
Der Ansturm auf Ceuta hat tiefe historische Wurzeln.
Mehrere eindeutige Präzedenzfälle belegen, dass die massive Souveränitätsverletzung vom 29. Juli 2026 vorhersehbar war. Sollten aus diesen Ereignissen erneut keine Konsequenzen gezogen werden, sind weitere Steigerungen bereits vorprogrammiert. Beispielsweise lassen die marokkanischen Behörden die meisten subsaharischen Flüchtlinge bisher gar nicht bis an die Grenze.
Im Schatten eines ungenügenden historischen Bewusstseins konnte sich an der Südwestflanke Europas unbemerkt ein Bedrohungsszenario aufbauen. Jahrhundertelang hatten arabische Piraten das Mittelmeer unsicher gemacht, Hafenstädte geplündert und Menschen als Sklaven verschleppt. Die Herrin der Weltmeere im Kolonialzeitalter, die britische Kriegsflotte, war jedoch nicht in der Lage oder eher nicht willens, dem Einhalt zu gebieten. Erst als die Piraten-Hochburgen in Nordafrika – Tripolis, Tunis und Algier – die Handelsflotte der jungen USA zu Schutzgeldzahlungen erpressen wollten, setzte die US-Marine unter Thomas Jefferson dem Treiben in den Berberkriegen (1801–1805 und 1815–1816) ein Ende. Es war zugleich die vermeintlich abschließende Klarstellung der Rangordnung zwischen zwei Zivilisationen – der europäisch-westlichen und der islamisch-orientalischen.
Die Strategie des Massenansturms hat sich durchgesetzt
Doch seither schwächt sich die westliche Zivilisation durch Uneinigkeit, Bürgerkriege und Weltkriege. Während sich die Bevölkerung der arabischen Länder in den vergangenen 100 Jahren ungefähr verzehnfacht hat, hat sie sich im westlichen Kulturraum weniger als verdoppelt und schrumpft mittlerweile infolge des Geburteneinbruchs. Außer der Demographie untergräbt vor allem eine von irrationalem Appeasement geprägte westliche Außenpolitik die Stabilität der 1816 geklärten Rangordnung – wie die jüngsten Ereignisse in Ceuta bestätigen.
Zusammen mit Melilla bildet die kleine Enklave den Rest eines spanischen Herrschaftsgebiets in Nordafrika, das bis 1969 auch Ifni (auf der Breite der Kanaren) sowie bis 1975 die Westsahara umfasste. 1957 erfolgte die militärische Anfechtung der alten Rangordnung, als marokkanische Truppen den Ifni-Krieg vom Zaun brachen, aber scheiterten. Doch noch frühzeitiger als im Dauerstreit um Palästina lernte die islamische Seite, dass die Nationen der westlichen Zivilisation nicht allein mit militärischer Macht zu bezwingen sind. Schon 12 Jahre später, 1969, gelang es Marokko mit diplomatischen Bemühungen, Spanien zur Übergabe Ifnis zu bewegen. Das Hauptargument war nicht der geographische Charakter einer Enklave, sondern die marokkanische Bevölkerungsmehrheit.
Schon sehr bald mussten die Spanier feststellen, dass Appeasement ohne Sicherheiten und Gegenleistungen unausweichlich wachsende Forderungen nach sich zieht. 1975 kam es erneut zu bewaffneten Konflikten, dieses Mal im Grenzgebiet zur Westsahara. Mit nur 75.000 Einwohnern zählte das Territorium damals zu den am dünnsten besiedelten Gebieten der Erde. Diese demographische Schwäche nutzte die marokkanische Regierung im Oktober 1975 für eine beispiellose Aktion, den Grünen Marsch. Rund 350.000 Marokkaner übertraten die Grenze mit der Wucht der Masse und verletzten damit zugleich die spanische Souveränität und den Willen der überwiegend beduinischen Bevölkerung. Denn auch ohne Referendum war unabhängigen Beobachtern klar, dass eine deutliche Mehrheit für eine Unabhängigkeit und nicht für einen Anschluss an Marokko plädierte.
Doch die Strategie des Massenansturms hat sich durchgesetzt. Zwar sind fast alle der 350.000 Personen wieder zurückgekehrt, aber Marokko hat die Westsahara annektiert. Die US-Regierung hat diesen Gebietserwerb bereits anerkannt. Es gibt nur ein einziges formales Zugeständnis: Die Westsahara soll innerhalb des Königreichs Marokko Autonomie erhalten. Dieser Status kommt jedoch für die einheimischen Saharauis zu spät, weil die Bevölkerung mittlerweile stark angestiegen ist und heute überwiegend aus zugewanderten Marokkanern besteht.
Anspruch auf eine Einzelfallprüfung verwirkt
1975 war auch der Beginn des Libanesischen Bürgerkriegs, der bis 1990 dauerte. In Europa in fahrlässiger Weise ignoriert, wurden auch dort demographische Effekte als Waffe genutzt. Die Fluchtbewegung von Hunderttausenden verschaffte außer tatsächlich verfolgten Christen, die damals noch die Mehrheit im Land stellten, auch Muslimen Zutritt nach Europa. Zusammen mit unterschiedlichen Geburtenraten hat dieser Bürgerkrieg einen heute überwiegend muslimischen Libanon hinterlassen. Die parallel eingeleitete islamische Expansion in Europa überfordert inzwischen alle wohlmeinenden Integrationsbemühungen und schafft stattdessen den Nährboden für einen reformresistenten Scharia-Islam.
Seit diesen in Europa ignorierten Anfängen im Libanon haben Islamistenführer im Nahen Osten und Nordafrika den Nutzen eines umfassenden Leidens ihrer Zivilisten in Kriegen und Bürgerkriegen erkannt und genutzt. Referenz Kein anderer Mechanismus bringt sie ihren Zielen so zügig näher, indem Flüchtlingsströme nach Europa in Gang gebracht werden und die Medienberichterstattung für breite Sympathien sorgt.
