Wie die NSDAP? Echt jetzt?

Nationalsozialisten
Nationales Digitales Archiv, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sieben Gründe, warum die AfD keine neue NSDAP darstellt.

Charlotte Knobloch hat es nun auch getan: Sie sieht in der AfD starke Parallelen zur NSDAP – ja, sie fühle sich an jene Partei aus der deutschen Geschichte erinnert, wenn sie die AfD erblicke. Damit steht die ehemalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden nicht alleine da, schon seit geraumer Zeit verortet man die AfD irgendwo im Jahre 1933. Immer wieder wird von drohender Machtergreifung gesprochen – und darüber, wie sie an die Tradition der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) anschließe. Manche Gleichsetzung wird gar in psychotischer Manier – oder Manie? – betrieben.

Konsistent ist diese Gleichsetzung – ja, es ist nicht mal mehr ein Vergleich, sondern man behauptet ja, dass die AfD die wiederbelebte historische Partei von einst sei – jedoch nicht. Wo genau die beiden Parteien deckungsgleich sein sollen, wird so gut wie nie erläutert. Sicher, man bringt hier und da den Nationalismus ins Spiel, der beiden eigen ist – aber wäre das das Kriterium, müsste man auch manche antikolonialistische linke Bewegung aus Afrika oder Südamerika als Nachfolgeorganisation der NSDAP einordnen. Natürlich zieht man auch den Rassismus heran, scheut aber die Erklärung, dass der Rassismus der NSDAP programmatisch war, während jener, den man in der AfD findet, individueller Natur entspringt und nicht Teil des Parteiprogrammes ist.

Warum die AfD eine Partei ist, die sogar stark gegen die Vorstellungen und Motivationen der historischen NSDAP steht, lässt sich an folgenden sieben Punkten darlegen.

Deregulierte Marktwirtschaft vs. dirigistische Volkswirtschaft

Zwar wurde der linke Strasser-Flügel bereits 1934 gewaltsam aus der NSDAP eliminiert [redaktionelle Anmerkung: Otto Strasser verließ bereits 1930 die NSDAP, sein Bruder Gregor wurde 1934 ermordet –siehe auch: Strasser-Krise], dennoch etablierten die Nationalsozialisten einen Sozialstaat, den es vorher auf deutschen Boden in diesem Umfang noch nicht gegeben hatte. Freilich kamen aber nur Volksgenossen auf ihre sozialstaatlichen Kosten. Dass dieser völkische Sozialstaat nicht alleine der Fürsorge entsprang, sondern die Bevölkerung für die nationalsozialistische Herrschaft erwärmen und bei Laune halten sollte, steht dabei außer Frage – aber jedes sozialstaatliche System existiert aus Gründen des Kalküls, auch das hiesige.

Die AfD tut sich mit sozialstaatlichen Gedanken hingegen schwer – sicher, der Höcke-Flügel kokettiert häufig mit dem Label (einer wie auch immer gearteten) sozialen Gerechtigkeit. Sollten diese Anflüge ernst gemeint sein, so spricht das dennoch nicht für die Mehrheit der Gesamtpartei. Die wandelt eher auf den Spuren eines schlanken Staates – dazu kommen wir gleich noch – und sieht im Sozialstaat eine Institution, die mindestens so stark gewuchert habe, dass nur ein forcierten Sozialstaatsabbau für sie in Frage kommt.

Außerdem vertritt die AfD ausdrücklich Privateigentum, Vertragsfreiheit, Wettbewerb, Deregulierung und soziale Marktwirtschaft. Die NSDAP verband dagegen Privateigentum mit massiven interventionistischen und kollektivistischen Forderungen: Verstaatlichung von Trusts und Unternehmen, Gewinnbeteiligung an Großbetrieben, »Kommunalisierung« großer Warenhäuser, »Brechung der Zinsknechtschaft« und eine Wirtschaftspolitik, die letztlich den Interessen der sogenannten Volksgemeinschaft untergeordnet wurde. Eine deregulierte Marktwirtschaft entsprach dem in Teilen durchaus kapitalismuskritischen Nationalsozialismus nicht – wenngleich er den Kapitalismus natürlich nicht marxistisch angriff, sondern als Fremdherrschaft durch das Weltjudentum ablehnte. Die AfD sieht jedoch ein solch dereguliertes Modell, in dem der Staat möglichst einflusslos bleibt, als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft.

Zivile Parteikader vs. uniformierte Parteimilizen

Während die NSDAP mit der SA – später auch mit der SS – über paramilitärische Milizen verfügte, die in den Jahren der Weimarer Republik für Angst und Schrecken sorgten, manchen politischen Kontrahenten füsilierte und schlicht totschlug – ähnlich, wenn auch im kleineren Umfang, agierten kommunistische Trupps zu jener Zeit –, kann die heutige AfD mit solchen Einheiten nicht aufwarten. Sicher, manchem AfD-Politiker wirft man Nähe zu Neonazikreise vor – und das mag auch für den einen oder anderen zutreffen. Teil der Partei sind diese gewaltbereiten Truppen allerdings nicht. Die AfD-Führungsriege lehnt öffentlich die Nähe zu solchen Neonazis ab – die NSDAP distanzierte sich von ihren Milizen jedoch nie.

Es gibt also schlicht keinen bewaffneten Arm der Partei – ja, noch nicht mal eine uniformierte Parteiorganisation. Der Parteikader der AfD trägt zivil – das Thema Uniformierung kam allerdings Anfang des Jahres in der AfD auf: In Rheinland-Pfalz sprach sich die Landespartei für Schuluniformen aus.

Die Milizen wurden als Parteiarmee der NSDAP verstanden. Und sie erfüllten damit eine politische Funktion. Sie sollten Gegner einschüchtern, Veranstaltungen sprengen, Straßen und öffentliche Räume beherrschen, politische Gegner zusammenschlagen und eliminieren. Der Kampf um die Macht erfolgte nicht nach den zivilen Regeln des Parlamentarismus – zumindest nicht ausschließlich –, der Terror sollte die Machtergreifung einleiten und das Land mürbe machen für einen nationalsozialistischen Zugriff. Die NSDAP fuhr eine Doppelstrategie: Sie nahm den Weg durch die Institutionen und bediente sich gleichzeitig des Terrors auf den Straßen. Eine solche Doppelstrategie der AfD ist jedoch nicht zu erkennen.

Veränderung des Systems vs. Abschaffung des Systems

Die historische NSDAP war erklärtermaßen antiparlamentarisch – auch wenn sie ins Parlament strebte – und wollte zu guter Letzt die parlamentarische Demokratie beseitigen. Ihr Programm zielte auf einen autoritären Staat ab; dieser sollte zielgerichtete Politik machen, ohne den lästigen Umweg der Kompromissbildung. Als sie 1933 das parlamentarische System abschaffte – man schaffte es faktisch nicht ab, der Reichstag wurde nicht dauerhaft aufgelöst, sondern als Institution eingefroren –, war das eine längst angekündigte Maßnahme, die im Vorfeld immer wieder thematisiert wurde.

Die AfD fordert dagegen unter anderem Volksentscheide nach Schweizer Vorbild und bekennt sich in ihrem Programm zu Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit. Sie deutet nirgends an, antiparlamentarisch gesittet zu sein. Das schließt antidemokratische Positionen einzelner Mitglieder oder Strömungen nicht aus – das ist allerdings ein Problem, mit dem sich jede Partei zwangsläufig aufhalten muss. Programmatisch ist der Antiparlamentarismus innerhalb der AfD jedoch nicht – in der NSDAP war er es aber sehr wohl.

Die NSDAP beseitigte die Möglichkeit, eine spätere Wahl und damit die Macht wieder verlieren zu können – dass sie es tun würde, sobald sie könne, war zuvor öffentlich verhandelt worden. Einen solchen Diskurs gibt es bei der AfD allerdings nicht – wenngleich ihr Kritiker unterstellen, sie verstelle sich hier nur. Beweise dafür gibt es allerdings nicht, kann es auch gar nicht geben – wie sollte man eine solche Behauptung belegen können?

Partei voller Individualisten vs. Führerprinzip

Die Partei Hitlers war auf ihn ausgerichtet. Er war die Führergestalt – sein Wort war Gesetz, wenngleich auf verschiedenen Ebenen immer wieder austariert wurde, wie man Hitlers Vorgaben auf eine Weise interpretieren konnte, die der eigentlichen Stoßrichtung entgegenstand. Dieses Führerprinzip etablierte die NSDAP dann auch gesellschaftlich – ein klar hierarchisiertes Deutschland formierte sich. Innerhalb der NSDAP und NS-Apparat führte das aber zu starkem Kompetenzgerangel der jeweiligen Bereichsführer – nach Außen galt die Ausrichtung »am Führer« allerdings als alternativlos.

Ganz anders sind die Verhältnisse in der AfD gelagert. Sie formierte sich 2013 als eine Partei, in der viele Individualisten politischen Einfluss gewinnen wollten, den sie in der Merkel-CDU – die übrigens stark an der Führungsfigur dieser Dame ausgerichtet war und sich geradezu kollektivistisch der Bundeskanzlerin unterordnete – nicht mehr zu gewinnen glaubten.

Bis heute hat sich diese individuelle Kultur innerhalb der AfD erhalten – was man auch daran spürt, dass die verschiedenen Landesverbände ganz unterschiedliche politische Vorstellungen pflegen. Über Alice Weidel munkelt man im politischen Berlin, dass sie der Partei nur deshalb so lange vorsitze, weil sie sie nicht führe – würde sie dies jedoch anstreben, würde sich die individualistische AfD dagegen sträuben und sie eher loswerden wollen. Viele Mitglieder der AfD verstehen sich als Libertäre – und das ist eine Klientel, die sich nicht gerne unterordnet, weder in Staat noch Partei.

Vereinzelter Rassismus vs. rassistischer Markenkern

Wie schon erwähnt, finden sich innerhalb der heutigen AfD durchaus Stimmen, die auch mit rassistischen Motiven kokettieren. Die NSDAP kokettierte aber nicht mit Rassismus – und schon gar nicht nur in Einzelfällen –, sondern war von Anfang an auf die Etablierung eines Rassenstaates fokussiert. Schon im 25-Punkte-Programm, das bereits Anfang der Zwanzigerjahre vorlag, wurde gefordert, Juden die deutsche Staatsbürgerschaft zu verweigern oder gar abzuerkennen.

Hier zeichnet sich noch ein Punkt ab, der die Gleichsetzung beider Parteien nahezu unmöglich machen sollte: Die NSDAP war hochgradig antisemitisch – der NS-Staat tötete am Ende Juden millionenfach. Die AfD versteht sich im Großen und Ganzen als proisraelisch. Nach dem Hamas-Anschlag vom 7. Oktober 2023 positionierte sich die Bundespartei eindeutig: Sie stand auf der Seite Israels – auch noch, als die ersten Meldungen vom brutalen Vorgehen israelischer Soldaten in Gaza publik wurden. Die AfD verurteilt hingegen den importierten Antisemitismus und steht kritisch dem Islam gegenüber, den sie für den Zuwachs an antisemitischen Akten verantwortlich hält – die NSDAP pflegte zwar nur wenige Kontakte zum Islam, meist aber pragmatische bis wohlwollende.

Im AfD-Programm gibt es kein entsprechendes biologisches Rassenkonzept und keine Forderung, deutschen Juden aufgrund ihrer Abstammung die Staatsbürgerschaft abzuerkennen.

