Wollte der Iran Israel angreifen?

Ahmadineschad
Mostafameraji, CC0, via Wikimedia Commons

Die falsche Behauptung, Iran wolle Israel vernichten: Eine historische Begründung für den heutigen Irankrieg.

Am 26. Oktober 2005 zitierte der damalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad in einer Rede auf einer Konferenz mit dem Thema „Die Welt ohne Zionismus“ den damaligen religiösen Führer, Ayatollah Khomeini und sagte auf Farsi:

„Imam-e rahel dashtand in rezhim-e ishghalgar-e qods bayad az safheh-ye ruzgar mahv shavad.“

Dieser Satz wurde wie folgt falsch ins Englische und Deutsche übersetzt „Israel must be wiped off the map.“ („Israel muss von der Landkarte weggewischt werden.“)

Klar wird die falsche Interpretation der Aussage von Ahmedinadschad in einer Übersetzung von Memri, dem Middle East Media Research Institute, das übrigens von einem ehemaligen Offizier des israelischen Militärgeheimdienstes gegründet wurde. Die auf dem Farsi-Text beruhende, von der offiziellen iranischen Nachrichtenagentur Isna veröffentlichte und von Memri herausgegebene Version der Aussage vom 26. Oktober 2005 lautet:

„This regime that is occupying Qods must be eliminated from the pages of history.“

(„Dieses Regime, das Jerusalem besetzt, muss von den Seiten der Geschichte entfernt werden.“)

Qods – die Heilige – ist der arabische und auch persische Name für Jerusalem.

Bei dem Zitieren des iranischen Präsidenten Ahmedinadschad ist auch der Kontext unberücksichtigt geblieben, in dem er diesen Satz gesagt hat. Seine Äußerung war – wie bereits geschrieben – nämlich ein Zitat Khomeinis, und Ahmadinedschad hatte hinzugefügt, dass das israelische Besatzungsregime verschwinden müsse, so wie das Regime des Schahs verschwunden sei, wie dies Khomeini einst prophezeit habe.

Der britische Journalist Jonathan Steele hatte bereits am 2. Juni 2006 im Guardian auf die fehlerhafte Übersetzung hingewiesen und geschrieben:

„Ahmedinadschad sprach keine militärische Drohung aus. Er forderte ein Ende der Besatzung Jerusalems, irgendwann in der Zukunft. Die ,page of time‘-Formulierung legt nahe, dass er nicht davon ausging, dies werde bald geschehen. Das beinhaltete nicht, dass Chomeini, als er die Äußerung als Erster machte, oder Ahmadinedschad, als er sie wiederholte, dachte, dass dies bald bevorstünde oder dass Iran eine Rolle dabei spielen würde, es Wirklichkeit werden zu lassen.“

Khomeini selbst hatte sich sich wenige Tage nach dem Wirbel um die Äußerungen Ahmadinedschads um Schadensbegrenzung bemüht und gesagt: „Iran wird gegen keine Nation eine Aggression begehen.“

Zusammenfassende Bewertung

Ahmadinedschads Aussage war keine Aufforderung zum Vernichtungskrieg, sondern die Aufforderung, die Besatzung Jerusalems zu beenden. Es ging ihm nicht um die Auslöschung Israels oder die Vernichtung des jüdischen Volkes, sondern um einen Regimewechsel im Sinne einer Zukunft für die Palästinenser.

Der damalige israelische Premierminister Ehud Olmert hatte das falsche Zitat sozusagen zu der Behauptung weiterentwickelt, der iranische Präsident spreche „von der völligen Zerstörung und Vernichtung des jüdischen Volkes“ und schlug dann den Bogen zur atomaren Bedrohung Israels durch Iran. Seine Schlussfolgerung war die Unterstellung einer atomaren Bedrohung, die jederzeit einen Angriff auf Iran rechtfertige.

