
Fischer haben vor der Küste der griechischen Insel Lefkada eine ukrainische Magura V5 Marinedrohne entdeckt. Das Boot mit Antennen und Kommunikationssystemen wurde in einer Küstenhöhle gefunden, der Motor lief noch und es befand sich „aktiver Sprengstoff“ an Bord, so dass die griechischen Sicherheitskräfte vermuten, dass damit ein Schiff oder ein Öltanker im Kamikaze-Stil angegriffen werden sollte.
Am Freitag wurden die Zünder entfernt, die Küstenwache, der die Wasserdrohne von den Fischern übergeben worden war, schaltete die Batterien aus, um sie stillzulegen. An Bord wurden auch handschriftliche Dokumente gefunden, was Verwunderung auslöste, weil diese mit der Explosion bei einem Angriff vernichtet würden. Die Behörden gehen einigen spekulativen Theorien nach, beispielsweise dass es sich um eine Provokation, um Drogenhandel oder um einen geplanten Angriff auf einen Tanker der russischen Schattenflotte. Aber es ist völlig unklar, wer die Drohne in griechische Gewässer gebracht hat bzw. wie sie dorthin gelangt ist.
Auch zuvor haben ukrainische Wasserdrohnen nicht nur Ziele im Schwarzen Meer angegriffen. Ende Dezember 2025 wurde der Tanker Qendil nördlich von Libyen mit einer Drohne angegriffen. Vermutet wird auch, dass im März 2026 der LNG-Tanker Arctic Metagaz der russischen Schattenflotte von einer ukrainischen Drohne angegriffen wurde. Das Risiko bestand seither, dass durch das herumtreibende Wrack eine Umweltkatastrophe verursacht werden könnte, das Gas soll aber schon weitgehend ausgetreten sein. Mittlerweile scheint er eingefangen und vor der Küste Libyens verankert worden sein.
Es gibt fast gleichzeitig einen anderen Vorfall mit Drohnen in Lettland. Zwei Drohnen kamen aus russischem Gebiet. Eine stürzte in einem leeren Öldepot in der ostlettischen Stadt Rēzekne ab. Dabei wurde der Tank beschädigt, das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Später vermutete die Polizei, es könnte dort auch eine zweite abgestürzt sein. Andererseits heißt es, die zweite Drohne sei noch nicht gefunden worden.
Da die Drohnen aus Russland kamen, wurde selbstverständlich in erster Linie Russland verdächtigt. Allerdings hatte das ukrainische Militär für einen Drohnenangriff auf den russischen Ostseehafen Ust-Luga vermutlich bereits einen Korridor im Luftraum Polens und der baltischen Staaten benutzt, ob geduldet oder erlaubt blieb unbekannt, um die russische Luftabwehr zu umgehen (Nutzen ukrainische Drohnen den Luftraum der baltischen Staaten für Angriffe?) Und am Sonntag, als die Ukraine mit Drohnen den Ostseehafen Primorsk angegriffen hat, war eine Drohne im finnischen Luftraum registriert worden, die Richtung Russland flog. Vier abgestürzte ukrainische Drohnen wurden gefunden. Die finnischen Streitkräfte erklärten, sie würden Drohnen nicht abschießen, weil sie zu nahe an der russischen Grenze flogen. Am 30. März waren zwei ukrainische Drohnen in Finnland abgestürzt. Die ukrainische Regierung hat sich entschuldigt und dies auf die russische Elektronische Kriegsführung zurückgeführt.
Aus Lettland heißt es, es könnten noch mehr Drohnen im Luftraum unterwegs gewesen sein. Verteidigungsminister Andris Sprūds kommt unter Druck, weil die Drohnen nicht entdeckt wurden und ein Drohnenalarm erst nach dem Absturz im Öldepot ausgegeben wurde. Eine absolute Sicherheit vor Drohnen gebe es nicht, versicherte er und hat ukrainische Experten zur Drohnenabwehr nach Lettland eingeladen. Das Militär hingegen behauptet, man habe die Drohnen auf dem Radar gesehen, aber man habe sie aus Sicherheitsgründen nicht abschießen können. Premierministerin Evika Siliņa erklärte, dass die Drohne, unabhängig von ihrer Herkunft, „eine Folge des brutalen Krieges Russlands in der Ukraine“ sei und dass die lettische Gesellschaft auf weitere derartige Vorfälle vorbereitet sein müsse.
