Krieg ohne Krieger – Das phantomhafte Töten und Sterben an der Front

Verwundeter ukrainischer Soldat mit Selenskij
President Of Ukraine from Україна, CC0, via Wikimedia Commons

Seit über viereinhalb Jahren bekämpfen sich russische und ukrainische Soldaten auf dem Gebiet der Ukraine. Täglich sterben zahllose Soldaten auf beiden Seiten der Front. Doch vom wechselseitigen Töten und Sterben bekommen wir so gut wie nichts mit.

Über viereinhalb Jahre dauert inzwischen der Stellvertreterkrieg zwischen dem kollektiven Westen und Russland auf ukrainischem Territorium – ein in vielem an die Gefechte des Ersten Weltkriegs erinnernder Stellungs- und Zermürbungskrieg, in dem mit erheblichen Verlusten an Menschen und unter in Kaufnahme der totalen Zerstörung von Städten wie Bachmut oder Konstantinowka und der Verseuchung weiter Flächen durch Minen, Uran- und Streumunition verbissen um jeden Quadratkilometer Terrains gekämpft wird.

Die im Dunklen sieht man nicht

Leo Ensel geht der Sprache der Kriegstrommler auf den Grund.

Seit Kriegsbeginn hämmern uns die westlichen Leitmedien unisono im Dauerstaccato ein, dass (nahezu) alle ukrainischen Soldaten gut und (nahezu) alle russischen abgrundtief böse, wenn nicht teuflisch seien. (In Russland ist es selbstverständlich umgekehrt.) Diese Soldaten kämpfen tagtäglich. (Genauer: Sie müssen das!) Das heißt: Sie greifen an und sie verteidigen. Sie sitzen in Panzern, Kampfhubschraubern und -flugzeugen und sie sind hinter der x-ten Verteidigungslinie in Schützengräben verschanzt. Sie bedienen Raketenwerfer, Langrohrkanonen, Mörser und Haubitzen, sie starten Drohnen und Marschflugkörper, sie schießen mit Panzerfäusten, Granaten, Raketen, Schmetterlingsminen, Streumunition und abgereichertem Uran. Sie beschießen militärische und sie beschießen zivile Ziele. Kurz: Sie zerstören, sie verletzen, sie töten. Und sie werden verletzt und getötet.

Von all diesen direkten Kampfhandlungen bekommen wir, die, mündige Bürger‘ genannten Medienkonsumenten im Westen, aber auch in der Ukraine und in Russland offiziell so gut wie nichts mit. Und das obwohl, wie immer wieder berichtet, in der Ukraine täglich solch astromische Mengen von Munition verballert werden, dass EU wie USA mit der Produktion mittlerweile gar nicht mehr nachkommen!

Die Kämpfer aber, ob Russen oder Ukrainer – und vor allem die Toten und Verletzten unter ihnen – bleiben auf gespenstische Weise unsichtbar. Ominöse Sprachfloskeln wie die bereits seit Jahren hüben wie drüben eingebürgerte vom berüchtigten „Bachmuter Fleischwolf“ eröffnen zwar einen grauenerregenden Phantasieraum, sehen tun wir jedoch – vorausgesetzt, wir verlassen uns auf die Leitmedien aller kriegführenden Parteien – so gut wie nichts! Keine Soldatenleichen, kein verzweifelt nach seiner Mutter wimmernder Kämpfer, dem die Gedärme aus dem Leibe hängen, kein Leichengestank quillt uns aus Drohnenbildern der Ruinen im Donbass entgegen und auch die zahllosen Amputierten und anderen Kriegsversehrten werden wir erst viel, viel später zu Gesicht bekommen. Eine ‚feindübergreifende Allparteienkoalition‘ der Verteidigungsminister, Regierungssprecher und Medien verschont uns mit allem gnädiglich.

Kurz: Die Informationen vom wechselseitigen Abschlachten an der Front bleiben völlig abstrakt. Gefühle lösen sie – im Gegensatz zu den fast täglichen Bildern von den zivilen Opfern in ihren ausgebombten Häusern – daher kaum aus.