Die Maximierung des europäischen Appeasements hatte und hat erwartungsgemäß weitere Forderungen und Respektlosigkeiten zur Folge. Im Mai 2021 kam es an den Grenzübertritten Ceutas – einem Präzedenzfall zum Ansturm vom Juli 2026. Damals gelangten rund 8.000 bis 10.000 Menschen in die Enklave, über Grenzzäune hinweg und teilweise mit Schwimmhilfen über das Meer. Die Eindringlinge setzten dabei auf Artikel 33 der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951, demzufolge Personen nicht in ein Land ausgewiesen oder an der Grenze abgewiesen werden dürfen, in welchem ihnen Verfolgung droht. Hierbei wird von der Notwendigkeit einer Einzelfallprüfung ausgegangen. Diese Einzelverfahren zwingen die europäischen Rechtsapparate zu einem immensen Aufwand, der die Grenzen der Verhältnismäßigkeit längst überschritten hat. Nachhaltig praktikablen Lösungen steht außer dem besagten Artikel 33 der Genfer Flüchtlingskonvention auch Artikel 4 des 4. Zusatzprotokolls der Europäischen Menschenrechtskonvention im Wege, der Kollektivausweisungen für unzulässig erklärt.
Im Falle des illegalen Ansturms in Ceuta von 2021 zogen Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte jedoch eine Grenze. Sie stellten klar, dass Personen, die unter Meidung der legalen Einreiseoptionen den wegbahnenden Effekt der Masse zum gewaltsamen Grenzübertritt nutzen, den Anspruch auf eine Einzelfallprüfung verwirken.
Soll die Position von 2021 aufgeweicht werden?
Für den Einsatz von Demographie als Waffe im Wettbewerb der Kulturen stellte diese prinzipiengeleitete Gerichtsentscheidung ein störendes Hindernis dar. Die entsprechend vorhersehbare erneute Souveränitätsverletzung vom Sommer 2026 hat auch tatsächlich eine richterliche Entscheidung hervorgebracht, welche die Position von 2021 aufzuweichen trachtet. Jetzt soll differenziert werden, ob jemand als Schwimmer oder Zaunkletterer eindeutig illegal eingedrungen ist oder durch die nicht mehr kontrollierbaren Tore. Solche Haarspalterei untergräbt die an klaren Prinzipien orientierte Rechtsstaatlichkeit, denn das Ausnutzen der Wucht der Masse beim Tordurchtritt ist eine Gewaltanwendung, über die individualisierte Ansprüche als verloren angesehen werden müssen.
Doch auch diese klare Rechtsposition wird angefochten, und zwar über eine abenteuerlich inkonsistente Prioritätensetzung. Indem das Asylrecht im Extremfall vor Folter und Tod schützt, gilt es als ein unveräußerliches Recht, das auch durch eigene Gewalttätigkeit nicht untergeht. Damit wird dem Asylrecht jedoch eine unbillige Priorität vor dem Souveränitätsanspruch der Staaten zugestanden, in der Praxis also dem Schutz von Asylbewerbern vor dem Recht der Nationen, ihre rechtsstaatliche Ordnung aufrechtzuerhalten.
Der Stellenwert des Ordnungsgefüges wird in diesem Kontext grob unterbewertet, denn von ihm hängen das Leben, die Freiheit und das Wohlbefinden aller Bewohner ab, auch das der bereits aufgenommenen Asylsuchenden. Wer die Masse dazu nutzt, um einen Grenzübertritt zu erzwingen (egal ob über den Zaun oder durch ein nicht bewachbares Tor), zeigt damit seine fehlende Bereitschaft dieselbe rechtsstaatliche Ordnung zu respektieren, die er anschließend für sich in Anspruch nehmen möchte.
Es existiert ein solider Maßstab, um den Stellenwert eines bestehenden rechtsstaatlichen Ordnungsgefüges im Vergleich zum Stellenwert des Lebens eines einzelnen Individuums einzuschätzen. Dieser Maßstab wird spätestens in Kriegszeiten erkennbar, wenn Tausende bis Millionen individuelle Menschenleben bei der Verteidigung der – also exorbitant hoch eingeschätzten – Souveränität geopfert werden.
Dieser reale Wert der rechtsstaatlichen Ordnung geht entschieden zu wenig in die gegenwärtige Asylpraxis ein und setzt sich u.a. in der prinzipienfernen Duldung von Scharia-Gerichten fort. Angesichts weltweit zunehmender autokratischer Tendenzen muss der langfristigen Stabilisierung der verbliebenen freiheitlichen Rechtsstaaten eine deutlich höhere Wertschätzung zukommen. Wenn dagegen Entwicklungen in Kauf genommen werden, die über den Ablauf einiger Jahrzehnte einer Umschichtung der Mehrheitsverhältnisse wie im Libanon immer näherbringen, dann kann etwas mit den Prioritäten nicht stimmen.
Dieser Text steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0). Er darf kostenlos geteilt, übersetzt und weiterverbreitet werden, solange mein Name und meine Website als Quelle verlinkt werden: Christian Hamann https://www.frieden-freiheit-fairness.com
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„Russlands Oberstes Gericht hat die Antikriegspartei Jabloko von der Duma-Wahl im September ausgeschlossen.“
So könnte sogar ich Wahlen gewinnen. 😂
Fragen über Fragen. Hat Russlands Oberstes Gericht Einfluss auf Nordafrika/ Marokko? Hat das Königreich Marokko als konstitutionelle Monarchie ein Parlament, dass „Duma“ heißt? Ist eine Partei namens „Jabloko“ in Marokko überhaupt jemals zur Wahl zugelassen worden? Richtet sich das Parteiprogramm von „Jabloko“ gegen die Kriege in der näheren, regionalen Umgebung Nordafrikas oder weltweit? In welcher Weltregion stehen Sie zur Wahl, dass Sie sich unter Umständen einen Wahlsieg ausmalen? Entspricht Ihr eigenes Wahlprogramm dem einer Antikriegspartei? …
Flüchtlinge – Asylanten – Migranten … Begriffe. Alle werden vermischt, um politische Manövriermasse(n) zu haben. „Divide et impera“: So geht Machtmissbrauch. — Seit dem Jahre 2015 hat die EU kein Konzept … Das Desaster erleben wir seit 2016 Tag für Tag.
Aber dafür haben wir ja ‚Timy der Wal Hysterie‘, ‚LGBTQxyz-Gesinnungsterror‘ sowie Abi und Freibier für alle. Und das „Kleine Einmaleins“ im Kopf. Braucht’s nicht, denn wir können Taschenrechner und der Strom kommt aus der Steckdose.
Bravo!
Ja, es ist halt alles nicht mehr wie früher, ich verstehe Herrn Hamann mal absichtlich grob falsch und sage: In Uru- und vor allem Paraguay geht es halt auch nicht zivilisiert-abendländisch genug zu, diese ganzen Eingeborenen dort aber auch!
