„Wir sind EINE Menschheit! Wir leben alle auf EINEM Planeten!“

Reagan und Gorbatschow
National Archives and Records Administration, Public domain, via Wikimedia Commons

Zum vierten Jahrestag des Todes von Michail Gorbatschow.

Seit Gorbatschows Tod, am 30. August 2022, habe ich zu diesem Datum jedes Jahr an den Ausnahmepolitiker erinnert, jenen Chef einer Supermacht, der nichts weniger als eine atomwaffen-, nein: gewaltfreie Welt anstrebte. Es ist auch dieses Jahr nötig. Um daran zu erinnern, wie weit wir alle schon einmal waren. Und um zu zeigen, zu welchen Prinzipien wir wieder zurückfinden müssen, wenn die Menschheit überleben will.

„Sieger ist nicht, wer Schlachten in einem Krieg gewinnt, sondern wer Frieden stiftet!“
(Michail Gorbatschow)

„Ich sehe keine Gegner, kein anderes Land, keine andere Nation, die wir verdächtigen, sich auf einen Krieg mit uns vorzubereiten. So nehmen wir die Welt heute wahr. Und das lässt uns hoffen, dass wir uns das Ziel setzen können, eine atomwaffenfreie und gewaltfreie Welt zu schaffen, eines der größten Ziele für die gesamte Weltgemeinschaft. Wir haben genügend andere Probleme, mit denen wir uns beschäftigen müssen. Wir haben uns in einem Wettrüsten erschöpft, das zu nichts anderem als zu einer Vergiftung der Beziehungen führte, die wir jetzt wiederherstellen müssen.“

Und:

„Eine neue Vision der Welt triumphiert, die Ära der Konfrontation ist vorbei, die das Gesicht Europas und der Welt prägte. Lasst uns ohne Zögern dafür sorgen, dass gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit alltäglich und selbstverständlich werden in der Kommunikation unserer großen Nationen. Möge der auf 20 Jahre geschlossene sowjetisch-deutsche Vertrag zu einem Vertrag über den ewigen Frieden werden!“

Soweit waren wir einmal.

Michail Gorbatschow formulierte diese Sätze als Präsident der Sowjetunion am 9. November 1990 – genau ein Jahr nach dem Mauerfall und einen Monat nach der deutschen Vereinigung – anlässlich der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen „Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit“ in Bonn.

Heute, im Sommer 2026 über dreieinhalb Jahrzehnte später, sind wir wieder sternenweit von diesen Sätzen entfernt. Man könnte darüber in Tränen ausbrechen und in Verzweifelung geraten, man kann diese Sätze aber auch als „Stachel im Fleische der Gleichgültigkeit“, als permanenten Ansporn ansehen, sich mit der aktuellen Lage niemals abzufinden! Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Im Folgenden stelle ich eine Reihe von Gedanken des Ausnahmepolitikers und -menschen vor, die in der aktuell brandgefährlich zugespitzten Konfrontation zwischen dem kollektiven Westen und Russland wieder hilfreich sein könnten.

Verstehen

Ich begann mein Buch über Perestroika und das neue Denken mit den Worten: „Wir wollen verstanden werden.“ Aber uns wirklich zu verstehen – uns so zu verstehen, dass man uns glaubt – erwies sich angesichts des Ausmaßes der Veränderungen in unserem Land als alles andere als einfach. Es ist sinnlos und gefährlich, Bedingungen zu stellen und zu sagen: „Wir werden euch verstehen und euch glauben, sobald ihr, die Sowjetunion, uns, dem Westen, vollkommen gleicht.“ (Nobelpreisrede, 5. Juni 1991)

Frieden

Frieden bedeutet heute den Aufstieg von bloßer Koexistenz hin zu Zusammenarbeit und gemeinsamer Kreativität zwischen Ländern und Nationen. Frieden ist eine Bewegung hin zu einer globalen und universellen Zivilisation. Nie zuvor war die Idee, dass Frieden unteilbar ist, so wahr wie heute. Frieden ist nicht Einheit in Ähnlichkeit, sondern Einheit in Vielfalt, im Vergleich und der Versöhnung von Unterschieden. Und idealerweise bedeutet Frieden die Abwesenheit von Gewalt. Er ist ein ethischer Wert. (Nobelpreisrede)

Zur Gewalt in der Politik

Es ist offensichtlich, daß Gewalt und Androhung von Gewalt keine Instrumente der Außenpolitik mehr sein können und dürfen. Vor allem trifft dies auf die Kernwaffen zu, aber nicht nur auf sie. Von allen Nationen, vor allem von den Stärksten, wird eine Selbstbeschränkung und völlige Ausschließung der Gewaltanwendung von außen verlangt. Außerdem ist schon heute klar, daß die Forcierung militärischer Stärke keine einzige Großmacht allmächtig macht. Mehr noch, die einseitige Orientierung auf militärische Stärke schwächt letzten Endes die anderen Komponenten der nationalen Sicherheit. (Rede vor der UNO, 7. Dezember 1988)

Verzicht auf Gewalt ist für mich eine der Grundlagen einer neuen, humanistischen Zivilisation, die die besten Köpfe der Menschheit anstrebten und anstreben. Ich halte das Prinzip der Gewaltfreiheit für universell. (Gespräch mit Franz Alt, 2017)

Dialog

Und natürlich meine ich in erster Linie den politischen Dialog – einen intensiveren und offeneren Dialog, der auf das Wesen von Problemen, nicht auf Konfrontation, nicht auf den Austausch von Beschuldigungen, sondern auf den Austausch von konstruktiven Gedanken gerichtet ist. Ohne politischen Dialog kommt der Verhandlungsprozeß nicht voran. (Rede vor der UNO)

