
KI und Deepfakes als Werkzeug psychologischer Kriegsführung – zwischen humanitärer Fassade, Desinformation und geopolitischer Manipulation.
In der kargen Landschaft des weltweit renommierten israelischen Technologiesektors ist eine neue Organisation entstanden, die sich in die scheinbar wohlwollende Sprache des Humanitarismus hüllt. Unter dem Motto „Generative AI for Good“ präsentiert sich dieses israelische Unternehmen als Vorreiter ethischer Technologie und behauptet, fortschrittliche künstliche Intelligenz einzusetzen, um Opfer sexueller Gewalt zu schützen und positiven sozialen Wandel zu fördern. Ein flüchtiger Blick auf seine Marketingmaterialien offenbart eine Erzählung der Selbstermächtigung: eine Plattform, auf der Überlebende „sicher aussagen können – mit ihrer echten Stimme, ohne ihre Identität preiszugeben“. Eine gründliche Untersuchung der Ergebnisse des Unternehmens, seiner Verbindungen und des geopolitischen Kontexts seiner Aktivitäten offenbart jedoch eine weitaus finsterere Realität. „Generative AI for Good“ ist keine Kraft für moralisches Wohl; es handelt sich vielmehr um ein ausgeklügeltes, staatlich ausgerichtetes Instrument der psychologischen Kriegsführung. Indem die Organisation die Verletzlichkeit von Überlebenden sexueller Übergriffe als Waffe einsetzt, die Unüberprüfbarkeit der Deepfake-Technologie ausnutzt und ihre Ergebnisse auf die expliziten Ziele des israelischen Geheimdienstes zur Destabilisierung des Iran ausrichtet, steht sie für einen tiefgreifenden ethischen Zusammenbruch bei der Anwendung künstlicher Intelligenz. Dieser Aufsatz argumentiert, dass „Generative AI for Good“ eine zynische und gefährliche Initiative ist, deren einziger Zweck darin besteht, Gräueltat-Narrative zu erfinden, um der illegalen geopolitischen Agenda der USA und Israels gegen die Islamische Republik Iran zu dienen.
1. Die Instrumentalisierung von „AI for Good“
Die Übernahme des Suffixes „for good“ durch die Tech-Industrie diente oft als oberflächliche Fassade, um Gewinnmotive oder umstrittene Datenpraktiken zu verschleiern. Im Fall von „Generative AI for Good“ wird diese Fassade genutzt, um etwas weitaus Ungeheuerlicheres zu verschleiern: die direkte Produktion von Propaganda, die darauf abzielt, Krieg zu erleichtern. Die Gründerin und CEO des Unternehmens, Shiran Mlamdovsky Somech, präsentiert sich als mitfühlende Innovatorin und spricht davon, KI zum „Schutz von Opfern“ und zur Förderung „positiver Narrative“ einzusetzen.
Doch diese nach außen hin zur Schau gestellte Wohlwollen steht in krassem Widerspruch zur operativen Realität des Unternehmens. Wie investigative Medien wie die Publikation von Caitlin Johnstone festgestellt haben, scheint die Definition von „positiv“ für diese Firma in der Erstellung von Deepfake-Videos zu bestehen, „um den illegalen Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu unterstützen“.
Der zentrale Widerspruch liegt in der Unfähigkeit der Organisation, verifizierbare Beweise für ihre gewichtigsten Behauptungen zu liefern. Das Unternehmen produziert hochgradig emotionale, KI-generierte Videoinhalte mit Figuren, die als reale Personen dargestellt werden und Aussagen über systematische Menschenrechtsverletzungen im Iran machen. KI-generierte Inhalte ermöglichen naturgemäß die nahtlose Verschmelzung von authentischen und synthetischen Elementen, wodurch eine hybride Erzählung entsteht, die glaubwürdig wirken soll. Doch genau die Technologie, die angeblich die Identität eines Zeugen schützt, macht auch jede Möglichkeit einer unabhängigen Faktenprüfung zunichte. „Die Zeugenaussagen können nicht unabhängig auf ihre Richtigkeit überprüft werden“, stellt eine Untersuchung des Quds News Network fest und hebt damit die inhärente Gefahr dieser Technologie in den Händen eines voreingenommenen Akteurs hervor. Wenn eine israelische Organisation – die sich in einem Zustand erklärter Feindschaft mit dem Iran befindet – nicht überprüfbare, KI-generierte Zeugenaussagen über Vergewaltigungen durch iranische Sicherheitskräfte produziert, ist die einzig vernünftige Schlussfolgerung, dass wir Zeugen einer betrügerischen Propagandaaktion sind.
