Zwischen Moral und Diplomatie

Gerhard Schröder
Mehr News Agency, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Warum selbst Gespräche mit Moskau inzwischen Empörung auslösen.

Gerhard Schröder genügt inzwischen oft schon als Name, um politische Reflexe auszulösen. Kaum eine andere Figur der deutschen Nachkriegspolitik steht derzeit derart symbolisch für den Bruch zwischen der alten Ostpolitik und der neuen geopolitischen Konfrontation. Für die einen ist der ehemalige Bundeskanzler ein Relikt einer gescheiterten Russlandpolitik, für die anderen einer der letzten verbliebenen Gesprächskanäle nach Moskau. Genau darin liegt die eigentliche Brisanz der aktuellen Debatte. Denn während sich der Krieg in der Ukraine weiter festfährt, taucht plötzlich erneut eine Frage auf, die in Deutschland fast schon als unanständig gilt: Was wäre eigentlich so falsch daran, wenn jemand wie Schröder versucht zu vermitteln?

Allein diese Frage reicht inzwischen aus, um massive Empörung auszulösen. Noch bevor überhaupt geklärt wäre, ob Gespräche irgendeine Aussicht auf Erfolg hätten, beginnt bereits die moralische Sortierung. Wer diplomatische Kontakte fordert, gerät schnell unter Verdacht. Wer Gesprächsbereitschaft signalisiert, gilt vielen bereits als naiv oder politisch verdächtig. Die Debatte folgt dabei zunehmend einem Muster, das sich seit Beginn des Ukrainekrieges immer stärker verfestigt hat: Nicht nur Russland wird zum Feind erklärt, sondern teilweise bereits die Idee von Verhandlungen selbst.

Gespräch ist strategische Notwendigkeit

Dabei gehört es eigentlich zu den historischen Grundregeln internationaler Politik, dass Kriege irgendwann durch Gespräche beendet werden. Das war im Kalten Krieg nicht anders als in zahlreichen anderen Konflikten des 20. Jahrhunderts. Selbst auf dem Höhepunkt nuklearer Spannungen existierten Kommunikationskanäle zwischen Washington und Moskau. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, Diplomatie als Zeichen moralischer Schwäche zu betrachten. Im Gegenteil: Gerade weil die Gefahr einer Eskalation so groß war, galt die Fähigkeit zum Gespräch als strategische Notwendigkeit.

Heute scheint sich diese Logik teilweise umzukehren. Statt diplomatische Optionen zumindest offen zu halten, entsteht zunehmend der Eindruck, als müsse bereits die Bereitschaft zu Gesprächen politisch gerechtfertigt werden. Wer Verhandlungen fordert, wird häufig so behandelt, als relativiere er automatisch russische Kriegsverbrechen oder stelle sich gegen die Ukraine. Doch genau diese Verkürzung macht die Debatte inzwischen so problematisch. Denn zwischen einer politischen Bewertung des russischen Angriffskrieges und der Frage, ob man dennoch reden muss, besteht ein fundamentaler Unterschied.

Gerhard Schröder steht dabei wie kaum ein anderer für diesen Konflikt. Seine Nähe zu Wladimir Putin ist seit Jahren bekannt. Seine Tätigkeiten für russische Staatsunternehmen haben ihm massive Kritik eingebracht. Viele politische Weggefährten distanzierten sich von ihm, Ehrungen wurden aberkannt, Parteifreunde erklärten ihn faktisch zur Belastung. In weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit gilt Schröder längst als politisch erledigt. Und dennoch taucht sein Name immer wieder auf, sobald es um mögliche Gesprächskanäle nach Moskau geht.

Das liegt nicht daran, dass plötzlich alle seine politische Rolle rehabilitieren möchten. Es liegt daran, dass Diplomatie nicht nach Sympathie funktioniert. Historisch waren es oft gerade umstrittene Figuren, die in festgefahrenen Konflikten noch Zugang besaßen. Gespräche entstehen selten zwischen politischen Freunden. Sie entstehen meist dort, wo offizielle Beziehungen bereits beschädigt sind und persönliche Kontakte wichtiger werden als öffentliche Erklärungen.