Diese Schlussfolgerung aus einer falschen Übersetzung einer Aussage des ehemaligen iranischen Präsidenten Ahmadinedschad ist bis heute die Basis für die Iran-Politik israelischer Regierungen und letztlich auch für den aktuellen völkerrechtswidrigen Krieg Israels und der USA gegen den Iran, der nicht akzeptiert, dass Israel einen unabhängigen Staat Palästina ablehnt. Leider ist die Zukunft der Palästinenser düsterer als je zuvor und die Wahrscheinlichkeit eines unabhängigen Staates Palästina geht mittlerweile gegen Null. Premierminister Netanjahu lehnte in einer Rede vor der UNO im September 2025 die Gründung eines Palästinenserstaates als „puren Wahnsinn“ ab und erklärte weiter, die Palästinenser glaubten selbst nicht an diese Lösung und hätten dies auch nie getan. Sie wollten keinen Staat neben Israel, sondern einen anstelle von Israel. Der Palästinensischen Autonomiebehörde warf er vor, durch und durch korrupt zu sein.

Am 9. April 2026 war der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich zur Einweihung einer neuen Siedlung im besetzten Westjordanland, die Maos Tsurr heißen wird, angereist. Er bedankte sich für „eine weitere Siedlung“ und dafür, gemeinsam als Partner „viele weitere Siedlungen in Judäa und Samaria zu errichten“. Damit meinte er das besetzte Westjordanland.

Smotrich erklärt am Rande der Veranstaltung, dass die „Zerschlagung der Idee eines palästinensischen Staates“ einhergehe mit der „Stärkung der Sicherheit des Staates Israel“.

Am 13. April 2026 hatte Bundeskanzler Merz mit dem israelischen Premierminister Netanjahu telefoniert und u.a. gesagt: „Eine faktische Teilannexion des Westjordanlands darf es nicht geben.“ Daraufhin schrieb der israelische Finanzministers Bezalel Smotrich auf X:

„Herr Bundeskanzler, die Zeiten, in denen Deutsche Juden vorschrieben, wo sie leben durften und wo nicht, sind vorbei und werden nicht wiederkehren. Sie werden uns nicht erneut in Ghettos zwingen, schon gar nicht im eigenen Land.“

Die israelische Regierung bezeichnet das besetzte Westjordanland als Judäa und Samaria.

Fazit

Die Behauptung, der Iran wolle Israel vernichten und die Ablehnung eines unabhängigen Staates Palästina durch die israelische Regierung werden die wesentlichen Ursachen für die Fortdauer des Konflikts zwischen Israel und dem Iran bleiben.

Jürgen Hübschen

Jürgen Hübschen, Jahrgang 1945, Westfale und Europäer. Ehemaliger Luftwaffenoberst im Generalstabsdienst. Zehn Jahre Einsatz als Raketenspezialist mit amerikanischen Kameraden in NATO-Verbänden. Drei Jahre Verteidigungsattaché bei der deutschen Botschaft in Bagdad während des Irak-Iran Krieges. Weiß dadurch, was Krieg für eine Scheiße ist, wie wichtig unabhängige Medien sind und wie wenig Möglichkeiten die Menschen in einer Diktatur haben, das herrschende System zu kritisieren oder gar zu ändern. 5 Jahre Leiter einer erfolgreichen OSZE-Mission in Lettland zur Überwachung eines Vertrags zwischen Russland und Lettland. Weiß dadurch, wie man mit Russen zusammenarbeitet. Letzte militärische Verwendung Referatsleiter im Verteidigungsministerium, zuständig u.a. für die Landesverteidigung, die zivil-militärische Zusammenarbeit und die Unterstützung der alliierten Streitkräfte in Deutschland.
Nach der Pensionierung 14 Jahre Unterstützer von NGOs in Sicherheitsfragen. Durchführung praktischer Trainings und Einsätze in Afghanistan und Afrika
Verfasser sicherheitspolitischer Bücher und Artikel, mit dem Ziel die Berichterstattung unserer stark stromlinienförmigen Medien aufzubrechen.
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15 Kommentare

  1. Danke, Herr Hübschen für den aufklärenden Artikel.
    Israel schafft sich selbst seine Begründungen um Krieg mit dem Iran zu führen.

