
Militärisch und finanziell scheint die von Europa unterstützte Ukraine im Vorlauf zum Winter am Zusammenbrechen zu sein. Durch das Fehlen von Luftabwehr, vor allem von Patriot-Raketen, ist die Ukraine fast schutzlos russischen Angriffen mit ballistischen Raketen und den neuen Jetgetriebenen Geran-Drohnen im ganzen Land ausgesetzt. Geran 5-Drohnen sollen bereits eine Reichweite von 950 km haben, mit einem 90 kg schweren Sprengkopf ausgerüstet sein und mit einer Geschwindigkeit bis zu 600 km fliegen. Die Entwicklung neuer Abfangdrohnen scheint nach Reuters nicht gelungen zu sein, während Russland die Massenproduktion jetgetriebener Geran-Drohnen begonnen hat.
Letzte Woche hat der deutsche Verteidigungsminister Pistorius beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe (Ukraine Defence Contact Group, UDCG) verkündet, der ukrainischen Regierung schnell zu helfen. Geld scheint dabei keine Rolle zu spielen, die Ukraine militärisch im Abnutzungskrieg zu halten. Seit Beginn des Krieges sollen dies nach Angaben der Bundesregierung 100 Milliarden Euro für staatliche und militärische Hilfe für den Staat gewesen sein, der ohne diese Hilfe von westlichen Regierung nicht mehr existieren würde. Pistorius spricht von der Verteidigung von „Frieden und Freiheit in Europa“ in der Ukraine, wie man dies zuvor am Hindukusch gemacht hat.
Der Verteidigungsminister versprach die Lieferung von Patriot-Abfangraketen (Deutschland zahlte Ende 2024 bereits 6,6 Millionen Dollar für eine Rakete) und von AIM-9 Luft-Luft-Raketen (um die 400.000 Euro pro Stück) aus Beständen der Bundeswehr. Überhaupt werde man mehr aus den Bundeswehr beständen liefern (und damit die Verteidigungskapazitäten Deutschlands schwächen, obgleich ja propagiert wird, dass Deutschland oder die Nato demnächst von Russland angegriffen werden soll).
Überdies werde man Tausende von IRIS-T-Lenkflugkörper, die zwischen 400.000 und 500.000 Euro pro Stück kosten sollen, bei Diehl Defence bestellen. Finanziert werde dies aus dem EU-Ukraine-Verteidigungskredit. Die EU hat kürzlich zusätzliche 6,1 Milliarden Euro aus dem 90 Milliarden-Kreditpaket für den Kauf von Patriot-Abfangraketen und anderen Waffen bewilligt. Die EU berichtet: „Das Ukraine-Unterstützungsdarlehen umfasst 30 Mrd. EUR für Budgethilfe und 60 Mrd. EUR für Verteidigung im Zeitraum 2026-2027. Mit dieser Genehmigung sind die 28,3 Mrd. EUR für die Verteidigung der Ukraine im Jahr 2026 nun vollständig zugewiesen.“
Allerdings hat Kiew erklärt, dass allein für dieses Jahr noch 23 Milliarden Euro für das Militär fehlen würden. Wenn die für 2027 bewilligten 30 Milliarden für das Militär bereits dieses Jahr ausgezahlt würden, würde die ukrainische Regierung und die EU und Deutschland mit einem nur noch größeren Haushaltsloch konfrontiert sein. Unter dem nur ein halbes Jahr im Amt gewesenen Verteidigungsminister Fedorov sollen die Ausgaben für Angriffe auf russisches Territorium mit Drohnenschwärmen weit über den Budgetrahmen angestiegen sein. Die wohl auch übertriebenen Erfolgsmeldungen haben sich nur als vorübergehend erwiesen. Überdies wurden die Gehälter für Soldaten erhöht, um mehr Freiwillige anzulocken, da die Mobilisierung trotz gewalttätigem Vorgehen nicht genügend Menschenmaterial für die Front liefern kann, während die Zahlungen an die Familien gefallener Soldaten weiter steigen.
Jetzt hat das Ministerkabinett den Haushaltsentwurf für 2027 der Rada übergeben und es öffnen sich weitere Löcher bei der Finanzierung der Militärausgaben und des Staatsbudgets. Auffällig ist, dass das offiziell verkündete Defizit von 23 Milliarden Euro (27 Milliarden Dollar) in diesem Jahr keine Berücksichtigung findet. Man ist einfach darüber hinweggegangen.
Für 2027 werden Militärausgaben in Höhe von 3.762 Billionen UAH (73 Milliarden Euro) – 6 Milliarden mehr als 2026 – angegeben, von denen man schon nicht weiß, woher sie kommen sollen. Wird das bereits bestehende Defizit berücksichtigt, würden 50 Milliarden bleiben, das wären fast 20 Prozent weniger als für 2026. Dabei steigt die Inflation wahrscheinlich mehr als die erwarteten 8 Prozent, werden Waffenkäufe teurer und muss im Rüstungswettlauf mehr investiert werden. Das hat sich dieses Jahr eben in den fehlenden 23 Milliarden niedergeschlagen
Ein Kriegstag im Jahr 2026 soll 190 Millionen Dollar kosten, vor zwei Jahren waren es noch 140 Millionen, so die Vorsitzende des Haushaltsausschusses der Rada, Roksolana Pidlasa: „In acht Monaten kosteten die nationale Sicherheit und Verteidigung fast 42 Milliarden Dollar (ohne militärische Sachleistungen), und wir konnten nur 39 Milliarden Dollar aus eigenen Mitteln (Einnahmen + inländische Staatsanleihen) aufbringen, sodass wir nicht einmal mehr unseren eigenen Anteil an den Kosten decken, den wir zuvor geleistet haben. Die Streitkräfte geben zudem einen zusätzlichen Finanzbedarf von 27 Milliarden Dollar bis zum Jahresende an.“ Es gibt Berichte, dass an Soldaten an der Front die versprochenen Zulagen nicht gezahlt werden und die Einheiten den Diesel für die Fahrzeuge selbst kaufen müssen. Wegen der fehlenden 23 Milliarden wird man die Gehälter für das Militär nicht bis Jahresende zahlen können.
