
Die alte Weltordnung zerfällt vor unseren Augen: Die USA und Israel greifen den Iran an. Russland und China verbünden sich und lehnen die globale Vorherrschaft der USA ab. Die NATO-Staaten scheitern mit ihrem Stellvertreterkrieg in der Ukraine gegen Russland. Durch die Unterstützung des Genozids in Gaza verliert der Westen an moralischer Glaubwürdigkeit.

US-Präsident Donald Trump verunsichert die Europäer und droht, Grönland zu übernehmen, nachdem er in Venezuela den Präsidenten entführen ließ. Und nach einem »Jahrhundert der Erniedrigung« steigt China zu einer neuen Supermacht auf. Der Historiker Daniele Ganser ordnet diese chaotisch wirkende Gegenwart und zeigt die spannenden historischen Wurzeln, die uns in den aktuellen Machtkampf der drei Giganten USA, Russland und China geführt haben. Er zeigt: Vor uns entwickelt sich eine Auseinandersetzung, die das 21. Jahrhundert prägen wird.
Warum sehen wir auf der Erdoberfläche immer wieder Kriege – in jüngster Zeit in der Ukraine, im Iran und in Gaza –, die wie Wunden auf einem Körper nicht heilen wollen? Weil wir oft in einem Gut-gegen-Böse-Narrativ verharren und uns weigern, die Probleme der anderen Seite zu begreifen. Es kommt sogar vor, dass Erzählungen unterdrückt oder verboten werden, die das vorherrschende Narrativ in Frage stellen. Das widerspricht dem Geist der Aufklärung, der Meinungsfreiheit und dem offenen Austausch von Argumenten. Auch in den kommenden Jahren wird es wichtig sein, dass jeder Mensch seine Ansichten frei äußern kann und dass wir unterschiedliche Meinungen mit Anstand diskutieren. Meiner Ansicht nach brauchen wir einen Geschichtenabgleich zu Iran, Gaza und Ukraine, bei dem die beteiligten Staaten ihre unterschiedlichen historischen Erfahrungen und Sichtweisen gegenseitig anerkennen. Die Gut-gegen-Böse-Narrative sollten wir hinter uns lassen, denn Narrative sind Meinungskorridore, die vorgeben, was man denken, sagen und schreiben darf, was ein echtes Verstehen der unterschiedlichen Positionen in der internationalen Politik verhindert.
Zudem brauchen wir Respekt vor dem Völkerrecht, wenn ein Umschwung zum Frieden gelingen soll. Das UNO-Gewaltverbot hält klar fest, dass alle 193 Staaten in ihren internationalen Beziehungen auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt verzichten müssen. Wenn wir das Völkerrecht ignorieren oder nur dann beachten, wenn es uns passt, schaffen wir neues Leid. Aufrüstung, Waffen und Gewalt werden nicht zum Frieden führen. Gerade wenn die drei Giganten USA, China und Russland in Stellvertreterkriegen aufeinanderprallen, wird die Lage besonders gefährlich. Der buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh hat klug geraten, dass wir aus dem Raum des Richtig und Falsch, des Rechthabenwollens, in den Raum des Verbundenseins wechseln sollten. Dies kann im Privaten wie im Politischen nur gelingen, wenn wir uns andere Erzählungen anhören und darüber nachdenken.
Wir sollten freundschaftliche Beziehungen zu den drei Giganten pflegen
Um unsere kriegerische Zeit zu überwinden, ist es notwendig, dass sich alle Staaten am Völkerrecht orientieren und die Sichtweise des Gegenübers ernst nehmen. Der bekannte Rechtsgrundsatz »audiatur et altera pars« fordert klug, dass immer auch die andere Seite anzuhören ist. Künstler und Schriftsteller haben immer wieder an diese alte Weisheit erinnert. »Man versteht einen Menschen erst dann wirklich, wenn man die Dinge aus seiner Sicht betrachtet – bis man in seine Haut schlüpft und darin umhergeht«, sagt der weise Anwalt Atticus Finch im Roman To Kill a Mockingbird, den die US-Schriftstellerin Harper Lee 1960 veröffentlichte. In der Verfilmung des Romans verkörperte Gregory Peck den Anwalt und erhielt dafür einen Oscar. Doch dieser kluge Rat wird auch heute oft ignoriert. Wer von einem vorgegebenen Narrativ abweicht, muss damit rechnen, auf Wikipedia öffentlich diffamiert zu werden.
In meinem Buch sind viele Beispiele genannt, in denen Menschen Gewalt und mitunter auch Lügen eingesetzt haben, um ihre Ziele zu erreichen. Man darf angesichts dieser historisch gut dokumentierten Brutalität aber nicht zu dem Schluss kommen, dass wir als Menschheitsfamilie nicht fähig sind, friedlich zusammenzuleben. Wir können es sehr wohl und tun es jeden Tag, an Millionen verschiedenen Orten. Die Erde ist ein wunderbarer Planet und es gibt so viele gute Menschen, die anderen helfen und sie unterstützen, was aber natürlich nicht in den Nachrichten gezeigt wird, weil wir es als ganz normal einstufen.
