Trump, Hormuz und die Verwertung von Abhängigkeit

Straße von Hormuz
Jacques Descloitres, MODIS Land Rapid Response Team, NASA/GSFC, Public domain, via Wikimedia Commons

TACO greift zu kurz: Trumps Verhandlungsmethodik geht auf.

Am 21. April 2026, kurz vor Ablauf der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg, erklärte Donald Trump auf Truth Social, eine Verlängerung sei „highly unlikely“. Iran müsse einen ernsthaften Vorschlag liefern, sonst kehre die heiße Phase zurück. Märkte bewegten sich, Schifffahrtsrouten wurden umgeleitet, Kriegsversicherer kalkulierten neu. Einen Tag später verlängerte Trump die Waffenruhe um drei bis fünf Tage. Parallel erteilte das Weiße Haus der US-Marine den Befehl „shoot to destroy“ gegen iranische Boote, die Minen in der Straße von Hormuz legen. Drei Tage
darauf verlängerte Trump unbefristet.

Wer dieses Muster aus Wall-Street-Sicht beschreibt, hat einen Spitznamen dafür: TACO – „Trump Always Chickens Out“. Maximaldrohung, Marktbewegung, Rückzieher. Trump hat den Begriff empört zurückgewiesen: Harte Drohungen seien notwendig, um andere überhaupt an den Verhandlungstisch zu bringen. In diesem Punkt hat Trump recht. Die Drohung ist der Hebel, der die Verhandlung erst erzwingt. Aber das ist nicht der Streitpunkt. Die Frage ist, was an diesem Tisch verhandelt wird — und nach welcher Logik.

TACO unterstellt, am Ende stehe nichts; Trump verkauft die Methode als klassische Verhandlungspraxis, an deren Ende ein Deal zwischen Partnern steht. Beides trifft nicht. Was am Ende steht, ist ein Deal — aber kein Aushandeln zwischen gleichrangigen Seiten. Es ist die Verwertung struktureller Übermacht. Trump verhandelt nicht symmetrisch über das, was beide Seiten brauchen, sondern asymmetrisch über das, was die andere Seite nicht entbehren kann. Diese Logik ist in den ersten anderthalb Jahren der zweiten Amtszeit zur erkennbaren Methode geworden: Drohung, Streckung, Verstetigung.

An ihrem Ende steht ein neues Arrangement, in dem die alte Beziehung durch ein anderes Verhältnis ersetzt wird – eines, in dem die Abhängigkeit der Gegenseite zur strukturellen Einnahmequelle der USA wird.

Vier Vorgänge aus 2025

Bei TikTok begann es mit der Drohung: ByteDance, der chinesische Eigentümer, sollte die US-Aktivitäten verkaufen, sonst drohte das Aus. Trump setzte die Drohung nicht um, sondern überführte sie in die Streckung – Frist um 75 Tage verlängert, dann um 90 Tage, „tremendous progress“. Die Verstetigung lag nicht im Ausgang einer Verhandlung. TikTok blieb nicht einfach Marktakteur. Jeder weitere Tag ohne Verbot wurde verhandelbar – abhängig von Eigentümerstruktur, Datenkontrolle, nationaler Sicherheit, amerikanischer Beteiligung. Nicht der Markt entschied über den Fortbestand der Plattform, sondern Washingtons politische Duldung.

Schärfer wurde das Muster bei der Ukraine. Anfang März 2025 setzte die Trump-Regierung die Militärhilfe für Kiew aus, kurz darauf auch das Teilen von Geheimdienstinformationen. Das war die Drohung. Es folgte die Streckung – Wochen der Verhandlungen in Jeddah, Riad und Washington, in denen sich verschob, was eigentlich auf dem Tisch lag. Aus „bekommt Kiew weiter Hilfe?“ wurde „unter welchen Bedingungen wird Hilfe wieder fließen?“ Die Verstetigung folgte mit einem Rohstoffabkommen: Amerikanische Firmen bekamen privilegierten Zugang zu ukrainischen Vorkommen seltener Erden, Lithium, Titan, kritischer Mineralien. Aus einer Sicherheitsbeziehung wurde ein Ressourcendeal. Parallel verschob sich die Lastenverteilung: Europa wurde zum Hauptzahler des Krieges – Munition, Wiederaufbau, Flüchtlinge, Energiehilfen, längerfristig Sicherheitsgarantien.

Bei Columbia University funktionierte das Muster auch innenpolitisch. Drohung: Bundesmittel ausgesetzt, Forschungsgelder entzogen. Streckung: Phase laufender Bundesuntersuchungen, parallel verhandelter Vergleichsangebote, unklarer Rückkehrbedingungen. Verstetigung: Columbia einigte sich auf eine Zahlung von über 200 Millionen Dollar – und Regierungsvertreter erklärten anschließend, Columbia sei das Modell für Einigungen mit anderen Universitäten. Aus einem Einzelfall wurde eine Präzedenz. Bundesmittel als politisch konditionierbarer Hebel.

Bei Panama lief das Muster geopolitisch. Drohung: Trump erklärte, die USA würden den Kanal „zurückholen“. Streckung: Rubio reiste hin, die Belt-and-Road-Beteiligung wurde gekündigt, die Drohung stand im Raum, ohne konkretisiert zu werden. Verstetigung: Die Hongkonger Firma CK Hutchison verkaufte ihre globale Hafensparte an ein Konsortium um BlackRock – einschließlich Beteiligungen an Häfen an beiden Enden des Panama-Kanals. Die Maximaldrohung wurde nicht umgesetzt. Sie wurde in eine wirtschaftliche Neuordnung überführt, in der chinesisches Kapital durch amerikanisches ersetzt wurde.

Hormuz: Die Methode im Werden

Was in diesen vier Fällen abgeschlossene Sequenzen waren, läuft in der Iran-Krise gerade ab. Hormuz zeigt die Methode nicht im Rückblick, sondern im Werden – und genau das macht den Fall analytisch besonders wichtig.

Die Drohung war nicht ein Tweet. Die Drohung war der Krieg selbst. Mit dem Bombardement vom 28. Februar und der formalen US-Marineblockade vom 13. April hat Trump die Maximalstufe nicht angekündigt, sondern vollzogen. Was seither im Raum steht, ist nicht eine zukünftige Drohung, sondern die jederzeit mögliche Wiederaufnahme – eine Drohung, die nicht ausgesprochen werden muss, weil ihr empirischer Nachweis bereits erbracht ist.

