
Die Studentenbewegung in Serbien unternimmt einen demokratischen Versuch am lebenden Objekt.
Dass die aus der studentischen Anti-Korruptionsbewegung hervorgegangene Wahlliste „Studenten gewinnen” (SL) bei den vorgezogenen Parlamentswahlen den starken Mann der serbischen Politik Aleksandar Vučić besiegen können würde, war für möglich gehalten worden. Dass sie ihn am vergangenen Sonntag deklassierte und die absolute Mehrheit errang, war eine Sensation, die das Balkanland in Ekstase versetzte.
Zwölf Jahre hatte der Führer der nationalpopulistischen Serbischen Fortschrittspartei (SNS) das Land als Ministerpräsident und Staatsoberhaupt nach seiner Façon beherrscht, das serbische Volk seiner Willkür untergeordnet und jeglichen Widerstand so gut es ging im Keim erstickt. Dann stürzte am 1. November 2024 in Novi Sad das Bahnhofsvordach ein und kostete sechzehn Menschen das Leben. Die Tragödie gebar eine von Studenten und Studentinnen angeführte Protestbewegung gegen Korruption, Machtmissbrauch, Misswirtschaft und Pfusch am Bau. Sie trachtete danach, den Autokraten Vučić zu entmachten und tat es schließlich auch.
Im Wahlkampf gelang es ihr nicht nur, die Bürger in den Städten zu mobilisieren, sondern auch die in der Provinz. Fast siebzig Prozent der Wahlberechtigten schritten zur Wahlurne und sorgten für die höchste Wahlbeteiligung in Serbien seit dem Zerfall Jugoslawiens. Zweiundfünfzig Prozent der Wähler votierten für die SL, verwiesen die Liste „Aleksandar Vučić – Vereinigtes Serbien” (SNS) mit großem Abstand auf Rang Zwei.
Dabei eliminierten sie gleich noch die übrigen traditionellen Parteien, darunter die postkommunistische Sozialistische Partei Serbiens (SPS). Abgesehen von einigen Abgeordneten der albanischen, bosnischen und ungarischen Minderheiten werden sich in der künftigen Skupština (Nationalversammlung) nur noch zwei maßgebliche Fraktionen über die serbischen res publica auseinandersetzen; 140 Volksvertreter der Studentenliste und 103 Abgeordnete von Vučićs SNS.
Für Vučić und manche seiner Parteisoldaten von der SNS dürfte es künftig darum gehen, sich strafrechtlicher Verantwortung für Machtmissbrauch und Misswirtschaft zu entziehen. Die frischgebackenen Politiker der SL aber haben ihren Plan umzusetzen und Serbiens Politik und Gesellschaft vom Kopf auf die Füße zu stellen.
Dass auf der Studentenliste mit 250 Namen so gar keine Studenten kandidierten und infolgedessen auch nicht ins Parlament einziehen, mag auf den ersten Blick paradox erscheinen. In ihrem Auftrag werden von studentischen Plenen bestimmte Professoren, Experten, Bürgerrechtler, Sportler und Kulturschaffende die Parlamentssitze einnehmen. Im Bewusstsein mangelnder Lebenserfahrung enthielten sich die Studenten eigener Ambitionen auf politische Karrieren. Die historische Entwicklung der studentischen Protestbewegung in den vergangenen zwei Jahren macht ihre ungewöhnliche Strategie nachvollziehbar.
Im ersten halben Jahr nach der Katastrophe von Novi Sad beschränkten sich die Studenten und Studentinnen bewusst auf ihre Kampagne gegen Korruption und Misswirtschaft. Sie verzichteten auf politische Forderungen und mieden den Kontakt auch zu den oppositionellen Parteien. Erst im Frühjahr 2025 erkannten sie, dass der Sturz des autokratischen Regimes von Aleksandar Vučić unabdingbare Voraussetzung sei, um Serbien von Korruption, organisiertem Verbrechen und Pfusch am Bau zu befreien.
