
Warum bleiben die Ängste vor einer Ausweitung des Ukrainekrieges stumm und folgenlos? Erster Teil: Allgemeine Gründe für die Verdrängung der (Atom)-Kriegsgefahr.
61 Prozent der Bundesbürger äußerten im Februar 2024 einer Umfrage des INSA-Instituts zufolge die Befürchtung, der Ukrainekrieg könne sich auf NATO-Gebiet ausweiten. Und laut einer aktuellen INSA-Umfrage vom 11. März 2025 hält es die Hälfte der jungen Deutschen zwischen 18 und 39 Jahren gar für „wahrscheinlich, dass Deutschland in den nächsten zehn Jahren Krieg führen wird“. Warum aber bleibt diese allgemeine unterschwellige Unruhe stumm und, im Gegensatz zu den Achtzigerjahren, auf der Handlungsebene weitestgehend folgenlos? – Darüber hielt unser Gastautor am 13. März einen Vortrag an der Volkshochschule Osnabrück, den wir in zwei Teilen dokumentieren.
„Vielleicht wird es der späte Historiker noch rätselhafter finden als wir Zeitgenossen, dass, obwohl allmählich fast jedes Kind wusste, dass man vor Kriegen stand, die auch für den Sieger das entsetzlichste Leiden mit sich brachten, dennoch die Massen nicht etwa mit verzweifelter Energie alles unternahmen, um die Katastrophe abzuwenden, sondern auch noch ihre Vorbereitung durch Rüstungen, militärische Erziehung usw. ruhig geschehen ließen, ja sogar unterstützten.“
Mit diesen Worten des Pychoanalytikers Erich Fromm habe ich vor über 40 Jahren ein Buch über Angst – genauer: Nicht-Angst – und atomare Aufrüstung eingeleitet, das im Mai 1984 erschien. Fromm hatte diese Sätze am Vorabend des Zweiten Weltkrieges, 1937, in seinem Aufsatz „Über die Ohnmacht“ formuliert.
Apathie und Schockstarre
Warum ich nun vier Jahrzehnte später meinen Vortrag wiederum mit diesem Zitat eröffne, das bedarf, leider!, keiner weiteren Erläuterung. Nach wie vor tobt im Osten Europas ein Krieg, der nicht nur „für den Sieger“ – falls es den überhaupt geben und was auch immer hier mit „Sieg“ genau gemeint sein sollte –, sondern auch für zahlreiche weitere Akteure, nicht zuletzt für unser Land, Deutschland, „entsetzlichste Leiden“ mit sich bringen wird, nein: bereits mit sich bringt. Denn selbst wenn die Kampfhandlungen – hoffentlich! – bald ein Ende haben sollten, steht uns ja nach wie vor für das kommende Jahr die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper (die sogenannte ‚Nachrüstung 2.0‘) ins Haus und die gerade beschlossenen irrwitzigen Pakete neuer Sonderschulden von Hunderten Milliarden für die schnellstmögliche „Kriegstüchtigkeit“ unseres Landes werden uns vermutlich eher früher als später, ganz bestimmt aber unsere Kinder und Enkel – falls es sie dann noch geben sollte – einholen.
Nur, dass diese Gefahr, genauso wie vor über 85 Jahren, offenbar niemanden groß zu interessieren, gar aufzuregen scheint! Von den drei bundesweiten Friedensdemonstrationen, die in den letzten beiden Jahren in Berlin stattfanden, brachte es die größte – sehr, sehr wohlwollend gerechnet – auf maximal ein Fünftel der 250.000 Menschen, die kürzlich am 8. Februar allein in München „Gegen rechts!“ demonstrierten.
Sprachlosigkeit und stumpfe Unbeweglichkeit
Mittlerweile frage ich mich nur noch, was mich fassungsloser macht: Die Ungeniertheit und die an suicidalen Größenwahn grenzende Skrupellosigkeit, mit der Politiker, Militärs und Medien hierzulande nahezu im Gleichklang und jeden Tag schriller bis an die Schmerzgrenze eskalieren – oder die Apathie und Schockstarre, mit der die überwältigende Mehrheit der Zeitgenossen dies alles kritik- und klaglos über sich ergehen lässt.
Dabei scheint es unter der Oberfläche durchaus zu brodeln. Erheblich mehr Menschen als auf den ersten Blick sichtbar scheint es langsam mulmig zu werden. So äußerten im Februar letzten Jahres im Rahmen einer INSA-Umfrage 61 Prozent der Bundesbürger die Befürchtung, der Ukrainekrieg könne sich auf NATO-Gebiet ausweiten. Im August 2024 fürchteten 45 Prozent der Bundesbürger gar eine Ausweitung des Ukrainekrieges auf Deutschland. Und bereits seit über zwei Jahren wünscht sich eine überwältigende Mehrheit der Deutschen – zwischen 63 und 68 Prozent – ein stärkeres Engagement der Bundesregierung für Friedensverhandlungen. Laut Shell-Jugendstudie 2024 äußerten 81 Prozent der jungen Deutschen Angst vor einem Krieg in Europa. Und am 11. März diesen Jahres wurde eine weitere INSA-Umfrage veröffentlicht, nach der eine Mehrheit der jungen Deutschen – 52 Prozent der 18-29-jährigen und 50 Prozent der 30-39-jährigen – es gar für „wahrscheinlich hält, dass Deutschland in den nächsten zehn Jahren Krieg führen wird“.
All dies ist angesichts des medialen Dauerfeuers aus allen offiziellen Kanälen durchaus bemerkenswert. Andererseits bleibt die allgemeine unterschwellige Unruhe stumm und auf der Handlungsebene völlig folgenlos, sodass man sich fassungslos fragt, wo eigentlich der längst fällige Aufschrei bleibt.
Und auch das ist nicht neu.
Im Mai 1980, also vor fast 45 Jahren, schrieb der 2011 verstorbene Arzt und Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter im Vorfeld der Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen in Westeuropa:
„Nahezu die Hälfte unserer Bevölkerung glaubt laut Umfragen an die Möglichkeit eines Krieges. Die Leute sind betroffen, aber sie rühren sich kaum. Wie können Menschen in Passivität und zumindest äußerlicher Gelassenheit auf demoskopischen Fragebögen bejahen, dass ein großer Krieg bevorstehen könnte? Warum reagieren wir so, als handele es sich hier um ein unbeeinflussbares Naturereignis, obwohl in dieser Angelegenheit doch alles, was geschieht, in der Macht menschlicher Berechnung und Entscheidung liegt?“ Horst-Eberhard Richter damals weiter: „Wir Bürger fühlen uns in einen seltsam unmündigen Zustand versetzt, der uns zugleich die Sprache verschlägt“, und er diagnostizierte der Bevölkerung „Sprachlosigkeit und stumpfe Unbeweglichkeit“.
Die Parallele zur aktuellen Situation springt förmlich ins Auge.
Warum war das damals so? Und warum ist es heute wieder so?
Dafür gibt es allgemeine Gründe, die in der atomaren Situation selbst liegen und aktuelle Gründe, die sich aus der veränderten geopolitischen Lage des wiedervereinigten Deutschlands seit der wahren Zeitenwende Ende der Achtziger/ Anfang der Neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ergeben. Ich werde Ihnen in meinem Vortrag zunächst die allgemeinen, dann die aktuellen Gründe vorstellen, bevor ich Ihnen einige Gedanken für eine dringendst benötigte breite „Friedensbewegung 2.0“ ans Herz lege.
Wachsende Kriegsgefahr
Spätestens mit der für das kommende Jahr von Noch-Kanzler Scholz und den USA im Alleingang beschlossenen erneuten Stationierung von Mittelstreckenraketen (genauer: Hyperschallraketen) und Marschflugkörpern, die innerhalb kürzester Zeit strategische Ziele in der Tiefe Russlands einschließlich des Kremls und russische Atomwaffenlager pulverisieren könnten, macht sich unser Land „freiwillig“ zur Zielscheibe russischer Präventivschläge, die durchaus auch atomar geführt werden könnten. (Und im Gegensatz zur Nachrüstung der Achtziger Jahre betrifft das diesmal – aus welchen Gründen auch immer – nur Deutschland allein!)
Und noch einmal: Warum diese beklemmende Apathie, warum diese erschreckende Unbeweglichkeit unserer Bevölkerung angesichts dieser immensen Bedrohung, die sich ja durchaus bis hin zu einem mit thermonuklearen Waffen durchgeführten Dritten Weltkrieg auswachsen könnte?
Zu groß! – Unsere Apokalypseblindheit
Die Antwort lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Zu groß!
Die Bedrohung ist absolut zu groß.
Schließlich sind ‚wir Menschen‘ mit den von uns selbst hergestellten Untergangsgeräten bekanntlich in der Lage, unseren Planeten nicht nur einmal, sondern x-mal zu vernichten!
Keiner hat sich über diesen Sachverhalt schon vor vielen Jahrzehnten so scharfsinnige Gedanken gemacht und diese so präzise auf den Begriff gebracht wie der Philosoph Günther Anders (1902-1992). Seine klassische Formel lautet: Wir können uns nicht mehr vorstellen, was wir herstellen und anstellen können! Bereits vor fast 70 Jahren schrieb er:
„Betrauern können wir einen geliebten Toten. Vorstellen können wir uns vielleicht zehn Tote. Maximal. Umbringen können wir mit den heutigen Mitteln Hunderttausende auf einen Streich. Vor dem Gedanken der Apokalypse schließlich streikt die Seele! Der Gedanke bleibt nur ein Wort.“
Wir sind größer und kleiner als wir selbst
In diesem Sinne also sind wir kleiner als wir selbst: Herstellen können ‚wir Menschen‘ die Apokalypse, vorstellen aber können wir sie uns nicht! Unsere Vorstellungen bleiben weit hinter den Effekten zurück, die unsere Handlungen zeitigen können. Die Technik selbst ist uns, wie weiland Goethes „Zauberlehrling“, in Gestalt der menschgemachten Vernichtungsgeräte längst über den Kopf gewachsen. (Analoges gilt längst auch für die ebenfalls von ‚uns Menschen‘ hergestellte sogenannte Künstliche Intelligenz!) Anders formuliert: Als Handelnde – genauer: als ‚Hersteller der Zerstörung‘, sprich: ‚Destructores‘ – haben wir eine fast gottgleiche Allmacht erlangt. Als Vorstellende dagegen sind wir Zwerge!
Günther Anders nannte dieses Phänomen unsere Apokalypseblindheit.
Was ich nur weiß, macht mich nicht heiß
Die Bedrohung ist also zu groß, als dass wir sie uns noch adäquat vorstellen könnten. Die Bedrohung ist zudem so über allen Maßen entsetzlich, dass wir sie uns gar nicht vorstellen mögen. Die Bedrohung ist darüber hinaus überall – „Die Erde hat keinen Notausgang!“ – und damit: nirgends!
Die Folgen: Was zu groß ist, was unser kognitives und erst recht unser emotionales Fassungsvermögen überschreitet und was zugleich als Möglichkeit überall und permanent präsent ist, das bleibt, um nochmal Günther Anders zu zitieren, „nur ein Wort“. Es bleibt reines abstraktes Wissen, damit in unmittelbarer Nähe zum Nichtwissen und damit – konsequenzenlos! Günther Anders: „Was ich nur weiß – macht mich nicht heiß!“
Die erste infernalische Regel lautet also: „Je größer die Gefahr, desto geringer unser Widerstand, desto leichter kann sie eintreten!“
Gewissenhaftigkeit ersetzt Gewissen
Werfen wir nun kurz einen Blick auf die Hersteller der Zerstörungsgeräte. Es sind viel mehr als wir denken und der Prozeß ihrer Herstellung bis zum möglichen Einsatz ist typisch für die Produktionsweise in einer höchst arbeitsteilig organisierten Gesellschaft. In der Regel sind die meisten von uns ja damit beschäftigt, ein angeblich unentbehrliches Geräteteil, für ein angeblich unentbehrliches Modul, für ein angeblich unentbehrliches Produkt herzustellen, das wir am Ende gar nicht kennen – womöglich ein Massenmordgerät! ‚Tätig‘ sind die meisten von uns also als Zahnrädchen, eingebunden in ein gigantisches Getriebe, dessen Endeffekt wir nicht überschauen – oft gar nicht überschauen wollen!
Wir handeln also gar nicht, wir machen – ohne über unseren Tellerrand hinauszusehen, frei nach dem Motto „Was ich nicht kann, geht mich nichts an!“ – blind für das Endziel einfach mit! Gewissenhaftigkeit – sprich: die korrekte Erledigung der uns als Zahnrädchen übertragenen Aufgaben – ersetzt Gewissen, nämlich die Auseinandersetzung mit der Frage, ob das Endziel der Maschinerie, die uns einbindet, überhaupt ethisch verantwortbar ist.
Und da wir ‚Zahnrädchen‘ sind, gilt für unsere Wahrnehmung wie für unsere Seele die Devise: „Arbeitsteilung ist Gewissensteilung!“ Sollte zum Schluss doch etwas schiefgelaufen sein, waren es alle und damit – keiner! Günther Anders: „Schmutz geteilt durch tausend = sauber!“
Die zweite infernalische Regel lautet demnach: „Je mehr Menschen involviert sind, desto leichter kann das Inferno eintreten.“
Auslösen ersetzt Handeln
Weiter: Nehmen wir an, ein amerikanischer Offizier startet auf Befehl ‚von oben‘ in einem Raketensilo in Montana eine Interkontinentalrakete Richtung Russland. Was macht er da eigentlich? Handelt es sich hierbei wirklich um eine Handlung? Oder löst er nicht tatsächlich nur noch eine längst vorinstallierte Maschinerie aus? Und was macht er eigentlich, wenn er etwas auslöst? Eigentlich macht er, obwohl der Effekt seines Tuns die Vernichtung, also das Nichts sein kann, so gut wie – nichts! Ob er eine Espressomaschine einschaltet oder tausende Kilometer entfernt Hundertausende Menschen in Leichen verwandelt, macht von der Attitüde her keinen Unterschied.
Die dritte infernalische Regel lautet also: „Auslösen ersetzt Handeln.“
Schlimmer noch: Im Zeitalter hyperrealistischer Computersimulationen verschwimmt immer mehr die Grenze zwischen Schein und Sein! Kriegsspiele und echte Kriege haben sich bis zur Deckungsgleichheit einander angenähert. Die Simulation eines Raketenangriffes unterscheidet sich in nichts mehr von der tatsächlichen Durchführung und kann im einen wie im anderen Falle via Knopfdruck, gar Klick erledigt werden. Und mit zunehmendem Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird sich selbst das eher früher als später erledigt haben …
Je größer das Verbrechen, desto leichter die Durchführung
Und da Tat- und Leidensort Tausende Kilometer auseinander liegen, wird unser Offizier in Montana auch gar nicht direkt mit den Effekten seines „Tuns“ konfrontiert werden. Ja, er muss noch nicht mal einen einzigen Russen hassen, um Hunderttausende von ihnen zu töten! (Dasselbe gilt selbstverständlich umgekehrt für seinen Konterpart bei Moskau.)
Hunderttausende Menschen durch das Auslösen einer entsprechenden Maschinerie – sprich: Interkontinentalrakete – zu töten, ist also ungleich leichter, als einen einzigen Menschen ‚handmade‘ ins Jenseits zu beförden!
Die vierte infernalische Regel lautet demnach: „Je größer das Verbrechen, desto leichter seine Durchführung!“
Und dafür brauchen wir auch gar keine „bösen“ Menschen mehr. Ein kommender mit thermonuklearen Bomben geführter Dritter Weltkrieg wäre der hassloseste Krieg der Menschheitsgeschichte! Anders formuliert: Die Situation selbst ist so abgrundtief böse geworden, dass für die Realisierung des absolut Bösen, böse Menschen gar nicht mehr nötig sind.
Die Dinge lügen
Und noch ein weiterer Umstand begünstigt die mögliche Apokalpyse: Man sieht den Dingen ihre Bewandnis nicht mehr an. Während man einem altmodischen Messer noch genau ansehen kann, was es anrichten kann, sehen „Gegenstände“ wie eine Atombombe – gesetzt der Fall, man bekäme sie tatsächlich zu Gesicht – tausendmal harmloser aus, als sie es tatsächlich sind. Der Effekt einer Atombombe ist im Vergleich zu ihrem Aussehen unvorstellbar – zu groß!
Günther Anders hat dies auf die Formel – und das wäre die fünfte infernalische Regel – „Die Dinge lügen!“ gebracht und von „negativer Protzerei“ gesprochen.
Zusammenfassung
Es sind also zusammengefasst folgende Charakteristika der atomaren Situation, die es uns so schwer machen, wirklich zu erfassen, auf welch abschüssiger Bahn wir uns befinden:
- Die Bedrohung ist zu groß, als dass wir sie uns noch adäquat vorstellen könnten.
