Neid auf Arbeitslose

Arbeitslose auf Parkbank, Dreißigerjahre in den USA.
Mark Benedict Barry, CC0, via Wikimedia Commons

Die Ampel-Koalition schafft es angesichts der explodierenden Energiepreise nicht, gezielt diejenigen zu unterstützen, die es nötig haben. Unionspolitiker und Arbeitgebervertreter nutzen die Gelegenheit, um via Bürgergeld, das angeblich sanktionsfrei sein soll, Geringverdiener gegen Arbeitslose aufzuhetzen. Das kommt gut an.

Das dritte Entlastungspaket der Bundesregierung hat viel Kritik auf sich gezogen. Entgegen der Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz, diesmal sollten gezielt Geringverdiener und Leistungsbezieher unterstützt werden, wird wieder ein Großteil der staatlichen Almosen mit der Gießkanne ausgeschüttet. CDU-Chef Friedrich Merz kritisierte nicht nur die mangelnde Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen, sondern bemängelte auch, dass für Geringverdiener, die gerade zu viel verdienten, um Wohngeld oder aufstockende Hartz-IV-Leistungen zu erhalten, zu wenig getan worden sei. Wo er recht hat, hat er recht.

In gewisser Weise lässt sich dieses Vorgehen aber auch als kluger politischer Schachzug deuten. Denn so wird die Gesellschaft genau dort gespalten, wo Neoliberale wie Scholz, Lindner und Habeck, aber natürlich auch Merz, sie gerne gespalten sehen möchten: an der Bruchlinie zwischen der abstiegsbedrohten unteren Mittelschicht und dem Prekariat. Divide et impera (teile und herrsche), wie der Lateiner sagt.

Die Legende von den reichen Armen, die »alles bezahlt bekommen«

Wie gut das funktioniert, lässt sich in den sogenannten sozialen Netzwerken studieren. Auf Twitter hetzen nicht nur AfD-Politiker wie Georg Pazderski gegen Hartz-IV-Empfänger und Asylbewerber, die angeblich von der Energiekrise nicht betroffen seien, da sie »weder Gas, Strom noch Miete zahlen« müssten. Auch viele »ganz normale« Bürger machen auf Twitter oder Facebook ihrem Ärger über die faulen Nichtsnutze Luft, von denen sie glauben, sie bekämen »alles« von Vater Staat bezahlt. Einige halten es derzeit für originell, auf Twitter oder Facebook eine Annonce zu posten, in der »ab November hilfsbereite Hartz-IV-Empfänger, bei denen man Duschen, sich aufwärmen und das Handy aufladen kann«, gesucht werden. Auf viel positive Resonanz stieß auch der folgende Tweet:

»Ich Frage mich wozu ich noch arbeiten gehen soll?? Wir in der Mitte gehen leer aus und sollen weiter diese untragbare Regierung tragen und alle Rechnung zahlen, aber wozu arbeite ich wenn mir am Ende weniger bleibt als einen Harzer??«

Das ist das Schöne am Hartzer-Bashing: Noch das ärmste Würstchen, das selbst kaum der deutschen Sprache mächtig ist, kann sich in seinen Überlegenheitsgefühlen suhlen. Es sind keineswegs nur Bild-Leser, die so denken. Auch in den Kommentarspalten der Zeit und der taz äußern nicht wenige Leser Verständnis für Geringverdiener, für die es ein »Schlag ins Gesicht« sei, sich Tag für Tag abzurackern, während die Hartzer auf der faulen Haut lägen und finanziell kaum schlechter gestellt seien. Viele empören sich darüber, dass künftig keine Sanktionen mehr möglich sein sollen.

Tatsächlich wird das nur in den ersten sechs Monaten des Bürgergeldbezugs der Fall sein. Doch Fakten stören beim Hartzer-Bashing ohnehin nur. Tatsächlich bekommen Hartz-IV-Empfänger ihre Stromkosten nicht in voller Höhe vom Jobcenter erstattet, wie immer wieder behauptet wird. Die Stromkosten sind im Regelsatz enthalten. Derzeit sind für Alleinstehende 38,07 Euro dafür vorgesehen. Miete und Heizkosten werden nur dann in voller Höhe erstattet, wenn sie unterhalb der Angemessenheitsgrenze liegen. Im Jahr 2021 mussten 11,2 Prozent der Bedarfsgemeinschaften einen Teil der Miete aus dem Regelbedarf bestreiten. Im Durchschnitt waren dies monatlich 98 Euro. Dass die Heizkosten nicht in vollem Umfang übernommen werden, kommt bisher eher selten vor. Künftig werden die Jobcenter in den ersten beiden Jahren in jedem Fall die volle Miete übernehmen, statt wie bisher nur die ersten sechs Monate.

Mir geht’s gut, solange es anderen noch schlechter geht

Bleibt zu fragen, warum der Hass von Gering- wie von Gutverdienern sich weitaus stärker gegen die Armen richtet als gegen die Reichen. Warum bringt es die Volksseele zum Kochen, wenn ein paar Arbeitslose freiwillig arbeitslos bleiben? Warum nehmen es die meisten dagegen achselzuckend hin, dass die Reichen in unserem Land kaum Steuern zahlen? Dass Geringverdiener mit ihren Steuern auch Wohlhabende unterstützen – Dienstwagenprivileg, Ehegattensplitting, Subventionen für E-Auto und Photovoltaikanlage etc. –, dürften die wenigsten auf dem Schirm haben. Werden doch die Gutverdiener und Vermögenden gemeinhin als die Leistungsträger der Nation dargestellt, die den »Laden am Laufen halten« und mit ihren Steuern finanzieren. Da erscheint es natürlich attraktiv, sich selbst zur »hart arbeitenden Mitte« (Christian Lindner, FDP) zu zählen, welche die nicht hart oder gar nicht arbeitende Unterschicht durchfüttert.