Nach diesem etwas polemischen Einstieg sage ich schlicht und ergreifend dies: Wenn der Laden läuft, die Wirtschaft brummt und eben eine hohe Arbeitsproduktivität erreicht wurde, fiel/fällt das Erkämpfen von Zugeständnissen der Herrschenden an die Beherrschten leichter. Dass dies in Europa der Fall war (in der Gegenwart sieht es da auf vielen Gebieten eher nicht (mehr) so toll aus – da bin ich nun wiederum etwas nostalgisch), ist nun sicher nicht nur das Ergebnis von eigener harter Arbeit (und die Adligen haben gleich schon gar nichts dazu beigetragen), siehe hierzu die Ereignisse ab 1492, kollektives Mordbrennen seitens „Europa“ (die EU gab es damals zwar noch nicht, aber das Erbe dieser Zeiten ist halt doch da und die alten Abhängigkeiten wirken fort), in den Americas dreihundert Jahre Kolonialismus, da war viel Zeit für die Schaffung der ganzen Geschichten wie Sklavenhandel, Rohstoffextraktion, wobei man natürlich auch seine lokalen Satrapen brauchte, die nicht die ganz große Kohle machten, aber für die dort erzwungenen Verhältnisse doch einen ganz guten Schnitt machten (schon mal Eduardo Galeano gelesen?). Afrika wurde erst viel später und für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum offiziell unterworfen, aber auch hier war es natürlich bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts schon richtig losgegangen mit Versklavung und Ausplünderung (siehe oben), Vernichtung von Staaten… immer mit dem gleichen Gelaber von zuerst dem „richtigen“ Glauben und den armen Heidenseelen, die man nebenbei ganz selbstlos um ihr Gold erleichterte, heute ist die Rede von „Menschenrechten“, das klingt moderner und humaner. Die wahrgenommene ‚Barbarei‘ in den betreffenden Gebieten war dann immer ein schöner Vorwand, um selbst das Ruder zu übernehmen (warum das lange ziemlich erfolgreich lief, in den Americas, Afrika und Asien, ist ein anderes Thema).
Und warum dieses ewig lange Geschreibsel von mir?
Weil ich zwar keine Lust habe, mir irgendwelche Illusionen zu machen über das politische System von z.B. dem Königreich Marokko oder Saudi-Arabien und auch die Mullahs übel finde, aber eben auch wenig Neigung zeige, da jetzt dieses Narrativ von „Hilfe, wir werden überrannt!“ zu pflegen. Ich lese auch immer wieder, dass die Staaten des reichen Nordens („1. Welt“) ja auch wiederum Einwanderung brauchen, aufgrund der Demographie, schließlich sollen die Leute hier ja (noch) nicht bis 85 arbeiten. Wie das dann klappen soll, wo man andererseits auch wieder Angst hat vor den „Fremden“, weiß ich nicht. Aber bei dem gerade in Europa sozial z.T. derart aufgeheizten Klima muss sich auch niemand Sorgen machen, dass an den Außengrenzen zu wenig getan würde.
An anderer Stelle sind einem Autokraten im Globalen Süden dann auch wieder ganz recht, die besorgen die Ausbeutung allemal mit weniger Widerstand, setzen jegliches technologische Großprojekt, bei dem der Mehrwert zu geschätzten 80% an den Norden geht, brachial durch, wobei Menschen dann wieder zusehen müssen, wie ihre Ressourcen geraubt und Lebensgrundlagen vergiftet werden, Vertreibung bis hin zum Mord…. wie sagte ein kluger Mensch da doch mal: „Wir kommen zu euch, weil ihr unsere Länder kaputtmacht!“
Das Spiel der marokkanischen Regierung und Behörden mit Geflüchteten ist zynisch, aber keine Angst, Marokko wird sicher nicht Spanien überfallen (können), dafür ist das wirtschaftliche und (folglich) militärische Gefälle dann doch zu groß, aber an der Westsahara kann man sein Mütchen kühlen, buckeln und treten. Übel ist es dann auch ganz generell für etwas aufsässigere Leute dort, die sich partout nicht mit den autoritären und ausbeuterischen Strukturen abfinden wollen und dafür übel eine draufkriegen, gerne auch mit abendländischer Aus- und Aufrüstung der Repressionsorgane dort.
Von daher kann ich der „Wir hier gegen die dort“-Gleichung, die Herr Hamann aufmacht, nicht viel abgewinnen – was interessieren mich die Rangeleien zwischen den Mächtigen im Zentrum und den mit (weit) weniger Power ausgestatteten Figuren an der (Halb-)Peripherie? Dass die recht schnell eine Menge Leute in Bewegung setzen können, die verzweifelt, verhetzt oder gekauft sind – nun ja, das bringt die Demographie dort mit sich. Und wer sonst das ganze Jahr von der Ausbeutung in solchen Weltgegenden, an der gerade auch hier verdient wird, nichts hören will, braucht sich auch nicht darüber zu beschweren, wenn ein lokaler „Partner“ von dort kurz mal noch etwas mehr vom Kuchen will, wobei er davon natürlich wenig bis nichts an breite(re) Kreise seiner eigenen Bevölkerung weitergibt und der Löwenanteil nach wie vor an den Norden fällt…
Was Sie da zur Kolonialgeschichte ausbreiten, berührt durchaus das Thema des Artikels, Earl Offa. Gerne knüpfe ich an Ihren Gedankengang an.
Die europäische Kolonialgeschichte ging ab 1492 von Spanien aus. Dieses hatte sich nur Monate zuvor im selben Jahr 1492 von einer 781 Jahre dauernden Fremdbeherrschung durch die Araber befreit. Die maurische Eroberung der Iberischen Halbinsel hatte 711 begonnen, nur 89 Jahre nach der Entstehung des Islam im 5.000 Kilometer entfernten Mekka. Als maurische Truppen bereits Plünderungszüge durch das heutige Süd-Frankreich unternahmen, haben Europäer unter dem Eindruck der Gefahr „Hilfe, wir werden überrannt“ ihre Uneinigkeit vorübergehend überwunden.