Die Atomwaffen

Der militaristischen Doktrin, die auf der Politik der Stärke beruhte, stellten wir die Konzeption des Interessenausgleichs und der gleichen Sicherheit für alle gegenüber. (Gespräch mit Daisaku Ikeda, 1998)

Wir erkannten, dass die nukleare Gefahr unser gemeinsamer Feind, eine gemeinsame Bedrohung war. Daraufhin erklärten die Staatschefs der UdSSR und der USA, dass ein Atomkrieg inakzeptabel und nicht zu gewinnen sei. Reykjavik folgte, und dann die ersten Verträge zur Abschaffung von Atomwaffen. Inzwischen sind 85 % dieser Atomwaffenarsenale zerstört. Wir müssen diesen Weg weitergehen. Doch wir sehen, dass neue Herausforderungen entstanden sind. (Interview mit Interfax, April 2020)

Keine Herausforderung oder Bedrohung, der die Menschheit im 21. Jahrhundert gegenübersteht, kann militärisch gelöst werden. Kein großes Problem kann von einem Land oder einer Gruppe von Ländern im Alleingang gelöst werden. Solange es Atomwaffen gibt, besteht die Gefahr eines Atomkriegs. Es kann kein anderes Endziel geben als die Abschaffung der Atomwaffen. Aber das Gerede von einer Welt ohne Atomwaffen – und alle Länder, einschließlich der USA, geben weiterhin Lippenbekenntnisse zu diesem Ziel ab – wird eine leere Phrase bleiben, wenn die derzeitige Militarisierung der Weltpolitik und des politischen Denkens nicht überwunden wird. Heute ist es besonders relevant, dass keine Seite militärische Überlegenheit anstreben darf. („Politisches Testament“, Russia in Global Affairs, 2021)

Die Vereinten Nationen

Unserer Ansicht nach ist es notwendig, daß die Staaten ihre Beziehungen zu einem so einmaligen Instrument wie der UNO, ohne die die Weltpolitik bereits nicht mehr vorstellbar ist, überdenken. Eine der bittersten und wichtigsten Lehren ist die lange Liste vertaner Möglichkeiten und – als Folge davon – das sinkende Ansehen der UNO in einer gewissen Etappe sowie die Ergebnislosigkeit vieler ihrer Versuche zu handeln.

Unser Ideal ist eine Weltgemeinschaft von Rechtsstaaten, die auch ihrer Außenpolitik Rechtsprinzipien zugrunde legen. Unter den Bedingungen des Nuklearzeitalters darf das Völkerrecht nicht durch Zwang durchgesetzt werden, sondern muß auf Normen basieren, die der Interessenbalance der Staaten Rechnung tragen. Die internationalen Beziehungen werden die echten Interessen der Völker nur dann vollständig widerspiegeln und zuverlässig der Sache ihrer gemeinsamen Sicherheit dienen, wenn der Mensch mit seinen Sorgen, Rechten und Freiheiten im Mittelpunkt steht. Unser Credo lautet insgesamt folgendermaßen: Politische Probleme sind nur mit politischen Mitteln und menschliche nur menschlich zu lösen. (Rede vor der UNO)

Ein neuer Sicherheitsbegriff

Wir müssen die Weltpolitik, die internationalen Beziehungen und das politische Denken entmilitarisieren. Wir müssen die Budgets von militärischen Zwecken hin zu solchen umverteilen, die mit der menschlichen Sicherheit zusammenhängen. Der Sicherheitsbegriff selbst muss neu gedacht werden! Sicherheit bedeutet in erster Linie, den Menschen Nahrung, Wasser (das bereits knapp ist), eine gesunde Umwelt und natürlich die absolute Priorität der menschlichen Gesundheit zu gewährleisten. (Interview mit Interfax, April 2020)

Die globalisierte Welt

Wir leben in einer globalisierten Welt, haben sie aber noch nicht völlig verstanden, haben nicht gelernt, wie wir alle darin gut leben können. Wir sind EINE Menschheit! Wir leben alle auf EINEM Planeten! („Was jetzt auf dem Spiel steht“, September 2019)

Moral, universelle Werte, Achtung vor dem Individuum, vor der Würde des Menschen – all das muss zu einem integralen Bestandteil der Weltpolitik werden. (Gespräch mit Franz Alt)

Ideologie

Ich bin kategorisch gegen eine Politik und eine Ideologie, die das Leben und das Glück der Menschen einer abstrakten Idee zum Opfer bringen. Da macht es für mich auch keinen Unterschied, unter welcher Losung man den Menschen das Glück raubt. Wir haben auf das ideologische Vorgehen verzichtet, um zu moralischem Vorgehen zu gelangen.

Mein Großvater sagte mitten in einer heftigen ideologischen Kampagne: „Was der Mensch braucht, ist vor allem ein Paar bequeme Schuhe.“ (Gespräch mit Daisaku Ikeda)

Religion

Der Mensch muss sich auf etwas Großes, etwas Unerschütterliches stützen können. Ich bin selbst nicht religiös, doch ich kann verstehen, warum man Halt bei Gott sucht.

Vielleicht liegt hier das Geheimnis aller Religionen, ihre Gemeinsamkeit: Nicht das Ritual, die Zeremonie, die Liturgie sind wichtig, sondern die Stimme des Gewissens. Gewissen ist nicht materialistisch zu erklären. Es ist möglicherweise das wichtigste Argument dafür, dass der Mensch eine Seele hat. Den Menschen nach dieser Logik zu retten heißt, seine Seele zu retten. So habe ich die Bergpredigt verstanden: Der Mensch soll lernen, die dunklen Seite seiner Seele unter Kontrolle zu bringen.

