Probelauf für die große Schlacht

Französische Flagge
Wouter Engler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bereits nach der ersten Runde der französischen Kommunalwahlen zeichnen sich Trends ab, die für die Präsidentschaftswahl in 13 Monaten von entscheidender Bedeutung sein könnten.

In einem hyper-zentralistischen Staat wie Frankreich sind Gemeinderatswahlen viel wichtiger als solche in föderalistisch organisierten politischen Systemen – weil es zwischen Kommune und Zentralregierung keine wirklich effektiven Zwischeninstanzen gibt. Die Gemeinde gilt in diesem Land als die Urzelle der Demokratie – und Kommunalwahlen sind deshalb nicht selten ziemlich präzise Gradmesser für politische Verschiebungen auf nationaler Ebene. Der spektakuläre Triumph der vereinigten Linken aus Sozialisten und Kommunisten bei den Gemeinderatswahlen 1977 läutete seinerzeit das Ende der Präsidentschaft von Giscard d’Estaing und den Sieg von Francois Mitterand bei den Präsidentschaftswahlen vier Jahre später ein, der Durchmarsch des Mitte-Rechts-Blocks 2001 die fulminante Wiederwahl von Staatschef Jacques Chirac 2002.

System zwingt zur Koalitionsbildung zwischen beiden Wahlgängen

Gewählt wird traditionell in zwei Runden, nach einer Art Mehrheitswahlsystem mit garantierter Minderheitenvertretung: Diejenige Bewerberliste aus einer oder aus mehreren Parteien, die die Mehrheit der Stimmen erhält, bekommt die Hälfte aller Gemeinderatssitze zugesprochen; die andere Hälfte der Mandate wird proportional auf alle kandidierenden Listen verteilt. Im ersten Wahlgang ist für dieses Prozedere eine absolute Mehrheit nötig, im zweiten eine relative. Alle Listen, die über 10% der Stimmen im ersten Durchgang erhalten haben, können auch für den zweiten Wahlgang antreten, all diejenigen, die mehr als 5% erringen konnten, können mit einer der für den zweiten Durchgang qualifizierten Listen fusionieren. Die siegreiche Kandidatenliste bekommt folglich in der Regel zwischen 70% und 80% der Gemeinderatssitze.

Dieses System zwingt natürlich zur Koalitionsbildung zwischen beiden Wahlgängen, ähnlich wie bei der Wahl zur französischen Nationalversammlung: In der Regel stellen die großen politischen Formationen für den ersten Wahlgang jeweils eigene Listen auf und schließen sich dann für den zweiten Durchlauf zu politischen Blöcken zusammen. In mittelgroßen und kleineren Gemeinden hingegen gibt es nicht selten bereits für den ersten Wahlgang gemeinsame Kandidatenlisten politisch benachbarter Parteien. Der Spitzenkandidat dieser Liste ist dann der jeweilige Bewerber um das Amt des Bürgermeisters. (1) Viele prominente französische Politiker der letzten Jahrzehnte zimmerten sich zuerst eine lokale Hausmacht, um dann in das Rennen um das höchste Staatsamt einzusteigen – der von 1995 bis 2007 amtierende Präsident Jacques Chirac beispielsweise legte als Bürgermeister von Paris seinerzeit den Grundstock für seinen Erfolg bei der Wahl zum Staatsoberhaupt.

