Starlink im Krieg – Wenn ein Unternehmer Frontlinien verschiebt

StarLink-Logo
SpaceX, Public domain, via Wikimedia Commons

Die stille Macht über Konnektivität.

Als Berichte auftauchten, wonach Elon Musk beziehungsweise sein Unternehmen SpaceX den Zugang zu Starlink für russische Truppen eingeschränkt oder deaktiviert habe, klang das zunächst wie eine zugespitzte Schlagzeile. „Musk schaltet Russland ab“, so oder ähnlich lauteten die Formulierungen.

Doch hinter der Verkürzung steckt eine reale Entwicklung und sie offenbart eine strukturelle Verschiebung der Macht im digitalen Zeitalter.

Zunächst zu den Fakten: Starlink ist offiziell nicht in Russland zugelassen. Dennoch tauchten in den vergangenen Monaten Berichte auf, dass russische Einheiten in der Ukraine offenbar über Umwege an Terminals gelangt waren. Über Drittstaaten, Zwischenhändler oder private Beschaffung sollen Geräte in besetzten Gebieten genutzt worden sein, unter anderem zur Drohnensteuerung und taktischen Kommunikation.

Tektonische Verschiebung

SpaceX reagierte demnach mit technischen Maßnahmen: Geofencing, Whitelisting und strengere Registrierungsanforderungen. Das bedeutet: Nur autorisierte Terminals mit gültiger Aktivierung erhalten Zugang zum Satellitennetz. Nicht registrierte oder missbräuchlich eingesetzte Geräte verlieren ihre Verbindung.

Formal ist das keine „politische Abschaltung“, sondern eine Durchsetzung von Nutzungsbedingungen. Faktisch jedoch kann eine solche Maßnahme operative Fähigkeiten verändern, insbesondere in einem Krieg, der stark auf digitale Infrastruktur angewiesen ist.

Hier beginnt die eigentliche Analyse.

Starlink ist kein militärisches System im klassischen Sinne. Es wurde als zivile Infrastruktur konzipiert, für entlegene Regionen, Katastrophengebiete, mobile Anwendungen. Doch im Ukraine-Krieg entwickelte es sich rasch zu einem entscheidenden Instrument. Die ukrainische Seite nutzt das System für Frontkommunikation, Drohnenkoordination, Aufklärung und logistische Abstimmung.

Damit wurde eine private Satellitenkonstellation faktisch zu einem strategischen Faktor in einem zwischenstaatlichen Krieg.

Und genau darin liegt die tektonische Verschiebung: Die Kontrolle über Konnektivität ist zur Kontrolle über militärische Handlungsfähigkeit geworden.

Früher lagen solche Entscheidungen ausschließlich in staatlicher Hand. Militärische Kommunikation lief über nationale Systeme, Bündnisstrukturen oder eigene Satellitenprogramme. Heute kann ein privatwirtschaftlicher Anbieter, durch technische Parameter, Reichweite, Zugriff und Nutzbarkeit beeinflussen.

Lehrstück über die Hybridisierung von Krieg und Wirtschaft

Das wirft mehrere Fragen auf:

Wer entscheidet über Eskalationsgrenzen?
Welche Verantwortung trägt ein Unternehmen, wenn sein Produkt militärisch genutzt wird?
Und: Ist es legitim, dass strategische Infrastruktur in privater Verfügung steht?

Man kann argumentieren, SpaceX handele im Rahmen internationaler Sanktions- und Exportregelungen. Man kann ebenso feststellen, dass hier ein Machtinstrument existiert, das nicht demokratisch legitimiert ist.

Das bedeutet nicht, dass Musk willkürlich agiert. Es bedeutet jedoch, dass die strukturelle Möglichkeit existiert.

Der Ukraine-Krieg ist damit auch ein Lehrstück über die Hybridisierung von Krieg und Wirtschaft. Nicht nur Waffen, sondern auch Cloud-Dienste, Datenplattformen und Satellitennetze werden zu taktischen Hebeln.

Und wer die Hebel kontrolliert, beeinflusst Dynamiken, ob beabsichtigt oder nicht.

Die Schlagzeile „Abschaltung für Russland“ ist also überzeichnet. Die Realität ist differenzierter. Doch gerade diese Differenzierung zeigt, wie tiefgreifend die Veränderung ist.

Der Krieg wird nicht mehr ausschließlich auf dem Schlachtfeld entschieden, sondern auch in Serverarchitekturen.

Die jüngsten Vorgänge sind nicht nur eine Episode im Ukraine-Krieg. Sie markieren einen strukturellen Wendepunkt.

Denn wenn eine private Infrastruktur in der Lage ist, Kommunikationsfähigkeit einer Kriegspartei einzuschränken, stellt sich automatisch die Frage nach staatlicher Souveränität.