Schaut man sich die einfältigen Meinungsäußerungen und Hassparolen in den sogenannten sozialen Medien näher an, so stößt man auf eine toxische Mixtur aus neoliberaler Indoktrination, dem althergebrachten Arbeitsfetisch und Duckmäusertum. Die einen zitieren wie weiland Franz Müntefering aus der Bibel: »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.« Nur Arbeit, egal welche, verleihe dem Leben Sinn und Würde. Vielen wäre es am liebsten, wenn Arbeitslose nur noch Sachleistungen erhielten und mit einem Bett in einer Massenunterkunft vorliebnehmen müssten. Manche fänden es noch besser, wenn überhaupt nur kranke und arbeitsunfähige Arbeitslose Geld vom Staat erhielten. Und immer wieder werden Krokodilstränen um die für den Mindestlohn rackernde Kassiererin vergossen, die darunter leide, dass andere ihren Job nicht ausüben wollten.

Dass im Gegenteil jeder Arbeitslose, der ein solches Arbeitsangebot ausschlägt, einen Beitrag dazu leistet, das Lohnniveau nicht noch weiter absinken zu lassen, darauf kommen offenbar die wenigsten. Die nur selten explizit geäußerte, aber immer wieder durchscheinende Furcht, der Abstand zwischen Mittelschicht und Unterschicht werde immer kleiner, treibt den deutschen Spießer nicht etwa zum Kampf für höhere Löhne an. Vielmehr sollen die Kassiererin, die Altenpflegerin oder der Busfahrer ihre Befriedigung daraus ziehen, dass es anderen, die nicht arbeiten, noch schlechter geht.

Wie der Hass geschürt wird

Angestachelt wird der Hass auf die Armen von Teilen der politisch-medialen Klasse, die auf der Suche nach einem passenden Sündenbock mal wieder die Hartzer entdeckt haben, da die Angst vor Putin offenbar nicht groß genug ist, um der Bevölkerung die kommenden Wohlstandsverluste schmackhaft zu machen. Ganz vorne dabei natürlich CSU-Chef Markus Söder, der in einer Bierzelt-Rede das Klischee vom faulen Hartzer, der sich von den fleißigen Steuerzahlern aushalten lässt, nach Kräften befeuerte. Dazu stellte er sich ganz dumm, um die derzeit sehr beliebte rhetorische Frage aufwerfen zu können, wie es denn sein könne, dass es überhaupt noch Arbeitslose gebe, angesichts des gigantischen Fachkräftemangels. Es kann natürlich nur an den derzeit ausgesetzten Sanktionen liegen. »Fleiß und Leistung muss belohnt und nicht bestraft werden in unserem Land«, schrie Söder ins Mikro, und meinte damit die Befriedigung, die ein Sklave empfindet, wenn er sieht, wie ein anderer Sklave, der die Arbeit verweigert hat, die Peitsche spürt.

Sein Kollege Friedrich Merz von der CDU sieht es ganz ähnlich. »Von den rund 2,5 Millionen Arbeitslosen wäre bestimmt die Hälfte sofort im Arbeitsmarkt unterzubringen. Es fehlen allerdings die Anreize«, sagte er der Bild am Sonntag und meinte damit natürlich nicht angemessene Löhne, sondern die Sanktionen.

Der CDU-Wirtschaftsrat forderte unterdessen eine »Verpflichtung zu kostenloser gemeinnütziger Arbeit« für Hartz-IV-Bezieher. Und der Präsident des Handwerksverbands, Hans Peter Wollseifer sagte der Rheinischen Post, das Bürgergeld sorge »für Demotivation bei denjenigen, die mit einem geringen Gehalt regulär arbeiten«. Viele Geringverdiener fragten sich, warum sie »morgens um 7 Uhr schon arbeiten« sollten, wenn Bürgergeldbezieher »fast das Gleiche« bekämen. Wollseifer kritisiert nicht nur den »Wegfall von Sanktionen«, sondern auch die »deutliche Anhebung des Regelsatzes« – um 53 Euro, was eventuell so gerade die Inflation ausgleichen wird –, die Verbesserungen beim Schonvermögen und die »komplette Übernahme der stark gestiegenen Heizkosten«. All das werde »dazu führen, dass sich für mehr Menschen als bisher das Nicht-Arbeiten mehr lohnt als das Arbeiten«. Großartig findet Wollseifer hingegen das Vorhaben der Bundesregierung, verstärkt ausländische Fachkräfte anzuwerben. Hauptsache, Deutschlands Handwerksmeister müssen ihren Gesellen auch künftig keine auskömmlichen Löhne zahlen.

Zwar ziehen solche Äußerungen öffentliche Kritik auf sich. Wie immer, wenn es gegen die da unten geht, hält sich die Empörung jedoch in Grenzen und verfliegt schnell wieder. Die tausendfach wiederholten Propagandafloskeln vom »Lohnabstandsgebot« und vom »Fördern und Fordern« vernebeln den Blick. Söder und Wollseifer bewegen sich insofern im Rahmen des Sagbaren, zumal es längst als normale Meinungsäußerung, wenn nicht gar als Common Sense, gilt, dass die Hartz-IV-Regelsätze nicht zum Leben ausreichen müssen und sollen. Wenn die Hartzer kaum über die Runden kommen, dann suchen sie sich vielleicht endlich mal einen Job, so die Logik. Geringverdiener gegen Arbeitslose aufzuhetzen, hat Tradition in Deutschland.

