein hübsches, staatlich begünstigtes Abkassierermodell!
Aber gerade der freiheitliche Staat ist mit höchstem Interesse dabei, das bisschen unregulierter Freiheit einzuhegen und gegen ein absolutes Kontrollsystem einzutauschen. Überall wittert er Gefahren die vom Volk ausgehen könnten, überall muss er das unmündige Volk vor sich selbst beschützen. Überall ist eine schnüffelnde Nase von Nöten, u rechtzeitig auf Abwege geratene Bürger auf den Pfad der Tugend zurückzuführen. Die Tugend aber besteht darin, sich voll und ganz auf jene zu verlassen, die per Gesetz Regeln schaffen, an die man sich zu halten hat.
Das digitale Diktat macht aus einer freiheitlichen Demokratie eine ganz neue Herrschaftsform, in der die Beherrschten kontrollierte Untertanen der Herrschenden sind. Einer Herrschaft, der keiner mehr irgendwie entkommen kann und in der ein programmiertes, vorgegebenes Handeln und Denken zur Pflicht wird.
Die KI von morgen, weis genau was du gestern gesagt hast, mit wem du dich wo getroffen hast, was du dabei ausgegeben hast und erkennt an deinen Gesichtszügen, was du dabei dachtest.
Wenn man aber schon heute lieber schweigt, als für einen falschen Wortgebrauch bestraft, oder in einer Meldestelle registriert zu werden, wenn man auf Beschwerdebriefe lieber verzichtet, um nicht Nachts unerwarteten Besuch erdulden zu müssen, dann kann man sich vorstellen, welche erfreuliche Zukunft darauf wartet Realität zu werden.
Eine Zukunft, in der man sich absolut sicher fühlen kann, in der Verbrechen nicht mehr vorkommen können, weil diese schon vorsorglich verhindert werden. Ein gerechte Welt, in der alle den gleichen Regeln und Vorschriften dienen und sich niemand mehr bereichern kann, ohne aufzufallen. Ja, bei aller Kritik, so ein System hat auch Vorteile.
Die Bürger nutzen sowas halt gerne und freiwillig.
So wie ich das sehe, gibt es einen Schmaatfonezwang noch nicht. Es werden überall Alternativen angeboten.
Beim Onlinebanking etwa kann man sich auch ein kleines Gerät kaufen.
Bei Fahrscheinen, muss man Bescheid wissen, wo es die Bartickets gibt. Einfachfahrten können bei uns (NRW) aber nach wie vor beim Fahrer gegen Bares erworben werden.
Man könnte sich auch überlegen, ein Schmaatfone zu erwerben und nur offline zu verwenden. Die Apps/ Fahrkarten etc. zuhause über Wlan aufspielen.
In der Bäckerei einfach einen anderen Kunden bitten, für einen mitzubezahlen. Da kommt man auch mal wieder ins Gespräch ;-).
Solange es diese zahlreichen Alternativen noch gibt, sehe ich kein Bedrohungszenario, eher den gedankenlosen Umgang mit den eigenen Daten.
Ja ich schimpfe schon die ganze Zeit über die „EDV-Affen“, Dass sie sich keine Gedanken über die Praktikabilität ihrer Arbeit machen. Die denken nicht, dass ihr Zeug von absolut unterschiedlichen Menschen, mit unterschiedlichem Wissen, Erfahrungen, Können, Alter und auch Gebrechen, angewendet werden soll/muss.
Es geht schon weiter unten los, völlig unabhängig von Benutzer, Gerät, Betriebssystem und Anwendung. Etwa Fehlermeldungen, deren Informationsgehalt nicht über der eines einfachen Absturzes liegen. Obwohl ordentliche Fehlermeldungen einen Wettbewerbsvorteil in Form geringerer Kosten (Kosten durch Anrufe und notwendiger Raterei) und höherer Zufriedenheit brächten, werden sie einfach verweigert.
„Regiert sein heißt, bei jeder Handlung, bei jedem Geschäft, bei jeder Bewegung versteuert, patentiert, notiert, registriert, erfasst, taxiert, gestempelt, vermessen, bewertet, lizensiert, autorisiert, befürwortet, ermahnt, behindert, reformiert, ausgerichtet, bestraft zu werden.
Es heißt, unter dem Vorwand der öffentlichen Nützlichkeit und im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet, geprellt, ausgebeutet, monopolisiert, hintergangen, ausgepresst, getäuscht, bestohlen zu werden; schließlich bei dem geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, mißhandelt, zu Boden geschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt, füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten und obendrein verhöhnt, gehänselt, beschimpft und entehrt zu werden. Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtigkeit, das ist ihre Moral.“
( Pierre-Joseph Proudhon )
Danke für diesen Artikel und danke für das Zitat von Proudhon. Es ist zu hoffen, dass mit der fortschreitender Verkomplizierung jeder Dienstleistung in digitalen Abzockerkonzepten automatisch eine Verweigerung durch „Nicht verstehen“ entsteht. Untertanen und Konsumenten müssen sich neu orientieren. Damit könnten Alternativen gestärkt werden. Am Ende ist der listige Igel schneller als der Hase.