Hier liegt der erste fundamentale Unterschied zu allen vorherigen Fällen. TikTok, die Ukraine, Columbia, Panama — in jedem dieser Fälle adressierte die Drohung einen klar abgegrenzten Akteur. Bei Hormuz ist die Adressierung diffuser. Formal richtet sich die Drohung an Iran. Aber die Wirkung trifft alle, die Hormuz brauchen — die Saudis, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, China, Japan, Südkorea, Indien, Europa. Niemand von ihnen sitzt am Verhandlungstisch. Alle stehen unter Druck. Iran ist nicht der Adressat im üblichen Sinn — Iran ist der Hebel. Die eigentliche Wirkung läuft in den Köpfen aller anderen ab: Wer Hormuz braucht, muss Lösungen finden, die mit Washington kompatibel sind, ohne überhaupt eingeladen worden zu sein.

Wir befinden uns gegenwärtig in der Streckungsphase. Sie begann mit der achttägigen Waffenruhe vom 8. April. Statt einer endgültigen Entscheidung – Krieg wieder aufnehmen oder beenden –entstand eine Folge von Verlängerungen, Drohgebärden und Rücknahmen. Iran-Außenminister Araghchi reiste nach Pakistan, dann nach Oman, dann nach Russland. Trump berief Vance, Witkoff und Kushner kurzfristig von einem geplanten Treffen mit iranischen Vermittlern in Pakistan ab. Die Begründung: „Eighteen-hour flight to sit around talking about nothing.“ Anfang Mai legte Iran einen 14-Punkte-Vorschlag vor: 30 Tage zur Beendigung des Krieges, US-Truppenabzug, Aufhebung der Blockade, Reparationen, Sanktionsende, Ende der Kämpfe in Libanon, neuer Kontrollmechanismus für die Straße von Hormuz. Trump wies ihn zurück: „I’m not satisfied with it.“ Die nächsten Verhandlungen würden nur noch telefonisch geführt.

Die Verstetigung ist noch nicht eingetreten – aber sie zeichnet sich bereits ab. Pentagon-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am 24. April: „This standoff in the Strait of Hormuz is much more their fight than ours“ — wobei „theirs“ Europa und Asien meint. „We are not counting on Europe, but they need the Strait of Hormuz much more than we do.“ Ein Pentagon-Briefing schätzt die Räumung der iranischen Minen auf rund sechs Monate, unabhängig vom diplomatischen Ausgang.
Die US-Marine durchsucht 34 Schiffe im Screening, bevor sie passieren dürfen. CENTCOM hat in 20 Tagen Blockade 48 Schiffe zur Umkehr gezwungen. Was sich anbahnt, ist nicht die alte Hormuz-Straße mit erhöhter Sicherheit, sondern ein amerikanisch verwalteter Korridor, in dem Genehmigung Voraussetzung für Verkehr geworden ist.

Ob diese Verstetigung das stabile Endformat der Krise wird, lässt sich heute nicht mit Sicherheit sagen. Möglich bleibt eine echte Off-Ramp, möglich bleibt auch eine Wiederaufnahme der heißen Phase. Was aber sichtbar wird, ist die Bewegungsrichtung: Die Krise wird nicht beendet, sondern in Bewegung gehalten – und die Konturen des neuen Arrangements werden Tag für Tag dichter.

Warum TACO zu kurz greift

Der TACO-Spott misst Trump an der Frage, ob die Maximaldrohung eins zu eins umgesetzt wird. Doch das ist die falsche Messgröße. TikTok wurde nicht abgeschaltet – wurde aber in einen Plattformbetrieb überführt, dessen Existenz politisch nutzbar bleibt. Die Ukraine-Hilfe wurde nicht beendet – wurde aber in einen Rohstoffdeal überführt, in dem amerikanische Firmen Zugang zu kritischen Mineralien bekommen und Europa die laufenden Kosten trägt. Columbia wurde nicht ruiniert – zahlte 200 Millionen, und andere Universitäten wissen jetzt, was passiert, wenn sie aufmucken. Der Panama-Kanal wurde nicht zurückgeholt – chinesische Hafenanteile wurden durch amerikanisches Kapital ersetzt. Hormuz wurde nicht dauerhaft geschlossen – wird aber gerade vor unseren Augen in einen amerikanisch verwalteten Korridor überführt, mit einer Pentagon-Schätzung von sechs Monaten Minenräumung als materiellem Persistenzfaktor unabhängig von jedem diplomatischen Ausgang.

TACO sieht den Moment der Rücknahme. Die Drei-Phasen-Logik sieht das neue Arrangement, das an die Stelle der alten Beziehung tritt. Im Hormuz-Fall radikalisiert sie das Prinzip: Hier muss Trump nicht einmal mit dem eigentlichen Adressaten verhandeln. Iran ist die Drohung, nicht der Verhandlungspartner. Die Saudis verhandeln nicht – sie zahlen mit Exportkapazität. Die Chinesen verhandeln nicht – sie zahlen mit Reserven. Europa verhandelt nicht – es zahlt mit Versicherungsprämien und Brent-Aufschlägen. Trump muss mit niemandem reden. Es reicht, dass er die Krise nicht beendet – und das Arrangement der Korridor-Steuerung verstetigt sich von selbst.

Die offene Frage

Trumps Methode hat einen Preis. Sie beschädigt Vertrauen, sie erzeugt Unsicherheit, sie macht Verbündete misstrauischer. Der Preis fällt aber nicht unbedingt bei Trump an. Er fällt bei denen an, die abhängig bleiben – und nun erleben, dass diese Abhängigkeit politisch neu bepreist wird.

Wer verstehen will, warum die Methode wirksam ist, sollte nicht fragen, ob Trump seine Drohungen wahrmacht. Die wichtigere Frage lautet: Welches neue Arrangement bleibt nach der Drohung übrig – und wem nützt es?

Damit ist die Pointe nicht, dass Trump härter verhandelt als seine Vorgänger. Die Pointe ist, dass er gar nicht mehr verhandelt, wie es das Wort suggeriert – als Aushandeln eines Ergebnisses zwischen gleichrangigen Seiten. Er verhandelt nicht, um Krisen zu beenden, sondern um sie in Arrangements zu überführen, die für die USA produktiv sind. Was am Ende dabei steht, ist juristisch oft ein Deal, ökonomisch oft eine Vereinbarung – aber strukturell ist es die Verwertung von Abhängigkeit.

Im Nahen Osten ist konkret sichtbar, was Washington dabei gewinnt: höhere Marktanteile für US-Schieferöl, weil ausgerechnet die Krise des Persischen Golfs amerikanisches Öl strategisch wertvoller macht. Eine Aufwertung des Dollars als Krisen- und Reservewährung. Boomzustände für die amerikanische Rüstungsindustrie. Die politische Legitimierung dauerhafter US-Militärpräsenz in der Region – eine zusätzliche Carrier-Gruppe, ausgeweitete Boarding-Operationen, ein Pentagon-Briefing, das von einem halben Jahr Minenräumung spricht. Und vor allem: die Position als Zugangswächter zu einem Weltschifffahrtsknoten, durch den ein Fünftel der globalen Ölverladungen läuft. Wer Hormuz wieder berechenbar haben will, muss in Washington fragen – nicht in Teheran, nicht in Riad, nicht in Brüssel.