Auch unter den drei Giganten gibt es mitunter Anführer, die uns daran erinnern, wie wichtig Frieden für uns alle ist. »Lassen Sie uns zunächst unsere Haltung gegenüber dem Frieden selbst überprüfen. Zu viele von uns halten ihn für unmöglich«, erklärte US-Präsident John F. Kennedy 1963 vor Studentinnen und Studenten der American University in Washington, die gerade ihren Abschluss gemacht hatten. »Zu viele von uns halten ihn für nicht zu verwirklichen. Aber das ist ein gefährlicher, defätistischer Glaube. Er führt zu der Schlussfolgerung, dass der Krieg unvermeidlich ist, dass die Menschheit zum Untergang verurteilt ist, dass wir uns in der Gewalt von Kräften befinden, die wir nicht kontrollieren können.« Alle hörten Kennedy gebannt zu, denn nur ein Jahr zuvor hatte die Welt während der Kubakrise eine gefährliche Konfrontation der Giganten erlebt, die zum Glück mit kluger Diplomatie gelöst werden konnte. Kennedy betonte, der Friede sei möglich, wenn genügend Menschen ihn wollen. »Unsere Probleme sind von Menschen geschaffen, deshalb können sie auch von Menschen gelöst werden. Die Größe, die der menschliche Geist erreichen kann, bestimmt der Mensch selbst.« (John F. Kennedy)
Um die Friedensbewegung zu stärken, werde ich in meinen Vorträgen im deutschen Sprachraum – in der Schweiz, Deutschland und Österreich – weiterhin unterschiedliche Narrative untersuchen und vergleichen. Wir sollten freundschaftliche Beziehungen zu den drei Giganten pflegen und uns friedlich in die multipolare Welt integrieren. Dafür ist es notwendig, dass wir immer wieder in die Haut eines anderen schlüpfen und erkennen, dass alles mit allem verbunden ist und es keine wirklich isolierten Phänomene gibt.
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So interessant es auch sein mag, was Ganser schriftlich und mündlich von sich gibt, es erreicht ganz selten eine inhaltliche/informative Tiefe, die dazu führen würde, dass man den Eindruck bekommt, das alles nicht schon woanders aufgeschnappt zu haben. Irritierend ist zumal der fast kindliche Duktus in manchen Sätzen, der siggeriert, dass alles wieder gut werden kann.
Ganser befleissigt sich immer einer einfachen Sprache, ob in Vorträgen oder schriftlich. Mich irritiert das nicht. Das ist eben sein Stil, und er wird genau wissen warum er das so macht.
Das mögen Sie gerne so sehen. Und dennoch kann man bei Sätzen wie diesen: „Um unsere kriegerische Zeit zu überwinden, ist es notwendig, dass sich alle Staaten am Völkerrecht orientieren und die Sichtweise des Gegenübers ernst nehmen.“ den Eindruck gewinnen, dass es sehr kindisch ist. Wer sollte Regierungen dazu anhalten, das Völkerrecht ernst zu nehmen, wenn nur die anhaltende Missachtung des Völkerrechts die Möglichkeit bietet, den Banken und Konzernen Räume für die Profitmaximierung zu öffnen. Es sind naiv-kindliche Floskeln, die schön klingen, aber eher zur Beruhigung taugen, als Empörung hervorzurufen!
Die Forderung ist nicht naiv und erst recht keine Floskel. Oder halten Sie das Völkerrecht für eine „naiv-kindliche Floskel“? Dann liesse sich Ihre Aufregung erklären…
Es gibt Foren-Mails, die nicht nur den Thread hier, sondern das ganze Forum vom Niveau her nach unten ziehen. Da sie damit an erster Position stehen, wird deutlich, dass es bei Overton sinnvoll wäre, Beiträge kollektiv farblich oder mit „Daumen hoch“ bewerten zu können, um auf den ersten Blick sehen zu können, ob das Lesen eines Beitrags sich lohnt.
Gansers Bücher gelten Themenbezogen oft als beispielhafte, mehrperspektivische und tiefgründige Aufklärung, die dem Westen heute trotz aller irren Kriegstreiberei und Gleichschaltungs- und Zensurversuche zum Glück noch möglich sind, um uns hoffentlich vor dem 3. Weltkrieg noch zu bewahren. Wenn man hier einen kindlichen Duktus erkennen will, dann verbreiten Sie diesen. Ich vermute, dass Sie mit dieser aufgeschnappten Tastaturarbeit andere Gründe haben, als ein Austausch der Argumente, die Ihnen offensichtlich leider fehlen.
@ Der das Geld riecht:
Sie wollen also nur das lesen, was andere gut finden? Nun, warum nicht. Aber ich weiß nicht, inwieweit das substanzieller ist, als der Eindruck von @Raphael, die einfache Sprache Gansers sei sedierend.