Es wird vermutlich etwas mit Funk werden, an Kabel-, Masten-, Satelliteneigentum vorbei.
Radio Hafenstraße 😉
https://www.youtube.com/watch?v=f5ic8P-E40w
Musik ab !:
Ton Steine Scherben / Rauch-Haus-Song
https://www.youtube.com/watch?v=TYSFGT7UGS8
Viel Spaß noch !
Ton Steine Scherben geht immer, danke für diesen Klassiker.
Zu diesem Stück gibt’s auch eine schöne Hommage von Rainald Grebe:
https://www.youtube.com/watch?v=9EogXJoilS8
Hamwa wieda was gelernt, hamwa wieda was gelernt…
….vom Bernd 😉
Brandaktuell !
„…Sag mir eins, haben die Scheiße oder Stroh in ihrem Kopf ? Sie wohnen in den schärfsten Villen, unsereins im letzten Loch…“
Die Soundtracks zu Besetzungen klingen heute anders….
Irgendwas ist aber noch immer unverändert faul in Europa und der Welt…
Stika / Déterminées
https://www.youtube.com/watch?v=TW3WhJwI6EU
Bandseite :
https://stika.bandcamp.com/album/cocktail-explosif
Das fasst es ziemlich gut zusammen.
Es wird allerdings – auch wenn dem jetzt wahrscheinlich vehement widersprochen wird – niemand gezwungen, da mitzumachen. Auch die sogenannte Judikative und Exekutive ist nicht allmächtig. Ganz im Gegenteil.
Wer deren vermeintliche ‚Übermacht‘ propagiert, möchte sich nicht auflehnen. Ist völlig in Ordnung. Das ist dann allerdings auch nichts anderes als Untertanen-Verhalten.
Es ist das übliche Dilemma : natürlich habe ich als Einzelner gegenüber z.B. einer Horde Hooligans keine Chance. Gebe ich deshalb von vorneherein auf und wehre mich nicht ? Nein, ein oder zwei von denen nehme ich noch mit…und es ist mir scheißegal, was das für vermeintliche Auswirkungen hat…
Oh ja, der Artikel geht runter wie Öl – sagt einer, der die IT-Branche von innen kennt und die Entwicklung zu SaaS-Plattformen leidvoll miterleben durfte.
Richtig, es wäre die Aufgabe der deutschen Politik, hier das Volk über entsprechende Machtverhältnisse (z.B. Strukturen, die noch weit über DATEV angesiedelt sind) aufzuklären und dem Schauspiel ein Ende zu setzen.
Dies passiert jedoch nicht – warum wohl?
Aufklären? Warum über das nicht zu Übersehende noch aufklären? Und es ist bereits alles aufgeklärt. Spätestens seit Corona kann doch nur eines gelten: Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorrüber. Was auch immer kommen mag, jeder einzelne Mit-„Das haben wir nicht gewußt“-macher hat genau das gewollt, „Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen“.
Die Masse macht mit. Bei allem.
Die wenigen, die sich quer stellen und sich löblicherweise verweigern, werden es immer schwieriger haben.
Ich bin mal gespannt, wie es wird, wenn ich komplett aus dem Internetz aussteige… was nicht mehr allzulange dauern wird, wenn die Überwachungspläne weiter gedeihen. Gerade hat sich übrigens matrix.org längs in den Staub geworfen.
Ich kann den „Overtonern“ nur empfehlen, sich im Hintergrund schon mal nach anderen Einnahmequellen umzusehen, denn es ist absehbar, dass solche „hochproblematischen Inhalte“ mittelfristig gesperrt werden. Man schaue gut auf England..
Vor einiger Zeit wurde vor Youtube-Videos eine Werbung für irgendein neues SaaS-Management-System (was sowieso kein Mensch braucht) geschaltet, die einen jungen Mann bei seinem ersten Arbeitstag zeigt. Er sitzt vor dem Rechner und tippt mit großen Augen auf der Tastatur herum. Seine einzige Sorge ist die, dass er möglichst schadlos durch den sog. Onboarding-Prozess durchkommt. Dieses Job-Onboarding in der IT-Welt bedeutet heutzutage vor allem, sämtliche Passwort-Türchen zu passieren, ohne beim internen IT-Support nachfragen zu müssen – schon garnicht am ersten Arbeitstag. Und überhaupt: Diese Einloggeritis scheint heutzutage die Hauptbeschäftigung in vielen Startups zu sein, Stichwort Produktivitätstheater. Das alles ist eine moderne Komödie.
Deutschland, digitale 4. Welt.
Warum einfach wenns auch kompliziert geht. Immerhin scheint die Post-App zu Lebensbestätigung dieses Jahr besser zu funktionieren damit ich meine Rente weiter kriege. Klappte jedenfalls beim ersten Anlauf.