Hormuz zeigt es im Echtzeitformat: Eine internationale Ordnung beginnt sich zu sortieren, in der Konflikte nicht mehr enden, weil sie sich rentieren – und in der die USA der Akteur sind, für den die Krise produktiver ist als ihre Auflösung.

Wem das nach Strategie klingt, hat den Punkt verstanden. Wem es nach Improvisation klingt, auch. Beide haben recht. Und beide sehen dasselbe Ergebnis.

Boris Bayer

Boris Bayer, 1980 geboren, hat Philosophie und Mathematik in Berlin studiert. Er lebt mit seiner Familie im ländlichen Raum in Franken.
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30 Kommentare

  1. Den Text halte ich für sehr schlüssig und überzeugend. Er betrachtet zwar nicht das gesamte „Spiel“, aber einen wichtigen Teil. Der US-Hegemon versucht, seine schwindende Macht mit allem zu sichern, was er hat. Und da die militärische Unterwerfung immer schlechter funktioniert, wird die ökonomische Unterwerfung wichtiger.

    Der Hegemon muss gar nicht militärisch siegen. Es reicht, militärisch Unsicherheit und Chaos zu produzieren, das Feinde und Vasallen schwächt und so „vorteilhafte Deals“ ermöglicht. Teils Strategie, teils Improvisation.

    Das grosse Ziel ist „divide et impera“; Rivalen müssen geschwächt und – wenn möglich – in verdauliche Teile zerschlagen werden, bevor sie zu groß werden. Und Vasallen muss man zeigen, dass man sie jederzeit ruinieren könnte, wenn sie auszuscheren versuchen. Und selbstverständlich müssen sie zahlen.

    Kritisch wird es für den Hegemon erst, wenn er seine Vasallen ruiniert hat, um die eigene Position zu sichern.

    1. Wirklich sehr interessant. Enorme Tiefe und erstaunliche Deckungsgleichheit mit meiner KI-gestützten Datenanalyse. Mir hat der theoretische Überbau der 30 Studien gefehlt. Die werde ich demnächst einarbeiten.

      Danke

    2. Danke für die beiden Links.

      Michael Hollister hat sich enorm tief in die US-Think-Tank-„Produkte“ eingearbeitet, und die Drehtür-Effekte zwischen Think-Tanks und Regierung habe ich noch nie so ausführlich beschrieben gefunden.

      Seine Aneinanderreihung von Hauptsätzen, die keinen Zweifel und Widerspruch dulden, stört mich allerdings etwas.

      Und er hat sich nur mit den Planungen (und deren Umsetzung) der US-Seite beschäftigt. Die Think-Tank-Produkte werden auch von den strategischen Gegnern der USA gelesen; die konnten sich also so gut wie möglich vorbereiten, und manches wird nicht nach den Plänen der USA laufen.

      Auf Zermürbungskriege ist der Wertewesten relativ schlecht vorbereitet. Die Deindustrialisierung der USA lässt sich nicht so einfach rück-abwickeln. Da ist inzwischen eine ganze Generation an Fachleuten verloren gegangen. Und die Vasallen werden wohl überfordert von dem, was ihnen der Hegemon aufs Auge drückt.

      Mag sein, dass es so kommt, aber vielleicht endet die „dicke Hose“ in Überdehnung und strategischen Niederlagen. You don’t always get what you want.

  2. Bravo, das nenn‘ ich mal eine scharfsinnige Analyse.
    Und ich bin mir auch sicher, dass das in Berlin, Brüssel und Lonon bereits angekommen ist (in Moskau und Beijing sowieso).
    Allein die eingeschlagene Strategie – massive schuldenfinanzierte Aufrüstung – wird kaum funktionieren: Denn am Ende stehen hinter Washington, Mokau und China weitaus mehr Atomwaffen, mehr ,manpower‘, mehr Wirtschaftskraft und viel mehr Ressourcen!

  3. Wenn die kriegsgeilen Trump und Netanjahu den Iran nicht angegriffen hätten,
    bräuchte es jetzt weder Drohunhen noch Verhandlungen. Die Straße von Hormus wäre
    frei befahrbar unf die Durchfahrt kostenlos und in den Arabischen Ländern wäre immer
    noch Friede, Freude, Eierkuchen. Auch über eine atomare Aufrüstung des Irans müßt sich
    keiner Gedanken machen. Jetzt ist alles kompliziert, es sind wieder einmal tausende Menschen
    und vor Allem Kinder ermordet worden und die Welt zahlt sich an die Trumpfamilie dumm und
    dämlich, da Trump die Kursschwankungen mit seinem Hin und Her in Bewegung setzt und sich
    sein Schwiegerson Kuschner an der Börse austobt. Netanjahu bombt derweil im Libanon weiter
    und bekommt von uns dafür die Waffen, frei vom Steuerzahler gespendet. Oder glaubt wirklich
    jemand, dass die Israelis dafür auch nur einen Cent überweisen? Und Europa? Das versucht
    krampfhaft Russland zu einem Krieg zu bewegen. Uns Pistolius hat ja gerade wieder ein paar
    Milliardchen in der Ukraine verprasst. Demnächst müssen alle Kassenpatienten ihre Goldplomben
    rausreißen lassen um das alles zu bezahlen.

  4. Danke für den „Artikel“. Ich würde vorschlagen, dass man bei so etwas um der Transparenz willen farblich markiert, was direkt von der AI kommt, und wo der Prompter, Autor möchte ich als Begriff hier vermeiden, Ergänzungen oder Änderungen vorgenommen hat.

  5. Danke – endlich mal jemand, der das Offensichtliche benennt. Trump ist ein „Bully“, seine Verhandlungstaktik sind Unberechenbarkeit und wüste Drohungen, er lässt sich nicht in die Karten schauen, lügt über Ziele und Taktik, nimmt keine Rücksicht auf die Gefühle von anderen, …

    So erreicht er meistens sein Ziel, das er oft genug sogar vorher ganz offen ankündigt. Europa soll 5% in Rüstung stecken? Check. USA ziehen sich aus der Ukraine-Unterstützung zurück? Check. EU-Firmen sollen in den USA produzieren? Check.

    Beängstigend ist, dass unsere „Experten“ in den Medien, unsere „Diplomaten“ in der EU und in Deutschland dieses wirklich leicht zu durchschauende Muster nicht erkennen. Die bewegen sich konsequent weiter auf dem
    Niveau „Trump ist nicht besonders klug“, „Trump ändert jeden Tag seine Meinung“, „TACO“, „Trump erreicht nie seine Ziele“.

    Leichte Opfer für einen Bully.

