
Die Lage nach Maduros Entführung ist unübersichtlich und Spekulationen über Trumps Pläne schießen ins Kraut. Diese Unklarheit wird befeuert durch seine eigenen voneinander abweichenden Äußerungen und einiger Regierungsmitglieder. Und dann ist da auch noch die Realität.
Am Anfang ging es um große selbstlose Ziele und Ideale. Trump wollte das Leben der Amerikaner sicherer machen und den Drogenhandel zerschlagen, dem jährlich Tausende US-Bürger zum Opfer fallen. Vom Kampf gegen Drogen ist heute keine Rede mehr. Nun geht es nur noch um Öl und Rohstoffe. Die Lehre daraus sollte sein, dass höchste Vorsicht geboten ist, wenn es Meinungsmachern um große idealistische Ziele geht, für die mit moralischen Appellen geworben wird. Dahinter stecken in den meisten Fällen andere Interessen. Die Bekämpfung des Drogenhandels diente auch schon als Begründung für die Erhöhung von Zöllen gegenüber China, Kanada und Mexiko. Das scheint in Trumps Händen die eierlegende Wollmilchsau zu sein.
Im Siegestaumel
Unter demselben Vorwand nahmen die USA auch für sich das Recht in Anspruch, in internationalen Gewässern fremde Schiffe zu versenken, ohne dass diese Vorwürfe überprüft oder gar bewiesen worden wären. Dabei ist der Kampf gegen Drogen in erster Linie Aufgabe der US-Behörden sowohl an den eigenen Landesgrenzen als auch im Inland. Andere Staaten wie China, Kanada und Mexiko hatten zwar ihre Bereitschaft zur Mithilfe gezeigt, aber es ist nicht deren Aufgabe, amerikanische Drogenprobleme zu lösen. Schon gar nicht lassen sie sich von der US-Regierung vorschreiben, wie sie amerikanischen Interessen zu dienen haben.
Nun ist Drogenhandel nur noch einer von mehreren Anklagepunkten gegen den venezolanischen Präsidenten Maduro vor amerikanischen Gerichten. Vor wenigen Tagen erklärte Trump, er habe mit der Interimspräsidentin in Caracas, Delcy Rodriguez „über mehrere Themen gesprochen, darunter Öl, Mineralien, den Handel und die Nationale Sicherheit“(1). Es sei ein sehr gutes Gespräch gewesen. Offensichtlich aber ist Drogenhandel kein Thema mehr, obwohl dieser der Vorwand für den militärischen Angriff auf das Land war.
Auch Maduro selbst steht nicht mehr in Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit. Im Vordergrund steht die Frage nach der Zukunft Venezuelas. Wie immer ist Trump mal wieder mit vollmundigen Erklärungen vorgeprescht und hatte sich eigenmächtig zum Verwalter des Landes erklärt. Er sieht sich als derjenige, dem es gelingt, dass sowohl Venezuela als auch der amerikanischen Bevölkerung strahlende Zeiten bevorstehen. „Venezuela wird bald wieder großartig und wohlhabend sein, vielleicht sogar mehr als je zuvor!“(2)
Besoffen vom Erfolg der geglückten Entführung stellte er sich prahlerisch als Retter der Welt dar, dem nur noch der Friedensnobelpreis fehlt. Was Anderes war von ihm zu erwarten, nachdem in kurzer Abfolge militärische Nadelstiche gegen Islamisten in Syrien und Nigeria zu grandiosen Siegen aufgebauscht worden waren. Im Taumel dieser geglückten Militärschläge, deren Bedeutung und Wirkung er gewaltig überschätzt, droht er nun in einem Aufwasch auch dem Iran, wenn dieser nicht das Töten einstelle. Für die von einem ICE-Beamten getötete Demonstrantin im eigenen Land hatte er dagegen kein Mitleid, stattdessen verunglimpfte er sie als „inländische Terroristin“.
Entzugserscheinungen
Die blendenden Erfolge, errungen durch Lufteinschläge gegen weit unterlegene Gegner, sind fürs erste Vergangenheit. Nun steht Trump erneut vor den Niederungen eines Alltags, wo die drängenden Probleme wie die Verbesserung der Lebenslage der US-Bürger und die Bewältigung der Defizite immer noch auf eine Lösung warten. Schnelle Erfolge, mit denen man die Öffentlichkeit blenden und sich als Superman aufspielen kann, sind nun erst einmal Vergangenheit.