Letztes Jahr brauchte es 4 Anläufe.
Bargeld ist Freiheit und alles andere ist Manipulation.
Nicht nur bei der Datev so. Versuche seit Wochen, in einer großen deutschen Hauptstadt
einen Termin zum Abholen meines Führerscheins zu machen auf dem entsprechenden Online Formular:
Hoffnungslos dysfunktional und vergeblich.
Einfach Anrufen oder Hingehen geht nicht.
Waaaahhhnnsinn!!!
„Microsoft hilft Israel seit 2021 dabei, Millionen Palästinenser auszuspionieren.
Einer neuen Untersuchung von +972 Magazine , Local Call und The Guardian zufolge nutzt Israel eine Cloud-Plattform von Microsoft, um riesige Mengen an Daten und Geheimdienstinformationen über Palästinenser im besetzten Westjordanland und im Gazastreifen zu speichern .
Die Untersuchung ergab, dass sich der Vorstandsvorsitzende von Microsoft im Jahr 2021 mit dem Kommandeur der berüchtigten israelischen Einheit 8200 traf – der militärischen Geheimdiensteinheit, die an den Pager-Terroranschlägen gegen den Libanon und anderen verdeckten Operationen in der gesamten Region beteiligt war.
Laut The Guardian überzeugte der Chef der Einheit 8200, Yossi Sariel, Satya Nadella von Microsoft, dem israelischen Militärgeheimdienst Zugriff auf einen „angepassten und abgetrennten Bereich“ innerhalb der Azure-Cloud-Plattform zu gewähren .
Anschließend begann man mit dem Aufbau eines „umfassenden und aufdringlichen Systems, das Aufzeichnungen von Millionen von Mobiltelefongesprächen sammelt und speichert, die täglich von Palästinensern im Gazastreifen und im Westjordanland geführt werden.“
…..
….. verweist der Bericht auf einen Cache mit durchgesickerten Microsoft-Dokumenten und Interviews mit fast einem Dutzend Mitarbeitern des Unternehmens und der Einheit 8200 – und enthüllt damit die Speicherung alltäglicher Kommunikation und Daten über das tägliche Leben normaler palästinensischer Zivilisten.
Drei Quellen der Einheit 8200 sagten, die Plattform habe den Weg für viele tödliche Luftangriffe im Gazastreifen und für Operationen der israelischen Armee im besetzten Westjordanland geebnet.
Anderen Quellen zufolge benötigte Tel Aviv Microsoft, da ihm Speicherplatz und Rechenleistung fehlten, um seine Spionagepläne umzusetzen.
Geheimdienstquellen zufolge hoffte Israel, „eine Million Anrufe pro Stunde“ abfangen, aufzeichnen und speichern zu können.
Das System wurde für die Platzierung auf Microsoft-Servern unter Sicherheitsebenen konzipiert, die das Unternehmen gemäß den Anweisungen der Einheit 8200 entwickelt hat. “
https://scheerpost.com/2025/08/08/microsoft-helping-israel-spy-on-millions-of-palestinians-since-2021-report/
Kein weiterer Kommentar.
Yo, also auch hier noch mal dann das (den anderen Kram – dass das alles Auswüchse der generellen neoliberalen Verantwortungsabschiebung sind, welche auf dem kapitalistischen Prinzip der Privatisierung von Gewinnen und der Sozialisierung von Verlusten/Schäden beruhen -, spare ich mir):
https://digitalcourage.de/blog/2024/petition-fuer-recht-auf-ein-leben-ohne-digitalzwang-gestartet
dass das alles Auswüchse der generellen neoliberalen Verantwortungsabschiebung sind, welche auf dem kapitalistischen Prinzip der Privatisierung von Gewinnen und der Sozialisierung von Verlusten/Schäden beruhen -, spare ich mir):
Es ist eher ein soziale Marktwirtschaft-Prinzip.
Das in den erzkapitalistischen Ländern als social Economy ebenfalls schon lange angekommen ist.
Von Neoliberalismus schwadroniert man dann wenn man unten wo man eh nicht wirklich was gegeben hat anfängt zu kürzen.
Und das ist nicht mal der Hauptkritikpunkt an der sozialen Marktwirschaft der ist noch im einiges krasser.
Nochmal an alle.
Es gibt keine „Soziale Marktwirschaft“!
Denn, eine Marktwirtschaft kann eben gar nicht sozial sein.
Das ist ein Paradoxum.
Doch die existiert musst dich nur mal umschauen fast überall auf der Welt.
