
Am 25. März haben russische Truppen des Nachts und tagsüber die Ukraine mit tausend Drohnen angegriffen. Sie konnten im Hellen bis weit in die Westukraine fliegen. Auch die Ukraine hat an diesem Tag Russland mit Hunderten von Drohnen angegriffen und am Tag darauf den für Ölexporte wichtigen Ostseehafen Ust-Luga teilweise in Brand gesetzt. Schon zuvor war der Ostseehafen Primorsk angegriffen worden (40 Prozent der russischen Ölexportkapazitäten sollen durch Drohnenangriffe ausgefallen sein). Am Sonntag folgte der nächste Angriff auf Ust-Luga. Die Häfen liegen in der Region Leningrad, in Russland geht man davon aus, dass die ukrainischen Drohnen einen Korridor im Luftraum Polens und der baltischen Staaten benutzen – und dass diese das genehmigt haben oder stillschweigend dulden.
Das Online-Nachrichtenmedium Mash.ru, populär in Russland, hat am 26. März behauptet, die baltischen Staaten hätten die Drohnentransitflüge genehmigt. Woher diese Information stammt wird nicht gesagt. Über russischem Gebiet wären sie von der Luftabwehr gestoppt wurden, daher der Umweg:
„Die Behörden Litauens, Lettlands und Estlands haben ihren Luftraum offiziell für ukrainische Drohnenangriffe auf St. Petersburg, die Region Leningrad und Nordwestrussland freigegeben. Zuvor waren Überflüge aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen nur in geheimen und sporadischen Fällen gestattet. Unseren Informationen zufolge nutzen die Ukrainer Anlagen in der Region Tschernihiw, um die nördliche Hauptstadt anzugreifen. Um dies zu verdeutlichen: Die 850 Kilometer Luftlinie und die Überflüge über die Regionen Brjansk, Smolensk, Twer, Nowgorod und Leningrad machen ein Erreichen der Stadt an der Newa praktisch unmöglich. Die von den baltischen Staaten für die ukrainischen Streitkräfte eröffnete Alternativroute führt um Belarus herum über Polen, Lettland, Litauen, Estland und die Ostsee. Dies ermöglicht einen freien Zugang zum Finnischen Meerbusen und umgeht die Luftverteidigungssysteme in den Regionen.“
VZ.ru schreibt ebenfalls: „Experten weisen darauf hin, dass die Situation im Baltikum über routinemäßige militärische Zwischenfälle hinausgeht. Estland, Lettland und Litauen haben de facto ihren Luftraum für Angriffe auf russisches Territorium zur Verfügung gestellt.“ Es sei nicht klar, ob die Regierungen der baltischen Staaten die Nutzung ihres Luftraums dulden oder genehmigt haben oder ob die Luftabwehr zu schlecht ist. Aber es werden Drohungen zitiert: „Das Vorgehen unfreundlicher Länder an Russlands nordwestlichen Grenzen gibt allen Grund, nicht nur diplomatische, sondern auch ernstere Maßnahmen gegen die baltischen Staaten zu ergreifen“, sagt der Militärexperte Juri Knutow.“ Auffällig ist jedoch, dass die mögliche Rolle Polens in den russischen Äußerungen nicht thematisiert wird.
Lettland spricht von einer „koordinierten Informationsoperation“
Tatsächlich waren am Mittwoch, dem 25. März, abgestürzte Drohnen in Lettland und Estland gefunden worden. Das lettische Verteidigungsministerium berichtete, eine dort abgestürzte Drohne sein aus Russland gekommen. Später musste eingeräumt werden, dass es sich um eine Drohne ukrainischer Bauart handelt, die vermutlich russische Ziele in der Ostsee angreifen sollte. Die estnische Regierung berichtete von mehreren Drohnen, die am Mittwoch aus der Ukraine gekommen seien und deren Ziel der russische Hafen Ust-Luga gewesen sei. Eine Drohne hat den Kamin eines Kraftwerks beschädigt. Die Drohnen seien in drei Wellen gekommen. Am Montag zuvor war eine Drohne in Litauen nahe an der Grenze zu Belarus abgestürzt. Zuerst wurde auch Russland beschuldigt, bis klar wurde, dass es eine ukrainische Drohne war, die angeblich außer Kurs geraten und vom Militär nicht entdeckt worden sei. Selbst litauische Medien meldeten Skepsis an. In den baltischen Ländern versuchte man zu argumentieren, dass die Drohnen aufgrund von elektronischer Kampfführung vom Weg abgekommen seien.