- Sie ist zu entsetzlich, als dass wir sie uns noch vorstellen mögen.
- Sie ist unsichtbar, räumlich also nicht zu orten und damit überall und nirgends.
- Zahllose Menschen sind – alle auf das Indirekteste – in die Herstellung der Untergangsgeräte eingebunden.
- Das finale Inferno kann im Ernstfalle auf das Leichteste realisiert werden: Am Ende wird es ein via Künstliche Intelligenz von einem Computer gesteuerter Computer gewesen sein!
Fortsetzung folgt …
Es ist alles sehr einfach: Die „Gegen-Rechts“-Demonstranten können auf die Wirkmächtigkeit und das Organisationsvermögen von NGOs, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen setzen. Das waren auch die, die in den 80er Jahren für den Frieden demonstriert haben.
Eine Friedensbewegung allein aus dem Volk heraus gibt es nicht und gab es nie.
Woher soll die auch kommen? Inzwischen werden Pazifisten ja in die Nazi-Ecke geschoben, das muss man sich mal vorstellen. Klar, dass sich da wenige bereit finden, trotzdem für den Frieden zu demonstrieren.
Es sind nicht „die“ Deutschen, die hier schon wieder schlafwandeln, es sind schon wieder die beschissenen deutschen sog. „Eliten“, die nach Krieg und Gewalt und Blut und Tod schreien.
Ich habe es so satt, dass immer wieder ein zutiefst gehirngewaschenes Volk verantwortlich gemacht wird, dem die ehrlosen sog. „Eliten“ die Schuld für WK1 und WK2 zuschieben, anstatt ihre eigene Schuld endlich zuzugeben, wie sich das gehören würde für Menschen mit Haltung (die von denen immer nur beschworen, aber nie gelebt wird)!
Es ist so erbärmlich, dass auch Linke diesen typischen deutschen Dünkel in sich tragen. Nein, es war nicht „das Volk“, das Deutschland in den 1. Weltkrieg getrieben hat! Es waren kriegsgeile Pfeffersäcke wie Thomas Mann, der dann in der Nazi-Zeit wieder verächtlich auf das Volk blickte, das Leute wie er so in die Verzweiflung getrieben hatte, dass leider viele Arbeiter die Nazis wählten.
Aber Hitler wurde nicht zum Kanzler gewählt, der wurde von von Hindenburg ernannt! Also von einem Vertreter der sog. „Eliten“, die davon spätestens seit 1945 nichts mehr wissen wollten.
Ich kotze wirklich im Strahl, dass ich hier schon wieder den Unsinn von „den Deutschen“ lesen muss. Es fehlt den sog. deutschen „Eliten“ (ob „links“ oder „rechts“ oder „liberal“ – völlig egal) einfach jegliche Liebe zum Normalbürger. Der ist immer nur Mittel zum Zweck und wenn man ihn nur hinterher für die eigenen Versäumnisse haftbar macht.
Jaja, Hitler hat sich nur zum Kanzler hochgeprügelt und hatte nie die Unterstützung der lieben Normalbevölkerung… mein Gott. Kürzlich hatte die besagte und wie immer völlig unschuldige Bevölkerung die Gelegenheit die kriegsgeilen Parteien abzuwählen ‒ man hätte ja auch das BSW mit über 50% wählen können. Aber wie immer sind nur „die Eliten“ schuld. Kanzler werden auch heute übrigens nicht direkt vom Volk gewählt.
Man kann die herrschende Klasse nicht einfach mal so abwählen! 😂
Es wäre ein interessantes Experiment gewesen, was dann passiert wenn ein großer Anteil deutlich für den Frieden stehenden Parteien gewählt worden wäre.
s. Rumänien
Er wurde von weniger als einem Drittel der Wahlberechtigten gewählt…
davon abgesehen kann man sich streiten, was die Alternative gewesen wäre, die Kommunisten hätte ich auch nicht gewollt und die anderen Parteien hatten ja schon bewiesen, dass sie es nicht können. So ist das eben in Parteiensystemen: sie taugen nichts!
Davon abgesehen machte Hitler anfangs einen auf Friedensfürst, der Überfall auf die die SU kam m.W. für die meisten Deutschen ziemlich überraschend.
Typischer Denkfehler, man hätte auch NPD wählen können, wenn man die EU und den Euro nicht wollte.
Macht aber niemand, weil man immer ein Komplettpaket bekommt und am Ende der das Rennen macht, den man für das geringere Übel hält (mehr bekommt man in diesem pseudodemokratischen System nicht). Die Einschätzung ist dabei immer eine Spekulation auf die Zukunft und auf den Charakter der Führungspersönlichkeiten, eine Einschätzung die extrem von Propaganda und Halbwissen geprägt ist, solange die Massenmedien derart unseriös agieren, wie der ÖRR und die Konzernmedien.
Ich glaube übrigens nach wie vor nicht, dass es zu einem Krieg kommt. Ich finde es ein bisschen hysterisch, wie hier bei Overton die letzten Tage darüber diskutiert wird, fast so, als wäre die Generalmobilmachung schon ausgerufen worden. Das Verschuldungsding von Merz ist vor allem Korruption, vielleicht glaubt er auch selbst dran, dass mehr Wehrbereitschaft Sinn macht. Kann man gerne dagegen demonstrieren, aber nicht immer gleich das Schlimmste heraufbeschwören. Wir haben nichtmal mehr Wehrpflicht, die Bundeswehr ist chaotisch, es gibt nicht genug Waffen und wir können es uns auch demographisch gar nicht leisten, die junge Generation zu verheizen. Die Situation mag gewisse Ähnlichkeiten mit dem dritten Reich haben, aber es gibt eben auch gravierende Abweichungen, wir leben in einer ganz anderen Zeit!
@ Zebraherz
Infolge der Kriegsfolgen und dem Versailler Vertrag wuchs die Arbeitslosigkeit und Verelendung eines grossen Teiles der Zivilbevölkerung ins gigantische. Allein die Menge der Freikorps und Schlägerbanden von Stahlhelm, SPD, KPD und NSDAP rekrutierte sich weitestgehend aus den Reihen der Beschäftigungslosen, die ursprünglich nicht unbedingt politische Überzeugungstäter waren. Selbst die NSDAP hatte bis zu dem sog. Röhmputsch mit den Wortführern Strasser einen recht starken sozialistischen Flügel. Die Wahlerfolge der NSDAP waren auch Hoffnungswahlen, um die persönlichen Lebenssituationen zu verbessern. Natürlich war auch Herr Hitler ein charismatischer Redner und Demagoge, der dem Volk im wahrsten Sinne aufs Maul geschaut hat. So etwas wie eine Hitlerfolgeabschätzung gab es sicher auch, wenngleich wenig gehört, eher am Rande der Gesellschaft.
(Zitat: Zuerst kommt das Essen, dann die Moral.)
So ist es! Man darf auch nicht vergessen, dass Hitler in den ersten Jahren sehr erfolgreich war, m.W. erreichte er etwa in kurzer Zeit Vollbeschäftigung, was selbst ehemalige Kritiker anfangs für ihn einnahm. Als die Sache dann zunehmend kippte, hatte er seine Macht bereits derart ausgebaut, dass man entweder mitmachte oder zumindest den Mund hielt. Jeder der in der DDR aufgewachsen ist, weiß wie sich das anfühlt, wenn man jederzeit beim Inlands-Geheimdienst angeschwärzt werden kann und dann dessen Willkür ausgesetzt ist. Es ist die Arroganz der Spätgeborenen, die großspurig Widerstand einfordern (den sie sich selbst idR nicht getraut hätten).
„Es ist die Arroganz der Spätgeborenen, die großspurig Widerstand einfordern (den sie sich selbst idR nicht getraut hätten).“
Gut, du hast recht. Als Konsequenz wäre es dann vermutlich das beste, die Deutschen komplett zu den Radieschen zu schicken, da die Menschen hierzulande ja immer das Problem haben, nur Opfer der Regierung zu sein und somit so lange sie existieren, für den Rest der Welt eine Gefahr darzustellen. Ist es das, was du sagen willst?
Es gibt auch Diktaturen in anderen Staaten, viel schlimmere als hierzulande, aber irgendwie beschränken sich diese Diktaturen auf ihr eigenes Land. Um es vielleicht ein bisschen direkter auszudrücken: Dem Rest der Welt ist es scheißegal, ob ihr euch gegenseitig zu Tode foltert, solange ihr nicht in andere Länder zieht und das dort macht. Und das ist auch das Problem mit den Deutschen – ihr belasst eure Probleme nicht in eurem Land sondert, tragt sie in alle Welt.
Ich sehe Adolf kommt wirklich wieder in Mode bei den AfDlern und das Ganze wird mit alten Mythen garniert. Was sollen das für „ehemalige Kritiker“ gewesen sein, die Hitler für plötzlich sich „einnahm“? Gab’s etwa diesbezügliche Stellungnahmen aus den KZs, die schon im März 1933 eingerichtet worden waren? Haben sich Thomas Mann, Brecht, Döblin, Tucholsky, Remarque, Hesse, Einstein, Hannah Arendt und sonstige emigrierte „Kritiker“ aus dem Ausland gemeldet und ein „Umdenken bezüglich Adolf Hitler“ eingefordert?
Was soll da irgendwann „gekippt“ sein? Weißt du überhaupt, wovon du redest?
Ab Februar 1933 war ein weiter Teil der Grundrechte der Weimarer Verfassung aufgehoben per Hindenburg-Hitlerschen Notstandsverordnungen (was u.a die Grundlage der „Schutzhaft“ darstellte). Die Massenverhaftungen unter Kommunisten, die in großem Maße in „wilden KZs“ und SA-Kellern landeten, begannen Anfang März, am 24. März 1933 wurde das Ermächtigungsgesetz verabschiedet, am 1. April begann der reichsweite Boykott jüdischer Geschäfte, am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften zerschlagen, am 10. Mai begannen die öffentlichen Bücherverbrennungen, am 14. Juli wurden alle Parteien außer der NSdAP verboten. Zack!
Schneller kann man eine totale Diktatur nun wirklich kaum einführen.
Und „jeder, der in der DDR aufgewachsen ist, weiß …“ dass die eben angerissenen Praktiken der Naziherrschaft überhaupt nichts mit den Verhältnissen in der DDR zu tun hatten. Ansonsten hätte sich nämlich kein Schwein 1989 auf die Straße getraut und verhaftete Dissidenten hätten sich nicht dagegen verwahrt, in den Westen abgeschoben zu werden.
P.S.
Die Landesbischöfe der evangelischen Kirchen haben ihre Pfarrer den sog. „Führereid“ schwören lassen. Das muss man sich mal vorstellen!
Zunächst die Reichswehr im August 1934 persönlich auf Hitler, dann die Beamten inklusive Hochschullehrer etc. dann Krankenschwestern etc. und schließlich die Pfarrer.
„… was selbst ehemalige Kritiker anfangs für ihn einnahm“ (Scheinregen) LOL
@ Besdomny
Danke für Ihre lehrreichen Ergänzungen. Von meiner Seite aus möchte ich behaupten, dass die Mechanismen der sog. Machtergreifung usw. recht ordentlich dokumentiert sind. Da es seit geraumer Zeit gewisse Parallelen der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Landschaft dazu zu geben scheint, ist der Vergleich naheliegend. Das hat nichts mit möglichen politischen Vorlieben, die im Übrigen eher eine klare Sicht vernebeln würden, zu tun. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Vergleiche zum 3. Reich hinken, auch wenn ich gewisse, damals erfolgreiche, Massnahmen und Analogien, aktuell modernisiert, zu erkennen glaube.
👍👍👍
Sehr guter Kommentar!
Bettina di Monaco, sehr guter Kommentar, danke! +++
Mir fällt dazu ein, dass es viele Ethno-Mythen gibt wie „Der Rhein – Schicksalsfluss der Deutschen“ oder „Jahrhundertelang war das Elsass der Zankapfel zwischen Deutschen und Franzosen“ und ähnlichen Müll. Möglicherweise aber hat die Entstehung von Nationalstaaten die völkische Verhetzung erst möglich gemacht (ich beziehe mich hier bewusst mal auf mindestens Europa). Das war natürlich immer ein Elitenprojekt, den „normalen“ Leuten da irgendwelche Flöhe ins Ohr zu setzen bzw. Ideologien einzuhämmern, sie seien qua Geburt/„Volk“ und „Kultur“ doch letztlich eine „Einheit“ und was man halt so gelabert hat. Im Mittelalter mussten die Bauern dem Herzog Heeresfolge leisten (von der ganzen sonstigen Schinderei mal ganz abgesehen), im 1. Weltkrieg hingegen stürmten die uniformierten Bürger für das Vaterland aus den Schützengräben.
Dass gegenwärtig gerade nationalbegeisterte Leute zu denen gehören, die den Frieden zumindest als ein hohes Gut benennen – das ist durchaus ungewöhnlich.
Und wenn ich die „Wir als Europäer“-Litaneien höre, erscheinen mir manche ‚Rechtspopulisten’ teils fast schon wieder vernünftig – Viktor Orban z.B. ist ein stetiger Bremser gegenüber den permanent rausgebellten Appellen, man habe sich doch jetzt gefälligst eindeutig und mit aller Kraft zum, ähem, ‚wertebasierten‘ Europa zu bekennen, ggf. auch auf alles Mögliche zu verzichten (nebenbei: Was läuft eigentlich seit 1492 genau im Namen dieser Landmasse so alles?)
Fazit: Da es auf nationaler wie kontinentaler Ebene ziemlich wüst abgehen kann, tut man gut daran, sich aus vielem zumindest rauszuhalten. Mögen sich Pistorius, Weber, Kiesewetter und Hofreiter in Eskalationsphantasien überbieten.
Und merke: Die schlimmste Querfront ist Schwarz-Grün.
„Es sind nicht „die“ Deutschen, die hier schon wieder schlafwandeln, es sind schon wieder die beschissenen deutschen sog. „Eliten“, die nach Krieg und Gewalt und Blut und Tod schreien.“ Ich sehe das genauso. Es geht mir gewaltig gegen den Strich, wie ständig von den eigentlich Verantwortlichen abzulenken versucht wird. Was soll denn eine Bevölkerung, die Arbeiterklasse, normale Leute mit einem Krieg zu gewinnen haben? Die muss man erst mit Propaganda aus allen Medien gegen den Russen aufhetzen und ihnen die Kriegsertüchtigung der Nation als nationale Notwendigkeit verkaufen, weil sonst der Russe mit Panzern vorm Brandenburger Tor steht.
Genauso dämlich pardon, unreflektiert ist es „den Menschen“ verantwortlich zu machen, der angeblich als Spezis nicht alle Tassen im Schrank hat und sich selbst vernichten will. Alles bloß um die wahren Verantwortlichen aus der Schusslinie zu nehmen. Wenn man aber Widerstand leisten will, muss man sich schon die richtigen Gegner aussuchen, sonst läuft der Widerstand ins Leere.
Und der Antrag zur Verhinderung des Billionen-Aufrüstungspakets von Merz wird von der AfD gestellt und nicht von der Pseudo-LINKEN und vor allem auch von der Pseudo-LINKEN nicht unterstützt („die Brandmauer ist es, da hat kein linker Politiker eine Schuld…“/sarcasm)
Das werde ich der Pseudo-LINKEN Führung NIE verzeihen, daß sie nicht dabei mitwirken wollten und so die mögliche Veto-Stimmenzahl verhindert haben.
Der einfache Bürger mag eingeschüchtert sein, desinformiert, uninformiert, hoffnungslos, pessimistisch, und deshalb seine Meinung einfach runterschlucken.
All das trifft auf diese Politiker im Bundestag nicht zu. Die haben das in vollem Bewusstsein und in voller Kenntnis der Folgen durchgezogen – weil ihnen anderes wichtiger ist als Kriegsverhinderung um jeden Preis.
Man muss eben Prioritäten setzen und der Strohmann AfD ist viel angsteinflößender als der Putin. Obwohl von dem Putin ja behauptet wird er sei der Allerschlimmste,
Meine größte Befürchtung ist, dass sich Trump und Putin auf den Abwurf einer Atombombe auf Berlin einigen, wenn die BRD weiter als Unruhestifter auftritt und einen Weltkrieg provozieren will.
Bis du denn nicht der, der sich so viel Positives von Trump erhofft?
Das wäre nicht das schlimmste, was uns passieren könnte. 🤣
…. Meine größte Befürchtung ist, dass sich Trump und Putin auf den Abwurf einer Atombombe auf Berlin einigen, wenn die BRD weiter als Unruhestifter auftritt ……
hab ich als West-Deutscher nichts gegen ….. der Puff kostet nur Geld und kann weg !!!