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44 Kommentare

  1. Konfuzius umschrieb das Problem mal so:
    Bist du in der Jugend faul, wirst du im Alter traurig sein.
    also:
    Lerne was – dann kannst du was.
    Kannst du was – dann hast du was
    Hast du was – dann bist du was.

        1. Zwischen dir und dem Mob steht nur der traurige Rest zusammengesparter Ordnungsbehörden.
          Wer die Gesellschaft durch hirnlose Hetze spaltet und entsolidarisiert, bekommt am Ende die Abrechnung präsentiert.

          1. Die Entsolidarisieren bekommt man doch schon im Kindergarten beigebracht. Dort lernt man bereits, dass wer am lautesten brüllt, bekommt die meiste Zuwendung – Eine Ordnung muss sein; das ist eben oberste Staatsräson, und da wird auch nicht gespart !
            Je früher die Menschen das lernen, um so leichter hat es später die Obrigkeit die Schafe zu treiben, denn Hund und Schäfer arbeiten für den Schlachthof. Bevor die Schafe das merken, sind sie in der Wurst 🙁

            1. Große und nicht zu leugnende Probleme beim Fürsorgestaat und einer seltsam parasitären „Inklusions- und Sozialindustrie“ mit oft kirchlichen Trägern (mir ist noch kein Wort dafür untergekommen) sehe ich ebenso.

              Der Rest ist Quatsch. Auch Fleißige oder Unternehmer können stark von Armut bedroht werden bis hin zu existenziellen Nöten (Stichwort Risiko und Verantwortung). Ich kannte sogar einen mittelständischen Unternehmer, der seinen erfolgreichen Betrieb abgegeben hat, aber noch eine Weile als Angestellter weiter arbeitete (dann Zoff mit anschließenden juristischen Zankereien). Anschließend wollte er sich anders orientieren, hat alles nicht geklappt und jetzt… ist er tot. Er hat sich weg gemacht. Kein Abschiedsbrief. Vielleicht war der Fall zu tief. Ich weiß es nicht.

              Konfuzius hin oder her. Aber solche Gedanken, die hier in die Nähe von Weisheiten gerückt werden, sind bei den „Eliten“ weit verbreitet und meines Erachtens ein Teil des Problems und ursächlich für den sich ausbreitenden Weltenbrand. Ich will keine Utopie und auch keine am Reißbrett entworfene Ordnung, aber manches empfehle ich zur Kenntnis zu nehmen.

              Und nicht jeder, der in Hartz IV rutscht, für untauglich oder unfähig befunden wird (Sozialhilfe), dreht den ganzen Tag nur Däumchen oder ist unfähig zu erkennen. Wer „schwach“ oder „unnütz“ (man verkleidet es aber noch als „hilfsbedürftig“ und „vulnerabel“), entscheiden oft durch die Wirtschaft beeinflusste Autoritäten des Staates (Amtsärzte und graue Beamte bei Erwachsenen oder vorher die Zeugnisse, welche den Schüler später entweder als Malus oder Privileg begleiten werden). Selbst Minister wie Lauterbach (ich vergaß: Prof. Dr. Lauterbach made by Harvard ;)) oder Baerbock (Masters of Laws der London Schools of Economics) sind aus gutem Grund an ihre Qualifikation gekommen.
              Es gibt wohl nichts dünkelhafteres als das westliche Bildungswesen. Und das auch schon vor den angleichenden Reformen. Wenn das gute Elternhaus allein nicht mehr hilft, reicht aber nun auch Cash, selbst bei offensichtlicher Minderbegabung (so ungerne ich dieses Wort benutze) einiger Entscheider.

              Aber wie gesagt: Der Fürsorgestaat derzeitiger Gestalt ist in der Tat ein Problem und hält diese Menschen bewusst klein und abhängig, hindert sie geradezu an jeder Entfaltung. Die kulturelle und soziale Verwahrlosung der Gesellschaft gibt dann den Rest. Ja, es gibt wieder ein wachsendes Lumpenproletariat. Das hätte in diesem Ausmaß nicht passieren müssen…

              1. “ Ich kannte sogar einen mittelständischen Unternehmer, der seinen >>>erfolgreichen<<< Betrieb abgegeben hat, …. " warum hat er so was denn abgegeben ??? – irgend wie ist das doch Quatsch !!!

                1. Ich weiß keinen genauen Grund dafür, aber ich habe einige nahe liegende Vermutungen. Ungerne äußere ich mich öffentlich zu Details und ebenso zu meinen Vermutungen.

                  Auch wenn ich keine Namen nenne, möchte ich dem Verstorbenen und den Hinterbliebenen (falls diese mitlesen sollten und sich identifizieren) diese Respektlosigkeit, über seine vergangene Biografie zu orakeln, ersparen. Aber ich kann verstehen, wenn man so etwas erfahren möchte.

                  Nach Ihrer Antwort fällt mir auf, dass allein die Erwähnung dieses Vorfalls etwas pietätlos war. Dafür möchte ich mich entschuldigen.

              2. Hi Limonado,
                ein kluger besonnener Beitrag von dir.

                Ergänzend habe ich zu diesem Thema zwei weitere Artikel heute bei den Hinweisen der NachDenkSeiten gefunden:

                Doch kein unbegrenzter Zuschuss zu Energiekosten bei Hart4-Beziehern:
                https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-09/heizkosten-hartz-iv-empfaenger-jobcenter-kostenuebernahme/komplettansicht

                Wer gute Nerven hat der schaue sich die assozialen Kommentare einiger Mitbürger in deren Forum mit an. Ich habe es nicht lange ausgehalten. Schnell kam bei mir der asoziale Gedanke auf, dass denen doch durch Jobverlust oder Krankheit Hartz4 als Lebensversüßer beschieden sein soll. Bevor sich solche Gedanken bei mir zu sehr fest setzen, habe ich das Forum verlassen.