Er braucht den Erfolg persönlich und seine Anhänger erwarten von ihm Belege, dass Amerika auf dem Weg ist, wieder groß zu werden. Wenn die wirtschaftlichen Erfolge sich nicht einstellen, dann sollen wenigstens politische oder militärische die Illusion von Größe bedienen. Wie ein Süchtiger braucht er die Droge der öffentlichen Aufmerksamkeit. Seine Drogen sind Konflikte, aus denen er als Sieger hervorzugehen scheint. Kaum dass Venezuela für publikumswirksame Schlagzeilen nicht mehr taugt, müssen neue Konfliktfelder her, auf denen er sich bestätigen kann. Nun liegt wieder das Thema Grönland auf dem Tisch und neuerdings auch der Iran.
Aber der Iran ist nicht Nigeria oder Syrien, wo man mit Billigung der ansässigen Regierungen feindliche Gruppen aus der Luft bombardieren kann. Und Grönland ist nicht Venezuela, wo man ein geschwächtes Land mit überlegenen Streitkräften angreifen und den Regierungschef entführen kann. Man kann zwar wie der Elefant im Porzellanladen herumpoltern, aber auf der Gegenseite stehen Kräfte, die nicht unterschätzt werden dürfen. Doch Besonnenheit, Feingefühl und Geduld nicht gerade Trumps Stärken.
Weil seiner Regierung und anscheinend auch seinen Anhängern diese Eigenschaften fehlen, hat Trump bisher kaum etwas zufriedenstellend zu Ende bringen können, und so sieht es auch mit Venezuela aus. Nach dem Anfangserfolg einer geglückten Entführung weiß niemand, wie es dort weitergehen soll. Zwar glaubt Trump, das Land selbst übernehmen zu müssen, damit dort wieder Wohlstand einzieht, aber bisher ist nicht zu erkennen, wie das vonstattengehen soll. Denn die alte Führung ist weiterhin uneingeschränkt im Amt, und der Opposition will Trump die Macht in Venezuela nicht anvertrauen oder gar ganz überlassen.
Vermutlich könnte sein krankhaftes Geltungsbedürfnis es nicht ertragen, wenn er den eventuellen Erfolg der Neugestaltung des Landes mit einem der Oppositionspolitiker teilen müsste oder gar leer ausgehen würde. Er allein will am Ende als der Gründervater des venezolanischen Neuanfangs gefeiert werden. Von seinen Leuten kann er auch niemanden dort einsetzen, denn dazu müsste er Truppen nach Venezuela schicken, um dort durchsetzen zu können, was ihm vorzuschweben scheint. Aber im Moment kann ohnehin niemand sagen, welche Verhältnisse Trump dort herstellen will, nicht einmal er selbst scheint eine Vorstellung davon zu haben.
Zweifelhafter Erfolg
Bisher hat Trump wie eigentlich immer nur Sprechblasen abgesondert, wobei eine nach der anderen dabei ist, zu platzen. Wenn die amerikanischen Öl-Konzerne sich weiterhin weigern, in Venezuela zu investieren, dürfte die ganze Operation zu einem finanziellen Desaster für das Pentagon werden. Nach Analysen des Center for Strategic and International Studies kostet die US-Militärpräsenz im Karibikraum etwa 31 Millionen US-Dollar pro Tag. Das entspricht rund 930 Millionen US-Dollar pro Monat(3), und noch ist der Einsatz nicht beendet.
Vielleicht unter dem Druck der Kosten für diese Operation scheint Trump allmählich Kreide zu fressen. Hatte er kurz nach der Entführung Maduros noch mit einer zweiten Angriffswelle gedroht, so hatte er in der Folge sehr schnell Gründe zur Hand, weshalb diese nicht mehr nötig sein werde. War es zuerst die erfolgreiche Ausführung des Angriffs, so ist es inzwischen die aus Trumps Sicht hervorragende Zusammenarbeit mit dem Regime in Caracas. Das aber besteht weiterhin aus den alten Kräften, die bisher die Geschicke in Venezuela bestimmten – nur ohne Maduro.
Dabei hatte es auch zu Maduros Zeiten nicht am guten Willen Venezuelas an einer Zusammenarbeit mit den USA gefehlt. Das wird alleine daran schon deutlich, dass neben dem US-Konzern Chevron auch viele andere westliche Konzerne am Orinoco Öl fördern durften. Maduro selbst war zu vielen Kompromissen bereit, um den Würgegriff der westlichen Sanktionen zu lockern. Trotz der Risiken
scheint man in Washington die militärische Lösung bevorzugt zu haben. Dass das nicht ungefährlich war, gestand Generalstabschef Dan Caine wenige Tage später: „Wenn nur ein Teil der Operation schiefgegangen wäre, hätte der Erfolg der gesamten Mission infrage gestanden“(4).