Von zentraler Wichtigkeit ist deshalb eine kluge Bündnispolitik. In vielen Städten und Gemeinden trat die französische Linke bereits beim ersten Wahlgang am Sonntag, 15. März, weitgehend einig auf. Lediglich die Partei „La France Insoumise“ (LFI) des mehrmaligen Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Mélenchon kandidierte vielerorts separat – in Paris, in Toulouse, in Lille und in der nordfranzösischen Industriestadt Roubaix gelangen ihr dabei erstaunlich gute Ergebnisse, in dem bevölkerungsstarken Pariser Vorort Saint-Denis eroberte sie sogar im ersten Anlauf das Rathaus. Und das, obwohl in den letzten Wochen landesweit eine massive – und zum Teil extrem unfaire – Medienkampagne gegen die Partei lief, nach der Tötung des jungen, rechtsgerichteten Studenten Quentin Deranque in Lyon durch Aktivisten der Antifa. Ein unklares Verhältnis zur Gewalt wurde Mélenchons Truppe vorgeworfen; richtig ist, dass die so genannte „Jeune Garde“, der die mutmaßlichen Täter entstammen, vor Jahren im Dunstkreis der LFI entstanden ist und zwei der Verhafteten parlamentarische Assistenten des LFI-Abgeordneten Raphael Arnault sind. (2) Die Sozialistische Partei (PS) nahm dies zum Anlass, ein landesweites Bündnis mit der LFI für den zweiten Wahlgang am 22. März abzulehnen, ein punktuelles lokales Zusammengehen schloss sie hingegen nicht aus. (3) In Städten wie Paris, Lille und Toulouse könnte ein solches für einen Sieg der Linken im zweiten Durchgang durchaus entscheidend sein.

Macrons Partei schnitt fast überall ziemlich erbärmlich ab

Was bisher ausblieb, ist ein landesweiter Durchmarsch für das Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen und Jordan Bardella. Zwar schaffte es die Partei durchweg, ihre bei den letzten Wahlen gewonnenen neuen Hochburgen zu verteidigen, aber eine flächendeckende Eroberung weiterer bedeutender Städte gelang vorerst nicht. In Nimes und in Toulon ist das RN allerdings in einer durchaus aussichtsreichen Position, um im zweiten Wahlgang zu gewinnen, und auch in Marseille – immerhin Frankreichs zweitgrößter Stadt – liegt der RN-Kandidat Franck Allisio nur knapp hinter dem linken Amtsinhaber Benoît Payan. (4) Inwieweit Jean-Luc Mélenchons Aufruf vom Wahlabend, eine „antifaschistische Front“ zu bilden, von den anderen Linksparteien befolgt wird, bleibt abzuwarten. In vielen Städten und Gemeinden, in denen der RN beim ersten Durchgang über 10% der Stimmen erzielte, kann er im zweiten antreten oder eben nicht – und beispielsweise zur Wahl der Kandidatenliste einer gemäßigt rechten Partei aufrufen, um einen Sieg der Linken zu verhindern. Letzteres könnte insbesondere in Le Havre ausschlaggebend sein.

In der Stadt an der Kanalküste amtiert derzeit Edouard Philippe, Macrons erster Premierminister (von 2017 bis 2020) als Bürgermeister – und schaffte es nicht, im ersten Wahlgang zu gewinnen, obwohl seine Liste weit vor derjenigen der vereinigten Linken (mit dem Kommunisten Jean-Paul Lecoq, dem Parlamentsabgeordneten von Le Havre-Ost, als Spitzenkandidaten) lag. Sollte er letztendlich verlieren, dürfte dies große Auswirkungen auf die nationale Politik haben: Bereits vor längerer Zeit verkündete er, bei den Präsidentschaftswahlen in 13 Monaten antreten zu wollen – aber nur dann, wenn ihm die Bürgerinnen und Bürger von Le Havre bei den Kommunalwahlen erneut das Vertrauen aussprächen. Dies ist deshalb so bedeutsam, weil er laut Umfragen einer der populärsten Politiker Frankreichs ist – und, nach aktuellen Erhebungen, der einzige potenzielle Gegenkandidat zu Marine Le Pen oder Jordan Bardella ist, der überhaupt eine reelle Chance hat, nächstes Jahr zu gewinnen. (5) Ein Sieg des Linksbündnisses in Le Havre würde ihn also aus dem Rennen werfen – mit wahrscheinlich weitreichenden Folgen. Bizarres Detail am Rande: In Gonfreville-l’Orcher, einem kleinen Vorort von Le Havre, in dem der KP-Mann Lecoq einmal 22 Jahre lang Bürgermeister war, erhielt die Kommunistische Partei Frankreichs am Sonntag 100% (!) der abgegebenen gültigen Stimmen – weil sie die einzige Partei war, die überhaupt eine Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl aufgestellt hatte…