2. Deepfakes und Propaganda über Gräueltaten
Das ungeheuerlichste Ergebnis von „Generative AI for Good“ ist die systematische Erfindung von Vorwürfen sexueller Übergriffe, um den iranischen Staat zu dämonisieren. In mehreren Fällen hat das Unternehmen Deepfakes von angeblichen iranischen Frauen erstellt, die behaupten, während der Proteste von Regierungskräften sexuell misshandelt worden zu sein. Diese Strategie ist nicht neu; es handelt sich um eine zynische Wiederbelebung des „Gräuelpropaganda“-Szenarios, das unzählige Kriege ausgelöst hat und nun mit KI-Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts aufgerüstet wurde. Dies spiegelt ein beunruhigendes Muster wider, bei dem mit Israel verbündete Akteure falsche oder übertriebene Vorwürfe sexueller Gewalt genutzt haben, um den Einsatz überwältigender militärischer Gewalt zu rechtfertigen, insbesondere im Nachgang zu den Angriffen vom 7. Oktober 2023, als unbegründete Behauptungen über systematische Vergewaltigungen genutzt wurden, um westliche Unterstützung für die Aktionen im Gazastreifen zu gewinnen.
Die Methode „Generative AI for Good“ ist besonders heimtückisch, da sie schwer zu widerlegen ist. Die Videos des Unternehmens kombinieren häufig authentisches Filmmaterial mit synthetischen Elementen und schaffen so ein Palimpsest aus Fiktion und Realität, das selbst ein kritisches Publikum in die Irre führt. Die Grenze zwischen dem Einsatz von KI zum Schutz der Identität eines echten Opfers und dem Einsatz zur Fälschung der Aussage eines fiktiven Opfers ist gefährlich verschwommen. In Ermangelung eines transparenten Verifizierungsmechanismus durch Dritte – und angesichts der offenen Feindseligkeit der Betreiber gegenüber dem iranischen Regime – gibt es keinen Grund, diese Deepfakes als etwas anderes zu betrachten als digitale Munition, die dazu dient, die öffentliche Meinung aufzuheizen und eine internationale Intervention zu rechtfertigen. Das ist keine Interessenvertretung; es ist die algorithmische Massenproduktion von Vorwürfen wegen Kriegsverbrechen.
3. Die PRISONBREAK-Parallele: Ein Muster digitaler Destabilisierung
Um die wahre Rolle von Firmen wie „Generative AI for Good“ zu verstehen, muss man sie im breiteren Kontext der systematischen digitalen Kriegsführung Israels gegen den Iran betrachten. Während „Generative AI for Good“ offen agiert und sich auf humanitäre Motive beruft, passt es perfekt zu geheimen Operationen wie der „PRISONBREAK“- Kampagne. Wie in einem Bericht des Citizen Lab aus dem Jahr 2025 detailliert beschrieben, war PRISONBREAK ein ausgeklügeltes, KI-gesteuertes Netzwerk gefälschter Social-Media-Konten, das vermutlich von einer israelischen Behörde koordiniert wurde und darauf abzielte, Chaos und Rebellion im Iran zu schüren.