Schröder: Symbolfigur einer Epoche

Genau deshalb wirkt die aktuelle Diskussion so widersprüchlich. Einerseits betonen westliche Regierungen immer wieder, dass man langfristig eine politische Lösung brauche. Andererseits wird gleichzeitig fast jeder Gesprächskanal diskreditiert, sobald er nicht perfekt in das eigene moralische Raster passt. Doch wer soll denn überhaupt noch mit Moskau reden? Politiker, die Russland seit Jahren ausschließlich in maximaler Konfrontation beschreiben? Kommentatoren, die jede diplomatische Öffnung sofort als Kapitulation darstellen? Militärstrategen, die öffentlich erklären, Russland müsse dauerhaft geschwächt werden? Aus Sicht des Kremls dürften viele dieser Personen kaum als glaubwürdige Vermittler erscheinen.

Gerade deshalb bekommt Schröders Rolle überhaupt erst politische Bedeutung. Nicht weil er allgemein beliebt wäre, sondern weil er noch Kontakte besitzt, die andere längst verloren haben. Man muss ihn dafür weder bewundern noch politisch rehabilitieren. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Ist es wirklich klug, vorhandene Gesprächskanäle aus rein symbolischen Gründen ungenutzt zu lassen?

Die Härte, mit der Teile der deutschen Debatte inzwischen auf jede diplomatische Initiative reagieren, offenbart dabei noch ein tieferes Problem. Über Jahre hinweg beruhte die deutsche Russlandpolitik auf wirtschaftlicher Verflechtung, Energiepartnerschaften und dem Gedanken, dass gegenseitige Abhängigkeiten Stabilität schaffen könnten. Diese Politik wurde keineswegs nur von Schröder getragen. Sie war über lange Zeit Konsens großer Teile der politischen und wirtschaftlichen Elite Deutschlands. Nord Stream wurde nicht heimlich gebaut, sondern mit breiter politischer Unterstützung vorangetrieben. Zahlreiche deutsche Unternehmen investierten in Russland. Energiepartnerschaften galten als Ausdruck strategischer Vernunft.

Mit dem Ukrainekrieg zerbrach dieses Modell innerhalb kürzester Zeit. Viele politische Akteure versuchten daraufhin, die eigene frühere Rolle möglichst schnell aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwinden zu lassen. Schröder wurde dabei zunehmend zur Symbolfigur einer gesamten Epoche erklärt. Fast so, als ließe sich die Verantwortung für jahrzehntelange Russlandpolitik auf eine einzelne Person konzentrieren. Doch genau diese Personalisierung verhindert oft eine nüchterne Analyse der eigentlichen Lage.

Friedensprozesse gibt es selten zwischen moralisch einwandfreien Partnern

Denn unabhängig davon, wie man Schröders politische Entscheidungen bewertet, bleibt die Realität bestehen: Russland existiert weiterhin. Die größte Atommacht der Welt verschwindet nicht dadurch, dass man Gesprächskanäle kappt. Auch geopolitische Konflikte lösen sich nicht allein durch öffentliche Härtebekundungen. Und vor allem endet ein Krieg nicht automatisch deshalb, weil eine Seite moralisch im Recht ist.

Genau an diesem Punkt beginnt die unbequeme Seite der Debatte. Denn je länger der Krieg dauert, desto deutlicher wird, dass weder Russland noch die Ukraine kurzfristig ihre Maximalziele erreichen dürften. Gleichzeitig steigen die menschlichen, wirtschaftlichen und geopolitischen Kosten weiter an. Europa erlebt eine massive Aufrüstung, die politische Sprache wird zunehmend militärischer, und selbst in Deutschland verschiebt sich der öffentliche Diskurs spürbar. Begriffe wie „Kriegstüchtigkeit“ oder „Zeitenwende“ markieren inzwischen eine neue politische Normalität.