Vielleicht glaubte man auch den eigenen Theorien, dass der Einsatz wegen der zu erwartenden Gewinne aus dem Verkauf venezolanischen Öls für die amerikanischen Steuerzahler keine Kosten verursachen werde. Das hatte man schon beim Angriff auf den Irak versprochen. Doch der Irakkrieg wurde am Ende wesentlich teurer, und auch das Venezuela-Abenteuer ist noch nicht zu Ende. Denn Trump will die Flotte vorerst noch in der Karibik belassen und schließt nicht aus, doch noch „Bodentruppen zu entsenden beziehungsweise sich in einen längerfristigen Konflikt zu begeben“(5). Das würde die Kosten weiter in die Höhe treiben.
Widerstände
Die Belastungen für die amerikanische Staatskasse werden aber nicht nur von der Dauer des Konflikts bestimmt. Vieles wird davon abhängen, ob die Ölkonzerne in Venezuela investieren werden und ob es wirklich gelingt, die Ölverkäufe unter US-Kontrolle abzuwickeln und daraus Gewinne zu erwirtschaften. Laut Trump sei ein Abkommen mit Rodriguez getroffen worden. „Das Gesamtvolumen der Vereinbarung zwischen Washington und Caracas beläuft sich auf zwei Milliarden Dollar“(6). Inzwischen soll mit dem Verkauf des Öls begonnen worden sein.
Desweiteren behauptet der amerikanische Präsident: „Die Einnahmen aus den ersten Transaktionen im Wert von rund 500 Millionen Dollar sollen auf von der US-Regierung kontrollierten Konten verwahrt werden.“(7) Daraus wird aber nicht ersichtlich, wem diese Einnahmen zugutekommen werden. Es ist unwahrscheinlich, dass Venezuela weiterhin Öl fördern wird, wenn es an den Einnahmen nicht beteiligt ist, und so lange die USA keine Kontrolle über die Förderung im Land haben, haben sie erst einmal wenig Einfluss auf die Lieferungen.
Auch ist unklar, um welches Öl sich dabei handelt. Nach Trumps Angaben „würden venezolanische Behörden zwischen 30 und 50 Millionen Barrel sanktioniertes Öl an die USA „übergeben“(8) Das bedeutet aber auch, dass die USA es noch nicht haben. Oder handelt es sich dabei um Öl, das auf den festgesetzten Tankern gebunkert ist? Vieles ist unklar und Trumps Aussagen müssen mit Vorsicht genommen werden. Er nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau, wenn es um seinen Vorteil und Selbstdarstellung geht.
So weiß beispielsweise nur er von Hunderten russischer und chinesischer Schiffe in den Gewässern vor Grönland im Gegensatz zu den Geheimdiensten. Auch die Grönländer wissen nichts davon, Das letzte chinesische Kriegsschiff war vor etwa zehn Jahren dort gesichtet worden. Von daher sind Zweifel an Trumps öffentlich vorgetragener Zuversicht angebracht, und ob die Venezuela-Deals so reibungslos ablaufen werden wie von ihm in Aussicht gestellt, wird sich zeigen.
Die venezolanische Präsidentin Delcy Rodrigez hat zwar die Absicht zu guter Zusammenarbeit mit den USA kundgetan. Alles andere wäre unklug, will sie keine weiteren Kriegshandlungen von Seiten der USA riskieren. Auch wenn Trump sicherlich keine Bodentruppen schicken kann auf Grund der Widerstände in den USA selbst, aber auch Angriffe aus der Luft oder von See her können große Opfer und Schäden in Venezuela verursachen. Das will sie unbedingt vermeiden. Dennoch hatte sie auch deutlich gemacht, „sie werde die Ressourcen des Landes verteidigen.“(9)
Man wird sehen, wie dieses Kräftemessen sich weiter entwickeln wird. Für die großen US-Ölförderer jedenfalls ist Venezuela nach deren eigenen Aussagen derzeit nicht investierbar. Angesicht des Überangebots an den Ölmärkten werden zusätzliche Fördermengen eher als eine Bedrohung für ihre Geschäfte gesehen. Die Unternehmen rechnen damit, dass die Preise auf längere Sicht niedrig bleiben werden, sodass sich Investitionen in die heruntergekommene venezolanische Infrastruktur auf Jahre nicht rechnen werden.