Europa besitzt bislang kein vergleichbares, unabhängiges Satelliteninternet-System in globaler Skalierung. Strategische Konnektivität, insbesondere in Krisensituationen, ist damit de facto von US-basierten Unternehmen abhängig.

Wer kontrolliert in Zukunft die digitalen Lebensadern moderner Gesellschaften und damit indirekt auch ihre Kriege?

Das hat mehrere Dimensionen.

Erstens: militärisch.
Moderne Kriegsführung ist netzwerkzentriert. Drohnen, Artillerie, Aufklärung, all das benötigt stabile Datenverbindungen. Ohne Konnektivität sinkt die Effizienz drastisch.

Zweitens: politisch.
Wer Infrastruktur kontrolliert, besitzt Einfluss. Selbst wenn dieser Einfluss nicht aktiv ausgeübt wird, existiert er strukturell.

Drittens: ökonomisch.
Private Anbieter bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Geschäftsinteressen, regulatorischen Vorgaben und geopolitischem Druck.

Im konkreten Fall bedeutet das: Sollte Starlink den Zugang für russische Einheiten technisch blockiert haben, geschah dies vermutlich auf Grundlage von Nutzungsregeln und politischer Abstimmung. Doch der entscheidende Punkt ist nicht die einzelne Maßnahme, sondern die prinzipielle Fähigkeit dazu.

Die klassische Trennung zwischen ziviler und militärischer Infrastruktur verschwimmt.

Satelliten, Cloud-Dienste, KI-Analyseplattformen, all diese Systeme wurden primär wirtschaftlich entwickelt. In Konfliktsituationen werden sie zu strategischen Werkzeugen.

Das verändert auch die Verantwortungsfrage.

Wenn ein Staat ein militärisches Kommunikationssystem abschaltet, ist das ein Akt politischer Entscheidung. Wenn ein Unternehmen die Nutzung seines zivilen Produkts einschränkt, ist das formal eine Geschäftsentscheidung, mit geopolitischen Folgen.

Diese Grauzone ist neu.

Gleichzeitig zeigt sich eine weitere Entwicklung: Staaten greifen zunehmend auf private Technologie zurück, weil sie schneller verfügbar und leistungsfähiger ist als eigene Programme.

Das führt zu einer paradoxen Situation:
Je moderner die Kriegsführung wird, desto stärker wächst die Abhängigkeit von privatwirtschaftlichen Strukturen. Und genau hier liegt die strategische Brisanz.

Der aktuelle Fall illustriert nicht nur ein technisches Detail, sondern eine neue Ordnung der Machtverteilung. Nicht nur Regierungen, sondern Technologieunternehmen sind Akteure in geopolitischen Konflikten.

Man kann dies als notwendige Anpassung an eine vernetzte Welt betrachten. Man kann es auch als Erosion klassischer staatlicher Kontrolle interpretieren.

Beides trifft zu.

Festzuhalten bleibt:
Es gab keine vollständige „Abschaltung Russlands“.
Es gab offenbar technische Maßnahmen gegen nicht autorisierte Nutzung.

Doch die eigentliche Geschichte ist größer.

Sie handelt von einer Welt, in der Konnektivität strategische Ressource ist.
Von einer Welt, in der ein Satellitennetz militärische Gleichgewichte beeinflussen kann.
Und von einer Welt, in der politische Macht zunehmend durch technologische Infrastruktur vermittelt wird.

Die Frage ist daher nicht, ob Musk Russland „abgeschaltet“ hat.

Die Frage lautet:
Wer kontrolliert in Zukunft die digitalen Lebensadern moderner Gesellschaften und damit indirekt auch ihre Kriege?

Solange diese Frage nicht geklärt ist, bleibt jede Schlagzeile nur die Oberfläche eines viel tieferen Wandels.

Quellen

Reuters: Ukraine sagt, Starlink-Terminals, die von russischen Kräften auf dem Gefechtsfeld genutzt wurden, seien deaktiviert worden; nennt „Whitelist“ und Abstimmung mit SpaceX. 

https://www.reuters.com/world/europe/starlink-used-by-russian-forces-deactivated-battlefield-ukraine-says-2026-02-05/

ZDFheute (Artikel): Bericht über „Starlink-Abschaltung“ bzw. Maßnahmen gegen russische Nutzung und mögliche Folgen für Russlands Kommunikation im Ukraine-Krieg. 

https://www.zdfheute.de/politik/ausland/musk-starlink-ukraine-krieg-russland-100.html

Euronews (Fact Check): Hintergrund, wie/warum Russland Zugang bekommt, warum Restriktionen technisch/organisatorisch komplex sind; Einordnung der Vorwürfe. 