Nachdem von russischer Seite die baltischen Staaten für den Transit der Drohnen verantwortlich gemacht wurden, erklärte das lettische Verteidigungsministerium, Russland hätte eine „koordinierte Informationsoperation“ gegen die baltischen Staaten gestartet und behaupte, sie würden der Ukraine erlauben, ihr Territorium für Angriffe gegen Russland zu nutzen. Die baltischen Staaten „sind nicht an der Planung und Durchführung der ukrainischen Gegenangriffe auf Russland beteiligt“, so das lettische Verteidigungsministerium. Alles nur Desinformation: „Es werden Desinformation und Social-Media-Bots eingesetzt, die sich an russischsprachige Zielgruppen richten und junge Menschen instrumentalisieren.“
Eine Erklärung der Verteidigungsminister der baltischen Staaten führte die Drohnen allgemein auf Russlands Krieg zurück, vermied aber demonstrativ zu sagen, dass es ukrainische Drohnen waren und betonte das Recht auf Selbstverteidigung der Ukraine: „In dieser Woche haben mehrere ausländische Drohnen den NATO-Luftraum über den baltischen Staaten durchquert und sind auf unser Staatsgebiet eingeflogen.“ Verlangt wird die Verstärkung der Luftabwehr. Das könnte doch den Verdacht erwecken, dass am russischen Vorwurf etwas dran sein könnte.
Gazeta.ru hingegen schreibt, sollte es zutreffen, dass die baltischen Staaten ihren Luftraum geöffnet hätten, würde dies „de facto den Eintritt Estlands, Lettlands und Litauens in den Krieg an der Seite der Ukraine bedeuten, mit allen damit verbundenen Konsequenzen. Russland hätte jedes Recht, das Territorium aller drei baltischen Länder anzugreifen.“ Und es wird der Ratschlag gegeben: „Was die Ukraine betrifft, stellen sich viele russische Bürger die Frage: Warum wendet man nicht die Erfahrungen der USA und Israels bei der Eliminierung der obersten Führungsebene des Feindes auf die Spezialoperation an?“
Sehr bemüht versucht LSM.lv, das öffentlich-rechtliche Medium Lettlands, jeden Verdacht zu zerstreuen, die Regierungen könnten irgendetwas damit zu tun haben: „Es erscheint höchst unwahrscheinlich, dass Estland mit der Ukraine zusammenarbeiten würde, um eine Drohne in eines seiner eigenen Kraftwerke stürzen zu lassen und diese Information dann öffentlich zu machen, oder dass Lettland beim Start einer ukrainischen Angriffsdrohne helfen und dies anschließend groß bekanntgeben würde, wenn diese auf einem beliebigen Feld abstürzte und außer etwas versengtem Gras und ein paar abgebrochenen Ästen keinerlei Schaden anrichtete.“
Auch der estnische Außenminister Margus Tsahkna versicherte, der Luftraum sei für niemandem geöffnet worden, um Angriffe zu führen. Die Drohnen seien aus dem russischen Luftraum gekommen, behauptet er und versucht zu erklären, dass sowieso mur Russland schuld ist: „Die Drohnenvorfälle in den baltischen Staaten sind eine direkte Folge des von Russland geführten umfassenden Angriffskriegs.“
Gestern sind zwei Drohnen der ukrainischen Streitkräfte in Finnland abgestürzt. Der Vorfall werde, wie Ministerpräsident Petteri Orpo sagte, untersucht. Die „Verletzung des Territoriums“ sei eine „ernste Angelegenheit“. Die Ukraine habe russische Ölanlagen angegriffen. Eine der Drohnen sei eine ukrainische AN196, die andere eine „zivile“. Das Militär hätte die Drohne abfangen können, verzichtete aber darauf, um Kollateralschäden zu vermeiden. Die Regierung erklärte, es bestehe keine militärische Gefahr. Orpo vermutet, dass sie wegen der starken russischen Störsender vom Weg abgekommen sei. Kampfflugzeuge patrouillieren nun die südöstlichen Gebiete Finnlands. Der Unterschied der Reaktion zu der der baltischen Staaten ist bemerkenswert.