Die Renaissance-Partei von Präsident Emmanuel Macron schnitt fast überall ziemlich erbärmlich ab. Auch die Ergebnisse für „Les Republicains“ (LR), die Partei von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy, rissen deren Aktivisten und Wähler nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen hin. In Paris hat LR wohl keine Chance mehr, zu gewinnen, ihre Kandidatin Rachida Dati liegt weit hinter ihrem sozialistischen Konkurrenten Emmanuel Grégoire zurück. In Nîmes lieferten sich die Republikaner im Vorfeld der Wahlen einen erbitterten Kampf mit den Macronisten um die Vorherrschaft im gemäßigt rechten Lager – lachender Dritter könnte das RN oder die (fast vollständig) vereinigte Linke sein (auch hier mit einem veritablen Kommunisten als Spitzenkandidaten). Im südfranzösischen Pau wiederum kämpft der bis September 2025 amtierende Kurzzeit-Premier Francois Bayrou noch um seinen Posten als Bürgermeister – seine politische Formation, das „Mouvement Democrate“ (MoDem), gehört seit jeher zu den treuesten Verbündeten von Macrons traditionell auf kommunaler Ebene eher schwach verankerter „Renaissance“-Partei.

Ist Frankreich also reif für eine „Melonisierung“?

Die französischen Grünen, die bei den Wahlen 2020 zur allgemeinen Überraschung die Rathäuser mehrerer großer Städte eroberten, werden im zweiten Durchgang große Probleme haben, sie alle zu behalten. Insbesondere Straßburg (eine der wenigen Städte, in denen es keine gemeinsame Kandidatur mit Sozialisten und Kommunisten gab) könnte verloren gehen – an die ehemalige (sozialistische) Bürgermeisterin Catherine Trautmann, die mit ihrer konkurrierenden Liste am Sonntag in Führung lag. Und einen Sieg in Lille, wo sich Grüne und Sozialisten traditionell spinnefeind sind, können sich die Ökologen wohl schon jetzt abschminken. In Grenoble (eigentlich eine grüne Hochburg) und in Bordeaux und Lyon ist der Ausgang des Kräftemessens mit dem bürgerlich-konservativen Lager bisher noch völlig offen.

Die prekäre Lage der bürgerlichen Mitte-Rechtslagers in Frankreich wurde bei diesem Urnengang mal wieder deutlich: Nach neun Jahren der Herrschaft von Präsident Macron sind viele Französinnen und Franzosen schlicht durch mit ihm und seiner Politik. Er habe noch nie so viel Wut auf der Straße erlebt, sagte der Chef der französischen Kommunisten, Fabien Roussel, nach den spektakulären Protesten gegen die Regierung im letzten Herbst in einem TV-Interview. Abgesehen von Edouard Philippe gibt es momentan keinen einzigen Politiker der bürgerlichen Parteien, der in der Lage scheint, nächstes Jahr bei der großen Wahlschlacht dem Rassemblement National effektiv Paroli bieten zu können.Und auch auf der linken Seite des politischen Spektrums ist derzeit weit und breit niemand in Sicht, der in der Lage wäre, einen Wahlsieg Marine Le Pens (oder Jordan Bardellas, falls seine Chefin tatsächlich bei der Präsidentschaftswahl nicht antreten darf) zu verhindern. Ist Frankreich also reif für eine „Melonisierung“?