Offenbar weiß man nicht, ob es sich um ukrainische oder russische Drohnen handelt. Die Schuld will die Regierung auf jeden Fall bei Russland sehen. Dafür dienen auch die möglichen Erklärungen, dass Russland entwendete ukrainische Drohnen in einer False-Flag-Aktion nach Lettland geschickt oder dass die Russen die Drohnen mit Elektronischer Kampfführung (EloKa) von der Bahn abgebracht haben könnte. Die Möglichkeit, dass ukrainische Verbände die Drohnen in einer False-Flag-Aktion gezielt das Öldepot angreifen ließen, um Lettland und die Nato in den Krieg zu ziehen, wird offenbar nicht diskutiert.
Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha beugt schon einmal vor und schrieb auf X, dass Russland schuld sei, wenn ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten oder Finnlands geflogen sind: „Sollte sich bestätigen, dass es sich um ukrainische Drohnen handelte, die durch russische elektronische Kriegsführung absichtlich vom Kurs abgebracht und in Richtung Lettland gelenkt wurden, werden wir uns bei unseren lettischen Freunden aufrichtig entschuldigen. Mit voller Überzeugung lässt sich sagen, dass die Ukraine niemals Drohnen in Richtung Lettland gelenkt hat. Wir haben uns bereits bei allen drei baltischen Staaten – Estland, Lettland und Litauen – sowie bei Finnland für die unbeabsichtigten Zwischenfälle entschuldigt, die durch die Umleitung ukrainischer Drohnen durch russische elektronische Kampfsysteme verursacht wurden.“
Nach dem russischen Verteidigungsministerium hätten am Donnerstag ukrainische Drohnen einen Angriff auf zivile Infrastruktur in St. Petersburg versucht. Es seien sechs ukrainische Drohnen im lettischen Luftraum registriert worden. Gleichzeitig seien zwei französische Rafale-Kampfjets und zwei F-16-Kampfjets von der russischen Luftabwehr beobachtet worden. Fünf Drohnen verschwanden in der Nähe von Rēzekne, die sechste wurde südöstlich von Pskow nach dem Eintritt in den russischen Luftraum abgeschossen. Es habe sich um eine An-196 Lyuty-Drohne gehandelt, die eine Reichweite von 2000 km haben soll.
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Ich vermute, die Drohnen sind vollautomatisch unterwegs (alles andere wird gestört) und die Algorithmen können nicht ganz sauber unterscheiden, wohin sie fliegen und was sie treffen sollen – da werden noch einige Überraschungen kommen.
Notiz am Rande: Während der gesamten Hysterie um den Buckelwal Timmy wurde der Elefant im Raum natürlich nicht erwähnt: NATO-Sonar! Die Ostsee ist voll davon und es ist die PLAUSIBELSTE Quelle für Beeinträchtigungen von Meerestieren. Aber in der Zeitenwende darf man das nich sagen, da muss dann sogar die Sonne (!) als Ursache herhalten.
„Ich vermute, die Drohnen sind vollautomatisch unterwegs“
Das ist eine immanente Eigenschaft von Drohnen.
Genau so habe ich mir das vorgestellt. Das ist nun der Budanow-Stil in der ukrainischen Außenpolitik. Das trägt seine Handschrift.
Der noch laufende Motor sollte signalisieren, dass man bereit ist, enst zu machen. Diesmal sollte das Fahrzeug noch entdeckt werden und die Dokumente an Bord sollten klar stellen, dass hier Ukrainer am Werk sind. Diese Drohne ist in der Lage, einen Öltanker komplett zu versenken, unter Inkaufnahme einer riesigen Umweltkatastrophe. Genau das ist die Drohung des Budanow, wenn er nicht genug Geld und Waffen bekommt. Ewig nur drohen kann er damit nicht. Irgendwann muss er ernst machen. Niemand weiß das besser als er.
Ich frage mich, ob so ein Ergeignis nicht notwendig ist, damit wir endlich die richtigen Debatten bekommen. Darüber, dass in der Ukraine eine Nazidiktatur herangezogen wurde, die uns mit futrchtbaren Drohungen erpresst.
Mal abwarten wann die False-Flak-Bumerang-Drohne Selenski wieder auf den eigenen Kopf fällt. Das Ganze kann jedenfalls noch recht „lustig“ werden.
Aber egal wie es kommt. Eines ist jetzt schon sicher:
„An allem ist nur der Russe schuld“.