Es waren die Truppen des Frankenherrschers Karl Martell (Großvater Karls des Großen), die dem Vordringen 732 in der entscheidenden Schlacht von Tours und Poitiers Einhalt geboten. Die von einigen Historikern vertretene These, der Islam hätte sich auch ohne diesen historischen Widerstand unter Martell nicht weiter nach Norden ausgebreitet, weil die Regionen klimatisch zu ungemütlich sind, wird durch die Ausbreitung in Innerasien in Gegenden widerlegt, die winterkälter sind als die kältesten im nicht russischen Europa. –
Die heute üblich gewordenen negativen Bewertungen des europäischen Kolonialzeitalters tendieren oft zur unfairen Einseitigkeit. Eroberungen und Kolonisierung prägen die Geschichte bereits seit Beginn der Zivilisation. Sie haben dort automatisch stattgefunden, wo ungleich starke Kräfte zusammenstießen, wie das bei den Stürmen der beweglichen asiatischen Reitervölker gegen eigentlich technisch fortgeschrittenere, aber weit verstreut lebende Kulturen von sesshaften Ackerbauern der Fall war. – Bei den kolonialen Eroberungen auf dem amerikanischen Doppelkontinent waren die technisch bedingten Kräfteunterschiede zwischen den Eingeborenen und den Eroberern so gewaltig, dass die Landnahme historisch vorprogrammiert war. – Will man die weltweiten Ereignisse des Kolonialzeitalters fair bewerten, muss man zwei Strömungsrichtungen unterscheiden. Die eine bestand in der skrupellosen Ausbeutung durch privilegierte Personenkreise wie die mit königlichem Monopol ausgestattete Handelsgesellschaften. Die East India Company, die eine stärkere Armee als der britische Staat unterhielt, verstand es sogar, europäische Regierungen zugunsten ihres erzwungenen Rauschgifthandels in zwei Opiumkriege gegen China zu verwickeln. –
Die zweite Kolonialtätigkeit bestand in Aufbau und Erschließung durch Siedler. Die einfachen Bürger fanden auf dem amerikanischen Doppelkontinent weit freiere Bedingungen zur kreativen Entfaltung vor als in den noch länger unter autokratischer Herrschaft stehenden Ländern Europas. Wesentliche Impulse des Technikzeitalters kamen aus Amerika. – Die gesamte europäische Kolonialgeschichte hatte nur eine einzige historische Alternative, nämlich eine arabisch-islamische. Ohne Karl Mattells Eindämmungssieg von 732 hätte es 1492 keine isolierte Befreiung der Iberischen Halbinsel gegeben und die Entdeckung Amerikas durch Mauren wäre nur eine Frage der Zeit gewesen. – Die stattdessen 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der USA begründete freiheitliche Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ist zwar ein bis heute durch Gruppeninteressen bedrohtes und teilweise bereits untergrabenes Gesellschaftssystem, aber unbedingt eines, das einem nicht reformierten Scharia-Islam (mit der gesamten Kette real gehandhabter Praktiken wie Zwangsverheiratung, Kinderehe, Mädchenbeschneidung und Todesdrohungen gegen Austrittswillige) weit vorzuziehen ist. Dessen Freiheiten und Segnungen werden ja auch von muslimischen Migranten gerne in Anspruch genommen – nur muss die konsequente Spielregel lauten, dass sie die rückständige Unfreiheit nicht importieren, sondern an der Seite derer stehen, die sie abwehren. Die freiheitliche Zivilisation ist es wert, sie gegen ihre Gefährdung durch eine leichtfertige westliche Appeasement-Politik moralisch-ideologisch zu verteidigen.
@ Earl Offa 10 Uhr 56 … Die Staaten des reichen Nordens bräuchten Einwande -rung ? …. das halte ich für einen Mythos,
weil die reichen Staaten hier sich einen unglaublich aufgeblähten Apparat von Instituten und Organisationen leisten, die NiCHTS produzieren als unnütze papers
und nichts gesellschaftlich Nützliches leisten.
Na ja, mit der causa CEUTA hat die ‚Sondermeldung‘ hier und heute auf der ‚pole position‘ so wahnsinnig viel auch wieder nicht zu tun. Da will ich doch mal schauen, ob mir ähnliches gestattet werden kann.
Schließlich wurde es schon des längeren mehr als still bei einem ganz anderen Thema. Da will ich doch mal gleich die Gelegenheit nutzen und mit ein paar pikanten Rosinenpickereien, die aus Verweisen auf einen UN-Bericht (Vereinte Nationen? Doch die scheint es noch zu geben) herrühren, aufwarten. Verzichte, auf den ganzen Artikel, selbst auf den link dazu . Wäre für bestimmte Mitforisten sowieso nur ‚Perlen vor die Säue‘. Einspruch, das ist keine Beleidigung, das stammt aus der Bibel (passt somit ja noch ganz wunderbar) und wird von KI wie folgt erklärt, O-Ton Google: „… bedeutet, dass man etwas Gutes, Schönes oder sehr Wertvolles anbietet oder gibt, aber der andere das nicht versteht, nicht mag oder nicht zu schätzen weiß…Bibel: Der Spruch kommt aus dem Matthäusevangelium (Matthäus 7,6). Jesus sagte dort, man solle das Heilige nicht den Hunden geben und seine Perlen nicht vor die Schweine werfen. Der Sinn: Schweine fressen keine Perlen und würden sie im Schmutz zertreten. Gemeint ist damit, dass man kostbare Ratschläge oder Wahrheiten nicht an Menschen verschwenden soll, die sie nur verspotten oder ablehnen“.
Zur Erinnerung, zur Auffrischung mein Ansinnen? Mutmaßlich eher wohl mit „Na sowas, das kann doch nicht. sein, davon hätte doch bestimmt die Tagesschau berichtet …“ vom Volk in Deutsch-Schland empört kommentiert. Na ja, ganz so ist es ja nicht! Gestatten, hier das ein oder andere Zitat vielleicht?
Das Erste: „In einem Videobericht … leitet der britische Filmemacher Richard Sanders seine Zusammenfassung eines „erschreckenden neuen Berichts [der Vereinten Nationen]“ mit einer Aufzählung von drei Gräueltaten ein, die von israelischen Streitkräften an palästinensischen Kindern begangen wurden.“ Ja die üblichen Hamas-basierten Quellen, wie sonst immer – insbesondere von einem Kritiker – behauptet , sind das ja nicht.
Die Zweite, der Filmemacher liefert erstmals nicht-appetitliche Details, darf der dat überhaupt? „Sanders berichtet von einem Säugling,der in den Armen seiner Mutter beim Stillen in den Kopf geschossen wurde, von einem 16-jährigen Jungen, dessen Körper von einem israelischen Panzer verstümmelt wurde, und von Teenagern, die von israelischen Soldaten im Rahmen eines „Schießübungsspiels“ absichtlich erschossen wurden.