https://www.euronews.com/my-europe/2026/02/03/fact-check-is-elon-musk-allowing-russia-to-use-starlink-to-attack-ukraine

Euronews (Meldung): SpaceX und ukrainisches Verteidigungsministerium wollen Russlands Nutzung von Starlink blockieren; Fokus auf Verifikation/Restriktion. 

https://www.euronews.com/2026/02/02/musks-spacex-and-ukraines-defence-ministry-to-block-russias-use-of-starlink

The Guardian: Reportage/Analyse zu „access blocked/deactivated“ für russische Truppen; Folgen und russische Suche nach Alternativen; beschreibt Whitelist/Umgehungsversuche. 

https://www.theguardian.com/world/2026/feb/09/russia-scrambles-starlink-access-deactivated-elon-musk-space-x

Günther Burbach

Günther Burbach, Jahrgang 1963, ist Informatikkaufmann, Publizist und Buchautor. Nach einer eigenen Kolumne in einer Wochenzeitung arbeitete er in der Redaktion der Funke Mediengruppe. Er veröffentlichte vier Bücher mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz sowie deutscher Innen- und Außenpolitik. In seinen Texten verbindet er technisches Verständnis mit gesellschaftspolitischem Blick – immer mit dem Ziel, Debatten anzustoßen und den Blick für das Wesentliche zu schärfen.
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67 Kommentare

    1. Viele Firmen nutzen die Router Ihrer Kunden für Gastnutzung….
      Willste da in deren Bude einfach rein ? Würde deine Lebenserwartung deutlich reduzieren o))

  1. Hätte Super-Putin wohl besser seine Ressourcen in einen Nachbau von Starlink gesteckt als in irgendwelche Super-Torpedos und Super-Raketen.

    Das Internet ist wohl auch für Super-Putin Neuland.

      1. Perlen vor die Säue.
        Das erwähnte ich auch schon mal aber die meisten sind wohl schon so hirnbefreit und checken es nicht.
        Russland reagiert nur ! Und zwar auf dem aus seiner Sicht geringst möglichem Niveau.
        Würde Russland oder China auch nur Zehntel oder Hundertstel der feindlichen Handlungen gegen den Westen ausführen, die der Westen gegen diese ausführt (Sanktionen, militärische Drohgesten, tatsächliche Angriffe auf Peripherie oder Verbündete, hybride Angriffe), die der Westen gegen diese ausführt, man wäre hier schon voll ausgerastet und hätte vollen Krieg gestartet statt einer SMO.
        Also kurz gesagt, ja. Dass wie noch keine vollen Krieg haben liegt eher an dem weltgeschichtlich verantwortungsbewussten Handeln Russlands und Chinas als des Westens.
        Der Witz ist, dass der Westen das auch noch bewusst ausnutzt. So nach dem Motto, denen können wir ruhig einen draufgeben, die schlagen nicht gleich voll zurück, die gutmütigen Trottel.
        Der 2. Witz ist, in Ihrer Blödheit checken sie nicht, dass auch der gutmütigste Trottel seine roten Linien* hat, auch wenn er sie um des lieben Friedens willens schon 10 x zurückgesteckt hat. Dann ist Schluss mit lustig. Dann wird, wie der leider viel zu früh verstorben Roger Willemsen in anderem Zusammenhang mal sagte, das ständige infantile Dauergrinsen aus ihren Gesichtern verschwinden.

        * Hatte nicht Starmer oder sonst so ein Brite gesagt die roten Linien Russlands, die wischt man einfach weg, die reagieren so wie so nicht.
        Man stelle sich mal so eine Äußerung aus russischen oder chinesischen Regierungskreisen vor ! Undenkbar !
        Schon daran sieht man wo die völlige politische und moralische Verwahrlosung zu Hause ist.

    1. Starlink ist ein Ökonomisches Projekt und unterliegt damit auch Problemen die modernen Ökonomien eigen sind.
      Im Kriegsfall , und damit meine ich keinen Bürgerkrieg, wäre die finanzielle Ausgansbasis doch eher Zweifelhaft. Andere Strategien die auch Russland nicht unbekannt sind , dürften dann eher erfolgreich sein .
      Starlink funktionieren nur solange, solange auch deren Ökonomie erfolgreich funktioniert o(

    2. Gäbe es den Südafrikaner Musk nicht, gäbe es auch kein Starlink in den USA 😉
      Und ansonsten: mit ein paar EMP- Bomben ist der ganze Bumms simsalabim Elektroschrott, egal ob mit oder ohne Satelit.