    1. Vor allem macht Trump inzwischen schon wieder Deals mit den Russen, während sich die gesamte EU-Führung völlig in ihren fanatischen Russenhass hinein gesteigert hat.

      Das Problem beim Zickenkrieg von v.d. Leyen und Kallas gegen Putin sind nämlich die Kollateralschäden, wenn die Sache atomar eskaliert.

  6. Mathematiker (und Physiker) sind offenkundig in der Lage, ökonomische Strukturen und volkswirtschaftliche Zusammenhänge besser zu analysieren als viele sogenannte „Ökonomen“. Das Vorgehen des Trump-Regimes erinnert an Spieltheorie, praktisch angewendet, und das hat sich der Imperator Donald Trump sicherlich nicht alleine ausgedacht.

    Eines sollte auch klar sein: Aus dieser Dauerkonflikt- und Dauerkrisen-Nummer kommen viele kleine Staaten (sogenannte „Verbündete“ und „Partner“ inklusive) nicht so schnell oder nie mehr raus. Es sei denn, sie würden sich mit dem großen „bösen“ Russland und dem großen „bösen“ China zusammentun. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario dürfte allerdings gegen Null gehen. Die Wahrscheinlichkeit im Lotto 10 Millionen Euro zu gewinnen und das, obwohl man selbst gar keinen Lottoschein im Kiosk oder wo auch immer abgegeben hat, dürfte größer sein.

    Die Frage ist, wie lange das innenpolitisch in den USA gutgeht. Nicht alle Bürgerinnen und Bürger der USA profitieren von dieser Außenpolitik.

    Vor allem profitieren die „Rich Men North of Richmond“ davon, die anderen profitieren etwas und viele profitieren gar nicht davon, glauben aber, dass sie zu denen gehören, die davon profitieren. Auf der anderen Seite gibt es in den USA bereits jetzt mehr als eine Million Obdachlose, die der US-Regierung am Hintern vorbeigehen, ganz egal, wer in Washington regiert. Die glauben das sicherlich nicht mehr.

    MAGA heißt „Make America Great Again“ und nicht „Make All Americans Great Again“. Diesen Unterschied intellektuell zu durchdringen, gelingt nicht jedem US-Bürger.

  7. Trump ist ein Idiot. Das ist klar. Beweis:
    Der Westen hat den Ukrainekrieg verloren. Trump zieht sich zurück und behauptet, die Europäer seien für die Ukraine verantwortlich. Die Europäer bestätigen diese Aussage, indem sie wieder mal 90 Milliarden in den Krieg investieren. Die Niederlage wird an ihnen hängen bleiben, Sie sind die größeren Idioten.
    Trump beginnt den Irankrieg. Die Perser machen ihm jetzt den Gefallen, die Straße von Hormus zu sperren. Die Araber, die Europäer und die Chinesen haben jetzt den Schwarzen Peter. Sollen sie schauen, wie sie das Problem lösen. Die Amis profitieren von hohen Kosten für Öl und Gas. Dabei kommen die schlappen 25 Milliarden Kriegskosten lässig wieder raus.
    Prognose Alaska. Trump hat Ansprüche angemeldet. Die Europäer haben blockiert. Irgendwann verletzen Chinesen oder Russen die Rechte der Grönländer. Trump holt sich Grönland.
    Vielleicht ist man manchmal an Inspektor Clouseau erinnert, der gerade durch seine Tollpatschigkeit alle Fälle lösen kann. Aber ich glaube, bei Trump ist das ist nicht alles Zufall und Glück. Das ist geplant. Man muss sich nur die Gespräche vorstellen.
    „Wir müssen aus der Ukraine raus. Wir schieben den Krieg einfach den Europäern zu. Das klappt schon. Schaut euch nur mal die Idioten an, die da regieren.“
    „Wir müssen was gegen den Iran tun. Dann sperrt er die Straße von Hormus. Kann uns doch egal sein. Ja, ist sogar gut für uns, wenn die Preise für Öl und Gas steigen. Mal sehen, was dann die Europäer und Chinesen machen.“

    1. @ Torwächter

      „Trump ist ein Idiot. Das ist klar. Beweis: “

      Nur liefern Sie Beweise, die nicht Trump als Idioten erscheinen lassen. Sicher ist er ein amoralisches, gieriges Monster und sicher ist auch, dass nicht er der Spiritus Rector ist. Aber die Abgezogenen sitzen in Brüssel, Teheran, Moskau und Beijing.

    2. Wenn man Trump als „Idioten“ bezeichnet, dann verharmlost man ihn, aber man beleidigt auch Menschen, die tatsächlich nicht wissen, was sie tun, weil sie nun einen sehr geringen IQ oder einen Tumor haben oder warum auch immer.

      Auf der ODA gibt es ein exzellentes Psychogramm von Dominik Pietzcker über Donald Trump
      Die Überschrift lautet: „Macht als Trigger: Donald Trump ist das Symptom des politischen Neofeudalismus“

      (Leider hinter Bezahlschranke, war aber vor ein paar Tage war es ein offener Artikel und sehr aufschlussreich.)

      Wenn man ihn schon als Idioten bezeichnen will, dann ist er ein nützlicher Idiot für den militärisch-industriellen-Komplex, der hinter ihm steht.

      Der Mann hat ein paar Milliarden geerbt und wird im Juni 80 Jahre alt. Da stellt sich die einfache Frage, warum er das macht. Sicherlich nicht, damit seine Familie etwas zum Essen auf dem Tisch oder weil er Angst davor hat, obdachlos zu werden und ob er nun 100 Millionen oder 200 Millionen oder 300 Millionen Dollar mehr oder weniger auf dem Konto, das spielt doch auch keine Rolle.

      Viele Bürger, die 100 Millionen Dollar auf dem Konto hätten und nur halb so alt wären, würden vermutlich mit ihrer Frau oder dem Lebenspartner durch die Welt reisen, Essen gehen, guten Wein trinken, mit Freunden grillen, ins Kino und ins Theater gehen, mit dem Mountainbike durch den Wald fahren und das Leben genießen. Irgendwann kommt der Mann mit der großen Sense oder die Frau mit der Motorsäge schließlich zu jedem, auch zum großen Donald Trump.

      Da spielen andere Faktoren eine Rolle. Er selbst gefällt sich zweifelsohne in der Rolle des mächtigen Imperators, der die USA zur größten Weltmacht aller Zeiten machen will. Dafür geht er über Leichen, pfeift auf das Völkerrecht und international anerkannte moralische Werte.

      Frieden, Demokratie, Freiheit, der Schutz vor Terroristen usw. sind Phrasen, um anderen Sand in die Augen zu streuen. Was andere Staatsmänner und die Welt von ihm denkt, dass ist ihm doch schnurzpiepegal solange er von den Stiefelleckern in seinem Umfeld, den anderen Multimilliardären und den Strippenziehern im Hintergrund bewundert wird: You’re doing an excellent job, Mr. President and tomorrow morning we must bomb iran and kill the ayatollah.