Der dritte Ausschnitt, oh Wunder – muß ja doch von eigentlich glaubwürdiger Quelle sein und auch noch ziemlich aktuell! „Die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen veröffentlichte den Bericht am 23. Juni. Unter dem Titel „The Essence of Childhood Has Been Destroyed“ (Das Wesen der Kindheit wurde zerstört) war es der erste Bericht, der sich auf Verbrechen und Verstöße gegen palästinensische Kinder im Gazastreifen und in den besetzten palästinensischen Gebieten konzentrierte.“
…
Dazu auch der vierte Klopps: „Auf 100 Seiten dokumentiert die Untersuchung die direkte Tötung, erniedrigende und unmenschliche Behandlung palästinensischer Kinder durch israelische Sicherheitskräfte, einschließlich sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt sowie Folter.“
…
Der Fünfte? Ich weiß, traue keiner Statistik, die du nicht selbst …. aber was, wenn es nur halb so wäre? „Die Hamas tötete am 7. Oktober 2023 ein Kleinkind. In den zwei Jahren seitdem hat Israel mehr als zwanzigtausend Kinder getötet, darunter 440 Neugeborene. “
…
Number six, damit diese ‚causa‘ auch richtig im Gedächtnis bleibt. „Ein weiteres Beispiel aus dem Bericht der Kommission beschreibt die Berichterstattung der BBC über ein Video einer Überwachungskamera, auf dem zu sehen ist, wie Soldaten einen Jungen erschossen und dann fünfundvierzig Minuten lang daneben standen und zusahen, wie er verblutete. Sie schossen auf seine Mutter, um sie daran zu hindern, ihm zu Hilfe zu eilen. Außerdem hinderten sie zwei palästinensische Krankenwagen daran, zu ihm zu gelangen, und wurden dabei beobachtet, wie sie einen Stein neben ihn legten, um ihn als „Beweis“ dafür zu verwenden, dass die israelischen Sicherheitskräfte in Notwehr gehandelt hätten.“
So, das reicht für heute, zumindest für’s erste!
Nicht dass das Moderatorium was zum Schimpfen hat und zum ‚Delete-Knopf betätigen‘, hier die Quellangabe dann doch:
https://www.counterpunch.org/2026/08/11/why-cant-we-hold-israel-accountable-for-its-genocide-in-gaza-its-the-media/
Man beachte, das „G-Wort“ habe ich im Kommentar wohlwissentlich vermieden, dass das in ‚god’s own land‘ überhaupt zum Einsatz gelangen darf, tststs …
Der Autor verbreitet hier schlicht westliche Propaganda: Die Autokraten seien Schuld an den Übeln in der Welt. Der Westen hätte damit nichts zu tun, alle Länder bräuchten nur westliche Demokratie, um die Welt zum Guten zu wenden.
Ein Artikel, in dem der Autor deutlich seine liberal-neokolonialistische Einstellung ausbreitet, fest auf dem Boden des Eurozentrismus verbleibend. So spricht er von einer „irrationalen Appeasement geprägte westliche Außenpolitik die die Stabilität der 1816 geklärten Rangordnung untegräbt“, so als ob eine neokoloniale Rechtsordnung Bestand haben sollte. Er spricht auch vom „Wettbewerb der Kulturen“, „der europäisch-westlichen und der islamisch-orientalischen“. Damit befindet er sich auf den Spuren der Rechtspopulisten, die ebenfalls auf einen Kulturkampf aus sind (und nicht auf Klassenkampf, wie die echten Linken), so als ob es den Flüchtlinge, die an den Toren Europas klopfen, um die Islamisierung Europas ginge und nicht um ein Leben in Wohlstand. Dass sie ihre Kultur mitbringen ist eine zwangsläufige Folge der Flucht aus der Armut. Eine Armut, für die das koloniale (und heute neokoloniale) Europa nicht ganz unschuldig ist.
Zudem fehlen im Artikel die geopolitischen Implikationen von USA und Israel, zu deren Block Marokko eingekauft wurde. In Summa ein Artikel, der zwischen neo-liberalem Anspruch des Status Quo und angeblichen rechtspopulistischen Erfordernissen pendelt – was vermutlich auch die zukünftige Politik Europas sein wird. Da hätte der Autor dann den richtigen Riecher gehabt – als Protagonist.
Schön dass Sie den Lesern hier in Schriftform veranschaulichen, was ich als Appeasement der westlichen Zivilisation gegenüber der muslimisch-orientalischen bezeichne. Das betrifft schon das ganze Totschlag-Vokabular, mit welchem alle, die diese Zivilisation in Schutz nehmen, ‚moralisch‘ mundtot gemacht werden sollen, so dass die Appeasement-Linie der Mainstream-Medien freie Bahn hat.
Der Kampf der Kulturen, den Sie hier wie ein Hirngespinst hinstellen, kommt in eben diesem westlichen Mainstream-Ambiente natürlich nicht vor, sonst würden die Bürger ja aufwachen. – Im islamischen Raum ist das ganz anders. Dort werden Demographie, Migration und Propaganda als erfolgreiche Waffen schon seit rund 100 Jahren verkündet. Die Moslem-Bruderschaft verkörpert auf perfekte Weise die Soft Power, mit welcher die Expansion eines reformresistenten, fest in der Scharia verwurzelten Islam weltweit und besonders im Westen gepusht und organisatorisch begleitet wird. Zum Terrorismus wird nach außen Distanz gehalten, aber in seinen (un)geistigen Zentren wie Teheran findet effiziente Koordination statt.
Was die Vorstellungen zum (Neo-)Kolonialismus angeht, empfehle ich, meine Antwort auf Earl Offa mal zu lesen.
Der Artikel ist ein schönes Beispiel dafür, wie tief die deutschen Intellektuellen schon wieder in die überkommenen barbarischen Verhaltensmuster abgesunken sind.
Lach. Ihr braucht gar keine „Faschisten“ zu wählen, um einen schönen Faschismus zubekommen, das erledigen die Demokraten schon ganz alleine.
Wenn sich Jemand über „Appeasement“ aufregt, weiß der Leser eigentlich schon Bescheid. Dann fordert Derjenige die harte Hand, also Gewalt, Gewalt als Lösung des Problems und bloß keine Appeaser! Der will endlich Schluss machen, ganz demokratisch-rechtstaatlich legitimiert natürlich!