Neoliberalen Arbeitgebern einen Arbeitnehmer-Killswitch an die Hand zu geben, wäre mal ein innovatives Geschäftsmodell. Ohne Gehaltsabrechnung ist es auch wesentlich schwieriger, aufzustocken, was den Sozialkassen Milliarden erspart, die in die Rüstungsindustrie reinvestiert werden können. Zudem lassen sich Lohnabrechnungen auch leicht nach unten korrigieren, wenn missliebige Lohnsklaven keinen Zugriff mehr darauf haben. Ohne Unterlagen dauert es schließlich ewig, sich vor einem Arbeitsgericht durchzusetzen.
Hmm, ob man dann auch beim Arbeitsgericht gegen den Arbeitgeber (auf Herausgabe der Gehaltsabrechnung) klagen könnte, wenn man keinen Zugriff auf die Gehaltsabrechnung hat (um z.B. Überprüfen zu können, ob die Abrechnung auch korrekt ist)? (Wohlgemerkt egal aus welchen Gründen man keinen Zugriff auf die Gehaltsabrechnung hat, also z.B. auch aus schierer Inkompetenz in Sachen IT. Nur in Falle der Zustellung mittels Post – bei manchen Zustellungsarten – oder direkter Übergabe der Gehaltsabrechnung – gegen Quittierung – kann der Arbeitgeber auch im Nachgang nachweisen, dass der Arbeitnehmer eine Gehaltsabrechnung erhalten haben muss.)
So etwas könnte dann natürlich dazu führen, dass man dann in der Firma auf der Abschussliste landet. Aber in Bezug dazu Zugang zu der Gehaltsabrechnung zu erhalten, sollte, sofern noch irgendein Anschein von Rechtstaatlichkeit aufrechterhalten werden sollte, der Lohnsklave vor dem Arbeitsgericht dann doch eigentlich recht bekommen (und dann auch – zurückliegende – Gehaltsabrechnungen erhalten).
Die Leute finden ohne Navi nicht mehr nach Hause.
Mit Navi hätte Kolumbus Amerika nicht entdeckt.
Und ohne Kolumbus wäre niemand in Amerika auf die Idee gekommen, ein Navi zu bauen. 😉
Ja, mit Datev haten einige Kollegen auch schon unangenehme Erfahrungen gemacht. So hat einer berichtet, daß er keine Zugangsdaten mehr hat, und die Neueinrichtung nun plötzlich Geld kostet.
Was mich auch stört ist, daß man seinen elektronischen Personalausweis dafür nicht mehr benutzen kann. Das war der einfachste Zugang für mich, da ich das passende Lesegerät habe. Damit war der Mist mit Zusatz-Apps nicht nötig. Tja, und auf einmal ging das nicht mehr. Warum, Datev?
Smartphones müssen weg, allein schon wegen der Strahlung.
Die Digitalisierung und KI, wird unser Ende einleuten, dessen sollte ihr euch alle endlich mal bewußt werden.
Ich vermute einmal, Sie leben in recht gut organisierten und urbanen Strukturen, Deutschland ist ja bereits
mit der elekrtronischen Patientenakte bzw. E- Rezept heillos überfordert.
Das ist in anderen Ländern Stand der Technik, solide seit 10 Jahren.
Was will man von einer IT verlangen auch, die Netzteile unten einbaut im PC Gehäuse, die Luft aus dem Gehäuse aber ansaugt und nach außen befördert. Das schlimmste war da aber, das es Zeitlang nur noch solche Gehäuse im Handel man finden konnte..
Ab da wurde mir klar, IT kann nicht die Lösung sein für die Probleme der Menschheit o)))
Wenn jeder Browser auch als Server funktionieren könnte, wäre das alte Internet Geschichte, denn jeder Router könnte dann in näherer Umgebung sein eigenes Netzwerk aufbauen, und wer das will, völlig unabhängig von den großen Leitungen der digitalen Platzhirsche über Wlan.
Mit ISDN ging das übrigens gut, dezentrale Funktionen .. o)))
Was Wir heute haben wurde von der Politik so bestellt …und von der Industrie geliefert. Es wäre auch anders gegangen.
>>Wenn jeder Browser auch als Server funktionieren könnte<<
Lieber nicht, es reicht auch so schon längst.
„Denn was wir hier sehen, ist nicht technische Modernisierung, sondern ein schleichender Rückzug des Servicegedankens.“
Dies ist eher eine Umkehrung des Servicegedankens durch technische Modernisierung.
Man macht Leuten das Leben unnötig schwer mit einen Riesenaufwand kassiert dafür Geld um sich anschließend auf die Schulter zu klopfen.
Wenn es dafür Geld gibt muss es ja gute Arbeit gewesen sein.
Dieses Gedankengut findet man jetzt nicht nur bei diesen Thema.
https://digitalcourage.de/blog/2024/petition-fuer-recht-auf-ein-leben-ohne-digitalzwang-gestartet
Laut einer kurzen Recherche meinerseits ist die AfD die einzige Partei die dies überhaupt zum Thema hat.
Ich denke weniger, das sich die Afd ein Recht auf ein analoges Leben besinnt…lol 😉
Die Anzahl der Petitionen wächst — im vollen Bewußtsein, das keine einzige etwas ändern wird.
