
Taumeln wir auch jetzt wieder in einen Krieg? Was im Westen bei den Unterstützern der Ukraine gerne unter den Tisch gekehrt wird, ist die Tatsache, dass Russland zwar der Nato und auch der EU militärisch unterlegen ist, aber dass es das größte Arsenal an Atomwaffen besitzt – und auch erst gerade deutlich wurde, ein System installiert zu haben, um auf einen nuklearen Angriff im Sinne von MAD (der garantentierten wechselseitigen Vernichtung) auch mit Atomwaffen reagieren kann, wenn die politische und militärische Führung vernichtet oder nicht erreichbar ist.
In der EU wird seit einiger Zeit die Gefahr beschworen, dass Russland spätestens bis 2030 Nato-Länder zum Testen oder aus anderen, nicht weiter ausgeführten Gründen angreifen werde. Das war der Grund, um der Aufrüstung Priorität zu geben. Angeblich um Russland abschrecken zu können.
Allerdings kursieren schon des längeren Drohungen, dass die Nato die russische Enklave Kaliningrad im Visier hat. Im Frühjahr machte Litauens Außenminister ebenso deutlich wie der Generalinspekteur der Bundeswehr, dass nach der propagierten Bedrohung durch Russland allmählich auf Bedrohung Russlands umgeschaltet werden soll: „Wir müssen den Russen zeigen, dass wir ihre kleine Festung in Kaliningrad durchdringen können.“
Von der Nato wird die Suwalki-Lücke zwischen Belarus und Kaliningrad als Achillesferse gesehen wird, weil man befürchtet, Russland könnte sie besetzen und damit die baltischen Länder auf dem Landweg von Polen und dem Rest der Nato abtrennen. Natürlich ist Kaliningrad auch eine Achillesferse für Russland, da es besetzt oder abgetrennt werden könnte, so dass Nato und Russland an der Suwalki-Lücke große Militärübungen durchführen (Suwalki-Lücke und Kaliningrad: Wettrüsten ohne Ende).
Im Juli 2025 hatte General Christopher Donahue, Kommandeur der US Army Europe and Africa, erklärt, die Nato sei imstande, die Enklave schneller als bislang möglich einzunehmen. Es gebe keinen Grund, warum man die russische A2AD-Blase um Kaliningrad nicht vom Land aus zerstören kann: „Wir haben die Fähigkeit entwickelt, um sicherzustellen, dass wir dieses Massen- und Impulsproblem mit 22 Divisionen stoppen können.“ Und dann müssten „natürlich alle von uns sicherstellen, dass wir die offensive Kapazität besitzen.“ (Nato hat Kaliningrad im Visier).
Offenbar wächst in Russland die Sorge, dass ein Angriff auf Kaliningrad bevorstehen könnte. Nicht wie üblich wird Medwedew vorgeschickt, um eine Warnung drastisch zu äußern, jetzt war es die russische Botschaft in Dublin, da Irland gerade den EU-Vorsitz hat. Das sollte man daher ernster als die Äußerungen von Medwedew nehmen. Auf der Facebook-Seite der Botschaft heißt es: „Es gibt Berichte, wonach die NATO eine Luft- und Seeblockade gegen Kaliningrad und die Region Kaliningrad vorbereitet. Das ist keine Fiktion, sondern ein Anlass zu großer Sorge für Russland. Die unverantwortliche und kurzsichtige politische Elite Europas spielt ein gefährliches Spiel.“ Angesprochen werden die vielen Nato-Manöver in der Region und die andauerenden Warnungen vor einem russischen Angriff: „Die derzeitigen Regierungen in Europa möchten alle glauben machen, dass sie Opfer der angeblichen Feindseligkeit Russlands oder Ziel einer unmittelbar bevorstehenden ‚russischen Invasion‘ seien. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für eine solche Behauptung. Moskaus Haltung zur Sicherheitslage in Europa war stets konsequent und wurde am 25. September von Präsident Putin erneut bekräftigt: Wir haben weder Pläne noch Gründe und vor allem keine wirklichen Motive, die Lage mit Europa zu verschärfen.“
Explizit wird gedroht, auch mit dem Einsatz von Atomwaffen zu reagieren: „Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow kürzlich erklärte: Sollte der Westen uns angreifen, werden wir darauf reagieren, und es wäre ein völlig anderer Krieg – und zwar ein sehr kurzer. Es darf kein Zweifel bestehen: Russland wäre bereit, sein gesamtes Waffenarsenal, einschließlich Atomwaffen, einzusetzen, um sein Territorium zu verteidigen, sollten NATO-Staaten versuchen, die Region Kaliningrad vom Rest des Landes abzuschneiden. In einem solchen Szenario ist das Risiko einer bewaffneten Konfrontation hoch, wobei die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass Russland bereits in einer frühen Phase des Konflikts Präventivschläge gegen die Entscheidungszentren der NATO-Staaten führt.“
Nato-Sprecherin Allison Hart hat gestern bestätigt, ein Non-Paper erhalten zu haben, auf das geantwortet wurde. Sie stritt auf bekannte Weise Russlands Behauptung ab, da die Nato doch völlig harmlos sei: „Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis, und keine unserer Aktivitäten oder Übungen stellt eine Gefahr für irgendeinen Teil Russlands dar.“ Hart verurteilte die „Androhung von Gewalt, einschließlich jeglicher unverantwortlicher nuklearer Rhetorik“. Russland müsse den Krieg gegen die Ukraine beenden. Auf die Gefahr eines Atomkriegs ging sie nicht ein. Dafür erklärte sie, dass Russland verzweifelt sei, weil es „hybride Taktiken“ einsetze: „Aber wir lassen uns nicht davon abbringen, die Ukraine zu unterstützen. Wir haben das Zeug dazu, jeden Zentimeter des Bündnisgebiets zu verteidigen, und bleiben stark, bereit und in der Lage, jeder Bedrohung entgegenzutreten.“
Die russische Warnung war vermutlich eine Reaktion auf unangekündigte Nato-Luftmanöver in der Nähe von Kaliningrad und der Halbinsel Kola, wo Atom-U-Boote und die Nordmeerflotte Russlands stationiert sind, mit zahlreichen Flugzeugen, u.a. mit einer EA-37B-Compass-Call-Maschine der US-Luftwaffe, die zur elektronischen Kriegsführung dient. Für Christian Mölling, Senior Advisor beim Brüsseler Thinktank European Policy Center, ist klar, dass die Nato nur auf eine russische Bedrohung reagiert hat. Welche fiel ihm allerdings nicht ein. Der Stern zitiert ihn: „Man wollte zeigen: Wir haben euch im Blick. Und wenn es Probleme gibt, dann schalten wir euch das Licht als Erstes in Kaliningrad aus.“ Damit unterstreicht Mölling letztlich die russische Sorge.