Ich finde Ihre Bemerkung absolut hilfreich, Ione:
Die Mainstream-Medien und die reale Politik der letzten Jahrzehnte haben die Bürger in der Tat darauf programmiert, dass es nur diese zwei Wege geben würde, nämlich den eines ewig nachgiebigen, zielsicher in die Selbstzerstörung führenden Appeasement und den der Gewalt, den Sie absolut berechtigt negativ bewerten. Die Folge dieser nicht einseitigen, sondern perfide zweiseitigen Medien-Berichterstattung seit dem Vietnamkrieg besteht in einer verheerenden Zweiteilung und Uneinigkeit der westlichen Gesellschaften. Pazifistische Menschen werden durch die Bilder des Leidens in der Zivilbevölkerung des betreffenden Kriegslandes berechtigter Weise empört. Auf die Dauer solidarisieren sich viele unter ihnen mit dem militärischen Gegnern, wie Ende der 60er Jahre mit den kommunistischen Vietcong – Appeasement pur. Die Konservativen dagegen haben dem Vietnamkrieg ein erfolgreiches Ende setzen wollen und sich deshalb zur Forderung nach stärkeren militärischen Anstrengungen verleiten lassen. –
Im Rückblick können wir aber sehen, dass der als MIC bekannte Militaristenklüngel seine gierige Hand im Spiel hatte und alles daransetzte, den Vietnamkrieg so lange wie möglich laufen zu lassen, weil Karriereleute, Waffenhändler und politische Wegbereiter an diesem Wahnsinn eines 20 Jahre andauernden Krieges ungeheuerlich verdient haben.
Der Beweis für die ganz grobe Fahrlässigkeit bis destruktive Absicht kam 1965 mit dem wissenschaftlich fundierten Bericht der RAND Corporation. Diese kam zu dem Schluss, dass die vielen jungen Leute, die sich dem Vietcong anschlossen, dies überwiegend gar nicht aufgrund einer kommunistischen Überzeugung taten, sondern deshalb, weil sie das brutale Vorgehen des US-Militärs nicht als Befreiung von Rebellen erleben konnten, sondern als Angriff von ausländischen Aggressoren gegen ihr Land. Die meisten „kommunistischen“ Vietcong handelten schlicht aus Patriotismus. – Der RAND-Bericht hätte einen sofortigen Strategiewechsel in Vietnam erfordert. Aber General Westmoreland wollte von der schlichten Wahrheit nichts hören. Er, die Politik und die Medien haben die Einsicht unter den Teppich gekehrt, dass der Umgang mit der Zivilbevölkerung ein gänzlich anderer werden muss, wenn schon überhaupt der militärische Weg beschritten wird, ein Umgang, der von höchster Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft geprägt, und nicht von nächtlichen Verhören einschließlich Folter, blindwütigen, mangelhaft selektiven Bombardierungen von Ortschaften, in denen sich Vietcong verschanzt hatten. – Der Krieg lief noch unfassbare 10 Jahre weiter bis zum abschießenden Desaster 1975.
Genau dieselben Fehler wiederholen sich jetzt. Im Irankrieg sind 75 bis 80 % der Bürger gegen das Islamistenregime, aber statt eine Befreiung dieser Menschen zu organisieren (wenn überhaupt eine Einmischung stattfinden soll), haben die Angriffswellen seit Ende Februar bereits zivile Infrastruktur zerstört – plumper, zum Scheitern verurteilter Militarismus, der nur den MIC-Profiteuren hilft.
Ich finde Ihre Bemerkung absolut hilfreich, Ione:
Die Mainstream-Medien und die reale Politik der letzten Jahrzehnte haben die Bürger in der Tat darauf programmiert, dass es nur diese zwei Wege geben würde, nämlich den eines ewig nachgiebigen, zielsicher in die Selbstzerstörung führenden Appeasement und den der Gewalt, den Sie absolut berechtigt negativ bewerten. Die Folge dieser nicht einseitigen, sondern perfide zweiseitigen Medien-Berichterstattung seit dem Vietnamkrieg besteht in einer verheerenden Zweiteilung und Uneinigkeit der westlichen Gesellschaften. Pazifistische Menschen werden durch die Bilder des Leidens in der Zivilbevölkerung des betreffenden Kriegslandes berechtigter Weise empört. Auf die Dauer solidarisieren sich viele unter ihnen mit dem militärischen Gegnern, wie Ende der 60er Jahre mit den kommunistischen Vietcong – Appeasement pur. Die Konservativen dagegen haben dem Vietnamkrieg ein erfolgreiches Ende setzen wollen und sich deshalb zur Forderung nach stärkeren militärischen Anstrengungen verleiten lassen. –
Im Rückblick können wir aber sehen, dass der als MIC bekannte Militaristenklüngel seine gierige Hand im Spiel hatte und alles daransetzte, den Vietnamkrieg so lange wie möglich laufen zu lassen, weil Karriereleute, Waffenhändler und politische Wegbereiter an diesem Wahnsinn eines 20 Jahre andauernden Krieges ungeheuerlich verdient haben.
Der Beweis für die ganz grobe Fahrlässigkeit bis destruktive Absicht kam 1965 mit dem wissenschaftlich fundierten Bericht der RAND Corporation. Diese kam zu dem Schluss, dass die vielen jungen Leute, die sich dem Vietcong anschlossen, dies überwiegend gar nicht aufgrund einer kommunistischen Überzeugung taten, sondern deshalb, weil sie das brutale Vorgehen des US-Militärs nicht als Befreiung von Rebellen erleben konnten, sondern als Angriff von ausländischen Aggressoren gegen ihr Land. Die meisten „kommunistischen“ Vietcong handelten schlicht aus Patriotismus. – Der RAND-Bericht hätte einen sofortigen Strategiewechsel in Vietnam erfordert. Aber General Westmoreland wollte von der schlichten Wahrheit nichts hören. Er, die Politik und die Medien haben die Einsicht unter den Teppich gekehrt, dass der Umgang mit der Zivilbevölkerung ein gänzlich anderer werden muss, wenn schon überhaupt der militärische Weg beschritten wird, ein Umgang, der von höchster Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft geprägt, und nicht von nächtlichen Verhören einschließlich Folter, blindwütigen, mangelhaft selektiven Bombardierungen von Ortschaften, in denen sich Vietcong verschanzt hatten. – Der Krieg lief noch unfassbare 10 Jahre weiter bis zum abschießenden Desaster 1975.
Genau dieselben Fehler wiederholen sich jetzt. Im Irankrieg sind 75 bis 80 % der Bürger gegen das Islamistenregime, aber statt eine Befreiung dieser Menschen zu organisieren (wenn überhaupt eine Einmischung stattfinden soll), haben die Angriffswellen seit Ende Februar bereits zivile Infrastruktur zerstört – plumper, zum Scheitern verurteilter Militarismus, der nur den MIC-Profiteuren hilft.