Es war etwa zu diesem Zeitpunkt, dass auf ihren Demonstrationen erstmals politische Parolen skandiert wurden, darunter auch nationalistische, die Kosovo zum untrennbaren Teil Serbiens erklärten. Die Studentenbewegung erwies sich damit als alles andere als eine politisch homogene Masse und stellte sich stattdessen als ein disparates Bündnis unterschiedlichster Einstellungen heraus, linker und rechter, national-souveränistischer und trans-atlantischer. Ihre geteilte Aversion gegen Aleksandar Vučić und seine SNS-Regierung war der Kitt, der gegensätzliche Strömungen zusammenhielt.
Doppelzüngige Verhältnis von EU-Kommission und EU-Ländern wie Deutschland zu Serbien
Dies dürfte diejenigen überraschen, die in der nun an die Macht gelangten Studentenbewegung einen prädestinierten Bündnispartner der Europäischen Union (EU) erwarten. Mehr als einmal kritisierten die Studentenvertreter die Europäische Kommission für weichmachergespülte Stellungnahmen zu den Protesten in Serbien. Sie warfen Brüssel vor, Belgrad kleinlaut zur Einhaltung rechtsstaatlicher Standards zu ermahnen, um es sogleich als berechenbaren Partner auf dem Westbalkan zu rühmen.
Der Grund für die Loyalität der EU zu Staatspräsident Vučić mag vor allem in ihren wirtschaftlichen Interessen gelegen haben. So entlarvte der Staatsbesuch des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz im Sommer 2024 das doppelzüngige Verhältnis von EU-Kommission und EU-Ländern wie Deutschland zu Serbien.
Jahrelang hatten Umweltschützer erbittert gegen Pläne des britisch-australischen Bergbauunternehmens Rio Tinto zum Abbau von Lithium, Bor und Natriumsulfat im westserbischen Jadar-Tal gekämpft. Sie befürchteten eine Verseuchung des Grundwassers ihrer Heimat durch Schwermetalle. Dessen ungeachtet unterzeichneten Scholz und der damalige EU-Kommissar für den Green Deal, Maroš Šefčovič, im hermetisch abgeriegelten Präsidentenpalast in Belgrad eine Absichtserklärung zur Ausbeutung des Lithium-Vorkommens, das ihnen nützlich erschien für die Entwicklung der E-Mobilität in Europa.
Es handle sich um „ein wahrhaft europäisches Projekt”, für das es einen „europäischen Spirit” brauche, säuselte Kanzler Scholz nach Unterzeichnung der Absichtserklärung gegenüber Journalisten. Deshalb gebe er ein „ein ganz klares Bekenntnis zur europäischen Integration des westlichen Balkans” ab. Deutschland, so versprach Scholz, werde „mit seinen Erfahrungen im Bergbau seinen Beitrag leisten, dass der Lithium-Abbau in Serbien mit den höchsten heute möglichen Standards stattfindet, was Umweltschutz und Biodiversität betrifft”.
Wenige Monate später entstand die Anti-Korruptionsbewegung. In den folgenden zwei Jahren sollten ihre Demonstranten vom Vučić-Regime verprügelt, verhaftet und mit modernster Abhörtechnik ausspioniert werden, ohne dass sich EU-Kommission, europäisches Parlament oder Deutschland dagegen laut vernehmbar verwahren würden.
11 Punkte für die Grundzüge der Politik im Studentenplan
Momentan ist zwar bekannt, welche Abgeordneten die Studentenliste im Parlament vertreten werden, doch ist noch völlig unklar, wer für sie als Ministerpräsident und Ressortminister Regierungsverantwortung übernehmen wird. Studentische Plenen werden dies in den kommenden Wochen zu entscheiden haben.
Die Grundzüge ihrer Politik sind im sogenannten Studentenplan mit elf Punkten ausgeführt. Ihn haben Studenten gemeinsam mit Experten erarbeitet und den studentischen Versammlungen zur Abstimmung vorgelegt. Die Innenpolitik hat im SL-Regierungsprogramm höchste Priorität.