Ich denke, dass es in der Tiefe der menschlichen Seele ein ursprüngliches Zusammengehörigkeitsgefühl zum Menschengeschlecht gibt. Um des künftigen Weltfriedens willen muss man dieses globale Bewusstsein in jedem Menschen kultivieren. Darin liegt der Schlüssel zum Kosmopolitismus, zur Überwindung der nationalen Feindschaft, die Kriege hervorbringt. (Gespräch mit Daisaku Ikeda)

Das XXI. Jahrhundert

„Das XXI. Jahrhundert wird entweder das Jahrhundert der totalen Verschärfung der tödlichen Krise oder ein Jahrhundert der moralischen Läuterung und spirituellen Erholung der Menschheit sein. Ihre umfassende Wiederbelebung. Ich bin überzeugt, dass wir alle – alle vernünftigen politischen Kräfte, alle spirituellen und ideologischen Bewegungen, alle Konfessionen – aufgerufen sind, diesen Übergang, den Sieg der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit zu ermöglichen. Damit das XXI. Jahrhundert ein Jahrhundert der Wiederbelebung, ein Jahrhundert des Menschen wird.“ (Leitprinzip der Gorbatschow Foundation, Moskau)

Die wachsende Kriegsgefahr

Wenn angesichts dieser angeheizten Stimmung einer die Nerven verliert, werden wir die nächsten Jahre nicht überleben. Ich sage so etwas nicht leichtfertig. Ich mache mir wirklich allergrößte Sorgen. (Interview mit dem Spiegel, Januar 2015)

Die heutigen militärischen Aktivitäten ähneln zunehmend den Vorbereitungen auf einen echten Krieg. Das Ziel der US-Außenpolitik besteht darin, neue Atomwaffen für einen flexibleren Einsatz zu entwickeln. Was nichts anderes bedeutet, als die Schwelle für den Atomwaffeneinsatz stetig zu senken. Die Welt steht vor einer akuten unkontrollierbaren militärischen und politischen Konfrontation der beiden führenden Weltmächte. Alle bisher geschaffenen Mechanismen zur Friedenssicherung sind entweder beschädigt, gelockert oder bedroht. („Was jetzt auf dem Spiel steht“, September 2019)

Immer häufiger hört man Stimmen, die einen Krieg und die Anwendung von Gewalt für akzeptabel halten. Wieder wird das Loblied auf Atomwaffen gesungen. Es liegt Krieg in der Luft! Um der Macht willen, sind die Falken zu allem bereit. Wenn die Folge der Politik Krieg ist, dann nieder mit dieser Politik! Kommt endlich zur Vernunft. Hört auf! Jede Aktion ist zu stoppen, die uns einer Katastrophe näher bringt – das ist das Gebot für verantwortungsvolle Politiker. (Novaja Gaseta, März 2020)

Zur deutschen Ukrainepolitik

Das neue Deutschland will sich überall einmischen. In Deutschland möchten anscheinend viele bei der neuen Teilung Europas mitmachen. Deutschland hat im Zweiten Weltkrieg schon einmal versucht, seinen Machtbereich nach Osten zu erweitern. Welche Lektion braucht es noch? (Interview mit dem Spiegel)

Eine neue europäische Sicherheitsarchitektur

Was Europa angeht, so ist es an der Zeit, einen neuen Großen Vertrag zur Modernisierung des europäischen Sicherheitssystems zuwege zu bringen. Dieses äußerst wichtige Dokument muss auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs aufgesetzt und beschlossen werden – so, wie es 1975 in Helsinki und 1990 in Paris der Fall war. Eine neue Sicherheitsarchitektur muss her. (Gespräch mit Franz Alt)

Die Rolle der Friedenbewegung

Ich erinnere mich gut an die lautstarke Stimme der Friedensbewegung gegen Krieg und Atomwaffen in den 1980er-Jahren. Diese Stimme wurde gehört! (Gespräch mit Franz Alt)

Krieg

Krieg ist eine Niederlage, ein politisches Versagen! Es ist sinnlos, sich zu verstecken, abzuwarten oder Bedrohungen zu ignorieren. Niemand kann sich mehr verstecken! (Interview mit Interfax)

Die Bedeutung jedes Einzelnen

Meine dringlichste Botschaft lautet: Es ist an der Zeit, dass jeder Mensch und jede Nation ihre Rolle in der globalen Entwicklung überdenkt. Jeder muss sich einbringen. Jeder hat eine Aufgabe zu erfüllen. Erst das persönliche Engagement jedes Einzelnen wird es ermöglichen, dass auf der Erde eine neue Zivilisation gedeihen kann. (Essential Thoughts, 2019)

Und heute?

Machen wir uns noch einmal die gewaltige Chance klar, die sich damals einen Wimpernschlag der Geschichte lang für den gesamten Planeten eröffnet hatte: Mit Michail Gorbatschow war Mitte der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts ein Mann an die Spitze einer Supermacht gelangt, der nicht nur national, sondern wahrhaft global dachte und nichts weniger anstrebte, als eine atomwaffen-, nein: gewaltfreie Welt. Seit John F. Kennedys berühmter „Strategy of Peace“-Rede vom 10. Juni 1963 an der American University in Washington hatte die Welt von einem führenden Staatsmann solche Worte nicht mehr gehört!

Danach leider auch nicht mehr.