Warum nicht stattdessen an der Wurzel ansetzen, unsere-verfassung.de, und anschließend selbst die Gesetze machen.
… es fing wohl etwa damit an, dass Programme plötzlich „Apps“ waren. „App“ steht ja wohl für „application“, also für „Anwendung“.
Sicher ist: dieser Begriff und die Strategie für den Siegeszug dieses Begriffes in die Köpfe stammt aus PR-Denkfabriken.
Mit was für einem Ziel wurde diese Begriffsübertragung durchgesetzt?
Ein Programm (und also auch eine „App“) ist ganz klar ein Werkzeug das von einem Nutzer eingesetzt, benutzt, angewendet wird. Genau dieser Zusammenhang verschwindet, gezielt. Eine „App“, eine Anwendung wendet sich scheinbar, angeblich, selbst an, sie wird nicht angewendet, sie IST die Anwendung – durch sich selbst.
Der Nutzer wird damit daran gewöhnt, dass er nicht das Werkzeug in der Hand hat, SONDERN DAS WERKZEUG IHN!
Das ist auch bei den meisten „Apps“ direkt ersichtlich: es ist kein Verfahren, kein Prozessieren in einer Hand, sondern i.d.R. in mindestens zwei oder sogar noch mehr Hände. Fast jede „App“ greift doch auf aktive Elemente zu, die außerhalb der Verfügungsgewalt des Anwenders (außerhalb seines Computers, Smartphones, …) liegen – Ergo: die in der Verfügungsgewalt anderer liegen.
„Apps“ waren der Einstieg in die digitale Fremdbestimmung. Denn alle „Apps“ unterliegen Restriktionen die die Gerätehersteller, die Programmierer und die „Unterstützer“ (also die Instanzen, auf die die „Apps“ zugreifen) frei und fast beliebig bestimmen.
„Apps“ sind Fesseln für die Selbstbestimmung und Selbstmächtigkeit. „Apps“ sind die Auslieferung unserer Freiheiten an Fremdmächte. „Apps“ sind die samtweichen Fesseln der „Softpower“-Herrschaft – Fesseln die, wenn man sie dehnen will, immer härter und immer einschneidender werden.
Nur ein Tipp: versucht mal nur eine Woche, so wie sonst, ohne Nutzung einer „App“ zu leben . . .
Ich habe keine App, kein Smartphone und gar nichts, nicht einmal Scheckkarten.
Allein schon wegen der Strahlung, solte man darauf verzichten.
Ihr könnt euch das wohl nicht einmal vorstellen.
Du bist so peinlich! 👀 Heutzutage hat man auch keine „Scheckkarten“ mehr, heute hat man „Kreditkarten“. 😀
Vor der Smartphone-Zeit hieß das „Programm“ oder „Software“, und das implizierte, man mußte sich einarbeiten, man mußte lernen, damit umzugehen.
Mit dem Smartphone hieß das dann plötzlich „App“, weil das war ganz einfach, auf „Installieren“ klicken und los. Jeder Lebensmittelladen, jedes Restaurant rief plötzlich: Hol Dir unsere App! Und das war meist ganz einfach Werbung. Oft mit Trackern und Spyware, manchmal mit Schadsoftware.
Eine „App“ ist immer noch Software — ein ausführbares Programm wie eine Windows-Exe — aber das muß der dumme Anwender nicht wissen. Hol Dir die Werbung, hol Dir den Virenzoo. Gib Google die Rechte an Deinen Daten, dann sorgt Google auch für die Beseitigung der bösen Programme. Hol Dir den Google-Account. 😛
Seit Edward Snowden wissen wir das.
Der hat alles doch 2013 ganz explizit erklärt.
Das ist wohl nicht so richtig bei euch angekommen…hm?
Nicht vergessen, auch Google und Facebook sind Feinde der Menschheit!
Ja, und Google der größte Feind der Menschheit.
Google ist evil! 🤘
„Seit Edward Snowden wissen wir das.
Der hat alles doch 2013 ganz explizit erklärt.
Das ist wohl nicht so richtig bei euch angekommen…hm?“
Man muß es immer wieder wiederholen, damit es die ungewaschenen Massen auch begreifen. 😀
Jede App hat seinen Depp.
Ich habe schon seit Monaten keine „App“ mehr benutzt. Und ich weiß schon, warum ich sowas von Programmen unterscheide.
Keiner will sehen was ich meine, scheint mir. Vielleicht ist es auch einfach irrelevant.
Aber nochmal: ein Programm, Software, ist ein Werkzeug – wie zB ein Hammer. Und nun nennt man den Hammer plötzlich „Anwendung“. Weil nicht ich den Hammer anwende sondern der Hammer sich selbst, oder wie?