      1. Ein paar Satelliten mit Schrotladung in die Starlink-Umlaufbahnen wären sicher auch effektiv. Hobby-Astronomen würden es jedenfalls sehr begrüßen. Immerhin haben sich, was Lichtverschmutzung betrifft, die Beobachtungsbedingungen in der Ukraine sehr verbessert, sind jetzt fast so gut wie in Nordkorea, einem in der Hinsicht vorbildlichem Land.

    3. Der kleine Nazi pöbelt wieder, wie stets ohne Ahnung. Wärest Du Spinner je in Russland gewesen in den letzten Jahrzehnten, wüsstest Du, dass deren Hispeed-Internetabdeckung ein Jahrzehnt vor der Deutschlands ist, daher auch die vielen Yandex-Lieferroboter in den Städten. Im Frontbereich gibt es Richtfrunk-, Draht- und Glasfaserlinks.

      Die Nutzung von Starlink an der Front war Grassroots-Hackwork, das funktioniert teilweise immer noch, ist aber eher zur Bequemlichkeit. Und andererseits haben die Sperren auch auf der ukrainischen Seite gebissen, weil da auch nicht alles tiptop registriert ist.

      Richtig ist, dass Russland mit dem Satellitennetzwerk hinterher ist, die ersten Satelliten sind in den letzten Monaten gestartet, das wird noch ein bis zwei Jahre dauern. Bis dahin ist der Krieg hoffentlich vorbei.

  2. China hat getestet… der EMP einer Ihren Neuen Bomben nur , und in über 50% des Landes wäre all Elektronik nicht mehr nutzbar ..
    Rauchzeichen dagegen funktionieren auch dann noch o))))

      1. wusste ich nicht das man EMPs in slch Dimensionen ohne jegliche radiaktive Verseuchung in den 50ern schon realisieren konnte …
        Ich beneide Dich um dein Wissen o))))

      2. Im Westen war das bis vor kurzem unbekannt. Das mußte erst ein russisches Flugzeug beweisen, das mit einem simplen Überfug über ein US-Kriegsschiff im Schwarzen Meer dieses außer Gefecht setzte…

        1. @ Elberadler: Im Westen glaubt man immer noch, dass die Menschen in Moskau
          zum Kacken auf ein Plumsklo an der Straße gehen. Russland ist in vielen Bereichen
          der Technik dem Westen weit voraus. Glaubt Musk wirklich, die Russen sind auf
          Starlink angewiesen? Die Russen haben nur das genutzt, was ihnen vor die Füße
          gefallen ist. Einem geschenten Barsch guckt man bekanntlich nicht hinter die
          Kiemen. Die Programm – Codes von Starlink sind den Russen längst bekannt. Ihre
          Satelitendaten sind mit Sicherheit auch nicht schlecht, wenn sie damit sogar ihre
          Gleitbomben, überarbeitete Bomben aus der Sowjetzeit, die lenkbar gemacht wurden,
          auf den Meter genau ins Ziel steuern. Wenn Starlink so effektiv sein soll, warum muß
          Musk dann zigtausende von Sateliten dafür ins All jagen und damit einen Bereich dort
          quasi verseuchen? Es sollen auch 4.000 Starlinkterminals in den Iran eingeschleust
          worden sein, um die US und Israelischen Angriffe zu steuern. Dafür sind jetzt wohl auch
          die Chinesen vor Ort, um mit ihrem für elektronische Kriegsführung ausgerüsteten
          neusten Kriegsschiff, für Ordnung zu sorgen. Trump redet ja jetzt schon von einem
          begrenzten Angriff auf den Iran, um dem seine Bedingungen aufzudrücken. Ob man
          mit einem Stock im Wespennest stochert, oder es versucht abzuschlagen, ist den
          Wespen völlig egal. Sie werden mit allem angreifen was sie haben.

          1. „Die Russen haben nur das genutzt, was ihnen vor die Füße gefallen ist.“

            Dann hätte man ja einfach auf den russischen Backup umschalten können.

  3. Musk handelt wie die Rüstungsindustrie, die Waffen, Flugzeuge und Raketen zwar für die Ukraine liefert, aber nicht für Russland. Wenn Starlink nur für zivile Nutzung gedacht ist, muss Musk es auch in der Ukraine abschalten. Damit würde er einen wichtigen Beitrag zu Frieden leisten und sich wahrscheinlich Russland als neuen Markt erschließen.

      1. @ Ceeh: Russland liefert jeden Tag seine Wunderwaffen in die Ukraine. Ohne
        Frachtkosten zu berechnen, direkt auf die Rüstungsindustrie und deren Versorgung.

      2. @Ceeh
        „Russland liefert seine Wunderwaffen ja auch nicht an die Ukraine.“

        Solltest du um 09:29h nicht längst in der Schule sein? Oder willst du auf immer und ewig ein dummer Rotzlöffel bleiben?