 

Fußnoten

1) „Quel est le mode de scrutin des élections municipales dans les communes de moins de 1000 habitants?“, Vie publique, 13. März 2026

2) „Mort de Quentin Deranque: un collaborateur et un ex-stagiaire du député LFI interpellés“, La Croix, 18. Februar 2026

3) „Municipales: le PS d’Olivier Faure sous pression face à la poussée de LFI“, Public Sénat, 16. März 2026

4) Alle Wahlergebnisse nach: „Résultats du premier tour des élections municipales 2026“, Le Monde, 16. März 2026

5) „Sondage Présidentielle 2027: Bardella, Mélenchon, Attal, Philippe… pour qui les Francais pensent voter à plus d’un an du scrutin?“, Midi Libre, 4. März 2026; „Liste de sondages sur l’élection présidentielle francaise de 2027“ auf https://fr.wikipedia.org

Norbert Faulhaber

Norbert Faulhaber fing nach einem Studium der Politikwissenschaften, Rechtswissenschaften und Soziologie 1991 bei der Konstanzer Tageszeitung „Südkurier“ an: als freier Mitarbeiter für TV- und Filmkritik, Konzertberichte und CD-Besprechungen. Ab 1998 arbeitete er auch als Vertretung des TV-Redakteurs, von 2004 bis 2006 als Verantwortlicher für die tägliche TV-Programmseite. Von 2006 bis März 2023 arbeitete er als Redakteur am NewsDesk See-West in Konstanz.
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25 Kommentare

  1. Unterschätzen sie mal LFI und Jean Luc Melenchon nicht. Trotz der Diabolisierung
    durch die gesamten Medien hat LFI große Erfolge bei den Kommunalwahlen erzielt und Zuwächse fast überall.
    Melenchon hat durchaus Chancen in den 2. Wahlgang zu kommen .Obwohl seine Wähler 2mal Macron gegen Le Pen unterstützt haben ist leider dasselbe nicht
    von den Macronisten zu erwarten.9

    1. Ich bin nur für mein direktes Umfeld und mich!

      Nationalismus & Patriotismus interessieren mich wie Globalisierung & Neoliberalismus; nämlich gar nicht! Mit Worthülsen sollen sich andere befassen…

  2. Tolle Analyse, es wurde jegliche Ideologie benutzt, um eine für sich zufriedene Lösung nachzudenken.
    Der Fehler in der Analyse besteht darin, in alten ideologischen Denkmuster zu verharren.
    Wenn die Menschheit heute sich weiter entwickeln will, dann benötigt die Gesellschaft überall auf der Welt einen Konsens fernab ideologischer Unterbringungen.
    Also, ein neue politische und zivilisatorische Entwicklung, genau das findet nicht statt, da daß alte System weiterhin besteht und der Demo nur eifrig sich seinem Ego ergibt.
    Ein altes Lied, das immer wieder die Leute blenden, die hoffen, ohne etwas reales beizutragen.

  3. Bezüglich „Melonisierung“: Die Franzosen stehen im zweiten Wahlgang oft zusammen, um einen allzu nationalistischen Einschlag zu verhindern. Vater als auch Tochter Le Pen wurden so beide als Präsidenten verhindert. Da stellt man sich sogar auch mal hinter Fuck Chirac wenn die Alternative dazu Jean Marie Le Pen ist.

    Das scheint das Dilemma des identitätspolitischen Populismus zu sein (die SVP in der Schweiz hat ein ähnliches Problem): Die Mehrheit kann mit der ganzen Selbstgerechtigkeit wenig anfangen und sie haben in Stichwahlen somit immer Gegenwind.

    Kleiner Seitenhieb: Sogar die Le Pens schaffen es, ihre Partei nicht nach der eigenen Familie zu benennen. Ich mein ja nur.. (BSW).

    1. Das ist aber der einzige „Fehler“, den deine Pen und auch all‘ die anderen Politiker nicht machen. Dabei sollte der Name das geringste Problem sein. Von mir aus können sich die Parteien sonstwie nennen, sofern sie ihre angedachten Aufgaben wahrnehmen. Ist aber nicht der Fall und ihren Namensgebungen werden sie auch nicht gerecht; weder sind sie sozial, noch sind sie christlich oder grün (im Sinne der Umwelt) oder eine „Alternative“ – von Demokratie mal ganz zu schweigen, sofern man von der Legitimation uns zu schaden mal absieht. Sie interessieren sich nur für sich und ihr direktes Umfeld, daher handele ich genauso.