    Ich bin mir allerdings nicht so sicher, dass nicht auch Kanzler Merz missverstanden wurde.
    „Eine faktische Teilannexion des Westjordanlands darf es nicht geben“ kann auch als Aufforderung verstanden werden, das Westjordanland komplett zu besetzen. Wenn man berücksichtigt, dass die BRD auch fleißig Waffen liefert, dann dürfte diese Deutung wohl zutreffend sein.

  2. Die Artikel von Herrn Hübschen sind finde ich in den letzten Monaten deutlich besser geworden und mittlerweile von erfreulicher Klarheit, so dass sie nun im Begriff sind, zu einer echten Empfehlung auf Overton zu werden.

    Anscheinend – meine Theorie – ist es bei unseren kritischen oder in Teilen kritischen Ex-Militärs ähnlich wie bei guten Weinen oder Käse, nämlich dass sie einfach eine gewisse Zeit zur Reifung brauchen.

    Auch Harald Kujat und Erich Vad haben sich über die letzten Jahre hinweg immer tiefer in die Komplexität der internationalen Geopolitik und Kräfteverhältnisse eingearbeitet und dabei – vermute ich mal – im „Quellenstudium“ und Austausch mit anderen – auch russischen oder russlandnahen – Fachleuten mehr und mehr ihre ursprüngliche Begrenzung aufgegeben.

    Kujat und Vad hatten zwar bereits 2022/23 viel Richtiges gesagt, doch damals noch in einem wie ich finde stark nato-zentrierten Gesamtzusammenhang was längere Aussagen – zumindest für mich – oft schwer erträglich gemacht hat. Mittlerweile gehören beide absolut zu den Schwergewichten im deutschsprachigen Raum, was die Einschätzung der internationalen Lage betrifft.

    Bei Jürgen Hübschen scheint eine ähnliche Entwicklung stattgefunden zu haben, was möglicherweise auch daran liegen könnte, dass es im Militär oder in n militärnahen Kreise ein anderes Ehrgefühl geben dürfte als in der Politik und dass möglicherweise auch der eigene Ekel über das was „der ehemalige eigene Verein“ zum Schaden (fast) aller in den letzten Jahren so abzieht, mehr und mehr dazu verleitet kritische Positionen nicht nur zu denken, sondern auch auszusprechen mit allen möglichen Konsequenzen.

    Jürgen Hübschen hat ganz sicher keinerlei Vorteil davon, wenn er darauf verweist, dass die jahrzehntealte antiiranische Hasspropaganda innerhalb des Westblocks vor allem eins ist, nämlich Propaganda.

    Warum schreibt er dann darüber? Ich unterstelle mal, weil es ihm ein Bedürfnis ist, innerhalb der eigenen begrenzten Reichweite genau das zu betonen.

    Vielen Dank dafür!

    1. Liebe Redaktion,

      was ist denn bei Eurem Kommentarbereichsupdate mit der bisherigen 20-minütigen Korrekturoption geworden??

      Ich hätte da nämlich ein überflüssiges um nicht zu sagen nutzloses n zwischen „in“ und „militärnahen“ in Absatz 5 das ich gerne löschen würde.

      Beste Grüße
      Vrbamrda

      1. Nein, nicht löschen, sondern verschieben! Es ist nämlich das Schluss-n von Kreisen, das offenbar Lust verspürt hat, sich im vorhergesagten ein wenig umzuschauen.