                Versagen zum Weltkindertag
                Mehr als ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen in der Bundesrepublik lebt in Armut:
                https://www.jungewelt.de/artikel/435002.ruinierte-zukunft-versagen-zum-weltkindertag.html

          2. Lieber Alf,
            das ist nun leider, leider nicht so und wird auch nicht so eintreten.
            Wenn die Hetze gegen die „Harzer“ abgenutzt ist, kommen wieder die Rentner dran.

            Dann geschieht das was leider auch menschlich ist; die Harzer sind froh aus der Schussline gekommen zu sein und verhalten sich passiv oder hauen kräftig mit.

            1. Mometan ist die Propaganda und Hetze gegen einen imaginären, äußeren Feind gerichtet.
              Früher schraubten die Marginalisierten frustationsgeladen ihr Bajonett aufs Gewehr und rannten Hurra scheiend in die Stacheldrahtverhaue und Maschinengewehrsalven des erwählten Feindes.
              Bescheuert wie die Leute sind, werden sie auch diesmal das verschlagene Spiel ihrer „Führungselite“ nicht durchschauen und in die falsche Richtung rennen.

  2. Danke für diesen Artikel.
    Früher war es der reiche Jude, heute ist es der reiche Hartz IV Empfänger. Und unter beiden Teilen, waren und sind 98% arm bis bettelarm.

    Ich hatte es hier schon einmal geschrieben. Die Hartz IV Gesetze, stammen aus dem Nationalsozialismus. Sind sind vom 19.11.1938 und da nennen sie sich „Fürsorge für Juden“. Die Arbeitsämter hatten eine Unterabteilungen und diese war nur für Juden. Heute ist diese Unterabteilung „Jobcenter“. Beginnt ironischerweise auch mit J.
    Sind in jedem Reichsgesetblatt (RGBl) nachzulesen.

    Legt Euch die „Fürsorge für Juden“ vom 19.11.1938 neben das SGB II Gesetz vom 01.01.2005.
    Es sind beide identisch! Die Finanzierung und wer die Leistungen bekommt und deren Höhe. Da die Fassung vom 19.11.1938 zum 01.01.2005 eins zu eins übernommen wurde, gab es auch keine Freibeträge. Diese hat man dann eilig am 01.07.2005 eingeführt.

    1. Hast vergessen zu erwähnen, dass schon die Regierungen vor 1933 gegen „asoziale Elemente“ vorging, und der Schwarze Winkel im KZ und Arbeitslagern für diese ab Hitlers Machtergreifung eingeführt wurde, und zwar lt. dem Historiker Wolfgang Ayaß in seinem Buch „Asoziale“ im Nationalsozialismus für Arbeitslose, Bettler, Jenische, „Zigeuner“ und sonstige Aussenseiter der Gesellschaft, die laut Nazis „nicht zum deutschen Volkskörper gehörten“. Nichts für ungut, aber dies sollte man auch erwähnen neben dem Menschheitsverbrechen der Shoa zumal nicht wenige der damaligen „Asozialen“ im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“ furchtbaren Nazi-Verbrechen zum Opfer fielen. Gruß Bernie

      PS: Ja, ich weis, dass es auch heute noch Mitbürger gibt die denken die Autobahnen Hitlers wurden ohne deutsche oder nicht-deutsche Zwangsarbeiter freiwillig gebaut. Das Märchen hält sich weil die sozial Schwachen damals, wie heute, keine Lobby in der deutschen Mehrheitsgesellschaft hatten bzw. Haben.

      1. @Alf
        Frage ich mich auch, aber mein Hinweis zu Wolfgang Ayaß ist korrekt nachrecherchierbar und eine geschichtliche Tatsache, die aber gerne unter den Tisch gekehrt wird weil die davon Betroffenen keine Lobby haben bzw hatten. Wie bereits erwähnt ging dies sogar in der Endphase der Weimarer Republik los, aber erst die Nazis begingen, neben anderen furchtbaren Menschheitsverbrechen, furchtbare Verbrechen an sogenannten „asozialen Elementen“. Ein Verdienst des Autors Wolfgang Ayaß ist, dass er diesen vergessenen NS-Opfern eine Stimme gab. Gruß Bernie

        1. Ayeß hab ich auch in meiner Bibliothek. Ist nicht unbedingt komplett seine Forschung. Die ist immer rudimentär.
          Ich empfehle eher Wolf Grunar. Dort speziel: „Der geschlossene Arbeitseinsatz deutscher Juden. Zur Zwangsarbeit als Element der Verfolgung 1938–1943“.
          Und dann die Reichsarbeitsblätter dazu, welche jedoch nur in Archiven und Bibliotheken zu lesen sind. Die können nicht ausgeliehen werden. Auch Archive in Mahn- und Gedenkstätten (welche man nutzen kann!) sind sehr gute Quelle. Hätte Alf diese nur mal besucht, wäre sein Horizont mehr als erweitert worden.

          Warum eher Grunar Wolf:
          Ayeß lebt in Deutschland, da sind seit 2012/2013 die neue Literatur über die NS Zeit sehr bearbeitet worden, um sie an die neue Zeit anzupassen. Nutzbar sind nur Literatur bis 2009/2010.
          Wolf lebt in Amerika und da sind Forschungen über NS immer ergebnissoffener. Lies meine Empfehlung und Du wirst es verstehen, was ich meine.