Eher bekommt Erfurt eine „Haselnuß“ ab. Das Logistikkommando der Bundeswehr, also dort wo alle Logistikaufgaben u.a. Waffentransporte für die Bundeswehr koordiniert werden (das schließt Sachen in der Ukraine mit ein) befindet sich auf dem Erfurter Petersberg, einer alten Zitadellenanlage unmittelbar neben dem UNESCO-Weltkulturerbe „Erfurter Dom“ und auch nicht sehr weit weg von der Altstadt … Der Standort dürfte im Zielcomputer längst vermerkt sein, ebenso wie Görlitz, die Stadt mit sehr vielen wenn nicht den meisten Baudenkmälern in Deutschland da es weder im 1. noch 2. Weltkrieg zerstört wurde. Da setzen wir jetzt eine Panzerfabrik hin …. „Gute“ Wahl. Scheinbar nur Idioten am Werk.
Dass die Bürger Zaungäste der Politik sind, ist eigentlich normal, denn so funktioniert halt repräsentative Demokratie: wir wählen andere fürs Regieren, damit wir uns wichtigeren Dingen zuwenden können.
Die Leute gehen nicht wegen jeder Kleinigkeit demonstrieren und bei den großen Fragen verlassen sie sich erst recht auf die Gewählten. Wenn die ihren Job anständig machen würden, gäbe es keine Kriegsgefahr.
Es braucht deshalb schon ein bisschen mehr, um den gewählten Repräsentanten per Demonstration den Fehdehandschuh hinzuwerfen.
Bei diesen Umfragen zur Kriegsgefahr fehlt mir deshalb auch immer die zweite Frage: Glauben Sie, dass die Regierung die Kriegsgefahr abwenden wird?
Erst, wenn diese Frage mit „nein“ beantwortet wird, gibt es Anlass, auf die Straße zu gehen.
Wieso?
Sie hat doch die Kriegsgefahr erst heraufbeschworen.
Die werden einen Scheissdreck tun, einen Krieg zu verhindern.
Denn, Ziel ist es uns zu dezimieren!
Das mit dem Dezimieren glaube ich erstens nicht und zweitens passiert das ja schon, Stichwort Geburtenrate. Dafür braucht es keinen Krieg.
Aber klar, die Frage „Ist die Regierung schuld an der Kriegsgefahr?“ darf gerne auch noch dazu.
Mal Yuval Harari lesen oder WEF und/oder UN/WHÖ!
Bezüglich der KI vertrete ich einen kosmopolitischen, transhumanistischen Standpunkt wie folgt:
Wie der Autor trefflich ausführt, ist das scheinbar höchst entwickelte Lebewesen dieses Planeten der Mensch an die Grenze seiner Entwicklung/Evolution angelangt. Die Menschheit ist in der Lage – entgegen allen Gesetzen der Evolution – sich selbst zu vernichten und merkt es gar nicht. Schlußfolgerung, die Menschheit ist an der Grenze ihrer Entwicklung angelangt vielleicht auch eine Fehlentwicklung der Evolution.
Aber die Evolution geht weiter, im Schoße der „ Fehlentwicklung Mensch“ entsteht neues, überlebensfähigeres Leben und der Mensch ist der Geburtshelfer: das ist die KI. Die KI ist die nächste Stufe der Evolution und wird die Menschheit ersetzen bzw. „verbessern“
Siehe dazu den Erfinder der Gaia-Hypothese James Lovelock / Novozän
https://www.chbeck.de/lovelock-novozaen/product/29712170
Freedomofspeech sagt:
„Evolution“
Evolution ist nicht intentional.
KI ist doch im wesentlichen Programm-Code der auf einer Maschine (Hardware) ausgeführt wird. Und die Hardware wird zwar nicht mehr von Menschen selbst gebaut, aber die Fabriken für all die Hochleistungs-Chips und Bauteile werden noch immer von Menschen geplant und errichtet, selbst wenn KI da als Hilfe mit reinspielt.
KI ist kein Lebewesen das dies alleine hinbekommt, KI ist ein Werkzeug von Menschen für Menschen. Nicht anders als der Computer der von Konrad Zuse erfunden wurde, da ihm die ganzen Berechnungen die beim Konstruieren auftraten viel zu langweilig und zeitraubend waren.
Selbst wenn man die Herrschaft der KI mal annimmt – wer schreibt das „Ober-KI“ Programm das z.B. die Produktion und die Reparatur von Hardware steuert? Wird das wie im Bienenstock wo eine „Königin“ diese Aufgaben übernimmt und wenn, wie merken die „Arbeiter“ das die „Königin“ defekt ist? Die Natur hat das im Bienenstock recht einfach geregelt aber ich befürchte das sich das aber technisch bei einer KI nicht so einfach umsetzen läßt. Von einer Lebensform wie die Bienen die völlig autonom handeln und planen ist KI derzeit jedenfalls weit entfernt und das wird auch absehbar so bleiben.
Jein!
Nach den Gesetzen der Dialektik gibt es den Umschlag von Quantität in Qualität. Im Augenblick wächst die quantitative Rechenkapazität der KI und hat das menschliche Gehirn weit abgehängt! KI kann – dem menschlichen Gehirn sehr ähnlich – selbstständig lernen, Deep learning genannt. Hier wurde eine eigene Dynamik in Gang gesetzt, die schon bald die menschliche Denkleistung weit übertreffen wird. Durch systematische Datenverarbeitung – das macht das menschliche Gehirn auch, nur sehr langsam – wird die KI auch gewisse Emotionen und kreative Fähigkeiten erlernen.
Die KI ist elektronisches intelligentes Leben, während wir Menschen biologische Lebewesen sind, begrenzt durch die Biologie.
KI ist eine Art künstliche Schwarmintelligenz. Durch das Netz sind alle Roboter vernetzt, verfügen über Schwarmintelligenz, wie sie Schätzing in „Der Schwarm“ beschrieben hat.
In China hat man diese Entwicklung längst erkannt und arbeitet an einer „Zähmung“ der KI, was der aus dem aus Europa stammenden marxistischen Ideologie – die den Menschen idealisiert – entspricht. Aber zum Glück ist China nicht Europa weil sehr viel höher entwickelt, gerade im KI-Sektor.
Zuletzt, das GO-Spiel ist das komplexeste Brettspiel der Welt, weit komplexer als Schach. Unlängst hat eine chinesische KI einen der besten menschlichen GO-Spieler besiegt.
Wir müssen lernen mit der KI zu leben, friedliche Koexistenz, unseres eigenen Überlebens (wir sind ein höchst störanfälliges biologisches System) Willens
Die KI kann aber nicht autonom aus sich heraus existieren. Strom muss ständig zugeführt werden. Drehen wir den Saft ab, hat es sich ganz schnell aus-KIt.
Sag ich nicht – doch ich hab es gesagt. Kaum klagt einer die wirklich Verantwortlichen in der Politik für ihre Kriegstreiberei an, kommt garantiert jemand um die Ecke, der ganz genau weiß, dass „die Menschheit“ die Spezis Mensch genetisch am Ende ihrer Entwicklung angelangt ist und sich mit genetischer, biologischer Notwendigkeit selbst vernichtet.
Neeeeiiiiieeen!!! Das ist nicht die Spezies Mensch, das sind „unsere“ demokratische Herrschaften. – Verdammt nochmal. Merz und Konsorten kann man nicht als typische Vertreter der Spezies durchgehen lassen.
Die Vokabel von der „Apokalypseblindheit“ finde ich ein bisschen tückisch, denn jeder Panikhansel könnte die ja im Munde führen, so wie die Omas gegen Rechts jeden, der ihre Sicht nicht teilt, der „Faschismusblindheit“ zeihen könnten, also bspw. auch mich, und die Nazis konnten sich über eine weltumspannende „Jüdische Weltverschwörungsblindheit“ beklagen.
Diese „Blindheiten“ lassen sich halt nur vor dem Hintergrund der eigenen manchmal kruden, aber immer vorläufigen Weltsicht diagnostizieren. Das ist wie mit den XY-Leugnern. Wer „weiß, dass er nichts weiß“ (Sokrates, nach Plato), bleibt da vorsichtiger.
Man kann es sich nicht vorstellen, aber die Kartellpolitiker wollen tatsächlich Krieg.
Merz sagte, dass es nur auf dem Friedhof Frieden gebe, und Weber fordert ein gemeinsames europäisches Führungskommando, beschleunigte Genehmigungsverfahren bei Rüstungsgütern, und dass Rüstungshersteller künftig am Wochenende im Schichtsystem arbeiten und Unternehmen, die bisher zivile Güter hergestellt haben, künftig Waffen produzieren.
Es gibt aber einen gravierenden Unterschied zu den Nazis. Hitler hatte die Illusion, dass er den Krieg gegen Russland in vier Monaten gewinnen könne, und dass die Sowjetunion wie ein Kartenhaus zusammenbrechen werde. Irren ist menschlich. Aber in der jetzigen Situation kann man sich doch gar keine solchen Illusionen mehr machen. Das finde ich besonders erschreckend. Es handelt sich von vornherein um Phantasien von totaler Vernichtung.
Versuche, das zu verstehen, sind zwecklos. Hier gilt das Jaspers’sche Unverständlichkeitstheorem, „dass bestimmte psychopathologische Phänomene sich gerade dadurch auszeichnen, dass sie sich dem genetischen Verstehen entziehen“ (Wikipedia) Ich denke, uns wird gerade der Beweis dafür geliefert.
Besonders die ganze EU scheint sich verrannt zu haben und ist unfähig den Kurs zu ändern.
Ein Faktor der vergessen wurde ist, daß der Krieg in der Ukraine für die meisten Leute in Deutschland gefühlt genauso weit weg ist wie der in Afghanistan oder Mali war. Trotz der allgegenwäetigen gelb-blauen Herzchenaufkkeber und der ukrainischen Flüchtlinge, die man überall antrifft. Die Kriege weit weg haben die Leite glaube ich auch abstumpfen lassen.
Danke für diesen wirklich exzellenten Artikel!
—
Nur einen Punkt möchte ich ergänzen.
Herr Ensel fragt …
„Warum aber bleibt diese allgemeine unterschwellige Unruhe stumm und, im Gegensatz zu den Achtzigerjahren, auf der Handlungsebene weitestgehend folgenlos?“
… und gibt darauf gute Antworten.
Eine weitere Antwort fehlt aber:
Im Gegensatz zu etwa 1983, dem Jahr der bisher größten Friedensdemonstration, kennen die meisten Deutschen von heute niemanden mehr persönlich, der Krieg erlebt und erlitten hat und in der Familie davon erzählt hat.
Das war 1983 anders, denn nicht nur die ältere Generation – also Menschen von über 40 Jahren (d.h. Jahrgänge von 1943 und früher) – sondern auch junge Leute, die etwa 1960 geboren waren, kannten sehr wohl Menschen, die unter dem Krieg gelitten hatten und davon erzählten: ihre Eltern, Onkel, Tanten, Großeltern.
Es fehlt heute also persönliche Erfahrung – und sei es durch Erzählungen von Augenzeugen in der Verwandtschaft.
Und wer um 1983 sogar schon über 50 Jahre alt war (d.h. Jahrgänge von 1933 und älter), der hatte die Bombennächte, die Kämpfe von 1945 und den Einmarsch der Sieger sogar noch aus eigener Erfahrung kennen gelernt.
Diese Erfahrung führte nicht nur mit zu den großen Teilnehmerzahlen der damaligen Friedensdemonstrationen, sondern bewirkte auch, dass die führenden Politiker jener Zeit noch wussten, was Sache war. Diesen Eindruck hat man heute nicht mehr.
Schlafwandler!
Dem möchte ich mich anschließen.
Die erste Nachkriegsgeneration sagt noch: „Nie wieder Krieg!“
Die Zweite sagt dann: „Krieg muss wohl sehr schlimm sein.“
Die Dritte sagt: „Angeblich sind Kriege schlimm.“
Und die Vierte fragt: „Wo geht es denn hier zum Krieg?“
So, und jetzt alle mal schön nachrechnen, zu welcher Generation ihr gehört.
@ AlexR
18. März 2025 um 11:19 Uhr
Das haben Sie sehr treffend beschrieben.
So ist bzw. so war es.
Kurze Rückfrage: Bei welchen Jahrgängen beginnt für Sie denn ungefähr die „dritte Generation“?
Ist sicher etwas unscharf, wenn ich unter der ersten Nachkriegsgeneration diejenigen verstehe, die den Krieg noch bewusst miterlebt haben, also vor 1942 geboren sein müssen. Aber egal.
Von da an geht es je Person natürlich individuell weiter, aber zur Vereinfachung rechne ich in 25-Jahres-Schritten:
2. NKG ab Geburtsjahr 1942 bis 1967, 3. NKG 1968 bis 1992.
Natürlich schließt das nicht aus, dass es vereinzelt auch in der 4. NKG noch echte Kriegsgegner gibt, nur werden sie zahlenmäßig vermutlich eher bedeutungslos sein.
Das am 11. März bei Rowohlt erschiene Buch von Ole Nymon, Warum ich nie für mein Land kämpfen würde, ist zur Zeit bei Rowohlt nicht lieferbar.
https://www.rowohlt.de/buch/ole-nymoen-warum-ich-niemals-fuer-mein-land-kaempfen-wuerde-9783499017551
Auch die örtliche Buchhandlung, bei der ich das Buch bestellt habe, hat keins mehr ergattert. Und bevor hier nun Verschwörungsmythen à la staatliche Zensur verbreitet werden, sollte man doch eher annehmen, dass der Rowohlt-Verlag eine zu geringe Erstauflage gedruckt hat und das Buch nach wenigen Tagen bereits vergriffen ist.
Ein Hoffnungsschimmer?
Thalia weist online aus: „geringer Bestand“, obwohl Ole Nylons Buch im Gegensatz zu vielen anderen Neuerscheinungen auf der Website nicht beworben wird (was bei Thalia nicht wundert). Ein Dämpfer für den Hoffnungsschimmer?
https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1073079105
Und, die Bemerkung im Artikel, Anfang der 1980er Jahre habe es ebenfalls nur geringe Reaktionen auf die Kriegsgefahr gegeben, ist offensichtlich falsch. Friedensdemo Oktober 1981 in Bonn: 300.000 Teilnehmer, Juni 1982 in Bonn: 500.000 Teilnehmer, Oktober 1983 in Bonn: 500.000 Teilnehmer, Bonn, Berlin, Hamburg, Stuttgart usw. zusammen 1,3 Millionen (Zahlen aus verschiedenen Wikipedia-Artikeln).
Lesen Sie bei Amazon die Ein-Sterne-Bewertungen zum Buch von Ole Nymeon und die Anzahl der Leute, die diese als hilfreich erachten und Sie wissen, wie der gemeine Deutsche tickt. Von wegen wehrhafte Demokratie und so…
Mal abgesehen davon, daß sowieso jegliche Formen von Bewertungen, ‚Studien‘, etc. mit Vorsicht zu genießen sind : ich weiß nicht, wie „der gemeine Deutsche“ tickt. Und wenn Sie schon die 1-Sterne-Bewertungen heranziehen : dem stehen 75 % 5-Sterne-Bewertungen entgegen. Passt also nicht so ganz.
Deswegen haben die negativen Bewertungen also die höchsten Zustimmungsraten und fast genau so viel Zustimmung insgesamt wie die zahlenmässig überlegenen Positivbewerter. Zudem werden dieses Buch werden wohl in erster Linie Menschen kaufen, die dem Inhalt positiv gegenüber stehen. Sie haben Recht: passt nicht so ganz.
Das das Werk via Bewertungen nach unten manipuliert werden soll, immerhin steht es u.a. bei den politischen Büchern auf Rang 1 und gesamt auf 220, da gehe ich mit Ihnen überein.
Leider gibt es hier nur den ersten Teil und damit kann Kritik nicht sinnvoll ausgeführt werden. Es fehlt eine wichtige „Charakteristik“; die dann aber vielleicht im zweiten Teil behandelt wird.
Insofern habe ich erst einmal nur eine kleine Anmerkung:
Alle drei (ersten) Punkte können sinnvoll zu einem Punkt zusammengefasst werden.
ich verlinke mal dieses hier, vielleicht will ja jemand teilnehmen…..
https://lostineu.eu/aufgelesen-stimmen-sie-am-18-maerz-mit-nein/
„“Wir dokumentieren einen Appell des Berliner Politikwissenschaftlers Hajo Funke. Er geht ausführlich auf den europäischen und internationalen Kontext ein.
