Der kranke Motor Europas

geschlossene Firma, Symbolbild
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Verliert Deutschland seine Industrie?

Der industrielle Niedergang, über den heute immer häufiger diskutiert wird, fällt nicht vom Himmel. Er ist das Ergebnis einer Reihe politischer Entscheidungen, die sich über Jahre hinweg aufgebaut haben. Manche davon wurden aus moralischen oder sicherheitspolitischen Motiven getroffen, andere aus kurzfristigem politischem Druck heraus. Doch zusammengenommen haben sie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Industriestandorts verändert, der jahrzehntelang auf Stabilität und Planungssicherheit angewiesen war. Eine der folgenreichsten Entscheidungen war die energiepolitische Kehrtwende nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011. Innerhalb weniger Monate beschloss die damalige Bundesregierung unter Angela Merkel den beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie. Acht ältere Reaktoren wurden sofort stillgelegt, die restlichen sollten in den folgenden Jahren folgen. Deutschland entschied sich damit als eines der wenigen großen Industrieländer der Welt für einen vollständigen Ausstieg aus einer Technologie, die zuvor einen erheblichen Teil der Stromversorgung gewährleistet hatte.

Kritiker dieser Entscheidung argumentierten schon damals, dass ein solch schneller Ausstieg erhebliche Risiken für die Versorgungssicherheit und die Energiepreise mit sich bringen könnte. Die Energiewende sollte diese Lücke durch erneuerbare Energien schließen. Doch Wind- und Solarenergie sind von Natur aus volatil. Um diese Schwankungen auszugleichen, blieb Deutschland weiterhin auf konventionelle Kraftwerke und große Mengen importierter Energie angewiesen. Gleichzeitig entwickelte sich eine zweite energiepolitische Abhängigkeit. Über Jahrzehnte hatte Deutschland seine Industrie auf relativ günstiges Pipelinegas aus Russland gestützt. Diese Strategie galt lange als wirtschaftlich rational. Sie ermöglichte eine stabile Versorgung zu vergleichsweise niedrigen Preisen. Doch mit den geopolitischen Spannungen der letzten Jahre wurde diese Grundlage der Energieversorgung abrupt erschüttert.

VW baut 50.000 Stellen ab

Die politische Entscheidung, sich von russischer Energie zu lösen, wurde mit sicherheitspolitischen Argumenten begründet. Für die Industrie bedeutete sie jedoch einen drastischen Kostenanstieg. Flüssiggasimporte aus anderen Weltregionen sind strukturell teurer als Pipelinegas. Energieintensive Industrien wie Chemie, Stahl oder Grundstoffproduktion sehen sich seitdem mit deutlich höheren Produktionskosten konfrontiert. In der wirtschaftspolitischen Debatte wird häufig argumentiert, dass diese Transformation notwendig gewesen sei. Kritiker wiederum sehen darin eine der Ursachen für die zunehmenden Wettbewerbsprobleme der deutschen Industrie. Während Energie in den Vereinigten Staaten durch heimische Gasproduktion vergleichsweise günstig bleibt, gehört sie in Europa inzwischen zu den teuersten Produktionsfaktoren. Parallel dazu hat sich die internationale Wirtschaftspolitik verändert. Staaten betreiben zunehmend strategische Industriepolitik. Die Vereinigten Staaten fördern mit umfangreichen Programmen gezielt neue Industrien im eigenen Land. China verfolgt seit Jahren eine staatlich koordinierte Strategie zur Entwicklung technologischer Schlüsselbranchen. Deutschland und Europa reagierten auf diese Entwicklung lange zögerlich.