„Wir brauchen Institutionen, die ohne Anweisungen der Parteizentralen funktionieren” , heißt es in ihm, und weiter, „eine Justiz, in der das Recht nicht davon abhängt, wer davor steht, öffentliche Finanzen, die der Bürgerkontrolle unterliegen und Bildungs- und Gesundheitssysteme, die der Staat nicht als Belastung empfindet, Medien, die frei von politischem Druck arbeiten können, und kommunale Selbstverwaltung, in der die Bürgerinnen und Bürger aktiv an den Entscheidungen mitwirken, die ihr Leben prägen”.
Es sei ihnen bewusst, dass, „in einem Wahlzyklus nicht alles zu reparieren ist, was über Jahrzehnte zerstört wurde”, schreiben die Studenten in ihrem Plan. Ein Jahr hätten sie damit verbracht, „einen Anfang zu finden; denn es geht nicht darum, eine Regierung durch eine andere zu ersetzen, sondern darum die Regeln zu ändern, die es Regierungen ermöglichen, solch immense Macht über Institutionen und das Leben der Bürger auszuüben”.
Zur Wahl gestanden habe die „Fortsetzung des Niedergangs inmitten von Korruption” oder „ein erneuerter Staat, der allen Bürgern dient und auf der konsequenten Achtung der Verfassung und des Gesetzes beruht”.
Wirtschaftlich wollen die Studenten „weg vom Modell der Billiglohnwirtschaft”. Serbien dürfe nicht länger als „bloßer Lieferant billiger Arbeitskräfte und natürlicher Ressourcen für ausländische Konzerne dienen”. Stattdessen werde „eine ausgewogen geplante Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Marktwirtschaft” angestrebt, „die sich an den Interessen Serbiens und seiner Bürger orientiert und nicht an privaten Absprachen zwischen Machthabern und ihren Verbündeten”.
Kosovo als integraler Bestandteil Serbiens, das militärisch neutral bleiben soll
Außenpolitisch nennt der Studentenplan die Europäische Union zwar „Serbiens wichtigster Wirtschaftspartner”. Auch befürwortet er die „Vertiefung strategischer Partnerschaften mit den EU-Mitgliedstaaten Griechenland, Italien, Ungarn und Frankreich”. Serbiens Beitrittsabsicht zur EU findet in ihm aber keine Erwähnung.
Zudem unterscheiden sich einige der außenpolitischen Absichten deutlich von der Brüsseler Agenda. Unter Hinweis auf die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates beharrt die Studentenliste, dass „Kosovo und Meohjia ein integraler Bestandteil Serbiens” sei. Daher lehnt die SL die „einseitige Unabhängigkeitserklärung Kosovos und dessen Mitgliedschaft in internationalen Organisationen ab”.
Auch bekräftigt die Studentenliste die „bereits 2007, also noch vor dem Machtantritt von Vučićs SNS proklamierte militärische Neutralität des Landes”. Sie will die „traditionelle Partnerschaft mit der Russischen Föderation im Hinblick auf die Koordinierung im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zum Schutz der territorialen Integrität Serbiens und zur Lösung offener Fragen von gemeinsamem Interesse aufrechterhalten“.
Aufgrund von Serbiens eigenen Erfahrungen mit Sanktionen in den 1990er-Jahren sprechen sich die Studenten „gegen die Verhängung restriktiver Maßnahmen gegen die Russische Föderation” aus. Gleichzeitig halten sie „an dem völkerrechtlich verankerten Grundsatz fest, dass die territoriale Integrität aller souveränen Staaten der Welt einschließlich Republik Ukraine unverletzlich ist”. Sie setzen sich „konsequent für ein Ende bewaffneter Konflikte, die friedliche Beilegung von Streitigkeiten und die Entwicklung bestmöglicher Beziehungen zu beiden befreundeten Völkern (Ukraine und Russland / Anm. d. A.) ein”.
