Die Rentenkommission und die Lüge von der Schwedenrente

Rentner halten Klönschnack am Schützenpark
Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Die Rentenkommission verkauft ihre Reform als „schwedisches Modell“. Doch der Vergleich hält einer genaueren Prüfung nicht stand.

Zu was braucht die Politik Kommissionen? Um sich dahinter zu verstecken. Die Rentenkommission hat ihren Bericht geliefert. Die Politik ist begeistert. Programm aus einem Wurf! Merz verspricht den Vorschlag ohne Abstriche umzusetzen. Es kommt: das schwedische Modell.

Von uns Kritikern der deutschen Rentenpolitik wurde das österreichische Rentenmodell bevorzugt. Alle Erwerbstätigen wurden dort in eine Rente zusammengefasst. Ergebnis: In Österreich sind die Renten ungefähr um ein Drittel höher als in Deutschland. Die Losung, die sich hier ausbreitete, war Erwerbstätigenversicherung unter Einbeziehung aller Erwerbspersonen, inklusive Selbständigen und Beamten, bei gleichzeitiger Abschaffung von Bemessungsgrenzen. Unter den abhängigen Beschäftigten hat das eine breite Anhängerschaft gewonnen.

Dagegen wurde von den Kapitalverbänden eingewandt, dass man nicht Rosinen rauspicken sollte. Das österreichische Modell habe Nachteile und sei auf Deutschland nicht anwendbar. An seine Stelle propagierten sie das schwedische Modell. Schweden habe es geschafft durch die Einführung einer staatlichen, alle Erwerbspersonen verpflichtenden Kapitalrente seine Rentenkrise zu überwinden und stabile ertragreiche Renten zu ermöglichen. Das bräuchten wir auch.

Die Rentenkommission empfiehlt, damit ab 2028 endlich ernst zu machen und die zweite Säule einer gesetzlichen Rente auf Kapitalbasis anzupacken. Zuerst sollen dazu 0,5 Prozent des Bruttolohns herangezogen werden und die Einzahlung sollte schnell auf 2 Prozent gesteigert werden.

Hier wird eine Rosine herausgepickt.

Mit dem schwedischen Rentenmodell hat das wenig zu tun

In Schweden hat die Alterssicherung hauptsächlich drei Elemente. Es gibt die Einkommensrente aus dem Umlageverfahren. Dazu werden insgesamt 16 Prozent der Bruttolohnsumme monatlich eingezahlt. Dazu kommt die Prämienrente. Der Rentenertrag daraus ergibt sich aus der Rendite des am Kapitalmarkt agierenden staatlichen Rentenfonds. Dafür werden obligatorisch 2,5 Prozent des Bruttolohns eingezahlt. Beide Rentenarten erfordern also 18,5 Prozent der Bruttolohnsumme. Das ist mit unserem Rentenbeitrag von 18,6 Prozent vergleichbar.

Aber es gibt einen wesentlichen Unterschied. Von den 18,5 Prozent bezahlt in Schweden der Unternehmer 11 Prozent, die abhängig Beschäftigten 7,5 Prozent. Die 7,5 Prozent der abhängig Beschäftigten werden auf die Steuerlast angerechnet und mindern die Steuerzahlung. Dann hat das schwedische Rentensystem noch eine 3. Säule: die Betriebsrente. Sie wird ausschließlich von den Unternehmen bezahlt, die dafür mindestens 4,5 Prozent der Bruttolohnsumme aufwenden und am Kapitalmarkt anlegen müssen. 90 Prozent der schwedischen Rentner sind durch eine Betriebsrente gesichert.¹

Aus diesen drei Säulen erhalten die schwedischen Rentnerinnen und Rentner eine deutlich höhere Rentenleistung als die Deutschen. Ihr Sicherungsniveau aus allen Elementen beträgt für einen Vollzeitbeschäftigten knapp 80 Prozent des Nettolohns. Dafür müssen die Schweden keineswegs länger arbeiten als wir Deutschen. Das durchschnittlicher Rentenzugangsalter in der Einkommensrente in Schweden ist 64,5 Jahre, während es in Deutschland inzwischen bei 64,7 liegt. Was die Bezugsdauer betrifft, ist interessant zu wissen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung in Schweden 2,6 Jahre länger ist als in Deutschland, woraus logisch folgt, dass die Rentenbezugszeit in Schweden deutlich länger sein muss als bei uns.

Der Standardwert der Einkommensrente aus der Umlageversicherung, der in Schweden mindestens 50 Prozent des vorigen Nettolohns sichert, wird in Schweden in 40 Versicherungsjahren erreicht. Bei uns braucht man dazu 45 Jahre seit der Rentenreform von 1991. Würde man zu den 40 Jahren zurückkehren, müsste man den jährlichen Rentenwert um 5 Punkte erhöhen.