Die Folge ist ein wachsender Standortwettbewerb um industrielle Investitionen. Unternehmen vergleichen zunehmend, unter welchen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen sie ihre Produktionskapazitäten ausbauen. Energiepreise, Regulierung, Steuerpolitik und staatliche Förderprogramme spielen dabei eine zentrale Rolle. Ein weiterer politischer Faktor betrifft die Transformation der Automobilindustrie. Mit der Entscheidung, langfristig den Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zu beenden, hat die Europäische Union einen tiefgreifenden Strukturwandel eingeleitet. Für Hersteller und Zulieferer bedeutet dies eine radikale Umstellung ihrer Produktionssysteme innerhalb relativ kurzer Zeit. Während diese Transformation politisch als notwendiger Beitrag zum Klimaschutz begründet wird, stellt sie wirtschaftlich eine enorme Herausforderung dar. Millionen Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an der Automobilindustrie. Die Umstellung auf Elektromobilität verändert nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern auch die gesamte industrielle Wertschöpfungskette.

Diese Entwicklungen treffen nun auf eine wirtschaftliche Realität, in der viele Unternehmen ihre Produktionsstrategien neu bewerten. Investitionen werden zunehmend global verteilt. Produktionsstandorte werden dort aufgebaut, wo Energie günstiger, Regulierung planbarer und staatliche Unterstützung stärker ist. Die Frage, ob Deutschland tatsächlich eine Deindustrialisierung droht, wird deshalb zunehmend politisch diskutiert. Manche sehen darin eine übertriebene Darstellung kurzfristiger Probleme. Andere warnen vor einer schleichenden Verschiebung industrieller Kapazitäten in andere Weltregionen. Unabhängig davon ist klar: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen die deutsche Industrie jahrzehntelang erfolgreich war, haben sich verändert. Politische Entscheidungen, geopolitische Entwicklungen und technologische Transformationen wirken gleichzeitig auf ein Wirtschaftsmodell ein, das über Jahrzehnte als stabil galt.

Ob Deutschland seine industrielle Basis unter diesen neuen Bedingungen erhalten kann, wird entscheidend davon abhängen, wie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf diese Veränderungen reagieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob der Industriestandort Deutschland in der Lage ist, sich neu zu positionieren, oder ob sich das wirtschaftliche Zentrum Europas langsam verschiebt. Wenn man verstehen will, wie tief der Wandel inzwischen reicht, lohnt ein Blick auf Unternehmen, die jahrzehntelang als Symbole deutscher Industriekraft galten. Kaum ein Konzern steht so sehr für das industrielle Selbstverständnis der Bundesrepublik wie der Wolfsburger Automobilhersteller Volkswagen AG. Über Generationen hinweg verkörperte das Unternehmen den wirtschaftlichen Erfolg des Landes: Millionen Fahrzeuge pro Jahr, hunderttausende Arbeitsplätze, eine globale Präsenz, die Deutschland zu einer der führenden Automobilnationen der Welt machte. Doch selbst dieser Industriegigant befindet sich inzwischen in einem tiefgreifenden Umbruch. Der Konzern hat angekündigt, bis zum Ende des Jahrzehnts rund 50.000 Stellen abzubauen. Offiziell handelt es sich um einen langfristigen Personalumbau, der teilweise über Altersteilzeit und natürliche Fluktuation erfolgen soll. Doch die Zahl allein verdeutlicht bereits die Dimension der Veränderungen. Ein Unternehmen, das über Jahrzehnte als stabiler Beschäftigungsmotor galt, sieht sich gezwungen, seine Strukturen radikal zu verschlanken.

BASF verlagert Standort

Die Gründe dafür liegen nicht allein in Unternehmensentscheidungen. Sie spiegeln strukturelle Veränderungen wider, die die gesamte Branche betreffen. Die Automobilindustrie befindet sich mitten in einer technologischen Transformation, die viele der bisherigen Grundlagen infrage stellt. Der Übergang vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität verändert Produktionsprozesse, Lieferketten und Geschäftsmodelle. Gleichzeitig entstehen neue Wettbewerber, vor allem aus China, die mit aggressiven Preisen und schneller technologischer Entwicklung auf den Weltmarkt drängen. Für deutsche Hersteller bedeutet diese Entwicklung einen doppelten Druck. Einerseits müssen sie enorme Summen in neue Technologien investieren. Batteriefabriken, Softwareentwicklung und digitale Plattformen verschlingen Milliardenbeträge. Andererseits geraten ihre traditionellen Stärken unter Druck. Der Verbrennungsmotor, jahrzehntelang ein technologisches Markenzeichen deutscher Ingenieurskunst, verliert zunehmend an Bedeutung.