        Doch auch das, liebe Redaktion, würde ich gerne korrigieren. To put the n into its place, wie die Engländer dazu sagen würden…

    2. Was mir bei den Militär-Rentnern Kujat, Vlad und Hübschen fehlt ist die kritische Sicht auf das eigene Wirken in ihrer aktiven Zeit.
      Auch wenn der Ukrainekrieg und die Konfrontation mit Russland eine neue Dimension darstellt, im Grunde waren diese Herren allesamt noch bis gestern in leitender Stellung kriegerisch für US-Interessen unter Missachtung von Völkerrecht und GG u.A. in Afghanistan unterwegs bzw. haben Serbien bombardiert.
      Gibt es ein Gewissen erst nach der Rente?

  3. Auch dieser Krieg wurde mit einer Lüge begonnen. Darin habrn westliche kapitalistische Staaten ja bereits Übung. Golf von Tomkin, KZs in Jugoslawien, 9/11, Massenvernichtungswaffen und Brutkastenlüge, und früher schon: Maine und Operation Northwood, das jedoch als Krieg nicht mehr dienen konnte, weil Kennedy es ablehnte. Mit False Flag- Operationen kennen sich insbesondere Israel und die USA bestens aus. Aber auch Deutschland kann das gut. Ich sage nur Emser Depesche, Eintritt in den ersten Weltkrieg wegen angeblicher Bombardierung Nürnbergs, angeblicher Überfall Polens und der angeblich bevorstehende Überfall der UdSSR…
    Wer westlichen Politikern noch ein Wort glaubt, ist naiv.

  4. Unterdessen bietet man dem Sohn eines Gewaltherrschers eine große Bühne in der BPK. Traditionsbewusst wäre es gewesen, wenn man die anwesenden Journalisten mit Holzlatten schwingenden Getreuen des Shah-Sohns in Schach gehalten hätte. Nicht, dass das nötig wäre, selbstverständlich, die Damen und Herren von der Presse sind ja auch so auf Linie, da braucht es keine Drohungen mehr.

  5. Danke auch von mir.
    Ergänzend möchte ich noch mitteilen, Ahmadinedschad war ein Reformer, wenn auch ein hintergründiger, und zu seinen Motiven zählte eine spirituelle „Lesart“ des Schiitismus mit deutlichen aus den ruralen Traditionen Persiens tradierten zoroastrischen Zügen. Er pflegte überdies persönliche, freundschaftliche Kontakte mit Rabbinern aus dem Lager der antizionistischen jüdischen Traditionalisten.

  6. Der Iran wollte Israel nicht angreifen, weil Israel Atombomben besitzt. Der Krieg hat einen anderen Sinn.
    Folgende Machtverteilung bestand im Iran. An erster Stelle stand der Oberste Religionsführer mit dem Wächterrat an seiner Seite. Ihm anscheinend treu ergeben waren die Revolutionsgarden, die die Macht ausübten. Der Staatspräsident und das Parlament sind Verwaltungsorgane. Nach den Enthauptungsschlägen und durch den Krieg gewannen die Revolutionsgarden an Bedeutung. Ich nehme an, dass der Iran inzwischen mehr oder weniger eine Militärdiktatur ist, und das Militär die Amerikaner aus dem Nahen Osten vertreiben will. Die Regierungsebene strebt aber mit der Amerikanern Verhandlungen an, um an Bedeutung zu gewinnen und um eine weitergehende sinnlose Zerstörung des Landes zu verhindern. Wenn die Regierungsorgane sich durchsetzen und ein Abkommen mit den USA geschlossen wird, war der Krieg für Israel völlig sinnlos.
    Wenn die Revolutionsgarden einen Friedensschluss verhindern und die Amerikaner den Iran zusammenbomben, dann haben die Israelis gewonnen. Denn dann könnten die Phantasien Netanjahus wahr werden, das Land der Verheißung des selbsternannten Volk Gottes zu erobern, das reicht „vom Strom Ägyptens bis zum großen Strom, dem Euphrat“ (:Genesis 15,18 :). Am Euphrat leben aber mit dem Iran verbündete Schiiten. Die wären dann wehrlos. Wenn die USA es zulässt, wäre Eretz Israel eventuell möglich, denn Jordanien ist kein großes Hindernis und die Araber haben Angst vor den israelischen Atombomben.
    Ich glaube aber, die USA wird das verhindern. In seiner ersten Amtszeit hat Trump eine Zweistaatenlösung vorgelegt, die von den Israelis abgelehnt wurde. Er hat die Annexion des Gazastreifens verhindert. „Die Politik von Präsident Trump ist, dass das Westjordanland nicht annektiert wird. Dies wird immer unsere Politik sein“, sagte Vance dem Standard am 23. Oktober 2025.
    So oder so werden Israel und Iran also die Verlierer des Krieges sein, denn beide haben schwere Schäden erlitten. Vielleicht kämpfen sie noch eine Zeitlang gegeneinander, bis sie völlig erledigt sind. Europa gehört wirtschaftlich zu den Verlierern und muss vielleicht seine Pläne aufgeben, Russland zu besiegen.