Wollen die Vertreter des schwedischen Modells das alles wirklich? Mitnichten!

Sie wollen nur eine Rosine rauspicken und die nur in verschrumpelter Form. Die Rosine heißt Einstieg in eine obligatorische kapitalgedeckte Rente mit dem Ziel, die gesetzliche Rente aus dem Umlageverfahren zu schwächen. Parallel zum Aufbau einer kapitalgedeckten Rente soll der Nachhaltigkeitsfaktor, der die umlagefinanzierte Rente senkt, wieder wirksam werden. Die sogenannte Haltelinie der Rente von 48 Prozent vom bereinigten Netto vor Steuern soll so um ca.  drei Prozent in den nächsten Jahren fallen. Die Erträge aus der neuen Zusatzrente sollen, so wird versprochen, die Verluste auf 48 Prozent ausgleichen und damit die Rente stabilisieren. Da ist eine erhebliche Verschlechterung selbst gegenüber der Riester-Rentenreform. Die Zusatzrenten sollten, so wurde versprochen, die Rentenhöhe auf 51 bis 53 Prozent anheben und nicht nur stabilisieren.

Heute will man die Rente senken und verlangt deswegen für den alten Wert einen höheren Beitrag. Dass die Kapitalrente die Rentensenkung nicht kompensieren wird, sei zusätzlich angemerkt.

Gleichzeitig soll es immer schwerer werden in Rente zu gehen. Die sogenannte Rente mit 63, die es heute noch erlaubt im Jahr 2028 mit 45 Versicherungsjahren mit 64 in Rente zu gehen, soll ersatzlos gestrichen werden. Auch die Möglichkeit, mit 63 Jahren durch Inkaufnahme von Rentenabschlägen aus dem Arbeitsleben auszuscheiden, soll erschwert werden. Die dafür geforderten Abschläge von heute immerhin 3,6 Prozent pro Jahr sollen deutlich erhöht werden.

Auch hier haben die Schweden es besser. In Schweden kann jeder mit 63 Jahren in Rente gehen.  Rentenabschläge sind hinzunehmen.

Was aber ist der eigentliche Skandal!

Sowohl in Schweden wie in Österreich und den meisten Ländern Europas sind die Renten oft um ein Drittel höher als bei uns. Darüber gibt die OECD mit der Statistik „Rente auf einen Blick“ immer wieder Auskunft. Danach betrug das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente 2023 in Deutschland 47,8 Prozent zum bereinigten Nettolohn. Der Durchschnitt der EU-Länder lag bei 66,7 Prozent. Niedriger als in Deutschland waren die Renten nur in Polen und Litauen.²

Das Land, das als das wirtschaftsstärkste Europas gilt und deshalb die politische und militärische Führung beansprucht, hat das mieseste Rentensystem. Der Anteil am BIP für Renten ist in Deutschland mit 9,5 Prozent³ deutlich niedriger als in den meisten europäischen Ländern (Schweden 10,7 Prozent).

Der Bezug auf das schwedische Modell ist eine einzige Lüge

Was daran allein interessiert, ist die Absicht kapitalgedeckte Rentenelemente aufzubauen und die Erwerbstätigen zu zwingen, ihr Geld Finanzhaien anzuvertrauen, weil die gesetzliche Rente keine Absicherung mehr bietet. So wurde schon mit den Betriebsrenten verfahren. Dafür zahlen fast nur noch die Erwerbstätigen ein ohne Garantien für die Zukunft zu erhalten.4 Auch hier ist der Unterschied zu Schweden fundamental, denn dort sind es die Unternehmer, die die Kosten tragen. Treiber der Kostenverlagerer auf die abhängigen Beschäftigten sind die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und die Versicherungsunternehmen. Sie haben sich sofort gegen die neue Kapitalrente gestellt, weil sie Zusatzbeiträge auch von Unternehmern verlangt und vom Staat verwaltet werden soll. Ihre Schlagworte sind Eigenverantwortung und Freiwilligkeit. Der BDA will die Lohnkosten senken und die Versicherungen wollen den Zugriff auf die Versicherungsprämien und -policen ohne Beschränkung der Vermittlungs- und Verwaltungskosten. Beide wollen sie die privaten Beiträge der Versicherten erhöhen, um möglichst viel privates Geld für den Geldmarkt zu gewinnen. Deswegen romantisieren sie das Aktienkapital, verschweigen die Risiken und versprechen goldene Zeiten.

 

Anmerkungen

 ¹ https://taz.de/Aktienrente-in-Skandinavien/!6067196/

² OECD Pensions at a Glance, 2023

³ 22.05.2025 — Rentenversicherung. Bund. Bundesmittel: Wofür der Staat. Steuereinnahmen an die. Rentenversicherung zahlt. Imke Brüggemann-Borck und Edgar Kruse.