Vom ‚Informationsdesaster‘ zu ‚Embedded Journalists‘

Nicht nur die USA, auch die manifest kriegführenden Akteure aller Seiten in der Ukraine haben aus dem seinerzeitigen ‚Informationsdesaster‘ der US-Army und ihrer GIs im Vietnamkrieg gelernt: Damals lieferten mutige Kriegsberichterstatter noch weitestgehend unzensierte Bilder vom Morden, vom Töten und vom Sterben direkt von der Front frei Haus, die weltweit über die Bildschirme flimmerten und auf den Titelseiten der tonangebenden Zeitungen erschienen – und vor allem die junge Generation in den Ländern des Westens zu Protest- und Verweigerungsaktionen auf die Straße trieben. Spätestens seit dem Golfkrieg 1991 werden wir, wenn überhaupt, nur noch mit – den Militärs und Machthabern genehmen – klinisch-reinen Bildern und Filmen von „Embedded Journalists“ beliefert.

(Dass, wie in allen Kriegen, auch im Ukrainekrieg alle Seiten alles dafür tun, die Verluste der gegnerischen Seite möglichst hoch- und die der eigenen möglichst herunterzuschreiben, die realen Zahlen der Getöteten und Verletzten aber als streng gehütetes Staatsgeheimnis versiegeln, versteht sich von selbst. Schließlich soll die ‚Moral‘ von Kämpfenden und Heimatfront nicht gefährdet werden!)

Und so kommt es, dass wir bezogen auf die Zahlen der zivilen Kriegsopfer besser informiert sind als über die der Soldaten: Vom 24. Februar 2022 bis Ende Juni 2026 dokumentierte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) für die Ukraine mindestens 16.431 getötete und mindestens 48.613 verletzte Zivilisten. (Die Dunkelziffer dürfte sicher deutlich höher liegen.) Was die Zahl der Kämpfer angeht, so dürfte sie sich auf beiden Seiten im sechstelligen Bereich bewegen.

„Amputiert, aber sexy!“ – Der zynische Trost

Einen indirekten Eindruck von dem, was sich jeden Tag zu beiden Seiten der Front abspielen mag, erhalten wir immerhin durch einen medizinischen Fachartikel, den eine sich „Global Surgical and Medical Support Group“ nennende US-Organisation bereits im August 2023 veröffentlichte.

Das Pikante: Das Hauptanliegen dieser „Globalen chirurgischen und medizinischen Unterstützungsgruppe“, die bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn in der Ukraine eintraf, ist trotz ihres humanitär klingenden Namens nicht erster Linie, verletzten ukrainischen Soldaten medizinische Hilfe anzubieten. Ziel ist vielmehr, wie bereits die Überschrift des Artikels ungeniert verrät, „Lektionen aus dem Krieg in der Ukraine und Anwendungen für künftige Konflikte mit nahezu ebenbürtigen Gegnern“ zu ziehen. „Der Konflikt mit der Ukraine bildet eine einmalige Gelegenheit für die Vereinigten Staaten, sich auf einen potenziellen, künftigen Konflikt mit nahezu ebenbürtigen Widersachern vorzubereiten – gegnerische Nationen mit gleichwertiger militärischer Stärke“ [gemeint sind China und Russland; d.V.], schreibt die Gruppe einleitend.

Ein wahres Himmelsgeschenk, dieser Krieg in der Ukraine! Hatten die USA in den letzten Jahrzehnten doch nahezu alle Kriege – ob gegen „den Terror“ oder zu eliminierende Diktatoren – gegen erheblich schwächere Gegner und dazu zumeist auch noch aus der Luft oder via Joystick geführt. Unmöglich, nicht an die Ärzte zu denken, die das U.S. Strategic Bombing Survey wenige Monate nach den ersten beiden Atombombenabwürfen in die weitgehend zerstörten und verstrahlten Städte Hiroshima und Nagasaki schickte und deren Job es nicht etwa war, den zahllosen verletzten, hochtraumatisierten Menschen medizinische Hilfestellung zu leisten, sondern die bis dato völlig unbekannten Auswirkungen der radioaktiven Strahlung auf den menschlichen Organismus wissenschaftlich zu erforschen!