Danke für die Antwort, die einiges relativiert und reflektiert.
Ich würde die iranische Regierung nicht als Islamisten- oder gar Mullah-Regime bezeichnen. Fast alles, was wir meinen über die zu wissen, dürfte falsch sein, wie z.B. die leicht widerlegbare Gräuelpropaganda, es wären zehntausende Menschen Anfang dieses Jahres vom „Regime“ umgebracht worden bei „friedlichen“ Mossad-Protesten (siehe Tweets aus Israel und USA) – nach einem Angriff der USA auf die Währung des Iran (zugegeben von Scott Bessent). Islamisten, die in Deutschland ihr Unwesen treiben, sind eher Wahhabiten, also Sunniten. Im Iran gibt es durchaus Demokratie und vor allem sollte einem zu denken geben, dass es eine sehr hohe Akademisierungsquote unter Frauen gibt. Als „Regime“ wird eine Regierung bezeichnet, die der Verwender des Begriffes weg haben will und als illegitim ansieht. Dabei hat sich die iranische Regierung durchaus Respekt erlangt, weil sie z.B. als Beschützer der Menschen in Jemen, Gaza oder Libanon darstellen und von den USA und Israel überfallen wurden. Die Parallele zu den Viet-Cong wie auch zu den Kubanern ist, dass sowohl Castro als auch Ho-Chi-Minh gewissen propagierten westlichen Werten nicht abgeneigt waren, weil sie eine westlich-humanistische Bildung erfahren hatten. Sie wollten verhandeln, nachdem sie Revolutionen gegen brutale Marionetten-Regierungen der USA durchgeführt hatten. Zu der islamischen Revolution gibt es auch die These, dass die Reagan-Regierung lieber die theokratische Regierung wollte als eine sozialistische Revolution, nach dem dem Sturz des Schah-Regimes. Auch die Franzosen hatten bei dem Regime Change ihre Finger im Spiel und die Israelis unterstützen noch den Iran im Iran-Irakkrieg bis 1988 mit Waffen – Iran-Contra-Affäre.
https://en.wikipedia.org/wiki/October_surprise#Origin_of_term
https://en.wikipedia.org/wiki/1980_October_Surprise_theory
Oder nehmen wir den durch und durch dämonisierten Stalin, der für die Niederlage der Nazis (Deutschen) verantwortlich gemacht wird und ist: Er schickte die Stalin-Noten an Deutschland, die wohl durchaus Ernst gemeint waren. Damit hätten die Deutschen sich den kalten Krieg sparen können und eine weit frühere Wiedervereinigung bekommen. Wie wir neulich lesen konnten, hat er die heutige Ukraine begründet oder lies gewisse Länder, die mit den Nazis gegen die Sowjets gekämpft haben, doch relativ glimpflich davon kommen, wie z.B. die Finnen oder Österreicher.
Das Geschriebene heißt nicht, dass ich die Politik der Genannten in jeglicher Hinsicht befürworte.
Bei Ceuta und Melila hatte ich noch nachgeschaut, wann diese spanischen Enklaven in Nordafrika erobert wurden von den Spaniern. Nun, das war schon lange her, gegen Ende der Reconquista und zu Anfang der spanischen Conquista, deren Aufstieg zur Kolonialmacht.
Ihre Bemerkung ist absolut hilfreich, Ione:
Die Mainstream-Medien und die reale Politik der letzten Jahrzehnte haben die Bürger in der Tat darauf programmiert, dass es nur diese zwei Wege geben würde, nämlich den eines ewig nachgiebigen, zielsicher in die Selbstzerstörung führenden Appeasement und den der Gewalt, den Sie absolut berechtigt negativ bewerten. Die Folge dieser nicht einseitigen, sondern perfide zweiseitigen Medien-Berichterstattung seit dem Vietnamkrieg besteht in einer verheerenden Zweiteilung und Uneinigkeit der westlichen Gesellschaften. Pazifistische Menschen werden durch die Bilder des Leidens in der Zivilbevölkerung des betreffenden Kriegslandes berechtigter Weise empört. Auf die Dauer solidarisieren sich viele unter ihnen mit dem militärischen Gegnern, wie Ende der 60er Jahre mit den kommunistischen Vietcong – Appeasement pur. Die Konservativen dagegen haben dem Vietnamkrieg ein erfolgreiches Ende setzen wollen und sich deshalb zur Forderung nach stärkeren militärischen Anstrengungen verleiten lassen. –
Im Rückblick können wir aber sehen, dass der als MIC bekannte Militaristenklüngel seine gierige Hand im Spiel hatte und alles daransetzte, den Vietnamkrieg so lange wie möglich laufen zu lassen, weil Karriereleute, Waffenhändler und politische Wegbereiter an diesem Wahnsinn eines 20 Jahre andauernden Krieges ungeheuerlich verdient haben.
Der Beweis für die ganz grobe Fahrlässigkeit bis destruktive Absicht kam 1965 mit dem wissenschaftlich fundierten Bericht der RAND Corporation. Diese kam zu dem Schluss, dass die vielen jungen Leute, die sich dem Vietcong anschlossen, dies überwiegend gar nicht aufgrund einer kommunistischen Überzeugung taten, sondern deshalb, weil sie das brutale Vorgehen des US-Militärs nicht als Befreiung von Rebellen erleben konnten, sondern als Angriff von ausländischen Aggressoren gegen ihr Land. Die meisten „kommunistischen“ Vietcong handelten schlicht aus Patriotismus. – Der RAND-Bericht hätte einen sofortigen Strategiewechsel in Vietnam erfordert. Aber der dortige Oberbefehlshaber General Westmoreland wollte von der unbequemen Wahrheit nichts hören. Er, die Politik und die Medien haben die Einsicht unter den Teppich gekehrt, dass der Umgang mit der Zivilbevölkerung ein gänzlich anderer werden muss, wenn schon überhaupt der militärische Weg beschritten wird, ein Umgang, der von höchster Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft geprägt ist, und nicht von nächtlichen Verhören einschließlich Folter, blindwütigen, mangelhaft selektiven Bombardierungen von Ortschaften, in denen sich Vietcong verschanzt hatten. – Der Krieg lief noch unfassbare 10 Jahre weiter bis zum abschießenden Desaster 1975.