4 https://www.unsere-zeit.de/rente-mit-sozialbetrugsanteil-4815895/

Tobias Weißert

Tobias Weißert
Nach Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft war ich lange Jahre als Lehrer und Ausbilder in der Erwachsenenbildung tätig. Ich unterrichtete hauptsächlich Sozial-und Wirtschaftskunde. Seit nahezu 60 Jahren bin ich politisch aktiv und habe mich intensiv mit politischer Theorie beschäftigt. In dem großen Ausbildungsbetrieb war ich Sprecher der gewerkschaftlichen Vertrauensleute und lange Jahre Betriebsratsvorsitzender. Heute bin ich unter anderem im Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglöhne politisch tätig.
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25 Kommentare

  1. Das schwedische Modell, ah ja. Umvolkung weit fortgeschritten, Gewaltkriminalität in den Städten, Opposition wird unterdrückt wie hier, Mitglied der NATO, Volvo gehört 100% den Chinesen usw. Schweden, ein Erfolgsmodell, das zu kopieren sich lohnt.

    1. Hallo EU?Nein danke!

      Das kommt auf die Perspektive an. Auch im Schwedenland gibt es fleißige Frauen und fleißige Männer, die kein Problem mit ihrer Rente und der Gewaltkriminalität haben, weil die nicht mit dem veganen Fahrrad oder dem woken Bus fahren, sondern mit dem Hubischraubi fliegen und sich von einer hübschen Chauffeuse in einem schicken Hosenanzug in einer gepanzerten Limo(usine) in die Unterstadt fahren lassen, falls sie mal dorthin müssen. Die wohnen in der Oberstadt, dort wohnen nur fleißige Menschen und da kommen auch keine Gewaltäter hin. Da wohnen allenfalls Steuerkriminelle, die die Allgemeinheit um Milliarden betrügen, aber das sind bekanntlich keine Kriminellen. Geld stinkt nicht, dass war vor 2.000 Jahren so und ist heute nicht anders.

      Diese tüchtigen und fleißigen Menschen fahren nur in extremen Ausnahmefällen in diese „Problemviertel“. Außerdem kann die hübsche Chauffeuse Karate, Judo und Kung Fu. Wenn das nicht ausreicht, dann holt sie diesen dicken Ballermann aus ihren Holster. In der Handtasche hat sie auch keine Lippenstifte und so Frauenzeugs, sondern 15 Magazine mit jeweils neun Schuss Munition von Bumms&Wumms. Das sind inklusive der 9 Schuss in der Wumme insgesamt 144 Schuss. Das reicht für fünf oder sogar 10 Messerstecher.

      Alles klar?

  2. Wegen IKEA hat schwedisch völlig unbegründet einen guten Ruf. Deshalb gibt es noch viele andere schwedische Läden, z. B. Jojk, Nordic Nest, Nordland-Shop, Nordliebe, Scandinavian-lifestyle, Schweden-Markt, usw. Ist alles aus China.
    Schweden Rente oder Svensk pension hört sich jedenfalls mega an. Das bringt der CDU Punkte.

    1. Dann haben die Frauen und Männer in China das bessere Rentenmodell für die kleinen Bürgerinnen und kleinen Bürger in Europa und Deutschland oder wie oder wer oder was oder wo?

      Große Bürgerinnen und große Bürger mit einem großen Bankkonto (und Beamtinnen/Beamte!) haben in Deutschland keinen Problem mit ihrer Rente. Das ist aber in vielen Staaten so.

      Bei den großen Bürgerinnen und großen Bürgern liegt das daran, dass sie so fleißig sind. Manche sind superfleißig, die leisten in einer einzigen Woche mehr als so ein kleiner Bürger in 50 Jahren.

      Und bei den Beamtinnen und Beamten liegt das an dem „B“. Das Wort „B“ankkonto fängt mit „B“ an und die „B“erufsbezeichnung „B“eamter (inkl. „B“eamtinnen und diverse Beamte, aber auch das sind in erster Linie Beamte) fängt mit „B“ an. Deshalb werden Beamtinnen und Beamte immer und zu jeder Zeit auf Kosten der Allgemeinheit alimentiert, auch im Alter, damit sich die Beamtinnen und Beamten nicht bei der Tafel anstellen müssen.

      Alles klar oder noch Fragen, alter Schwede?

      1. > Dann haben die Frauen und Männer in China das bessere Rentenmodell für die kleinen Bürgerinnen und kleinen Bürger in Europa und Deutschland oder wie oder wer oder was oder wo?

        Vor Kurzem war ein Artikel auf der SZ-Homepage, vermutlich von Lea Sahay. Da nannte sie als Beispiel eine arme Frau auf dem Land, die pro Jahr bspw 20 Euro (ungerechnet) einzahlt, und dann 20 Euro im Monat Rente bekommt.
        Wenn das stimmt, dann subventioniert der chinesische Staat die kleinen Renten ziemlich heftig.