  7. Sehr wichtiger Beitrag, denn diese (bewusst?) falsche Übersetzung hält sich wie ein Kaugummi am Schuh.
    Aber bestimmt wird uns Artur_C noch eines Besseren belehren.

  8. Ach komm. Der alte Trick mit dem Ahmadinedschad. Ist doch lächerlich inzwischen. Da gibt es andere Zitate (siehe unten). Offiziell haben die Iraner nichts gegen Juden, nur eben wird ihre Vorgehensweise keinen einzigen übrig lassen. Alle brauchbaren Raketen aus dem Gaza waren iranischer Herkunft, die Hamas selbst schafft nur die Quassam-Rakete mit zehn Kilometer Reichweite. Ein besserer Polenböller.
    Und da im Libanon standen 150.000 Raketen, die in der Lage waren, alle Bewohner auszulöschen. Da wissen die Nazis weltweit, dass das der neue Adolf ist. Und die dummen Linken fallen darauf herein.

    Jetzt also die Antwort von Grok, auf die Frage:

    Hat der Iran Israel die Vernichtung angedroht?

    Ja, der Iran (bzw. führende Vertreter des iranischen Regimes) hat Israel wiederholt die Vernichtung angedroht – sowohl verbal als auch durch Unterstützung von Proxy-Gruppen und direkte militärische Aktionen. Das ist keine neue Entwicklung, sondern Teil der offiziellen Ideologie der Islamischen Republik seit 1979.

    tagesschau.de

    Historische und wiederholte DrohungenDer Slogan „Tod Israel“ („Marg bar Israel“) sowie „Tod Amerika“ wird seit Jahrzehnten bei offiziellen Veranstaltungen, Freitagsgebeten und Staatsreden skandiert. Er ist fester Bestandteil der Staatspropaganda.
    Der ehemalige Präsident Mahmoud Ahmadinejad sagte 2005 in einer vielzitierten Rede (bei einer Konferenz „Die Welt ohne Zionismus“), das „zionistische Regime“ (gemeint ist Israel) müsse „von der Seite der Zeit verschwinden“ bzw. „aus der Seite der Zeit gelöscht werden“. Westliche Medien übersetzten das oft als „Israel muss von der Landkarte gewischt werden“. Es gab Debatten über die genaue Übersetzung aus dem Persischen (es ging um das „Regime“, nicht explizit um die Vernichtung aller Juden), aber der Sinn war klar: Das Ende des Staates Israel als jüdischer Staat. Ahmadinejad wiederholte ähnliche Aussagen mehrfach.

    nytimes.com

    Der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei (bis zu seinem Tod 2026) und andere hochrangige Vertreter bezeichneten Israel regelmäßig als „Krebsgeschwür“, das „entfernt“ oder „zerstört“ werden müsse. Khamenei sagte z. B., das „zionistische Regime“ müsse „aus der Region entfernt werden“. Solche Formulierungen kamen über Jahrzehnte hinweg.