      Trump ist der Typ, der von Montag bis Donnerstag mit Kanonen auf die Indianer schießen lässt, am Freitag die überlebenden Indianer mit dem Säbel erledigt, am Samstag die Uniform reinigt und die Stiefel aufpoliert und am Sonntag in der Kirche mit der Bibel in der Hand den Choral singt: Praise the Lord, God is great, hallelujah. Should we have white wine or red wine with the turkey?

    3. Ja, ich pflichte bei: die Europäer sind die grösseren Idioten. Das ist leider ziemlich offensichtlich, wenngleich damit noch nicht erklärt wird, WARUM diese Idioten unbedingt einen Krieg wollen, welchen sie mit grossen menschlichen Verlusten verlieren werden; es sei denn, genau das ist das, was „die Europäer“ wollen. Denn die „Europäer“ sind in diesem Fall nicht die Europäer, sondern bestimmte Teile der sogenannten „europäischen Elite“ – nur diese sin es, welche den Krieg wollen und suchen.

      Mit dem Rest des Kommentars bin ich weitgehend nicht einverstanden. Exemplarisch diese faktenwidrige Behauptung:

      Die Amis profitieren von hohen Kosten für Öl und Gas

      Doch zuerst: wer sind „die Amis“?
      Ich würde da doch mal sagen: „die Amis“ sind alle US-Amerikaner – diese wäre die gängige Interpretation von „die Amis“.
      Und „die Amis“ kämpfen mit massiv höheren Preisen für Diesel und Benzin.

      Zum Beispiel lag der reguläre Benzinpreis letztes Jahr in Kalifornien bei 4,877$ und liegt jetzt bei 6,154$; das ist ein Anstieg um 26%. Kalifornien hat aber mithin schon immer die höchsten Kraftstoff-Preise.
      Auch wichtig zu wissen; in den USA ist die Kraftstoff-Tax fix in Cents, nicht wie hier prozentual.
      In Tenessee lag er letztjährig bei 2.735$ und jetzt bei 4.167$, also 52% höher.
      Tenessee ist günstiger als Kalifornien, man könnte es als Niedriglohn-Staat bezeichnen, und ein solcher Anstieg bringt viele Menschen dort in eklatante bis existentielle Finanznöte.

      Ganz generell muss man wissen, dass in den USA die Mittelschicht grossflächig erodiert ist; viele menschen, Familien wie Einzene, leben von der Hand in den Mund, haben fast oder gar keine Reserven.
      Nein, es ist alles andere als gut für „die Amis“, wenn das Öl knapper wird.

      Dass die USA im Grunde genommen sogar ein Netto-Importuer von Öl ist, kann man leicht nachlesen, denn sie brauchen mehr schweres Öl als sie leches produzieren.
      Also auch da nichts mit gut für „die Amis“.

      Und auch der znehmende Mangel bzw. massive Verteuerung von Kerosen trifft „die Amis“ schwer, denn die riesigen Distanzen lassen sich teils nur mit dem Flugzeug bewältigen.

      Einzig gut dürften die höheren Ölpreise für die Halunken rund um Trump sein , denn im Zusammenhang mit seinen Iran-Märchen wurden Insider-Geschäfte getätigt, welche Milliardengewinne produzierten.
      Da hingegen bin ich zuversichtlich, dass irgendwann die Finanzaufsicht tätig wird – spätestens wenn die GOP die Wahlen verlieren und Trump weg ist.

      Ich will nun mit all dem nicht abstreiten, dass alles seitens der USA so geplant ist – der Plan hinter dem Plan – also der Raub oder die Zerstörung der Energiequellen, allerdings hat die USA längst nicht mehr die Kraft, dies durchzusetzen.
      Im Iran hat die USA strategisch bereits verloren, auch wenn sie es noch nicht sehen.
      Wie beim Schach – in drei Zügen matt, aber manche sehen es erst beim letzten Zug.

      Dumm nur, dass wir Europäer mit unseren Regierungen in den Regierungen bei der ganzen Sache auch am abgesägten Ende des Astes sitzen.

      1. Du gibst die Preise pro Gallone an. Dies entspricht 3,785 Liter.. 2.735 : 3,785 = 0,72 Die Menschen in Europa wären froh, wenn sie so niedrige Preise hätten, und wenn diese um 50% anstiegen, wäre ihnen egal.

  8. Von Verhandlungen und Deals kann tatsächlich nicht gesprochen werden.
    Nötigung, Erpressung und die Anwendung nackter Gewalt trifft es da schon eher. An Hormus dürfte sich Trump jedoch die Zähne ausbeißen.
    Er kann zwar die Kontrolle des Irans über den Verkehr in der Straße von Hormus verhindern indem er seinerseits eine Blockade errichtet, aber alles was er damit erreichen kann, schadet nur der gesamten Weltwirtschaft aber nicht dem Iran.
    Die USA haben 39 Billiarden $ Schulden und in 3 Monaten werden es 40 Billiarden $ Schulden sein. Die USA sind de facto pleite. Der Konkurs ist nicht mehr abwendbar. Trumps Plan ist es, die physische Herrschaft über die globalen Energieflüsse zu erlangen um die US Hegemonie aufrecht erhalten zu können. Ein Plan der nicht gelingen kann.

  9. Gut geschrieben, intelligent und überwiegend schlüssig, aber:
    Den Vorteil, den Trump an der Straße von Hormuz errungen haben soll, sehe ich nicht recht. Gewiss, die höheren Ölpreise nutzen der US-amerikanischen Frackingindustrie. Auf der Verlustseite stehen aber immense militärische Schäden, der erzwungene Abzug aus dem Irak, eine Neuordnung der Region mit dem Iran als regionalem Hegemon, dementsprechend Verlust an Einfluss, und auch eine geringere – nicht größere, wie der Autor unterstellt – US-Truppenpräsenz. Und nicht zuletzt haben die USA vor den Augen der Welt gezeigt, dass ihre „finest fighting force in history“ einen Krieg gegen ein Zweitweltland krachend verliert. Der Verlust an diplomatischer und militärischer Macht für die USA ist immens.
    Dagegen zu setzen, dass sie ein bisschen Piraterie im Persischen Golf üben, erscheint mir zu wenig. Zumal ja die Straße von Hormuz mitnichten ein „amerikanisch verwalteter Korridor“ geworden ist. Sondern ein iranisch verwalteter.
    Trotz der Kritik finde ich aber den Ansatz lobenswert, Politiker als rationale Akteure verstehen zu wollen. Sie für verrückt zu erklären, leugnet ja nur die Verstehensmöglichkeit. Ich bezweifle nur, dass der Erklärungsansatz in diesem Falle trägt. Vermutlich hat Trump es mit dem Bully-Ansatz versucht.
    Aber er ist gescheitert.