Nationalstaatliche Außenpolitik vs. Expansionspolitik

Der Nationalsozialismus strebte nach Lebensraum im Osten – Osteuropa sollte ein deutsches Kolonialreich werden; Kolonien in Afrika galt den Nationalsozialisten als widernatürlich. Die territoriale Expansion galt innerhalb der NSDAP als Vorrecht deutscher Außenpolitik. Im Oktober 1933 trat Deutschland aus dem Völkerbund aus – die AfD strebt mitnichten einen Austritt aus der NATO an, sondern baut auch weiter auf die transatlantische Brücke.

Außenpolitik versteht die AfD als nationalstaatliches Unterfangen – es muss nach ihrem Dafürhalten immer um »deutsche Interessen« gehen, wenn man außenpolitisch auftritt. Den Nationalstaat will sie nicht abschaffen, sondern bewahren – eine etwaige Expansionspolitik strebt sie programmatisch nicht an, wenngleich sie für eine verteidigungsfähige Bundeswehr eintritt.

Kritiker werfen der AfD vor, mit dem Fokus auf den Nationalstaat bitteren Nationalismus zu betreiben, der dem der Nationalsozialsten von einst zu Ehre gereiche. Aber dieser Vorwurf ist infam, denn es dürfte schon einen bedeutenden Unterschied ausmachen, ob man außenpolitisch auf militärische Expansion setzt und europäische Nachbarn unterwerfen möchte, oder ob man eine selbstbewusstere Außenpolitik im international gesetzten diplomatischen Rahmen einfordert.

Totalitärer Staat vs. Begrenzung des Staates

Der Nationalsozialismus wollte Staat und Gesellschaft vollkommen ideologisch durchdringen: Jugend, Kultur, Medien, Verbände, Arbeitswelt und schließlich selbst das Privatleben wurden der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft untergeordnet. Der Staat galt ihnen als das höchste Wesen, ihm ist alles zu unterwerfen – das Individuum galt hingegen wenig, es war Teil eines Kollektivs, dem es sich unterordnen sollte.

Die AfD argumentiert wirtschafts- und gesellschaftspolitisch dagegen vielfach gerade mit weniger staatlicher Intervention, Eigenverantwortung, Föderalismus und Subsidiarität. Sie fordert dazu auf, den Staat zu verschlanken, ihn möglichst aus allen Bereichen, in denen das möglich ist, herauszuhalten. Im Privatleben habe der Staat gar nichts zu suchen.

Der übergriffige Staat ist ein zentraler Kritikpunkt im Œuvre der AfD. Die NSDAP war hingegen das Gesicht eines total übergriffigen, eines totalitären Staates. Die AfD setzt auf bürgerliche Selbstverantwortung, die NSDAP forderte volksgenossenschaftliche Unterordnung ein.

War damals doch nicht alles so schlimm?

Es gäbe noch einige Punkte, die man anführen könnte, die sich aber zumindest teilweise bei den bereits oben abgehandelten sieben Punkten einfügen ließen. So war die NSDAP beispielsweise eine revolutionäre Partei – 1934, mit der Eliminierung Röhms, hatte man zwar der »ewige Revolution«, die die SA befürwortete, eine tödliche Abfuhr verpasst. Aber sie blieb im Kern noch immer revolutionär, baute darauf, einen neuen Menschentypus zu etablieren, den »nationalsozialistischen Menschen«, ein Zurück zur alten Ordnung war für die NSDAP ausgeschlossen. Revolutionär ist die AfD nicht, sie baut auf konservative Elemente, teilweise argumentiert sie auch reaktionär – sie galt lange Zeit als Partei, die zurück in die Fünfzigerjahre wolle, mittlerweile unterstellt man ihr »die Dreißigerjahre«, sie strebt also keinen neuen Menschen an, sondern weint dem »alten Menschen« nach.

Es ist schlicht abenteuerlich, die AfD mit der NSDAP vergleichen zu wollen. Noch abenteuerlicher ist es, dass die Presse diese kuriosen Gleichsetzungen abdruckt, ohne dies kritisch zu hinterfragen. Es ist erschreckend, wie wenig historische Ahnung beispielsweise eine ehemalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden zu haben scheint – aber auch der Journalismus, der solcherlei Meldungen streut, kann hier offenbar nicht durch historisches Wissen glänzen.

Längst hat sich das Narrativ verfestigt, wonach die AfD genau so ist, wie die NSDAP war. Welche NSDAP eigentlich? Die vor der Macht? Oder die, die die Macht ergriffen hatte? Aber beide Versionen dieser nationalsozialistischen Partei haben mit der AfD wenig gemeinsam. Die Gleichsetzung stellt daher mindestens einen Akt geschichtsvergessenen Revisionismus‘ dar. Wenn AfD und NSDAP sich so angeglichen haben, muss man sich wirklich fragen, wie wenig dramatisch die Politik war, die im Namen der NSDAP – und ihres Führers – gemacht wurde. Es ist also mindestens lächerlich, das Dritte Reich mit der AfD gleichsetzen zu wollen, denn zu unterschiedlich sind beide. Die Gleichsetzung forciert eine Umdeutung der deutschen Geschichte, die man lapidar so lesen könnte: Es war halt doch nicht alles so schlimm. Aber die Narrative zu AfD und Nationalsozialismus sind längst so etabliert, da hilft auch keine Analyse mehr, um Klarheit hineinzubekommen. Die Angelegenheit ist eine Glaubens- und keine Wissenssache.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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46 Kommentare

  1. Es hat nie eine Demokratie oder gar „Sozialstaat“ gegeben, nirgendwo auf dieser Welt, weil kein Staat dieser Erde, das wohl des Bürgers im Sinn hat.
    Seit 1974 bekunde ich das und daran werden auch die Blauen nichts ändern, ganz sicher wird, wie ich schon 2017 schrieb, das Gegenteil eintreten, denn mit dem unvermeidlichen Rechtsruck, werden alle humanistischen und zivilisatorischen Errungenschaften der letzten 150 Jahre in die Tonne getreten.

    1. Es hat nie eine Demokratie oder gar „Sozialstaat“ gegeben, nirgendwo auf dieser Welt, weil kein Staat dieser Erde, das wohl des Bürgers im Sinn hat.

      … könnte man lange drüber diskutieren. Es fehlen zur Einordnung Begriffe wie „Nation“, „Staat als Machtinstrument der herrschenden Klasse“, „Diktatur des Proletariats“ etc.

      Das Wohl des Bürgers? Wer ist der Bürger? Das wohl der Arbeiter und Bauern war schon mal im Sinn …

    2. Ganz meine Meinung, kurz und bündig ausgedrückt!
      Ganz so früh habe ich das nicht geblickt, zugegeben, aber mittlerweile
      bin ich an diesem Punkt ebenfalls angelangt.
      Habe ich mir einen eigenen Kommentar gespart!

    3. @Adel verpflichtet

      Es ist müssig darüber zu spekulieren, ob es eine Demokratie oder gar „Sozialstaat“ gegeben hat oder geben wird, es hat aber sehr wohl Versuche gegeben – und wird auch weiter Versuche geben – einen Staat zu etablieren, der einem „Sozialstaat“ möglichst nahe kommt.

      Ein Beispiel so eines Versuchs war die Sowjetunion, ihr Nachteil war, dass sie einer überwältigen Umgebung von feindlichen., kapitalistischen Oligarchien ausgesetzt war und dass sie der Ansicht war sich nur mit diktatorischen Mitteln dagegen durchsetzen zu können.

        1. Oh – Sind Sie ein Anarchist?

          Also ich weiß nicht ob es ganz ohne Staat funktionieren könnte, weil dann ist ja jeder sein eigenes Gesetz. Im Grunde gilt dann das Recht des Stärkeren. Recht hat wer die größte Knarre hat. Ich bin mir nicht sicher ob es ein schönes Leben wäre.

          Es habe nie eine Demokratie gegeben. Das ist etwas worüber man lange philosophieren könnte. Es fängt schon mit der Frage an was überhaupt Demokratie sein soll. Die Herrschaft des Volkes dem Wort nach. Aber was soll das eigentlich sein? Jeder Einzelne hat seine eigene Vorstellungen, es muss ja irgendeine Art von Konsensbildung geben. Und an der praktischen Lösung dafür scheitert es meistens, selbst wenn man Korruption und Machtmissbrauch ausklammern könnte. Die alten Griechen sollen es erfunden haben. Vielleicht könnte man da mal schauen wie sie es denn eigentlich gemacht haben. Aber dann stellt man fest, dass in der „Originaldemokratie“ nur Männer aus ein Paar einflussreichsten Familienclans Athens wählen durften. Alle Anderen waren streng genommen nicht einmal „Volk“. Geschweige denn die vielen Sklaven die komplett entrechtet waren. Insofern würde ich schon ein Stück zustimmen, dass es die Demokratie im Sinne der Herrschaft des Volkes nicht gegeben hat und ich würde sogar sagen dass es das auch gar nicht im Maßstabs eines Staates geben kann. Bestenfalls im Maßstab eines Zeltlagers vielleicht. Aber das ist jetzt meine persönliche Meinung. Das hochhalten der vermeintlichen Demokratie in den Staaten, die den Anspruch erheben demokratisch zu sein erinnert mich an meine Jugend in der Sowjetunion. Im Westen heißt es oft in der Sowjetunion habe es Kommunismus gegeben. Aber das stimmt ja so auch nicht. Streng genommen im Kommunismus nach Marx dürfte es keinerlei Ausbeutung geben. Doch letztendlich wurde auch dort die Lebenszeit jedes Einzelnen durch den Staat ausgebeutet. Es dürfte im Kommunismus streng genommen noch nicht einmal Geld geben. Doch das gab es auch in der Sowjetunion. Jedoch erhebte die Sowjetunion selbst nach innen gar nicht den Anspruch darauf den Kommunismus implementiert zu haben. Das war ein Klischee des Westens über die Sowjetunion. Sich selbst definierte die Sowjetunion als Sozialistisch und den Kommunismus anstrebend. Doch in seiner reinsten Form wäre Kommunismus nie erreichbar gewesen. Es blieb stets als ein Ideal nach dem man strebt, aber niemals erreicht. Man könne sich dem Ideal nur annähern aber nicht wirklich erreichen. Sollte Marx recht behalten ist Kommunismus auch nicht etwas was man installieren könne. Nach Marx entsteht es zwangsläufig und ganz von alleine nach dem epischen Scheitern des Kapitalismus. Im Grunde was Marx lehrt ist, dass Kapitalismus zum scheitern verurteilt sei, und dass nach seinem Scheitern Kommunismus und eben nicht Anarchie entstehen sollte. Man könne ihn nicht einfach künstlich aufbauen, das sei (nach Marx) die natürliche Folge des unvermeidlichen Scheiterns des Kapitalismus. Ob er da recht behalten sollte werden wir wohl sehen, oder auch nicht.
          Ähnlich ist es mit Demokratie. Das ist nicht ein funktioniertes System oder ein Regelwerk, dass man implementieren könne. Das ist nur eine Ideologie, etwas was man anstreben, dem man sich möglichst annähern kann, aber nicht in einer reinen Form existieren kann. Jedenfalls nicht im Maßstab einer Staatsform.