        Ohne ihr eigenes Land, könnten sich viele Chinesen auf dem Land, nicht über Wasser halten. Die Rente ist in China nicht national einheitlich, sondern regional. Die Chinesen reagieren auf die Folgen der Ein-Kind-Politik und haben das Renteneintrittsalter für Männer von 60 auf 63 Jahre hochgesetzt. Bei Frauen je nach Beruf von 50 auf 55 Jahre bzw. von 55 auf 58 Jahre.

        Traditionell wurden die Alten von der Familie durchgefüttert. Wie in den meisten industrialisierten Ländern ist das System im Umbau Richtung Staat/Region. Auch Indien versucht, Renten von Niedrigeinkommen zu subventionieren.

  3. Was hat denn dieser Blödsinn, der sich so bekifft anhört, mit meinem Kommentar zu tun. Bitte nicht wegzensieren. Der DIRTY OPERATING hängt ständig so wirres Zeug an Kommentare von mir.

    1. Warum beantworten Sie die Frage(n) nicht?
      Eine ganz einfache Frage, wenn es um die Rente(n) geht, ist:

      Wer hat ein Problem mit seiner Rente? – Mögliche Antworten sind
      a) Die Reichen und vor allem die Superreichen, die immer reicher und reicher werden.
      b) Die Armen, die immer zahlreicher werden.

      Die Lüge der Neoliberalen (und dazu gehören 2026: die Alternativen, die Konservativen, die Wirtschaftsliberalen und Libertären, Sozialdemokraten, Pseudo-Linken und NATO-Olivgrünen) besteht darin, den Bürger zu erzählen, jeder könne steinreich werden. Das ist richtig, aber NICHT ALLE! Der Satz stammt nicht von mir, der stammt von dem genialen Kabarattisten und Kapitalismuskritiker Volker Pipers und ist mindestens 20 oder sogar 30 Jahre alt. Der Kapitalismus ist ein dirty operating system. Die „freie“ Marktwirtschaft macht nicht alle Bürgerinnen und Bürger frei. Sie macht einige wenige Bürgerinnen und Bürger immer freier und viele Bürgerinnen und Bürger immer unfreier oder etwa nicht?

  4. Die „Arbeitgeberseitigenkosten“ die hier gerne angesprochen werden. Speielen eigentlich keine Rolle. Da der Arbeitnehmer so rum wie andersrum die Kosten erwritschaften muss. Würde alles über den Arbeitnehmer laufen. Würden Arbeitnehmer, später mehr Lohn erstreiten oder erstreiken. Bestes Beispiel USA: Die Gehälter sind Absurd huch im Vergleich zu Europa aufgrund Hoher Privater Lebenserhaltungskosten. Sogar mit extrem schwachen Gewerkschaften.

  5. In Schweden gibt es eine steuerfinanzierte Mindestrente und Dienstleistungen der Kommunen für bedürftige Ältere! Hier wird Schweden Rente nur auf das Aktienmodell beschränkt!

  6. In Schweden gibt es eine steuerfinanzierte Mindestrente und Dienstleistungen der Kommunen für bedürftige Ältere! Hier wird Schweden Rente nur auf das Aktienmodell beschränkt!

    1. Werter Herr Gottfried, ich bin entsetzt, wollen Sie in Deutschland etwa die soziale Marktwirtschaft einführen? Sie wissen doch, wohin das führt.

      In den 1950er und 1960er Jahren, als die Trümmer des Zweiten Weltkrieges beseitigt worden waren, da warnten Soziologen wie Helmut Schelsky vor der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“, weil sich die kleinen hart arbeitenden Leute plötzlich einen kleines Auto, ein kleines Haus mit einem kleinen Garten und einmal im Jahr eine Woche Urlaub in Italia leisten konnten. Sogar die ganz Armen wurde immer reicher. Das Lieblingswort der Konservativen am Ende der Weimarer Republik 1933 „Arbeitslosigkeit“ war ein Fremdwort. Man brauchte „Gastarbeiter“, um die Arbeit in Deutschland zu stemmen. Einer bekam als Begrüßungsgeschenk sogar ein Moped. Für die Wirtschaftexperten von ARD, ZDF, RTL, WELT, FAZ, SZ und „Journalisten“ der Kategorie Jan Fleischhauer ist das heute Sozialismus.