  10. Tja, sollte unsere politische „Elite“ irgendwann wieder russische Energie beziehen wollen, wird Nordstream dann vermutlich durch ein amerikanisches Konsortium betrieben.
    Dann haben wir uns endgültig vor der Welt zum Clown gemacht!

  11. Weder die USA mit Trump im Nahostkrieg, noch die EU, Deutschland und Merz im Ukrainekrieg, wollen wirklich verhandeln.
    Trump wollen die bedingungslose Kapitulation des Irans, EU, Deutschland und Merz die bedingungslose Kapitulation Russlands.

    Selbst wenn sie dieses Ziel nicht realistisch nicht erreichen können werden sie daran festhalten auch wenn sie alle mit in den Abgrund ziehen.

    1. @ Otto0815

      Ich denke die gegenwärtigen Machthaber in den USA wollen keine Kapitulation des Irans. Das würde bedeuten, dass sie für irgendeine Ordnung in der Golfregion sorgen müssten. Diese wäre aber nur zu haben, wenn sie den Iran vollständig unterwerfen würden. Dazu sind sie ohne Nuklearwaffen nicht in der Lage. Alles andere verschlingt zuviel Ressourcen.
      Ich verstehe den Autor so, dass der Trump-Administration eine permanente Krisensituation, wo immer auch, mehr nutzt als eigenes Engagement. Das hat Trump besser erkannt als Putin, der nach endgültigen und stabilen zwischenstaatlichen Verhältnissen sucht. Nicht so Trump, er denkt nicht an langfristige vertragliche Vereinbarungen zum gegenseitigen Nutzen, sondern nur an die Kapitalströme in die USA. Hier ist er ehrlicher als Brüssel. Er will keine Regime-Changes, er wäre auch mit Hitler gut ausgekommen.

  12. Ich mag mir grad das fast unwidersprochene, überschwängliche Lob für die Darstellung von Boris Bayer nicht anders, als durch die Zensur der NATO-Alexa und ihrer Exekutivorgane erklären. Darf man noch daran erinnern, daß der Irankrieg in seiner laufenden Phase und Gestalt ein Krieg der zionistischen Militäraristokratie ist, adoptiert von CENTCOM und, im Gefolge, Pentagon, und daß CENTCOM und Pentagon nicht Repräsentanten der amerikanischen Nation sind, schon gar nicht „die Interessen der USA“ vertreten, vielmehr Konkurrenten der Wall Street in einem erbitterten Fraktionskampf der politischen und militärischen Klasse der USA?
    Ich verspreche auch, Alexinchen und Roberto, daß ich diese Worte im Nachgang mit facti i argumenty ausstatten werde – falls dies Posting durchgeht …

    1. Ich rechne Boris aufrichtig an, daß er sich hier ungeheuchelt erklärt hat. Gut, er experimentiert mit KI, nennt es ein „Hobby“, bei dem „Textideen“ angefallen seien, und die Leser dürfen gewiß vermuten, daß dabei auch die eine andere Geschäftsidee mindestens im Hinterkopf west.

      Das erklärt hinreichend Boris methodisches Desinteresse an seinem Thema, das u.a. einschloß, daß er Michael Hollister nicht kannte, der ja nun wahrlich kein „Geheimtipp“ mehr ist. Auch die NATO-Stratcoms und ihre Ableger dürften um Hollister gar nicht mehr ‚rum kommen, ähnlich, wie ich in meinen „Kriegsblog“-Zeiten, leistet er Arbeit, die ihnen von Nutzen ist – ein Abfallprodukt sozusagen.
      Es erklärt, warum der Horizont des im Artikel verwendeten Wissens, das sage ich jetzt geradezu zärtlich, drei Meter vor seiner Nasenspitze endet. Nichtmal die erste Kriegswoche ist recht enthalten in seiner „Analyse“, auch nicht der Umstand, daß der Donald, offenherzig, wie er manchmal sein kann, sich am 10. Kriegstag – oder so, ich weiß nicht mehr genau – öffentlich über sein „Schicksal“ erberschtelt hat, daß alle Figuren, mit denen er „zeitweise“ gedealt hat, und zu dealen beabsichtigte, zionistisch „geläutert“, und daher allenfallls in dem Jenseits zu sprechen waren, an das der Donald nicht glaubt. Zur Zeit des „Juni-Krieges“ letzten Jahres war der Boris vielleicht vollkommen absorbiert, seine KI zu pflegen und zurecht zu schnitzen, da hat diese Phase des Krieges, einschließlich der Verhandlungen in Genf, den Ereignishorizont von Boris … ähem … Analysen in Richtung Schwarzes Loch verlassen.

      All das nehme ich dem Boris nicht übel. Aber der Redaktion, der nehme ich das übel. Maßvoll. Spielt ja auch schon keine Rolle mehr.

  13. Hallo,

    ja ich habe bei der Formulierung des Artikels KI genutzt. Hauptsächlich deshalb, weil mir due Ausformulierung längerer Texte oft schwer fällt. Ich hoffe aber, dass tut dem Inhalt keinen Abbruch.

    Zum Hintergrund:
    Seit Ende März führe ich eine strukturierte Lagebeobachtung zur Iran-/Hormuz-Krise durch. Die Auswertung ist in einem Sechs-Dateien-System organisiert: Tageslage, Quellenroutine von Nachrichtenagenturen, Infrastrukturtreffer und -beschädigungen, China-Frühwarnung zu Rohstoffimporten, Thinktank-Hypothesenraum und eine dahinterliegende Bewertungsarchitektur.

    Die Arbeit stützt sich auf eine KI-gestützte tägliche Quellenprüfung. Methodisch orientiert sie sich an Risikoanalyse-Standards: Jeder Befund wird entlang seiner Quellenkette nachgehalten, Gegenindikatoren werden gesondert geführt, und Bewertungsanpassungen müssen aus mindestens zwei voneinander unabhängigen Datenebenen begründbar sein.
    Mittlerweile habn die Dokumente einen erheblichen Umfang erreicht.

    Das ganze ist eine Art Hobby geworden und daraus generiere ich Textideen.

    Der nächste geplante Artikel wird die geopolitischen Konsequenzen der Hormuz-Blockade beleuchten:
    China importierte 2025 einen erheblichen Teil seiner Energie aus dem Nahen Osten. Dieser Kanal ist durch die aktuelle Krise deutlich verwundbarer geworden. Mit den Hengli-Sanktionen eskaliert Washington den Rohstoffkonflikt zusätzlich: Nicht nur die Energiezufuhr selbst, sondern auch Chinas Ersatz- und Verarbeitungswege werden zur Hebelfläche.