Umso erstaunlicher wirkt es, dass ausgerechnet diplomatische Initiativen häufig reflexartig abgewertet werden. Dabei müsste gerade in einer solchen Situation jedes ernsthafte Gesprächsangebot zumindest geprüft werden. Niemand behauptet, dass Schröder den Krieg beenden könnte. Niemand weiß, ob Moskau tatsächlich kompromissbereit wäre. Vielleicht würde Putin ihn tatsächlich nur instrumentalisieren. Vielleicht gäbe es überhaupt keine realistische Grundlage für Verhandlungen. Doch all das kann man erst beurteilen, wenn überhaupt gesprochen wird.

Die kategorische Ablehnung möglicher Vermittler wirkt deshalb zunehmend selbst ideologisch. Sie vermittelt den Eindruck, als sei bereits die Suche nach Gesprächen politisch verdächtig geworden. Genau darin liegt jedoch eine gefährliche Entwicklung. Denn wenn Kriege nur noch unter moralischen Gesichtspunkten betrachtet werden, verliert Politik ihren eigentlichen Handlungsspielraum. Diplomatie wird dann nicht mehr als Instrument zur Schadensbegrenzung verstanden, sondern als moralisches Problem.

Dabei zeigt gerade die Geschichte Europas, dass Friedensprozesse selten zwischen moralisch einwandfreien Partnern entstehen. Die großen Entspannungsphasen des Kalten Krieges entstanden nicht deshalb, weil plötzlich Einigkeit herrschte, sondern weil beide Seiten begriffen, dass dauerhafte Eskalation irgendwann außer Kontrolle geraten kann. Auch Willy Brandts Ostpolitik wurde einst massiv kritisiert. Gegner warfen ihr Naivität und gefährliche Nähe zur Sowjetunion vor. Heute gilt sie vielen als historische Leistung.

Schröder mögen oder nicht mögen: Das ist nicht die Frage

Natürlich lassen sich historische Situationen nicht einfach übertragen. Der Ukrainekrieg besitzt eigene Dynamiken und eigene Verantwortlichkeiten. Doch die grundsätzliche Frage bleibt dieselbe: Wie beendet man einen Krieg, wenn irgendwann ohnehin geredet werden muss?

Genau deshalb greift die aktuelle Debatte um Schröder eigentlich viel tiefer. Es geht längst nicht mehr nur um einen ehemaligen Kanzler. Es geht um die Frage, ob Europa überhaupt noch ernsthaft an diplomatische Lösungen glaubt oder ob sich der politische Raum bereits so stark polarisiert hat, dass Verhandlungen nur noch als Zeichen von Schwäche wahrgenommen werden.

Die politische Atmosphäre der vergangenen Jahre hat dabei sichtbar Spuren hinterlassen. Öffentliche Debatten verlaufen zunehmend entlang moralischer Frontlinien. Wer maximale Härte fordert, gilt als entschlossen. Wer Gespräche fordert, muss sich oft rechtfertigen. Diese Dynamik verändert langfristig auch den politischen Handlungsspielraum. Denn wenn jede diplomatische Öffnung sofort als Verrat interpretiert wird, entsteht eine Situation, in der Regierungen kaum noch flexibel agieren können, ohne innenpolitisch unter Druck zu geraten.

Gerade deshalb wäre es vielleicht sinnvoll, die Diskussion wieder stärker zu entemotionalisieren. Man muss weder Putin vertrauen noch Schröder bewundern, um anzuerkennen, dass Diplomatie häufig über unperfekte Figuren läuft. Politik besteht nicht darin, ideale Gesprächspartner auszuwählen. Politik besteht darin, mit realen Machtverhältnissen umzugehen.

Und genau dort liegt die eigentliche Herausforderung der kommenden Jahre. Europa wird sich entscheiden müssen, ob es dauerhaft in einer Logik zunehmender Konfrontation verharren will oder ob irgendwann wieder ernsthafte diplomatische Initiativen entstehen sollen. Vielleicht wird Schröder dabei keine Rolle spielen. Vielleicht scheitert jeder Versuch. Doch allein die Vorstellung, mögliche Gesprächskanäle aus symbolischen Gründen vollständig auszuschließen, wirkt angesichts der geopolitischen Lage zunehmend riskant.