      Die geistig-moralische Wende von Dr. Helmut Kohl, der politische Führer der vereinigten demokratischen „Christen“ (CDU), brachte dann 1982/83 nicht nur geistig-moralisch die Wende in (West-)Deutschland, sondern auch die ökonomische und soziale Wende. Fürderhin wurde bei den Arbeitslosen, Behinderten, Kranken, Rentnern und Wohnungslosen gespart und die nimmersatten Arbeiter und faulen Angestellten zur Mäßigung beim Lohn aufgefordert, damit die Leistungsträger noch leistungsfähiger werden und sich eine große Ferienvilla in Südfrankreich, ein großes Motorboot in Nizza und eine mittelgroße Ferienvilla in Florida leisten können. Leistung muss sich wieder lohnen, hieß damals die Parole von CDU und CSU. Gelobt sei die Marktwirtschaft. Zum Teufel mit dem Sozialstaat!

      Nach dem Fall der innerdeutschen Mauer und der Wiedervereinigung des Westens mit den Brüderinnen und Brüdern aus der DDR gab es für den wertewestlichen schwarzen Kapitalismus keine Schranken mehr. Früher haben die Gelben von der FDP den Schwarzen dabei geholfen, die volkswirtschaftlichen Gewinne zu kapitalisieren und die Verluste zu sozialisieren. Das machen heute die Blauen von der AfD und die können das viel besser. Die haben Hayek und Milton Friedman und andere Wirtschaftsliberale und Libertäre studiert und wissen wie das geht.

      Jetzt gerade mit Friedrich Merz setzt der Kapitalismus zum Endsieg an. Der Kapitalismus macht jeden Menschen reich und frei, der frei und reich werden will. Wenn man reich und frei ist, dann hat man auch kein Problem mehr mit der Rente. 95 Prozent der Deutschen wollen nicht reich werden. Warum?

    2. Wenn „alle“ da einzahlen würden, würde nur noch mehr eingezahltes Geld an den klebrigen Politikerhänden hängen bleiben. Ein Versicherungssystem, auf das demokratische Politiker Zugriff haben, ist keins.

  7. Die Ausgaben für die Rente betrugen 2004 10,4% vom BIP.
    2024 waren es nur noch 9,4%.

    Laßt euch also nicht verarschen!
    In der Schweiz müssen alle einzahlen und zwar ohne Beitragsbemessungsgrenze, auch mit Mindest- und Höchstrente. Der Betragssatz dort beträgt 10,6%, also 5,3% für Werktätige und 5,3% für Unternehmen.
    Der Beitragssatz der Brd war 1998 noch 20,3%. Heute sind es nur noch 18,6% und laut RV soll es ohne gesetzl. Änderungen bis 2040 auf 21,1% steigen – also unbedeutend. Würde alle einzahlen müssen wie in der CH könnten wir uns auch deren Werten nähern.
    Was von der Aktienrente zu halten ist sieht man an der Riester-Rente, die ist nichts anderes. Nur den Namen hat man geändert, genug Trottel fallen drauf rein.

  8. Ausgezeichneter Artikel. Danke. Was weiß der Nicht-Overton-Leser von diesen Tatsachen? Exakt nichts. Der Mainstream lügt wie immer unddie rechte Alternativpresse ist natürlich mit Sozialabbau höchst einverstanden.
    Das ist ja ein kleiner Einblick ins „Volksheim“, wie es die dort lang regierenden Sozialdemokraten nannten. Nicht schlecht, würde ich sagen. Das ist das Maximum dessen, was im Kapitalismus zu haben ist. Die schwedischen Sozialdemokraten haben ihre Leute nicht verraten. Die haben einen wirklich ansehnlichen Sozialstaat errichtet, ohne dass, wie bei uns stets behauptet, die Wirtschaft kollabiert. Verrat wird in Deutschland von rechts gerufen, in Bezug auf die SPD. Damit suggerierend, dass es mit rechts besser würde. Garntiert nicht. Indes, ganz falsch ist der Vorwurf nicht.
    Dann wollte Schweden unbedingt humanitäre Großmacht werden und hat unzählige Flüchtlinge aus islamischen Ländern aufgenommen. Das ging gewaltig schief und jetzt übernehmen die Rechten. Das Volksheim ist damit Geschichte. Ich werde es vermissen.

    1. @Arthur_C
      Kurz zusammengefasst: „Merz heißt er, uns be…. er“, aber was soll´s, die Leute wollen besch…en werden und glauben sie hätten das „Große Los“ gezogen und zwar solange bIs sie von der Realität überrollt werden.

      Jetzt ist keine Zeit sich um seine eigenen Bedürfnisse zu kümmern denn König Fußball regiert und zwar mindestens bis zum nächsten KO Spiel, vielleicht auch länger.Jedes Sommer-Märchen hat seinen Preis!

      Danke für den Artikel, mir war aber schon vorher klar wohin die Reise geht.

      P. S. Die AFD ist in Sachen Rente keine ALTERNATIVE!

  9. „Beide wollen sie die privaten Beiträge der Versicherten erhöhen, um möglichst viel privates Geld für den Geldmarkt zu gewinnen. Deswegen romantisieren sie das Aktienkapital, verschweigen die Risiken und versprechen goldene Zeiten.“

    Einerseits, wenn ich mein „Vermögen“ in Börsenaktien angelegt hätte, sähe ich es als Besitzer dieser Aktien auch gerne, wenn der Staat sich bemüht die Nachfrage nach meinen Vermögenswerten zu steigern. Danke für diese Fürsorge, würde ich sagen.