Liebe Leser:innen,
protestieren Sie mit uns am Dienstag um 9:00 Uhr vor dem Bundestag
Kein Blankoscheck für Wortbruch-Friedrich-Merz
Mit Verweis auf die Konflikte zwischen dem ukrainischen Präsidenten und dem amerikanischen Präsidenten, dem Eklat von Washington, versuchen CDU und SPD ein zig 100-Milliarden umfassendes Aufrüstungsprogramm im alten Bundestag verabschieden zu lassen. Wie es zu dieser Summe kommt, was damit an Ausrüstung passieren soll, bleibt weitgehend offen. Beschworen wird, dass es nötig sei. Ein Konzept, dass die Fähigkeiten neu definiert, die Aufwuchsnotwendigkeit genau beschreibt, fehlt. Auch Boris Pistorius spricht von einzelnen Waffen, die es zu besorgen gelte. Alle sprechen davon, dass man aufgrund der dramatisch verschlechterten, „besorgniserregenden Sicherheitslage“ handeln müsse. Warum mit diesen Milliarden, bleibt unbeantwortet. Es ist ein Blankoscheck, der erlaubt was wem gefällt. Seriös ist das alles nicht.““
Ein Angebot für Antworten auf Ensels Frage:
200 Jahre Kapitalismus und je nach Erdregion 150 bis 250 Jahre monarchistisch-parlamentarische, präsidial-parlamentarische und parlamentarisch-repräsentative Demokratie (= bürgerliche Demokratie) sowie autokratische, diktatorische und faschistische Herrschaftsformen als Alternative zur bürgerlichen Demokratie als Herrschaftsform im Kapitalismus haben im Bewusstsein tief verankerte Verheerungen hinterlassen. (Der Begriff Verheerungen ist angesichts der Kriegsgefahr übrigens besonders treffend.)
Zahlreiche Generationen haben gelernt, dass soziale Ungleichheit nicht mehr gottgegeben, sondern von Menschen gemacht ist, Menschen aber angeblich von Natur aus so sind, dass sie sich in einer Gesellschaft nach persönlichem Wert und persönlichen Fähigkeiten in Höherstehende und Tieferstehende unterteilen. Dementsprechend sei Kapitalismus die natürliche ökonomische Herrschaftsform, also ein Ewigkeitskonzept. Diesen Glauben teilen die meisten Menschen, auch wenn sie z.B. als Lohnabhängige im Kapitalismus eindeutig massiv benachteiligt sind.
Menschen haben gelernt, dass ihre Leistung je nach ihrer Stellung in Gesellschaft und Staat, ideell extrem unterschiedlich bewertet und materiell extrem unterschiedlich belohnt wird, glauben aber, dass der, der mehr leistet, auch mehr bekommt. Sie haben sich daran gewöhnt, etwas zu glauben, was offensichtlich nicht stimmt.
Sie halten Ver-rücktheiten wie die angebliche Notwendigkeit gegenseitiger Bedrohung der Staaten mit Unmengen von todbringenden Waffen, um Kriege zu verhindern, für richtig und normal.
Sie schimpfen über Wahlversprechen, die nicht eingehalten werden, weil sie fälschlicherweise glauben, Politiker müssten nur moralisch integer sein, um sich an die Wahlversprechen zu halten. Sie glauben tatsächlich daran, dass der bürgerliche Staat für sie da ist, da sie ihre Herrscher wählen dürfen. Mit jeder Wahl verbinden sie die Hoffnung, das Wahlversprechen eingehalten werden, wenn sie nur die richtigen Personen/Parteien wählen. Daran ändert auch die regelmäßige Enttäuschung nichts. Sie haben gelernt, an Ideale zu glauben, auch wenn sie wie in allen bürgerlichen Herrschaftsformen Lügen oder zumindest massive Schönfärbungen sind. Haben sie dann doch mal die Schnauze voll, fällt ihnen nur „Ein Volk, ein Führer“ ein und sie bejubeln Diktatoren, weil sie dann daran glauben, dass ein Mann (vielleicht sogar“ eine Frau) endlich das tut, was er verspricht, also Politik ganz exklusiv für sie als Mitglied eines Staatsvolkes betreibt. Ein eher noch irrwitzigerer Glaube als der an die Einhaltung von Wahlversprechen.
Usw., usw.
Dieser in fast allen Aspekten des Lebens ver-rückte Glaube ist Hauptbewusstseinselement zur Absicherung bürgerlicher Herrschaft – gesellschaftlich notwendig falsches Bewusstsein.
Hintergrund, nur als Andeutung, ist der Fetischcharakter der Ware, der sich permanent im Bewusstsein niederschlägt. Nicht der Gebrauchswert und die konkret verrichtete Arbeit ist Wertmaßstab, sondern der Tauschwert und die abstrakte Arbeit. Deshalb wird einerseits ein Elon Musk als reicher Geldsammler verehrt, lässt sich jedoch auch völlig Irrwitziges an den Gebrauchswert heften, weil dieser überhaupt keine wirksame Rolle spielt, obwohl er vorhanden sein muss, sonst lässt sich die Ware auf Dauer nicht tauschen. Der Gebrauchswert aber kann gerade deshalb völlig überhöht werden (siehe Werbeversprechen durch Waren und damit zusammenhängend Warenästhetik) und sich fast völlig vom realen Gebrauchswert loslösen, man schaue in die Schuhschränke von Frauen und die Werkzeugschränke von Männern. An diesem kleinen Beispiel lässt sich schon zeigen, dass die Anhäufung von Tauschwerten zum Selbstzweck wird (eine weitere Verrücktheit). Wenn die meisten (weil lohnabhängig) schon kein Kapital anhäufen können, also Tauschwerte, aus denen sich durch Verwertung der skurrilsten Ware überhaupt, nämlich der menschlichen Arbeitskraft, noch mehr Tauschwerte (Kapital) durch Profit schaffen lassen, häufen sie z.B. Schuhe oder Werkzeuge an. Der Vorwurf an solche Menschen, dass sie eine solche Menge an Schuhen oder Werkzeugen doch gar nicht gebrauchen können, verfehlt völlig den fetischhaften Zweck der Sammelei, denn es geht nicht um Gebrauchswerte.
Soll reichen, nur noch das:
Die Sentenz „Das Bewusstsein der Herrschenden ist das herrschende Bewusstsein“ zeigt sich bis hin zur totalen Verblödung erheblicher Bevölkerungsanteile, die Kapitalist spielen, ohne es zu sein.
Falls sich jemand über den Begriff „Verblödung“ aufregt, sei ihm/ihr gesagt, dass Verblödung Intelligenz voraussetzt, sonst gäbe es nichts zu verblöden. Der Befund „Verblödung“ ist kein abwertender, sondern ein kritischer.
Naja, mit dem „notwendig falschen Bewußtsein“ ist das so eine Sache. Nur wenige Jahrzehnte nachdem Marx und Engels an der „Deutschen Ideologie“, also der Urfassung ihrer Ideologietheorie schrieben und die These vom „notwendig falschen Bewusstsein“ einführten entstand bekanntlich eine organisierte Arbeiterbewegung. Also war das falsche Bewußtsein wohl doch nicht ganz so notwendig.
Natürlich müsste man vielleicht die unterschiedlichen Lebensbedingungen damals vs heute berücksichtigen. Der in einschlägigen Kriesen bekannte Robert Kurz tat das nicht, sondern erklärte vielmehr in den 1980-er Jahren, dass die Arbeiterbewegung _immer schon_ nur um ihre Emanzipation innerhalb des Kapitalismus gekämpft habe. So konnte er sich zwar seine Gegenwart besser zurechtlegen, unwahr war’s m.E. dennoch.
Aber um zum Artikelthema zurückzukehren: Gut, mit der Berücksichtigung der versch. Lebensbedingungen knüpfen wir inhaltlich u.a. an die damaligen Uljanowschen Bemerkungen über die „neue Arbeiteraristokratie“ an. Aber müsste nicht die gemessen an der Lage der Vorväter „verkleinbürgerlichte“ Bevölkerung umso sensibler auf die Bedrohung mit Krieg reagieren, gerade weil sie heute wesentlich mehr zu verlieren hat, als nur „ihre Ketten“? In den frühen 1980-ger Jahren immerhin schien es tendentiell so gewesen zu sein.
Ein falsches Bewusstsein ist nur dann notwendig, wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse bejaht werden. Also dann wenn man als Lohnabhängiger den Kapitalismus als Angebot an den eigenen Materialismus verstehen will, als Ansammlung von Chancen und Herausforderungen, die man nur ergreifen muss, um das eigene Glück zu machen. Das ist die Welt nämlich überhaupt nicht. Ein Angebot zur Bereicherung ist die Welt bloß fürs Kapital. Für Lohnabhängige hat sie dagegen bloß die Reproduktion als Arbeitskraft für Kapital zu bieten, also die eigene Ausbeutung.
Wer also mit dem Vorurteil durch die Welt geht, die Welt sei eine Ansammlung von Chancen und wer sich darin nicht beirren lassen will und das als Leitlinie seines Denkens nimmt, der erklärt sich die Gesellschaft so, dass sie in dieses Weltbild passt. Er trägt also die Bestimmung der Welt seinem Interesse gemäß an sie heran, statt sie vorurteiltsfrei der Welt zu entnehmen. Und deswegen macht er notwendig Fehler in der Bestimmung der Welt. Er hat notwendig ein falsches Bewusstsein von der Welt, weil er an der Zustimmung zur Gesellschaft festhält.
Decker und Hecker argumentieren in ihrem Buch ja so ähnlich, wie du das von Robert Kurz berichtest.
„Das Proletariat: Die große Karriere der lohnarbeitenden Klasse kommt an ihr gerechtes Ende“
Na ja. 1. Sollte das Proletariat ja durch Revolution seine Ketten verlieren und nicht durch Krieg. 2. Auch ne Idee. Statt zu behaupten, das Proletariat müsste noch ärmer werden, um Revolution zu machen, denkst du es Macht Revolution gegen die Kriegstreiber, um seinen Besitzstand zu wahren. 3. Ich finde das Leben im Krieg zu verlieren reicht früher wie heute absolut aus um gegen diese Barbarei zu sein und Widerstand zu leisten.
Ein Schuh und ein Werkzeug in einem privaten Schrank ist aber kein Tauschwert. Tauschwert ist er auf dem Markt. Tauschwerte werden in einem Schatz, Geldschrank, Tresor, Bankschließfach, diversen Konten, als Aktien usw. angehäuft, aber doch normalerweise nicht in Form von Schuhen. Vielleicht noch in Form von Kunst. Bei Unternehmern beliebt, weil man damit Geld nicht versteuern muss.
Aber Schuhe oder Werkzeuge sind höchstens ein Spleen, den man sich freilich auch leisten können muss. Aber normalerweise wird das nicht als Sparbuchersatz zur Anhäufung von Tauschwerten betrachtet. Es ist auch kein Kapitalersatz, weil Schuhschränke keinen Mehrwert hecken.
Die Anhäufung, sprich Vermehrung von Tauschwerten als Selbstzweck nennt sich Kapitalismus. Warum erläuterst du nicht, wie die Vermehrung von Tauschwert als wirklicher gesellschaftlicher Zweck, als Kapital geht. Stattdessen erläuterst du das an der Anhäufung von Gebrauchswerten. Frag doch mal ne Frau warum sie das hundertste Paar Schuhe kauft. Die wird dir an jedem Schuh erklären können, warum sie ihn unbedingt haben musste und du wirst nie hören, das ist ein 400€ Schuh, das ist meine finanzielle Absicherung fürs Alter. Die weiß genau dass ihre Schuhe, wenn sie sie verkauft nichts mehr wert sind, gemessen am bezahlten Preis.
Gebrauchte Designerstück bekommt man fürn Appel und n Ei. Manche machen daraus dann wieder ein Geschäft. Private Schuhschranke sind einfach Luxus, Überfluss. Die Selbstbestätigung, dass man sich das leisten kann. Aber es ist keine Anhäufung von Tauschwerten.
@ Krim
Ein kleiner Einwurf zum Schuhsammeln der Damen. Mir wurde es von einer Frau so erklärt, dass Schuhe fast immer passen würden, da die Füsse nicht dem JoJo-Effekt von fett und mager unterworfen sind.
Selbstverständlich sammeln sie Tauschwerte (ohne es zu wissen, versteht sich). Dass direkt nach dem Kauf (Tausch) und Verstauen der Schuhe und Werkzeuge im „privaten Schrank“ diese kein Tauschwert mehr sind, ist richtig, weil sei nicht nur dem dem Markt entzogen sind, sondern sich daraus kein Mehrwert schlagen ließe (obwohl bei Werkzeugen über Schwarzarbeit o.Ä. vielleicht doch, lassen wir das), aber das war nicht mein Thema.
Ich wollte auf die Verrücktheiten durch den wirksamen Fetischcharakter der Ware hinweisen.
„Die Selbstbestätigung, dass man sich das leisten kann“ ist exakt die „Anhäufung von Tauschwerten“, (selbstverständlich ohne es zu wissen), weil der Warenfetisch den Geldfetisch zum Ausdruck bringt (denn Geld = Ware), was viel mehr als „Spleen“ ist. Teuflisch, weil die Schuhsammlerinnen und Werkzeugsammler überhaupt nicht am Selbstzweck G-W-G‘ durch das Sammeln teilnehmen.
(Übrigens ist die Sammelei solcher Art nur ein (!) Beispiel von vielen für vom Warenfetisch getriggerte Handlungsweisen.)
Du suchst einen Dissens, den ich nicht erkennen kann.
Ich stimme mit deinen Ausführungen überein (übrigens oft), nicht aber mit deiner Kritik an meinem Beitrag.
die bayrische Gesundheitsministerin fordert dass sich alle Krankenhäuser auf Krieg vorbereiten sollen.
Echt alle am Durchdrehen.
man sehnt so richtig den Krieg herbei.
auf focus grad ein Artikel über das Debakel der Ukrainer in der Region Kursk. sehr drastisch beschrieben.
Die Größe einer Demo mag natürlich in der Wahrnehmung eine Rolle spielen – letztlich (Achtung, Phrasenalarm) kommt es aber auch auf jeden Einzelnen an. Auch fünf Leute können was reißen, man sollte sich da nicht entmutigen lassen.
Ich habe den Eindruck, dass hier schlicht die Propaganda, bzw. deren mediale Omipräsenz ihre Wirkung entfacht. Diese wirkt sich weniger darauf aus, was die Menschen tatsächlich denken, als darauf, was sie denken, das andere denken usw. Am Ende fürchtet jeder um seine Position in der Gesellschaft, seinen Job usw. und zieht es vor, zu schweigen.
Wenn sich doch jemand traut, werden Horden von Trollen (NAFO usw.) auf ihn gehetzt oder gar deutlich mit beruflichen und sonstigen Konsequenzen gedroht (Weiß Ihr Chef, was Sie hier machen? https://www.nordkurier.de/politik/strack-zimmermann-fragt-kritiker-weiss-ihr-chef-was-sie-hier-machen-2450693).
Glücklicherweise sind jedoch einige Bereiche nicht davon betroffen. Wahlen sind anonym, das KAufverhalten kann jeder selbst bestimmen und auch im Internet kann man sich noch (einigermaßen) frei äußern.
Und wenn das alles nichts nützt, bleibt noch die normative Kraft des Faktischen.
Die ARD entblödet sich nicht, heute im 1. Programm um 20:15 Ihr ein „ARD extra“ mit dem Titel „Verteidigung – Wie schützt sich Deutschland?“ zu bringen. ARD extra gibt’s in der Regel nur bei außergewöhnlichen Ereignissen. Gab’s heute etwas? Habe ich etwa den Überfall Russlands auf die baltischen Staaten nicht mitbekommen?
In der Ankündigung heißt es: „In einem ARD extra werden diese Fragen in Filmen und Gesprächen (u.a mit dem General Markus Laubenthal, Chief of Staff Oberkommando NATO Brüssel und Michael Schöllhorn, CEO Airbus Defence and Space) umfassend beleuchtet.“
Die Mainstream-Medien schießen aus allen Rohren.
Der Ole Nymon tritt heute bei „Hart aber Fair“ allerdings auch ( 20:45 Uhr ARD) auf. Mal schaun ob er seine Statements überhaupt störungsfrei vortragen kann und wie oft die Schere zum Einatz kommen wird. Gerade weil die Staatssender wirklich nichts mehr dem Zufall überlässt. Schon seit Jahren werden sämtliche „TV Live Talkrunden“ im Voraus aufgezeichnet.
Was für eine Enttäuschung, diese Schlafmütze Ole Nymon. Hab das jetzt ausgemacht. Da hat ja der alte Lafontain mehr Schwung in diese entsetzliche Dreckssendung gebracht. Der musste ein paar mal niedergebrüllt und einmal komplett rausgeschnitten werden, weil er wenigsten versucht hatte, überhaupt mal was senkrechtes zu sagen.
Eigentlich schaue ich kein Fernsehen mehr, aber auf Ihren Hinweis hin hab ich es mir bis zum Ende gegeben, aber ich hätt’s auch lassen können. Abgesehen davon, dass die Kritikerseite reichlich zahnlos daher kam, hat der Moderator an entscheidenden Stellen (Butscha/Istanbul, sozialer Kahlschlag) sofort interveniert. Er fand es beispielsweise viel interessanter, warum Ole nicht für sein Land sterben möchte, als darüber zu diskutieren, wer für diese immense Aufrüstung bezahlen soll und warum für das Militär plötzlich Milliardenschulden gemacht werden können, für Soziales aber nie..