      2. Da Sie weder Antisemitismus noch Nationalsozialismus definieren können…was war jetzt Ihre Frage?
        Zu Ihrer Info:
        Im Nationalsozialismus wurde alles was verhöhnt oder abgewertet werden sollte, in “ “ geschrieben! (siehe Victor Klemperer – LTI -Die Sprache des Dritten Reiches)
        Was ist also Ihr „die Juden“? Wer anderen Antisemitismus vorwirft, ist immer der größte Antisemit!

        1. Ich denke, dass Alf da was in den falschen Hals gekriegt hat. Ich gebe zu, dass ich die Parallele zwischen SGB II und dem „Judenfürsorge“-Gesetz von 1938 nicht kannte und den Text derzeit nicht zur Hand habe (ich werde mal im Netz suchen), aber wundern tut mich das nicht.

          Bereits der „Radikalenerlass“ war wörtlich vom „Gesetz zur Wiederherstellung des deutschen Berufsbeamtentums“ von 1933 abgeschrieben, nur dass der „völkische Staat“ durch die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ textersetzt wurde. Das machte das Gesetz nicht weniger Nazi.

  3. Wie ich schon weiter unten, in einem anderen Threads hier sagte „Nach Oben katzbuckeln und Nach unten treten“ ist eine typisch deutsche Eigenschaft und es ist kein Wunder, dass aus eben genau diesem Grund kein sozialer Protest gegen die neoliberale Wirtschaftseinheitsfront im Berliner Reichstag aufkommt. Ein Blick über die Grenze reicht um zu sehen wie es anders geht, aber wir sind ja keine Franzosen sondern wieder Pickelhauben tragende Deutsche. Zynischer Gruß Bernie

  4. Gerade ist mir noch eingefallen, dass die Jobcenter ja Mittel und Wege finden Gelder einzusparen. Nicht jeder der im Hartz IV Bezug war hat danach eine Arbeit gefunden viele werden, unter Ausnutzung der Coronazeit, viel perfider aussortiert z.B. in dem man sie – via Eingliederungsvereinbarung – dazu zwingt einen Antrag auf Rente oder Erwerbsminderungsrente zu stellen, die oft viel niedriger als Hartz IV oder Niedriglohn liegt, und dazu führt das die, oft kranken, Betroffenen Grundsicherung beim Sozialamt beantragen müssen. Wäre doch Mal interessant danach zu fragen? Oder?
    Gruß Bernie

  5. Oh, gg die Armen darf man also nicht sein, aber gg die Reichen? Weil jeder Reiche ist ja ein Verbrecher und hat seinen Reichtum nur gestohlen, richtig? Sozialistische Umverteilungsscheinheiligkeit …

    1. Auch FDP-Mitglied, oder nur Nähe, wie der deutsche Handwerkspräsident? Würde mich Mal interessieren. Apropo, ich hab nichts gegen Reiche nur gegen superreiche FDPler, oder Mitglieder reicher Lobbyorganisationen, aber die sollten alle ein Trikot tragen für wen sie markttalibanmäßig ihr Mietmaul aufmachen. Damit jeder weiß wer deren Maul oder Hirn gekauft hat.

      Eine einfache Wikipediasuche reicht um zu sehen welcher Besserverdiener-Partei der Deutsche Handwerkspräsident nahe steht – Lindner dürfte ihm bestens bekannt sein, daher es sei noch einmal gesagt wäre ich für eine Kennzeichnung dieser marktradikalen Mietmaeuler damit jeder sieht wer deren Meinung gekauft hat.
      Zynische Grüße Bernie

    2. Ein paar lose und unsortierte Gedanken zu dem Kommentar:

      Es hat mit Zivilisation zu tun. Mit dem Zusammenleben. Wenn jemand aus welchen Gründen auch immer wenig vermögend ist (und das muss nicht immer nach einem Gerechtigkeitsprinzip erfolgen), hat er faktisch weniger Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen, besonders in einer ohnehin dünkelhaften Gesellschaft, die sich immer mehr zu einer Standesgesellschaft entwickelt. Und deswegen wird diesen armen Menschen im Falle des Unrechts (noch?) kostenloser Rechtsbeistand gewährt… und Hilfe zur Existenzsicherung, ein Dach über dem Kopf.
      Menschen, die sich an ihrem Vermögen erfreuen und auch gerne mal zeigen, worauf sie stolz sind: Überhaupt kein Problem. Viele (vermutlich aber immer weniger) haben ja auch etwas geleistet und ihnen sei materieller Reichtum und ein höheres Bildungsniveau zugestanden. Aber sobald immer mehr der genannten Menschen, die Gründe können wieder mannigfaltig sein, zivilisatorische Prinzipien des Zusammenlebens missachten und sprichwörtlich nach unten treten, sollte so ein Verhalten geächtet werden.

      Für Betrug und Kriminalität unter Armen gibt es immer noch Gerichte. Und wenn hier etwas nicht mehr stimmen oder funktionieren sollte, dann sind es die Institutionen, die solche kriminellen Umtriebe dadurch geradezu fördern (vergleichbar mit den gesetzlichen Grauzonen und Schlupflöcher für Banker). Auch wenn es die Justiz nicht vorsieht (ist ja auch richtig so), sollte es sich in einer menschlichen Zivilisation von selbst verstehen, dass einem armen Gauner bei dem identischen Verbrechen weniger Argwohn entgegen schlägt, als einem reichen Investment-Banker, welcher gegen das Gesetz verstößt.
      Ich gebe zu, dass Schutzrechte für Minderheiten und die Verteilung von Almosen bei von Armut betroffenen Schichten absichtlich missbraucht und instrumentalisiert werden. Vor dem Hintergrund, eine gefährliche Stimmung in der Bevölkerung zu erzeugen. Hier tendiert eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Deutschen dazu, dieses Spiel nicht zu durchschauen. Die angesprochenen Deutschen WOLLEN es nicht durchschauen. Ich hab keine Ahnung woran dies liegt. Es war schon vor dem Neoliberalismus so (welcher in meinen Augen ein schwerer Schlag für die Zivilisation war). Besonders im Nationalsozialismus.