Die konkreten, zum Teil verheerenden Verletzungen und Probleme bei der Ersten Hilfe, die die Autoren auf der ukrainischen Seite der Front beobachteten, dürften mutatis mutandis auch für deren russische Gegner zutreffen:

  • Beim Einsatz panzerbrechender Munition starben z.B. in leichteren Fahrzeugen als Panzer Dreiviertel der Menschen sofort. Bei einem Menschen in 60 Metern Entfernung verbrannten 80 Prozent der Hautoberfläche; drei Tage später verstarb er.
  • Über 70 Prozent der Verletzungen würden von Artilleriefeuer und Raketenbeschuss stammen, was zu massiven „Polytraumata“ an multiplen Organen führe. Obwohl die allermeisten Soldaten in der Ukraine Helm und Körperschild trügen, würden oft Fremdkörper durch den Schild hindurch oder seitlich oder unterhalb des Schilds eindringen. Einer der Gründe: Im Moment der Bedrohung rissen die Soldaten die Arme hoch, um ihren Kopf schützen.
  • Bei Raketen- und Artilleriebeschuss komme es regelmäßig zu Schädel-Hirn-Traumata, die allerdings oft noch durch andere Wunden und Verletzungen überschattet würden.
  • Jeder vierte Verwundete, der frontnah behandelt werde, befände sich wegen des starken Blutverlustes im Schockzustand.
  • Blutkonserven, die über 40 bis 50 Prozent der Eingelieferten benötigten, könnten nicht immer verabreicht werden, da die für das Kühlen bzw. Auftauen der Konserven benötigten Stromgeneratoren in Frontnähe die Sicherheit gefährdeten.
  • Der Nachschub für chirurgische Ersthelfer an der Front gerate regelmäßig unter Beschuss und da feindliche Drohnen und Flugkörper bis weit ins Hinterland reichten, seien Verletzte und Helfer selbst in geschützten Anlagen noch nicht sicher. Ambulanzen und Gesundheitseinrichtungen würden zudem gezielt angegriffen. Das Gleiche gelte für die Kommunikation zwischen Helferteams und Front.

Momentaufnahmen, die – mehr haben wir im Moment kaum zur Verfügung – immerhin die Phantasie anstacheln könnten! Für die 20.000 bis 50.000 Ukrainer allerdings, denen infolge von Kriegsverletzungen laut Reuters allein zwischen 2022 und 2024 ein oder gar mehrere Gliedmaßen amputiert werden mussten, hatte ein Kolumnist der New York Times immerhin einen höchst originellen Trost parat. Er zitierte die Frau eines Amputierten mit den Worten: „Er ist sehr sexy ohne Bein!“

Wäre es angesichts dieser Gräuel und dieser Zynismen nicht endlich an der Zeit, allen Kämpfenden dies- und jenseits der Front die guten Worte Bertolt Brechts entgegenzuschleudern: „Habt doch endlich Mitleid mit Euch selber!“ Und wäre es nicht an der Zeit, die hoffentlich kampfesmüde Gewordenen durch eine internationale Kraftanstrengung für ein sofortiges Schweigen der Waffen schnellstmöglich zu erlösen, damit es statt eines ‚Kriegs ohne Krieger‘ endlich nur noch ‚Krieger ohne Krieg‘ gibt?

(Eine ältere Version diese Textes wurde zuerst bei Globalbridge veröffentlicht.)

Leo Ensel

Dr. Leo Ensel („Look at the other side!“) ist Konfliktforscher und interkultureller Trainer mit Schwerpunkt „Postsowjetischer Raum und Mittel-/Ost-Europa“. Veröffentlichungen zu den Themen „Angst und atomare Aufrüstung“, zur Sozialpsychologie der Wiedervereinigung sowie Studien über die Deutschlandbilder im postsowjetischen Raum. Im Neuen West-Ost-Konflikt gilt sein Hauptanliegen der Überwindung falscher Narrative, der Deeskalation und der Rekonstruktion des Vertrauens. – Der Autor legt Wert auf seine Unabhängigheit. Er fühlt sich ausschließlich den genannten Themen und keinem nationalen Narrativ verpflichtet.
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17 Kommentare

  1. Die BILD titelt heute: „Jetzt will Putin sogar Blinde rekrutieren“. Der Trend in Russland geht eindeutig in Richtung Zweitverwertung, einem in der ökologischen Ökonomie sehr beliebten Paradigma.