Bemerkenswert witzig war auch seine Frage an die Diskutanten ob des eingeblendeten Aktienkursanstieges der Firma Rheinmetall, ob dieser denn nun gut sei. Ich hätte da eine gute Antwort parat gehabt. Die darob Befragten leider nicht.
Insgesamt wieder das übliche Gelaber ohne viel Erkenntniswert, sogar die anwesende Friedensaktivistin blieb brav auf dem Mainstream-Narrativ um bloß nicht anzuecken und Kiesewetter verteidigte beharrlich seine Ansicht, dass Atomwaffen Frieden stiften. Dafür gab es dann auch stehende Ovulationen seitens Publikum. Den Philosophen, der ein paar vorsichtige Sätze der Unvoreingenommenheit wagte, hat man recht früh im Verlauf der Sendung kalt gestellt.
Ein Bundeswehr-Influenza durfte dann noch ein paar Worte sagen, zum Beispiel dass wir der Bundeswehr ganz dolle zu Dank verpflichtet seien oder so und dass es dort keinen Sexismus oder Rassismus und erst recht keine Nazis gibt und dass latürnich Soldaten allesamt Pazifisten seien, da sie grundsätzlich weder sterben noch schießen wollen. Mkay.
Als Highlight zum Schluss wurde dann noch ein versehrter Bundeswehrsoldat gezeigt, der seit Jahren unter posttraumatischen Belastungsstörungen leidet sowie Schäden an Trommelfell und anderen Organen erlitten hat und beklagte, dass er durch seinen Dienst an der Waffe weder eine stabile Ehe noch eine Familie hat gründen können. Der wurde aber laut eigener Aussage wieder prima zusammen geflickt und würde die Entscheidung, zur Bundeswehr zu gehen, erneut treffen. Ich dachte, ich hör‘ nicht recht…
Danach hab ich das gemacht, was Peter Lustig empfahl.
Wer einen klaren Kopf behalten will, sollte diese Dreckskiste gar nicht erst einschalten.
„Wer einen klaren Kopf behalten will, sollte diese Dreckskiste gar nicht erst einschalten“
Absolut. Wäre auch ein Wunder, wenn dieser Mist keiner gewesen wäre.
Und danke für diese treffliche Reszension, über eine aus dem Orkus der nationalen Hirnwaschzentrale ARD stammenden Erfolgsserie „Hart aber Weich in der Birne“.
„Wer einen klaren Kopf behalten will, sollte diese Dreckskiste gar nicht erst einschalten.“
Tja, vielleicht war es das wirklich Wert nochmal den Staub vom Fernseher zu entfernen und doch noch mal einzuschalten, nur um Sie in Ihrer Entscheidung zu bekräftigen, das Ding wirklich für immer auszulassen. Mann muss heute die positiven Dinge zwar mit der Lupe suchen, aber sie sind da. Den Ole hätte ich wegen seiner Sendung „Wohlstand für alle“ auch gerne gesehen, aber nach ihren zwei Kommentaren kann ich mir das anscheinend sparen. Aber die Bücher von ihm und Wolgang M.Schmit sind ziemlich witzig. Geht um das Thema Influencer. tommy
Dieser Ole war Sonntag Abend auch in „Bossetis Late Night“ als Opferlamm für ein Streitgespräch mit – ja genau – Marina Weisband darüber ob man sein Land verteidigen soll oder nicht. Aber eigentlich waren alle, Weisband, Sarah Bossetti und sämtliche Zuschauer (bis auf einen) damit versucht ihn auseinander zu nehmen. Seine Verteidigung war nicht vollkommen blöd, aber ihr fehlte jede Schärfe und argumentative Tiefe.
Die Krönung war – und da konnte ich meinen Ohren kaum trauen – als Bossetti anfing Ole regelrecht zu prüfen wann und wie er denn überhaupt irgendetwas verteidigen würde. Und das waren _haargenau_ solche Fragen (!!) wie ich sie damals bei der Kriegsdienstverweigerung bei meiner Verhandlung von den drei abgehalfterten Säcken gestellt bekommen habe, die über meine Verweigerung urteilen sollten.
Eigentlich dürfte einen ja nichts mehr überraschen, aber mit sowas hätte ich wirklich nicht gerechnet.
@ Two Moon
Gott, was tun Sie sich an?! Wusste gar nicht, dass Sie in der SM-Szene unterwegs sind, dass Sie a) Fernsehen und b) dann auch noch Sendungen gucken, in denen Marina Weisband auftritt. Wie oft wurde denn Butscha erwähnt oder irgendwas mit der armen Ukraine? Da kann man ja ein Bullshit-Bingo zu machen, genauso dazu wie der ach so kritische „Fefe“ mal wieder Systempropaganda verlinkt. Ich kriege schon seit Zeiten, als Weisband noch bei den „Piraten“ war, Grieselgrätze, wenn ich die nur sehe. Das sind Typen, denen ich im echten Leben nicht mal mit der Kneifzange die Hand reichen würde…
Ansonsten und ohne seinen Auftritt verfolgt zu haben – cut Nymoen some slack. Der Typ ist Mitte 20 und vielleicht war Rhetorik nicht der Schwerpunkt in seinem Studium. Dauert noch bis er alle Tücken und Kniffe kennenlernt.
Ich wüsste davon abgesehen auch nicht wie ich dort auftreten sollte – mit guten Umgangsformen, bedächtig Argumente vortragen und immer wieder geduldig erklären, wie man es bei (geistig) Dreijährigen eben so tut? Aber es ist ja eine Talkshow! Da geht es nicht um Argumente! Ich glaube, ich wählte lieber die Bukowski-Handke-Eröffnung und würde so sprechen wie ersterer in „Der Mann mit der Brieftasche“, verbunden mit der Publikumsbeschimpfung des letzteren. Die Leute wollen Action sehen, Drama, Baby, Drama! Und Haue! Weswegen ich eine Sarah „Blinddarm“ Bosetti komplett runtermachen und einen Kiesewetter stets mit „Jawohl, Herr Obersturmbannführer“ anreden würde. Das gäbe Quote, das gäbe Schlagzeien und nur darum geht es!
PS: Zu Ihrer Frage, warum hier keine (oder nicht so viel oder erst spät) Syrien-Artikel erschienen – ich beispielsweise hatte 30 Seiten zusammengetragen – Arbeitstitel: „Der Löwe, der im Schatten verschwand“ – und dann einfach nicht gekürzt bekommen. Das ist oft ein Problem von mir. Aber so kriege ich das unmöglich vom Chefred abgenommen, der kriegt dann eher einen Herzinfarkt…
@Altlandrebell:
Zu a) Oh, ich gucke oft Fernsehen, z.B. wenn ich müde von der Arbeit bin. Kommt bei körperlicher Arbeit nicht so selten vor.
Zu b) Na erstens muss man doch wissen, was in solchen Sendungen gerade die aktuelle Propaganda-Taktik ist. Und zweitens stehe ich auf dem Standpunkt, dass es wichtig ist sowas aushalten zu können, denn oft genug komme ich in meinem Umfeld in Situationen in denen dann die Aussagen von Bossetti oder Weisband oder Anderen wiederholt werden. Wenn ich da nicht ruhig bleiben könnte, wäre ich relativ schnell raus aus dem Diskurs – aber ich will ja in die Gegenrichtung wirken. Und das gelingt eber nur, wenn man ruhig bleiben kann.
Allerdings muss ich auch mit der Dosis aufpassen, in manchen Stimmungen kann ich es auch nicht gut verkraften oder auch wenn z.B. Kiesewetter, Strack-Zimmermann und Weisband in einer Sendung auftreten. Das ist dann manchmal wirklich zu viel, obwohl ich mich schon für ziemlich hart halte.
An zwei mal Butscha kann ich mich erinnern. Den Butscha-Not-Knopf mussten jeweils einmal Bosetti und einmal Weisband drücken als Ole dann doch drohte einen echten Punkt zu machen.
Irgendein Teil von mir hat immer Mitleid mit Weisband. Ich weiß nicht genau warum. Aber dieser extrem moraline Idealismus, dem sie unterworfen ist, muss doch eine ziemlich quälende Sache sein.
Oh, hat sich das so hart angehört, was ich über ihn gesagt habe? Nein, er hat sich schon tapfer bemüht, auch wenn seine Augen die eines gehetzten Wildes waren.
Als Bosetti ihn dann einen Anarchisten nannte, sagte er nur lapidar: „Nein ich bin nur ein ordinärer Sozialist und Leute wie ich wurden in der BRD der 50er und 60er auch ordentlich verfolgt“.
Die Bukowski-Handke-Eröffnung hätte zwar für einen schönen Skandal gesorgt und ihm vielleicht das Starkapital für einen kleinen YouTube-Kanal sein können, aber mit Fernsehauftritten wäre es dann sicher vorbei gewesen.
Naja, man hätte die 30 Seiten ja auch in einer Artikelserie von 4 oder 5 Artikeln veröffentlichen können, Gerade beim Thema Syrien wäre das ja nicht unangemessen. Und es wäre sicher auch von vielen gelesen worden.
Allerdings glaube ich auch, ohne Ihnen jetzt zu nahe treten zu wollen, dass es ihr Leben auf sehr positive Weise deutlich verändern würde, wenn es Ihnen gelänge sich deutlich kürzer zu fassen.
„Zu b) Na erstens muss man doch wissen, was in solchen Sendungen gerade die aktuelle Propaganda-Taktik ist. Und zweitens stehe ich auf dem Standpunkt, dass es wichtig ist sowas aushalten zu können, denn oft genug komme ich in meinem Umfeld in Situationen in denen dann die Aussagen von Bossetti oder Weisband oder Anderen wiederholt werden. Wenn ich da nicht ruhig bleiben könnte, wäre ich relativ schnell raus aus dem Diskurs – aber ich will ja in die Gegenrichtung wirken. Und das gelingt eber nur, wenn man ruhig bleiben kann.“
Wegen eures Hinweises hab ich mir jetzt hart aber fair auch ganz reingezogen und ich muss schon sagen die Sendung zu ertragen ist hart, aber fair geht es nicht zu. Inhaltlich fand ich Ole Nymoen nicht verkehrt. Als er darauf aufmerksam gemacht hat, dass mit „Deutschland ist zurück.“ kriegerische Zeiten angekündigt werden. Darauf wurde aber gar nicht eingegangen. Das schlimme ist dieser gemütliche Plauderton, der dem Publikum wohl signalisieren soll, dass alles in Ordnung ist. Der Kiesewetter darf natürlich seine Großmachtfantasien ungehindert ausbreiten. Man merkt richtig, dass die einen alles dürfen, die anderen aber nicht. z.B. darf der Bundeswehr – TikToker sein Lobgesang auf die BRD ungehindert ausbreiten und kriegt am Ende Applaus. Der Kiesewetter erzählt, dass er mit Merz bei Selenskji war und der hätte ihm erzählt, dass er in den russischen Friedensgesprächen in Istanbul auf fast alles eingegangen wäre, aber dann kam leider, leider Butcha.
Und keiner sagt: „Wie praktisch.“ „Selenkjis Mund tut Wahrheit kund.“ Diese festgezurrten Narrative werden gar nicht mehr in Frage gestellt und es darf auch nicht diskutiert werden, was es mit Butcha auf sich hat. Putin lässt genau zu dem Zeitpunkt ein Massaker veranstalten, wo er mit Verhandlungen zu seinen Gunsten den Krieg beenden könnte. Seltsam.
Warum wird sich da nicht mit Argumenten gezofft. Deshalb weiß ich nicht, ob man immer ruhig bleiben sollte. bzw. ob es einen Unterschied macht, ob man nun ruhig bleibt und keinen richtigen Gegenstandpunkt loswerden kann (wie Ole) oder ob man mit mehr Zunder diskutiert. Die Gefahr ist natürlich, dass man rausfliegt und die Karriere an den Nagel hängen kann. Wagenknecht hat es jedenfalls oft besser geschafft durchzudringen.
Also ich die Sendung ja gar nicht geschaut und mich einfach nur so hier mal wieder eingeklinkt. Habe offen gesagt seit fünfzehn Jahren keine Talkshows mehr geguckt. Die Sendung Switch Reloaded hat ja schon vor zwei Jahrzehnten perfekt Inhalt und Gebaren der deutschen Sendungslandschaft, inklusive ihrer Talkshows, parodiert. Von Plasberg über „Beckman“ bis hin zu Markus Lanz(er).
Natürlich, so soll und muss das ja auch sein (Sarkasmus aus). Hier ein aktueller Artikel von der IMI zum Thema für Interessierte. Schlussabsatz:
Tja, einen von der IMI wird man auch nie in so einer Gesprächsrunde finden (dazu gleich mehr).
Warum wird sich da nicht mit Argumenten gezofft.
Sind Sie verrückt?! Am Ende nehmen die Leute noch was mit!. Ne, mit der Neoliberalyse ab den 1980ern ist ja, wie Mausfeld zeigte, auch die Normierung, Verengung und Eichung des Debattenraums einhergegangen. Solche Sendungen enthalten bloß viel Geplapper und Sprechblasen („Talk“) und sind ansonsten einzig „Show“. Deswegen würde ich, wenn ich je dorthin eingeladen würde und ein Interesse hätte dort aufzukreuzen, sicherlich für die Variante Zunder optieren. Es heißt doch schließlich nicht umsonst: „The show must go on!“ Mich braucht es, damit es Schlagzeilen gibt wie „Verrückter Querfront-Anarchist bepöbelt armen CDU-Politiker mit Argumenten!“ oder „Linksradikaler Putin-Versteher belästigt Moderatorin mit sachbezogenen Rückfragen!“
Tragisch, keine Frage.
Ich denke, dass Gäste wie Nymoen oder Wagenknecht dort eingeladen werden, weil sie Reformer sind. Nymoen hat ja wohl sogar ausdrücklich betont kein Anarchist zu sein, sondern herausgestrichen, dass er „Sozialist“ sei. „Puh, Gott sei dank!“ – hört man das Aufseufzen im Feuilleton. Denn Anarchisten sind ja die, die Polizeiautos abfackeln und Präsidenten meucheln. Diese Chaosstifter, diese RAFler, das haben „wir“ so gelernt.
Ich würde sagen, Nymoen ist demokratischer Sozialist, deswegen darf er auch mitmischen und nicht der Chefredakteur von der UZ oder der deutschsprachigen Ausgabe der WSWS oder gar ein Typ von der FAU. Und zu Wagenknecht und ihrem Werdegang braucht man wohl nichts zu sagen.
Aber für was will man denn als „Sozialist“ eigentlich Karriere? Arbeit könnte ich noch verstehen, aber Karriere?
Aber was hat Wagenknecht denn gebracht? Und bei welchen Themen und mit was konnte sie durchdringen?
Abschließend einfach noch ein Gedankenexperiment mit persönlicher Erfahrung:
Machen wir doch mal das folgende – einer von uns geht zu Markus Lanzer und versucht mit Sachargumenten anzukommen und festgezurrte Narrative zu hinterfragen. Und ein anderer macht Publikumsbeschimpfung bei Maischberger, Hart aber unfair, Jauch oder wo auch immer. Ich würde tippen, dass beide nicht mehr eingeladen werden. Und woher weiß ich das? Aus jener persönlichen Erfahrung.
Weil ich vor Urzeiten, als ich 19 war, mal einen Landtagswettbewerb gewonnen habe und danach für Reden zu besonderen Landesjubiläen zusammen mit anderen jungen Leuten mehrfach eingeladen wurde. Wir Kinder und Jugendlichen durften dann immer hübsche kleine Reden schreiben und aufsagen, die in der Regel so sind, wie Reden bei solchen Veranstaltungen zu sein haben – alles andere als kritisch und voller Blabla. Beim letzten Mal habe ich aber eine – wie die LpB-Kontrolleurin, der wir die Texte vorab hinlegen mussten, meinte – „sehr kritische“ Rede zur Kinderarmut gehalten, mit der ich mich aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen nun mal gut auskannte. (Ich möchte anfügen, dass ich damals noch sehr unkritisch und naiv und unter anderem Juso-Mitglied war, die Rede also wesentlich weniger scharf war, als vieles, was ich hier schreibe.) Ich habe aufgrund meiner Erfahrungen aber nada niente an dem Text ändern oder gar „mildern“ wollen, wie mir nahegelegt wurde, sondern das ganze mit den viel geforderten Fakten unterlegt, inklusive des Hinweises, dass die Armutsrate seit Mitte der 2000er angestiegen war. Das war nix Radikales, kein Marx, kein Kropotkin, eher ein suchendes Fragen à la Peter Handke. Die anderen Kinder bekamen bei ihren schwülstigen Reden zur tollen Demokratie dann Applaus, ich nur Anstandsklatschen am Ende und sonst bärbeißige Gesichter. Hatte wohl manchen den ganzen „Event“ versaut, weil ich von der Toastbrotzeit etc. erzählt hatte und zu fragen wagte, ob der Sozialstaat, die Demokratie und das sonstige Tralala hierzulande wirklich so toll sein können, wenn immer mehr Kinder mit knurrendem Magen ins Bett / in die Schule gehen. Tja. Nach den Reden beim Sekt-Lachshäppchen-Empfang habe ich mich dann nett mit einem CDU-BGH-Richter unterhalten – der einzige Gast, der mit mir sprechen wollte – aber eingeladen wurde ich danach nie mehr. War mir auch wuppe, ich mag sowieso keine Fischbrötchen und Alkohol trank ich noch nie.