    1. Er schaltet an, Er schaltet ab ..

      Solch strategisch wichtige Technologie von der Laune seines Eigentümers abhängig , da ist es besser Sie spielen Lotto statt Kriege zu führen o(
      Er ist ja auch nicht der einzige mit solch Art Netzwerk, gibt auch andere Anbieter, sind nur weniger bekannt in der Öffentlickeit .

    2. Ich halte den Tenor des Artikels eh für zweifelhaft. Ich denke es geht nicht um Nutzungsrechte sondern schlicht um Parteinahme für eine Kriegspartei.

  4. Ein typischer Burbach Artikel.
    Erst die militärische Nutzung macht Starlink überhaupt erst interessant. Für einen Pizza Bestell Dienst braucht es kein Starlink.
    Die Ukraine bekommt seit Jahren die Zielkoordinaten für Geschütze über Starlink übermittelt.
    Es ist nichts neues, dass militärische Projekte als zivile Unternehmungen firmieren. Google und Facebook wurden anfangs auch durch den MIC finanziert.
    Auch die gesamte Genmanipulationstechnik wurde von der Darpa gesponsert.

    1. Starlink ist interessant für Internet-Zugang in der Pampa, wie andere Satelliten-Internetprovider auch (Starlink hat grössere Bandbreite weil sie SpaceX subventionieren und LEO zumüllen).

      Länder mit eigenen Kommunikationssatelliten brauchen kein Starlink, wären ja auch schön doof sich von den Amis so ausspionieren zu lassen.

      1. Ja, sollte eigentlich jedem klar sein.
        Nebenbei Off Topic. Die meisten „zivilen“ Forschungsgelder gehen in Teilchenbeschleuniger und ähnlich wahnsinnig teure und aufwändige Sachen. Da wird uns immer weis gemacht es gehe um Fragen der Kosmologie, Astronomie, die großen Fragen der Wissenschaft. Alles bullshit. Die kindischen Wissenschaftler , die sich da mit Steuer-Milliarden austoben dürfen sollen die ultimative Waffe finden, abhörsichere Quantencomputer usw.. Alles zivile Geschwafel von Astronomie und so ist Kosmetik, Theater fürs staunende Volk.

    2. Erst die militärische Nutzung macht Starlink überhaupt erst interessant. Für einen Pizza Bestell Dienst braucht es kein Starlink.

      Wenn dan in nicht allzuferner Zeit die EU und Deutschland dsa Internet komplett zensieren, wird Starlink den Menschen in der EU einen der möglichen Auswege bieten.

  5. Yamal und die Ekspress-Konstellation der Russian Satellite Communications Company (RSCC) sind die einzigen beiden nationalen Satellitenbetreiber in Russland.
    Rassvet ist Russlands direkter Starlink-Konkurrent. Start ist für Frühjahr 2026 geplant

  6. Ich bin mir ziemlich sicher dass dies eine Propaganda-Ente ist. Die Russen seien nach Abschaltung von Starlink in Panik und Ukraine konnte deswegen Gelände gewinnen.

    Siehe zb die transatlantische Propagandaschleudern bei der SRG: https://www.srf.ch/news/international/ukraine/ukrainische-gelaendegewinne-starlink-sperre-fuer-russland-das-sind-die-folgen-an-der-front
    (Generell ein Lehrstück in Propaganda)

    Auf keiner Karte sind ukrainische Geländegewinne zu erkennen. Bei der pro-ukrainischen website https://liveuamap.com/ kann man das Datum einstellen und das selbst überprüfen.

    Auch das Russland, das über eigene Kommunikationssatelliten und sogar ein eigenes GPS (Glonass) verfügt, grossflächig Starlink einsetzt, bezweifle ich stark. Militärs haben bereits beim Funk/Radio geradezu einen Fetisch was Sicherheit der Kommunikation betrifft. Dass die da sensible Daten, mit Hilfe derer man eventuell Codes knacken kann (Enigma zb wurde dank der Wetterberichte geknackt) über ein privates, feindliches Netz verbreiten ist irgendwo auf Hollywood/Netflix Niveau. Vereinzelt erbeutete Systeme zur isolierten Drohnen-Steuerung einsetzen, klar, aber wenn mir Jemand zeigen kann das es darüber hinausgeht fresse ich einen Besen.

    Das liest sich alles wie product placement („boah Starlink1!!“) gepaart mit dem üblichen Hopium der Stürmer-„Journalisten“ aus den Qualitätsmedien.