Doch selbst dieser technologische Wandel allein würde die aktuellen Probleme nicht vollständig erklären. Hinzu kommen wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die den Standort Deutschland für industrielle Produktion zunehmend schwieriger machen. Energiepreise gehören dabei zu den entscheidenden Faktoren. Während Energie in anderen großen Industrienationen deutlich günstiger verfügbar ist, kämpfen viele europäische Unternehmen mit hohen Kosten. Besonders energieintensive Branchen spüren diese Entwicklung deutlich. Ein prominentes Beispiel dafür ist der Chemiekonzern BASF. Das Unternehmen betreibt in Ludwigshafen den größten zusammenhängenden Chemiekomplex der Welt. Jahrzehntelang galt dieser Standort als Herzstück der europäischen Chemieindustrie. Doch inzwischen hat BASF begonnen, Teile seiner Produktion zu verlagern. Neue Investitionen fließen verstärkt in andere Regionen, etwa nach China oder in die Vereinigten Staaten.

Die Entscheidung des Unternehmens wurde offiziell mit wirtschaftlichen Faktoren begründet. Energiepreise, regulatorische Rahmenbedingungen und globale Wettbewerbsbedingungen spielten dabei eine zentrale Rolle. In den Vereinigten Staaten etwa profitieren Industriebetriebe von deutlich günstigeren Energiekosten. Gleichzeitig locken staatliche Förderprogramme Unternehmen an, neue Produktionskapazitäten aufzubauen. Dieser internationale Standortwettbewerb hat sich in den letzten Jahren erheblich verschärft. Staaten versuchen zunehmend, strategisch wichtige Industrien im eigenen Land zu halten oder neue Branchen anzusiedeln. Die Vereinigten Staaten setzen dabei auf massive Förderprogramme. China verfolgt seit langem eine aktive Industriepolitik, die technologische Schlüsselindustrien gezielt unterstützt. Europa hingegen hat lange Zeit stärker auf Marktmechanismen gesetzt. Inzwischen beginnt sich auch diese Haltung zu verändern. Europäische Politiker diskutieren über neue Industrieprogramme und strategische Investitionen. Doch viele Unternehmen haben ihre Entscheidungen bereits getroffen. Produktionsstandorte entstehen dort, wo Energie günstig, Regulierung berechenbar und staatliche Unterstützung vorhanden ist.

Die wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung sind zunehmend sichtbar. Regionen, die stark von industrieller Produktion geprägt sind, stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Wenn große Konzerne ihre Produktionsstruktur anpassen oder neue Investitionen im Ausland tätigen, wirkt sich dies auf ganze Lieferketten aus. Zulieferbetriebe, Logistikunternehmen und regionale Dienstleister sind oft eng mit großen Industriekonzernen verbunden. Verändert sich deren Strategie, geraten auch viele kleinere Unternehmen unter Druck. Tatsächlich ist die Situation komplexer als einfache Schlagworte vermuten lassen. Deutschland bleibt weiterhin eine der größten Industrienationen der Welt. Viele Unternehmen investieren weiterhin in Forschung, Entwicklung und Produktion. Gleichzeitig ist unübersehbar, dass sich das wirtschaftliche Umfeld verändert hat. Energiepreise, geopolitische Spannungen und technologischer Wandel wirken gleichzeitig auf ein industrielles System ein, das jahrzehntelang auf Stabilität ausgelegt war. Hinzu kommt ein weiterer politischer Faktor, der zunehmend diskutiert wird: die Prioritätensetzung staatlicher Ausgaben. In vielen europäischen Ländern sind Verteidigungsbudgets in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Mitgliedstaaten der North Atlantic Treaty Organization haben sich verpflichtet, ihre Militärausgaben deutlich zu erhöhen. Einige Staaten diskutieren inzwischen sogar Zielmarken von bis zu fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung.