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Das passierte u.a. in der West-Bank (Sonntag den 29.03.2026):
Bei einem Siedler-Angriff in Surif, im Süden der West-Bank, wird ein Kraftfahrzeug angezündet und rassistische Rede gesprüht. Das Militär schlägt in der Masafer Yatta-Gegend einen palästinensischen Landwirt und seine Söhne und es gibt drei Festnahmen (Muhammad Mousa Mukhammara, Louay und Laith). Die Siedler haben den Zaun um sein Land zerstört und ihr Vieh in die Nähe seines Zuhause gebracht. Das Militär begibt sich nach Rujeib, östlich von Nablus. Mindestens eine Festnahme. Das Militär ist in Beita, südlich von Nablus. Die Palästinenser dürfen keine Drohnen haben (Ware wird vom Militär mitgenommen). Das Militär begibt sich nach Al-Ram, nördlich von Jerusalem. Es werden drei Arbeiter in Tulkarem, eine Frau und ihr Sohn und noch jemand in Nablus verhaftet.
Es wird an verschiedenen Orten weiter Land mit dem Bulldozer bearbeitet und Olivenbäume entwurzelt (Arraba, Lubban El-Sharqiya). Die Siedler und das Militär stürmen Beita, südlich von Nablus und es gibt Konfrontationen. Die Militärs greifen in Qalqilya einen Einwohner an.
Es wird in Jerusalem vom Militär am Palmsonntag der Cardinal Pierbattista Pizzaballa nicht in die Kirche gelassen (religiöser Feiertag). Die Al-Aqsa Moschee ist seit dreissig Tagen für die palästinensische Bevölkerung (trotz religiöser Feiertage) nicht zugänglich. Es versuchen einige Juden für ein Tieropfer noch lebende Tiere reinzubringen (religiöser Feiertag).
Die EU-Außenbeauftragte Fr. Kallas beschwert sich in X: „…stellt einen Verstoß gegen die Religionsfreiheit und die seit langem bestehenden Schutzbestimmungen für heilige Stätten dar. Die Religionsfreiheit in Jerusalem muss für alle Glaubensgemeinschaften uneingeschränkt und ohne Ausnahmen gewährleistet sein. […]“ Der Kardinal hat dann am Berg der Oliven mit Reliquien vom Kreuz gebetet oder Messe gehalten: „Wir werden an dem Ort beten, an dem Christus in der Nacht vor seiner Kreuzigung gebetet hat.“
Das passierte u.a. in Gaza:
Das Militär erschiesst ein Kind, Meqbel Barbakh, östlich von Khan Younis in Gaza-Süd (auf der Salah Al-Din-Strasse, war Nahrungsmittel holen). Von einer Familie wurde dass vierte Kind in diesem Krieg getötet (evtl. Samstag). Es werden in Beit-Lahia, Gaza-Nord, vom Beschuss zwei Palästinenser verletzt, einer davon schwer. Beide werden in ein Krankenhaus gebracht.
Aufgrund von fehlendem Benzin laufen nicht Inkubatoren, Es wird als positive Nachricht mitgeteilt, dass acht Kleinkinder in Ägypten waren und zurückkehren (Narrative wegen Kriegsverbrechen, das Militär ist bei den Angriffen in das Al-Shifa Hospital und hat die Neugeborenen aus den Brutkästen auf den Boden geworfen). Ausserdem fehlt es an Medikamenten und Krebspatienten erhalten keine Behandlung. Das Militär beschiesst die östlichen Gegenden von Gaza-Stadt (evtl. werden die Wohngebäude zerstört). Das Militär greift das Al-Zaytoun-Viertel an. Es werden drei Palästinenser getötet.
Das Militär lässt die Abwasser in das Meer[1].
Auf dem Bild sieht am auf der rechten Seiten die braune Verfärbung im Meer vom reingelassenen Abwasser. Die Verfärbung zieht sich über viele Meter in das Meer hinein. Auf dem linken Bild sieht man wie die Gülle am Strand angespült wird. Zusammen mit den liegengelassenen Leichen die in der „gelben Zone“ verwesen und dem Reinlassen von seit Monaten abgelaufenem Hühnerfleisch muss man davon ausgehen dass die Erzeugung von Krankheiten die Absicht ist.