PS: Ob Michail Gorbatschow auch über seinen Tod hinaus wirksam bleibt, das liegt nun einzig und allein an uns! (Oder, um ihn selbst noch einmal zu zitieren: „Jeder muss sich einbringen. Jeder hat eine Aufgabe zu erfüllen. Erst das persönliche Engagement jedes Einzelnen wird es ermöglichen, dass auf der Erde eine neue Zivilisation gedeihen kann.“)

Mit freundlicher Genehmigung von Globalbridge.

Leo Ensel

Dr. Leo Ensel („Look at the other side!“) ist Konfliktforscher und interkultureller Trainer mit Schwerpunkt „Postsowjetischer Raum und Mittel-/Ost-Europa“. Veröffentlichungen zu den Themen „Angst und atomare Aufrüstung“, zur Sozialpsychologie der Wiedervereinigung sowie Studien über die Deutschlandbilder im postsowjetischen Raum. Im Neuen West-Ost-Konflikt gilt sein Hauptanliegen der Überwindung falscher Narrative, der Deeskalation und der Rekonstruktion des Vertrauens. – Der Autor legt Wert auf seine Unabhängigheit. Er fühlt sich ausschließlich den genannten Themen und keinem nationalen Narrativ verpflichtet.
Mehr Beiträge von Leo Ensel →

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34 Kommentare

  1. Das Perverse am wohl der Wahlmanipulation in Sachsen-Anhalt dienenden und heute Abend anstehenden False-Flag-Theater ist, dass man sich über eine nicht gezündete, angebliche russische Drohne echauffiert und gleichzeitig so tut, als sei es das selbstverständlichste der Welt, dass der Leipziger Flughafen als Hauptumschlagplatz für den Nato-Krieg gegen Russland fungiert.

    1. Ja, wegen der Drohne machen sie ein Geschrei und die Grünen würden gleich die Kriegerklärung überreichen.
      Aber für den Schaden durch die Sprengung der Nordstream-Pipline gibt es Milliarden über Milliarden Teuros als deutsche Danksagung.

      Schade dass der Verbraucher die Täter mit samt den Grünen nicht auf Schadensersatz verklagen kann.

    2. Es gibt schon wieder einen neuen Anschlagsversuch – Seltsam jetzt wo der Merz-Klingbeil-Regierung alle Felle in Sachsen-Anhalt davonschwimmen, und die AfD erstmals einen Ministerpräsidenten stellen könnte, häufen sich „die Anschlagsversuche…“ – überwiegend auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.

      Zufall? Seltsam – ich glaube da nicht dran 😉

      Wer wohl wirklich dahintersteckt?

      Wer profitiert den letztendlich von „diesen Anschlagsversuchen“?

      Halten die uns wirklich für so dumm, diese sehr durchsichtige Manipulation nicht zu durchschauen?

      Zynische Grüße
      Bernie

      1. „Halten die uns wirklich für so dumm, diese sehr durchsichtige Manipulation nicht zu durchschauen?“ – wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen, die große Mehrheit durchschaut die Manipulation nicht und ja, ist in dieser Hinsicht leider „dumm“…🤷

        1. oder gleichgültig, weil etwas Besseres ist weit und breit nicht in Sicht und die Republik befindet sich fest in den Klauen der NATO und der Atlantiker…seit die BSW so gnadenlos vernichtet wurde, neige ich manchmal auch dazu…

  2. Ob eine neue Zivilisation gedeihen kann, bezweifle ich stark.
    Der avisierte Nobelpreisträger für Frieden, Amtierende US Politik Darsteller, sagt :
    Der Irankrieg kostet weniger als die Ukraine!
    Das ist eine zivilisatorische Entwicklungen, weil der US Staatshaushalt auf über 40 Billionen gewachsen ist, ohne die anderen Billionen Defizite zu benennen.

    Das bedeutet, daß eine mögliche Welt in Frieden, den Erpresser zu bezahlen hat, damit dieser Kapitalismus weiterhin bestehen „muss“.
    Was hier geschieht auf dieser Weltebene ist, das alle Staaten sich dem vorherrschenden System beugen, damit das Kapital weiterhin herrschen wird.
    Die Dystopie ist Realität geworden, nur die Menschheit,, will das nicht wahrnehmen.

  3. Aus heutiger Sicht muss man feststellen, dass Gorbatschow zu leichtgläubig den Erzählungen des Westens vertraute. Was umso erstaunlicher ist, da er der Führer einer kommunistischen Partei war, der mit den Schriften von Lenin eigentlich vertraut sein sollte wonach der Imperialismus das höchste Stadium des Kapitalismus sei.

    Eine Nachlässigkeit, die erst der Nicht-Kommunist Putin wieder korrigierte – nachdem das Malheur bereits eingetreten war, nämlich Russland ein imperialistisches Opfer der globalen Kapital-Klasse.

    1. Interessant, dass die RF (ehemals Sowjetunion) es in knapp 35 Jahren vom Kommunismus zu höchsten Stadium des Kapitalismus geschafft hat. Das sind gerade mal 1,5 Generationen.
      Den Wandel muss man erst mal hinbekommen.

      1. während der Jelzin-Clan Zeit waren sehr viele US Berater vor Ort, und so konnten die Oligarchen Chodorkovskyj Abramovitsch & co. überhaupt entstehen und sich etablieren…
        ich fand die Aussage eines US Senators als die Beste „die Russen sitzen auf unserem Öl“

        1. Während der Putin-Clan-Zeit hat sich da nicht viel verändert. Die Personen wurden durchgewechselt, die Korruption und das Oligarchensystem bleibt bestehen.
          Jelzin hat wenigstens nicht Hunderttausende von Russen als Kanonenfutter verheizt. Vielleicht war und ist es für die Bevölkerung besser einen friedlichen Säufer im Kreml zu wissen, den einen gewissenlosen Autokraten.

