Terroropfer beim Opfer-Gedenktag der Bundesregierung unerwünscht

Außenministerin Annalena Baerbock auf dem Nationalen Gedenktag. Screenshot des BMI-Videos der Veranstaltung.

Betroffene vom Breitscheidplatz-Anschlag werden bei Feier abgewiesen.  Begründung: Sie würden ein Sicherheitsrisiko darstellen. Worin das bestehen soll, erfahren sie nicht. Auch der Opferbeauftragte schweigt dazu.

 

Der 11. März ist der europäische Gedenktag für die Opfer des Terrorismus. Am 11. März 2004 wurden in Madrid auf mehrere Personenzüge Bombenanschläge verübt, die fast 200 Menschen das Leben kosteten. Seit ein paar Jahren führt die Bundesregierung am 11. März einen eigenen „Nationalen Gedenktag für die Opfer terroristischer Gewalt“ durch. So auch 2025. „Deutsche“ Terroropfer, das sind zum Beispiel die des NSU, der RAF, jene am 19. Februar 2020 in Hanau Ermordeten oder die vom Breitscheidplatz in Berlin. So wie zum Beispiel Andreas S. und Katharina P., die am 19. Dezember 2016 den Weihnachtsmarkt auf dem Platz an der Gedächtniskirche besuchten, als ein LKW in die Menschenmenge raste. Zwölf Menschen starben direkt, einer starb Jahre später an seinen Verletzungen.

Andreas S. wäre um ein Haar vom Tat-LKW erfasst worden. Er leistete anschließend erste Hilfe bei Verletzten. Er selbst wurde nur leicht verletzt, körperlich. Aber das Erlebte setzt dem Kopf und auch dem Körper unaufhörlich zu. Seit dem Anschlag ist er arbeitsunfähig. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich ständig. Andreas S. ist einer der Sprecher der Anschlagsbetroffenen vom Breitscheidplatz, hat die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse im Abgeordnetenhaus von Berlin und im Bundestag besucht, an Treffen der Opfer und Angehörigen mit Vertretern der Bundesregierung und von Sicherheitsbehörden teilgenommen, genauso wie an den jährlichen Gedenkfeiern am Anschlagstag sowie beim Gedenktag am 11. März. Bisher.

Am 11. März 2025 machte er sich auf den Weg zum Auswärtigen Amt, wo die „Gedenkstunde für die Opfer terroristischer Gewalt“ stattfinden sollte. Er hatte sich vorschriftsmäßig angemeldet und von der offiziellen Protokollstelle für die Veranstaltung auch eine Anmeldebestätigung erhalten. Ausrichter war das Bundesinnenministerium (BMI). Doch was dann geschah, versteht er bis heute nicht und hat ihm bis heute kein Verantwortlicher erklärt. Aber auch niemand anderem gegenüber.

Andreas S. wurde am 11. März der Zutritt zur Opferveranstaltung verwehrt. Formal, weil er keine Einladung vorweisen konnte; die Anmeldebestätigung per Mail galt dafür nicht. Eine Mitarbeiterin des BMI erklärte ihm dann, man habe ihm bereits vor Tagen per Email eine Ausladung zukommen lassen. S. will keine bekommen haben. Aber warum die Ausladung?, fragte er an den Türen des AA-Gebäudes, und ein Beamter der Bundespolizei antwortete ihm knapp, seine Personenüberprüfung habe ergeben, dass er ein „Sicherheitsrisiko“ darstelle. Worin das bestehen soll, erfährt der Breitscheidplatz-Betroffene nicht. Stattdessen, erzählt er, hieß es barsch: „Sie sind hier nicht erwünscht. Verlassen Sie das Gebäude!“

Nach dem ersten Schock hat sich der Ausgeladene bei mehreren Stellen beschwert: dem Auswärtigen Amt als Hausherr der Veranstaltung, dem Innenministerium als Veranstalter samt der Protokollabteilung für die Feierstunde am 11. März, und auch beim Opferbeauftragten der Bundesregierung wie von Berlin. Das AA verweist ihn an das BMI. Das BMI meint, er müsse sich ans Landeskriminalamt wenden, das für die Sicherheitsüberprüfungen zuständig sei. Beim LKA wiederum sagt man ihm am Telefon, zuständig sei das Bundesinnenministerium. Der Opferbeauftragte Roland Weber selbst reagiert überhaupt nicht.