  4. Probelauf für die große Schlacht

    Mit vollen Händen in die Jauchegrube:
    Wer denkt sich denn solche irren Überschriften im Angesicht der großen Schlachten im nahen Osten und der Ukraine aus?

  5. „Ist Frankreich also reif für eine „Melonisierung“?

    Der Buhmann wirkt nicht mehr, denn Meloni passt doch ausgezeichnet ins transatlantische Regime.

    Da werden immer wieder neue Parteien mit neuen Personen angeboten, nur dem neoliberalen, transatlantischen Regime können sie nicht entkommen. Die Klammer der westlichen Werte hält noch alles zusammen. Und die Nato ist die Versicherung der Eliten, dass das so bleibt, weshalb wohl auch Finnen und Schweden dabei sein wollten – aus Angst ihrer Eliten vor Machtverlust.

  6. Ich habe keine Ahnung, was Herr Faulhaber unter „links“ oder „rechts“ versteht. Was ich aber weiß, ist, dass La France insoumise (LFI) mit „links“ so viel zu tun hat wie Chaumes-Käse mit Parfum von Dior: Ça ne devrait pas être permis d’empester le monde comme ça – wie es schon in „Zazie dans le métro“ heißt.
    Am Allerübelsten ist aber sein Abwasch zum Mord an Quentin Deranque, Also: Da erschlagen Antifleute aus der unmittelbaren Umgebung Melenchons (LFI), Schläger des parlamentarischen Assistenten des LFI-Abgeordneten Raphael Arnault in SA Manier eiinen Mathematik-Studenten auf offener Straße, aber für Faulhaber definiert dies ein „Ein unklares Verhältnis zur Gewalt von Mélenchons Truppe“?
    Quentin, der mit anderen Studenten eine Gruppe von Frauen schützen wollte, die gegen den Vortrag der LFI- Europaabgeordneten Rima Hassan an der Uni in Lyon protestierten, wurde von den Tätern aus dem LFI Umfeld (sogenannte Jeune Garde, wie unsere AntiFa) zu Boden geschlagen und anschließend mit gezielten Fußtritten ermordet. Ein Anwohner filmte den Mord – und hier kann man die Filmaufnahme ansehen:
    https://x.com/JoeyMannarino/status/2022806028874608920

    Also, Herr Faulhaber, erklären Sie sich: Was ist links, was ist rechts?!

    1. Wie ich „links“ und „rechts“ definiere? „Links“ ist für mich jemand, der für eine sozial gerechte Gesellschaft eintritt, „rechts“ jemand, der eine solche nicht will. Was den getöteten Studenten betrifft: Das Video kannte ich bisher noch nicht; ja, das sieht in der Tat wie ein brutaler Mord aus. Trotzdem kann man meiner Meinung nach nicht die gesamte LFI deswegen in Sippenhaft nehmen. Die völlig überzogene Medienkampagne gegen sie hat ja wohl auch eher die exakt entgegengesetzte Wirkung erzielt.

      1. Sippenhaft? Rafael Arnault ist Anführer der Jeune Garde und Parlamentsabgeordner der LFI, ein enger Vertrauter von Mélenchon. Drei (!) der Tatverdächtigen waren bei Arnault als seine parlamentarischen Assistenten angestellt, zwei davon unter falschem Namen. Möchten Sie noch mehr erfahren?

        1. Nun, so ganz unschuldig an der Tragödie sind die Rechtsextremen und die Vereinigung
          „Némésis-Kollektiv“
          (Französisches rechtsextremes militantes Kollektiv) nicht.
          https://fr.wikipedia.org/wiki/Collectif_N%C3%A9m%C3%A9sis
          Warum erwähnen Sie nicht, dass es Frauen aus dieser Gruppe waren, die den Streit angezettelt haben, zusammen mit den „rechtsextremen
          identitären Studenten“ (zu denen auch der Getötete gehörte), die provozierten und mitnichten an der
          aus dem Ruder laufenden Schlägerei unschuldig sind.
          Selbstverständlich rechtfertigt das nicht die brutalen Schläge und der Tod.
          Nun aber gleich ein Verbot von Melonchons Partei LFI zu fordern
          (wie RN fordert) ist Unsinn.
          Die Tragödie muss lückenlos aufgeklärt werden, das fordert auch Melonchon, dass die ganze politische Szene aufgeheizt ist und wird, gegen Melonchon jetzt extrem geschossen wird ist, von den rechten bis rechtsextremistischen Parteien genau so gewollt.