    1. Vielen Dank, dass Sie die intellektuell anspruchsvollste Zeitung Deutschlands so trefflich zitieren. Sie sollten bei dieser erbaulichen Lektüre bleiben und sich über die 100%ige Zustimmung zu Ihren Kommentaren ergötzen.

      1. @Robinson: Danke für diesen hervorragenden Kommentar!
        Aber vielleicht war der Beitrag des hier einschlägig bekannten Vorposters auch nur eine schlecht getarnte Satire.

        1. War es nicht. Die NAFO-Beauftragten für dieses Forum wissen nur gar nicht mehr, was sie noch melden sollen. Erfolge gibts nicht, die „den Russen morgen schon ausgehenden Raketen“ haben sich in den 4 Jahren auch abgenutzt, und an der Front siehts richtig besch…. aus.

  2. „Wäre es angesichts dieser Gräuel und dieser Zynismen nicht endlich an der Zeit, allen Kämpfenden dies- und jenseits der Front die guten Worte Bertolt Brechts entgegenzuschleudern: „Habt doch endlich Mitleid mit Euch selber!““

    Als würden nicht hunderttausende in der Ukraine desertieren und wie es bei der „Busifizierung“ dort zugeht, wissen auch alle. Da geht kaum einer freiwillig mit.
    Wer den Krieg allerdings gerne vorantreibt, sitzt oft in als Experte in bequemen Sesseln oder steht vor Kamera und Mikrofon und verkündet, dass der eigene Sieg alternativlos sei.

  3. Ukraine: Ein kurzer Moment der Wahrheit

    https://propagandaschau.wordpress.com/2015/05/16/ukraine-ein-kurzer-moment-der-wahrheit/

    Lügner tun oftmals alles, um ihre einmal begonnene Geschichte mit allen Mitteln glaubhaft zu halten.

    Dazu gehören vor allem weitere Lügen, die nötig werden, wenn das Lügengebäude instabil wird.

    Die große Lüge der westlichen Medien lautet seit Monaten: Wir bringen Demokratie, Rechtsstaat, Wohlstand und Freiheit in die Ukraine und der böse Russe führt dagegen Krieg.

    Die Wahrheit sieht anders aus: Die Ukraine ist bankrott und wird von westlichen Kreditgebern geknebelt, die ihr brutale Sparmaßnahmen aufzwingen.

    Die Demokratie wurde mit Parteiverboten, Übergriffen und Morden an oppositionellen Politikern und Journalisten zerstört.

    Die Freiheit manifestiert sich in Zensur, Kriegsrecht und Zwangsrekrutierungen.

    Ukrainer werden gezwungen auf Ukrainer zu schießen, weil USA und EU das Land unter Kontrolle bekommen wollen.

    Deutsche Politiker und Journalisten sind Mittäter bei diesen Verbrechen.

    Sie haben den Umsturz mit vorbereitet und unterstützen das Regime bei diesem Krieg gegen den Teil der Bevölkerung der den Umsturz von Beginn an als undemokratisch ablehnte.

    Anti-Terror-Operation nennt es das Regime und die westliche Lügenpresse übernimmt diese und folgende Propagandalügen bereitwillig

    Ohne deutsches und europäisches Geld, politische und mediale Unterstützung, hätte es diesen Krieg nie gegeben. ALLES LESEN!!

  4. Das wird schon noch, keine „Angst“ die werden schon dafür sorgen, das wir alle das richtige Kriegsgefühl bekommen.
    Lass den Krieg erstmal richtig losgehen…

  5. Elon Musk nach AfD-Wahlsieg: «Sie sind nicht rechtsextrem, ihr Dummköpfe!»

    https://weltwoche.ch/daily/elon-musk-nach-afd-wahlsieg-sie-sind-nicht-rechtsextrem-ihr-dummkoepfe/

    Elon Musk hat der AfD nach ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt gratuliert. «Gut gemacht!», schrieb der Techunternehmer auf seiner Plattform X unter einen Beitrag von AfD-Chefin Alice Weidel, in dem diese Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum Wahlerfolg beglückwünscht hatte.