    genocidewatch.com

    Diese Rhetorik ist keine bloße „Meinungsäußerung“: Sie wird mit der Unterstützung von Terrorgruppen wie Hamas, Hisbollah und den Huthis kombiniert, die explizit die Zerstörung Israels anstreben und vom Iran finanziert, bewaffnet und ausgebildet werden.Praktische Umsetzung der DrohungenDer Iran hat seine Drohungen nicht nur verbal geäußert, sondern auch in die Tat umgesetzt:Direkte Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel (z. B. 2024 und weitere Eskalationen).
    Über Proxy-Milizen jahrelange Angriffe auf israelische Ziele.
    Im Kontext der Kriege 2025/2026 drohte der Iran erneut mit massiver Vergeltung und „Zerstörung“ des „zionistischen Regimes“.

    yahoo.com

    Iran erkennt Israel offiziell nicht an und sieht dessen Existenz als illegitim. Die Vernichtungsrhetorik dient der Legitimation des Regimes nach innen und der Mobilisierung der „Achse des Widerstands“.Wichtige NuancenManche Kritiker (vor allem aus linken oder iran-freundlichen Kreisen) argumentieren, die berühmte „Wipe off the map“-Formulierung sei eine Fehlübersetzung und Ahmadinejad habe nur das „Regime“ gemeint, nicht physische Vernichtung aller Israelis. Das ändert jedoch nichts am Gesamtbild: Die iranische Führung fordert seit Jahrzehnten das Ende des jüdischen Staates und arbeitet aktiv darauf hin.
    Israel sieht den Iran (zu Recht) als existenzielle Bedrohung, nicht nur wegen der Rhetorik, sondern wegen des Raketenarsenals, des Atomprogramms und der Proxy-Kriege.

    Zusammengefasst: Ja, der Iran hat Israel mehrfach und systematisch die Vernichtung angedroht. Das ist dokumentiert, öffentlich und Teil der Staatsdoktrin. Die aktuelle Lage (Stand 2026) mit direkten Kriegen zwischen Iran, Israel und den USA ändert daran nichts – sie ist eher eine Eskalation dieser langjährigen Konfrontation.

    1. Der Staat Israel in seinen heutigen Grenzen ist seit Verabschiedung der UNSC-Resolution von 1967 illegitim, da beißt die Maus kein Faden ab.

      Man mag das ja für Bullshit erklären, weil im internationalen VErkehr ausschließlich erfolgreiche Gewaltanwendung Recht setzt, nämlich nationales Recht.
      Doch nationales Recht auf fremdem Territorium bindet keinen einzigen nationalen Souverän, es sei denn, er binde sich selbst daran. So lange also iranische Staatsführungen Israel keine militärische VErnichtung androht – und das ist bis dato nie geschehen – ist „alles in der Ordnung“.
      Auch die Unterstützung der Hezbollah ändert daran nichts, denn die Hezbollah hat bereits 1983 (wenn ich das Datum recht erinnere) eine Fatwa gegen Terroroperationen ausgespochen, dafür sogar einen kurzen Krieg mit der PFLP und deren Verbündeten in Kauf genommen, und sich seither daran gehalten.

  9. Diese Regierungspropaganda Israels ist klassische Täter-Opfer-Umkehr.

    Wie bei den Atomwaffen: Israel hat sie, aber behauptet, die Gefahr gehe von demjenigen aus, der sie nicht hat.

    Was steckt hinter der Täter-Opfer-Umkehr:
    Tatsächlich will Israel seinen Rivalen vernichten, denn solange der Iran existiert, kann Israel nicht die Großmacht werden, die Westasien beherrscht.

    P. S. Übrigens hat Iran bis heute seine Initiative, eine atomwaffenfreien Zone Westasien zu schaffen, nicht zurückgezogen.

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