    1. Der Eindruck drängt sich mir auch auf. Die Russen wären blöde, wenn sie sich auf Starlink verlassen (haben die überhaupt bisher Zugriff darauf?) Dass sie es nicht abschießen, dürfte daran liegen, dass das teurer ist, als es wieder zu reparieren (langfristig keine gute Bilanz, das lohnt sich höchstens bei konkreten Angriffen), wahrscheinlich werden sie sich darauf konzentrieren, es abzuhören und zu stören.

    2. @Prime Evil
      Merkwürdige Siege oder Morde der Ukrainer erfolgen doch immer kurz vor oder während der Verhandlungen.
      Soll heißen: Der Endsieg der Herrenrasse steht kurz bevor und wird von den Westmedien ohne zu prüfen übernommen.
      Hauptsache „Siegesmeldung“

    3. Das ist definitiv eine Ente, denn die Russen haben Starlink wenn überhaupt dann nur offensiv eingesetzt. Dadurch daß sie Offensivfähigkeiten verlieren, gewinnt die Ukraine aber keinen Quadratmillimeter zurück.
      Die Motivation zur Verbreitung solcher Märchen ist aber ebenso durchschaubar, schließlich kann man so wunderbar – bei der Zielgruppe hierzulande – Hoffnung machen, daß die Ukraine doch gar keinen Frieden bräuchte.

    4. „Dass die da sensible Daten, mit Hilfe derer man eventuell Codes knacken kann (Enigma zb wurde dank der Wetterberichte geknackt) über ein privates, feindliches Netz verbreiten ist irgendwo auf Hollywood/Netflix Niveau.“

      Als jemand, der auf diesem Gebiet eine gewisse Expertise hat, kann ich dem nur bedingt beipflichten. Solange man über ein sicheres Protokoll verfügt, spielt die darunter liegende Transportschicht nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist dabei nur, das sie halbwegs verlässlich Punkt A mit Punkt B verbindet. Und hier nimmt jeder, der soetwas ernsthaft implementieren will, erstmal grundsätzlich an, dass dieser Weg kompromittiert ist und jemand den Datenverkehr „mithört“, auch auf den eigenen exklusiven Kanälen. Wem letzten Endes der Kommunikationkanal gehört ist zweitrangig, hier ist eher das Problem, dass wenn man diesen nicht vollständig kontrolliert, die Gefahr einer plötzlichen Abschaltung bzw. Unterbindung einfach höher ist. Und auch hier gilt: wer das ernst nimmt, macht seine Systeme dementsprechend redundant. Sollte Russland also Starlink verwendet haben, dann vermutlich weil es gerade greif- und nutzbar war.

      Das Beispiel mit der Turing-Bombe ist auf die heutige Zeit auch nicht mehr anwendbar. Die Techniken zur Verschlüsselung und Methoden der Obfuskation zur Abwehr von z.B. Seitenkanalangriffen hat sich seither doch ein klein wenig weiter entwickelt.

  7. „Wer kontrolliert in Zukunft die digitalen Lebensadern moderner Gesellschaften und damit indirekt auch ihre Kriege?

    Zweitens: politisch.
    Wer Infrastruktur kontrolliert, besitzt Einfluss. Selbst wenn dieser Einfluss nicht aktiv ausgeübt wird, existiert er strukturell.“

    Ziemlich witzig, das zu schreiben und gleichzeitig die Praxis lautstrark zu ignorieren: das hat doch nichts mit nur Starlink zu tun sondern betrifft ALLE DIGITAL-INFRASTRUTUR, auch die in Kabeln und Glasfasern.

    Es ist Tatsache, dass die gesamte vernetzte Digispähre von Wenigen kontrolliert und gesteuert wird. Was hier als vermeintlich aktuell Entwicklung beschrieben wird ist das Faktische seit Erfindung des Internets.

    Wo man hinschaut, nichts als Verblendung und Verblödung.

  8. Die einzige Lösung ist, daß China den Westen technologisch, digital, bei der KI schnell überholt. Dann gibt es endlich eine ernstzunehmende Gegenmacht zur US. Die Chancen dazu sind gut, wie der neue 15.Fünfjahrplan zeigt, der auf Chip-Unabhängigkeit und technologische Überlegenheit abzielt. Nach Ende der goldenen Woche finden in China die „ großen Versammlungen“ statt, die den neuen Fünfjahrplan offiziell verabschieden. Die Chinesen pflegendes ihre Pläne zu überbieten, während man hierzulande jahrelang dumm herumredet.
    Elon Musk fügt sich entweder den chinesischen Bedingungen oder seine Werke in China werden langsam ausgeblutet und Audi erhält unverdienterweise eine neue Chance. Tesla braucht China nicht mehr, aber alte deutsche Autos aus nostalgischen Gründen schon. Die Chinesen lieben deutschen Benziner, solange diese in China noch erlaubt sind.
    Beim hoffentlich nicht stattfindenden Iran-Krieg werden wir vielleicht etwas von der chinesischen Überlegenheit bei den Informationenssystemen zu sehen bekommen. Man sagt mit Hilfe Chinas hat der Iran die 15.000 Stationen von Musk im Iran lahmgelegt, wieso sollten nicht die Russen mit heimlicher chinesischer Hilfe ihr Problem in der Ukraine lösen?