      1. @Limonado
        Das Bashing von Armen und Entrechteten ging schon zu Kaisers Zeiten los und war am Furchtbarsten, da gebe ich dir Recht, in der Zeit von 1933 – 1945. Der Hauptmann von Köpenick ein Begriff? Die Geschichte spielt in der guten alten Zeit als Deutschland noch ein Kaiserreich war und der arme Schuster Voigt keine Papiere hatte – keinen Ausweis – um Arbeit zu finden….was er dann gemacht hat ging in die Geschichte ein…. Gruß Bernie

    3. @Herrmann Mann

      Auch Reiche sind Menschen. Dann sollen sie sich aber auch so benehmen und nicht mehr als jeder andere Mensch auch beanspruchen.

      Aber „die Reichen“ haben die Gesetze so umgeschrieben, dass sie keine oder kaum Steuern zahlen. Das ihr Vermögen ohne Leistung über Generationen erhalten bleibt und meistens steigt. Das gesellschaftsrelevante Politik in ihrem Klasseninteresse ausfällt, weil die meisten Politiker nach ihrer Berliner Laufbahn eine noch viel besser bezahlte „Berater“tätigkeit in der „freien“ Wirtschaft erhalten. In Autokratien wird so etwas von westlichen Journalisten als Korruption bezeichnet.

      Und ein Lindner der über 9-Euro-Ticket als „Mitnahmementalität“ lästert, aber über Dienstwagenbesteuerung schweigt, ist auch nur eine kaptalistischer Propagandist und Bewahrer.

      Übrigens was du als „Reiche“ bezeichnest, benenn ich lieber beim richtigen Namen: Kapitalist!

      1. @Oskarwagenrecht, all

        Sehe ich genauso.

        Übrigens auch für Reiche gibt es einen passenden Mythos – aus dem Mafia-Film „Der Pate“, und dem gleichnamigen Roman, von Mario Puzzo.

        „Kein großes Vermögen wurde mit ehrlichen Mitteln erworben!“

        Gruß
        Bernie

        1. Hi Bernie,

          sicherlich gibt es unter den Menschen im Großbürgertum auch ein paar tolle Menschen, wie es auch in den unteren Klassen Arschlöscher gibt.
          Auch wird es vorkommen, dass ein paar wenige ohne vorhandene Kontakte und Informationen nur mit eigenem Wissen und Arbeit zu einem bedeutenden Vermögen gekommen sind. Aber ein Sportprofi, Künstler zählt nicht für mich dazu. Dadurch Multimillionär zu werden ist eine monitäre Überbewertung. Und ab der zweiten Generation gilt dies nicht mehr (eine gerechte und angemessene Erbschaftssteuer gibt es in Deutschland beim Großkapital nicht).

          Was ich ganz schlimm finde, wenn solche Leute (Gats und Co.) mit „Charity“ sich als Wohltäter aufspielen. Aus ihrer linken Tasche Almosen selbstgegründeten Vereinen zu werfen und in die rechte Tasche Riesengewinne über Aufträge an ihren Firmen aus diesen Vereinen ziehen. Über diesem Umweg, weil die Vereine auch noch mit Staatsgelder aufgestockt werden, werden noch Steuergelder in die Charitytasche gespühlt.

          Manchmal denke ich, wenn ich Kommentare in der Art von „Herrmann“ lese, solche Leute sollten durch Jobverlust mal 3 Jahre Hartz4 erleben. Sie hätten keine Rücklagen mehr, keine alten sozialen Kontakte, Familie wird schwierig, ihr Verständnis von Rechtsstaatlichkeit in der BRD würde eine realistischere Betrachtungsweise bekommen uvm. Manche solcher ehemaliger Kommentatoren hat Corona genau dort hin, wie ich es gerade beschrieben habe, geführt. Und vielleicht schaffen es ja die Bummerangergebnisse aus unseren Russlandsanktionen bei manchen Kommentator auch zu solchen sozialen Herabstufungen.

        2. Hi Bernie,

          mich regen solch asoziale Kommentare auf. Hartz4 kann jeder ganz schnell benötigen, meist unverschuldet.
          Kinder ist mit eines der Hauptgründe um „Aufstocker“ zu werden. Alternativ dazu wäre eine kinderlose Gesellschaft.
          Auch Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge sollen ihren angemessenen Teil bekommen. Aber bitte auch dort keine zwei Klassengesellschaft. Zu Flüchtlingen hat bereits Marx im 19. Jahrhundert und Wagenknecht viel richtiges gesagt (Wagenknecht „Viele Probleme haben sich auch durch die Flüchtlingskrise verschärft“ 2015).
          Trotzdem müssen geraden von linken Kräften auch dort Probleme angesprochen werden, sonst machen es die rechten.
          https://de.rt.com/inland/149228-ukrainer-bei-der-tafel-in-weimar-muss-doch-nicht-mit-suv-zur-tafel-fahren/