Denn die eigentliche Frage lautet am Ende nicht, ob man Gerhard Schröder mag. Die eigentliche Frage lautet, ob Europa noch weiß, wie Kriege beendet werden.

 

Quellen

Schröder äußert sich zu Russland, Putin und Diplomatie – DIE ZEIT
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-01/russland-gerhard-schroeder-wladimir-putin

Putin bringt Schröder als möglichen Vermittler ins Gespräch – ZDF heute
https://www.zdfheute.de/politik/ausland/putin-schroeder-vermittler-gespraech-selenskyj-ukraine-krieg-russland-100.html

Schröders Russland-Verbindungen und Nord-Stream-Komplex – stern
https://www.stern.de/politik/deutschland/gerhard-schroeder-sagt-aus–die-erinnerungsluecken-des-altkanzlers-36139308.html

NATO-Russland-Grundakte und historische Gesprächskanäle des Kalten Krieges – NATO
https://www.nato.int/cps/en/natohq/official_texts_25468.htm

Günther Burbach

Günther Burbach, Jahrgang 1963, ist Informatikkaufmann, Publizist und Buchautor. Nach einer eigenen Kolumne in einer Wochenzeitung arbeitete er in der Redaktion der Funke Mediengruppe. Er veröffentlichte vier Bücher mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz sowie deutscher Innen- und Außenpolitik. In seinen Texten verbindet er technisches Verständnis mit gesellschaftspolitischem Blick – immer mit dem Ziel, Debatten anzustoßen und den Blick für das Wesentliche zu schärfen.
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21 Kommentare

  1. Ein ausgesprochen guter und kluger Artikel,
    dem zu wünschen ist, dass er auch von Leuten gelesen wird, die hier vermutlich nicht lesen.

  2. Altkanzler Schröder kann jederzeit mit Putin sprechen. Dazu bräuchte es noch nicht einmal einen offiziellen Auftrag von Kanzler Merz. Aber über was soll er mit Präsident Putin verhandeln, wenn Frieden nicht gewollt ist? Die BRD wird seit Jahren ruiniert, nur damit der Krieg in der Ukraine weitergehen kann. Dabei wäre der Krieg so einfach zu beenden. Anstatt die Waffen sprechen zu lassen, könnten demokratische Abstimmungen über Gebietszugehörigkeiten entscheiden. Im Saarland wurde das auch einmal so gemacht. Aber was wäre dann wenn Frieden einzieht? Würde wieder Handel stattfinden, würde wieder günstiges Öl und Gas aus Russland fließen? Bestimmt würde es das. Und genau darum geht es auch. Der Krieg muss weiter gehen, koste es was es wolle, damit der Eurasische Kontinent wirtschaftlich nicht zusammen wachsen kann. Und darum geht es ja im Grunde genommen schon seit über 100 Jahren und mindestens 2 Weltkriegen.

    1. Die demokratischen Abstimmungen sind ja in den inzwischen vier russischen Oblasten (und auf der Krim) schon gemacht worden. Von der „Abstimmung mit den Füßen“ der nach Russland geflüchteten Ex-Ukrainer ganz zu schweigen.

  3. Die ‚massive Empörung‘ ist allerdings in der gegenwärtigen Lage hauptsächlich ein Mittel zum Zweck: so lange man Russland bluten lassen kann, egal wie viele Ukrainer es das Leben kostet (wobei realistische ukrainische Verlustzahlen scheinen wie brav auf Kommando auch keine Journalisten zu interessieren scheinen), darf der Krieg für die westlichen Entscheider ruhig weiterlaufen. Deshalb die sofortige brüske Ablehnung jeglicher Verhandlungsvorschläge…

    1. Wenn man Krieg möchte, dann stellt man halt irgendwelche blödsinnigen Forderungen oder rennt offene Türen ein.

      Ging es in Venezuela um Drogenschmuggel? Oder im Iran um angereichertes Uran? Das sind doch Ablenkmanöver, um (aus anderen Gründen) gewollte Kriege vor den Wählern rechtfertigen zu können!