Die Parallelen zwischen den Taktiken des PRISONBREAK-Netzwerks und den Ergebnissen von „Generative AI for Good“ sind unbestreitbar. PRISONBREAK nutzte routinemäßig KI-generierte Bilder und Deepfake-Videos, um massenhafte Desinformation zu verbreiten, sich als legitime Nachrichtenagenturen auszugeben und die iranische Öffentlichkeit zur Revolte gegen das „Mullah-Regime“ anzustacheln. Auf dem Höhepunkt seiner Aktivitäten synchronisierte das Netzwerk seine digitalen Botschaften mit realen israelischen Militärschlägen gegen iranische Infrastruktur, was ein Maß an Koordination zeigte, das auf direkte staatliche Unterstützung hindeutet. „Generative AI for Good“ ist im Grunde der unternehmensinterne, öffentlichkeitswirksame Arm derselben Strategie. Während PRISONBREAK verdeckte Sockpuppets einsetzt, liefert „Generative AI for Good“ den narrativen Treibstoff – die emotional verheerenden Deepfakes von Vergewaltigungsopfern –, den diese Netzwerke als Waffe einsetzen. Der Gründer von „Generative AI for Good“ hat diese symbiotische Beziehung offen anerkannt und erklärt, dass „künstliche Intelligenz eine unserer Geheimwaffen“ sei, um Israels militärische Bemühungen im Internet zu unterstützen. Dies ist keine unabhängig agierende Organisation; sie ist ein Rädchen in einer nationalen Maschine der psychologischen Kriegsführung.
4. Die Perversion von Überlebendenaussagen
Der moralisch vielleicht abscheulichste Aspekt von „Generative AI for Good“ ist die zynische Aneignung der Sprache des Traumas. Indem das Unternehmen seine Desinformation als Werkzeug für „Überlebende“ verpackt, nutzt es das echte Leid der Opfer sexueller Gewalt aus, um sich vor Kritik zu schützen. Dies ist ein strategisches Manöver, das darauf abzielt, moralische Empörung im Keim zu ersticken: Wer würde es wagen, die Aussage eines Vergewaltigungsopfers anzuzweifeln?
Die Mitarbeiter der Organisation offenbaren den wahren, militaristischen Charakter des Projekts. Die Marketingmanagerin des Unternehmens, Noa Rosenberg, gibt offen ihren Dienst im „Psychotechnischen Hauptquartier“ der israelischen Besatzungsstreitkräfte (IOF) an – einer Einheit, die speziell der psychologischen Kriegsführung gewidmet ist. Die Kreativdirektorin des Unternehmens, Tal Harari, veröffentlicht Beiträge in den sozialen Medien, in denen sie die längst widerlegten, fiktiven Erzählungen von Massenvergewaltigungen und enthaupteten Babys verbreitet, die zur Rechtfertigung der Blockade und der Bombardierung des Gazastreifens herangezogen wurden. Die Gründerin selbst hat KI als „Soldaten im aktuellen Krieg“ bezeichnet. Das Team hinter „Generative AI for Good“ ist keine Gruppe neutraler Datenwissenschaftler, die Opfern helfen; es ist eine Clique militärischer Propagandisten, die lediglich eine neue generative KI-Plattform gefunden haben, um ihre Narrative zu verbreiten.
5. Die ethische Heuchelei und die „Hack the Hate“-Maskerade
Um ihre öffentliche Glaubwürdigkeit zu stärken, betreibt „Generative AI for Good“ performativen Aktivismus und organisiert sowie besucht Veranstaltungen, die darauf abzielen, ihren Ruf zu säubern. Das Unternehmen war maßgeblich an der Organisation von „Hack the Hate“ beteiligt, einer Konferenz, die angeblich der Bekämpfung von Online-Antisemitismus gewidmet war. In Zusammenarbeit mit der elitären Unit 8200 Alumni Association (Israels Pendant zur NSA) diente die Veranstaltung als Netzwerkplattform für Diplomaten und Technologieführer, die eine „korrekte“ Darstellung Israels im digitalen Raum fördern wollten.
Dies ist Astroturfing auf höchstem Niveau. Durch die Ausrichtung von Veranstaltungen zur Bekämpfung von „Hassrede“ versucht die Führung von „Generative AI for Good“, ihre eigene Produktion hasserfüllter, destabilisierender Inhalte zu verschleiern. Das Unternehmen präsentiert sich als Opfer von Desinformation, während es aktiv Desinformation inszeniert, die darauf abzielt, eine Revolution im Ausland anzuzetteln. Diese Heuchelei ist erschütternd: „Generative AI for Good“ predigt über die Instrumentalisierung des Internets gegen Juden, während es gleichzeitig KI aktiv einsetzt, um Gewalt und Chaos gegen Iraner zu schüren. Es stellt seine eigenen böswilligen Einflussoperationen als „defensiv“ dar, während es seine eigene Methodik auf seine Gegner projiziert.