Dem nachfragenden Journalisten ergeht es nicht anders. Das BMI beantwortet eine ganze Reihe von Fragen auch auf Nachfrage hin nicht, wie diese: Warum wurden Betroffene des Breitscheidplatz-Anschlags von der Gedenkfeier am 11. März ausgeschlossen? In welcher Art sollen sie ein Sicherheitsrisiko darstellen? Wer hat das entschieden? Um wie viele Personen handelt es sich? Waren auch Personen darunter, die von anderen Terroranschlägen als dem vom Breitscheidplatz betroffen waren? Wenn ja, von welchen? Das BMI bestätigt immerhin, dass es bei der „routinemäßigen Sicherheitsabfrage Erkenntnisse“ gegeben habe, nach denen „im Einzelfall kein Zutritt“ zur Veranstaltung und zum AA-Dienstgebäude gewährt worden sei.

Der Opferbeauftragte, per Mail nach Kenntnis von dem Vorfall gefragt und um eine Stellungnahme gebeten, reagiert ebenfalls nicht. Auch ans Telefon geht er nicht. Stattdessen antwortet das Bundesjustizministerium, bei dem die Stelle des Opferbeauftragten angesiedelt ist und verweist ans Bundesinnenministerium als für die Gedenkfeier Verantwortlicher. Reaktion BMI siehe oben.

Tatsächlich ist Andreas S. kein Einzelfall. Katharina P., die am 19. Dezember 2016 den LKW-Anschlag zusammen mit Mann und einjährigem Kind aus nächster Nähe erlebte, hat wenige Tage vor dem 11. März eine Mail bekommen, mit der sie von der Feier ausgeladen wurde. Wörtlich hieß es unter der Betreffzeile „Ihre Anmeldung zur Gedenkstunde“: „Nach Durchführung der erforderlichen Personenüberprüfung müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Teilnahme nicht möglich ist.“ Auch sie bekam keine weiteren Erklärungen. Am 11. März blieb sie zuhause, genau wie ihr Mann, obwohl der eine Einladung erhielt.

Andreas S. und Katharina P. sind unbequeme Opfer. Sie gehören zu denjenigen, die bei Treffen mit Ministern, Staatssekretären oder Vertretern der Sicherheitsbehörden immer wieder kritische und auch konfrontative Fragen gestellt oder ihre Meinung gesagt haben. Sie nahmen an den Presserunden nach den Sitzungen der Untersuchungsausschüsse teil und stellten ihre Fragen. Keine Opfer, wie sie eine Politik, die im Namen der Opfer ihre Politik machen will, gerne hätte. Schweigsam und trauernd zuhause sitzend. Nicht in der Öffentlichkeit, damit sie die Politik nicht stören. Stattdessen entziehen sie sich der vorgegebenen passiven Opferrolle und treten auf wie fordernde Subjekte.

Das hat seinen berechtigten Grund, denn zum Anschlag vom Breitscheidplatz gibt es noch viele ungeklärte Fragen. Etwa zur Rolle des BKA bei den Ermittlungen. Da ist zum Beispiel die Pistole, mit der der polnische Speditionsfahrer getötet worden sein soll, und die der angebliche Attentäter Anis Amri bei sich hatte, als er in Italien erschossen wurde. Als die Waffe vom BKA zur kriminaltechnischen Untersuchung gebracht wurde, stellten die untersuchenden Forensiker fest, dass es keinerlei Spuren mehr auf und in ihr gab. Sie war offensichtlich vorher gründlich gesäubert worden. Fragen betreffen auch das Bundesamt für Verfassungsschutz, das dem Untersuchungsausschuss im Bundestag tausende Aktenseiten vorenthielt und erst Wochen nach Ende der Beweisaufnahme vorlegte. BKA und BfV unterstehen dem Bundesinnenministerium.

Katharina P. bezweifelt außerdem, dass der Tunesier Amri der LKW-Fahrer und Attentäter gewesen sein soll und fragt stattdessen, ob er nicht etwa ein V-Mann war? Ihrer Überzeugung nach werden Muslime als Schuldige für den Anschlag vorgeschoben.

Sind das die wahren Gründe für den Rauswurf der kritischen Opfer beim offiziellen Regierungsgedenktag? Haben die Regierenden Angst vor dem Auftreten dieser Opfer?

Wenn gar Sicherheitsstellen, Verfassungsschutz oder Staatsschutz, in Terroranschläge verwickelt sind, existiert ein struktureller Kurzschluss zwischen Opfern und Exekutive. Dann organisieren nämlich die Mittäter den Gedenktag für die Opfer. Das kann nicht gutgehen.