      2. Aber Russland ist im Schwarm der Kapitalisten-Klasse nur ein kleiner Fisch. Was die imperialistischen Möglichkeiten doch erheblich eindämmt, zumal sich Russland aktuell sogar westlichen Vernichtungsambitionen erwehren muss.

        1. Wer spricht bei Russland noch von Kapitalismuns. Das ist nur Beiwerk.
          Russland ist durch und durch eine imperialistische Diktaturen. Da spielt die Musik.

      3. @Ottono

        in knapp 35 Jahren vom Kommunismus zu höchsten Stadium des Kapitalismus

        Was ja nach kommunistischer Lehre kein Fortschritt, sondern Rückschritt ist. Übrigens folgt nach Imperialismus Sozialismus (oder Barbarei). Da würden Sie vermutlich die Barbarei vorziehen.

        1. Sie haben keine Ahnung ob ich rechts, links oder Mitte bin, aber fabulieren in der Gegend rum. Peinlich
          Ich bin gegen Diktatoren, Imperialisten, Nazis und … Fabulierer.

          1. Na klar weiß ich das. Das ist doch aus Ihren Äußerungen klar ersichtlich. Sie stehen hinter dem herrschenden neoliberalen und neokolonialen Regime.

    2. @garno
      Die werden sich nie ändern
      Westeuropa und die USA sind das Krebsgeschwür der Welt.

      P.S. Heute ist Antikriegstag, dazu:

      „Hört und seht die Unerträglichkeit der erneuten Militarisierung, der Verführung unserer Kinder zum Krieg, der Verniedlichung des massenhaften physischen wie psychischen Sterbens, solange ihr noch Ohren und Augen habt. Und auch für die Überlebenden gibt es kein Zurück aus der Hölle des Kriegs:“

      „Dunkelheit, die mich gefangen hält
      Alles, was ich sehe
      Absolutes Grauen
      Ich kann nicht leben
      Ich kann nicht sterben

      Gefangen in mir selbst
      Der Körper ist meine Gefängniszelle
      Eine Landmine nahm mein Sehen

      Nahm meine Sprache
      Nahm mein Gehör
      Nahm meine Arme
      Nahm meine Beine
      Nahm meine Seele

      Zurück blieb mir das Leben in der Hölle“

      Quelle: https://friedensnoten.de/beitraege/gefangen-in-der-hoelle-des-krieges/

    3. Da war halt der sowjetische Ex-Kommunist und Geheimdienstler Putin wesentlich realistischer und weitsichtiger als der sowjetische Ex-Oberkommunist Gorbatschow.

  4. Dank an den Autor für diese interessante Kompilation der Ansichten von Gorbatschow. Er war imho ein „Ausnahmemensch“, aber bedauerlicherweisw dabei zu blauäugig. Die Entwicklung der (politischen) Welt spricht klar gegen seine Hoffnungen und Träume, auch wenn wohl viele von uns sie begrüßt haben mögen.

    DIe Realität schaut leider anders aus und um 17.15h soll es eine BPK (Bundespressekonferenz) geben, die das weitere Vorgehen der BRD gegen Russland zum Thema hat.
    Und diesmal ist es nicht „off topic“, daß ich an einen anderen 1. September erinnere und mich an (->) Gleiwitz erinnert fühle. Damals war es halt Polen, heute scheinen wir mit den Polen gegen Russland In’s Feld zu ziehen.
    Vae victis!

    1. Die Hasardeure in Berlin sollten sich klar machen, dass die Russen nie mehr einen Fuß eines deutschen Soldaten auf russischem Boden dulden werden….Vae victis…

    2. > Die Entwicklung der (politischen) Welt spricht klar gegen seine Hoffnungen und Träume, auch wenn wohl viele von uns sie begrüßt haben mögen.

      Allerdings hat er die damals auch realisiert. Das ist doch sein Verdienst.
      Die Relativierung passt nicht, heute sind die Lebenden dran, den Vorwurf müssen wir also uns machen.

  5. Ach was Gorbatschows Worte sind die eines sowjetischen Diktators – Glaubt ihr nicht, dann lest mal die Bücher des Historikers ilko sascha kowalczuk – vor allem die letzten beiden 😉

    „Freiheitsschock“ und „Faschismus ist keine Meinung“ – der Autor bezeichnet den letzten Präsidenten der UDSSR in beiden Büchern als sowjetischen Diktator – und dessen Nachfolger Putin als Anführer eines faschistischen Landes, dass Russland heißt 🙁

    So wird der Kampf gegen Rechts nichts Herr Iilko sascha kowalczuk 😉

    Ich poste es nur hier um mal darauf hinzuweisen was für Stilblüten die neue Russenfeindlichkeit so – vom Antikommunismus des Herrn ilko sascha kowalczuk gar nicht erst anzufangen….. 😉

    Sarkastische Grüße
    Bernie

    1. Werter ‚Bernie‘!

      ‚Geschichte‘ schreiben stets die Sieger, schon mal gehört? Auch wenn Gorbatschow nur noch eine Fußnote der Geschichte ist, so hat er doch vieles angestossen. So auch den Zerfall des (russischen, nicht kommunistischen!) Imperiums, was einem Herrn Putin natürlich nicht gefällt. Wäre Gorbatschow nur ein weiterer Diktator in der Tradtion der Zaren und Generalsekretäre der KPdSU gewesen, hätte niemand einen Putsch gegen ihn gewagt oder gar durchführen können.
      Wie ich schon vorhin schrieb: „zu blauäugig“ und halt ein ‚Gutmensch‘. Dummerweise in einem Land, das ca. ein halbes Jahrtausend nur die Knute der (auch roten) Zaren kennt.
      Für den Hinweis auf Kowalczuk sei Dir gedankt, aber die meisten ‚Historiker‘ (wie z.B. Neitzel) sind nur noch ‚Hysteriker‘ und haben von Geschichte so gar keine Ahnung. SIe waren weder direkt dabei noch noch werten sie historische Texte und Funde aus. (Stellenbeschreibung für Historiker). Stattdessen mischen sie sich in das aktuelle Politgeschehen ein und sollten sich daher besser „Politologen“ nennen. So meine unmaßgebliche Meinung.