          Jede Staatsform sei korrupt: Ich finde diese Aussage ist in sich nicht schlüssig. Eine Staatsform an sich kann ja nicht „korrupt“ sein. Korrupt sind immer einzelne Individuen, die sich persönlich auf Kosten anderer bereichern. Das tun sie auf die eine oder andere Weise unabhängig von der Staatsform in welcher sie leben. Und es gibt solche Menschen relativ gut verteilt in jeder Staatsform. Ganz egal ob eher liberal oder eher autoritär. Mehr oder weniger sichtbar, aber Korruption gibt und gab es überall. Das würde es also auch ganz ohne Staatsform in einer Anarchie auch geben. Wahrscheinlich noch mehr, da es gar nicht mehr bekämpft werden würde.

  2. In meinen Augen haben solche Vergleiche einzig den Zweck, sich keinesfalls mit dem tatsächlichen Programm der AfD beschäftigen zu wollen. Mutmaßlich liegt das nicht daran, daß die Damen und Herren, die solche Vergleiche ziehen, dazu nicht in der Lage wären, und schon gar nicht, weil es daran nichts zu kritisieren gäbe, sondern weil sie es einfach nicht wollen, wohlwissend, daß dieses Programm einfach nur die extremere Version des realen Kurses ist, auf dem sich dieses Land seit geraumer Zeit befindet und der von kaum einer parlamentarischen Kraft infrage gestellt wird.

    1. Wie ich immer betone, ist die AfD eine willkommene und „gewollte“ Opposition, mit der „man“ den braven Bürgerkindern drohen kann, wenn sie nicht neoliberal-mainstreamig spuren. Und wenn die AfD doch regieren sollte, ist „man“ auch nicht traurig darüber, es geht sogar, wie Sie zurecht sagen, extremer weiter. Außerdem wird die AfD ihre „Friedensattitüde“ beiseite legen, sollte sie regieren. Dafür wird schon Elon sorgen…

    2. Der Zweck ist meiner Meinung nach die Dämonisierung und Kriminalisierung von politischen Gegnern. Eine ziemlich autoritäre Methode wohlgemerkt. Insbesondere wenn dafür Macht missbraucht wird und Medien in gleichgeschalteter Weise instrumentalisiert werden. Die Bereitschaft zum Einsatz von autoritären Methoden im Übrigen ist etwas was Jene die das machen oder sich instrumentalisieren lassen, etwas was sie mit der NSDAP gemeinsam haben.

  3. Die NSDAP mit der AfD zu vergleichen ist unanständig,lachhaft und dumm.
    Frau Knoblauch sollte mal nach Israel schauen.
    Da sollte sie mal vergleichen.

  4. Die Nationalsozialisten waren eine rechtsradikale Partei, die den damals zugkräftigen Sozialismus nutzen wollte, um zusammen mit dem Gift des Nationalismus genügend Stimmen des Pöbels zu fischen, um sich gegen die damals etablierten Machtstrukturen durchzusetzen, mit dem Ziel, das System zu zerschlagen und ein neues, vollständig auf den Erhalt der eigenen Macht ausgerichtetes totalitäres System zu schaffen.

    Die AfD ist eine rechtsradikale Partei, die den heute zugkräftigen (Neo-)Liberalismus nutzen will, um zusammen mit dem Gift des Nationalismus genügend Stimmen des Pöbels fischen will, um sich gegen die aktuell etablierten Machtstrukturen durchzusetzen. Es gibt mehr als genug extremistische Anteile innerhalb der Partei, die keinen Zweifel an den Zielen lassen, sollte es dieser Partei gelingen, an die Macht zu kommen.

    Natürlich gibt es genug Unterschiede, die es nicht opportun scheinen lassen, einfach den alten Namen wieder zu verwenden. Wäre Nallis statt Nazis in Ordnung?

    1. Ich denke dass man bei der AfD Ursprung und Entwicklung der Partei genauer betrachten sollte! Sie ist im Verlauf der Finanzkrise entstanden,weil Persönlichkeiten aus der Wirtschaft( Henkel) ein Problem damit hatten ,dass D im Sinne Europas Milliarden in Rettungsschirme steckte, dafür weitere Staatschulden aufnahm! Man vertrat neben der EU Skepsis auch wirtschafts und neoliberale Positionen! Ich weiẞ nicht welchem Jahrgang sie angehören aber Nationalkonservatismus und völkischen Nationalismus gibt es bereits seid Bestehen der BRD! Ich erinnere mich u.a. an Plakate in den 70ern – „Ausländer raus“ bei der NPD ! Zulauf für die AfD kam gerade von diesen beiden Seiten ! Gauland entstammt diesen Reihen und stieg in der Parteispitze auf! Mittlerweile sind alle gemässigten Politiker weg vom Fenster- verdrängt von (Ultra)Rechten oder aber vor ihnen geflüchtet.
      Der rasante Anstieg an Wählerstimmen vor allem im Osten ist dem Unstand zu verdanken, das neben der wirtschaftlichen Zerschlagungen durch die Treuhand ganz D seid 2007 im Krisenmodus ist. Die globale Finanzkrise hat sich zu einer schweren globalen Wirtschaftskrise entwickelt mit schweren Folgen für Otto N!
      Wie 1933 ein Nährboden für aufkeimenden Nationalismus!
      Nur dass dieser Neonationalismus andere Ziele hat! Schluss mit dem Sozialstaat,raus mit allen Ausländern die diesmal Hauptschuldige sind ,raus aus der EU…!
      Die meisten Wähler haben nicht ins Parteiprogramm geschaut ist meine Meinung verstärken eigene Feindbilder aber durch Aussagen der AfD! Corona und Flüchtlingskrise gaben den Rest!
      Sie glauben Versprechungen ohne zu erkennen dass das Geld dafür fehlt und vor allem Reiche und Gutverdiener von den Plänen profitieren. Erbschafts- und Grundsteuer sollen u.a. wegfallen – wie dann die versprochene Rentenerhöhung staatlich mit finanzieren? Strikter Investitionsstop- wie Arbeitsplätze sichern? Die AfD leugnet im Bund den Menschen gemachten Klimawandel,hofiert Putin und Trump! Trotzdem bundesweiter Zulauf!
      Gefällt vor allen die verbale Dresche für die etablierten Parteien bzw. Politiker?
      Wenn die sich dann noch streiten statt die Krisenkarre gemeinsam aus den Dreck zu ziehen freut das die Blauen! So geschehen auch in der Weimarer Republik der ersten parlamentarischen Demokratie mit 49 Parteien! Die von der Wirtschaft gestützte NSDAP profitierte von der groẞen Not der Bevölkerung aber auch dem verletzten Stolz durch Versailles !
      Jetzt sind nur CDU/ CSU/ SPD in der Regierung und Streit ist in Sicht.Linke und Grüne üben Kritik ,die FDP ist Dank Lindner raus und die AfD könnte sich eigentlich still verhalten! Macht sie jetzt auch damit es in Thüringen mit der Mehrheit klappt!
      Der Osten wird es vormachen- die Brandmauer wackelt.m bereits .Ich kann das verstehen!
      Erst die Unterdrückung und Pleite unter dem Kommunismus,dann die Zerschlagung bisheriger Sicherheiten bis hin zum Identitätsverlust unter dem Kapitalismus. Was war noch das Versprechen von H. Kohl -blühende Felder? Denkste- kommt mal nach Berlin ,Potsdam …- Sahneschnittchen für Investoren und wir haben keine Wohnung mehr geschweige denn Arbeit und soviel Ausländer hatten wir auch nicht! Da ist er wieder- der verletzte Stolz! Wir waren doch mal wer und hatten bischen was- alles nichts mehr wert?!?
      Da überlegt man schon ob ein Mehr an Nationalismus nicht angebracht ist und wählt AfD!

  5. Wenn man den Nationalismus nur der AfD zuschreibt, ist man völlig schief gewickelt. CDU, SPD, Grüne, Linkspartei sind alle hochgeradig nationalistisch und rechts.

    Die homöopathischen Dosen, die die AfD da mehr hat, kann man schon analysieren, aber der Elefant im Raum führt uns gerade in den dritten Weltkrieg.

  6. Ich hoffe, dass der Autor Recht behält, allein, mir fehlt der Glaube. Nach jedem Bundesparteitag waren die Positionen radikaler. Überall gilt das Mantra lernfähiger Organisationen. Die Blauen in Deutschland und Österreich sind intelligent genug, dieses Mantra zu verinnerlichen und umzusetzen. Sie wären ja auch schön blöd, wenn sie 90 Jahre später mit den alten Mitteln und Methoden versuchten, ihre Ziele umzusetzen. Zu offensichtlich, zu schnell Gefahr laufend, doch verboten zu werden. Der AfD gelingt, was Sahra Wagenknecht nicht gelingt: eine breite Basis zu schaffen. Hat man eine ausreichend breite Basis, ergibt sich die Legitimation von selbst. Die Braunen hatten im März 1933 über 40 Prozent, also genug Rückhalt in der Bevölkerung. So viel Rückhalt hat es letztlich ermöglicht, in Rekordgeschwindigkeit das Rechtssystem der Weimarer Republik abzuschaffen. Ich war nicht dabei, kann mir aber vorstellen, dass das, was dann geschah, so von den über 40 Prozent eher nicht gewollt war. Wass passiert, wenn die „richtigen Leute“ das Sagen haben, sehen wir an der Aushöhlung der Demokratie in den USA: in Rekordgeschwindigkeit. Gebt den Leuten die Macht und sie werden sie gebrauchen – in ihrem Sinne. Den „Wolf im Schafspelz“ gibt es nicht ohne Grund. Es gehört schlicht dazu, sich populär und anschlussfähig zu geben, wenn man Zustimmung will.
    So sehr ich seine Beiträge in aller Regel schätze: Hier macht es sich der Autor zu leicht. Weiterführende Argumente gern hier nachlesen: https://freiheitsrechte.org/uploads/publications/Demokratie/GFF_AfD-Gutachten.pdf
    Wiebke Hollersen hat es die Tage auf den Punkt gebracht: Ein Verbotsverfahren ist noch kein Verbot. Wenn im Ergebnis des Verfahrens die AfD entlastet wird, dann ist es so. Ein Verfahren haben die Braunen weder beim Verbot der KPD noch im Juni 33 beim Verbot der SPD geführt. Am 14. Juli 1933 war der Einparteienstaat besiegelt. Ich bezweifle, dass die NSDAP mit diesen Plänen vorher hausieren gegangen ist. Nur in der Schreibtischschublade lagen sie schon.

    1. Bin zwar total gegen irgendeine Art Zensur/Verbot/Einordnung bzgl. „Verfs.treue“ – aber Danke für den Link.
      Hatten Sie schon Zeit da reinzulesen?

      p.s. Eigentlich interessant, dass neoliberale Praktiken und Programme nicht als verf.feindl. gelten. Obwohl diese doch nachweislich die freiheitl.-demokrat. Grundordnung der Gesellschaft am ehesten bedrohen bzw. zerstören.

      Sind Immobilienkonzerne in dieser Hinsicht verf.feindlich? Auf alle Fälle.
      Rüstungsunternehmen? Logo.
      Medienhäuser, die heimlich mit inländischen und ausländischen Geheimdiensten kooperieren, um die Öffentlichkeit zu belügen und zu manipulieren? Ich nehme es an.
      Da bleibt fast nichts, das mit Macht ausgestattet ist und NICHT verf.feindlich wäre… wenns uns denn tatsächlich ums Gemeinwohl ginge…
      ;-P

    2. Welchen Wert und vor allem welche geistige Unabhängigkeit hat denn das Gutachten einer Einrichtung, die gegenüber dem zu dieser Zeit von Frau Faeser (SPD) geführten Bundesinnenministerium weisungsgebunden und nachgeordnet ist??

      Dieses „Gutachten“ ist bereits von so einigen Autoren kritisch auseinandergenommen worden.