  4. Von allen Kanzlern die Deutschland bisher hatte gefällt mir Schröder am besten. Auch gefallen mir russische, persische und chinesische Kultur.
    Die deutsche Panzer und an unserem Wesen soll die ganze Welt genesen „Unkultur“ hingegen gar nicht mehr. Ja, Kuba und Palästina mag ich auch.

  5. Von allen Kanzlern die Deutschland bisher hatte gefällt mir Schröder am besten. Auch gefallen mir russische, persische und chinesische Kultur.
    Die deutsche Panzer und an unserem Wesen soll die ganze Welt genesen „Unkultur“ hingegen gar nicht mehr. Ja, Kuba und Palästina mag ich auch.

  6. „Die eigentliche Frage lautet, ob Europa noch weiß, wie Kriege beendet werden.“
    Solange Kommentare von Kiesewetter und Konsorten die Kapitulation Russlands fordern und auch noch in den Medien veröffentlicht werden, wird die Diplomatie
    im Archiv Staub ansetzen.
    EUropa und ganz besonders Deutschland haben noch zu dicke Backen, da muss die Luft erst raus, die Diplomatie muss
    auf der Agenda wieder ganz oben stehen,
    Russland wird nicht kapitulieren, je eher
    das die Kriegstreiber in EUropa kapieren desto besser für die Völker.

  7. „Denn die eigentliche Frage lautet am Ende nicht, ob man Gerhard Schröder mag. Die eigentliche Frage lautet, ob Europa noch weiß, wie Kriege beendet werden.“

    Ich mag Gerhard Schröder auch nicht. Er wurde einmal Bundeskanzler, weil viele Bürgerinnen und Bürger Helmut Kohl von der CDU (aka „die Birne“) nicht mehr sehen konnten und eine andere, eine sozialdemokratische Politik wollten. Nach der Wahl hat Gerd dann keine sozialdemokratische Politik für die vielen kleinen Leute mit dem kleinen Geldbeutel, sondern eine neoliberale Politik für die großen Leute mit dem großen Geldbeutel und der Visamastercard in Gold mit Platinrand gemacht.

    Wenn sich keine Seite auf einen Verhandler einigen kann, warum schlägt dann die eine Seite nicht 10 Kandidaten vor und die andere Seite auch 10 Kandidaten und dann wird einer ausgelost. Dann kann sich doch keiner darüber beklagen, wenn Zacharias Zufall entscheidet, ob Viktor oder Victoria, Volker, Verena oder Vinzenz „V“erhandler(in) wird. Man sollte allerdings in die Vorauswahl keine „V“erbrecher aufnehmen, denn das fängt bekanntlich auch mit „V“ an.

    Man kann davon ausgehen, dass „Europa“ schon weiß, wie Kriege beendet werden und viele Bürgerinnen und Bürger in Europa wollen, dass es erst gar nicht zu Kriegen kommt. Es ist die herrschende Nomenklatura, es sind die „gewählten“ Politikerinnen und Politiker, es sind die Lobbyisten und Aktionäre der Rüstungsindustrie, es sind kriegsgeile Journalistinnen und Journalisten, die nicht wollen, dass dieser Krieg beendet wird.

    Man stelle sich vor, der Krieg in der Ukraine ist aus und es gibt Frieden. Dann fällt doch auch das Bedrohungsszenario weg. Für wertewestliche Pistoleros, die Russland erobern und die Niederlage von Stalingrad rächen wollen, wäre das geradezu eine „Katastrophe“ ganz zu schweigen von den Aktionären der Rüstungsindustrie.

  8. Schröder soll es nicht werden, die Russenhasser Kallas und v. d. L sollen die Verhandlungen führen.
    Damit wird klar, EU und Deutschland wollen keinen Frieden.