Bestes Beispiel ist die Terrormordserie des NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“), in die Verfassungsschutzämter und Landeskriminalämter verwickelt sind. Das ist heute Allgemeingut. Der Begriff „NSU“, die „Opfergruppe NSU“ gar, sei am 11. März bei den Feierlichkeiten im Außenministerium, bei denen Noch-Außenministerin Baerbock die Begrüßung sprach, nicht einmal vorgekommen, erzählt Barbara John, die Beauftragte für die NSU-Opfer. Die Angehörigen der Mordopfer mit türkischen, kurdischen und griechischen Wurzeln wollen nach ihren wiederholten negativen Erfahrungen im Münchner Prozess, in den parlamentarischen Untersuchungsausschüssen sowie mit den teils tendenziösen Ermittlungen inzwischen nicht mehr am 11. März-Gedenktag teilnehmen. Einzig ein Verwandter der Polizeibeamtin Kiesewetter war jetzt anwesend, von den Angehörigen der anderen Mordopfer niemand. Kein Interesse mehr an einem Regierungsgedenktag.

Dabei waren die NSU-Opfer bis zum November 2011, als der NSU aufflog, nicht einmal als Terroropfer anerkannt, so John. Jetzt sei die Erwartung nicht mehr da, dass etwas für sie getan werde.

Anwesend beim nationalen Terroropfer-Gedenktag am 11. März 2025 war, nächstes Beispiel, Michael Buback, der Sohn des ehemaligen Generalbundesanwaltes Siegfried Buback, der 1977 zusammen mit zwei Begleitern von der RAF erschossen wurde. Sohn Buback ist gleichfalls ein kritisches Opfer. Er entlarvte zahllose Mängel der damaligen Ermittlungen und erzwang durch eigene Ermittlungen den Prozess gegen Verena Becker, der von 2010 bis 2012 in Stuttgart lief. Dabei kam es zum Zerwürfnis mit der Bundesanwaltschaft, der Bubacks Vater immerhin einmal als Chef vorstand. Sohn Michael geht davon aus, dass Verena Becker beim Attentat in Karlsruhe nicht nur Beihelferin, sondern die Mordschützin war, und dass sie vor allem zugleich in Kontakt mit dem Bundesverfassungsamt stand, wofür es ernstzunehmende Hinweise gibt.

Michael Bubacks Teilnahme an der 11. März-Opfer-Veranstaltung war keine Selbstverständlichkeit. Die letzten Jahre war er nie dazu eingeladen worden. In diesem Jahr hat er auf sein Drängen hin, wie er sagt, eine Einladung bekommen und reiste nach Berlin, wo er außerdem an einem eigenen Opfertreffen teilnahm. Auch er hat noch Fragen zum Mord an seinem Vater. Zum Beispiel zu einem schriftlichen Behördenzeugnis des früheren Generalbundesanwalts Rebmann über Verena Becker. Darin sind zwölf Zeilen geschwärzt. Seit Jahren versucht Buback zu erreichen, dass diese Zeilen für ihn entschwärzt werden – ohne Erfolg. Auch in den Ampel-Regierungszeiten versuchte er es wieder und schrieb Justizminister Buschmann an – Reaktion wie gehabt: keine. Dafür muss es Gründe geben. Und Opfer, die darin rumstochern, kann man nicht dulden.

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21 Kommentare

  1. Das ist auch am Donnerstag den 03.04.2025 in Gaza passiert:

    https://vimeo.com/1072797211

    Drei Schulen wurden im Tuffa Viertel in Gaza-Stadt angegriffen.
    Alle drei Schulen sind Notunterkünfte in denen hunderte von vertriebenen Familien untergebracht sind.
    Bei dem Angriff auf die Dar al-Arqam Schule wurden 29 Personen getötet, 18 davon waren Kinder. Mehr als einhundert Menschen wurden verletzt.
    Viele Gebäude um diese Schule herum wurden in vergangenen Angriffen zerstört.
    Diese Angriffe erfolgten nachdem Palästinenser aus den Orten in denen sie waren vom Militär vertrieben wurden und kurz nachdem sie in den Schulen ankamen. Sie sollen in den östlichen, dicht bevölkerten, Teil von Gaza-Stadt gehen und drei bekannte Unterkünfte dort wurden dann bombardiert. Ganze Familien werden bei diesen Angriffen umgebracht. (In Khan Younis wurde z.B. eine Familie bestehend aus Grosseltern, Eltern, Geschwister und Enkelkindern getötet.)
    Ebenfalls wurde die Fahd School angegriffen. Das war ein Angriff bei dem es mindestens vier Tote gab.
    Die Shaaban Alrayyes Schule wurde auch angegriffen. Die Anzahl der Toten und Verletzten bei diesem Angriff ist mir nicht bekannt.
    Im Video sieht man die Bombardierungen und die Momente nach dem Angriff.

    Länge: 0:45 Minuten
    Sie können den Link gerne rumschicken, wenn Sie möchten.