    3. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte ist keine Partei und keine staatliche Stelle, aber eben auch keine neutrale Informationsquelle. Sie ist eine klar positionierte NGO mit eigenen gesellschafts und rechtspolitischen Zielen und möchte politische und gesellschaftliche Entwicklungen aktiv beeinflussen. Auch bei den Gründern und Verantwortlichen gibt es deutliche Verbindungen beziehungsweise politische Nähe zum links grünen, liberal progressiven Spektrum, beispielsweise bei Malte Spitz, der langjährig in führenden Gremien der Grünen aktiv war.

      Das macht die GFF nicht automatisch unglaubwürdig. Man sollte ihre Veröffentlichungen aber als Argumentation aus einer bestimmten politischen und gesellschaftlichen Perspektive einordnen und nicht mit neutraler Berichterstattung oder unabhängiger Rechtsprechung gleichsetzen.

  7. Die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und junger Familien aus Sachsen-Anhalt setzt jetzt bereits ein und sie ist irreversibel. Von einem Schuldirektor in Berlin weiß ich, dass sich an seiner Schule und den Nachbarschulen, mit denen er in Kontakt steht, momentan mehr migrantische Lehrer aus Sachsen-Anhalt bewerben, als diese Schulen aufnehmen können.

    Ich weiß genau, dass der germanengläubige Höcke ein völkischer Nazi im Sinne der NSDAP ist! Ich bin mit Großeltern großgeworden, die völkische Nazis, aber auch kinderlieb waren und mich als ihren Enkel fortwährend agitierten, während meine 1968er Eltern dagegen hielten. Daher kenne ich das, was Höcke predigt. Als sie starben und ihr Haus saniert wurde, fielen ein Hitlerbild und mehrere Pistolen, illegal aus der ehemaligen SA-Gruppe meines Großvaters, aus der Wand. Keines ihrer fünf Kinder (Mutterkreuz!) war erstaunt.

    Es besteht kein Zweifel dass die AfD in einflussreichen Teilen diesem klassischen Faschismus anhängt. Jedoch – sagt Georg Fülberth – ist sie „NOCH keine faschistische Partei. Das macht sie aber nicht weniger gefährlich“, wie Fülberth aufgrund seiner Faschismusanalyse feststellt.

    „Eine toxische Kombination der Gegenrevolution von oben und unten findet man in der AfD. Alice Weidel ist keine Plutokratin [wie Musk], wohl aber eine Verehrerin von Musk.“ (Fülberth)

    | * * * *

    Wie lautet das 6-Punkte Regierungsprogramm, welches Ulrich Siegmund – Sachsen-Anhalts oberster AfD-Kreidefresser – in einem langen Monolog in einem befreundeten Videokanal „Ben ungescriptet“ vorlegte? –
    Aus diesem Gespräch fasst die Welt vom 19.08.2026 — https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a80229d28e0c1c407f03abe/ben-ungeskriptet-die-muessen-dieses-land-verlassen-siegmund-kuendigt-remigration-und-umbau-von-behoerden-an.html — Siegmunds Regierungsprogramm wie folgt zusammen:

    __ „‚Die müssen dieses Land verlassen‘ – Siegmund kündigt ‚Remigration‘ und Umbau von Behörden an“ (Titel) __

    – mit den folgenden 6 Punkten:

    1) Medienstaatsvertrag kündigen

    2) Arbeitspflicht für Asylbewerber „per Knopfdruck einführen“

    3) 4800 Menschen sofort abschieben: „Unterbringung in speziellen Einrichtungen“ (Welt). Der Moderator und Siegmund einigen sich darauf, die Landesaufnahmeeinrichtungen (LAE) umzubauen.

    4) Ein sachsen-anhaltisches ICE „nicht unbedingt“, solche unschönen Bilder seien zu vermeiden, aber eine entsprechende Task-Force

    5) NGO und Vereine finanziell ausbluten: „Ja, ich freue mich schon richtig. Ich kann es kaum erwarten“

    6) Der Verfassungsschutz soll andere Aufgaben erhalten. Im Falle einer AfD-geführten Landesregierung wolle sich Siegmund „ergebnisoffen“ mit der Zukunft des Landesverfassungsschutzes befassen. Die Welt selber, die bekanntlich auch die Hauszeitung der Geheimdienst-Beamten schon seit dem Kalten Krieg (West) ist, kommentierte am 21.08.2026: „Wer den Verfassungsschutz als politischen Hebel nutzt, öffnet die Büchse der Pandora“.

    Siegmund ist Überzeugungstäter und will die Remigration mit besonderer Konsequenz realisieren. Im Fall der Machtübernahme würde er versuchen, die Selbstidentität der rechtschaffenen Sachsen-Anhalter gegen Migration und Migranten zu stärken und die Stimmung hochkochen. So sagte er es zufolge der Welt in dem Ungescriptet-Gespräch.

    Abschließende Frage:
    Um 4800 „Sofort-Abschiebehäftlinge“ einzusperren:
    Wieviele Landesaufnahmeeinrichtungen (LAE) vom Typ Stendal oder wieviele Konzentrationslager vom Typ Oranienburg wären zu errichten?
    Wenn die Arbeitspflicht auch für Abschiebehäftlinge durchgesetzt werden soll, welcher der beiden Typen wäre dafür geeignet?

  8. Die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und junger Familien aus Sachsen-Anhalt setzt jetzt bereits ein und sie ist irreversibel. Von einem Schuldirektor in Berlin weiß ich, dass sich an seiner Schule und den Nachbarschulen, mit denen er in Kontakt steht, momentan mehr migrantische Lehrer aus Sachsen-Anhalt bewerben, als diese Schulen aufnehmen können.

    Ich weiß genau, dass der germanengläubige Höcke ein völkischer Nazi im Sinne der NSDAP ist! Ich bin mit Großeltern großgeworden, die völkische Nazis, aber auch kinderlieb waren und mich als ihren Enkel fortwährend agitierten, während meine 1968er Eltern dagegen hielten. Daher kenne ich das, was Höcke predigt. Als sie starben und ihr Haus saniert wurde, fielen ein Hitlerbild und mehrere Pistolen, illegal aus der ehemaligen SA-Gruppe meines Großvaters, aus der Wand. Keines ihrer fünf Kinder (Mutterkreuz!) war erstaunt.

    Es besteht kein Zweifel dass die AfD in einflussreichen Teilen diesem klassischen Faschismus anhängt. Jedoch – sagt Georg Fülberth – ist sie „NOCH keine faschistische Partei. Das macht sie aber nicht weniger gefährlich“, wie Fülberth aufgrund seiner Faschismusanalyse feststellt.

    „Eine toxische Kombination der Gegenrevolution von oben und unten findet man in der AfD. Alice Weidel ist keine Plutokratin [wie Musk], wohl aber eine Verehrerin von Musk.“ (Fülberth)

    | * * * *

    Wie lautet das 6-Punkte Regierungsprogramm, welches Ulrich Siegmund – Sachsen-Anhalts oberster AfD-Kreidefresser – in einem langen Monolog in einem befreundeten Videokanal „Ben ungescriptet“ vorlegte? –
    Aus diesem Gespräch fasst die Welt vom 19.08.2026 — https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a80229d28e0c1c407f03abe/ben-ungeskriptet-die-muessen-dieses-land-verlassen-siegmund-kuendigt-remigration-und-umbau-von-behoerden-an.html — Siegmunds Regierungsprogramm wie folgt zusammen:

    __ „‚Die müssen dieses Land verlassen‘ – Siegmund kündigt ‚Remigration‘ und Umbau von Behörden an“ (Titel) __

    – mit den folgenden 6 Punkten:

    1) Medienstaatsvertrag kündigen

    2) Arbeitspflicht für Asylbewerber „per Knopfdruck einführen“

    3) 4800 Menschen sofort abschieben: „Unterbringung in speziellen Einrichtungen“ (Welt). Der Moderator und Siegmund einigen sich darauf, die Landesaufnahmeeinrichtungen (LAE) umzubauen.

    4) Ein sachsen-anhaltisches ICE „nicht unbedingt“, solche unschönen Bilder seien zu vermeiden, aber eine entsprechende Task-Force

    5) NGO und Vereine finanziell ausbluten: „Ja, ich freue mich schon richtig. Ich kann es kaum erwarten“

    6) Der Verfassungsschutz soll andere Aufgaben erhalten. Im Falle einer AfD-geführten Landesregierung wolle sich Siegmund „ergebnisoffen“ mit der Zukunft des Landesverfassungsschutzes befassen. Die Welt selber, die bekanntlich auch die Hauszeitung der Geheimdienst-Beamten schon seit dem Kalten Krieg (West) ist, kommentierte am 21.08.2026: „Wer den Verfassungsschutz als politischen Hebel nutzt, öffnet die Büchse der Pandora“.

    Siegmund ist Überzeugungstäter und will die Remigration mit besonderer Konsequenz realisieren. Im Fall der Machtübernahme würde er versuchen, die Selbstidentität der rechtschaffenen Sachsen-Anhalter gegen Migration und Migranten zu stärken und die Stimmung hochkochen. So sagte er es zufolge der Welt in dem Ungescriptet-Gespräch.

    Abschließende Frage:
    Um 4800 „Sofort-Abschiebehäftlinge“ einzusperren:
    Wieviele Landesaufnahmeeinrichtungen (LAE) vom Typ Stendal oder wieviele Konzentrationslager vom Typ Oranienburg wären zu errichten?
    Wenn die Arbeitspflicht auch für Abschiebehäftlinge durchgesetzt werden soll, welcher der beiden Typen wäre dafür geeignet?

    1. „Die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und junger Familien aus Sachsen-Anhalt setzt jetzt bereits ein und sie ist irreversibel. Von einem Schuldirektor in Berlin weiß ich, dass sich an seiner Schule und den Nachbarschulen, mit denen er in Kontakt steht, momentan mehr migrantische Lehrer aus Sachsen-Anhalt bewerben, als diese Schulen aufnehmen können.“

      Anekdotische Sichtweisen ersetzen keine Realität. Ich glaube zwar schon, daß sich viele von der massenmedialen Propaganda verhetzen und in die Flucht schlagen lassen. Jedoch ist Sachsen-Anhalt schon vor langer Zeit ausgeblutet. In den 90er Jahren war das, und es war für alle ostdeutschen Bundesländer prägend: Gut ausgebildete Fachkräfte, vor allem Frauen zwischen 18 und 35 verließen ihre Heimat, meist für immer, in Richtung der „alten“ Bundesländer, weil es hier keine wirtschaftliche Zukunft mehr für sie gab. Und da gab es keine „Nazis“, die drohten, das Land zu übernehmen, das war „höchst demokratisch“, wie Union und SPD das Land verkommen ließen.

      Und die, die heute vor allem AfD wählen, das waren jene, die damals im Osten geblieben sind, um das Land aufzubauen, die vielfach keine Familien gründen konnten, weil es an Frauen mangelte, und die jetzt 35 Jahre nach der „Wiedervereinigung“ immer noch sehen, daß nichts vorwärtsgeht. Daß das Land wie ganz Ostdeutschland eine westdeutsche Kolonie ist, mit westdeutschen Eliten ab einer bestimmten Hierarchiestufe, in der man nun auch noch fürs „falsche Wählen“ bestraft werden soll (siehe das Hetztraktat von Nikolaus Blome im Spiegel).