Der Chevron-Konzern will stattdessen sogar „die Kosten bis Ende 2026 um bis zu drei Milliarden Dollar senken … seine Belegschaft um bis zu 20 Prozent reduzieren.“(10) Da wird man sich sicherlich mit Investitionen in Venezuela keinen neuen Klotz ans Bein binden, auch wenn man damit den amerikanischen Präsidenten verärgern könnte. Denn alle Ölkonzerne sind Aktienunternehmen, und diese sind gegenüber ihren Aktionären juristisch verantwortlich, nicht aber dem amerikanischen Präsidenten.
Fußnoten
(1, 2) FAZ 16.1.2026 Trump lobt Venezuelas Führung
(3) CSIS 15.1.2026 Die Kosten und globalen Auswirkungen des US-Militäreinsatzes gegen Venezuela,
(4) FAZ 9.1.2026 Als Trump fürchtete, ein neuer Jimmy Carter zu werden
(5) FAZ 10.1.2026 Der Kongress regt sich
(6, 7) FAZ 16.1.2026 Trump lobt Venezuelas Führung
(8, 9, 10) FAZ 8.1.2026 Schwierige Ölgeschäfte in Venezuela
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………… was zum Teufel erwartet ihr denn von einem Psycho….he? Der Mann ist völlig unkontrolliert und unkontrollierbar.
Und eignet sich daher vorzüglich als puppet für die verborgenen Eliten in diesem Räuberstaat, die die Fäden ziehen und so gern unsichtbar bleiben. Neeeeiin…. alles passt schon genau: der mann ist BIG…, verbreitet prima Angst und Unsicherheit und die europäischen Hanseln und Hanselinnen scheissen sich …… Frau Ursuln von der Leychen kräht unentwegt … we must fight, we must fight…. Mädel, das hast du doch schomal verkackt….Merzle kriegt wieder seinen berühmten “ ich bin gaaaanz wichtig“ Schluckauf … mein Gott ne, was ist dieser Mensch fad….nich mal Pissoirius kriegt was Gscheites hin – die aktuelle Ruhe ohne diesen aufgepumpten Kraftmeier ist eigentlich ganz angenehm. Der pöse-pöse Puddin guckt sich das alles ganz in Ruhe an und denkt sich: …….. macht ihr mal!!! Derweil ihm Tschijingpingpong, oder wie der grad heisst, noch ne Tasse Tee einschenkt.
Nun hat er in Davos einen ganz besonders dollen Brüller losgelassen. Windräder, sobald sie sich drehen, verursachen 1000 Dollar Verlust. Das ist dermaßen saudumm, dass es selbst seine Geldgeber verärgern wird. Und seine Wähler in Texas. Denn Texas ist inzwischen das Greenhouse der USA:
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Texas-ist-das-gruene-Powerhouse-der-USA-article24117488.html
Auf diesem IQ-Level dachte er wohl, er könne den Ölpreis mit dem venezolanischen Öl so drücken, dass dadurch dire E-Autos ausgebremst werden. Nur ist es eben umgekehrt: wegen den E-Autos ist dieses Öl nicht mehr marktfähig.
TACO (Trump Always Chickens Out) soll in den USA inzwischen ein verbreiteter Slogan sein. Das Muster: Er veranstaltet ein riesiges Spektakel, und erhält an Ende, was er auch so bekommen hätte. Er teilt halt nach allen Seiten aus, ohne substantielle Erfolge verbuchen zu können, richtet aber mächtig Schaden an.
Vielleicht nicht ganz so.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=145157
Trumps in Davos gehaltene Nicht-Rede, gehalten über 70 Minuten und bar jedes roten Fadens, legt m.E. nahe, dass auch er mittlerweile nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten zu sein scheint.
Bei der Abschätzung der Kosten für das Venezuela-Abenteuer scheint mir Vorsicht geboten: ein Großteil davon (Personalkosten) dürfte vermutlich auch dann anfallen, wenn die Schiffe im Heimathafen liegen; relevant sind daher wohl eher nur die Zusatzkosten (Raketen, Drohnen, Munition, Sprit, ggf. Söldner).
Soweit so ungut.
Dennoch kriechen etliche wirbellose Regierungschefs bzw. Möchtegern-Staatsführer, sowie andere Polit-Schranzen aus gewissen Parteien, in Richtung Trumps Anus.
Das ist kaum zu ertragen.
Herr Rauls hat erfolgreich die Schwimmflügel angelegt und sie funktionieren ganz hervorragend, denn er bleibt konsequent an der Oberfläche.