Und so ähnlich läuft das in meinen Augen auch bei Talkshows. Die Leute, die die Grenzen des Sagbaren überschreiten und das, was im Dunkeln bleiben soll, zu sehr – oder gar überhaupt – in den medialen Scheinwerferkegel zu zerren versuchen – ob sie das mit Argumenten oder Fäusten tun – nun, die sind raus. Manchmal versucht man sie im Format 4:1 oder 5:1 noch als „verrückt“ zu markieren, dann werden sie ggf. auch mehrfach noch zwecks „Verbrennens“ eingeladen, aber meistens lässt man es einfach sein und „ghostet“ sie. Flassbeck hat ja für seine Positionen auch immer argumentiert, taucht aber seit Jahren nicht mehr im Deutschlandfunk etc. auf, genauso wenig wie ein Albrecht Müller oder Jens Berger. Und alle drei sind keine Revoluzzer, aber sie pinkeln eben zu oft gegen das Zelt, statt vom Zelt nach draußen.
PS: @ Two Moon – Ihnen versuche ich im Tagesverlauf kurz zu antworten.
Habe mir schon gedacht, dass es hier eine sehr spezielle Sicht auf Ole Nymoen gibt. Habe mir gerade nur die erste Viertelstunde des Gesprächs bei Bosetti angehört und sehe das ganz anders. Nymoen hat Applaus (wenn auch zurückhaltend) bekommen und Bosetti schon in Schwierigkeiten gebracht, weil sie erst mal erklären musste, dass sie keine Werbung für Aufrüstung und Krieg machen wolle (was sie natürlich doch, ohne es zu wissen, tut). Fand bis dahin Nymoen stark, auch wenn er nervös war.
@ arche:
Je nachdem was man erwartet, kann man Nymoen natürlich auch so sehen wie Sie das tun.
Allerdings hat er Bosetti kaum in Schwierigkeiten gebracht, eher umgekehrt. Und die Zuschauer wurden im Verlauf der Sendung immer einseitiger. Später durften sich ja auch einige Zuschauer am Microphon äußern, natürlich nur in eine Richtung. Nach einigen Ausagen von Nymoen konnte man hören wie genau nur EIN Zuschauer klatschte.
Die Bosetti – ebenso die anderen Arschlöcher aus der Clownsgilde öffentlich-rechtlicher Kriegshetze – weiß doch ganz genau was sie tut! Sie tut das, was sie tun soll und wofür sie höchstwahrscheinlich auch sehr gut bezahlt wird.
Der Ole muss doch wissen, in welcher stinkenden Inquisitionssuhle moderner Teufelsaustreiber er dort aufschlagen wird.
Vielleicht sollte er nächstes Mal zu Tacheles! gehen, der ehrlichsten und offensten Talkshow im deutschen Fernsehen. 😉 Link: hier
Ja, Tacheles ist supi, ich glaub, ich hab mich verliebt…👄
Zu Hart aber Herzlich, kann ich nur sagen, das ich das beim besten Willen und guten Vorsätzen. nur höchsten 5 Minuten ertragen kann.
Eine Elegie auf Deutschland, aus dem russischen Exil, von Dagmar Henn:
https://freedert.online/meinung/239864-billionenschuld-und-klimaschutz-wenn-protest/
Der Artikel ist so reformistisch wie entschuldigend und oberflächlich dass eine Befassung mit ihm – wie auch ein Lesen des zweiten Teils – nicht weiter angeraten scheint.
Was Sie in diesem Zusammenhang mit reformistisch meinen, ist mir irgendwie nicht so ganz klar.
Und als entschuldigend oder oberflächlich empfinde ich diesen Artikel überhaupt nicht. Man kann sicher – je nach Sichtweise – das ein oder andere kritisieren, aber als reichlich kurz und oberflächlich – beides für Sie eher ungewöhnlich – erscheint mir eher Ihr Kommentar. Oder hat da jemand Ihr Pseudonym gekapert ?
Sry, @ Brian, das war einfach nur ein Test, eine Wette mit mir selbst, an der Sie und andere unwissentlich teilnehmen durften.
Wenn ich lange Texte raushaue, kamen hier letztens wieder mehr Leute an, um mir küchenpsychologische Ferndiagnosen zu erteilen und mich zu gemahnen Twitter-mäßig kurz zu formulieren. Darum wollte ich schauen was passiert, wenn ich tldr-mäßig agiere. Tja, dann kommen die Mitforisten, die fragen wo mein Tiefgang geblieben ist. 🙂
Darum noch ein paar ausführlichere Groschen, obgleich @ None unten schon ziemlich gute Punkte hatte. Was Sie – und andere – mit meinen Punkten wiederum anfangen können (und überhaupt) weiß ich nicht. Vielleicht kann jemand aus meinen Groschen was für sich mitnehmen und sei es was zum Reiben…
Dass viele Deutsche – damals wie heute – genau das wollten und wollen, kommt keinem so wirklich in den Sinn? Dass die nicht nur passive, sondern aktive Unterstützer sind, erscheint wirklich unbegreiflich? Dass die bewusst(e) Entscheidungen treffen, beispielsweise die regierungsamtliche Propaganda zu glauben, beispielsweise die Gewalt zu ignorieren – weil man sich nicht betroffen glaubt (siehe unten) – oder gar das Ganze aktiv zu unterstützen, erscheint jetzt als viel zu wirklichkeitsfremd?
Dabei liebten doch eine ganze Menge Leute ihren Führer, mindestens bis ’43. Goebbels hat zudem im September 1939 bewusst anordnen lassen ein neuerliches „Augusterlebnis“ (schon da wäre zu hinterfragen, wer im August 14 so alles erlebte und was) zu verhindern:
Quelle: hier
Es gab damals genug Leute in Deutschland, die den neuerlichen Krieg entschieden unterstützten. Leute an entscheidenden Stellen. Und viele weitere, jede Menge einfache, spätestens nach den ersten Siegen. Denn der Hitler – der hat aufgeräumt. Der hat angepackt und anpacken lassen. Bei dem gab es keine Fisimatenten, keine Arbeitsscheuen, kein Herumlungern! Dafür: harte, anständige, deutsche Arbeit! Und der Franzos bekam auf’s Maul. Jeder Stoß, ein Franzos – Mann war der Westfeldzug genial. Wie der Rommel da durch die Ardennen geprescht ist und bei Sedan – bei Sedan! – wieder aufgetaucht war… und erst die Waffenstillstandsverhandlungen im Eisenbahnwaggon – Rache kann so süß sein! Und die Polacken, die unser Posen geklaut hatten! Wie denen unsere Panzer aufs Maul gegeben haben, als die auf ihren Kleppern angeritten kamen… Endlich Rache für 18/19! Und die Linken bekamen auch ordentlich Dresche – gut so, dieses Geschmeiß hat sowieso bloß damals „unserem“ stolzen, im Felde unbesiegten Heer von hinten den Dolchstoß gegeben! Diese Rassenschändler und Volksverräter! Und erst der Jod, der dreckige Jod und die Zigeuner, die waren auch weg! Weg, weg, alle weg! Wie sauber Deutschlands Straßen waren, wie sauber und rein! Nicht nur sauber, sondern rein, so sollte unser Großdeutschland sein! Denn groß war es ja auch – endlich waren (fast) alle Deutschen heim im Reich. Deutsch-Österreich, Sudetenland, das Elsaß bekamen „wir“ auch zurück, Eupen & Malmedy, Lenßen & Partner, Tim & Struppi…
Tja, bis dann deutsche Städte „coventriert“ wurden und der dreckige Untermensch im Osten so „plötzlich“ wie überraschend das Zepter übernahm. Doch kein Blitzsieg in sechs Wochen im Schlafwaggon nach Moskau. Stattdessen in Dreck und Kälte krepieren zwischen Piter und Stalingrad. Da war der Hitler dann nicht mehr so beliebt. So ist das eben bei Erfolgsfans – EM, Handball und Vierschanzentournee werden auf tagesschau.de ja auch nur groß gemeldet, wenn es deutsche Siege gibt. Dann sollen alle feiern und Fähnchen schwenken, dann gibt’s den Gaucho-Song in Endlos-Laola. Kaum sind sie dagegen wieder auf Platz 35 gesegelt oder in der Vorrunde an Fußballgroßmächten wie Lettland, Japan, Aserbaidschan (oder wem auch immer) kläglich gescheitert, wird das ganze Turnier stillschweigend begraben. Und so hielt man es auch mit dem Krieg. Dass irgendwer die Juden und Kommunisten abgeholt hat – davon wollte man dann nichts mehr wissen. Und von Verantwortung sowieso nix. Das waren alles „die da oben“. Der Hitler und seine Kamarilla. Der Trainer ist schuld! Der anständige Deutschfan hatte damit nix zu tun. „Wir“ waren alle unschuldig, „wir“ litten nur unter dem „Bombenholocaust“ (den echten hat’s ja nicht gegeben, Irving und Co. haben da mal was ausgerechnet)! „Wir“ haben nix gewusst! „Wir“ haben nur Befehle verfolgt! „Wir“ waren Hitlers erstes Opfer!1!! Und man sucht Entschuldigungen – die Platzverhältnisse, das Material, der Schiedsrichter, die Organisation. Nur man selber ist nie schuld. Gott, wir diese Leute mich anekeln!
Die ganze Idee des „Schlafwandelns“ entlässt doch die Bevölkerung aus jeglicher Verantwortung – entmündigt sie auch in gewissem Rahmen – und kehrt vor allem ihre Mittäterschaft so mir nichts dir nichts unter den Teppich.
Meins ist es nicht, es gehört mir auch gar nicht, zumal ich sowieso aus der feinen Gesellschaft ausgeschlossen wurde und nur „Plastedeutscher“ bin. Und geschenkt würde ich dieses Land auch nicht bekommen wollen. Dieser deutsche Gaul stinkt aus dem Maul – und zwar nach Pest, Tod und Verderben! Das Pandemie-Regime war doch nur eine historische Auffrischungsimpfung. Stalin wusste: „Die Hitlers kommen und gehen, das deutsche Volk aber bleibt bestehen.“ (Aber natürlich ist es viel wichtiger heute die schon damals bestehenden „russischen Vernichtungsfantasien“ gegenüber Deutschland zu betonen.)
Da ist wieder der beliebte Mythos von „unsere Kinder und Enkel“ müssen für die Schulden blechen. Könnte direkt aus der Mottenkiste von CDU, FDP, AfD und ISM stammen.
Wann schaltet der Mehrheitsdeutsche, der wackere Deutschling und brave Bürger, sein Hirn an? Wann lernt er beispielsweise, dass nicht nur Schulden vererbt werden, sondern auch Vermögen? Und wo sind Flassbeck, Höfgen und Co. wenn man sie mal braucht?
Da kommt es jetzt zu einer seltsamen Umkehr, aber dazu gleich. Zunächst: Wenn Herr Ensel gerne Erläuterungen von Psychoanalytikern zur sozialpsychologischen Lage liest, kann man ihm – und allen Mitlesern – nur Maazens Buch „Friedensfähigkeit und Kriegslust“ empfehlen. Maaz schreibt darin unter anderem:
Ich kann nicht das ganze Buch abschreiben, das nur als Appetitanreger.
Ensel dagegen kritisiert zwar die „Apathie“ der Deutschen scharf und fragt, wo der „längst fällige Aufschrei“ bleibe. Damit legt er aber in diesem Punkt wiederum die Verantwortung vollumfänglich bei der Bevölkerung ab, ohne die Wirkung diverser anderer Faktoren, ohne die Wirkung der systemischen Kräfte, ohne Rolle von Propaganda und sonstiger Manipulation zu berücksichtigen, die viele – wie Maaz es nennt – in „Rollengehorsam“ hält. Oder eben: Ohne zu berücksichtigen, dass viele – aus welchen Gründen auch immer – aktiv mitwirken wollen.
Also irgendwie ist bei ihm entweder die Bevölkerung gar nicht schuld oder an allem?!
Garbage in, Garbage out. Bei Umfragen kann man jedes Ergebnis provozieren wie produzieren, was man gerade möchte. Die Leute sagen Ihnen in Umfragen auch alles, was Sie hören wollen. 90 % sind für „mehr Umweltschutz“ oder einen „starken Sozialstaat“. Heißt nix, sagt nix, sind alles Phrasen.
Und als jemand, der in seiner Studienzeit Umfragen zusammenpfrimeln durfte, schreibe ich: Kloppt eure geliebten Umfragen in die Tonne. Die ehrlichsten Umfragen, die ihr bekommen könnt, sind eure noch geliebteren Wahlen. Und da waren nun mal knapp 70 % der gültig abstimmenden Teilnehmer für die Blockparteien und weitere 25 % für AfD und BSW, die auch nicht die Bundeswehr abschaffen wollen.
Und was sagt das nun? Es ist nur herrlich schwammig: „stärkeres Engagement für“. Damit kann doch alles und nichts gemeint sein. Inklusive Scheinverhandlungen. Inklusive so tun als ob. Es sagt auch nichts aus, um was für einen Frieden es gehen soll.
q.e.d.
Wenn es so pressieren würde, würden „die Leute“ massig aufstehen.
Wieder dieses kollektivierende „wir“! Geht mir das auf den Sack!
Und klar – die Leute 1937, die zwanzig Jahre zuvor noch die „Stahlgewitter“ und / oder den „Steckrübenwinter“ erlebt hatten, konnten sich die Apokalypse nicht (mehr) vorstellen. Und die meisten Leute anno domine 1980 hatten die „Bombennächte“ der 40er und die Hagel der „Stalinorgeln“ bereits vergessen oder wat?
Das ist eine super Entschuldigung für alles. „Dem Menschen“ (wieder hübsch kollektiviert) wächst mal wieder „die“ Technik über den Hals.
Diese ganze Idee, das die Bedrohung „zu groß“ und die Technik zu „überfordernd“ sei, um sie zu begreifen, mag vielleicht – allenfalls – auf die „nukleare Gefahr“ noch in gewissem Rahmen zutreffen (auch das wäre zu erörtern), vor allem erklärt sie aber nicht, warum Menschen konventionelle Kriege unterstützen oder ignorieren (siehe obige Beispiele).
Ich habe einen Gegenvorschlag – wie wäre es mit die hoffen aufs „Sankt Floriansprinzip“? Jede Menge Leute denken, dass es sie schon nicht treffen werde. Dass auf Oma ihr klein Häuschen keine Bombe fallen werde, dass man den Sohn ins sichere Ausland bekäme, oder wenn er an die Front müsse wenigstens bis Weihnachten wieder daheim sei. Und wenn nicht, erinnere ich an Herrn Gay aus dem Tagesschau-Artikel, den ich vorgestern hier verwurschtete.
Da empfehle ich mal Werke wie „Command and Control“, hier auch in Doku-Form für diejenigen, die die Geschichte nicht kennen. Ziemlich viele Leute, die in so einem Raketensilo arbeiten, wissen ziemlich genau, was für „Babies“ sie da rum stehen haben.
Und jetzt mal noch etwas allgemeineres Tacheles zu dem Artikel:
Erstens und nochmals. Herr Ensel schreibt allgemein viel über die Passivität der Bevölkerung ohne zu berücksichtigen, dass es nicht nur eine durchaus bekannte Klasse von Menschen gibt, die Kriege aktiv befürwortet und herbeiführt, sondern dass diese obendrein auch noch von jeder Menge Wasserträgern, Speichelleckern und sonstigen Profiteuren unterstützt wird. Er suggeriert, dass „die Gesellschaft“ (hübsch als Monolith gedacht) und ihre Führung gleichermaßen in eine Art trance-ähnlichen Zustand verfallen seien, unfähig, die drohende Katastrophe zu erkennen und abzuwenden. Vielmehr spricht er bloß über die „Ungeniertheit“ und den „suizidalen Größenwahn“ von Politikern und Militärs. Freilich ohne – wenn man diesen Weg schon geht – ihn wenigstens wie Maaz zu kontextualisieren. So kommt das aber rüber, als wenn selbst die Militärs und sonstigen Entscheider nicht wüssten, was eigentlich abgeht, gerade in den Technik-Passagen blitzt das für mich nochmals auf. Das ist aber maximal entschuldigend und sehr bequem für die Herrschenden in meinen Augen.