    Siegmund bedankte sich bei Musk für dessen «Unterstützung» und warb um eine künftige Zusammenarbeit.

    Sollte die AfD Regierungsverantwortung übernehmen, würde er eine «starke und konstruktive Zusammenarbeit» begrüssen.

    Deutschland solle wieder ein Standort werden, «in den es sich zu investieren lohnt».

    Musk widersprach der Zeitung öffentlich: «Sie sind nicht rechtsextrem, ihr Dummköpfe!»

    In einem zweiten Satz legte er nach: «Gerade vom Wall Street Journal ist das besonders dumm.» ALLES LESEN !!

    1. Na ja… Musk und Politik, das sind auch so zwei Universen…..
      Ich erinnere nur an das „Gespräch“ zwischen ihm und Alice Weidel, wo aus Hitler ein „Kommunist“ gemacht wurde…

  6. Selbst in den sog. ‚alternativen‘ Medien werden die Greuel des Krieges im Grunde gar nicht gezeigt. Das ist fatal, kommt doch so der Krieg als ‚Computerspiel‘ und ganz harmlos ‚rüber.

    Klar, dass die Bundeswehr an so einer Mär mitstrickt: „Du bist nicht allein“. Ich füge hinzu: Aber Du stirbst allein!
    https://www.youtube.com/watch?v=7bdZuja0imA .

    Die Welt ist ein Abenteuer-Schnitzeljagd-Spielplatz: https://www.youtube.com/watch?v=CvaZS3oc9wU .

    Wie dumm muss Mensch sein, um auf so eine Heile-Kriegswelt-Propaganda herein zu fallen!

    1. Roland Weinert :
      „Wie dumm muss Mensch sein, um auf so eine Heile-Kriegswelt-Propaganda herein zu fallen!“

      Ich glaube nicht, dass die Freiwilligen „dumm“ sind, eher glaube ich, dass sie entweder : über ein sehr geringes Vorstellungsvermögen verfügen und sich gar nicht vorstellen können, wie Krieg ist – das sind die tragischen Fälle – , oder andererseits : über ein sehr gutes Vorstellungsvermögen verfügen und genau wissen, was auf sie zukommt – töten und getötet werden, Schmerz, Blut und Kadaver – und das „geil“ finden – das sind die gefährlichen Fälle.

      Kurz nachdem Bin Laden exekutiert worden war, waren die „Navy Seals“ eine Zeit lang ein großes Thema in den Medien, ich erinnere mich an die Worte eines Seals ( gelesen bei T-Online glaube ich, Zitat aus der Erinnerung, ohne Gewähr ) : „ das ist so geil, und wenn ich dabei Sterben sollte, ist auch egal“ , ergo : kranke Helden !

  7. Tja, auch der meiner Ansicht nach glaubwürdige Friedensaktivist Leo Ensel verschließt aus welchen Gründen auch immer seine Augen vor dem Ausmaß der Katastrophe, die die aggressive Politik des Westblocks gegen Russen und gegen Russland in der Ukraine angerichtet hat und suggeriert (vermutlich unbeabsichtigt) auf seine Weise dadurch das gleiche wie unsere Regime- und Oligarchenmedien, nämlich dass Russland großen Schaden erleidet und die Verluste der Ukraine zwar bedauerlich, aber dem Zweck oder „der guten Sache“ letztlich angemessen sind.

    „Was die Zahl der (getöteten) Kämpfer angeht, so dürfte sie sich auf beiden Seiten im sechsstelligen Bereich bewegen.“

    „Für die 20.000 bis 50.000 Ukrainer allerdings, denen infolge von Kriegsverletzungen laut Reuters allein zwischen 2022 und 2024 ein oder gar mehrere Gliedmaßen amputiert werden mussten.“

    Folgt man den Einschätzungen kompetenter und gut vernetzter internationaler Ex-Militärs, -Geheimdienstler und -Diplomaten die nicht von der Nato bezahlt werden, dann sieht man Schätzungen von mittlerweile bis zu 3.000.000 toter ukrainischer „Soldaten“ und noch einmal 3.000.000 Krüppel / „Invaliden“ (Andrey Martyanov) und von bis zu 300.000 russischer Soldaten und sicher mehr als 300.000 Krüppel / „Invaliden“. Die in der Restukraine in den letzten Jahren neu angelegten Gräberfelder sind gigantisch, in Russland dagegen gibt es nichts Vergleichbares.