  2. Der Anschlag vom Breitscheidplatz wie auch die ganze NSU Story stinkt zum Himmel.

    Das Gedenken ist eine Veranstaltung zur öffentlichen Aufwärmung des jeweiligen Regierungsnarrativs.
    Opfer und Zeugen, die irgendetwas sagen könnten, stören da nur.

    1. Wir haben ein Bingo! -Hans Landa

      Alle solche Gedenkvetastaltungen dienen nur dem Wichtigmachen von Politikern. Opfer, Täter, Fakten stören dabei nur

    1. @ noly

      Das ist mir zu einfach. Auf die Art entbänden Sie ja große Teile der mittrottenden, mittragenden, mittuenden Bevölkerung von jeglicher Verantwortung. Da werden die ja zu passiven Geschöpfen – ohne Kraft, ohne jegliche Möglichkeiten. Bei Olga Misař liest man dagegen:

      Das Volk selbst ist ja der Faktor, der die Kriege wirklich führt, und daher hat es auch die Macht in der Hand, diesen Dienst zu verweigern. Die Diplomaten können nur Kriege beschließen, die militärischen Machthaber können Marschbefehle erteilen – wenn aber das Volk den Gehorsam versagt so wird nicht gekämpft und die Diplomaten hätten höchstens die Möglichkeit, ihre Kriege untereinander auszukämpfen.

      So ist es im Kriegsfalle und so ist es bei vielen anderen Schandtaten auch – ob Lockdown, ePA, Bargeldverdrängung und welche irrsinnigen Projekten und Vorhaben einem auch immer in den Sinn kommen mögen. Wenn die Leute sich massenhaft verweigerten, kämen die Herrschenden damit niemals durch. Ihr System stünde auf tönernen Füßen, wenn nicht unzählige Speichellecker und Wasserträger ihnen zuarbeiteten und sich genügend Mitläufer fänden, die alles bewusst mit sich machen ließen. Da könnten „die da oben“ Kriege, „Pandemiemaßnahmen“, Ausgangssperren, Zwangsdienste und was auch immer ex cathedra verkünden – es funktioniert einfach nicht, solange keiner mitmacht und ihnen niemand diese Politiken abkauft. Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin, stell dir vor es ist Steuererhöhung und keiner zahlt, stell dir vor es gilt Ausgangssperre und alle tanzen auf den Gassen…

  3. Naja, wenn man die Nachrichten der letzten 10 Jahre durchsuchen und recherchieren würde, fielen einem da noch 100e weitere Terroropfer islamistischer Anschläge in Deutschland ein, da fehlen also nicht nur die des Breitscheid-Platzes.
    Jedenfalls dürfte das Zahlenverhältnis von Mordopfern islamistisch motivierter Täter + jenen, die man nicht als Terroranschläge, sondern als „Amokläufe“ deklariert (was im Prinzip das gleiche ist) im Zahlenverhältnis zu denen sogenannter „rechtsradikeler“ (oder per Dekret als rechtsradikal bezeichneten) mindestens 100 : 1 sein.

    Diese Veranstaltung ist also genauso eine geistige Fehlleistung wie schon viele der Gedenkpropaganda-Shows in den letzten Jahren, zum Beispiel zum Ende des 2. Weltkrieges und dabei den wichtigsten der Alliierten, die Hitler besiegt hatten einfach mal so vergessen…. von meiner Seite aus kann dieser ganze Schwachsinn weg, braucht keiner.

    1. @ Otto0815

      DIE ARROGANZ DER MACHT GEGENÜBER EINEM OHNMÄCHTIGEM FUßVOLK

      Ohnmächtig? Einzelne, vielleicht.

      Das Gros trottet doch mit. Ist Mittäter. Oder haben Sie das Mitläufer- und Mittätertum bei den „Pandemiemaßnahmen“ bereits verdrängt?

      1. Das ist das Problem bis jetzt. die sogenannten Schlafschafe.
        Wenn die aufwachen gibt es sinnlose Gewalt, das ist nicht unbedingt besser..

        1. Da würde ich nicht mal unbedingt widersprechen

          Es ist für mich sogar höchstwahrscheinlich, dass im Falle des Zusammenbruchs das ganze in etwas noch Brutaleres, noch fand sich schon mehrfach im Faschismus bzw. der Barbarei und die Faktoren, die diese hervorbrachten, wurden ja nicht etwa ausgeräumt, sondern vielmehr erhalten, gar erweitert.

          Mein Punkt ist, dass man deswegen nach innen für sich und seine Liebsten nach seinen Möglichkeiten vorsorgen sollte und nach außen Alternativen aufzeigt wie es anders gehen und laufen könnte.

          Mitlaufen ist keine Alternative.