Die noch traurigere Wahrheit bestand darin, dass aus diesen und anderen selbstbeschädigenden Fehlern bis heute nie abschließend gelernt wurde. Im Irankrieg sind 75 bis 80 % der Bürger gegen das Islamistenregime, aber statt eine Befreiung dieser Menschen zu organisieren (wenn überhaupt eine Einmischung stattfinden soll), haben die Angriffswellen seit Ende Februar bereits zivile Infrastruktur zerstört. Bei Fortsetzung drohen die Menschen auch dort in die Arme ihrer fanatischen Führer getrieben zu werden.
Das ist plumper, zum Scheitern verurteilter Militarismus, der nur den MIC-Profiteuren hilft.
Zur Selbstreflektion: Wo findet man den Ansatz von sachlicher Argumentation in Ihrem Kommentar, sehr geehrter Kanonier?
Sie wollen also auf:
„abschließende Klarstellung der Rangordnung zwischen zwei Zivilisationen“ samt
„untergräbt eine von irrationalem Appeasement geprägte westliche Außenpolitik die Stabilität der 1816 geklärten Rangordnung “ und
„die parallel eingeleitete islamische Expansion in Europa“ samt
„Die Maximierung des europäischen Appeasements hatte und hat erwartungsgemäß weitere Forderungen und Respektlosigkeiten zur Folge“
usw. usf.
eine „sachliche Argumentation“?
Hab ich doch gebracht, indem ich auf die Barbarei der ach so „zivilisierten Europäer“ hinwies, die im 19. und frühen 20. Jhdt. schon einmal solche Stilblüten hervorgebracht hat.
Willem Zwo läßt grüßen.
Aber einen gebe ich Ihnen noch mit auf den Weg:
„Dieser Maßstab wird spätestens in Kriegszeiten erkennbar, wenn Tausende bis Millionen individuelle Menschenleben bei der Verteidigung der – also exorbitant hoch eingeschätzten – Souveränität geopfert werden.“
ist ebenso Bullshit.
Die Millionen Individuen, die angeblich zur „Verteidigung“ der „Souveränität der Rechtstaaten“ geopfert wurden, waren keine Einwohner der armen sich verteidigenden „Rechtsstaaten“ sondern für gewöhnlich Einwohner von Ländern, die dem ranzigen Kapitalismus im Wege waren, denn mir ist nicht zu Ohren gekommen, dass der „Rechtstaat“ in den letzten 80 Jahren auch nur einmal gegen einen einzigen rechtslastigen „Unrechtsstaat“ militärisch vorgegangen ist. Kein Wunder, die bedrohen ja den ranzigen Kapitalismus nicht.
Was steckt hinter dem Kampf der Kulturen?
Wer sind die Drahtzieher?
Welche Lösung schlägt denn Herr Hamann vor?
Kanonenboote?
Zeigen wir den Ländern des Islam, wie wir uns selbst helfen können, werden Sie bereifen, dass sich die Menschen dort nur selbst helfen können, indem sie ihr Land aufbauen,
Wir könnten das Problem sofort lösen, wenn wir souveräne Staaten hätten, die sicxh vom bisherigen Fuianzsystem und den falschen Anreizen trennen.
Eine werthaltige digitale Währung, die Grundsicherung nur jenen gewährt, die das eigene Land nach besten Kräften unterstützen, würde die Illusionen und Propagandamärchen sofort zerstören.
Wir haben ganz andere viel größere Probleme.
@a.mucelke
vor 6 Tagen (bearbeitet)
Meine Befürchtung ist, dass, wenn Menschen nicht mehr gebraucht werden, die Besitzer der Produktionsmittel im Besitz der ganzen Macht über die Menschheit sind und sich überlegen könnten, dass zu viele Menschen nur Ressourcen benötigen und man daher einen Teil beseitigen müsse. Dagegen könnte man sich nicht einmal wehren, da dieselben auch im Besitz von Roboter-Soldaten sind, gegen die niemand ankommt. Bisher wurden Menschen gebraucht, um den Wirtschaftskreislauf, die Produktion, einen hohen Lebensstandard, etc. am Laufen zu halten. Wenn wir unnötig werden, sind wir bedroht. Wie man sieht, hat man sich zumindest schon mal Gedanken darüber gemacht, dass viele „nutzlose Esser“ entstehen werden. Warum sollten sie diese weiterhin mit den beschränkten Ressourcen versorgen wollen? Wozu braucht man dann einen Coach? Wozu sollten sich Menschen die Mühe machen, sich zu bilden, wenn sie hinterher nichts damit anfangen können?
https://www.youtube.com/watch?v=HTSjn7WJdY0
Es gibt eine einfache Antwort, selber Politik und Wirtschaft betreiben in einem System, das nicht vom Profit und Privilegien fehlgesteuert wird.
Die industrielle Reservearmee wird nicht mehr gebraucht, Das ist der reale Hintergrund der weltweiten Auseinandersetzung, so wie auch Vasallen zu teuer werden.
Wir kämen also ohne Zuwanderung zurecht, sogar besser. und könnten die Lohnarbeitszeit für alle kürzen.
Das würde Ressourcen freier Arbeit erschließen, denn nicht alles Wertvolle muss den Charakter einer Ware annehmen.
Mittlerweile ist bereits viel Wasser vom TAJO in den Atlantik geflossen und die „Versäumten Lektionen“ des Autors
könnten jederzeit aktualisiert werden.
Der Ansatz war sehr intressant, in einigen Details zum historischen Kontext bin ich abweichender Meinung.
Dennoch wäre eine Nachlese des Autors oder anderer Autoren gerade jetzt wünschenswert.
Die Situation in Ceuta ist ziemlich heikel, fast einen Monat ist vergangenen und die Regierung hat sich mit Höhen und
vielen Tiefen durch die Situation larviert, momentan eskaliert die Situation durch die Einwohner von Ceuta.
Was würde der Autor jetzt vorschlagen, wie kommt die Regierung unter Gesichtswahrung aus der teilweise (juristischen) und menschlich tragischen Zwangsjacke?
Anbei noch einen ganz anderen Ansatz und eine auf die heutige Realität bezogene Sichtweise von einem Autor,
der die Sicht deutlich verändert und den status quo der Migration unter der bestehenden wirtschaftlichen Globalisierung
ganz anders bewertet.:
Zusätzlich ist noch zu erwähnen, der Artikel stammt vom 06.08.2026, also ein paar Tage nach den Vorfällen von Ceuta
Ende Juli/Anfang August:
https://www.migazin.de/2026/08/06/tomaten-duerfen-reisen-arbeiter-nicht/
mfG