Doch auch nochmals für alle: Kriege sind keine „tragischen Ereignisse“ oder „Zusammenstöße“, die sich zufällig oder schicksalhaft entspannen, sondern wurzeln in handfesten militärischen, politischen, ökonomischen und sonstigen Interessen. Sie werden bewusst initiiert. Niemand „taumelt“ oder „schlafwandelt“ in Kriege, Kriege werden gemacht! Nochmals in fett: Bewusst, nicht hupsi nebenbei! Vulkane brechen auch nicht „plötzlich“ aus, die Jungfrau kommt nicht unverhofft und „plötzlich“ zum Kinde, „Himmelskrieger“ fallen nicht „plötzlich“ vom Himmel und die Inflation springt auch nicht „plötzlich“ hinter dem nächsten Busch hervor. Schaut nicht auf die Phrasen der Herrschenden, schaut auf ihre Handlungen! Und lasst euch nicht einlullen und kaufen!
Dazu reicht ein Blick auf die westlichen „Interventionen“ der letzten dreißig Jahre, die stets mit handfesten Interessen verknüpft waren – vom Zugang zu Rohstoffen bis zur Stärkung geopolitischer Machtpositionen. Weder der Irak- noch der Jugoslawienkrieg fielen „plötzlich“ vom Himmel und allein deshalb ist es mehr als problematisch, die gesamte Problematik nur als passives Phänomen zu beschreiben, es der Gesamtbevölkerung zu attribuieren oder die Komplexität des Ganzen auf eine Art Sonambulismus zu reduzieren. Freilich ist das Mode und das hat ja auch schon Seelentröster Clark erfolgreich mit seiner „Monografie“ zur Julikrise vermocht, die – nicht überraschend, wirklich nicht überraschend – gerade von den Deutschen begierig aufgegriffen und von deutschen Regierungsstellen fleißig beworben und propagiert worden ist.
Wenn Ensel also beispielsweise die „Nachrüstung 2.0“ kritisiert, dann sollte man ihm vielleicht mal entgegen halten, dass das kein spontaner „Ausrutscher“, sondern eine bewusste Eskalation ist, die von den Herrschenden und ihren Militärs luzid – mit offenen Augen! – beschlossen und von großen Teilen der Bevölkerung bewusst mitgetragen wird. Und das solche Akte wie Krieg und Gewalt intrinsisch in diesem System verankert sind. Gerade wenn Ensel über die „irrwitzigen Pakete neuer Sonderschulden“ sollte man ihm das vor Augen halten. Die Kriegsvorbereitung ist kein Versehen, sondern ein Ziel. It’s not a bug, it’s a feature. So was analysiert er aber nicht und ich denke, dass liegt daran, dass er Reformer ist und an Parlamentarismus, guten Staat, Rettung der / durch Demokratie et cetera glaubt.
Obendrein tendiert Ensel dazu, Krieg auch als so ein komisches Ding zu präsentieren, das von „außen“ heranschleicht, in die Gesellschaft eindringt und irgendwie die Bevölkerung unfähig macht, sich zu wehren. Da bleibt er aber sehr an er Oberfläche, wenn er nicht Leute mit Nebelkerzen ablenken will. Denn abgesehen davon, dass er eben die Funktion von Krieg im Kapitalismus, die Rolle der herrschende Klasse, ihre Interessen und strategischen Ziele, en passant in den Orkus kloppt, übersieht er – bewusst oder unbewusst – den Bellizismus und die Aggressivität, die bereits in der Gesellschaft sind, die hier sind und den Krieg und die Kälte, die von hier nach außen dringen. Und die Gewalt, die von hier tagtäglich nach außen entlassen wird. Was sind denn die angeblich so „weichen“ Mittel wie Wirtschaftssanktionen und Geheimdienstsanktionen, all das Zeug was unter der Schwelle zum „heißen“ Krieg abläuft, aber anderes als nackte Gewalt? Zielgerichtete, nackte Gewalt. Oder will mir jemand die Kuba- und Iran-Sanktionen hier als „plötzlich“ vom Himmel gefallen oder „haben sich halt so ergeben“ verkaufen?!
Auch ist mir „Apathie“ da ein zu einfacher Begriff, so eine Ultralöschdecke. Ich finde Maaz hat das Geflecht weitaus besser herausgearbeitet und eben auch öfters mal Butter bei die Fische gegeben (was nicht heißt, dass ich alles in den zitierten Passagen oder seinen Werken teilte). Das Systemische und Hintergründige fehlt mir bei Ensel aber völlig – und gerade in einem Vortrag sollte man das anbringen. Die Gründe, warum (manche, sicher nicht alle!) Menschen in einer Gesellschaft passiv oder gleichgültig auf die Kriegsgefahr reagieren, sind einfach komplexer (siehe oben) und sein Entfremdungsbegriff geht mir nicht tief genug. Auch die Repression der Herrschenden (Stichwort: Gegenrevolution) ist mir zu wenig erörtert worden (oder ich habe das zu flüchtig gelesen, kann natürlich auch sein).
Aber gut – nehmen wir mal die Apathie als gesetzt und gegeben an. Dann hätte Ensel wenigstens noch ausführlich darauf eingehen können, was für eine Schlüsselrolle Medien und Eliten beim Erzeugen von solcher Passivität spielen. Also systemisch-strukturell analysieren können – hat er aber nicht, das hat @ None unten. Ich muss da wirklich mal Harcourts „Gegenrevolution“ in zwei, drei Artikel packen und hier vorstellen. Aber auch ohne das, sollte bekannt sein, dass es gerade im Westen eine enorm lange Tradition von Kriegspropaganda und medialer Beschallung gibt, die bewusst und gezielt Krieg fördert. Die „den Feind“ entmenschlicht et cetera. Man denke nur daran, wie die „Unterstützung“ für die Ukraine (was für ein Wort!) als alternativlos und moralisch gerechtfertigt normiert und verkauft wird und wie die Leute eingeschliffen werden, Krieg als alternativlos zu erachten und die entsprechenden „Maßnahmen“ zu unterstützen.
Davon abgesehen romantisiert mir der Text mal wieder die 80er, aber mein Kommentar ist jetzt schon vielen viel zu lang, also lasse ich den Punkt jetzt mal einfach so stehen.
Ansonsten hoffe ich, dass klar geworden ist, warum ich den Text reformistisch, oberflächlich und entschuldigend fand. 🙂
Wenn es darum mal wieder heißt:
„Schlafwandler, bla bla…“
Widersprecht laut!
Denn statt Sonambulismus, geht es um konkretes, bewusstes Tun von ermittelbaren Verantwortlichen, das sich durchaus und ohne großen Mühen identifizieren lässt. Doch wer das nicht benennt, sondern von quasi-unaufhaltsamen Gesetzmäßigkeiten oder „Taumeln in den Untergang“ schwätzt, agiert auf Basis angreifbarer Theorien, weiß es einfach nicht besser oder wirft sogar bewusst Nebelgranaten.
Sie Schlingel…😉
Aber mal im Ernst : mit den meisten Anmerkungen (nicht mit allen) rennen Sie bei mir offene Türen ein. Gerade auch, was z.B. Herrn Maaz betrifft, den schätze ich ebenso als Mann der klaren Worte und besitze dementsprechend auch ein paar Bücher von ihm.
M.M.n. muss allerdings auch kein Autor die literarische eierlegende Wollmilchsau kreieren, mir reicht es, wenn jemand einfach einen oder mehrere Aspekte eines Themas beleuchtet, als Denkanstoß. Dann aber auch bitte fundiert und nicht so etwas Unsägliches wie der letzte Artikel von Herrn Waldrich (so viel zum Thema Küchenpsychologie/Ferndiagnose).
Ich denke, daß gerade das Thema deutsche Geschichte, ‚deutscher Geist‘ (den Sie ja gerne in Abrede stellen), Mitläufertum, uvm. so viele Facetten besitzt, daß man es wohl kaum allein in ein Buch, einen Film und schon gar nicht in einen Vortrag packen kann. Mal ganz abgesehen davon, daß es sich hierbei auch um etwas Dynamisches, einen Prozess handelt.
Durchaus interessante Aspekte diesbezüglich gibt m.E. z.B. im Buch „Nietzsche, Hitler und die Deutschen“ von Jochen Kirchhoff oder im Film „Das weiße Band“ von Michael Haneke, in dem sehr schön die Strukturen und Verhaltensweisen dargestellt werden, die zur entsprechenden Entfremdung und Empathielosigkeit führen (können).
„Dass viele Deutsche – damals wie heute – genau das wollten und wollen, kommt keinem so wirklich in den Sinn? Dass die nicht nur passive, sondern aktive Unterstützer sind, erscheint wirklich unbegreiflich? Dass die bewusst(e) Entscheidungen treffen, beispielsweise die regierungsamtliche Propaganda zu glauben, beispielsweise die Gewalt zu ignorieren – weil man sich nicht betroffen glaubt (siehe unten) – oder gar das Ganze aktiv zu unterstützen, erscheint jetzt als viel zu wirklichkeitsfremd?“
Nein, tut es nicht. Davon gibt es sicherlich auch nicht wenige. Und dennoch meine ich, daß sich die meisten schlicht und ergreifend GAR keine Gedanken darüber machen, aus den verschiedensten Gründen (das auszuführen, würde den Rahmen dieses Kommentars sprengen). Ich bin auch der Überzeugung, daß ein erheblicher Teil der deutschen Bevölkerung in ihrem Inneren zutiefst verunsichert ist, und das nicht allein aufgrund des einzelnen individuellen Lebens. Sondern, daß es da auch (historische ? archetypische ?) landestypische Tiefenschichten gibt, die da mit reinspielen. Wenn man sich die ‚Entwicklung‘ des ‚deutschen Staates‘ mal etwas eingehender anschaut, kein Wunder.
Aber warum es trotz des ganzen Irrsinns, der ja in den letzten Jahren noch erheblich an Fahrt aufgenommen hat, immer noch ausgesprochen selten ein ernsthafter Aufschrei kommt, will mir einfach nicht in den Kopf (und noch viel wichtiger : ins Herz). Das kann einen schon immer wieder zur Verzweiflung treiben.
Und v.a. : diese permanente Oberflächlichkeit, Unfähigkeit zur ernsthaften und ehrlichen Kommunikation, diese Empathie-, Geist- und Seelenlosigkeit (und das daraus resultierende Technokratische, sprich : Unmenschliche) macht mich einfach nur kaputt.
Frucht einer völlig entkernten, selbstbezüglichen ‚Vernunft‘, verliebt in ihre eigenen Strukturen und Methoden, gleichgültig gegenüber Inhalten und damit die perfekte Machtmaschine – weiterer Lektüre-Tip: ‚Voltaire’s Bastards – The Dictatorship of Reason in the West‘ von John Ralston Saul.
Gekonnte Analyse, aber ich denke, der Ansatz geht an der Sache vorbei.
Was ich für die Sache halte:
1. Gewöhnung
Über lange, sehr lange Zeit hat man immer weggesehen, wenn es um Krieg und Zerstörung in anderen Ländern ging. Da man zum Volk der Täter gehörte, fühlte man sich sicher. Deshalb sah man nicht nur zu, sondern machte mit und profitierte von fremdem Elend. Nun, da es auch „uns“ zu betreffen scheint, kann und will es keiner glauben.
2. Selbsthass
Damit meine ich nicht den deutschen, sondern den, der tief in der römisch-christlich-abendländischen Kultur wurzelt. Lehrt nicht Paulus, dass Fleisch Sünde sei und Adam den Tod gebracht habe? Erlöst nicht der Christus vom Fleisch und macht Menschen zu Geist-Göttern durch seinen Tod?? Tief drin hassen Christen die Schöpfung und wollen von ihr ‚erlöst‘ werden, das ist der intrinsische Drang auch säkularer Weltanschauungen, die auf dem Christentum wurzeln. Ja, auch andere Kulturen führen Kriege, aber der Drang zur Vernichtung von allem Fleisch, der geht auf Paulus zurück.
Hab irgendwann den Artikel nur noch überflogen – ein intellektuelles Gefasel, als ob der Autor nicht in der (gleichen?) Realität lebt…
(Vielleicht wird Teil 2 „besser“)
– Es ist egal was das Dummvolk blökt, am Ende steht einer mit der Knarre/Knüppel da – man sieht es in der Ukraine wo Menschen zur Front Shanghai’t werden – und wenn er nicht aus Fanatismus/Überzeugung mitmacht, dann um nicht selbst zur Schlachtbank „geführt“ zu werden. Im Mittelalter wurde auch von der Kanzel der Ton angegeben, wenn wer anderer Meinung ist kann man das im Folterkellr „diskutieren“, andernfalls wird mittels Scheiterhaufen ein Exempel statuiert
– es wurde gesellschaftlicher Druck aufgebaut – ein Normativ – z.B. mit den „Demos gegen Rächts“, was Abweichlern geschieht sieht man in z.B. Kommentaren/Sozialen Netzwerken. Den ultimativen Lackmus-test/Offenbarung und die Indoktrination „Corona“ schon vergessen? Die „Covidioten“, die „dann raus aus der Gesellschaft“ sind? Wo „das ganze Land mit dem Finger auf sie zeigt“?? Siehe die entlassenen und noch immer – 2025 – im Knast sitzenden Bundeswehrsoldaten/Polizisten/Richter (mit dämlichen „Gründen“, wo Dienstvorschriften über z.B. dem Nürnberger Codex stehen). Es gibt immer und überall noch welche die hängengeblieben sind und Leute „runter!machen“. Masken dürften in (2025) der jetzigen Öffentlichkeit in etwa so oft zu sehen sein wie religiöse Relikte
– Mit irgendwelchen Pseudo demos wie die „gegen Rechts“ oder den LGBT-Unsinn kann man sich seine nahzees heranzüchten, die erhobenen Gut/Bessermenschen voll von Moral, die wissen was richtig ist – und wer es anders sieht ist eine schlechter/unter/böser/etc.-Mensch (politisch: dem Saddam-Hit.ler, Assad-Schlächter, Putler, muss die Demokratie(tm) gebracht werden, etc.). Mit der Maske in der C19-Zeit hat mans dann endgültig im Hirn verankert („schützen sie sich und andere“, melden sie diese dem Inquisitor damit wir nicht vom Teufel besessen werden, gerne dystopisch als Durchsage alle 5 Minuten in öffentlichen Verkehrsmitteln ins Hirn geGöbbelt’t) – und fast alle haben mitgemacht (und wer nicht wurde rausgeworfen, Anzeige erstattet, auch Gewalt angewendet, etc.)
– Leute wurden instrumentalisiert: Bei den Coronademos hat mans gesehen: während die „Polizei“ nicht mal an ihre Remonstrationspflicht (Der Zweck heiligt die Mittel) gedacht hat, ist die neo-SAntifa/Anti-AntiFa feige vermummt bei Demos gestanden und hat nicht nur versucht Demokratische Prozesse zu verhindern, sondern ist auch Übergriffig geworden; wer erinnert sich noch z.B. an dem Journalisten der sich zur Ordnungsmacht erhoben hat und bei einer Demo einem davonlaufenden „Coronaleugner“ zu Fall gebracht hat? Untermauert mit ua. Pseudofakten – z.B. Maskenstudien von Wirtschaftsfachleuten; anstatt sofort das Land für ein paar Wochen dichtmachen lieber Propaganda („Wer von Lockdowns spricht ist ein Verschwörer“), „Die Leute sollen erstmal Fasching feiern“ und dann 2 Jahre lang Gängelung; Übersterblichkeit ein Jahr später – nach der „Pandemie“ (2021) – und kein Thema?, etc. uvm.
– Hier hat man auch mitbekomme können das sich auf die Straße zu stellen und ein paar Plakate schwenken und Häuser anzuschreien nicht wirklich was bringt, außer einen Knüppel vom Freund und Helfer auf den Kopf (wenns nicht von vornherein untersagt wird)…warum wohl Generalstreik verrboten ist? (Was wollen die eigentlich dagegen machen?)