Exportabhängige Industrien unter Druck

Diese Entwicklung wird von vielen Regierungen mit sicherheitspolitischen Argumenten begründet. Kritiker stellen jedoch die Frage, ob steigende Verteidigungsausgaben langfristig zu Lasten anderer wirtschaftlicher Prioritäten gehen könnten. Infrastrukturinvestitionen, Energiepolitik und Industrieprogramme konkurrieren letztlich um begrenzte staatliche Ressourcen. Die politische Debatte darüber ist in Deutschland besonders intensiv. Während einige Stimmen eine stärkere militärische Rolle Europas fordern, argumentieren andere, dass wirtschaftliche Stabilität und industrielle Stärke mindestens ebenso wichtig für die langfristige Sicherheit eines Landes seien. Gleichzeitig verändert sich auch die internationale Ordnung, in der die deutsche Wirtschaft jahrzehntelang operierte. Globalisierung, lange Zeit als Motor wirtschaftlichen Wachstums betrachtet, wird zunehmend von geopolitischen Rivalitäten überlagert. Handelskonflikte, technologische Sanktionen und strategische Industriepolitik prägen das wirtschaftliche Umfeld stärker als früher.

Für exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland stellt diese Entwicklung eine besondere Herausforderung dar. Der Erfolg des deutschen Wirtschaftsmodells beruhte lange auf offenen Märkten und stabilen internationalen Handelsbeziehungen. Wenn diese Voraussetzungen unsicherer werden, geraten auch exportabhängige Industrien unter Druck. In diesem komplexen Umfeld suchen Unternehmen nach neuen Strategien. Einige setzen verstärkt auf Automatisierung und Digitalisierung, um Kosten zu senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Andere diversifizieren ihre Produktionsstandorte und investieren stärker im Ausland. Wieder andere versuchen, neue Technologien zu entwickeln und so neue Marktsegmente zu erschließen. Welche dieser Strategien langfristig erfolgreich sein werden, ist noch offen. Sicher ist jedoch, dass sich das industrielle Gleichgewicht verschiebt. Regionen, die früher als unangefochtene Zentren industrieller Produktion galten, sehen sich zunehmend globaler Konkurrenz gegenüber.

Deutschland steht dabei an einem entscheidenden Punkt seiner wirtschaftlichen Entwicklung. Das Land verfügt weiterhin über eine starke industrielle Basis, hochqualifizierte Arbeitskräfte und eine leistungsfähige Forschungslandschaft. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen, dass diese Stärken allein nicht ausreichen, um im globalen Wettbewerb dauerhaft erfolgreich zu bleiben. Die kommenden Jahre werden deshalb entscheidend sein. Politische Entscheidungen über Energieversorgung, Industriepolitik und wirtschaftliche Rahmenbedingungen werden maßgeblich beeinflussen, ob Deutschland seine industrielle Position behaupten kann oder ob sich das wirtschaftliche Zentrum Europas langsam in andere Regionen verschiebt. Fest steht bereits heute, dass sich das industrielle Modell der Bundesrepublik in einer Phase tiefgreifender Veränderung befindet. Ob daraus eine erfolgreiche Transformation oder eine schleichende Erosion industrieller Kapazitäten entsteht, hängt von Entscheidungen ab, die in Politik und Wirtschaft in den kommenden Jahren getroffen werden.