Mitte September hatte der polnische Außenminister Radosław Sikorski hatte Mitte September während des Treffens Yalta European Strategy in Kiew dazu aufgerufen, vermehrt Manöver in der Nähe von Kaliningrad abzuhalten: „Wir sollten unsere Konfrontation mit Russland nicht nur als auf die Ukraine beschränkt betrachten. Ich war erst vor drei Tagen in Lettland auf einem polnischen Stützpunkt; wir haben dort eine Panzerkompanie, und … auf der anderen Seite befinden sich keine Truppen.“ Man beobachte die Situation in Kaliningrad. Derzeit gebe es dort „praktisch keine Truppen“.
Und er rief praktisch zu einem Angriff auf: „Putin weiß – oder geht davon aus –, dass die NATO ein friedliches Bündnis ist und dass wir seine momentane Schwäche nicht ausnutzen werden. Und vielleicht ist das ein Fehler.“ Er stritt natürlich ab, dass es um einen Einmarsch in Kaliningrad geht, sondern plädierte für ein riskantes Spiel, möglicherweise sind die Luftmanöver eine Folge: „Ich schlage vor, dass wir Übungen durchführen, die von unserer Seite so aggressiv sind, dass er nicht sicher ist, was genau wir vorhaben. Und dass er deshalb einen Teil seiner Streitkräfte aus der Ukraine abziehen muss.“
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Erinnert sich noch jemand an den Putin der gesagt hat das ihm die Krim und die Ukraine nicht interessieren?
Nein, wann soll das gewesen sein – bitte mit Link zur Quelle.
Zeilenfüller, Zeilenfüller, Zeilenfüll
„Erinnert sich noch jemand an den Putin der gesagt hat das ihm die Krim und die Ukraine nicht interessieren?“
Wenn Sie sich die aktuellen Zustände auf der Krim anschauen und das grosse Schweigen des Kreml dazu, kommen Sie zu dem Ergebnis, dass die Krim als Krim Putin nie interessiert hat. Er hat die Krim von Anfang an nur als militärischen Stützpunkt und als Aufmarschgebiet für den Angriff auf die Ukraine aus dem Süden während der full scale invasion in 2022 betrachtet.
Was ist, wenn der Käptn eines „Schattentankers“ Gas und Bremse im Nordostseekanal verwechselt und die
Schleusentore kaputtfährt ?
Ist das schon ein hybrider Angriff, oder
nur eine Trunkenheitsfahrt ?
Die Gaspipeline nach Norwegen und die
LNG-Terminals in der Ostsee ?
Wenn man verletzbar wie Deutschland ist,
sollte man von Seeblockaden die Finger
lassen.
Die blasen jetzt alle die Backen auf. Schlechte Verlierer sind ekelig.
„…die Tatsache, dass Russland zwar der Nato und auch der EU militärisch unterlegen ist…“
Das würde ich mir 2 mal überlegen. Ganz oberflächlich, von abstrakten Zahlen her, gibt es keine realistische Einschätzung.
Man darf nicht den qualitativen Faktor außer Acht lassen. Die russische Armee ist kampferfahren, die Nato nicht. Das gleicht gewaltig aus, denn die Nato -Kräfte werden sich erfahrungsgemäß vor allem gegenseitig über den Haufen schießen.
Ein sowjetischer General bemerkte einst zum Einsatz in Afghanistan, dass man eine Armee, die 20 Jahre keinen Krieg geführt habe, am besten auflösen und nach Hause schicken sollte. Sie taugt nichts.
@ Cromwell sitzt um 14 Uhr 01 schon oder noch immer im Führerbunker ? Was sagt uns das ? Was könnte es bedeuten ?
Und schon sind die NATO- Trolle im Fronteinsatz.
Natürlich ist die NATO ein Friedensbündnis. Ein Pakt, der den Frieden herstellt, der auf den Friedhöfen herrscht. Jugoslawien/ Serbien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, … die Überlebenden können von der „friedliche“ NATO viele unfriedliche Geschichten erzählen..