  4. Ich habe das gefühl, dass die Politiker sich nicht zum Gedenken an die Terroranschläge
    treffen, sondern um es zu feiern, dass ihnen nach diesen inzinierten Dramen noch keiner
    auf die Schliche gekommen ist. Kritische Nachfrager unter den Opfern und Angehörigen
    sind da natürlich sehr störend. Z.B. hatten die NSU „Terroristen“ bei ihrem finalen Ende
    in dem gemieteten Wohnmobil, welches sie zu einem Baküberfall nutzten, das gesamte
    Waffenarsenal mit, welches sie über die Jahre gehortet hatten. Und der Polizeichef (was
    hatte der da eigentlich zu suchen?) geht dann ohne Handschuhe in das noch kokelnde
    Fahrzeug und findet sofort die Waffe, die der erschossenen Polizistin abgenommen wurde.
    Dann erschossen sich die Täter und der eine schafte es noch nach dem Todesschuß mit einer
    Pumpgun, diese umzudrehen und nachzuladen. Hääää? Ähnlich bein Breitscheidplatzattentat.
    Amti tötet mit einer Pistole den Fahrer und nimmt sie dann quer durch Europa mit. Seine
    Papiere liegen aber fein säuberlich noch im LKW. Und erst nach der Tat fällt auf, dass Amri
    sich unter 13 ! Identitäten Leistungen vom Staat besorgt hat. Jeder Deutsche der um Sozial-
    leistungen betteln muß, kann da nur vor Neid erblassen. Meine Vermutung: Es gibt nur
    wenige wirkliche Attentäter. Die großen Attentate sind vom Verfassungsschutz, bzw. von
    einer speziellen Abteilung geplant und verübt worden um Angst in der Bevölkerung zu
    schüren und den Sicherheitsapparat groß aufzublähen um das Volk unter Kontrolle zu halten.

    1. das Gefühl beschleicht mich auch.
      Die schxxxen auf die Opfer und machen nur Party im ausgewählten Personenkreis.
      🎼Sie sind Teil des Systems, Nazis eben.

  5. Im Laufe der letzten Jahre habe ich immer erlebt, dass, wenn man Regierung, Administration und Zustände in der Republik mit denen verglich, die man in der DDR erlebte, panische Reaktionen folgten: Das, wurde mir mehr als einmal mit dem Pathos eines Vortrages im Gemeindekundeunterricht und der Erwartung einer guten Zensur erklärt, dürfe man nun überhaupt nicht sagen – die demokratische, phantastische BRD mit der Diktatur blah blah blah…
    Nun gut, so leben wir weiter im Traum von einer BRD, die es nicht mehr gibt und die es wahrscheinlich so, wie sie sich selbst sieht, nie gab.

    Als die DDR unterging, hinterließ sie Aktenberge, die einiges an Unerfreulichem deutlich machten. Übrigens keine extralegalen Tötungen, wie sie Israel und die Amis serienweise begehen. Aber einfach nicht gut.
    Ich bedaure sehr, dass ich nicht mehr erleben werde, dass die Aktenberge der Republik zugänglich werden.
    Aber nee, die sind in Ordnung. Alles rechtsstaatlich, alles unter parlamentarischer Kontrolle, alles gerichtlich überprüfbar, alles auf der Grundlage der besten Verfassung, Humanismus, Menschenwürde….
    Oder?

  6. Wenn westliche Politiker von „Sicherheit“ sprechen, dann meinen sie das nicht im allgemein verbindlichen Sinne. Es geht dabei ausschließlich nur um die „Sicherheit“ der Eliten, also eines kriminellen Machtapparats. Nach der Logik stellt auch bzw gerade das ein „Sicherheitsrisiko“ dar, wenn Menschen deren verbrecherisches Verhalten angreifen. Bei den Terroropfern ist das folgerichtig bereits deren Existenz. Alles, was die Heiligkeit unserer kriminellen Eliten in Zweifel ziehen KÖNNTE ist ein „Sicherheitsrisiko“.

    Dieser Staat ist durch. Er ist endgültig auf der falschen Seite angekommen.

    1. Es geht dabei ausschließlich nur um die „Sicherheit“ der Eliten, also eines kriminellen Machtapparats.

      👏👍

      Nur ist solches Treiben einfach die Signatur von Staatshandeln. 🤷‍♂️

      Dieser Staat ist durch. Er ist endgültig auf der falschen Seite angekommen.

      Jeder Staat ist durch. Denn ein Staat ist nun mal organisierte Gewalt. Und mit Gewalt kann man eine Ordnung niederschlagen, mit ihr kann man auch eine neue Ordnung aufrichten, aber doch niemals eine freie Gesellschaft schaffen.

      So betrachtet ist es höchste Zeit für eine neue Gesellschaftsordnung, finden Sie nicht?