    Washington baut damit eine strategische Spiegelposition zur chinesischen Dominanz bei kritischen Mineralien auf. Die USA treten zunehmend zugleich als Lieferant, Sanktionsmacht und Regelsetzer eines globalen Energiesystems auf, in dem Peking an Wahlfreiheit verliert.

    Zudem ist ein weiterer Beitrag zum Thema Helium in Planung. Anders als bei Öl und LNG verfügt China hier kaum über Lagerhaltung; auch Taiwan und Südkorea wären bei Ausfällen massiv betroffen. Helium ist für die Halbleiterproduktion unverzichtbar — und damit auch für den Aufbau eigener KI- und Chipkapazitäten, den die USA derzeit strategisch vorantreiben.

    Der dritte Artikel in der Pipeline wird sich mit der Rolle Irans beschäftigen.
    Die strategische Pointe der Krise liegt aus meiner Sicht nicht primär im Verhältnis zwischen den USA und Iran, wie ha aus den anderen Artiken hervorgeht, sondern im Dreieck USA–Iran–China. Iran befindet sich in einem Dilemma zwischen US-Eskalationsdrohung und chinesischer Abhängigkeit beziehungsweise Verbundenheit.

    Zwar könnte Iran der Golf-Infrastruktur deutlich größere Schäden zufügen. Dies würde jedoch vor allem China als wichtigsten Abnehmer und Handelspartner des Nahen Ostens treffen — deutlich stärker als die USA. Auch eine Sperrung von Hormuz schädigt China strukturell weit stärker als Washington. Die USA nurzen dieses Dilemma Irans in diesem Konflikt aus.

    1. China hat strategische Ölreserven von 1.3 bis 1.6 Milliarden Barrel.
      Beim unveränderten Verbrauch ohne Massnahmen würden diese + die eigene Produktion gut 120 Tage reichen. Wenn China rationiert, kann China 1 Jahr aushalten. RoW allesamt aber nicht.
      Man muss auch wissen, dass im Gesamt-Energiemix Chinas Erdöl weniger als 20% ausmacht.
      Hierzu auch dieser Link: https://warwickpowell.substack.com/p/chinas-preparedness

      Und zur Unabhängigkeit der USA von Öl-Impoten hier ein inteessante Aufsatz
      https://geopoliticsunplugged.substack.com/p/crude-realities-why-the-us-imports

      Auch was andere Aspekte angeht, scheint mir, dass Ihre Darlegungen stark pro-westlich-optimistisch überzeichnet sind.
      Die USA ist in grossem Masse deindustrialisiert und entbildet – mehr noch wie wie Europa.
      Klar, Fabriken kann man mit genügend Geld relativ schnell bauen, Facharbeiter, Spezialisten, Ingenieure hingegen nicht, und daran bzw. der Bildung hapert es in den USA in der Breite – und das schon sehr lange. Und ein Hochfahren der Bildung ist genauso langwierig und aufwendig wie das Hochfahren einer Industrie.

      Mit dem Iran-Konflikt haben viele von uns erst gelernt, welche Breite von Nebenprodukten in der dortigen hochintegrierten Umgebung gewonnen werden/wurden; Aluminium und Helium sind nur zwei davon, und ich habe den deutlichen Endruck, dass auch die USA, Regierung ebenso wie alle diese Thinktanks (welche letztlich hinter allem Handeln der USA stehen) die grossflächigen Verflechtungen dieser Produkte übersehen haben.

      Die Folge davon ist, dass die USA genauso in die Mangelsituationen hineinlaufen wie der Rest der Welt, und solange Trump nicht massive Exportverbote verhängt, leiden die USA ebenso an der Preissituation infolge Mangel – und wie ich oben schon mal schrieb: in den USA leben viele Menschen knapp von der Hand in den Mund, ohne Reserven, die Kreditkarten permanent am Limit. Und viele davon sind auch Wähler.

      Bei all dem muss man auch einen Schritt zurücktreten, um das grosse Ganze zu sehen – die USA erleiden soeben den Niedergang infolge vieler kleiner Schnitte:
      – Die USA ist komplett überschuldet, und die Refinanzierungen werden immer teurer, die Zinsen steigen. Dazu eine schöne Webseite: https://www.usdebtclock.org/index.html
      – Der Petrodollar ist im Rückgang – damit entfällt eine wichtige Finanzierungsquelle der US-Defizite. (Anmerkung: die Saudis haben die Petrodollar-Vereinbarung still auslaufen lassen, einfach wortlos nicht erneuert).
      – Mit dem Rückgang des Petrodollars verliert die USA auch immer mehr ihrer Kontroll- und Sanktionsinstrumenten, und je mehr Sanktionen und Pressionen die USA mit dem $ durchführen, desto mehr beschleunigt sich die Separation vom US-$.
      – Der Petrodollar bewältigt derzeit noch etwa 58% des Welthandels, gegenüber etwa 72% im 2010. Das ist ein erheblicher Rückgang!
      – China und Russland haben in den letzten 5 Jahren unabhängige Zahlungssysteme aufgebaut, welche sie derzeit verbinden, was bedeutet, dass sich der Einsatz anderer Währungen und der Rückzug des US-$ beschleunigen wird.
      – Die USA haben keine nahmhafte Chip-Industrie im eigenen Land, und das wird auch länger so bleiben (siehe Thema Facharbeiter), zumal Taiwan verdeckt gegen die Verschiebung der TW-Chipindustrie in die USA agitiert. Dazu kommt, dass die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen TW und CN hoch sind: Chinesen sind auch (Mit-)Besitzer von TW-Firmen, Taiwanesen sind auch (Mit-)Besitzer von CN-Firmen.

      Zum Iran-Krieg
      – Der Krieg mit dem Iran kostete die USA bisher irgendwo zwischen 25-30 Milliarden US$ – offiziell. Die Realität dürfte weit höher liegen.
      – Was diese Zahlen nicht zeigen, ist die Entwaffnung der USA und auch die eklatante Blosstellung der mangelnden Wirksamkeit der US-Waffen.
      – Und die USA ist fachlich nicht mehr in der Lage, alle verbrauchten Waffen wieder herzustellen, und diejenigen, welche sie könnten, für diese fehlen Materialien.
      – Die bisherige Geschichte des Iran-Krieges zeigt auch, dass der Wert der hochgelobten Flugzeugträger massiv reduziert wurde. Sie parken derzeit allesamt ausserhalb der (bekannten) Reichweite der iranischen Abwehrraketen, und deren Flugzeuge haben allesamt – ohne Luftbetankung – nicht genug Reichweite, um diese Distanz zu überbrücken.
      – Die bisherigen Schäden an den Schiffen und Trägern, verursacht durch den Iran, sind erheblich; wenngleich die USA jedesmal irgendwelche Märchen über Schadensursachen ezählt, ist klar: die Schiffe wurden durch den Iran und teils schwerst beschädigt.
      – Ob Trump und sein (in meinen Augen) geistesgestörter Hegseth den Krieg weiterführen oder nicht, ist offen. Der kommende Freitag ist wieder mal solch ein möglicher Zeitpunkt.
      – Sollte die USA den Krieg weiterführen, dürfte auch das Schicksal Israels besiegelt sein, und wir dürfen auch vermuten, dass der Iran dann plötzlich – und zur Überraschung der US-Träger – weiter reichende Anti-Schiffsraketen hat und einsetzt