Sicher ist eines: solche Begrifflichkeiten wie „application“ für Software entstehen nicht beim Kaffeklatsch in der Büroecke, sondern werden von Professionellen wissenschaftlich gestützt, vielleicht von Studien und Experimente begleitet, ausgetüftelt.
Also was ist der Zweck davon, dass jeder plötzlich von „App“, sprich Applikation, Anwendung, redet statt von Programm? Was soll damit erreicht, was soll vertuscht werden?
Das ist einfach Marketing. Der Begriff ist eben catchy.
Am PC hocken nur Nerds wie ich. „Coole Leute“ nutzen Apps. Dabei kann man am PC viel mehr machen, hat mehr Kontrolle und viel mehr Auswahl an professioneller Software. Noch dazu ist sehr vieles kostenlos, ohne dass man seine Daten deswegen preis gibt.
Nur ein Beispiel: Zum Musikhören benutze ich seit 25 Jahren Foobar2000. Das kostet keinen Cent, es gibt tausende plugins für alle möglichen Zwecke, die Software spielt ohne Murren jedes bekannte Format ab, man kann damit CDs rippen und sogar Internetradio hören. Die Oberfläche ist schlicht, aber funktional. Kein buntes Blingbling, kein Always-Online-Zwang. Einfach nur ein gutes Programm, das genau das tut, was man will.
Da die meisten Leute aber keine Ahnung von der Materie haben (so wie fast überall), lassen sie sich eben leicht verführen.
Die Industrie hat es geschafft, dass bei vielen Menschen das Smartphone ein unverzichtbarer Teil der Persönlichkeit geworden ist. Ich kenne Leute, wenn ich denen eine Nachricht schreibe, bekomme ich grundsätzlich nach 30 Sekunden eine Antwort. Die sind quasi mit dem Ding verwachsen. Und es funktioniert prächtig, Beispiel Videogames: Der meiste Umsatz wird inzwischen mit mobile games gemacht, die allesamt Pay2win-Schrott sind.
Ich habe einen 10 Jahre alten Smartphone-Krüppel, der meistens ausgeschaltet in der Ecke liegt. Ich benutze das Ding nur als Wecker, tragbaren MP3-Player und weil viele nur mit WhatsApp erreichbar sind.
„Das ist einfach Marketing.“
Ist eine wirklich sehr, sehr, sehr unterbelichtete Aussage
Wahrscheinlich noch nie was Lippmann, Bernays, Goebbels, Solomon Asch, etc gehört.
Man sollte wirklich etwas Ahnung haben
Mit Marketing bringt man die Menschen dazu, das zu tun, was sie tun sollen. Vielleicht haben Sie nicht verstanden, wie ich das gemeint habe.
Ansonsten lesen Sie meine Antwort weiter unten.
Generelle Empfehlung zu dem Thema Digitalwahn:
Internetzseite: „Geld und Mehr“
von Norbert Häring
Das hat man davon, wenn man nicht von vornherein ablehnt. Und wenn doch, muß man halt die Kröte schlucken, unter 60 Millionen Befehlsempfängern zu leben. Was das Zeigen auf Befehlsempfänger angeht, bei Bedarf auch auf sich selbst, gilt nur noch eines: Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorrüber.
Eigentlich soll man ja einen Meinungsbeitrag nicht mit „eigentlich“ beginnen 😉 – trotzdem:
Eigentlich hatte ich aus meiner Sicht zum Thema in der Sache schon alles gesagt im Beitrag https://overton-magazin.de/hintergrund/gesellschaft/nur-zur-sicherheit-smartphones-als-sicherheitsluecke/#comment-271554 vom 5./6. August 2025:
„Vom vielleicht als etwas „agitatorisch“ empfundenen Duktus“ ist auch der vorliegende zweite Artikel von G.B. gezeichnet (Spötter nennen das „Empörialismus“ 😉 …). Trotzdem bleibe ich auch da bei meiner Einschätzung, dass es ein guter und wichtiger Beitrag ist, nur eben vor allem „Agitprop“. Zu kritisieren ist – auch wie beim letzten Mal -, dass er beim betroffenen „Stino-User“ den Eindruck vollkommener Alternativlosigkeit hinterlässt. Da passt das Lebensmotto meiner litauischen Freundin aus Sowjetzeiten – angeblich ein deutsches Sprichwort: „Beim Pessimist ist alles Mist, der Optimist schaut, was aus dem Mist noch zu holen ist“ 😉 … Das ist hier nicht als Absage an den Kampf ums „Große Ganze“ gemeint, was nur die Überwindung des _Systems_ als Wurzel auch dieses Übels sein kann. Aber bis dahin geht es halt auch im Tagesgeschäft eines (Klassen-)Kämpfers manchmal nicht ganz ohne Durchwurschteln im Sinne von Mutter Courage: „Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral“ …
— Konkret wieder nicht erwähnt, dass die meisten Anbieter von Dienstleistungen neben ihren meist (aus den von G.B. und einigen Foristen gut erklärten Gründen) penetrant beworbenen Apps (worauf dann auch die meisten Kunden prompt hereinfallen) immer noch alternativ das gute alte Web-Portal betreiben. Und das kann man eben ganz ohne Wischbrettl nutzen, aber auch von einem solchen aus – dann ganz ohne „Apps“.