          1. @oskarwagenknecht
            Sehe ich ganz genauso und halte es mit einem deutschen Kabarettisten der die Selektion in „gute“ und „schlechte“ Flüchtlinge, die derzeit stattfindet – schon an der polnisch-ukrainischen Grenze findet die statt nicht erst bei Deutschlands Tafelversorgung – auch ablehnt: Wenn dann Gleichbehandlung, auch in Hinsicht Hilfe für alle Flüchtlinge. Nicht Hartz IV für ukrainische Flüchtlinge, und geringere Hilfen für z.B. syrische Kriegsflüchtlinge. Nein für alle Hilfe auf dem Niveau von Hartz IV bzw. noch besser eine Wiederherstellung des Sozialstaatsprinzips für alle Betroffenen auf dem Niveau der alten Arbeitslosenhilfe. Gruß Bernie

            1. Hi Bernie,

              „Wiederherstellung des Sozialstaatsprinzips für alle Betroffenen auf dem Niveau der alten Arbeitslosenhilfe“ – ich bekomme Schnappatmung!
              Als nächstes denkst du über eine Einkommensbesteuerung wie zu den guten Adenauerzeiten nach. Das ist ja wirklich Kommunismus!

                1. Ich geb’s übrigens zu ich gehöre der Generation an die die ersten Bürgerkriegsflüchtlinge willkommen heißen durfte nachdem die NATO deren Heimat bombardiert hat. Ex-Jugoslawien (1992), und damals wurden alle gleich behandelt – und nicht schon an der Grenze aussortiert in „gute“ oder „schlechte“ Flüchtlinge.

                  Was ukrainische Flüchtlinge angeht, die kommen schon mit einer Anspruchshaltung hier an, die zeigt sie kennen sich nicht mit deutschen Verhältnissen aus. Heute las ich von einer ukrainischen Ärztin, die sich darüber aufregt, dass die in Deutschland als Putzfrau statt als Ärztin arbeiten darf.

                  Da frage ich mich ob die noch nie gehört hat, dass Menschen in .de nach einer gewissen Phase der Arbeitslosigkeit, die Berufsqualifizierung ganz entwertet wird und Mensch so hingestellt wird als hätte dieser nie eine Ausbildung im Dualen Berufsbildungssystem gemacht. Die Leiharbeit ist froh ab dieser angeblich „unqualifizierten“ und „unausgebildeten“ Arbeitskräfte und Rot-Grün hat das via SGB-Gesetzgebung unter Wirtschaftminister Clement im Rahmen der Agenda 2010 Schröders/Fischers sogar gefördert…..mal davon abgesehen, dass es auch z.B. syrischen Flüchtlingen nicht anders geht als hier beschrieben……die träumen von einem .de das es einmal gab, und das lange schon vorbei ist – seit Helmut Kohls Zeiten schon. Dort fing die ganze Scheiße an, die Rot-Grün auf die Spitze getrieben hat…..mal rein bezogen auf die Abwertung beruflicher Qualifikationen für die davon Betroffenen In- und Ausländer. Kein Wunder, dass wir einen Fachkräftemangel haben, wenn nach einer gewissen Zeit der Bestandsschutz des einmal mühsam erworbenen im Dualen Berufsbildungssystem nichts mehr wert ist – eine selbsterfüllende Prophezeihung die der Ampel hoffentlich auch einmal bald auf den Fuß fällt. Man stelle sich vor was menschliches Potential so vergeudet wird? Gruß
                  Bernie

                  1. Ich geb’s zu ich kann das ewige „den-Gürtel-enger-schnallen“ auch nicht mehr hören, dass die Ampel vom Stapel läßt als wäre es neu. Der Erfinder der Parole hieß Helmut Kohl, und das war schon 1982, wenn ich mich recht erinnern kann – insofern hat die CDP früher einmal SPD von der echten CDU gelernt. Zynische Grüße Bernie

                  2. Hi Bernie,

                    ich arbeite bei einem der ganz großen Arbeitgeber der Region fast jede Nacht. Die Masse der Arbeit ist in einem viertel Jahr gut erlernbar und kann von ungelernten Kräften ausgeführt werden. Durch die bei uns gegebenen Bedingungen besteht die Fluktuationsrate bei ca. 20%. Es gibt nicht mehr genügend Arbeitskräfte aus der Region, so dass vor Jahren eine größere Welle aus Ost- und Südosteuropa mit meist überqualifizierten Leuten geholt wurde. Aber auch von dort gibt es keinen Nachschub mehr und so zieht die Jobhunterkarawane weiter und rekrutierte in diesem Jahr in Spanien. Alles tolle Leute nur sprechen die meisten kein deutsch, was zu einem natürlichen Qualitätsabfall führt. Aber was interessiert die Qualität, wenn die Quantität noch bei uns stimmt.
                    Die Gewinnausschüttungen des Mutterkonzern haben die letzten Jahre immer neue Rekorde gefeiert, was auch den Bundesfinanzminister als Miteigentümer erfreut. Die Arbeitsbedingungen nehmen die letzten Jahre dramatisch ab. Ein Schelm wer hier Zusammenhänge sieht.

  6. Und wer profitiert vom am meisten Dienstwagenprivileg, Tankrabatt, Förderung von Solarenergie und Pelletheizung (deren sich Kretschmann als umweltfreundlich und nachhaltig rühmt, obwohl sie nichts dergleichen ist), von der Förderung von Elektroautos?

    Die, die sich das meist auch so leisten könnten und Arme haben nullkommanichts davon.

    1. Es ist mir bekannt, dass von der Dienstwagenbesteuerung besonder deutsche Autokonzerne profitieren.

      All was du auflistest fördert im besten Fall den deutschen Mittelstand, oftmals Großkonzerne.

  7. Die Politiker sind eine Minderheit die in der Regel von der Ober und Mittelschicht an die Macht gebracht werden.
    Aber nicht von der Unterschicht.

    https://m.youtube.com › watch
    Volodymyr Zelenskyy 2016 Playing Piano with Penis – YouTube
    Also auf zum Tanz die schwarze Milch wartet.