      Der US-Plan hinter dem Plan, die Kontrolle über die weltweiten Energie-Ressourcen zu erlangen, sei es mittels Raub oder Zerstörung, ist gescheitert, und Trump hat die Situation rund um die USA und ihre Hegemonie mit seinen Aktionen verschlimmert, und dazu wird die USA mit grosser Sicherheit einen wesentlichen Teil ihrer bisherigen Stützpunkte in der Golfregion und damit die dortige Projektion von Macht verlieren.
      Und nicht nur das: die USA haben sich (nicht nur) mit der doppelten Bombardierung der Mädchenschule moralisch vor aller Welt entblösst – der langfristige Verlust der moralischen Integrität wird langfristig auch den Zufluss des Brain in die USA drosseln – und das wird noch weit schlimmere Folgen haben für die Zukunft der USA.

      Und die USA haben das Versprechen des Westens – Moral, Freiheit, Ehrlichkeit, Redlichkeit – endgültig zerstört (ob das nun schon immer nur eine Illusion war, ist egal – es geht um das Versprechen, das der Westen seit dem WK2 ausgestrahlt hat – es ist nun gebrochen).

      Ein Kommentator auf MoA schrieb sehr treffend: „Die Hölle ist leer, alle Teufel sind hier auf der Welt – vereint im Angriff auf den Iran“.

      Das auch mein Schlusswort.

  14. TACO ist Unsinn, da gehe ich mit Bayer einig, in allen anderen Punkten nicht. Dass Tronalds ‚Methode‘ in diversen vergangenen Fällen funktioniert hat, erklärt sich aus den real existierenden Machtgefällen. Die Gegenpartei ist ausgeliefert, die Verhältnisse asymmetrisch. Das schien auch beim Iran-Konflikt der Fall zu sein. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass diese Wahrnehmung nicht stimmt. Hormuz ist militärisch nicht zu knacken, darüber sind sich alle, die etwas davon verstehen einig. Auf Hormuz ist auch die usa angewiesen. Nicht nur wirken sich die Bewegungen des globalen Marktpreises für Öl auch dort aus, trotz einer zurzeit sehr hohen Eigen-Öl-Förderung ist die usa auf importiertes Öl angewiesen. Diese auf den ersten Blick erstaunliche Tatsache hängt damit zusammen, dass Öl nicht gleich Öl ist, es gibt viele Sorten, auf die jeweils bestimmte Raffinerien spezialisiert sind und aus denen man diesen oder jenen Treibstoff etc. herstellt. Und natürlich ist alles auf die herrschenden Normalverhältnisse eingestellt und nur mit beträchtlichem Zeit- und Geldaufwand veränderlich. Abgesehen davon kommen aus dem Golf noch viele weitere Rohstoffe, auf die zumindest zum Teil auch die usa angewiesen ist. Tronald kann es also nicht ewig schleifen lassen, er steht unter Zeitdruck. Eine zweite Angriffsrunde wird die Lage nur verschlimmern, denn niemand kann den Iran daran hindern, in der näheren Umgebung riesige, nur sehr mühsam und langwierig behebbare Schäden zu verursachen. Der Iran kann den Golf nahezu unbewohnbar machen, zumindest in der überaus heissen Jahreshälfte.
    Kurz, Tronald hat sich gründlich verzockt, die usa wird sich schliesslich zurückziehen müssen, ihr Einfluss im Golfgebiet wird deutlich sinken, die als nutzlos erwiesenen Stützpunkte werden nicht wieder aufgebaut werden. Tronalds ‚Methode‘ – und der Druck der zionistischen Mafia – haben den Status quo beendet.

    1. Ich kann dir nur zustimmen. Herr Bayer ist ein Vertreter des Westen, der nicht in der Lage ist, die Kehrseite seiner Aktionen zu bemerken. Der Krieg kann aufgrund der mangelnden Munitionsbestände eben nicht mehr einfach wieder aufgenommen werden. Es tut sich was in Saudi-Arabien und Co. Die Folgen dieser Chaospolitik spüren auch die Amerikaner und spätestens zu den Midterms werden sie auch die Republikaner und Trump zu spüren bekommen.

      Diese Beschreibung ist richtig, aber nicht neu: „Es ist die Verwertung struktureller Übermacht. Trump verhandelt nicht symmetrisch über das, was beide Seiten brauchen, sondern asymmetrisch über das, was die andere Seite nicht entbehren kann.“ Weder die USA noch die Europäer haben jemals in der Vergangenheit auf Augenhöhe mit ihren südlichen Handelspartnern Verträge abgeschlossen. Diese Länder wurde immer über den Tisch gezogen. Neu ist, dass Trump nun auch die Europäer öffentlich über den Tisch zieht und diese sich gerne darüber ziehen lassen.

      Von Biden ist ein Video bekannt, in dem er seinen Landsleuten stolz erklärt, wie er den ukrainischen Präsidenten Poroschenko erpresst hat. Erpressung war und ist Teil der amerikanischen Diplomatie und wer nicht spurte, der bekam die ökonomische oder die Regime-Change-Keule zu spüren.

  15. Ich finde ja solche diplomatisch ausformulierten Texte ja immer ganz nützlich, weil ich die impliziten Umschreibungen inzwischen einigermaßen ausdeuten kann (jedenfalls für mich).
    Wenn also ständig von Verhandlungen und Deals gesprochen wird, kann ich doch erkennen, was es eigentlich ist.

    Kommt ein gutgekleideter höflicher Herr zum Besitzer des gutgehenden Restaurants in bester Lage, stellt sich vor, setzt sich mit ihm auf einen Kaffee hin und sagt: „Ich mache Ihnen jetzt ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können.“
    Der Spruch ist doch bekannt?
    Übliche Praxis seit über 100 Jahren.
    Berichte von Restaurantbesitzern, die „Nein“ gesagt haben, existieren kaum, solche haben wohl nur selten überlebt.

    Das sind Mafioso-Methoden. Nichts anderes sind diese Kriege, Verbrechen auf allerhöchster Ebene, Es wird nicht verhandelt, sondern Ultimaten werden übersandt. Wer Nein sagt, wird umgebracht.

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