Mit China, dessen Firmen das Bahnhofsvordach von Novi Sad errichtet haben, streben die Studenten „eine umfassende strategische Partnerschaft an, doch müssen künftige Projekte den nationalen Vorschriften, Umweltstandards, Arbeitnehmerrechten und Arbeitsschutzbestimmungen entsprechen”.
Die Beziehungen zu den USA wollen die serbischen Studenten „auf der Grundlage gemeinsamer Interessen” ausbauen; „insbesondere in den Bereichen Telekommunikation, Energie, Transport, künstliche Intelligenz, Diversifizierung der Gasversorgung und Flüssiggas (LNG) sowie Verteidigungszusammenarbeit”.
Ganz im Gegensatz zur Politik von Ex-Präsident Vučić, der in den vergangenen Jahren dem israelischen Rüstungsfabrikanten Elbit Systems Milliarden für Raketen und Drohnen gezahlt und Israel Munition für seinen Gaza-Krieg geliefert hat, will sich die SL-Regierung „nicht an Israels systematischem Versuch beteiligen, das palästinensische Volk im Gazastreifen zu vernichten”, sondern „die humanitäre Hilfe für Palästina intensivieren, um Leben zu retten und die Zahl der Opfer zu verringern“.
In den vergangenen Jahrzehnten vollzogen sich demokratische Machtwechsel in Europa in der Regel durch die Abwahl von Regierungsparteien und ihre Ersetzung durch bisherige Oppositionsparteien. Die in vielen Ländern grassierende Politikverdrossenheit bis hin zu gewaltsamen Ausschreitungen ist ein Indiz dafür, dass sich dieses Modell des orthodoxen Parteiensystems abgenutzt hat. Ob Serbien nun ein Beispiel dafür geben kann, dass Machtwechsel auch nach basisdemokratischen Prinzipien der Graswurzelbewegung geschehen können, wird das serbische Experiment in den kommenden Monaten erweisen müssen.
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Na also!
Geht doch!
Da bin ich hier dann doch mal für etwas Grundgesetzwidriges:
Den Generalstreik!
Proteste damit verbinden, Gewerkschaften, die hier auch nur Bestandteil und Ausdruck der Oligarchie sind, außen vor lassen und die ganze Polit-Blase ist schneller weg als man gucken kann!
1920 in goldenen Lettern als Menetekel und als Erinnerung an die Macht der Marginalisierten an die Wand!
1920 als Losung, DER Generalstreik der deutschen Geschichte!
Allerdings würde ein Wegfegen der regierenden Oligarchen ohne ein Stellen der Systemfrage nicht ausreichen, die wären dann nämlich schneller wieder zurück, als es zu wünschen wäre
Die jungen Leute haben recht!
Es ist ihre Zukunft!
Wenn sie politisch etwas dafür tun, streiken, sich verweigern, Frust auf die Straße bringen, sichtbar machen, immer los!
Ein Land, dessen Jugend schläft, ist verloren!
Wer sagt, daß das „grundgesetzwidrig“ sei? Dieselben Politiker, die illegale Angriffskriege unterstützen und die Grundrechte zu Gnadenakten herabstufen, die mal gewährt und mal verweigert werden dürfen?
Das GG ist im Gegenteil sogar ausdrücklich für solche Maßnahmen „wenn andere Abhilfe nicht möglich ist“ (Art. 20). Und die „demokratischen“ Institutionen haben ja komplett versagt. Und das schon vor dem Corona-Zwangsregime.
Wie lange wird es dauern, bis der Korruptionspilz auch unter den Neuen sein Myzel ausgebreitet haben wird? Werden schon Wetten angenommen?