— Und wenn es diese Alternative doch nicht mehr gibt (wie in den von mir genannten Beispielen), oder wenn – wie beim Aufhänger des Artikels, dem „DATEV Arbeitnehmer-Online-Portal“- eine 2FA über App verlangt wird? Am 6.8. schrieb ich im letzten Satz, „solange ein Unternehmen die Geschäfte gesetzeskonform abwickelt, kann ihm nicht die Form seiner Kommunikation mit der Kundschaft vorgeschrieben werden“. Das impliziert aber, was spätestens seit dem BGB im Kaiserreich gelten dürfte: dass ohne irgendeine, der Kundschaft mögliche bzw. zumutbare Kommunikation keine Rechtsgeschäfte abgewickelt werden können:
Der „Arbeitnehmer“ hat kein Vertragsverhältnis mit DATEV, sondern mit seinem „Arbeitgeber“, und von diesem muss er auch in obigem Sinne letztendlich die Belege dazu erhalten können. Das gilt auch, wenn der seine Lohnbuchhaltung als Kunde des Dienstleisters DATEV zu diesem ausgelagert hat. Dass das auch so durchaus praktikabel läuft, wurde ja in Forum-Beiträgen bestätigt (Ausdruck beim oder PDF vom „Arbeitgeber“) – eine wichtige Ergänzung bzw. Korrektur zum Artikel.
Zum Schluss: Dass ich zu dem Thema überhaupt noch einmal zu später Stunde meine absterbenden grauen Zellen und die von nachlassender Feinmotorik betroffenen Finger bemüht habe, liegt an den letzten Beiträgen vor diesem, welche mir sehr gefallen haben. Womit ich nicht das übliche Dazwischengelaber von Monomaner 1974™ meine, sondern insbesondere die von „knackwurst“ (9. August 2025 um 12:38 Uhr und 10. August 2025 um 10:32 Uhr), „Gilbert“ (9. August 2025 um 14:03 Uhr) und „DasNarf“ (10. August 2025 um 11:53 Uhr). Die erklären sehr schön das Wesen der „Apps & Circumstances“ (vor allem letztere) – habe keine entsprechenden Emojis griffbereit, ein schlichtes 🙂 muss es auch machen …
Aber dem Seufzer von „knackwurst“ – „keiner will sehen was ich meine, scheint mir“ schließe ich mich an (geht mir ja laufend so 🙁 …).
Dann nur noch das passende Zitat des Tages (Verfasser unbekannt):
„Ist es nicht bezeichnend, dass die Sofware*, mit der uns der Staat digital das Geld aus der Tasche zieht, ausgerechnet nach einem einschlägig berüchtigten Vogel** benannt ist?“
lg, Wenzel
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*) „Elster (Apronym für Elektronische Steuererklärung) ist ein 1996 gestartetes Onlineportal der deutschen Steuerverwaltungen aller Länder und des Bundes zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet.“
**) Schau nach bei Rossini 😉 …
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Ein guter Artikel, zusammengefasst: „Alles wird anders nichts besser!“ Und warum das so ist könnten wir schon länger wissen. „The Market for Lemons: Quality Uncertainty and the Market Mechanism“ ist der Titel eines Aufsatzes des US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers George A. Akerlof aus dem Jahre 1970 für den er 2001 den Wirtschaftsnobelpreises bekommen hat. Intransparents führt zum aussterben guter Produkte und Dienstleistungen. Er nennt das Todesspirale.
Es braucht unbedingt eine Revolution um diese Tech-Korporatisten und ihre Marionetten, den Volksvertreterdarsteller, die ich nicht von korrupten geistig behinderten Unterscheiden kann, weg zu fegen. Und zwar gegen die Mehrheit der Untertanen, weil die Mehrheit jeden Mist begeistert mit macht. „Ach dieser ehemals verhasste Typ, mit dem miesen PC-Betriebssystem, das uns von einen Update zum nächsten vertröstet hat, bietet jetzt Gentherapie an? – Geil, nehme ich und die drei Updates auch!“
Desinteresse, Ignoranz und Komplexität befördern jene Intransparents die in Akerlof Todesspirale führt.
Wie sind verloren.
Die Tendenz ist offensichtlich, und nicht nur bei Software sondern auch generell bei Geräten:
Sie werden nicht mehr von uns, vom Anwender, beherrscht – sondern von denen, die sie uns verkaufen.