    Da das Zeitfenster, in dem die USA China stoppen kann sich langsam schließt, ist die USA zum schnellen Handeln gezwungen, also zum Krieg gegen den Iran.

    Wir leben jetzt im Jahr des Pferdes, das auch für Chaos steht?!

  9. Für die Russen ist Starlink nur ein „nice to have“ nicht mehr, viel schlimmer ist das eigene Mobilfunk Netz was die Ukraine für ihre Angriffe mit benutzt. Man muss nur wissen wie die Serben den F-117 Nighthawk vom Himmel geholt haben oder das alle Rundfunk Sendeanlagen ein nahezu perfektes Passives Radar aufbauen.

    1. Ein auf dem Prinzip aufbauendes Ortungssystem hatte auch die tschechische Firma Tesla schon vor langem entwickelt.
      Es ist wohl nach der „Wende“ in die Hände der NATO gefallen. An sich ist das Prinzip einfach. Die russischen Drohnen nutzen es. Was aber in der Richtung nur gegen nicht bewegliche Ziele funktioniert.

  10. Krieg war schon immer bestimmt durch die Wirtschaftskraft eines Landes. Das ist nicht neu.

    > Wer kontrolliert in Zukunft die digitalen Lebensadern moderner Gesellschaften und damit indirekt auch ihre Kriege?

    In einem echten Krieg, sprich wenn tatsächlich die USA involviert wäre, würde man über das Netz die staatliche Kontrolle übernehmen. Von daher finde ich nicht das sich diese Frage stellt.
    Musk kontrolliert auch derzeit nicht den Krieg. Er ist eher ein Getriebener weil er versuchen muss es allen recht zu machen.

    Es stellt sich aber die Frage welche Länder haben die Kontrolle darüber.
    Deshalb will mittlerweile jedes größere Land sein eigenens System errichten.
    Was theoretisch kein Problem wäre, allerdings gibts den Erdorbit nur einmal. wenn sich da eine Kaskadenzerstörung ergibt, ist das All erstmal unbenutzbar, für alle. Mal abgesehen das Astronomen jetzt schon Probleme haben.

      1. Du hast da was verwechselt.
        Es verhält sich genau umgekehrt. Putin hat mit den Oligarchen „Tabula rasa“ gemacht, respektive den Energiesektor verstaatlicht, wäre der Energiesektor immer noch in privater Hand.
        Du erzählst nur Mist.
        Wer bezahlt dich dafür…Hm?

  11. Wenn die Russen Star-Link nutzen werden sie die Terminals wohl aus der Ukraine inklusive der Freischaltung beziehen. Entweder über patriotische Beschaffung, Beute oder Kauf für gutes Geld. Nun schaltet mal die falschen Terminals aus.
    Ist doch echt einfallsreich so ein Ding auf eine Drohne zu schrauben um diese genau ins Ziel zu lenken. Werden dann wohl die Iraner mit den konfiszierten Terminals auch machen.
    Worüber eigentlich nachgedacht werden muss warum die Bundeswehr für Milliarden an € Funkgeräte hat die nicht in die Fahrzeuge passen, aber ein privates Unternehmen per Satelliten über die ganze Erde ein Kommunikationsnetz betreibt. Was passiert mit den Geld der Steuerzahler? Es versumpft in einen unfähigen und korrupten Sumpf.

    1. „Ist doch echt einfallsreich so ein Ding auf eine Drohne zu schrauben um diese genau ins Ziel zu lenken. Werden dann wohl die Iraner mit den konfiszierten Terminals auch machen.“

      Fliegen die iranischen Drohnen langsamer als 90kmh?

  12. Und da wir nun aufrüsten, möchte die Bundeswehr nicht von Sterlink abhängig sein. Darum werden unser eigenes BW-Starlink aufbauen. Allerdings weiß ich noch nicht, mit welchen Raketen diese BW-Starlinks ins All geschossen werden und wie oft wir diese ersetzen müssen.

    Übrigens vermute ich, dass die Russen, wenn es ihnen mit den Starlinks zu dumm wird, den einen oder anderen Satelliten abschießen werden. Solange sie das nicht machen, tut es ihnen offenbar nicht wirklich weh.