      Es sind die Folgen dieser Politik, die uns jetzt auf die Füße fallen. Und nein, ich sehe in der AfD auch keine Lösung. Aber diese Partei ist nicht deshalb so erfolgreich, weil sie so gut ist, sondern weil alle anderen – inklusive der „Linken“ so schlecht sind.

      1. Sie reden drumherum!
        Will Sachsen-Anhalt mit seiner überalterten Bevölkerung sich abschotten?
        Wer soll die Pflege der überalterten Bevölkerung leisten? Werden das die Parteibonzen der AfD tun?

        Wenn schon der Aderlass in den 90er Jahren so groß war, viele kennen das! – Wie verhalten Sie sich heute zur Migration? Gerade weil die abgewanderten Landeskinder nicht zurückkommen: Sind Sie bereit für qualifizierte Neue?

        Wer zur Migration schweigt, verspielt seine Zukunft!

        1. Migration als Allheilmittel?

          Das ist einfach nur dumm! Wo lassen sich dann all die billigen Arbeitskräfte nieder? In Sachsen-Anhalt, um Arbeitslosengeld zu beziehen oder alte Deutsche zu pflegen? Nein! Die gehen in die westlichen Bundesländer! Weil eben die Strukturen, die in den 90er Jahren im Osten so nachhaltig zerstört wurden, auch nicht wiederkommen!

  9. Es wird ja nie soviel gelogen wie im Krieg oder im Wahlkampf. Wir haben beides.

    Wer wissen will, wohin die Reise mit der AfD geht, schaue nach Italien oder Brasilien. AfD, das sind die Leute, denen Friedrich Merz nicht wirtschaftsliberal genug ist. Militarismus und Zensur hingegen schaffen wir auch ohne die AfD.

  10. Es ist in der Tat zu fragen warum die AfD dermaßen als Schreckgespenst aufgebaut wurde, vertritt sie doch eigentlich nur Thesen, die im letzten Jahrhundert für die CDU noch normal waren. Ich vermute, das hat auch etwas mit dem Untergang des sozialistischen Ostblocks zu tun. Viele Linke wandten sich danach der Kultur zu und wurden Liberale, die auf individuelle Freiheiten fokussierten.

    Dazu passt in gewisser Weise auch die Politik von Bundeskanzler Schröder, der der Freiheit des Kapitals zum Durchbruch mit seinen neoliberalen Sozialreformen verhalf. Globalisierung verhieß Freiheit für das Kapital wie für das Individuum. Kanzlerin Merkel führte diese Politik fort. So hatte sie 2015 mit der Einladung der Flüchtlinge von der Wirtschaft wie auch von Seiten der linksliberalen Politik nur Zustimmung zu erwarten. Die Konservativen der CDU wurden überrumpelt und der Aufstieg der AfD begann.

    Dass sich diese links- und neo-liberale Ordnung (links in der Kultur und neoliberal in Wirtschaft und Sozialpolitik) bis jetzt in Europa hielt, kann ich mir nur damit erklären, dass es für das kapitalistische System von Vorteil war, da die Linken mit der liberalen individuelle Freiheit neutralisiert wurden. Es wurde zur Spielwiese der ehemaligen Linken, wo sie sich austoben und die individuellen Freiheiten zu absurden Absonderlichkeiten treiben konnten (wie Geschlechterwahn und Wokismus). Womit sie sich allerdings immer verhasster bei Konservativen und Populisten machten.

    So dürfte der heutige Kulturkampf zwischen noch herrschenden Linksliberalen und Populisten entstanden sein. Dem aktuellen Kanzler gelingt es nicht sich daraus zu befreien. Seine Sorge gilt dem transnationalen Kapital, das Freiheit braucht und keine Reglementierung. Und auch die Rechtsordnung der EU ist auf neoliberale Globalisierung ausgerichtet (so sieht das jedenfalls der EuGH). So dürften sich ungeachtet des tobenden Kulturkampfes die ökonomischen und sozialen Widersprüche weiter zuspitzen.

  11. Hier wird wieder betrieben, was diesen Unglücks-Zustand aufrecht erhalten soll:

    es werden politische Absichtserklärungen für bare Münze genommen.

    Aber weder halten sich die Altparteien (und die EU-Korruptionsverwaltung) an Absichtserklärungen sondern zerstören munter die aufgebauten demokratischen Strukturen und Arbeitnehmer- und Freiheitsrechte und nehmen die deutschen Bürger aus wie Weihnachtsgänse, noch muss sich die AfD an ihre Absichtserklärungen halten, wenn sie politische Wirkmacht erhielte.

    Mit neuen Polizei und Geheimdienst-Gesetzen, immer stärkeren Zugriffrechten auf das Zivilleben, Kommunikation, Medien, das Regiern bis in Schalfzimmer der Bürger hinein, sind wir, wenn es so weiter geht mit den aktuell an der Macht befindlichen Altpartein-Konzert auf dem besten Weg in eine traurige Zukunft.

    Aber wegen einer Partei rumschreien, die noch nie sich beweisen musste oder konnte, und nie gezeigt hat, was sie wirklich umtreibt.

    Meine Einschätzung ist: die AfD ist NOCH von Personal durchsetzt, das tatsächlich eine Verbesserung des deutschen Gemeinwesens anstrebt – ganz im Gegnsatz zu den aktuell wirkenden Kräften, die Deutschland grundsätzlich und zu den Ungunsten der Bürger umbauen wollen – und schon weit damit gekommen sind.

    Die Diskussion läuft auf der völlig falschen Basis, denn es wird über eine mögliche Zukunft (mit der AfD mit Machtbefugnisssen) schwadroniert und fantasiert – OHNE DABEI DIE REALE GEGENWART UND DEREN TENDENZEN bei einem WEITERSO MITZUBEURTEILEN!

    Ich weiß nicht, was die AfD bringt – ich weiß aber was die Zukunft bringt wenn sie in den Händen bleibt, in der sie aktuell liegt!

    Natürlich kann auch unter der AfD möglicherweise Blackrock hier weiter regieren – aber dann wäre das wenigstens ein Versuch gewesen.

    Was ist an der sPD heute noch sozial oder demokratisch seit Schröder, was ist heute and er cDU noch christlich oder demokratisch seit Merkel? Wer immer das gleiche tut, die gleichen Parteien wählt, sieht was dabie regelmäßig rumkommt und dabei hofft, dass dabei plötzlich etwas anderes herauskommt, ist nicht einfach nur lernunfähig.

    Die Altparteien halten sich nur aus einem Grund: weil sie und die Medien ein Schreckgespenst aufgebaut haben, das es angeblich zu verhindern gilt – obwohl genau damit der Schrecken immer weiter fortgesetzt wird, der Abbau immer tiefer greift.

    Es ist über all dasselbe: in Frankreich der Banker-Macron, in Deutschland der CumExOlaf, dann der Blackrock-Merz – immer werden die angeblichen kleineren Übel gewählt – und nicht etwa eine mögliche Alternative die sich so oder so herausstellen könnte.

  12. Natürlich sind die Möglichkeiten der AfD nicht die gleichen wie die der NSDAP in den 30-er Jahren des 19. Jahrhunderts, aber zahlreiche Ähnlichkeiten zur NSDAP sind nicht zu übersehen.

    Dass die AfD nicht die gleiche Gefahr darstellt wie die NSDAP in den 30-er Jahren des 19. Jahrhunderts liegt vor allem aber daran, dass das Deutschland von heute von Europa und vor allem von den USA kontrolliert wird.

    Was die Polemik der gegenwärtigen, etablierten Parteien gegen die AfD betrifft, erscheint mir als Ablenkungsmanöver von ihrer eigenen rechtsextremistischen Politik zu sein, daher bekämpfen diese Parteien die AfD NICHT wegen der rechtsextremen Politik sondern weil sie den etablierten Parteien die Wähler streitig macht.

    1. Die AFD hat sich im demokratischen Wettbewerb gegen ihre politischen Gegner behauptet, obwohl diese, an der Macht, staatliche Institutionen wie den Verfassungsschutz zu ihrem Vorteil einsetzen. Ist das fairer demokratischer Wettbewerb?

    2. Grüße aus dem PISA-Land,
      analog zu Frau Knoblochs Defiziten bezüglich der historischen Bildung glänzt der Beitrag von Henio Lachs durch Defizite bei der Bildung bezüglich der Grundrechenarten. Es ist zum Verzweifeln!

  13. Was Herr De Lapuente da über die AfD geschrieben hat,
    das sind für jeden auch nur halbwegs informierten und unvoreingenommenen Menschen absolute Selbstverständlichkeiten, teils sogar Banalitäten.
    Traurig, dass es trotzdem nötig ist, Artikel wie diesen zu schreiben. Ein Symptom für den erschreckenden geistigen und sittlichen Niedergang unserer Zeit.

    Wer De Lapuente widerspricht und anderes behauptet, der tut das mit Berechnung zum eigenen Vorteil.
    Oder er ist unfähig, Propaganda als solche zu erkennen.

  14. Wer ist gefährlicher? Eine AfD, die gesellschaftliche Veränderungen anstrebt, die auch mir nicht gefallen, oder eine radikalisierte „Mitte“, die uns schnurstracks und unverhohlen in den nächsten (und wahrscheinlich letzten) Krieg gegen Russland treibt?
    Wenn der Zug direkt auf einen Abgrund zurast und mir jemand ein Rettungsseil zuwirft, dann frage ich nicht mehr danach, ob das Seil auch aus biologisch angebautem Hanf ohne Kinderarbeit und unter Einhaltung aller Menschenrechte produziert wurde und ob mir der Seilwerfer auch sympathisch genug ist, um mich von ihm retten zu lassen.

  15. Es mehren sich auch die Stimmen in der linken Szene, die dieser Gleichsetzung ablehnen. Die Mehrheit in den linken Szenen jedoch nicht. Die politische Konsequenz ist klar: Wird die AfD dämonisiert, werden die CDU, SPD und die GRÜNEN verharmlost. In Österreich funktioniert das mit der FPÖ so nicht. Vielleicht weil wir das Land der 90%, Deutschland jedes der 110% ist.

  16. Werter Herr De Lapuente, natürlich ist die AfD keine neue NSDAP. Es ist auch nicht besonders zielführend den erneut in voller Blüte stehenden und an die Zeit anpepassten Faschismus an einer einzigen Partei oder überhaupt allein an Parteien festmachen zu wollen. Das war schon nicht besonders zielführend und auch nicht besonders erhellend, als man den historischen deutschen Faschismus allein an der NSDAP festmachen wollte. Denn vor allem läßt es das ‚Warum überhaupt Faschismus‘, warum jetzt und vor allem damit die Sponsoren außen vor.

    Viel interessanter und erhellender, anstatt sich mit den sichtbarsten Elementen von Funktionseliten, die lediglich als Willensträger übergeordneter Kräfte dienen, ist es, sich direkt mit den Netzwerken in welche diese eingebunden sind und den Machteliten selbst zu befassen.

    Das entlarvt dann ziemlich schnell die vorgetragene Demokratierhetorik, zzgl. der Frage ‚wer ist hier der Souverän‘ und noch eine ganze Menge mehr, als ein Gespinst von Lügen und Täuschungsmanövern.

    Einstweilen ist es offenkundig, daß der aktualisierte Faschismus (zur Erinnerung, das kapitalistische Endstadium) bisher keine zentrale Lichtgestalt benötigt, der man eine besondere Machtfülle übertragt, um eine Selbstermächtigung des tatsächlichen Souveräns in einer Demokratie gewaltsam zu unterbinden.