Aber es wird ein pro-EU Myzel sein, dass sich vermutlich bald den Russlandsanktion anschließen wird und die engen kulturellen Verbindungen zu Russland zerstören wird, auf billiges russische Energie verzichten wird, die Rohstoffe des Landes billig an die EU verscherbeln wird, noch mehr Waffen an die Ukraine liefern wird und generell das Land nun nach Strich und Faden an die westlichen Oligarchen verkaufen wird, für ein paar „Hilfsgelder“ aus Brüssel und dann die nun neue Opposition, die weiterhin eine friedliche Beziehung nach Moskau haben möchte, Stück für Stück zersetzten und kriminalisieren wird. Zusammengefasst: Ein gutes Myzel! Ein Sieg für Unsere Demokratie (TM).
Am November 1948 fand etwas statt, was aus dem kollektiven Gedächtnis der Bundesrepublik fast völlig verschwunden ist: ein Generalstreik, der keiner sein durfte.
https://filmundgeschichte.com/ein-generalstreik-der-keine-sein-durfte
„Wilde“ Streiks sind illegal: Streiks, die nicht von einer Gewerkschaft getragen oder genehmigt werden, sind ebenfalls unzulässig.
Politische Streiks sind unzulässig: Streiks, die sich gegen politische Missstände, Gesetze oder die Regierung richten (sogenannte politische Streiks oder Generalstreiks), fallen nicht unter diesen Schutz. Sie gelten laut ständiger Arbeitsgerichtsbarkeit (unter Rückgriff auf Auslegungen seit den 1950er-Jahren) als rechtswidrig
Wer sich an einem unzulässigen politischen Streik oder wilden Streik beteiligt, verliert den arbeitsrechtlichen Streikschutz und riskiert Abmahnungen oder eine fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber.
Somit haben die „Väter“ des „Grundgesetzes“ vorgebaut:
Das Grundgesetz schützt die Koalitionsfreiheit und das Streikrecht nur für tarifbezogene Ziele (wie Löhne, Arbeitszeiten oder Arbeitsbedingungen), die von einer Gewerkschaft durchgesetzt werden können.
Wir sollten uns eine Verfassung zulegen und dieses von ein paar alten Zauseln unter US Aufsicht entwickelte Grundgesetz beerdigen.
Sorry, sollte als Antwort auf den Beitrag weiter oben von @Wallenstein erscheinen …
Ein Generalstreik könnte tatsächlich das Mittel sein, mit dem etwas erreicht werden könnte.
Bei ca. 40 Mio Beschäftigungsverhältnissen kämen ja rein rechnerisch fast 50% der Einwohner zusammen.
Das wär ja mal was …
Und noch eine Quelle aus Herne zu dem Generalstreik, der keiner sein durfte:
https://herne-damals-heute.de/streiks-und-demonstrationen/revolution-wird-nicht-geduldet-der-generalstreik-vom-12-november-1948/
@Estragon:
Vielen Dank für den Link, unglaublich interessant und detailliert.
Hatte heute eine Diskussion zu den Gen-Z-Demos mit einem Freund. Die gehen wenigstens auf die Straße, richtig so. Dabei kam das Thema Generalstreik auf und Wissen war nicht vorhanden.
Im Geschichtsunterricht meines Kindes ist gerade der WK2 zu ende und ich bin gespannt wie der Lehrplan diese Zeit behandelt.
Die Geburtsstunde der BRD: Nazis und Kapitalisten, geschützt vom US Militär einhergehend mit KPD Verbot mit ignorieren von Volkswille. Das muss eine der Sternstunden der, später als „Unsere“ Demokratie, bezeichneten „Wertegemeinschaft“ sein.
Um die Kurve zu Serbien zu kriegen: Dort wird auch gerade die Demokratie eingeführt.
Unsere Gründerväter waren sich vollkommen bewusst, dass sie keine Verfassung für das gespaltene Deutsche Volk verfassen können und formulierten daher nur ein temporäres Grundgesetz bis das Volk wiedervereinigt ist.