Ausserdem ist das Küste für die Palästinenser nicht nutzbar. Das Fischen ist stark eingeschränkt. Die Fischer dürfen nur eine bestimmte Strecke in das Meer und nicht wohin sie wollen. Im Bild sieht man dass es im Mittelmeer kommerzielle Schifffahrt gibt und dass der Gaza-Landstrich davon ausgenommen ist [2]. Weil die Besatzung die Schiffe nicht ranlässt, nicht weil es keinen Hafen gibt. Die Belagerung des Landstrichs kann man mit evtl. 15 Jahren angeben. Ich kann jetzt nicht sagen wann der Mauerbau begonnen hat und seit wann die Lieferungen in den Gaza-Landstreifen kontrolliert werden.
Es wurden vergangene Woche nur 300 Lastwagen mit Hilfslieferungen der Vereinten Nationen in den Anfangsbereich des Landstreifen gefahren und nur 105 Lastwagen weitertransportiert. Das Militär hat also nur 105 Lastwagen reingelassen. An den kommerziellen Lieferungen verdient das Militär. Die Vereinten Nationen und die Länder sagen nicht wenn es eine Hungersnot gibt. Deswegen sind über vierhundert Menschen, darunter über einhundert Kinder, am Hunger gestorben.
Zum Völkermord:
Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
Eine Unterschriftenaktion auf EU-Ebene bei der jede Stimme zählt.
https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de
[1] Abwasser im Meer, https://ibb.co/TB7BWPGj
[2] MarineTraffic, 2017, https://ibb.co/r20LCnMK
Es ist der „Tag des Bodens“ (30.03.2026). Ein Feiertag in Palästina und anderen arabischen Ländern in denen Palästinenser wohnen. Es wurden vom Besatzer im März 1976 von den Palästinensern 20 Quadratkilometer gestohlen. Darüber habe ich nichts geschrieben. Das können Sie in der Wikipedia nachlesen (https://de.wikipedia.org/wiki/Tag_des_Bodens).
Hier deine 🍉
Gibt eigentlich noch die Palästinensische Autonomiebehörde und Herrn Abbas?
Man hört nichts von diesen.
Selbst in Finnland tauchen diese Ukrainischen Drohnen auf. Gibt’s Vielleicht eine maritime Startvorrichtung namens Andromeda in Ostsee?
Die drei baltischen Staaten und Polen haben ihren Luftraum und ihr Territorium für Angriffe auf Russland zur Verfügung gestellt! Was das bedeutet, muss sich jeder selbst ausdenken…
Das Baltikum stellt mehr als nur Luft für den Krieg gegen Russland zur Verfügung. Bisher hat man Russland jedoch nicht dazu provozieren können, einem am Krieg beteiligten NATO-Staat, die passende Antwort zu senden. Dies könnte sich jetzt ändern. Mit dem Krieg im Iran hat sich die Lage grundlegend geändert.
Die zwei Routen, die rechts und links an Weißrussland vorbei führen, sagen eigentlich alles.
Manchmal, wenn man ein Journalist ist, muss man einfach mit dem Finger auf der Karte die Route nachzeigen. Wenn über baltischen Staaten Drohnen abgestürzt sind – und – wenn sie bis dahin durch Russland geflogen wären, wären sie falsch abgebogen.
Dann überlegt man sich noch wie es die Ukrainer – die waren es doch – den LNG-Tanker im Mittelmeer schwer beschädigt haben …
1 + 1
Natürlich gibt das bei einem Politiker, der sich dumm stellt, nie 2. Vielleicht gibt es ja auch eine sehr unwahrscheinliche Erklärung, warum die Drohnen wirklich nicht über deren Luftraum flogen. Wenn sie wirklich beweisen wollten, dass sie es nicht waren, würden sie sich dann aber mehr bemühen.
Wenn das oft genug passiert, dann kommt irgendwann noch das dicke Ende. Nur zur Erinnerung die baltischen „Staaten“ haben insgesamt weniger Einwohner als St. Petersburg und ca. 50.000 aktive Soldaten. Die BW soll an ihren Standort in Litauen 5000 Mann an der Ostfront als Kanonenfutter (meat shield) darbieten. Da zittert der Russe schon!
Mit anderen Worten: Litauen wird eine deutsche Kolonie, bzw. ist es schon: Niedrigster Mindestlohn der EU. Wir sehen gerade wie viel so „Schutztruppen“ in einer Kolonie wert sind bei den Golfstaaten.
Kann umgekehrt nicht auch Russland baltischen Luftraum für zum Abschuss Ukrainischer Drohnen und für Angriffe auf die Ukraine benutzen?