      Egal, es kracht vermutlich bald und ich habe dafür immer eine Flasche guten Sekt in der Kühlung liegen 😉 Die werden meine LAdy und ich dann auf dem Balkon öffnen – kurz, bevor die (nukleare) Sonne aufgeht 🙂

  6. In dem schwachen Moment (als die SU zusammenbrach) haben die USA zugeschlagen.
    Es gibt wohl Aussagen, so ungefähr, aus dem Kopf wiedergegeben … (aus dem Link unten)

    Wollen wir es mit Russland aufnehmen wenn sie schwach sind oder wollen wir warten bis sie wieder stark sind?
    Also … dann los jetzt …
    Von daher alle Ehren für Gorbatschow, aber die US Bande verfolgt seit Trumans Beginn im Jahr 1945 ununterbrochen das Ziel, Russland zu zerstören und sich alles anzueignen. Trump hat dies kürzlich so deutlich formuliert, dass es keinen Zweifel mehr gibt: „Ihr habt es, wir wollen es, wir nehmen es.“ Sicherlich verstehen das sogar die Russen. Wer angegriffen wird und sich weigert, den Angreifer anzuerkennen, verliert.
    Es gib keine einzige Stimmen aus der Wall Street oder dem Silicon Valley, die sagen hört auf damit, lasst uns Frieden machen.
    Der Reichtum der Supereliten wird mit diesen Kriegen „geschützt“ und für die Zukunft „gesichert“
    Jeffrey Sachs sagt und bringt es auf den Punkt:
    Wir (die USA) sind die wohlhabendste Nation der Welt. Wir sind reich – die anderen sind arm – so soll es bleiben – dafür nutzen wir unsere militärische Stärke. alles andere ist Bullshit. Die Welt soll arm bleiben damit USA reich bleiben.

    https://youtu.be/rgM_Aj7EESw?si=LMDJzRtbq7WylwxR
    Professor Jeffrey Sachs joins Pascal Lottaz to argue that the Ukraine war is a long-running US proxy conflict with Russia. He discusses NATO expansion, post-Cold War policy, US power and elite interests, Europe’s economic costs, and the risks of escalation. Sachs also outlines what he sees as a path to peace: Ukrainian neutrality, no further NATO expansion, and ending US wars.

  7. Gorbatschow mag menschlich überragend gewesen sein.
    Politisch war er jedoch ein naiver Träumer und wurde vom Westen hemmungslos über den Tisch gezogen.
    Er war für den Zusammenbruch der Sowjetunion verantwortlich. Wenn er auch deren Auflösung nicht zustimmte, so hat er doch den Weg dafür geebnet. Die Sowjet-Bürger mussten in dem folgenden wirtschaftlichen Niedergang einen hohen Preis bezahlen.
    Damals begann es auch, dass durch seine weiche Haltung, der Westen den Respekt vor der Sowjetunion verlor, was sich dann später auf Russland übertrug.
    Russland muss heute einen Krieg in der Ukraine führen, damit der Westen Russlands elementare Sicherheitsinteressen respektiert.
    In der Zeit vor Gorbatschow war das für die SU nicht notwendig.

  8. Gut gemeint ist nicht gut gemacht: das war Gorbatschow.

    Aber das war auch eine Folge davon, dass sich in der SU wie in der DDR eine im Grunde kleinbürgerliche Führungsklique herausgebildet hatte. Da legte man dann Wert auf vergoldete Wasserhähne, was man so hörte. Wie auch immer, „progressiv“ war was anderes.

    Und so schüttete man das sozialistische Kind mit dem Bade aus. Um die Segnungen des Kapitalismus zu genießen. Die sich dann als Katzengold entpuppten.

    Putin machte anschliessend den Fehler, den US-Konzernen den von Chodorkowsky schon eingefädelten Zugriff auf die russischen Bodenschätze zu verderben. Das machte Russland wieder zum Feind.

    1. Aber das war auch eine Folge davon, dass sich in der SU wie in der DDR eine im Grunde kleinbürgerliche Führungsklique herausgebildet hatte. Da legte man dann Wert auf vergoldete Wasserhähne, was man so hörte.

      lol.
      Im November 1989 fiel eine Heerschar Journalisten in Wandlitz ein, um die Wasserhähne des Politbüros der Bevölkerung zu präsentieren. Aber 35 Jahre später beruft man sich wieder auf’s Hörensagen.

      Hier: https://youtu.be/2zDyR4bni_Q?t=629
      Nein, sie waren nicht vergoldet.

      1. Mir ist es ja egal, ob sie vergoldet waren oder nicht. Aber die Herrschaften machten durchaus einen spiessbürgerlichen Eindruck. Revolutionärer Elan war da nicht festzustellen. Nicht anders im vergreisten ZK der UdSSR.