Diesem temporären Charakter des Grundgesetzes ist denn auch Artikel 146 GG geschuldet, das heute in leicht abgewandelter Form lautet:
„Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“
Diesen Joker hat das Deutsche Volk also noch immer und kann so ohne gewaltsame Revolution, sondern völlig verfassungskonform sich endlich eine neue Gesamtdeutsche Verfassung geben, die auch den Erfahrungen Ostdeutschlands gerecht wird.
Ja, gar Neutralität und Blockfreiheit (NATO-free) sowie direkte Demokratie sind für das Deutsche Volk keine Utopien!
Worauf nur warten wir noch, wenn die Notwendigkeit für einen echten Wandel doch mehr als offenkundig ist?!?
@ Frank Herbert
Guten Gewissens würde ich auch niemanden raten für diesen Artikel auf die Straße zu gehen. Die JU fordert ja wegen der Schüler schon den Einsatz der BW🤣🤢. Die Bereitschaftspolizei der Länder ist für einen Bürgerkrieg längst ausgerüstet und trainiert. Eine länderübergreifende Zusammenarbeit ist Formsache. Die Holzhackerbuben aus dem bayrischen werden in Hessen und die Knüppler aus Hessen in Berlin eingesetzt werden 🤣, Es sollen ja keine Probleme mit der „fraternite“ entstehen, wenn ein Bruder oder Nachbar betroffen sein wird. Auch deswegen wollte das Grundgesetz diesen Austausch zu mindestens erschweren.
Einen weiteren bissigen Kommentar von mir zum Artikel wurde verworfen.
“ In ihrem Auftrag werden von studentischen Plenen bestimmte Professoren, Experten, Bürgerrechtler, Sportler und Kulturschaffende die Parlamentssitze einnehmen. Im Bewusstsein mangelnder Lebenserfahrung enthielten sich die Studenten eigener Ambitionen auf politische Karrieren. Die historische Entwicklung der studentischen Protestbewegung in den vergangenen zwei Jahren macht ihre ungewöhnliche Strategie nachvollziehbar.“
Was für ein gequirlte Scheiße.
„Momentan ist zwar bekannt, welche Abgeordneten die Studentenliste im Parlament vertreten werden, doch ist noch völlig unklar, wer für sie als Ministerpräsident und Ressortminister Regierungsverantwortung übernehmen wird. Studentische Plenen werden dies in den kommenden Wochen zu entscheiden haben.“
Wozu Abgeordnete wählen, wenn die nicht bestimmen können, wer was wird in dem Parlament, für das sie gewählt worden sind?
Ist das jetzt „Studentendemokratie“?
Ich wünsche den „Studenten“ viel Glück bei ihrem Versuch, die Strukturen aufzubrechen.
Hört sich alles gut an.
abe was ist wirklich anders, wenn nicht die gewählten Vertreter, sonder irgendwelche Gremien die personal und sonstige Politik betsimmen. es ist ja normal in unseren parlamentarischen Scheindemokratien, dass nicht die Abgeordneten, sonder die „poltitbüros“ der Parteien bestimmen, wer was wird…..
Demokrtie geht anders…denke ich. Ich verstehe auch die Idee dahinter nicht. Wozu stelle ich Menschen auf eine Liste, wenn die dann, nachdem sie gewählt sind , nichts entscheiden sollen. Woher haben die „Studenten“ das Recht, den gewählten Vertretern vorzuschreiben wen sie zu Ministern etc machen?
basisdemokratie finde ich gut…. Doch unsere parlamentarischen Diktaturmaschinen stützen sich auf Strukturen, die auch nach einer Wahl noch da sind….ich lass mich überraschen…
Danke für den sachlichen Bericht! Findet man hier selten.
Nun ja, ich freue mich zumindest, dass die Liste der jungen Leute so einen Erdrutschsieg eingefahren hat und hoffe, dass es besser wird als es unter dem korrupten Autokraten Vučić war.
Fragen eines lesenden Arbeiters :
Die Studenten protestierten gegen die grassierende Korruption im Land
Hatten sie sonst nichts zu tun ?
Wer machte es möglich, zwei Jahre lang aufs Studieren zu verzichten?