    Eine Selbstermächtigung des realiter weitgehend betäubten tatsächlichen Souveräns einer Demokratie stand auch überhaupt nicht an. Also liegt die erneute offene Etablierung faschistischer Praxis diesmal allein an der Krisenhaftigkeit des zugrundeliegenden Betriebssystems. Das wäre ein diskutabler Ausgangspunkt.

  17. Der moderne Faschismus des 21 Jhrdt. braucht keinen Nationalstaat und auch keine Nation mehr. Seinen ideologischen Kern durften wir schon während unseres neuerlichen Berlin-Besuchs -eigenartigerweise- an den dortigen Wahlplakaten der FDP mit nüchtern photogeshopten Kubicki bestaunen: „Wir schützen Eigentum“, „Eigentum schafft Freiheit. Wir schützen beides“. Da die mileistsich-libertäre Wirtschaftspolitik des modernen Faschismus des 21 Jhrdt. noch mehr Chaos und soziale Spannungen in der Gesellschaft erzeugen wird, ist bei der angestrebten Entkernung des Staates die Beibehaltung und Aufblähung bestimmter Funktionsbereiche des Staates unerlässlich: überdimensionierter Polizeiapparat, harte digitale Kontolle und Überwachung, Geheimdienste, Militär. Während die NSDAP den Begriff „Wohlstand“ in deren Rassenideologie „Nur für Deutsche“ definiert hat, gibt es mit der AfD den „Wohlstand“ nicht mal für uns Deutsche. Mit der AfD gilt auch für uns Deutsche die griffige Schwab’sche Formel: „Du wirst nix haben und uns glücklich bejubeln.“

  18. Dass die NSDAP eine revolutionaere Partei war, wurde mir erst später bewusst. Denn meiner Generation (ich bin so alt wie der Autor) wurde ueber die Schule und die Medien vermittelt, Revolution sei gut und links. Nun bemerke ich im Westen eine gewisse Revolutionsmuedigkeit, der reflektierende Blick zurück gewinnt an Attraktivitaet und eben nicht die ewige gesellschaftliche Umwaelzung.

    Betrachtet man die Technik- und Ideengeschichte, war fuer die Zeitgenossen der NSDAP noch vieles neu, heute hingegen wirkt es gezwungen bis sauer-kitschig, wenn Weidel mit Musk ueber den Mars plaudert.

    Auf welcher Seite nach Jahrzehnten der Desillusionierung weht also der Geist der Vernunft und wo herrscht der Aberglaube, das magische Denken vor? Die Unvernunft der MAGAs (und damit auch der AfD) sehe ich in der Vergoetterung der Technik und des wirtschaftlichen Wachstums, die Unvernunft bei der revolutinaeren Rechten Anfang des 20. Jahrhunderts, wie auch der Linken nach ‘45 ist der Versuch, einen “Neuen Menschen” zu kreieren. Möchte man heute eine Partei waehlen, die beides ablehnt, findet man leider keine.

    Zum “Neuen Mensch”-Seins der Linken nach ‘45 gehört der Glaube, der Mensch sei einsichtig, weshalb er an jedem Ort dieser Erde früher oder später sozialdemokratische, kooperative Gedanken entwickelt. Selbstverstaendlich wird ein solches Denken positiv, ja mitunter euphorisch aufgenommen, im Gegensatz zur Abwehrhaltung der AfD. Nur, nach Jahrzehnten des Experimentierens am Neuen Menschen stellt sich nun heraus, diese Abwehrhaltung ist wohl doch die realistischere – also vernuenftige – Option.

  19. Naja, einige Gemeinsamkeiten bestehen schon. Zum Beispiel will die AfD viele Menschen töten bzw. in den sicheren Tod schicken, will unbequeme politische Gegner mit Hilfe des staatl. Gewaltmonopols ausschalten, die letzten verbleibenen Reste der Meinungsfreiheit endhültig schreddern. Damit hätten wir schon mal 3 relevante Übereinstimmungen.
    Die AfD wird keine Gaskammern bauen oder ähnliches – das brauchen sie gar nicht. All das oben genannte ist jetzt schon machbar, mit bestehender Gesetzesslage. Und wo es das Gesetz (noch) nicht erlaubt, wird es halt geändert oder einfach ignoriert – so wie jetzt auch schon.

    Klar, einem Herr Lapuente droht kaum bis gar keine Gefahr durch die AfD. Er ist ja eindeutig Anhänger (vllt. sogar Mitglied) der Partei und auch sonst nicht auffällig. Für Millionen anderer Menschen birgt eine Macthtübernahme der offen rassist. und menschenverachtenden AfD hingegen eine reale Gefahr für Leib und Leben. Sei es wegen der Hautfarbe oder der Gesinnung.

    1. Der Artikel trifft einen wichtigen Punkt: Die Gleichsetzung der AfD mit der NSDAP ist historisch nicht haltbar. Wer die NS-Zeit wirklich ernst nimmt, sollte nicht mit der Nazi-Keule um sich schlagen, als wäre „Nazi“ einfach ein anderes Wort für einen politischen Gegner von rechts.

      Gerade Charlotte Knobloch sollte deshalb erklären, worauf ihr NSDAP-Vergleich konkret beruht. Ihre persönliche Geschichte verdient Respekt. Ihre politischen Aussagen sind deshalb aber nicht automatisch über jeden Zweifel erhaben. Auch sie müssen sich an historischen Fakten messen lassen.

      Und bevor die sogenannten Altparteien ständig mit dem Finger auf die AfD zeigen, sollten sie selbst einmal in den Spiegel schauen. CDU, CSU, SPD und FDP haben ihre eigenen belasteten Nachkriegsgeschichten. Auch bei den frühen Grünen gab es Personen mit NS-Vergangenheit. Das macht diese Parteien selbstverständlich nicht zu Naziparteien. Aber genau diese Differenzierung muss auch gegenüber der AfD gelten.

      Auch die AfD ist nicht frei von problematischen Personen und Aussagen. Aber sie hat sich in konkreten Fällen von Personen mit rechtsextremen Verbindungen getrennt. Wer daraus trotzdem die Behauptung ableitet, die gesamte AfD sei eine NSDAP-Nachfolgeorganisation, sollte dafür konkrete historische Belege liefern.

      Was mich besonders stört, ist die zunehmende Verwendung der deutschen Geschichte als politische Keule. Historische Verantwortung bedeutet Erinnerung und Aufarbeitung, aber keine Erbschuld und keinen politischen Blankoscheck.

      Mein Vater, Jahrgang 1930, hat die NS-Zeit als Kind und Jugendlicher selbst erlebt. Seine Geschichte ist wesentlich komplexer, als es pauschale Erzählungen über „die Deutschen“ vermuten lassen. Gerade deshalb lehne ich es ab, Menschen späterer Generationen eine persönliche Schuld für Verbrechen zuzuschreiben, an denen sie weder beteiligt waren noch beteiligt sein konnten.

      Auch heutige deutsche Außenpolitik muss nach heutigen Maßstäben diskutiert werden dürfen. Das gilt selbstverständlich auch für die Politik gegenüber Israel. Historische Verantwortung darf nicht bedeuten, dass Kritik an konkreten politischen Entscheidungen moralisch verboten wird.

      Dasselbe gilt für unsere Institutionen. Wenn Bürger den Eindruck haben, dass politische Lager unterschiedlich behandelt werden, muss man darüber sachlich diskutieren und konkrete Fälle miteinander vergleichen dürfen. Vertrauen in den Rechtsstaat entsteht nicht dadurch, dass jede Kritik als Angriff auf die Demokratie abgetan wird.

      Und ja, man darf auch fragen, warum manche etablierten politischen Strukturen, NGOs und Interessenverbände ausgesprochen nervös werden, wenn die AfD stärker wird. Auch der Zentralrat der Juden muss sich als politisch auftretende Organisation kritische Fragen gefallen lassen. Wer Einfluss auf Politik und Gesellschaft nimmt, darf nicht über Kritik erhaben sein.

      Das bedeutet nicht, dass jede dieser Organisationen korrupt oder „gesteuert“ wäre. Es bedeutet lediglich: Macht und Einfluss müssen überall hinterfragt werden dürfen, unabhängig davon, wer sie ausübt.

      Die NS-Zeit ist viel zu ernst, um sie zum politischen Totschlagargument zu machen. Wer die AfD mit der NSDAP vergleicht, soll konkrete historische Parallelen und Belege liefern und nicht einfach Millionen Wähler moralisch abstempeln.

      Beweise statt Beschimpfungen. Fakten statt Nazi-Keule. Keine Erbschuld und keine politischen Blankoschecks. Und vor allem: gleiche Maßstäbe für alle.

  20. Die AFD mit der NSDAP gleichzusetzen ist natürlich Quatsch.
    Solch kleinteilige Gegenüberstellung wie RdL sie da macht, braucht man da erst gar nicht.
    (Auch wenn die Argumentation in diesen Gegenüberstellungen an einigen Stellen haarsträubend ist, aber geschenkt.)

    Was sich aber dennoch in der AFD wiederfindet, sind ein Großteil der Leute, die noch irgendwelche Sympathie mit dem haben, was 1933 passiert ist, denn rechts von der AFD gibt es nichts Nennenswertes mehr. Und diese Leute, die früher die NPD und Ähnliches gewählt haben, immerhin etwa 5-8% Rechtsradikale, die es schon immer gegeben hat, die sind ja nicht einfach ausgestorben, sondern sind jetzt ein Potential, was die AFD zum Großteil aufgesogen hat. Bei der letzten Bundestagswahl hatten rechtsradikale Kleinstparteien nur noch um die 0,1% (einige sind aber wohl auch Nichtwähler geworden). Das ist ja auch einer der Gründe für den Erfolg der AFD, dass sie den rechsradikalen Rand als Wähler gewinnen konnten. Und darauf haben sie auch immer spekuliert mit taktischer Wortwahl usw. Klar.

    Und natürlich wird dieser rechte Rand in der AFD auch versuchen sein Unwesen zu treiben. Dass sie damit aber weit kommen werden, würde ich bezweifeln, denn die AFD wird gezwungen sein sich ans System anzupassen und der radikale Rand wird sich möglicherweise bald abspalten, wenn es die ersten Wahlerfolge gibt. Schon jetzt kann man ziemlich giftige Auseinandersetzungen in der Partei erkennen. Und das sind nicht nur die Weidel- und die Chrupalla-Fraktion, wobei ich die Weidel-Fraktion für die eindeutig schlimmere halte.

    Beim Kulturkampf hingegen, und das deutet sich im Wahlprogramm von Sachsen-Anhalt schon stark an, wird die AFD ein bisschen ein freies Spielfeld (im System) haben und das auch zu nutzen versuchen. Die daraus entstehenden Auseinandersetzungen mit der Restbevölkerung könnten ganz schön hässlich werden, weil die Fronten ziemlich verhärtet sind und weit auseinander liegen.

    Das ist eben eines der Probleme in einer „Demokratie“, wenn immer die Mehrheit ganz entscheiden kann. Bei solch großen Unterschieden in den kulturellen Vorstellungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen ist es nicht sinnvoll, wenn eine einfache Mehrheit dem Rest der Bevölkerung ihre kulturellen Vorstellungen überstülpen kann. Daraus kann nichts Gutes entstehen, wenn sich eine Hälfte unterdrückt fühlt. Aber es ist ja auch nicht jeweils die Hälfte.
    Egal ob nun Wokisten oder die AFD am kulturellen Ruder sind. Der Mehrheit der Bevölkerung wird wohl mit beidem nichts zu tun haben wollen.