Angesichts der fehlenden Milliarden ist erstaunlich, dass nach dem Haushaltsentwurf nicht gespart werden soll, sondern es werden Sozialausgaben erhöht, wohl um die Bevölkerung ruhig zu halten. So sollen der Mindestlohn und das Existenzminimum um etwas mehr als 10 Prozent angehoben werden, weswegen auch die Rente mehr wird. Allerdings sind die vorgesehenen monatlichen 69 Euro als Existenzminimum sowieso ein Witz. Die Bildungsausgaben sollen um 21 % und die Gesundheitsausgaben um 14 % steigen. Dabei sinken die Steuereinnahmen, nachdem die russischen Truppen in Reaktion auf die ukrainischen Angriffe auf Warenlager diese ebenfalls angreift und die Häfen am Schwarzen Meer blockiert. Das Haushaltsdefizit 2027 wird auf 31,5 Milliarden Euro geschätzt. Der Finanzminister war zuvor von 32,6 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro) ausgegangen. Insgesamt geht das Finanzministerium davon aus, dass 2027 46 Milliarden Euro aus dem Ausland kommen müssten (was wahrscheinlich nicht reichen dürfte). Zahlen sollen vor allem die EU und ihre Mitgliedsländer. Erwartet wird auch Unterstützung von den G7-Ländern, dem IWF, der Weltbank und Großbriannien.
Der Haushaltsentwurf für 2027 ist völlig irreal. Es sei denn, dass Kiew schnell in Friedensverhandlungen einsteigt, um den Krieg möglichst nicht nächstes Jahr fortzusetzen. Ansonsten müsste die Währung abgewertet und die Sozialausgaben massiv zusammengestrichen werden, während gleichzeitig die Unterstützerländer noch mehr Geld locker machen müssten, um Militär und Staat am Leben zu erhalten. An Hilfen aus dem Ausland werden mehr als 52 Milliarden Dollar erwartet, das bereots bestehende Milliardendefizit nicht einberechnet.
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Das klingt sehr danach, dass bald die nächsten russischen Euro-Milliarden angeknabbert werden.
Der Krieg entwickelt sich für die EU und Deutschland in eine Richtung, die eigentlich für Russland vorgesehen war. Die USA hat schon längst reagiert und reicht alle Rechnungen für Waffen und Munition an Europa-Nato weiter und dort ist man mächtig stolz, was für eine wichtige Rolle man spielen darf.
Läuft.
Ukraine vor der Pleite? Nee, die SIND Pleite!
Die drei großen Ratingagenturen (Standard & Poors, Fitch, Moody’s) bewerten die Ukraine bestenfalls mit CCC. Jeder Investor, der auch nur einen Eurocent in diesen „failed state“ steckt, braucht sich nicht zu wundern, wenn sein Geld weg ist.
Ich persönlich würde nicht mal in die Bundesrepublik Deutschland weder mittelbar noch unmittelbar einen Eurocent in irgendwelche Staatspapiere investieren, obwohl diese mit AAA bewertet ist. Die expliziten und impliziten Staatsschulden betragen nahezu 20 Billionen Euro (Quelle: Ehrbarer Staat? Die Generationenbilanz, Bernd Raffelhüschen, Sebastian Schultis, Stefan Seuffert, Sebastian Stramka, Argumente zu Marktwirtschaft und Politik Nr. 183, Stand August 2025)
„Ukraine vor der Pleite?“ – Was für eine Frage. Die Ukraine IST schon längst Pleite!
Sie liegt auf Intensiv und wird nur noch durch die EU künstlich am Leben erhalten.
Die Frage müsste nun aber eher lauten: EU vor der Pleite?
Denn das ukrainische Faß ohne Boden wird bald auch uns in den Ruin treiben.
Die EU hat extrem hoch gepokert, und auf ein Return-of-investment durch den Zugriff auf die ukrainischen Bodenschätze gehofft und vielleicht sogar noch weiter im Osten … Projekt Rohstoffraum Ost.
Nur liegen ein Großteil der wertvollen Lagerstätten der Ukraine im Donbas und davon ist der größte Teil bereits russisch kontrolliert und wird es auch bleiben. Die EU kann noch so viel mit der Ukraine Förderabkommen vereinbaren, am Ende wird Russland darüber verfügen.
Und der EU bleibt ein gigantischer Schuldenberg und die abgeschnitte Energieversorgung.
Zusammen wird das nicht mehr lange finanziel gut gehen.