    Andererseits hatten zwei deutsche Rentnergenerationen nach dem Ende zweier Kriege keine Kapitalrente mehr. Wenn jetzt „goldene Zeiten“ für die Kapitalrente versprochen werden, fragt sich, was denn nun mit dem angekündigten Russlandkrieg wird. Ist der damit abgesagt?

    Und die gerne von CDU-Nachwuchspolitikern und Finanzheinis gestreute Mär, nach der die Aktienrente die nachkommende Generation entlaste, ist Humbug. Denn ob die Jugend ihre Rentenbeiträge in die staatliche Umlagekasse einzahlt oder an die privaten Aktienrentenfonds ist für die Einzahler gleichgültig. In beiden Fällen – einmal als Rentenbeitrag, das andere Mal als Rendite – wird der Betrag vom Lohn abgezogen. Ob aber die privaten Fondsmanager auch alles schön an die Rentner auszahlen, wage ich zu bezweifeln.

    1. „Wenn jetzt „goldene Zeiten“ für die Kapitalrente versprochen werden, fragt sich, was denn nun mit dem angekündigten Russlandkrieg wird. Ist der damit abgesagt?“

      Guter Einwand.
      Die Rentenkommission hat nur über den Tellerrand bis nach Schweden geguckt.
      Der Russlandkrieg findet entweder nicht statt oder das Geld wird für die Vorbereitungen gebraucht.0
      Nach dem Krieg ist
      a) keiner mehr da, der Fragen nach dem Verbleib des Geldes stellen kann oder…..
      b) Merz und die Rentenkommission
      verkünden „wir konnten ja nicht ahnen, dass wir diesen Krieg verlieren….“
      In beiden Fällen ist das Geld weg, ob nun verzockt, in den Steueroasen oder
      schlicht im verseuchten Europa verbrannt!

  10. Wenn es um „DIE“ Rente geht, dann muss man doch erstmal die Frage stellen: WER hat in Deutschland ein Problem mit SEINER Rente.

    Und die Antwort lautet: Alice Weidel, Angela Merkel, Annalena Baerbock, Boris Pistorius, Dirk Rossmann, Friedrich Merz, Caren Misoga, Günther Jauch, Markus Söder, Markus Lanz, Robert Habeck, der Geschäftsführer der Pro 7 Media AG, Susanne Klatten, die Intendantinnen/Intendanten von ARD und ZDF, Dieter Schwarz, der CEO der Deutschen Post AG und die Erbinnen/Erben von „aldi“ sicherlich nicht.

    Ein Problem mit der Rente haben Alexandra Arbeitslos, Alois Befristet-Angestellt, Bertram Behindert, Dieter und Dunja Durchschnitt, Karolin Chronisch-Krank, Georg Geringverdiener, Norbert Normalverdiener und Obasi Obdachlos.

    Im deutschen Grundgesetz von 1949 heißt es: Art. 20 (1) „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“

    Warum schwurbeln dann diese Mainstream-Propaganda-Journalistinnen und „Journalisten“ von ARD, FAZ, RTL, WELT, ZDF usw. immer von der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“? Steht im deutschen Grundgesetz etwa:

    Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und freiheitlicher Bundesstaat.
    Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und kapitalistischer Bundesstaat.
    Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und marktwirtschaftlicher Bundesstaat.
    Die Bundesrepublik Deutschland ist ein undemokratischer und unsozialer Bundesstaat.

    Das steht da nicht drin. Nochmal zur Wiederholung für die „Journalisten“ der Mainstream-Propaganda-Medien:
    Im Art. 20 GG heißt es: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“

    Und warum steht das da drin in diesem „Grundgesetz“? Haben die Väter und Mütter das zum Spaß da hineingeschrieben? Vielleicht ist das ein Scherzartikel? Aber fragen sie nicht Markus Lanz und die „Rentenexperten“ der Bundesregierung, da bekommen sie als Antwort immer nur:
    Kein Anschluss unter dieser Nummer. The person you have called is temporarily not available.
    Kein Anschluss unter dieser Nummer. The person you have called is temporarily not available.
    Kein Anschluss unter dieser Nummer. The person you have called is temporarily not available.

    Wer findet den Fehler in diesem dirty operating system? Im Mittelalter hatten der König, der Adel und die obersten Pfaffen auch kein Problem mit ihrer Rente. Nur die faulen Bauern, die faulen Handwerker und die faulen Dienstboten hatten ein Problem mit ihrer Rente.