    Und nun hatte ich mich ja schon gefreut, dass RdL mit seinem letzten Artikel über Putin, für einen Moment endlich mal von seiner AFD-Unterstützerschiene runter gekommen ist – – – aber wohl nur um jetzt umso kräftiger wieder auf diesen Zug aufzuspringen. Dafür diesmal aber ziemlich offen und unverblümt, immerhin.

    1. Hallo Two Moon !

      Hier muss ich etwas ergänzen:
      Sie meinen …
      „Und diese Leute, die früher die NPD und Ähnliches gewählt haben, immerhin etwa 5-8% Rechtsradikale, die es schon immer gegeben hat, die sind ja nicht einfach ausgestorben, sondern sind jetzt ein Potential, was die AFD zum Großteil aufgesogen hat.“

      Was die WÄHLER betrifft, so dürften Sie vermutlich zumindest teilweise recht haben, doch betrifft das nicht die PARTEIMITGLIEDER. Es gibt bei der AfD eine Unvereinbarkeitsliste, die dazu dient, bestimmte Eintrittswünsche von Extremisten abzublocken: https://www.afd.de/unvereinbar/
      Man muss seine politische Vita offenlegen. Das betrifft natürlich auch die frühere NPD!
      Bei Zuwiderhandlung erfolgt der Parteiausschluss, und das ist keine leere Drohung, weil die Partei es sich ja angesichts der genauen Beobachtung, unter der sie steht, überhaupt nicht leisten kann, zwielichtige Leute aufzunehmen.

      Ich habe Ihre interessanten Gedanken zum Rheinland und zu ihrer „gemischten“ Herkunft – einmal irgendwas im Osten und dann im Rheinland – sehr wohl mit Interesse gelesen. Sie haben das sehr schön und nachvollziehbar skizziert.

      Eine gemischte Herkunft habe ich auch, allerdings nicht so sehr in geographischer Hinsicht, sondern im Hinblick auf den gesellschaftlichen Stand der Eltern. Aber auch das ist bedeutsam und weitet den Blick.
      In geographischer Hinsicht ist es so, dass es bei meinen Vorfahren in den letzten 200 Jahren anscheinend niemanden gibt, der westlich von Wolfsburg oder Göttingen geboren wurde.

      Gruß

      1. @ Wolfgang Wirth

        Guten Morgen,

        Was die WÄHLER betrifft, so dürften Sie vermutlich zumindest teilweise recht haben, doch betrifft das nicht die PARTEIMITGLIEDER. Es gibt bei der AfD eine Unvereinbarkeitsliste, die dazu dient, bestimmte Eintrittswünsche von Extremisten abzublocken: https://www.afd.de/unvereinbar/
        Man muss seine politische Vita offenlegen. Das betrifft natürlich auch die frühere NPD!
        Bei Zuwiderhandlung erfolgt der Parteiausschluss, und das ist keine leere Drohung, weil die Partei es sich ja angesichts der genauen Beobachtung, unter der sie steht, überhaupt nicht leisten kann, zwielichtige Leute aufzunehmen.

        Ja, das weiß ich, ist ja auch allgemein bekannt. Und ohne da je groß nachgeforscht zu haben, denke ich, dass es auch halbwegs funktionieren wird, ganz einfach weil die AFD so minutiös beobachtet wird.
        Aber: Die AFD gibt es seit 13 Jahren. In der Zeit können längst Leute dort eingetreten und in ihr großgewachsen und groß geworden sein, die auch zu den Extremrechten gehören, vorher aber nie in anderen rechtsextremen Kreisen aktiv waren.
        Und ein zweiter Punkt wäre, dass es sicher eine ganze Reihe von Neben-, Seiten- und Unterstützerorganisationen der AFD gibt, in denen z.B. ehemalige NPD-Leute ihre Fäden ziehen können. Diese rechtsextremen Kader sind ja umtriebige Leute. Die werden schon versuchen Wege zu finden um Einfluß bis in die AFD hinein zu finden, jetzt besonders, wo es einer ganz rechten Partei gelingt nahe an Regierungsverantwortung zu kommen.

        Das mit meiner „gemischten“ Herkunft“ hatte sogar Einfluss auf meine Freunde in der Schulzeit (die es teilweise heute noch sind) in den oberen Klassen. Denn mit Verwunderung habe ich irgendwann festgestellt, dass doch erstaunlich viele von denen ebenfalls ein oder beide Elternteile hatten, die Kriegsflüchtlinge aus den Ostgebieten waren.
        Aber eigentlich logisch, dass solche Ähnlichkeiten im Leben der Eltern dazu führen, dass die Kinder einander schnell näher kommen.

  21. Wo genau die beiden Parteien deckungsgleich sein sollen, wird so gut wie nie erläutert.

    Der Autor beschwert sich zu Beginn, dass Aussagen so gut wie nie erläutert werden. Ob das so stimmt, will ich an dieser zwar nicht nachgehend. Irritierend wird diese Aussage allerdings, wenn der Autor selbst unmittelbar danach begründungsfrei behauptet:

    dennoch etablierten die Nationalsozialisten einen Sozialstaat, den es vorher auf deutschen Boden in diesem Umfang noch nicht gegeben hatte.

    Insofern bleibt es der Fantasie des Lesees überlassen, was denn am NS-Regime so sozialstaatlich gewesen sein mag, dass fundamental über den Sozialstaat der Weimarer Republik hinausging?

    Meinte Lapuente damit die Plünderung der Arbeitnehmerrentenkasse zur Finanzierung der kriegsvorbereitenden NS-Hochrüstung? Meinte er etwa die wöchentliche Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich unter dem NS-Regime? Das Reallohnniveau von 1928 wurde erst um 1938 wieder erreicht. Die Zahl der mangelernährten Kinder nahm zudem in der NS-Zeit zu. Oder meinte er das Strohfeuer der schuldenfinanzierten Vollzeitbeschäftugung für die Kriegsvorbereitung? Bekanntermaßen konnten ab 1938 die Staatsfinanzen nur durch Raubzüge wie der Plünderung der österreichischen und tschechischen Staatsfinanzen (bei Einmarsch nach Österreich wie Prag) und von jüdischen Vermögen im Novemberprogroms (und folgend) vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Der drohender Bankrott konnte auch in den folgenden Jahren nur durch Krieg, Raub und erbarmungsloser Ausplünderung eroberter Gebiete bis hin zur Verwertung des Zahngoldes in Auschwitz vergaster Mensch gerade so vermieden werden?

    Anstatt sich über die Funktionsweise der NS-Hochrüstung und Kriegswirtschaft eigene Gedanken zu machen scheint Lapuente die goebbelsche NS-Propaganda für bare Münze zu nehmen. Darüber hinausgehende Aussagen vermeidet er.

  22. Die Menschen in Ostdeutschland scheinen nicht sehr gebildet zu sein.

    Wenn diese sich ein totalitäres System wünschen.

    Wird lustig wenn die in die Regierung kommen und Handel betreiben müssen.

    Das wird spaßig für Deutschland.

    Und wenn Oma und Opa nicht gepflegt werden oder niemand im Krankenhaus mehr da ist.

    Dabei schafft dieses Land nicht einmal einen kleinen Waldbrand.

    Hass stammt aus Angst.
    Angst stammt aus Inzu*ht. Rein Biologisch.

    Siedelt 15 M Menschen aus Afrika in Ostdeutschland an.

    Dann loest sich dieses Problem.

  23. Guten Tag, Sie schreiben:

    „Zwar wurde der linke Strasser-Flügel bereits 1934 gewaltsam aus der NSDAP eliminiert [redaktionelle Anmerkung: Otto Strasser verließ bereits 1930 die NSDAP, sein Bruder Gregor wurde 1934 ermordet –siehe auch: Strasser-Krise], dennoch etablierten die Nationalsozialisten einen Sozialstaat, den es vorher auf deutschen Boden in diesem Umfang noch nicht gegeben hatte.“

    Es wurde ja zuletzt häufiger die Behauptung verbreitet, die Nazis seien in Wirklichkeit Linke gewesen, und dabei wird immer wieder auf den „kollektivistischen Ansatz“ der Nazis verwiesen……., den ich, pardon, nicht erkennen kann.

    Ganz im Gegenteil, haben die Nazis große Unternehmen, die im Rahmen der Weltwirtschaftskrise von 1929 vom Staat „gerettet“ werden mussten, wie etliche Banken und Anteile an der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, später wieder privatisiert.

    Also, Nix kollektivistisch.

    Abgesehen davon, dass die Nazis in Deutschland just zu dem Zeitpunkt an die Macht kamen, als sich die extremen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise von 1929 langsam abzuschwächen begannen, die den Arbeitsmarkt stützenden Maßnahmen der Brüningregierung anfingen zu greifen und es also ganz einfach zyklisch zu wirtschaftlichen Verbesserungen für die einfache Bevölkerung kam, war deren „Sozialpolitik“ doch eher ein Feigenblatt. – Der 1. Mai als Feiertag, geschenkt. Beim „Muttertag“ hat es dann schon nicht zu einem arbeitsfreien Tag gereicht, der wurde nämlich auf einen Sonntag gelegt. – Aber stattdessen, Verbot sämtlicher Gewerkschaften und komplette Enteignung ihrer Vermögen, Schaffung der „Arbeitsfront“. Und die KdF-Wohltaten kann man getrost auch bereits als Kriegsvorbereitung einstufen.

    Interessant sind auch die Beobachtungen, die Georg Elser (Ja, der Attentäter) in den Jahren nach 1933 in seinen Tagebüchern vermerkte. Sich selbst als „Kunstschreiner“ bezeichnend und verstehend, hatte er auch nach der Weltwirtschaftskrise erhebliche Schwierigkeiten eine Anstellung als Tischler zu finden, die seinen Fähigkeiten und Ansprüchen gerecht wurde. Stattdessen sah er sich letztlich genötigt, „in die Fabrik“ zu gehen….., aber zu einem Stundenlohn, der merklich unter dem lag, zu dem er noch vor der Krise in den 1920er Jahren gearbeitet hatte.

    Ein bisschen Alibi- und Feigenblattpolitik für „Otto Normalverbraucher“, aber hintenrum wurden vor allem der Groß- und Finanzindustrie die Taschen gefüllt….., und an diesem Punkt lässt sich dann möglicherweise doch ein Punkt der Übereinstimmung finden….., aber nicht nur bei der AFD.

  24. „Die NSDAP verband dagegen Privateigentum mit massiven interventionistischen und kollektivistischen Forderungen: Verstaatlichung von Trusts und Unternehmen, Gewinnbeteiligung an Großbetrieben, »Kommunalisierung« großer Warenhäuser, »Brechung der Zinsknechtschaft« und eine Wirtschaftspolitik, die letztlich den Interessen der sogenannten Volksgemeinschaft untergeordnet wurde. “

    Die Nazipropaganda war effektiv, ohne Frage….

    – „arisiertes Eigentum“ wurde nicht verstaatlicht, es wurde zu Schleuderpreisen in genehme Hände übertragen.

    – wann und wo kam es denn zu weitreichenden Verstaatlichungen?

    – kurz vor dem Einmarsch in die UDSSR wurde von deutschen Aktiengesellschaften gefordert, alle Werte, die 6% Jahresdividende übersteigen, dem Staat zukommen zu lassen. – Auch kurz vor dem Einmarsch haben deutsche Unternehmen Ihre Gewinne in großem Umfang als erweiterte Unternehmensreserven abgeschrieben. Mit diesen Reserven wurde dann das eigenen Gesellschaftskapital so erhöht, dass die Dividenden unter 6% gesunken sind.