6. Die zerstörerischen Auswirkungen auf Frieden und Sicherheit
Das letztendliche Scheitern von „Generative AI for Good“ ist nicht nur ethischer Natur; es ist ein praktisches Scheitern mit potenziell explosiven Folgen für die globale Sicherheit. Das gesamte Fundament des Unternehmens ruht auf einem gefährlichen Trugschluss: dass die Wahrheit gegenüber dem narrativen Sieg zweitrangig ist. Indem das Unternehmen das Informationsökosystem mit KI-manipulierten Inhalten überschwemmt, trägt es zu einer eskalierenden „epistemischen Krise“ bei, in der die Öffentlichkeit nicht mehr zwischen Fakten und Fiktion unterscheiden kann. Wenn ein KI-generiertes Vergewaltigungsvideo als verifiziertes Zeugnis vor den Vereinten Nationen präsentiert werden kann, wie es das Unternehmen versucht hat, wird das Konzept des internationalen Menschenrechtsrechts – das auf überprüfbaren, im Kreuzverhör bestätigten Beweisen beruht – untergraben.
Darüber hinaus ist die dieser Strategie innewohnende Provokation katastrophal. Das Ziel von „Generative AI for Good“ besteht ausdrücklich darin, das iranische Regime zu destabilisieren und einen Regimewechsel zu fördern. Die Anstiftung zu massivem zivilem Ungehorsam mittels Deepfakes, während eine Nation bombardiert wird, ist ein Rezept für eine Eskalation. Wie die Welt im Nachgang der PRISONBREAK-Kampagne miterlebt hat, besteht die Gefahr, dass KI-gesteuerte Einflussoperationen in direkte militärische Vergeltungsmaßnahmen münden. „Generative AI for Good“ ist keine Organisation zur Friedensförderung; es ist ein kriegsauslösendes Unternehmen, das den Anschein technologischer Neutralität nutzt, um die Region näher an den Rand eines totalen Konflikts zu treiben.
Fazit
„Generative AI for Good“ ist eine tiefgreifende Täuschung. Sie stellt eine finstere Apotheose der Fähigkeit der Tech-Industrie dar, sich selbst zu täuschen und moralische Kompromisse einzugehen. Indem sie die heiligen Aussagen von Überlebenden instrumentalisiert und die algorithmische Blackbox der generativen KI nutzt, um die Grenze zwischen Realität und Erfindung zu verwischen, untergräbt die Organisation genau jene Menschenrechte, die sie angeblich verteidigt. Es handelt sich um eine Propagandafabrik, die mit Militärveteranen besetzt, durch Kriegsagenden finanziert und mit humanitären Slogans beschönigt wird. Das Unternehmen dient nicht der Menschheit; es dient einer spezifischen, extremen und gewalttätigen politischen Agenda, die auf die Zerstörung des iranischen Staates abzielt. Die internationale Gemeinschaft, insbesondere die Tech-Plattformen, die diese Inhalte verbreiten, und die Medien, die unkritisch darüber berichten, müssen aufhören, „Generative AI for Good“ als eine wohlwollende Kraft zu betrachten. Es handelt sich um einen feindlichen staatlichen Akteur in Unternehmensverkleidung. Solange das Unternehmen seine Technologie nicht für eine vollständige, unabhängige Überprüfung seiner Behauptungen durch Dritte öffnet und seine Verbindungen zum israelischen Militärestablishment nicht abbricht, müssen seine Behauptungen nicht als Beweise, sondern als die destabilisierende, gefährliche und betrügerische Propaganda behandelt werden, die sie sind. Die Welt braucht KI für den Frieden, nicht KI für Völkermord.
Dieser Artikel erschien erstmals im englischen Original im Postil Magazine.