    Wenn die Gewinne, die in einer Volkswirtschaft von allen Bürgerinnen und Bürgern erwirtschaftet werden, jahrzehntelang von den Leistungserbringern nach oben zu den „Leistungsträgern“ fließen, dann bekommen die Leistungserbringer irgendwann ein Problem mit ihrer Rente. Dann muss man bei den Leistungerbringern „sparen“ bzw. kürzen oder mal wieder einen Weltkrieg anfangen.

    In den 1950er und 1960er Jahren gab es kein Problem mit der Rente, weil es zweistellige Wachstumsraten gab. Aber das lag daran, dass die Deutschen zusammen mit ihrem braunen Anführer von 1940 bis 1945 in Deutschland alles in Schutt und Asche gelegt hatten und viele Arbeitskräfte in Stalingrad gestorben sind. Das wird man ja nochmal schreiben dürfen, das kapieren sowieso nur ganz wenige Nachdenker in diesem Land.

    Noch Fragen Kienzle? Ja Hauser: Wird das heute schon wieder so warm? Der Rasen im Stadtpark ist schon ganz braun. Nur dieser krautige und extrem giftige blaue Eisenhut wächst wie der Teufel, obwohl er schon fast ausgestorben war.

  11. Ach wie putzig; nicht nur vorab wird selektiert, sondern auch nachträglich händisch! Respekt.
    Das „Arbeitsaufkommen“ muss sich zu vorher, als ALLES durchgewunken wurde, massiv erhöht haben. Späßle.
    Egal – br wird’s eventuell stören, dass sein harmloser Beitrag fffffutsch ist; für mich ist’s lediglich Bestätigung des Offensichtlichen.

    1. Äääähm…dumm das.
      Im Beitrag, der ob seiner Oberflächlichkeit ignoriert, vertan, daher verschwand nix, was nicht da war.
      Dennoch hat der Rest der Ausführung aufgrund eigener Erfahrungen (und der anderer) Bestand.

  12. Das Problem bei der Kapitalrente ist doch, dass es eigentlich eine Aktienrente ist..

    Die ist deswegen bei Leuten wie Herrn Merz so beliebt weil sie das Geld erst mal in die Kassen der Großkapitalisten spült unter anderem Natürlich auch in die Kassen der Rüstungsindustrie und auch von Leuten wie Herrn Musk wenn er dann in den großen Indexen gehandelt wird.

    Damit stützt die Rente dann direkt die Profite der Eigentümer des Militär Industriellen Komplexes und Macht die Großaktionäre um Milliarden reicher.. Wenn aber so ein so ein Heuschrecken-Superfund seinen Gewinn mitnimmt (Aktien Verkauft) dann ist die Rente unter Wasser und muss mit weiteren Steuermitteln oder Beitragserhöhungen gerettet werden..

    Das ist doch der Plan oder ?

    Meiner Meinung nach ist die Idee genauso verblödet, hinterhältig und kurzsichtig wie die Idee unsere Energie-Abhängigkeit jetzt auf die USA zu verlegen.. 🙄

    Mfg Makrovir

  13. Die richtige Antwort ist “ Alle müssen in die Rente und Sozial Systeme ein zahlen “
    Dazu gehören alle Beamte, Politiker. Westdeutschland übernehmen doch gerne amerikanische Lösungen, aber nur die die deutschen Reichen nicht schaden.

  14. Die Rentenkommission verkauft uns ein Märchen. Ein paar Bausteine des schwedischen Modells werden herausgepickt, damit werden strukturelle Probleme der deutschen Altersvorsorge überklebt und das Ganze wird als Reform bezeichnet. Wer nach jahrzehntelangem Beitragszahlen am Ende mit Minimalrenten abgespeist wird, darf das nicht als „alternativlos“ akzeptieren. Deutschland hat genug wirtschaftliche Stärke, um seinen Bürgern ein würdiges Alterseinkommen zu sichern – die Frage ist, ob der politische Wille dafür existiert.

    Was hier als „Schwedenlösung“ angepriesen wird, ist in Wahrheit ein Verschieben des Risikos auf einzelne Generationen und Finanzmärkte. Kapitalgedeckte Ergänzungen mögen theoretisch zusätzliche Erträge bringen, in der Praxis sind sie aber anfällig für Börsenschocks, Managementkosten und Verteilungswirkungen, die Arme und prekär Beschäftigte am härtesten treffen. Wer das als Allheilmittel anpreist, vernichtet soziale Absicherung zugunsten von Spekulation und Eleganz auf dem Reißbrett.

    Gerechtigkeit sieht anders aus. Wer lange gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, muss das in der Rente abgebildet sehen – nicht in Form von warmen Worten, sondern durch reale Anrechnungen und ein Leistungsniveau, das lange Beitragszeiten belohnt. Stattdessen erleben wir eine Debatte, die von Abkürzungen lebt: „Flexibilisierung“, „Marktkomponente“, „Eigenvorsorge“ – all das in der Hoffnung, Verantwortlichkeiten zu verlagern und harte Entscheidungen zu vermeiden.