„Wischbrett“ (gefällt mir sehr gut, der Begriff), Computer, Auto, Drucker, alles wird fremdgesteuert was man spätestens merkt wenn man so ein Gerät nicht mehr nutzen kann weil man zB sein GockelemailAccount vergessen hat oder mal wieder ungefragt ein „Update“ aufgespielt wird, oder sich das Gerät schlicht weigert etwas zu tun was man verlangt hat, zB eine CD zu brennen oder mit einer Noname-Tinte zu drucken, oder man trotz Guthaben nicht mehr telefonieren darf weil man drei Monate lang das Gerät nicht benutzt hat, …
Das „Sie werden nichts besitzen und glücklich sein!“ geht noch viel weiter als jeder denken mag: denn bezahlen müssen wir trotzdem für das alles, was uns dann gar nicht gehört – weil wir das alles nämlich gar nicht in unserer Verfügungsgewalt haben.
Und ALLE MACHEN DABEI MIT! – nach dem Motto: „ich will aber auf dieses oder jenes hübsche Gimmick nicht verzichten“ – „will auch das allerallerNeueste haben“ – „und die anderen haben es doch auch“, und „warum soll gerade ich“, und „wenn alle Scheiße toll finden, dann muss sie doch auch toll sein“, etc
Wer wie dasNarf nicht versteht, was PR ist und mit uns macht, versteht _garnichts_!
Schade, dass Sie mich als „unterbelichtet“ hin stellen. Ich verstehe das sehr wohl. Haben Sie meine Antwort überhaupt richtig gelesen?
Ich prophezeie seit 15 Jahren, dass wir von einer Besitzwirtschaft in eine Nutzwirtschaft überführt werden sollen, und die Leute machen begeistert mit. Aus Bequemlichkeit, Naivität und unreflektiertem Konsumdenken. Das wird nicht nur digitale Dienste betreffen, sondern auch vormals analoge Güter wie elektrische Werkzeuge, Autos usw. Das Kuckucksei nennt sich „Smartifizierung“. Bei digitalen Diensten ist der Prozess nahezu abgeschlossen, es gibt kaum noch professionelle Programme, für die man nicht jährlich eine Abo-Gebühr abdrücken soll, natürlich mit permanenter Überwachung mittels Always-Online-Zwang. Ein digitaler, programmierbarer Euro wird der Schlussstein sein.
Aber was soll man dagegen tun, außer sich selbst so gut es geht enthalten und aufklären? Wobei Aufklärung so gut wie gar nichts bewirkt, das ist mein ernüchterndes Resümee nach dieser langen Zeit. Die Gegenseite hat uns quasi in der Hand, und baut Ihre Macht Jahr für Jahr weiter aus. Und die meisten Menschen sind zu blöd und desinteressiert, um sich damit zu befassen.
Das habe ich hier aber schon mehrmals geschrieben.
Naja, schönen Gruß Ihnen trotzdem…
Ja, ich habe Ihren Satz gelesen „Das ist einfach Marketing.“
Und genau dieser verharmlosende Ton ist so gefährlich. Es läuft am Ende immer darauf hinaus: „Die machen doch nur ihren Job“. Ja, genau wie jeder KZ-Wächter und Henker und Büttel und Flintenspanner. Sind halt alles nur Jobs. Und alle haben daheim Weib und Kind, kranke Verwandte, Witwen und Waisen, und müssen Kredite bedienen, brauchen was zu futtern …
Nein, Sie haben eben nicht richtig gelesen.
In meinem Kommentar ging es mir nicht um diejenigen, die das Marketing betreiben, sondern um deren Adressaten, wie und warum bei den Menschen das Marketing so erfolgreich verfängt.
Das ist eine völlig andere Baustelle. Aber der Linke holt ja gleich die Kanone raus und ballert auf seine Artgenossen. Deshalb wird das auch nix mit dem Widerstand.
Grüße und solche Sachen
Welcher Linke?
Lange wurde penetrant dafür geworben, das Deutschlandticket und die Bahncard als App zu nutzen. Die Bahncard ist mittlerweile nur noch als App verfügbar. Das lästige Suchen nach der Plastikkarte würde wegfallen. Gleichzeitig wird seit einigen Wochen/Monaten bei unterschiedlichen Bahngesellschaften bei der Ticketkontrolle grundsätzlich die – teils laut Durchsage explizit unaufgeforderte – Vorlage des Personalausweis verlangt. Also doch wieder nach der Plastikkarte suchen. Zu zeitgleich bei unterschiedlichen Anbietern, um nicht abgesprochen zu sein. Fast könnte man sich fragen, ob auch hier gezielt die Verbreitung und Akzeptanz des digitalen Perso vorbereitet werden soll …..
Kein Problem ich hab kein Smartphone.
Öffentliche habe ich eh so gut wie nie benutzt und seit Corona, erst wegen der Maskenpflicht und dann seit der Impfung sowieso nicht mehr, allein schon wegen der Sheddinggefahr.
Kleiner Nachtrag, nur zur Belustigung: https://theworldwatch.com/videos/1634644/cooked-and-ruined/
Habe aber ähnliches auch schon selbst erlebt.