      Doch wer will die? Wenn es hart auf hart kommt, flüchten alle zurück zu „Vadder“ Staat (mein Vater ist er freilich nicht)…

  7. Frage:

    Warum wurden Betroffene des Breitscheidplatz-Anschlags von der Gedenkfeier am 11. März ausgeschlossen?

    Antwort:

    Andreas S. und Katharina P. sind unbequeme Opfer. Sie gehören zu denjenigen, die bei Treffen mit Ministern, Staatssekretären oder Vertretern der Sicherheitsbehörden immer wieder kritische und auch konfrontative Fragen gestellt oder ihre Meinung gesagt haben.

    Mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen und zu wissen. Wer unbequem ist, der ist raus aus der Gesellschaft. Der ist ein Gefährder und Staatsdelegitimierer. Danke an Herrn Moser aber, dass er dieses Treiben dokumentiert hat. Es ist sehr typisch für den Wertewesten.

    Ansonsten: Ob NSU-, Amri- oder RAF-Komplexe, ob Ustica, Oktoberfestanschlag oder Ramblas, ob et cetera, ob pp – so gut wie immer handelt sich um staatlichen Terrorismus. Zumindest bei jedem größeren „Anschlag“, jeder Tat, zu der es einen Brennpunkt gibt oder im Stakkato vorgestanzte Artikel und wie aus der Konserve geleierte Laberrunden („Talkshows“) den Äther fluten. Da kann man davon ausgehen, dass etwas mehr als faul ist im Staate Dänemark Deutschland und den verkündeten „Wahrheiten über die Schreckenstat“ ein strengerer Geruch anhaftet als dem Fisch von Aale-Schlüter auf dem Markt in Altona.

    Ob konspiriert und dirigiert, ob betreutes Morden oder einfach geschehen lassen – es ist nichts als Strategie der Spannung, divide et impera, Gegenrevolution. Spalten, verwirren, ablenken, aufhetzen, ängstigen. Die Leute sollen Angst haben – vor pösen Linken, pösen Muslimen, vor Räächts, vor Viren, Umwelt, EU-Zerfall, Schulden, Inflation, Russen, Kinäsen, verrückten Mullahs, Trump und welcher Sau auch immer, die gerade über den Bildschirm gejagt wird. Demnächst ist vielleicht (wieder) Fleischwurst dran, wer weiß das schon genau.

    Die anderen kleineren Amokläufe und -fahrten, die werden freilich gern mitgenommen. Diese Ausdrücke von Nihilismus und ganz normaler Alltagsnormopathie – da macht es „Ka-Ching“, denn sie untermalen das gewünschte Bild. Und werden schnell verdrängt und vergessen, Stichwort Mannheim. Ein Typ mit rechtsextremer Vorgeschichte und psychischer Krankenakte fährt Leute tot – da werden nur die Achseln gezuckt. Da wird nicht groß nach Erklärungen gesucht, keine Liveschalte geschaltet. Meistens hat man auch keine Erklärung (bei Muslimen kann man wenigstens etwas kompetenzlos von „KORAN“ raunen), denn die naheliegenden Fragen dürfen ja nicht gestellt werden. Mit denen legte man die Axt ans System. Und dann wäre man unbequem.

    Nämlich nur vor einem sollen die braven Bürger niemals Angst haben: dem System und seinem heiligen Vadder Staat. Unter dessen Fittiche sollen sie vielmehr angstschlotternd flüchten. Der Staat ist euer Hirte, euch wird nichts mangeln und wenn doch, dann ist es nur zu eurem Besten! „Ja, schütze uns!“, blöken sodann auch brav die gepeinigten Schäflein: „Ja, überwache uns noch mehr, nimm alle unsere Daten, unsere Konten und „Privilegien“, wenn dann nur keine pösen linken Muselnazis mehr herumstreifen! Ja, rüste auf, erhöhe die Steuern, pump Milliarden in die Bundeswehr, wenn dann nur der pöse Iwan und der dreckige Kinäs nicht zu uns kommen! Ja, oktroyiere noch mehr Austerität, streich alles zusammen, mach noch das letzte Schwimmbad zu, wenn dann nur keine Inflation mehr droht und die Schulden abgebaut werden! Ja, denn „wir“ leben ja über unsere Verhältnisse, so flötet es von taz bis FAZ, also schnall‘ uns nur brav den Gürtel enger, wenn du uns dann nicht weiter schlagen musst und wir keinen weiteren Lockdown mehr auszuhalten haben…“