        1. Mir ist es ja egal, ob sie vergoldet waren oder nicht.

          Aber mir nicht. Seit 35 Jahren wird eine unverhohlene Kampagne zur Diskreditierung meiner alten Heimat gefahren. Jedes Detail der DDR, das sich zur Erzeugung von Empörung eignen könnte, wurde von der Aufarbeitungs-Forschung und Presse durchgekaut.
          Wenn das unbefriedigte Ressentiment dennoch Sachen hinzu erfindet erhebe ich Einspruch.

          Aber die Herrschaften machten durchaus einen spiessbürgerlichen Eindruck. Revolutionärer Elan war da nicht festzustellen.

          Welcher unbekannte Revolutionär spricht denn da?
          Bei Brecht hieß es 1949 bekanntlich allegorisch: „Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns. Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.“
          Vermutlich sehen Revolutionäre der Ebene ohnehin anders aus als Gebirgskämpfer.

          Ich hatte zwar in den 1980-er Jahren auch mit den ‚alten Herrschaften‘ gefremdelt, aber sieben aus der letzten vor-Krenzschen Auflage des Politbüros hatten halt noch die Gefängnisse der Nazis von innen gesehen.
          Nach ihnen folgte nicht „revolutionärer Elan“, sondern Schaumschlägerei – inspiriert übrigens von dem „Ausnahmepolitiker“, dem dieser Artikel gewidmet ist.

  9. Als ich 1998 in Ufa war, habe ich keinen einzigen Menschen gefunden, der auch nur ansatzweise Gorbatschow nicht abgrundtief verachtet hätte.

    Durch seine erratische Reformpolitik hat er die sowjetische Wirtschaft in weniger als einem Jahr an den Rand des Zusammenbruchs geführt. Er ist verantwortlich für den Zusammenbruch der Sowjetuniok und hat den Boden für den Ausverkauf das Landes an die Kleptokratie eines Jelzin, Gaidar, Beresowski oder Chodorkowski gelegt. Aussenpolitisch hat er im kalten Krieg kapituliert. Die (meist nur temporären) Abrüstungsverträge waren das Zugeständnis des Westens an diese Kapitulation. Die von ihm so begründete neue Ordnung hat trotz seiner wohlklingenden Reden zu vielen neuen Kriegen, von Jugoslawien, bis hin zu Abchasien, Ossetien, Tschetschenien, Armenien/Aserbaidshan und nicht zuletzt dem in der Ukraine geführt.

    Die Zitate zeigen Gorbatschows von Wunschdenken geprägtes Voluntaristisches Politikverständnis. Gefeiert wird er so nur im Westen, von den Siegern des Kalten Krieges.

    Was aus der Sowjetunion und dem Ostblock bei weniger erratischer Politik hätte werden können, demonstriert trotz weitaus schlechteter Voraussetzungen heute China.

    Zum Schluss für die russisch Sprechenden, eine sarkastische „Hymne“ auf Gorbatschow eines Ukrainers:
    Михаил Елизаров – „Горбачёв“
    https://www.youtube.com/watch?v=f5GbB9OaAlc

  10. Es wurden 2800 Mittelstreckenraketen einfach vernichtet. Die der NATO und des Warschauer Pakts. Für mich der Grund, warum wir hier noch herumlaufen. Eins dieser Dinger wäre sicher einmal losgegangen, die Kettenreaktion auslösend.

    Die Deutschen waren restlos begeistert. Da waren alle bisherigen Ressentimens beseitigt, was die Beobachter überraschte. Es hat Jahrzehnte der Diffamierungspropaganda bedurft, um das ins Gegenteil zu verdrehen.

    Nochmal zum Ende der Sowjetunion. Über ihr Schicksal wurde abgestimmt und sie hat die Wahl gewonnen. Hier das, was heute natürlich in den Giftschrank verbannt wurde:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Referendum_in_der_Sowjetunion_1991

    Große Mehrheit für den Erhalt der Sowjetunion. Das war der Volkswille. Dann kam im Sommer dieser Pusch von Geheimdienstlern. Hätte er den kommen sehen müssen? Weiß man nicht. Diese jedenfalls mussten alsbald abdanken, denn sie hatten von nirgends Unterstützung. Dann sprang Jelzin in den Ring und erklärte sich zum Regierungsschef. Illegal natürlich, aber der Westen jubelte. Und dann tat er das, was der Westen immer wollte: er trat aus der UdSSR aus, gleichzeitig mit Ukraine und Weißrussland. Warum? Das brachte die sofortige Entmachtung der KPdSU mit sich, die zur „Partei eines fremden Staates“ erklärt wurde. Krass entgegen der Märzabstimmung.
    Die Duma hat das 1993 so festgestellt. Da ließ Jelzin die Panzer anrollen.

    Gorbatchow für das Ende der Sowjetunion verantwortlich zu machen, ist nicht richtig. Der Vorgang war illegal.