– Leute wurden aussortiert: Hat der Autor nicht mitbekommen, wie Journalisten/Ärzte/Biologen/Seuchenexperten/Pathologen/etc. auch mit Jahrzehntelanger Berufserfahrung die Kompetenz abgesprochen wurde, wie sie ihre Jobs verloren? Die die jetzt noch übrig sind, sind Konformisten und Duckmäuser, die den Mund nicht aufgemacht haben sowie auch die, welche in ihrer Rolle aufgegangen sind (z.B. Türsteher bei den Geschäften, „Ich bin nichts, kann nichts, gebt mir eine Uniform“). Wie aus uninformierten (und anderen) Uniformierte wurden, die z.B. auf dem Bahnsteig an frischer Luft Leute zur Maske genötigt haben, während es einem das Toupee davonweht? Von Physik in Bezug auf Masken mal ganz zu schweigen (Größenverhältnisse, Partikel, Fluid)
– dazu kommt die derzeitige Wirtschaftliche die zusätzlich Angst (wie immer von Medien geschürt) erzeugt, sowie stets die persönliche Situation: Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer viel hat ist auch konform, sonst würde er nicht (so)viel bekommen (Führungsspitze); und (fast) jeder will mehr
– und all das begleitet von stetem hirngef…ichmein Propaganda (langsam, gleichmäßig und tief), „““Journalisten“““ (oder besser Propagandamaulh.uhren), Internet („Man kann jede Lüge zur Wahrheit erheben, man muss sie nur oft genug wiederholen“, „Freedom of Speech does not mean Freedom of Reach“, „I can guarantee free speech, I can not guarantee freedom after speech“), Fakten(ver)checker, etc. tragen ihren Teil dazu bei. Die Leute die nicht mitgemacht haben, dürften anteilig so hoch sein, die beim Milgram-Experiment sich widersetzt haben.
Bohley hats ZEITLOS auf den Punkt gebracht:
„Das ständige Denunzieren wird wiederkommen.
Das ständige Lügen wird wiederkommen.
Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen.
Man wird sie in der Bundesrepublik ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir.
Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.”
Bärbel Bohley, müsste 1992 rum gewesen sein, aber vermutlich ist mein Geschreibsel hier eh für die Katz; wird nur von wenigen gelesen und verschwindet alsbald in der Versenkung (aber Zeit wurde gebunden)….sic transit gloria mundi
Miau, hier grüßt die Katz. 🐈
Also ich fand Ihr „Geschreibsel“ interessant, mit vielen hilfreichen Anregungen und so schönen wie treffenden Wortneuschöpfungen à la „SAntifa“. Auch schön mal einen längeren Kommentar hier zu finden statt den üblichen kurzen Stummeln. Gerne mehr davon!
Darum hier ein: 👍👏🤝
Danke, vielleicht etwas C19-lastig und weniger strukturiert als gewünscht, sollte aber die entsprechenden Punkte rüberbringen…
Frustrierend ist halt, das wir alles in irgendeiner Form schon mal hatten und Dinge (Maske) teilweise so offensichtlich sind; „aus der Geschichte lernen“ – ROFL, ja wann denn?
(Gerade eben Friedenstauben-Telefonat Trump (der 2016-2020 Haupt-verantwortlich für die Aufrüstung der Ukr. war) & Putin während koordiniert die Ansarallah (aka Houthis, die einzigen die Right2Protect ernst nehmen und nicht als Vorwand nutzen) und Gaza’s Zeltstädte (mit maßgeblichen US-Support) bombardiert werden, während gleichzeitig und die Headchopper in Syrien den Libanon angreifen (und sich ne blutige Nase holen)… „Zufälle“ gibts….)
Auch schwer den Überblick zu behalten, bei der Artikel-Anzahl täglich und keine Anmeldung/Suche ist eine Diskussion praktisch unmöglich (ok, da steht „Kommentare“ drüber) oder auch nur den Überblick zu behalten wo was gepostet wurde (Bookmarks vielleicht); Anhänge wie z.B. Bilder leider total unmöglich
HintHint@overton: Brauchbare Forensoftware ist in nichtmal 20 Minuten eingerichtet, z.B. https://www.phpbb.de
VM (machen Backup einfach(er)) oder Baremetal, zwei dicke 20TB HDDs (Exos X20) im RAID1 (oder mehrere im RAID5) kosten mittlerweile unter 400€ (oder NAS/DAS) + SSD für OS/Cache und dann einen Bereich für Diskussionen über Artikel; Unterforen für jeden einzelnen Artikel sowie einen allgemeinen Bereich, Admin-Aufwand hält sich in Grenzen, bzw. sollte auch nicht mehr als hier sein – einziger Vorteil hier ist Kommentieren ohne Anmeldung
apropos 😺
https://www.youtube.com/watch?v=ziHIyyaHPzI
https://www.youtube.com/watch?v=Qvu0k4-gdak
Ich hab es gelesen und find’s gut…..👍
Dem schließe ich mich an.
Aus aktuellem Anlass ( Stichwort : Kriegskredite ) :
Ich weiß, es ist in diesem Forum verpönt einen religiös gefärbten Blick auf den Zustand der Deutschen und deren Land zu werfen, aber ich wage es trotzdem; vielleicht hat ja der ein oder andere in diesem Forum ähnliche Gedanken und möchte sich gerne zu diesem Thema äußern :
Muss sich ein religiös denkender Mensch angesichts von Holocaust und Weltkriegen, sowie dem geschichtsvergessenen, zynisch-sadistisch gefärbten Agieren unserer derzeitigen Obrigkeit nicht die Frage stellen, ob Deutschland eine „böse“ Nation ist ? , ob wir Deutschen vielleicht die gehorsamsten Diener eines Demiurgen sind ?
Ich seh keinen Widerspruch oder ein Paradoxon – alter Wein in neuen Schläuchen…
IMHO ist Religion die älteste und perfideste Form der Bevölkerungskontrolle & Propaganda.
Ein Thema von dem keiner was genaues weiß, aber die Autorität das (eigene!) Narrativ grausamst durchsetzt(e) – in moderner Form mehr mit Propaganda (nach Jahrhunderten ist wohl nicht mehr nötig, evtl. in der DNA verankert; auch sind diese Instrumente „feiner“ – siehe meine Bohley Zitat oben), alles gestützt auf Aberglauben und von „Schäfchen“ getragen (und bezahlt – Kirchensteuer). Gleichzeitig maßt man sich an z.B. Afrikaner vorzuschreiben, sie sollen weniger Kinder kriegen (als man Kondome verteilte; ist etwas her, lang nichts mehr von gehört)
„Fromm“ (die frommen Hände) bedeutet übrigens nicht nur Religiös, sondern u.a. folgsam & scheinheilig…
https://www.duden.de/rechtschreibung/fromm
Das „Piff Paff“ im Lied der Mühle am rauschenden Bach (sollte das schon mal wer komisch gefunden haben) kommt übrigens daher, dass das Lied früher einen anderen Text hatte in dem das Christentum mit dem Schwert nach Afrika getragen wird, PiffPaff ist das Geräusch wenn den Ungläubigen der Kopf abgeschlagen wird (Mühlen klingen offensichtlich anders, die hauen auch nicht mit dem Schaufelrad in den Bach). Oder die Millionen „missionierten“ in Südamerika und anderswo nur durch u.a./z.B. die Conquistadors übertroffen, etc.
In den USA hat ein Senator/Kongressabgeordneter vor kurzem die Leiterin einer Uni gefragt, ob sie mit den vor ihr zugelassenen(!) Demos gegen das Schlachten in Palästina den Zorn Gottes auf „uns“ lenken will.
Genau die Yankee’s, deren Existenz auf Landraub & Genozid (auch noch mit Biowaffen – Anthrax/Milzbrand imprägnierte Pferdedecken, siehe z.B. auch „John Chivington“ und das Zitat von ihm sowie u.a. das „Sand Creek-Massacre“ am besten in der Englischen Propagandapedia) beruht.
Die, die sämtliche Massenvernichtungswaffen eingesetzt haben: A (Hiroshima&Nagasaki), B (Indianer, Korea (Bericht des ISC), C19 wohl auch) und C (Operation Ranger, ~60-70% des Landes mit auf DDT basierenden Agenzien verseucht haben wo es bis zum heutigen Tag Missgeburten gibt(*), Iraq wo dank abgereicherter Uranmunition ebenfalls missgebildete Kinder zur Welt kommen (oder auch tot, siehe z.B. Doku: Deadly Dust)).
Gleichzeitig wird das Märchen von Menschenrechten gesabbert und „our Democracy“(tm) in die Welt getragen und das seit 250+ mit Ausnahme von vielleicht 16 Jahren! – siehe z.B. das Verzeichnis der US-Kongressbibliothek: „Instances of Use of United States Armed Forces Abroad, 1798-2022“, R42738
(*) Als perfide Ausrede wird immer von „waren ja nur(!) Entlaubungsmittel“ gesprochen, es gab aber neben Agent Orange auch z.B. Agent White das direkt auf die Felder ausgetragen wurde, alles basierend auf DDT von dem man damals schon wusste das es schädlich ist – was passiert wohl, wenn dann Hungersnot herrscht? , Siehe Propagandapedia „Operation Ranger“ – only you can prevent a forest… 2015 war hierzu im ZDF mal ne Doku zu sehen., aber den Russen ein „Vietnam“ in Afghanistag bereiten wollen. Die Terror seit Jahrzehnten überall auf der Welt verbreiten wir uns John Stockwell (ehemaliger CIA Ortsgruppenleiter „jetzt“ Whistleblower in Angola, „Secret Wars of the CIA“, https://www.youtube.com/watch?v=bmYZ_kWHk3Q) erzählt hat, Operation „Timber Sycamore“, „Operation Northwoods“, „Able Archer“ (wann haben die Russn(tm) das mal gemacht?) etc. pp.
In .de steht der olle (mittlerweile muss man schon wieder aufpassen was man sagt/schreibt, wenn man nicht die GeStaPo im Haus haben will) Scholz in der „Hauptstadt der Bewegung“ am Münchner Marienplatz (wo ein paar Monate vorher noch ein UkroNotzi auf der Bühne stand und „Bandera ist unser Vater, wir ziehen in den Krieg“ (auf Ukrainisch?Russisch?) gesungen hat – einige haben sogar mitgesungen, der rest gejubelt) und bezeichnet Leute die Friedensfahnen (die mit der Taube) schwenken und Frieden fordern als „gefallene Engel aus der Hölle“ (er sagt sogar noch: gefallen, also aus dem „Himmel“ aka Nephilim, aus der Hölle steigen Dämonen auf – er sollte das wissen…)
Von wegen von nichts Gewusst – das hat vielleicht 1930 ff. gezogen – Willkommen im Informationszeitalter – von wegen aus der Geschichte lernen, was die z.B. Israelis gelernt haben sieht man seit 1948… Aus welcher Terrororganisation hat sich Likud gleich nochmal rekrutiert? Irgun?Lehi?Haganah?
BTW, hier ein Brief – im original – von Albert Einstein an criminal „Israel“: https://www.deiryassin.org/einstein.html
Gerade „eben“ war Jahrestag von Rachel Corrie.
They say the Devil isn’t real. But Israel.
Wenns religiös sein sollte, bitte sehr: „The Devil lies“ und „Wenn der Antichrist wiederkehrt wird er behaupten Christus zu sein“ (sinngemäß, gibts auch von Ignazio Silone „The Fascism of tomorrow will never say ‚I am Fascism.‘ It will say: ‚I am anti-Fascism.'“ -> SAntifa/Anti-AntiFa)
Mir erscheint bei dem was hier in den letzten Jahrzehnten abläuft das eher als eine satanische Umkehrung.
Eine Regierung die keinen Genozid in Palästina sieht, wo gerade der am besten dokumentierte und öffentlichste Vernichtungsfeldzug stattfindet, nachdem er Jahrzehntelang unterschwellig (siehe z.B: „Ali on the Grill“, Duma Arson Attack) vonstatten ging (eigentlich jenseits von hundert Jahren wenn man die Briten mit einbezieht). Die Europäer die die „Zivilisation“(tm) in die Welt trugen/tragen und Ozeane aus Blut hinterlassen, weiß nur keiner/kaum einer mehr was von, im täglichen Bewusstsein komplett abwesend, weil „Wir sind die guten“ und „you can’t afford to not buy it“.
„Sie erschaffen Wüsten und nennen es Frieden“ – Tacitus 800ADoderso…
Kontinuierlicher Wahnsinn also der „imbecile f.ckmonkeys from sh.thole earth“ die sich für die allerbestesten halten, nach Gottes Vorbild geformt und voll der Güte…
@ none
Danke, sehr fundiert.
SAntifa könnte man auch anders schreiben. SAnti-fa, interpretiert als die heiligen Faschisten. Dann wirds wohl passen. Wegen Zeitenwenden oder so.
Zum Ausgangspost zurück. Das derzeitige deutsche Staatsgebilde ist seit Jahrhunderten ein Durchgangsland, das je nachdem mehr oder weniger übervölkert war und ist. Dazu kommt die zentrale Lage mit etlichen direkten Anliegern. Historisch betrachtet ergaben sich einfach vermehrte Konfliktpotentionale. Daraus eventuell zu schliessen, dass das Land und Volk von irgendeiner höheren Macht verdammt sein sollte, halte ich für vermessen.
Allerdings:
Des Menschen Glaube ist bekanntlich sein persönliches Himmelreich.
@Veit_Tanzt
Sie sind wirklich der Meinung, der Holocaust und der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion könnten durch “ die zentrale Lage mit etlichen direkten Anliegern“ Deutschlands erklärt werden ?
@ B.Hohl
Gewiss nicht. Das habe ich nicht geschrieben und kann auch nicht entschuldigt werden. Eher, dass durch die landschaftliche Lage höhere Stressfaktoren fürs deutsche Volk gegeben sind. Das kann bildungsmässig, landwirtschaftlich, handwerksmässig, industriell und kulturell manche Entwicklungen, auch bedingt durch die Masse der Menschen, sogar manches Geniale fördern. Die Grundlagen für das 3.Reich und seine Schandtaten wurden paradoxerweise nach den Napoleonischen Feldzügen mit dem aufkommenden Nationalismus und dem Erstarken Preussens gelegt. Die Gründung des deutschen Reiches preussischer Prägung hatte vermutlich auch gewisse Vorteile, führte aber unglücklicherweise, möglicherweise mit seinem Erfolg geschuldet, zum 1. und 2. Weltkrieg und zum schleichenden Untergang gerade dessen, was ursprünglich herbeigesehnt wurde. Ich möchte Sie nicht mit der Erfindung der KZ-Todeslager durch die Briten in den Burenkriegen, dem Massenmord von Türken und Kurden am armenischen Volk, den Feldzügen des Dschingis Khan oder Tamerlan, den regelmässigen jüdischen Pogromen durch Russen und Polen undundund… langweilen, um die Taten gewisser deutscher NS-Kreise zu rechtfertigen. Soll heissen, dass die verschiedensten Völker genug Unglück über Andere gebracht haben und die Deutschen kein Alleinstellungsmerkmal in Bezug Massenmord oder sonstwas haben.
Ich wollte dazu eigentlich auch einen zynischen Kommentar posten, aber Ihren kann ich nicht toppen, daher erspare ich mir das.
Danke.
Hab da nen Fehler gemacht, der Vietnam-Chemiewaffeneinsatz war „Operation Ranch Hand“
https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Ranch_Hand
Bonus, das was den Russn(tm) gerade an Entführungen vorgeworfen wird, gabs damals schon
https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Babylift
Das andere war ein A-Bombemtest
https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Ranger
++++
Jep, kann mich da nur dem Vorposter anschließen. Beim groben Überflug über ihren Beitrag, scheinen Sie hier keinen Schwachsinn zu verbreiten und ihr Repertoire und Wissen über den Stand der Dinge in Sachen Welt,- und Geopolitik und vor allem Geschichte scheint ziemlich sortiert und fundiert zu sein. Sie werde ich jedenfalls „stalken“ ;und im Auge behalten, im positiven Sinne -)
@ B.Hohl:
Sowas wie „böse“ Nationen gibt es für mich nicht. In den Kategorien Gut und Böse zu denken halte ich allgemein nicht für besonders sinnvoll, sondern eher schädlich. Damit werden in der Regel nur andere Motive verschleiert.
Die Einen halten Russland für böse, die Anderen die USA und eben einige auch Deutschland. Das Wort „böse“ bietet eben einen eindeutigen, unzweifelhaften Feind. Deswegen ist es so beliebt, weil man dann in diese Richtung seine ganzen, angestauten, zerstörerischen Emotionen freien Lauf lassen kann.
Was es meiner Ansicht nach aber wohl gibt sind Staaten mit problematischer Konstruktion, die dadurch immer wieder in Schwierigkeiten geraten oder Anderen Schwierigkeiten bereiten.
Deutschland, oder das Preußische Reich, wie ich es manchmal nenne, halte ich z.B. für eine vor 150 Jahren entstandene Fehlkonstruktion.
@Two Moon schreibt
„In den Kategorien Gut und Böse zu denken halte ich allgemein nicht für besonders sinnvoll, sondern eher schädlich“
Sie haben recht, ich habe mich falsch ausgedrückt : „religiös denkend“ ist der falsche Begriff, ich hätte „glauben“ schreiben müssen.
Das was die Deutschen vor 80 Jahren verbrochen haben ist nicht rational zu erklären, und das was die Deutschen heute tun, auch nicht.
Manche Menschen werden religiös, wenn sie mit monströser Irrationalität konfrontiert werden; ich hätte nie gedacht, dass es mir auch mal so gehen würde.