    Versagt wird auch bei der Frage der Finanzierungsbasis. Ein gerechtes System braucht breite Schultern – nicht nur Arbeitnehmerbeiträge. Solange Beamte, Selbstständige und bestimmte Einkommensarten privilegiert oder ausgenommen bleiben, bleibt das System unfair. Steuerfinanzierte Zuschüsse, eine Beteiligung der Arbeitgeber und die Einbeziehung aller Erwerbsformen sind keine Ideologie, sondern Voraussetzung für Nachhaltigkeit und Solidarität.

    Und schließlich: Wer von „Modellen“ redet, muss auch Tauglichkeitsprüfungen liefern. Eine eins-zu-eins-Übernahme fremder Systeme ohne Anpassung an die deutsche Demografie, Arbeitsstrukturen und Sozialkultur ist verantwortungslos. Es reicht nicht, Schlagworte wie „Schwedenrente“ zu verwenden – es braucht konkrete, nachvollziehbare Modellrechnungen, Verteilungsanalysen und Härtefallregeln.

    Kurz und bitter: Reformen, die auf Scheingerechtigkeit und Marktgläubigkeit bauen, werden das Vertrauen in die Rente weiter erodieren. Wer echte Solidarität will, muss die gesetzliche Rente wieder in den Mittelpunkt stellen, die Finanzierungsbasis erweitern und das Leistungsniveau erhöhen – sonst bleibt die nächste Rentnergeneration arm trotz Wachstum.

  15. Die Rentenkommission verkauft uns ein Märchen. Ein paar Bausteine des schwedischen Modells werden herausgepickt, damit werden strukturelle Probleme der deutschen Altersvorsorge überklebt und das Ganze wird als Reform bezeichnet. Wer nach jahrzehntelangem Beitragszahlen am Ende mit Minimalrenten abgespeist wird, darf das nicht als „alternativlos“ akzeptieren. Deutschland hat genug wirtschaftliche Stärke, um seinen Bürgern ein würdiges Alterseinkommen zu sichern – die Frage ist, ob der politische Wille dafür existiert.

    Was hier als „Schwedenlösung“ angepriesen wird, ist in Wahrheit ein Verschieben des Risikos auf einzelne Generationen und Finanzmärkte. Kapitalgedeckte Ergänzungen mögen theoretisch zusätzliche Erträge bringen, in der Praxis sind sie aber anfällig für Börsenschocks, Managementkosten und Verteilungswirkungen, die Arme und prekär Beschäftigte am härtesten treffen. Wer das als Allheilmittel anpreist, vernichtet soziale Absicherung zugunsten von Spekulation und Eleganz auf dem Reißbrett.

    Gerechtigkeit sieht anders aus. Wer lange gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, muss das in der Rente abgebildet sehen – nicht in Form von warmen Worten, sondern durch reale Anrechnungen und ein Leistungsniveau, das lange Beitragszeiten belohnt. Stattdessen erleben wir eine Debatte, die von Abkürzungen lebt: „Flexibilisierung“, „Marktkomponente“, „Eigenvorsorge“ – all das in der Hoffnung, Verantwortlichkeiten zu verlagern und harte Entscheidungen zu vermeiden.

    Versagt wird auch bei der Frage der Finanzierungsbasis. Ein gerechtes System braucht breite Schultern – nicht nur Arbeitnehmerbeiträge. Solange Beamte, Selbstständige und bestimmte Einkommensarten privilegiert oder ausgenommen bleiben, bleibt das System unfair. Steuerfinanzierte Zuschüsse, eine Beteiligung der Arbeitgeber und die Einbeziehung aller Erwerbsformen sind keine Ideologie, sondern Voraussetzung für Nachhaltigkeit und Solidarität.

    Und schließlich: Wer von „Modellen“ redet, muss auch Tauglichkeitsprüfungen liefern. Eine eins-zu-eins-Übernahme fremder Systeme ohne Anpassung an die deutsche Demografie, Arbeitsstrukturen und Sozialkultur ist verantwortungslos. Es reicht nicht, Schlagworte wie „Schwedenrente“ zu verwenden – es braucht konkrete, nachvollziehbare Modellrechnungen, Verteilungsanalysen und Härtefallregeln.

    Kurz und bitter: Reformen, die auf Scheingerechtigkeit und Marktgläubigkeit bauen, werden das Vertrauen in die Rente weiter erodieren. Wer echte Solidarität will, muss die gesetzliche Rente wieder in den Mittelpunkt stellen, die Finanzierungsbasis erweitern und das Leistungsniveau erhöhen – sonst bleibt die nächste Rentnergeneration arm trotz Wachstum.

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