          1. Eben solche Positionen finde ich unsäglich: Waren die Opfer der Hammerbande „mit“schuld, weil sie wie rechts aussahen?
            Provozierten friedlich demonstrierenden Frauen in Lyon die Antifa-Schläger, sind daher mitschuldig? Und was tut es zur Sache, ob der Getötete. aus dieser oder jener Gruppierung stammte. Wo ist auf dem Film eine „Schlägerei“ zu sehen?
            Sie betreiben eine lupenreine Täter-Opfer Umkehr: Einfach nur widerlich.
            Im Übrigen schreibt er sich Mélenchon, nicht Melonchon, seine Partei betreibt exakt die gleiche, gegen die Bevölkerung gerichtete Politik, wie bei uns die vereinte Grünlinke, mit links hat das so viel zu tun, wie (s.o.).

            1. „In Lyon wurde ein 23-jähriger Mann, der dem identitären Kollektiv Némésis nahesteht, schwer verletzt; die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen „schwerer Gewalt“ eingeleitet.
              Während das Opfer seit Donnerstagabend im Krankenhaus liegt, „müssen der Kontext und die Umstände dieser Ereignisse ermittelt werden“, erklärte die Staatsanwaltschaft in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme.“
              schreibt Le Monde.fr
              „Laut Alice Cordier, Präsidentin von Némésis, sei der junge Mann gekommen, um einige Aktivisten der Gruppe zu schützen , die sich vor dem Institut für Politische Studien (IEP) in Lyon versammelt hatten, um gegen eine Konferenz von Rima Hassan, einem Mitglied des Europäischen Parlaments der Partei La France Insoumise, zu protestieren.“

              also der junge Mann ist „alleine“ gekommen um Aktivisten der Gruppe „Némésis“ zu schützen? Hallo?
              Ich habe jetzt keine Lust auf
              Ihre Unterstellungen einzugehen, warten wir die Untersuchung ab.
              Ich bin allerdings der Meinung,
              dass eine Schlägerei im politischen Umfeld der aufgeheitzten Stimmung hier in Frankreich nie unschuldig beginnt.
              Ja Sie haben Recht, es muss heissen Jean-Luc Mélenchon.
              Ihre persönliche Meinung über ihn dürfen Sie behalten.

              1. Ich habe jetzt keine Lust auf
                Ihre Unterstellungen einzugehen, warten wir die Untersuchung ab.

                Zuerst selbst Dinge unterstellen – das Opfer ist mitschuldig an seiner Ermordung – und dann kläglich solche Floskeln auswerfen.
                Typisches Verhalten von linkem Gesoxe, sage ich mal.

                Und ja, die Opfer der Hammerbande waren somit auch mitschuldig. Waren ja nicht links, also rechts.

                Dann sind wohl Frauen, wenn sie einen kurzen Rock tragen vergewaltigt werden, natürlich auch mitschuldig.

                Manche Leute merken wirklich nicht, wenn sie BS absondern. ….

        2. Man darf aber durchaus erwähnen, dass Quentin Deranque ein lupenreiner Nazi war, der „Tod den Negern“ und den Faschismus forderte und Hitler super fand. In der BRD wäre er nicht tot, aber im Knast.

          https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tung_von_Quentin_Deranque