 

Quellen

Volkswagen bestätigt Stellenabbau von rund 50.000 Jobs bis 2030

https://www.deutschlandfunk.de/vw-streicht-50-000-arbeitsplaetze-100.html

Gewinn bei Volkswagen bricht fast um die Hälfte ein

https://www.focus.de/finanzen/news/um-fast-die-haelfte-massiver-gewinneinbruch-bei-vw_b8f26023-389b-4ba9-b6ed-f5857f752ff0.html

Germany’s industrial orders drop sharply amid energy costs and global competition

https://www.wsj.com/economy/german-industrial-orders-production-fall-c3426027

BASF Ludwigshafen hit by high energy costs and restructuring

https://www.metissue.com/news/basf-ludwigshafen-losses-top-euro1-billion-amid-restructuring-push

ArcelorMittal cancels green steel project in Germany due to energy costs

https://www.reuters.com/sustainability/climate-energy/arcelormittal-drops-plans-green-steel-germany-due-high-energy-costs-2025-06-19/

Germany plans subsidised electricity price for industry

https://www.reuters.com/business/energy/german-coalition-agrees-subsidised-power-price-industry-2025-11-13/

Günther Burbach

Günther Burbach, Jahrgang 1963, ist Informatikkaufmann, Publizist und Buchautor. Nach einer eigenen Kolumne in einer Wochenzeitung arbeitete er in der Redaktion der Funke Mediengruppe. Er veröffentlichte vier Bücher mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz sowie deutscher Innen- und Außenpolitik. In seinen Texten verbindet er technisches Verständnis mit gesellschaftspolitischem Blick – immer mit dem Ziel, Debatten anzustoßen und den Blick für das Wesentliche zu schärfen.
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11 Kommentare

  1. Joseph Schumpeter nannte den gegenwärtigen Prozess in seiner „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ die „ kreative Zerstörung“.

  2. „Verliert Deutschland seine Industrie?“
    Nein. Wird nur schwerpunktmäßig auf zwei Industriezweige umstrukturiert: auf lukrative Rüstungsindustrie, Industrie also zur Produktion von Kriegswaffen und Kriegsmunition und auf Wärmepumpenindustrie. Industrieunternehmen, die direkt und indirekt von Steuergeld finanziert werden. Ein Wirtschaftssystem, das zum aktuellen politischen System passt. Jede Staatsform passt das Wirtschaftssystem an sein politisches Konzept an. Das ist auf der ganzen Welt so der Fall.

    1. Hier eine wissenschaftliche Arbeit zur volkswirtschaftlichen Wirkung von Rüstung, dies aus dem Abstract:

      „… Ein zusätzlicher Euro für die Rüstungsindustrie schafft also höchstens 50 Cent zusätzliche gesamtwirtschaftliche Produktion, aber die zusätzlichen Staatsausgaben könnten auch gar keinen Produktonseffekt enthalten. Zum Vergleich: Bei gezielten Investitionen in die öffentliche Infrastruktur kann mit einem Fiskalmultiplikator von 2 gerechnet werden, und für den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur in Kitas und Schulen kann der Multiplikator sogar auf 3 steigen. …“

      https://www.vwl.uni-mannheim.de/media/Lehrstuehle/vwl/Krebs/Studie_militaer_final-1.pdf

      Noch Fragen?

  3. Wir haben 6 Wahlen dieses Jahr, eine war schon und auch bei den folgenden 5 sehe ich nicht, dass die Bevölkerung irgendwas anders machen wird. Auch da werden 9x% asozial bzw. komplett asozial wählen.

  4. Ich weiß nicht, warum Burbach eine Frage stellt.
    Man muss nur die Arbeitsmarktsituation im produzierenden Gewerbe anschauen um zu sehen, wie es steht.

    Und wer dann auf den „Dienstleistungssektor“ schaut, sieht:
    „Besonders stark suchten öffentlicher Dienst, Erziehungswesen und Gesundheit Personal. Auch Finanz- und Versicherungsdienstleister stellten ein.“
    *Lach*. Ab nächstem Jahr können wir uns ja alle gegenseitig Altersvorsorgedepots verkaufen.