    – Es kam zu keiner „Kommunalisierung“ von Warenhäusern, nur zu Arisierungen, z.B. des jüdischen Kaufhauses Joel in Frankfurt. – Der „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“, der sich diesen „Kampf für Kommunalisierung“ auf die Fahne geschrieben hatte, wurde dann von den Nazi-Granden auch bereits Mitte 1933 wieder beerdigt.

  25. Ist da irgendjemand irgendwann falsch abgebogen ↪️? Ich bin es jedenfalls nicht. Wer sagt, dass die AfD „wie die NSDAP“ wäre?

    Vor 1933 hat der neue Reichskanzler A. H. allerdings auch nicht zu den Bürgern gesagt: Wenn ich gewählt werde, dann rüste ich Deutschland auf Teufel komm raus auf und ich schalte die Kultur, die Kunst, die Bildung, die Gewerkschaften und alles andere gleich. Am 1. September 1939 fange ich dann den Zweiten Weltkrieg an und überfalle Polen, Frankreich, Russland usw. In meiner Regierungszeit lasse ich mehr als 1.000 Konzentrationslager (inkl. Außenlager) bauen und rund sechs Millionen jüdische Bürger ermorden, weil ich ein Antisemit bin. 250.000 bis 300.000 Behinderte/Kranke werden ermordet werden, damit der Staat Kosten spart. Bis zum Ende meiner Regierungszeit 1945 werden dann weltweit 65 bis 70 Millionen Menschen getötet werden, Deutschland wird in Schutt und Asche liegen und für viele Jahre in Ost und West geteilt sein.

    Vorher angekündigt und dann auch in Tat umgesetzt hat A. H. nachweislich die Beseitung des parlamentarischen Mehrparteiensystems der Weimarer Republik. A. H. 1932: „Wenn ich gewählt werde, werde ich alle anderen Parteien aus dem Reichstag hinausfegen.“ Der historischen Wahrheit wegen muss man allerdings dazu sagen, dass die anderen Parteien (mit Ausnahme der SPD) mit dem sog. „Ermächtigungsgesetz“ 1933 ihrer Entmachtung freiwillig zugestimmt und sich selbst aus dem Reichstag „hinausgefegt“ haben.

    Es gibt allerdings ideologische und politische Gemeinsamkeiten zwischen der AfD und der NSDAP und das sind nicht nur die zwei Buchstaben „A“ und „D“.

    Ich mache daher jedem Wähler und Sympathisanten der AfD das Angebot, mich davon zu überzeugen, die AfD zu wählen. Dazu stelle ich ein paar ganz einfache Fragen:

    1️⃣ Stimmt es, dass die AfD 2013 von neoliberalen und asozialen Politikern gegründet wurde, denen die Sozialpolitik von FDP und CDU/CSU zu „sozial“ war. Der Billionär und 2026 reichste Mann auf diesem Planeten ist bekanntlich ein Fan und Unterstützer der AfD. Auch die NSDAP war eine neoliberale und asoziale Partei. Die Partei Adolf Hitlers wurde nicht von Mitgliedsbeiträgen finanziert, sondern von den „Superreichen“ der Weimarer Republik gesponsert und unterstützt: Ja oder Nein? Ich lehne eine neoliberale und azoziale Politik ab.

    2️⃣ Der Mitbegründer und Ehrenvorsitzende der AfD, der Ex-CDU-Politiker Alexander Gauland, bezeichnete 2018 das Dritte Reich inkl. Holocaust, Euthanasie und Zweitem Weltkrieg als „Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgeicher deutscher Geschichte“. Wer dies macht, verharmlost die Diktatur von 1933 bis 1945, er beschönigt das Dritte Reich und ist offenkundig kein Freund der Demokratie: Ja oder Nein? Ich gehöre nicht zu denen, die das verharmlosen.

    3️⃣ Die AfD ist eine sozialdarwinistische Partei und das ideologische Fundament der NSDAP war der Sozialwarwinismus. Ein wesentliches Prinzip des Sozialdarwinismus ist: Nach unten auf die Schwachen treten und nach oben buckeln. Tatsache ist, dass die AfD bislang gegen jede Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohnes für Geringverdiener gestimmt hat. Tatsache ist auch, dass die AfD gegen die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes war. Tatsache ist ferner, dass die AfD immer mit dabei ist, wenn die „Altparteien“ die Geringverdiener und die Mittelschicht gegen Arbeitslose aufhetzen. Auf der anderen Seite schmiert die blaue Alice Weidel einem Plutokraten mit dem Namen Elon Musk mit einem Vermögen von rund einer Billion Dollar, das sind 1.000 Milliarden bzw. 1.000.0000 Millionen, der den Hals aber nicht voll bekommt, in einem Interview kiloweise Honig um den Mund. Ja oder Nein? Ich bin kein Sozialdarwinist.

    4️⃣ Kein Problem hat die AfD auch damit, dass der in Berlin lebende deutsch-türkische Journalist Hüseyin Doğru vor fast einem Jahr von EU-Bürokraten mit fadenscheinigen Argumenten ohne rechtskräftiges Urteil für vogelfrei erklärt wurde und die sog. „Altparteien“ und die Mainstream-Medien in Deutschland dazu schweigen. Wo ist da der Aufschrei der AfD? Für mich ist das ein rechtsstaatlicher und demokratischer Skandal, der von den autoritären „Altparteien“ und der autoritären „Alternative“ unter den Teppich gekehrt wird. Die NSDAP war zwar eine totalitäre Partei und nicht jede autoritäre Partei ist eine totalitäre Partei, aber jede totalitäre Partei ist eine autoritäre Partei. Ich bin gegen autoritäre und totalitäre Parteien.

    5️⃣ Die AfD verharmlost die reale ökölogische Entwicklung und beschönigt den Klimawandel wie die regierenden „Altparteien“ auch, weil viele Bürger nicht wissen, was Present Bias bedeutet und es „kognitive Dissonanzen“ verursachen würde und diese versucht jeder mehr Mensch oder weniger zu vermeiden, weil man etwas bei sich selbst ändern müsste, aber die AfD wie die „Altparteien“ nichts ändern will oder einfach formuliert = kurzfristige Emotionen fressen auch bei vermeintlich gebildeten Menschen den langfristigen Verstand: Ja oder nein? Ich beschönige und verharmlose diese Entwicklung nicht. Klimawandel war zwar von 1933 bis 1945 noch kein Thema, aber mit Umweltschutz und Ökologie hatten die Anhänger von A. H. sicherlich nix am Hut, wenn man sich die Trümmerhaufen 1945 ansieht.

    6️⃣ Beim bislang größten Steuerraub in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland haben sich reiche Kriminelle (bei Armen funktioniert das nicht) jahrelang cum ex Steuern in Milliardenhöhe erstatten lassen und zwar Steuern, die sie nie gezahlt haben. Für die „Alternative“ ist das aber ebenso wenig ein Problem wie für die „Altparteien“ oder haben Politiker der AfD das jemals kritisiert? Ist die Bekämpfung von Steuerhinterziehung ein Thema für die AfD? Die Antwort ist: Nein. Für mich ist das schon ein Thema und eine soziales Problem. Im Dritten Reich gab es das auch und das war das auch kein Thema.

  26. Der Artikel trifft einen wichtigen Punkt: Die Gleichsetzung der AfD mit der NSDAP ist historisch nicht haltbar. Wer die NS-Zeit wirklich ernst nimmt, sollte nicht mit der Nazi-Keule um sich schlagen, als wäre „Nazi“ einfach ein anderes Wort für einen politischen Gegner von rechts.

    Gerade Charlotte Knobloch sollte deshalb erklären, worauf ihr NSDAP-Vergleich konkret beruht. Ihre persönliche Geschichte verdient Respekt. Ihre politischen Aussagen sind deshalb aber nicht automatisch über jeden Zweifel erhaben. Auch sie müssen sich an historischen Fakten messen lassen.

    Und bevor die sogenannten Altparteien ständig mit dem Finger auf die AfD zeigen, sollten sie selbst einmal in den Spiegel schauen. CDU, CSU, SPD und FDP haben ihre eigenen belasteten Nachkriegsgeschichten. Auch bei den frühen Grünen gab es Personen mit NS-Vergangenheit. Das macht diese Parteien selbstverständlich nicht zu Naziparteien. Aber genau diese Differenzierung muss auch gegenüber der AfD gelten.

    Auch die AfD ist nicht frei von problematischen Personen und Aussagen. Aber sie hat sich in konkreten Fällen von Personen mit rechtsextremen Verbindungen getrennt. Wer daraus trotzdem die Behauptung ableitet, die gesamte AfD sei eine NSDAP-Nachfolgeorganisation, sollte dafür konkrete historische Belege liefern.

    Was mich besonders stört, ist die zunehmende Verwendung der deutschen Geschichte als politische Keule. Historische Verantwortung bedeutet Erinnerung und Aufarbeitung, aber keine Erbschuld und keinen politischen Blankoscheck.

    Mein Vater, Jahrgang 1930, hat die NS-Zeit als Kind und Jugendlicher selbst erlebt. Seine Geschichte ist wesentlich komplexer, als es pauschale Erzählungen über „die Deutschen“ vermuten lassen. Gerade deshalb lehne ich es ab, Menschen späterer Generationen eine persönliche Schuld für Verbrechen zuzuschreiben, an denen sie weder beteiligt waren noch beteiligt sein konnten.

    Auch heutige deutsche Außenpolitik muss nach heutigen Maßstäben diskutiert werden dürfen. Das gilt selbstverständlich auch für die Politik gegenüber Israel. Historische Verantwortung darf nicht bedeuten, dass Kritik an konkreten politischen Entscheidungen moralisch verboten wird.

    Dasselbe gilt für unsere Institutionen. Wenn Bürger den Eindruck haben, dass politische Lager unterschiedlich behandelt werden, muss man darüber sachlich diskutieren und konkrete Fälle miteinander vergleichen dürfen. Vertrauen in den Rechtsstaat entsteht nicht dadurch, dass jede Kritik als Angriff auf die Demokratie abgetan wird.

    Und ja, man darf auch fragen, warum manche etablierten politischen Strukturen, NGOs und Interessenverbände ausgesprochen nervös werden, wenn die AfD stärker wird. Auch der Zentralrat der Juden muss sich als politisch auftretende Organisation kritische Fragen gefallen lassen. Wer Einfluss auf Politik und Gesellschaft nimmt, darf nicht über Kritik erhaben sein.

    Das bedeutet nicht, dass jede dieser Organisationen korrupt oder „gesteuert“ wäre. Es bedeutet lediglich: Macht und Einfluss müssen überall hinterfragt werden dürfen, unabhängig davon, wer sie ausübt.

    Die NS-Zeit ist viel zu ernst, um sie zum politischen Totschlagargument zu machen. Wer die AfD mit der NSDAP vergleicht, soll konkrete historische Parallelen und Belege liefern und nicht einfach Millionen Wähler moralisch abstempeln.

    Beweise statt Beschimpfungen. Fakten statt Nazi-Keule. Keine Erbschuld und keine politischen Blankoschecks. Und vor allem: gleiche Maßstäbe für alle.

  27. „Hole dir deine Corona-Spritze ab, sonst kommst du ins Isolierungslager an der Ostfront“ — na, welch gesichtert totalitäre Regierung hat das zu verantworten ?

    ps: der 3. (irr)Weg endet nicht in Stalingrad sondern Kiew – Slava Idiotam,

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