          Wikipedia: „Recherchen von Mediapart im März 2026 identifizierten mehrere von Deranque auf dem Kurznachrichtendienst Twitter/X verwendete Konten. Von 2023 bis 2026 versendete er dort eine Vielzahl an unter anderem rassistischen, antisemitischen, holocaustleugnenden und den Nationalsozialismus glorifizierenden Nachrichten, darunter etwa: „Wir wollen den Faschismus“, „Ich unterstütze Adolf“, „Totaler Tod den Negern“, dass die RN von SS-Mitgliedern gegründet worden sei, sei „sehr gut“, die Holocaustüberlebende und Politikerin Simone Veil sei eine „mörderische Schlampe“. Politische Gewalt sei kein Alleinstellungsmerkmal von Faschisten, sondern „untrennbar mit der Politik verbunden, wenn man ein wenig Charakter hat“. Mein Kampf sollte laut Deranque an allen weiterführenden Schulen gelesen werden, er rühmte sich auch damit, die meisten der in einer Studie des CRIF aufgeführten antisemitischen Vorurteile zu teilen. Ein Vertrauter von Deranque bestätigte, dass dieser die Nachrichten verfasst hatte.“

          1. Und?
            Sie sind wohl das alter ego von @rubis: Der Ermordete trägt selbst die Schuld, Beweis: Er war ein schlechter Mensch.
            Da können Sie noch so viel quaken: Mich werden Sie niemals davon überzeugen, dass es Recht sein soll, einem Andersdenkenden – gleich welcher couleur – den Kopf einzutreten.

            1. nein, niemand will hier Andersdenkenden den Kopf eintreten.
              Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass die „Identitäre Némésis“
              Gruppe bei Gott keine Kindergartengruppe ist
              Ich weiss nicht was sich im Vorfeld da abgespielt hat, Sie auch nicht, wir sehen nur Bilder, die schrecklich sind und aufgeklärt werden müssen.
              Warten wir ab, was die Untersuchungen zu Tage bringen und nein, keiner will Sie von irgendwas überzeugen, nur sollten Sie bitte beide Seiten beleuchten, bevor Sie ein Urteil fällen.
              Gewalt geht eigentlich bei solchen politischen Veranstaltungen in der Regel nicht nur von einer Seite aus.
              Das ist keine Rechtfertigung für die Tat, will ich noch mal betonen.

  7. Die Antifa ist, im Gegensatz zu linker Faschismuskritik, eher selbst verwandt mit rechten Denkstrukturen, das gab es aber schon immer, Stichwort Stalinismus oder Maoismus.
    Die gesamte Linke dafür in Geiselhaft zu nehmen ist unlauter und durchschaubar.
    Die derzeit am weitesten verbreitete Form des linksfaschistischen Denkens ist aber die Idenditätspolitik oder auch Wokismus genannt, und die ist v.a. in der etablierten Linken weit verbreitet.
    Daher ist es auch unfreiwillig komisch wenn sich die Antifa als revolutionär versteht, tatsächlich scheint sie mir doch ausgesprochen systemorientiert- im Gegensatz zu klassischen Autonomen, die dieses Attribut beanspruchen können, jetzt mal unabhängig davon wie man ihre Methoden einstuft.

  8. Seit 2014 werden in F. die demokratischen Rechte auf kommunaler Ebene immer weiter eingeschränkt. Besonders in kleinen Gemeinden sind nur noch Listenwahlen erlaubt, das sog. Panachieren wurde stark eingeschränkt, die Listen müssen paritätisch zw. w/m aufgeteilt sein.
    Ergebnis: die Leute können nicht mehr für ihren Kandidaten, den sie kennen, stimmen, nur für die eine oder andere Liste. Oft gibt es gar nur eine einzige Liste! Entsprechend nimmt die Wahlbeteiligung mehr und mehr ab.

          1. Wie auch immer Sie beeindruckt sein mögen, fest steht, dass Sie keine Ahnung vom französischen Kommunalwahlrecht und seiner Veränderung seit 2014 haben – aber auch nicht die allergeringste. Und zu allem Übel sind Sie auch noch zu faul dazu, per ChatGPT zu recherchieren. Diese einfache Tatsache wehren Sie dadurch ab, dass Sie zur Hochnäsigkeit Zuflucht nehmen und ein großes Maul riskieren..
            Sie sind @rubis – wirklich der allerletzte Heuler.

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