    Die Bürger sollen brave, konsumierende, Tagesschau-guckende, den „Narrativen“ folgende, im Gleichschritt marschierende Untertanen bleiben. Kurz: Befehlsempfänger. Befehlsempfänger und Untertanten hinterfragen jedoch nie. Befehl ist Befehl, Not kennt kein Gebot und hinterher hat keiner was gewusst. Was der Hirte sagt, dem ist zu folgen, zur Not sind die ganz oben schuld (was nicht ganz falsch ist, aber Mittäterschaft ausblendet). Und so tun sie es munter weiter – die Masse der Bürger bürgt und glaubt und darf dran glauben. Sie hält ihren Körper hin, ob an Ost- oder Pflegefront, und steht mit Kopf und Kragen, Groschen und Gesundheit für alles gerade. Zum Staatswohl. Dafür dürfen sie dann aber auch alle vier Jahren zwischen unterschiedlichen Sorten von Scheiße „wählen“. Und sie werden „gehört“ oder dürfen in einem „Bürgerrat“ von sich hören machen. Hier und da gibt es dann ein feuchtes Leckerli, zum Beispiel „Lockerungen“, wenn sie fein Männchen gemacht haben.

    Fein abgerichtet, blöken die meisten mit. Keine Härten spüren, nur nicht wieder geschlagen werden. Von einer so algophobischen wie bellizistischen Gesellschaft wie dieser aber auch nicht anders zu erwarten. Denkt wie gesagt nur an die Mitläufer zu Zeiten des Lockdowns.

    Keine Opfer, wie sie eine Politik, die im Namen der Opfer ihre Politik machen will, gerne hätte. Schweigsam und trauernd zuhause sitzend. Nicht in der Öffentlichkeit, damit sie die Politik nicht stören. Stattdessen entziehen sie sich der vorgegebenen passiven Opferrolle und treten auf wie fordernde Subjekte.

    Exakt so ist es.

    Und das gilt auch für andere Selbstbewährerungsveranstaltungen wie „75 Jahre Grundgesetz“, „Gedenkstunde für Bundesland XY“ et cetera. Da feiern sich die herrschende Kaste und ihre Amts- und Wasserträger durchaus selbst. Und lachen durchaus auch über die treudoof bürgenden Bürger (@ Träumer hat da nicht so unrecht).

    Vor anderthalb Jahrzehnten war ich als Abiturient mal einer von mehreren Preisträgern bei einem überregionalen Schülerwettberwerb. In der Folge wurde ich zu mehreren solcher Veranstaltungen eingeladen – die gesetzten Damen und Herren laden dazu ja gerne erfolgreiche, vorzeigbare Bürger und Nachwuchsbürger (= Schüler) ein, die dann ein Ständchen aufsagen dürfen, das die Herzen der Politiker erwärmt und das vorher natürlich von LpB, BPrA, Landtagskomitee oder wem auch immer für das Herankarren verantwortlichem durchgesehen wird. Bereits damals wurde hübsch darauf geachtet, dass unter den drei jungen Leuten immer ein Migrant, ein Weiblein, ein Rollifahrer oder ein sonstiges Quotenäquivalent dabei war (freilich nie ein Armer oder Obdachloser). Äußerlich Divergenz – innerlich natürlich Einheit. Äußerlich individuell – innerlich glatt geschliffene Objekte. Systemkritik war da nicht drin. Aber Stolz, wenn das Quotenkind sich in die Rollenvorstellung gefügt und was für den deutschen Staat geschafft oder aufgesagt hat und dessen Glanz und Steuerberg mehrte.

    Beim dritten Male bin ich etwas abgewichen und habe vor dem Hintergrund meines Hartzer-Kind-Daseins zwei Verse über die (damals schon) wachsende Kinderarmut eingepflegt. Gefragt wie das Phänomen sich eigentlich mit den Versprechungen der Landesverfassung so vertrage. Meinen Text empfand die Aufpasserin im Vorabaustausch als „kritisch“ und zu „hart“, aber ich habe drauf beharrt und die Kernaussagen interessanterweise durchbekommen. (Er war schon in der Erstabfassung freilich weitaus zahmer als das übliche von mir heute.) So standen wir vier Kinderlein am großen Tag dann aufgereiht wie die Stockfische hintereinander und warteten auf unseren Einsatz. Im Unterschied zur Deutschland in höchsten Tönen lobenden Gastarbeitertochter („So viele Chancen für mich als junge, migrantische Frau…“ Blablabla – rückblickend weiß ich nicht was schlimmer war, ihr Parfum oder ihre Phrasen) wurde bei mir dann recht wenig geklatscht von Politikerseite – der Ministerpräsident hat geguckt wie saure Milch, mein Ständchen hat wohl die Herzchen nicht erwähnt. Aber vielleicht hatte er auch die Tage oder am Ende zuvor zu viel gebechert. Beim Empfang danach wollte sich interessanterweise nur ein erzkonservativer Richter am Verfassungsgerichtshof mit mir unterhalten – der selber aus „einfachen Verhältnissen“ stammte und meinen Text interessant fand. Gerade die Sozen (damals immerhin meine Parteigenossen) gingen jedoch dezent auf Abstand – mit Kinderarmut hatten sie ja nüschts zu tun. Zu späteren Veranstaltungen wurde ich dann nicht mehr eingeladen. War mir freilich wurscht; ich begann damals zu begreifen, dass das eben nur Selbstbeweihräucherung mit Lachshäppchen ist und war bald mehr als froh diesen Schmu hinter mir gelassen zu haben (abgesehen von der Übernahme der Bahntickets zur Anreise gab es ja auch nix, bevor hier einer falsche Vorstellungen bekommt).