Wurden weiterhin Stipendien aus-
gezahlt? Woher kam das Geld für die Arbeit der Studenten ?
Wer sagt, dass zwei Jahre aufs studieren verzichtet wurde?
Man kann durchaus studieren, d.h. zu Vorlesungen, Seminare etc. gehen, sich auf Prüfungen vorbereiten (und Prüfungen ablegen) etc., und im gleichen Zeitraum auch zu Demonstrationen gehen und sonstwie protestieren.
Es steht nirgendwo, dass die Studenten nun Vorlesungen oder Seminare ausfallen ließen. Und an Wochenenden sind sowieso keine Vorlesungen, Prüfungen oder Seminare. Weiterhin besteht jedes Semester – in Deutschland (und auch sicherlich anderswo) – aus einem Zeitraum in dem Vorlesungen (und Seminare) stattfinden und einem anderen Zeitraum, in dem maximal Prüfungen stattfinden. (Letzteres wird „Vorlesungsfreie Zeit“ genannt). D.h. es gab immer am Wochenende und in der Vorlesungsfreien-Zeit Zeiträume in denen man recht einfach protestieren konnte. Es steht auch nirgendwo etwas davon dass nun 24/7 über den gesamten Zeitraum die meisten Studenten protestiert hätten ;-).
Weiterhin wenn man normal weiter an einem Studiengang teilnimmt, gibt es kein Grund nun ein Stipendium einzustellen (falls es denn eines gab), auch dann nicht, wenn man in der Freizeit nun protestiert.
ps. Protest ungleich Streik (und nur ein Streik von Studenten würde implizieren, dass diese nicht studiert hätten, allerdings kommt das Wort Streik im Artikel nicht vor, nur in den Kommentaren).
na so was aber auch ! Teilzeit studiert und daneben auch noch demonstriert. – Welchen Elfen-
beinturm bewohnen Sie ? Sie waren schon mal politisch tätig ?
„Die Studenten protestierten gegen die grassierende Korruption im Land
Hatten sie sonst nichts zu tun ?“
Naja, bei uns in Deutschland protestieren’se hauptsächlich gegen das Existenzrecht des jüdischen Staates, bezahlbare Mieten, besseres Bildungswesen, Klimaschutz und gegen die Verteidigung.
Aber davon mal abgesehen, dürfen Studenten in korrupten, autokratischen Regimen keine Meinung haben? Oder dürfen die nur demonstrieren, wenn es für Frieden mit Putin und gegen Korruption in der Ukraine geht – und dabei mit der Russenfahne wedeln?
Mal schauen, wer sich durchsetzen wird,. die von der EU finanzierten Farbrevolutionäre oder die echte serbische Widerstandsbewegung. In den „Qualitätsmedien“ wurden die ja als einheitlicher Anti-Vucic-Block dargestellt. Da scheint man sich wohl verrechnet zu haben, wie schon so oft. Auch der Wunschkandidat in Ungarn Madjgar ist ja nicht so ganz der EU-Vasall, den man sich als Orban-Erben gewünscht hätte. Vor allem was Öl und Gas und die Unterstützung der Ukraine angeht.
Apropos Korruptionsbekämpfung:
https://anti-spiegel.ru/2026/politico-die-staatsanwaltschaft-hat-im-impfstoff-fall-keine-antworten-von-der-eu-kommissionspraesidentin-erhalten/
Und da geht es um zig Milliarden Euro!
Serbien ist zu wünschen, dass es den von Vucic gefahrenen außenpolitischen Schlingerkurs fortsetzt und auch die erfolgreiche Wirtschaftspolitik weiter verfolgt.
Zu befürchten ist allerdings, dass die Revolution ihre Kinder frisst. Die Korruption wird bleiben. Sie wird allerdings das autoritäre Antlitz der EU tragen.
Vucic ist einer, der einen großen Krieg für unausweichlich hält. Der Mann hat einen ziemlich guten Blick für das Wesentliche.