    Wenn der Sozialminister der Restukraine kürzlich erwähnt, dass die Restbevölkerung – nach unterschiedlichen Schätzungen heute zwischen 18 und 22 Millionen im Vergleich zu 52 Millionen 1991 – zur Hälfte aus Rentnern und „Invaliden“ besteht, dann bedeutet das ein unvorstellbares Ausmaß einer nationalen Katastrophe auf allen Ebenen, die der Autor um den Faktor 10 verniedlicht.

    1. Um es sarkastisch zu formulieren: Die Ukraine wird auf Jahre hinaus die größten Mannschaften bei den Paralympics stellen können… 🙁

      In Paris 2024 war das Aufgebot ja schon gigantisch und das indoktrinierte Publikum feierte deren Einzug ins Stadion frenetisch.
      Und das sind ja nur die Fitten unter den Überlebenden!

    2. Ich denke, deine Zahlen bewegen sich im Rahmen des Realistischen – und sie werden weiter steigen, weil die Europäer meinen, sie dürften nicht als Verlierer dastehen.

      Darum drehen sie konsequent die Berichterstattung auf die zivilen Opfer. Es gibt beispielsweise immer wieder Berichte über nächtlichen Beschuss der Ukraine und die Behauptung in der Nacht seien in der Ukraine 3 oder 31 Menschen getötet worden. Aber die realen Zahlen werden erheblich darüber liegen, weil man die getöteten Soldaten nicht mitzählt.

      Gestern hörte ich in einem Bericht über den Hafen Odessa im DLF, die Ukraine hätte früher 60 Mio Tonnen Getreide exportiert. Und heute? Man fragt sich auch, wie die Ukraine mit dieser erheblich geringeren Arbeitsbevölkerung und erheblich verringerten landwirtschaftlichen Nutzflächen die historischen Getreideexporte erreichen soll?

      1. Zweiter Anlauf nach drei Tagen….

        @Vrbamrda

        „Folgt man den Einschätzungen kompetenter und gut vernetzter internationaler Ex-Militärs, -Geheimdienstler und -Diplomaten die nicht von der Nato bezahlt werden, dann sieht man Schätzungen von mittlerweile bis zu 3.000.000 toter ukrainischer „Soldaten“ und noch einmal 3.000.000 Krüppel / „Invaliden“ (Andrey Martyanov) und von bis zu 300.000 russischer Soldaten und sicher mehr als 300.000 Krüppel / „Invaliden“. Die in der Restukraine in den letzten Jahren neu angelegten Gräberfelder sind gigantisch, in Russland dagegen gibt es nichts Vergleichbares.“

        @ Simon

        „Ich denke, deine Zahlen bewegen sich im Rahmen des Realistischen…“

        Rechnen könnt ihr?

        Nur mal zwei Zahlen:

        (Bis zu) 3.000.000 tote ukrainischer „Soldaten“ vs. (bis zu) 300.000 russischer Soldaten (was die Anführungszeichen auf der einen Seite auch immer bedeuten sollen).

        Da haben also die russischen Superhelden zehn mal mehr böse „faschistische“ Soldaten zur Strecke gebracht als die ukrainischen…. und Russland hat nach mehr als 4,5 Jahren immer noch nicht fertig mit dem ukrain. „Gebilde“? Tja – ich will jetzt überhaupt nicht zynisch sein – aber man könnte glauben, die kommen voran wie eine Gartenschnecke..

        Ich denke, einfach mal selber denken, könnte nicht zum Schaden sein.

  8. 3-4 Millionen Tote und etwa die gleiche Anzahl an Verkrüppelten. Ein Ende ist nicht abzusehen und Merz stellt den technischen Fortschritt unter Beweis, da sein der Sender Gleiwitz jetzt auch fliegen kann.

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