    Das Wie versteh ich aber nicht das Warum
    – George Orwell-

  8. Wenn ein Land unter Druck steht bzw. sich selbst unter Druck stellt, wie im vorliegenden Fall, wird unbarmherzig freigelegt, wie viel gesellschaftliche Kohäsion real existiert. Nach mehreren neoliberalen, den Vulgärmaterialismus feiernden Jahrzehnten, nicht überraschend sehr wenig. Und so rennen alle herum, den Eindruck einer panischen Hühnerschar erzeugend, jeder und jede für sich und gegen alle. Das Resultat ist das schlechtestmögliche für alle.

  9. Ursachen Prinzip, wird gerne aussen vor gelassen.
    Seit Jahren liest man immer den gleichen Müll über die Verteilung der Güter, angeblich besitzt einer etwas und dann verteilt dieser entsprechend auf diejenigen die dem Eigner mehr bringen.
    Die Exzeptionalisten oder bzw. die privaten Geschäftskompanien führen seit Jahrhunderte ihre Unterdrückung durch, den Menschen als Sklaven zu halten. Ihre Methodik ist beachtenswert, sie schaffen es immer wieder die Massen unten zu halten. Die heutige Anzahl der Menschen ist um ein Vielfaches höher als vor einem Jahrhundert und trotzdem erreichen sie jeden um ihn zu penetrieren. Schon bemerkenswert wie ein „paar Hansels“ 99% auf Trab halten….

  10. Hallo,

    gewiß mag ich irren: soweit ich vor Jahrzehnten als Gaststudent in D gelernt hab gibt es eine harte, damals wurde das gerichtsfest genannt, Armutsgrenze, den Pfändungsfreitrag. Falls das heute noch so sein sollte, dann gilt fürs laufende Jahr. Wer auch immer monatlich als Single weniger als 1.339 € zum Leben hat, darf nicht gepfändet werden -> https://www.schuldnerberatung-diskret.de/pfaendungstabelle
    Wenn das so wäre – dann läuft gegenwärtig in D medial eine Phantomdebatte. Mit deren Hilfe Teile der erwerbstätigen wie der nicht erwerbstätigen (wie der noch nicht oder nicht mehr erwerbsaktiven) Bevölkerung gegeneinander aufgebracht werden sollen. Zum Beispiel staatskneteabhängig-alimentierte Arme und Bedürftige, Behinderte und Kranke gegen abhängig tätige Mindest- und Billiglöhner, ums blanke Überleben kämpfende kleine (Solo-) Selbständige und abstiegsbedrohte Mittelständler ohne Rücklagen. Diese abscheuliche Spaltung wird heuer grad in D strategisch als Herrschaftstechnik des Teile und Herrsche geschürt, wobei gilt: je tiefer die Krise ist desto wirksamer diese Spaltungstechnik.

    Gruß, Brian

  11. Ich frage mich wieso Söd-olf, Blackrock-Merz und die Opposition innerhalb neoliberalen Blocks (AfD) so sehr gegen die Sterbehilfe sind, wenn sie die Arbeitslosen so sehr hassen?
    Es ist ja kein Geheimnis, dass viele Arbeitslose eben gesundheitliche Probleme haben.

    Die Protofaschisten wollen die Arbeitslosen doch loswerden, dann sollen die das machen was sie am besten können: Menschen in den Tod schicken.

    Ich als ach so glücklicher Langzeitarbeitsloser, der von Almosen sich eine Villa leisten kann, alles bezahlt bekommt und einfach zufrieden bin, dass ich dank meiner Krankheiten 50kg wiege stelle ich mich sogar freiwillig zur Verfügung, wenn die oben genannten Protofaschisten die Sterbehilfe kostenfrei zur Verfügung stellen – ohne Friedhofszwang. Also Sö-dolf, Blackrock-Merz und AfD-Groupies! Steckt mir die Spritze in den Arm und verbrennt mich danach, damit meine Angehörigen oder wer auch immer sich nicht noch um mein Grab kümmern müssen.

    Das nennt ihr zynisch? Oder sind diese Neoliberalen, die auf Steuerzahlerkosten gemeinsam mit Vertreter der Mainstreampresse kürzlich eine Hochzeit gefeiert haben zynisch?

  12. Willkommen in der narzisstischen Gesellschaft! Gewöhnt Euch schon Mal an das Darben & Leiden.

    Jede Arbeitsorganisation der letzten Jahre ist ein narzisstisches System. Handys & Smart Watches sind dessen Werkzeuge. Sogar ohne FSK.
    Freuen wir uns also gemeinsam auf die erste, agile Notaufnahme, in der total durchgescrumte Ärzte & Schwestern noch vor den Patienten sterben.

    Der Hass auf Andere ist Bedingung des Kapitalismus und fixer Bestandteil des Narzissmus‘. Es gehört zur gelernten Schulethik, dass es gegenüber
    anderen einfacher ist, sich selbst aufzuwerten, indem man den Anderen abwertet. Alles Andere wäre schon mit Arbeit verbunden.

    Es lehrt aber auch, dass die Meisten kein Problem mit dem System haben, sondern nur mit ihrem Platz im Selbigen. Davon meinen nicht Wenige, auch über Ansprüche auf einen besseren Platz am Futtertrog zu verfügen (nur weil sie Regeln befolgen konnten). Daher braucht es immer einen Prügelknaben.

    Der neue Mensch für eine neue Welt wurde trotz Gentechnik noch nicht geschaffen. Mit den Vorhandenen ist nur diese Welt möglich.

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