    Und so ist es mit den anderen „Gedenkstunden“ und regierungsamtlichen Tanztees auch – bestenfalls. Es geht dort nicht um Kritik, es geht nur ums Präsentieren, ums Gesehenwerden, sich auf die Schultern klopfen / Krokodilstränen verdrücken oder eben ums beweihräuchernd Phrasen dreschen wie viel man aus der Geschichte / Krise gelernt hat / wie toll es dem Land gehe / was in Zukunft alles Geiles zu erwarten ist. Miesepeter, Suppenspucker, Drückeberger, gefallene Engel, Dauernörgler, Querdenker, Besserwisser, Jammerossis, Ewiggestrige und sonstige Sauertöpfe müssen gerne draußen bleiben. Irgendwann ist auch mal gut und die können sich ja auch woanders tummeln – bei Overton oder welches Refugium „wir“ ihnen auch immer (noch) lassen.

    Im Grunde sind diese Geschichten moderne Adelsbälle. Fehlt eigentlich nur, dass irgendwann Sean Bean auftaucht, um den Lover seiner Nochfrau vor dem aktuellen Wellington rund zu machen…

    Der Begriff „NSU“, die „Opfergruppe NSU“ gar, sei am 11. März bei den Feierlichkeiten im Außenministerium, bei denen Noch-Außenministerin Baerbock die Begrüßung sprach, nicht einmal vorgekommen

    Ne, natürlich nicht. Warum auch?

    Baerback – die Frau mit dem Opa, der „bedingungsloser Nationalsozialist“ war – hat ja gerade schon dafür gesorgt, dass offizielle russische und weißrussische Vertreter (Neudeutsch: „Belarusen“, damit man sie auch ja nicht für Russen hält) nicht an den „Gedenkveranstaltungen“ zum 80. Jahrestag des Weltkriegsendes in Europa teilnehmen dürfen – die könnten diese Veranstaltungen ja „missbrauchen“. Nein, sie könnten aufzeigen, dass Deutschland, das sich laut Klingbeil ja „80 Jahre zurückgehalten“ habe, schlicht nix aus seiner Vergangenheit gelernt hat und genauso rechts-autoritär-versifft ist wie ehedem. Das könnte schlicht so peinlich wie unbequem werden – aber Sauertöpfe und pöse Iwans sind eben nicht erwünscht (s.o.).

    Opfer sind nur dann erbeten, wenn man sie vorzeigen, rumreichen oder sonst was mit ihnen anstellen kann. Opfer, die Tat und Täter hinterfragen – Teufel weiche! Moser schrieb: „Opfer, die darin rumstochern, kann man nicht dulden.“ Und Frisch ließ in Andorra seinen Jemand schon ganz bewusst an der Zeugenschranke sagen: „Man muss auch vergessen können“.

    Die Angehörigen der Mordopfer mit türkischen, kurdischen und griechischen Wurzeln wollen nach ihren wiederholten negativen Erfahrungen im Münchner Prozess, in den parlamentarischen Untersuchungsausschüssen sowie mit den teils tendenziösen Ermittlungen inzwischen nicht mehr am 11. März-Gedenktag teilnehmen.

    Absolut verständlich.

    Aber dann kräht es aus dem Klatschvieh wieder: „Die Fuselbärte wollen sich nicht integrieren! Die nehmen uns nur unsere Arbeitsplätze und Frauen weg, wenn sie nicht grad in der Hängematte lümmeln!“

    Mission accomplished.

      1. Und was Gutes genau soll ich bitte an dem Schmu entdecken?🤣

        Das ist nur eine Signatur der herrschenden Verhältnisse, eine der üblichen für „normal“ verkauften Perversionen, Untaten und Absurditäten.

        Und wie soll ich mir eigentlich solcherlei Mundtotmachen von Andersdenkenden schön saufen?

        Ansonsten: ich bin hier doch der pöse links-pessimistische Sauertopf, wenn ich hier keine negativen Beiträge schreibe, wer dann ?😂

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