    „Gastbeitrag von Kiesewetter und Worschech: Europa muss auf die Kapitulation Russlands hinarbeiten“
    https://www.focus.de/politik/ausland/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html

    „Auf Stunde Null hinarbeiten” ‒ Kiesewetter strebt bedingungslose Kapitulation Russlands an“
    https://fromrussiawithlove.rtde.world/inland/279972-auf-stunde-null-hinarbeiten-kiesewetter-strebt-bedingungslose-kapitulation-russlands-an/%20

    1. Danke für den Link zu diesem Artikel von Kiesewetter / Worschech,
      Der Artikel war mir entgangen.

      Das Erstaunlichste am Artikel ist ja die vollständige Offenheit im Hinblick auf die eigenen Ziele und der vollkommene Verzicht auf Differenzierung und Diplomatie.
      Auffällig ist auch die Unfähigkeit, sich in die russische Seite hineinzuversetzen und die nicht nur denkbaren, sondern vielleicht sogar wahrscheinlichen Reaktionen der russischen Führung auf derartige Ankündigungen im Ukrainekrieg zu antizipieren. Die grundsätzlich konfliktwillige und rein militärisch-kriegerische Sicht der Dinge kommt natürlich noch hinzu!!

      Ich bin ja inzwischen schon so einiges gewöhnt, aber ein im Focus erscheinender Artikel mit DIESER Ausrichtung und Tonlage durch einen gut vernetzten Politiker, den man nicht als Hinterbänkler vernachlässigen kann, das überrascht mich denn doch noch. Erschreckend!

      Es würde lohnen, diesen Kiesewetter-Artikel einmal gesondert genauer zu analysieren.

      Was mag Schröder jetzt denken?
      Ob ere privat schon mit Putin gesprocjen hat?

  9. Thema verfehlt, würde ich mal sagen.
    Denn weder geht es um die Figur Schröder, noch irgendeinen anderen Vorbehalt oder Moral.

    Es geht schlicht darum, dass der Wertewesten bankrott am Abgrund steht. Seine bisherige Strategie, auf Kosten der „3. Welt“ zu leben und in einem Ponzi-Schema Reichtum anzuhäufen, hat sich aufgebraucht und der einzige Ausweg, den die verantwortlichen „Eliten“ sehen, um nicht beim unvermeidlichen Aufschlag auf dem Boden plötzlich vom entpörten Mob Hanfkrawatten umgelegt zu bekommen, besteht darin einen permanenten Kriegszustand gegen Russland zu betreiben. Was den Briten gerade recht ist, die haben Russland schon seit 150 Jahren als Endgegner auf der Agenda – und immer wieder nützliche Idioten als Proxy dabei ihre „Drecksarbeit“ machen lassen. erst 2x die Deutschen, nun die Ukraine. Demnächst die ganze EU. Nebenher sichert das den Briten Restbedeutung, siehe deren Doktrin „Heartland-Theorie“ seit 120 Jahren.

    JEDER Versuch, den ja genau zu diesem Zweck vorsätzlich angezettelten Krieg in der Ukraine (RAND: „Extending Russia“) zu beendenist daher eine unmittelbare Bedrohung der wertewestlichen „Eliten“. Schon der Versuch, die Dämonisierung Russlands zu hinterfragen, ist aus deren Sicht eine Bedrohung und wird entsprechend rigoros bekämpft. Siehe u.a. die EU-Unrecht-„Sanktionen“ gegen Journalisten wie Röper oder Analysten wie Baud.

    Russland ist nicht das Problem Europas. Die „Eliten“ des Wertewestens und insbesondere das Globalkapital sind das Problem – und der Krieg gegen Russland tatsächlich nichts weniger als ein zentraler Teil des Klassenkrieges der „Eliten“ gegen die Bevölkerungen.

  10. Allein die Frage, ob man, [ frau Kallas ??? ??? Frau Leyen ??? Herr Costas ???? Herr Schröder ? ? ] mit Russland [ Herrn Putin] verhandeln solle, empört ? Wie hieß das
    frz. Büchl an die €uropäer? Empört Euch!
    Und : mit dem Teufel verhandeln ? ? ? ?

  11. Schröder wurde diskreditiert durch die Haß und Hetzpropaganda gegen Rußland.
    Das Grossartige an Schröder ist,daß er diese widerliche Propaganda an sich abprallen lässt wie Wassertropfen an Gummistiefeln,denn er weiß genau was hier gespielt wird.
    In Frankreich hab ich einen Franzosen mit einem T Shirt gesehen ,auf dem Folgendes zu lesen war.
    „Tous les jours je lave mon cerveau avec le Tele“
    Dazu war ein Kopf einer Hausfrau abgebildet.
    Mehr gibts zu den Mainstreammedien nicht zu sagen.