Es kann nur vermutet werden, wo & wann genau dieser »Anfang« vom Autor lokalisiert wird, ist aber auch egal, weil es nie darum ging (»selbstlose Ziele und Ideale«? Ist das vielleicht doch Satire?). In der Trump-Administration ging & geht es ausschließlich um Disruption, eine zerstörerische Vorwärtsverteidigung in Antizipation der eigenen Bedeutungs-Havarie und das mit dem ureigenen, amerikanischen Zivilisationsverständnis, dass alles nur über Kampf und mit Unterwerfung (von Mensch, Natur, Geschichte, whatever) erreicht werden kann.
Wer noch immer versucht, Trumps Handeln aus Trumps Perspektive zu begreifen (der Mann macht einen Biden: er hat letztens in drei Sätzen hintereinander „Grönland“ mit „Island“ verwechselt), wird auch weiterhin einer halluzinierten Karotte hinterher hüpfen.
Alles andere ist in diesem Artikel eine Inhaltsangabe dessen, was & wie „wir“ es verstehen „sollen“, doch leider gibt es kein Popcorn zu dieser „Trump-Show“.
Die Ziele, um die es geht, fassen grob gesagt im Erfolg der Nation zusammen. Dazu gehört auch die Bekämpfung des Drogenhandels, da der Drogenkonsum in den USA Schäden anrichtet. Und wie es sich für eine so mächtige Nation wie die USA gehört, machen sie ihr Problem mit dem Drogenhandel zum Problem der Staaten, aus denen die Drogen kommen, oder durch die sie durchgeleitet werden. Einfach, weil sie es können.
Dafür sind offensichtlich Zollandrohungen, die Verhängung von Zöllen, oder auch militärische Mittel geeignet. Die Schädigung des angesprochenen Staates sorgt für den Druck, den Anliegen der USA entsprechende Priorität einzuräumen.
Dieses Vorgehen gab es auch schon lange vor Trump. Trump unterscheidet sich von seinen Vorgänger hauptsächlich dadurch, dass er keinen Wert darauf legt, dass auch nur der Anschein von Legitimität gewahrt wird. Er spart sich die (meistens) Heuchelei., dass die Durchsetzung des US Interessen höheren Zwecken dient. Er verweist ganz offen und ungeniert auf das jeweilige US Interesse und dass er das mit den der USA zur Verfügung stehenden Mitteln durchsetzen wird.
Die Bekämpfung des Drogenhandels diente auch schon als Begründung für die Erhöhung von Zöllen gegenüber China, Kanada und Mexiko. Das scheint in Trumps Händen die eierlegende Wollmilchsau zu sein.
Die Kalkulation sieht völlig anders aus, wenn der Persische Golf gesperrt ist. China verliert dann mit einem Schlag 30% seiner Öllieferungen und Trump kann dann mit dem Öl aus Venezuela die Versorgung der USA aufrecht erhalten. Wir können nicht hinter die Kulissen schauen. Lassen wir mal Trumps Geschwätz von Dogen weg, die Erklärung von Exxon und die Beteuerung der neuen Amtsinhaberin von Venezuela die Ressourcen des Landes schützen zu wollen. Es hat vor der Entführung Maduros Absprachen gegeben und wir können unterstellen, dass es konkrete Pläne gibt.
Tatsache ist, dass die wichtigste Verteidigung des Irans bisher auf seiner Fähigkeit beruhte die Straße von Horus sperren zu können und den Westen von der Energiezufuhr abzuschneiden. Wenn der Westen dies durch eine andere Ressource kompensieren kann, dann wandelt sich die Sperrung des Persischen Golfs zu einer Waffe gegen China. Erst mit den venezolanischen Ölreserven wird der Krieg gegen den Iran möglich.
Ein typischer Rauls. Unsachlich und inkompetent, aber prophetisch. Delcy Rodriguez will mit Trump zusammenarbeiten und nach Washington fahren, wahrscheinlich um Maduro und Gattin Pralinen und Blumen zu bringen. „Delcy Rodríguez sicherte den USA vor Maduros Sturz Kooperation zu“ titelt der Tages-Anzeiger und andere Zeitungen schreiben dasselbe. Machado hat Trump die Nobelmedaille geschenkt. Die Ölinvestitionen haben erst in Jahren Auswirkungen, sagt Trump. Aber Rauls verwechselt seine bösen Wünsche mit Tatsachen. Und der Kampf gegen Drogen geht weiter, auch wenn gerade mal nicht darüber gesprochen wird.
Ich spekuliere schon die ganze Zeit, dass Trump gelegentlich Iran bombardiert, wenn ihm Netanjahu zu frech wird, weil Iran versprochen hat, dann Israel zur Rache zu bombardieren. „Offenbar auf Bitten des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu und einiger arabischer Staaten der Region vertagen die USA einen Angriff auf den Iran.“ (ntv) Wenn das keine Bestätigung ist.