    1. @Simon: Einen der Starlink Sateliten abzuschießen dürfte eigentlich gar kein Problem
      sein. Diese Blecheimer fliegen ja nicht sehr hoch und und es gibt schon so viele davon,
      dass eine überdimensionierte Schrotladung wohl gleich zwei davon vom Himmel holt.

  13. Tatsächlich, strukturelle Verschiebung von Macht im digitalen Zeitalter? Beim kurzen Zoff zwischen dem aktuellen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, selbst Oligarch und gleichzeitig aktueller Frontmann diverser Machtzirkel und dem aktuell reichsten Oligarchen Elon Musk war das schnell klar. Elon Musk wurde kurzerhand hundert Mrd. Dollar leichter und leiser.

    Strukturelle Machtanalysen wären trefflicher sollten sie sich weniger auf Personalien richten, sondern viel mehr auf die Einbindung in Netzwerke. Elon Musks Technologien sind gewährte Technologien des US-Sicherheitsapparats. Es stand auch die Drohung im Raum ihm das alles wegzunehmen.

    Und daß die Geldmächtigen ihre Hand im (Kriegs)spiel haben, über Fortgang und Ausgang maßgeblich mitbestimmen, ist auch nicht wirklich neu:

    Die heutige Weltlage ist durch eine tiefe Krise des globalen Finanzsystems, wachsende soziale Spannungen und zunehmende internationale Konflikte gekennzeichnet und erinnert stark an die Jahre, die der Oktoberrevolution vorausgingen.
    (…)
    Unvergleichlich sind seine Charakterdarstellungen des Zaren und der Zarin wie ihres Anhangs, der Vertreter des Adels, der Großgrundbesitzer, der Geistlichkeit, der Beamten, der Offiziere, der Großbourgeoisie und der politischen Führer der „Liberalen“ wie Miljutin, Rodsjanko und Gutschkow. Er beschreibt wie all diese Leute eng mit dem imperalistischen Krieg verknüpft uns davon abhängig sind, dass er weiter geführt wird.
    (…)
    Die Vertreter der Bourgeoisie befürworteten zwar Reformen und parlamentarische Demokratie, waren aber jederzeit zur Unterordnung unter den Zaren bereit, wenn es darum ging die Ansprüche der Arbeiterklasse abzuwehren. Gleichzeitig machte ein beträchtlicher Teil der Bourgeoisie ungeheure Gewinne mit dem Krieg, während sich die Versorgung in den Städten immer mehr verschlechterte. „Dutzende und Hunderte von Millionen die zu Milliarden anwuchsen, durch weitverzweigte Kanäle geleitet, berieselten reichlich die Industrie und stillten unterwegs noch eine Menge Appetite. In der Reichsduma und in der Presse wurden einige Kriegsgewinne für das Jahr 1915 bis 1916 bekannt gegeben: Die Gesellschaft des Moskauer liberalen Textilfabrikanten Rjabuschinski wies 75 Prozent Reingewinn aus; die Twerer Manufaktur 111 Prozent; das Kupferwalzwerk Koljtschugin warf bei einem Grundkapital von 10 Millionen 12 Millionen Gewinn ab. Die Tugend des Patriotismus wurde in diesem Sektor im Überfluss und dabei unverzüglich belohnt.“ Als sich die Klassenauseinandersetzungen in den Monaten nach der Februarrevolution zuspitzten, waren diese Leute bereit, die demokratische Fassade fallen zu lassen, und verbündeten sich mit Kornilow, der das Ziel hatte, eine Militärdiktatur zu errichten.
    -Geschichte der Russischen Revolution – Februarrevolution, Leo Trotzki, Aus dem Vorwort

  14. Widerlegte Propaganda. Selbst die Ukrainer haben inzwischen vom Starlink-Märchen Abstand genommen. Tatsächlich gab es zuletzt eine Art ukrainische Offensive, aber die Erfolge waren eher überschaubar.

    1. Es wurden, so weit man das einschätzen kann, eher russische Vorposten im Rücken der Ukrainer wegen Versorgungs- und Kommunikationsproblemen zurückgenommen, einige leider auch getötet, als dass wirklich Gelände das fest in russischer Hand war zurückerobert wurde.

    1. Eben nicht – wurde sogar von den Ukrainern zurückgenommen, aber für die eingeplante Praktikanten-Propaganda zur Karnevalszeit kam das wohl zu spät. Für die russische Drohnenkommunikation wurde Starlink erst seit Kurzem verwendet – seit Kriegsbeginn wurden stets eigene Kanäle verwendet. Allerdings dürfte nun das Risiko für die (sehr niedrig kreisenden) Satelliten selbst steigen…

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