  12. Schröder ist nunmal kein Faschist und Rassist nach dem neuen offiziellen Schema, ganz einfach. Ohne geisteskranke Russophobie und fortwährende Beteuerung der eigenen Ignoranz macht heute keiner mehr etwas.

  13. MIT DANK AN DIE GRÜNEN ‒ BUNDESTAG HOFIERT „ASOW“-NAZIS

    https://kammerspartakus.wordpress.com/2025/05/30/mit-dank-an-die-grunen-‒-bundestag-hofiert-asow-nazis/

    Kiesewetter, Hofreiter und Grüne natürlich wieder mitten in der Nazi-Kloake. Die Verlogenheit und Heuchelei dieser Gestalten ist einfach nur zum kotzen.

    Die Allianz, welche die deutsche Politik mit Banderisten und Neonazis eingeht, wird durch eine Anhörung im Deutschen Bundestag besonders deutlich: „Asow“-Kämpfer sollen Mitte Mai vor Abgeordneten als Opfer Russlands aufgetreten sein…

    Wieso traf sich Leiter des Bundeswehr-Planungsstabs mit rechtsradikalem Asow-Kommandeur? | BPK HG

    https://odysee.com/@NachDenkSeiten:4/wieso-traf-sich-leiter-des-bundeswehr-2:2

  14. Das Kontaktschuld Prinzip und Politiker die keinen Arsch mehr in der Hose für eine eigene Meinung haben. „Distanziere auch du dich“.

    So langsam wirds einige Leuten klar das die Propaganda des Sieges der Ukraine nur eines war, Propaganda. In Wahrheit ist das ein schwarzes Loch für Geld und Material und Menschenleben, und die Stimmung in Deutschland und der EU kippt weils den Leuten ständig schlechter geht. Ein echtes Dilemma, aber selbstgemacht.

  15. Schröder war der letzte Kanzler Deutschlands, der noch so etwas wie Vernunft besaß.

    Auch er hatte allerdings zwei schwere Fehler begangen:

    1. Die Beteiligung am Angriffskrieg der Nato gegen Jugoslavien. Ein völkerrechtswidriger unprvozierter Angriffskrieg und damit ein Verbrechen.

    2. Agenda 2010. Er legte damit die Axt an unseren Sozialstatt und machte Deutschland zum Biklliglohn-Land, damit die Wirtschaft boomte. Dies war aber auch der Startschuß zum Niedergang der SPD.

    Seine Russlandpolitik hingegen war äusserst erfolgreich und schaffte eine Verlängerung und Verstärkung der Phase guter Beziehngen und wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit Russland, die unter Brandt und Bahr begonnen hatte.

    Die preisgünstige Energie aus Russland, die seit Schröder verstärkt nach Deutschland kam und die billigen Arbeitskräfte hatten zusammen zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands geführt.
    Merkel hatte danach davon profitiert, währedn der Urheber des Aufstiegs, Schröder, dafür feindlich angegangen wurde.

    Durch den Ukrainekrieg, der mit dem Putsch in Kiew 2014 begann waren russlandfeindliche Kräfte in Deutschland wiedererstarkt (eigentlich schon mind. 10 Jahr vor dem Krieg), die nun die Ukraine mit Geld und Waffen vollpumken und damit „Russland ruinieren“ wollen.

    Schröder wäre bestens geeignet für Gespräche mit Putin.
    Ich fürchte nur, unsere politischen „Eliten“ wollen gar keine Gespräche, sondern die Fortführung dieses Krieges, den ukrainische (und russische) Männer zu Hunderttausenden weiterhin mit ihrem Leben bezahlen sollen.

      1. Ich korrigiere immer, bevor ich poste.
        Da gehe ich das einmal durch, deshalb finde ich das nicht so gravierend…..100 geschafft

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