  11. Im Jahr 1997 war ich auf einer Dienstreise in den USA. Dort hatte ich eine reine zufällige Begegnung mit John Vessey, ehemaliger höchster Soldat der USA. Von 1982 bis 1984 Stellvertretender Generalstabschef des Heeres. (Vice Chief of Staff of the Army)
    Aus diesen Gedankenaustausch sind mir drei Bemerkungen für immer in Erinnerung geblieben. John Vessey sagte etwa folgendes:
    “Während meiner militärischen Laufbahn habe ich viele Länder und Völker kennen gelernt. Dabei gehören die Deutschen mit zu den besten Völkern. Sie haben einen Schiller, Goethe und Kant hervorgebracht. Sie haben ihr Land auch immer wieder aufgebaut. Aber die Deutschen gehören auch zu den Blödesten, denn sie haben auch das, was sie mir ihrer Hände Arbeit geschaffen haben, immer wieder mit den Arsch eingerissen. Und das werden sie auch immer wieder tun.“ (Wie wahr !!!!!)
    Die zweite Aussage: “Kein amerikanischer Präsident wird es zulassen, das sein Land atomar vernichtet wird. Dafür haben wir andere, die vor uns und für uns über die Klinge springen werden.“ (Wie Wahr !!!!!)
    Wir sprachen auch über die “deutsche Einheit“.
    John Vassey konnte es nicht so recht verstehen, das wir nicht die historische Chance genutzt haben, die einmalige Chance, zu einer staatlichen Selbstständigkeit im Osten Deutschlands. Über Gorbatchow hatte er überhaupt keine gute Meinung, eher eine abfällige.
    “Gorbatschow hat auch nur den Dollar und das harte Geld geliebt und hat nur das gemacht, was wir Ihm vorher gesagt haben.“ (Wie Wahr !!!!!)
    Ich habe keinen Grund an den Aussagen von John Vassey zu zweifeln. Das erklärt natürlich auch, warum es nie eine schriftliche, rechtsverbindliche Aufzeichnung der Aussage zur NATO-Osterweiterung gegeben hat und auch warum der “Zwei plus Vier Vertrag“ nicht das Papier wert ist, auf dem er geschrieben steht. Er beinhaltet keine Konsequenzen, wenn die Vertragsbedingungen oder Vertragsverpflichtungen nicht eingehalten werden.
    Gorbatschow gehört für mich mit zu den größten geldgierigsten Ganoven und Verbrechern im letzten Jahrhundert. Die aktuelle weltpolitische Lage ist das Werk dieses Verbrechers!

    1. > “Gorbatschow hat auch nur den Dollar und das harte Geld geliebt und hat nur das gemacht, was wir Ihm vorher gesagt haben.“ (Wie Wahr !!!!!) Ich habe keinen Grund an den Aussagen von John Vassey zu zweifeln.

      Nein, Wie Falsch !
      Man muss unterscheiden zwischen seiner Friedens und Perestroika Politik, die hat ihm keiner eingeredet. Und seiner Wirtschaftspolitik, da haben wohlmeinende „Experten“ aus dem Westen versucht Russland zu erklären wie der Umbau aussehen sollte. Das ging gründlich schief. Woraus sich dann anscheinend Vassey naiv zusammenstrickt Gorbatschov wäre nur eine Marionette gewesen. Das ist aber auch grundfalsch. Mit „Experten“ haben wir seit Corona und Russland ja mittlerweile auch so unsere Erfahrungen gesammelt.

  12. Gorbatschows Gedanken wirken heute fast wie aus einer anderen Welt.

    Aus meiner langjährigen Erfahrung im internationalen Anlagenbau habe ich die Verschiebung der Märkte über viele Jahre miterlebt. Amerika war zunächst einer der wichtigsten Märkte. Seine relative Bedeutung nahm jedoch ab, während Russland ein bedeutender Abnehmer blieb und China immer stärker wurde und schließlich an die erste Stelle rückte. Auch der Nahe und Mittlere Osten entwickelte sich zu einem wichtigen und verlässlichen Markt.

    Diese Entwicklung begann allerdings nicht erst heute. Der iranische Markt brach bereits unter George W. Bush durch die zunehmenden Sanktionen weitgehend weg. Später kamen Syrien und Libyen hinzu. Damit gingen für die westliche Industrie ganze Märkte verloren oder wurden massiv eingeschränkt.

    Gleichzeitig entwickelte sich China vom wichtigen Kunden zum industriellen Konkurrenten.

    Für mich ist das ein wichtiger Teil zum Verständnis der heutigen Welt. Wirtschaft und Geopolitik lassen sich nicht voneinander trennen.

    Deshalb sollte man sich fragen: Wem nützt diese Entwicklung? Wer gewinnt, wer verliert? Und welche langfristigen Interessen stehen dahinter?

    Ich glaube nicht an einen einzigen großen Masterplan. Aber ich glaube auch nicht, dass man all diese Entwicklungen ohne machtpolitische und wirtschaftliche Interessen betrachten kann.

    Gorbatschows Idee war gemeinsame Sicherheit statt dauernder Konfrontation. Davon sind wir heute leider wieder sehr weit entfernt.

    Und eines sollten wir uns immer bewusst machen:

    Was wir ziemlich sicher wissen, ist, dass wir nicht alles wissen.

    Gerade angesichts von Atomwaffen sollten wir deshalb vorsichtig sein mit einfachen Feindbildern und politischen Gewissheiten.

  13. Auch wenn Gorbatschov in Russland nicht gut angesehen ist, nicht ganz unberechtigt da seine Wirtschaftspolitik versagt hat. Bin ich doch der Meinung seine Leistung was Frieden und das Ende des eisernen Vorhangs betrifft sollte hoch gewürdigt werden. Die Meinung habe ich btw auch schon damals 1985-89 vorgebracht.

    Auf das Bild oben ist man nicht eingegangen. Da verbirgt sich durchaus mehr dahinter. Es war eine große Leistung Reagan von der Russophobie zum Friedensvertrag zu bringen. Reagans Entourage war wohl ziemlich entsetzt als er aus dem 2er Gespräch rauskam und eine „360 Grad“ Wende hingelegt hat. Da hat man Reagan jahrelang vom bösen Russland erzählt und bumm umgedreht. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.

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