    „Abgebaut wurde dagegen bei konjunkturempfindlicheren Unternehmensdienstleistern, zum Beispiel bei Zeitarbeitsfirmen. Auch im Bereich Information und Kommunikation sowie Handel, Verkehr und Gastgewerbe sank die Zahl der Beschäftigten.“
    Also bei den Hilfstruppen des produzierenden Gewerbes und denen, die um die knapper werdende Kohle der Bevölkerung konkurrieren müssen.

    „Entlassungen sind gar nicht höher als sie früher waren. Sondern es wird zu wenig neu entwickelt.“
    Genau. Entlassen wird nicht, es wird nur niemand mehr eingestellt. Wieder *Lach*.

    Die Zitate stammen i.Ü. aus den Staatsmedien.
    Aber ich weiß schon, was dem Kandisbunzler dazu einfallen wird: *Wir* müssen mehr arbeiten und außerdem verdienen *wir* zu viel.

  5. Ihr habt auf schöpferische Zerstörung geklickt…

    … alles wird gut, es ist nur die kreative Transition zum „Ihr werdet nicht’s mehr besitzen und trotzdem Glücklich sein“

  6. „Manche davon wurden aus moralischen oder sicherheitspolitischen Motiven getroffen,“
    Welche Entscheidungen sollen denn moralisch begründet gewesen sein?
    Träfe nicht „moralinisch“ eher zu, als Versuch, die eigenen imperialistischen Ambitionen hinter Moral zu verstecken?
    Gleiches ist bei „sicherheitspolitischen“ Begründungen zu vermuten.

  7. „Europa hingegen hat lange Zeit stärker auf Marktmechanismen gesetzt. “ Nö, in der EU generell und in D im Besonderen wird der „Markt“ verhindert. Markt hieße u.a. Besetzung von Stellen nach Fähigkeit/Leistung und nicht nach Quoten. Markt hieße auch, dass allen Teilnehmern alle Informationen zur Verfügung stehen – dies wird gezielt verhindert. Markt funktioniert auch nur wenn die Teilnehmer freie Entscheidungen treffen können. Können sie aber nicht wegen Vorschriften, z. B. Mietrecht, Heizung, … . Markt wäre auch Öffis kostendeckend zu betreiben.
    etc. pp

  8. Burbach wiederholt sich in jeder 3. Zeile und vor der Wahrheit drückt er sich auch noch. Northstream wurde von dem Amis gesprengt und dort wurde auch über die Deindustrialisierung Deutschlands entschieden.

  9. Die westlichen Staaten wurde zu den Wikingern der Gegenwart und versuchen sich durch Raub und Plünderung Wohlstand zu verschaffen. Opfer sind die Länder, die begehrte Güter haben, nämlich Fossile Ressourcen.
    Die Globalisierung führte im Westen zur Deindustrialisierung, weil sie den Konzernen die Möglichkeit eröffnete, in Niedriglohnländern billig zu produzieren und die Waren per Reimport in Hochlohnländern zollfrei teuer zu verkaufen, was zwangsläufig ebenfalls zu Verarmung und Verschuldung der westlichen Industrieländer führte. Das kann man wohl kaum als Handel bezeichnen. Nun muss der Westen den anderen Weg zu Wohlstand beschreiten, nämlich Krieg und Ausbeutung. Die Kriege muss man moralisch rechtfertigen, weil alle Menschen gute Menschen sein wollen. Im Krieg müssen die Gegner also die Schlechten sein. Dazu taugt Moral aber nicht, sondern man muss auf ihr Gegenteil zurückgreifen, nämlich die Scheinmoral. Scheinmoral dient nicht der Selbstkontrolle, sondern der Diffamierung, Denunzierung, Verurteilung und Bestrafung anderer. Ein Mittel ist, eine neue Moral zu erfinden, und den Feinden vorzuwerfen, sie seien nicht queer genug, sondern intolerant und undemokratisch.

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