@ Raphael:
Also Sie können Herrn Ganser nun wirklich nicht vorwerfen, dass Sie viel lesen, denn wer viel ließt, entdeckt wenig neues, aber vieles bekanntes, das liegt in der Natur der Sache. Zudem habe ich den Eindruck, dass es nicht nötig ist, noch mehr »Empörung hervorzurufen«, davon gibt es allemal genug. Wovon es nicht genug gibt, ist Handeln aufgrund von Empörung, was manchmal damit zusammenhängen kann, dass in Aufregung nicht die klügsten Entscheidung getroffen werden und diese dann nur verpuffen.
@El-G
Ich befürchte, dass wir in Zukunft die Überlegung anstellen müssen, wie wir es verhindern, dass KI-Agenten sich in unsere Foren ausbreiten, die eine Agenda haben…
Dieser Verdacht kam mir gerade bei dieser etwas eigenartigen Antwort auf mein letztes Posting hier.
Sorry falls ich mich irre.
Interessant, dass eine inhaltliche Kritik an Gansers Text mit einem Beispiel daraus gleich dazu führt, nach einer Markierung dieser Kritik oder besser gleich noch nach ihrer Zensur/Löschung zu rufen. Und nein, mein Vorwurf an Ganser ist gar keiner, zumal er ja schreiben kann, was und wie er will. Nur erlaubt die Kommentarfunktion bei OT, dass man das eben mit einer persönlichen Wertung kommentiert. Man kann natürlich fordern, dass alle Kommentare gefälligst gut finden, was in den Textbeiträgen steht, die sie kommentieren, aber dann braucht niemand mehr die Kommentarfunktion, weil alles zur dekretierten Lobhudelei wird. Und ja, man kann sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn jemand den eigenen Lieblingsautor sachlich kritisiert – und meine Kritik war in jeder Hinsicht sachlich. Aber das ist mithin völlig belanglos. Es ist immer eine Frage, von wo aus man mit einer Bewertung startet, keine Frage. Aber niemand muss versuchen, mit einem persönlichen Kommentar zu versuchen, den gleichen Startpunkt einzunehmen, wie diverse anonyme Kommentarnutzer, nur um mit der eigenen Bewertung nur ja niemandes Gefühlsleben aus dem Gleichgewicht zu bringen. Das wäre für ein absolut sinnloses Unterfangen. Und so bleibe ich halt dabei, dass Ganser ein höheres Niveau erreichen würde, wenn er manche Sätze weniger naiv-kindisch formulieren würde, auch wenn das manche motiviert, nach canceling und censorship zu rufen … das ist die Welt, in der wir leben!
Ach, Sie haben eine “ inhaltliche Kritik “ an Gansers Text vorgenommen? Wo ist sie zu finden? Oder meinen Sie Ihre stilistische Kritik?
Es liegt mir fern, Herrn Ganser zu verteidigen – hat er nicht nach gefragt und wird er sicher nicht nötig haben –, dazu bin ich mit seinen Arbeiten auch nicht ausreichend befasst, kenne Ihn nur von seiner frühen „Gladio“-Arbeit und fand seine ersten Ausführungen zu 9/11 gut, da er sich auf das für jeden offensichtlich Merkwürdige konzentrierte, den Einsturz von WTC7.
Aber hier stehen dann zwei Dinge gegeneinander: »dass Ganser ein höheres Niveau erreichen würde…« und „Reichweite bei einem breiteren Publikum“. Wäre mein Anliegen die Artistik, würde ich ersteres wählen, wäre es mein Wunsch, einen gesellschaftlichen Impact zu erzeugen, dann zweiteres.
Komplexe Sachverhalte kompakt und schlüssig zu formulieren, ist dann auch eine eigene und seltene Kunst…
Aber ja, mein erster Kommentar war definitiv eine inhaltliche Kritik, und zwar konkret bezogen auf Sätze, wie den, dass sich alle Regierungen am Völkerrecht orientieren (mögen) und die Sichtweise des Gegenübers ernst nehmen. Der Satz wird von mir als ‚kindisch‘ bewertet, insofern die Aussage bzw. die darin enthaltene politische Vorstellung kritisiert wird. Die Forderung nach einer Orientierung am Völkerrecht und dem Ernstnehmen der Gegenseite ist naiv, vereinfachend und unrealistisch. Ganser weiß aus seiner langjährigen Beschäftigung mit Krisen und Kriegen, dass zumal die westlichen Regierungen sich in wichtigen Fragen nicht am Völkerrecht orientieren.
Und das ist der Kern der Kritik, dass er wider besseres Wissen moralisierende Phrasen in die Welt setzt; dass er seit einigen Jahren wie ein Prediger auftritt, weniger wie ein Historiker aus der Zeit, in der er über die Gladio-Netzwerke schrieb. Man könnte z.B. auch folgenden Satz nehmen: „Kennedy betonte, der Friede sei möglich, wenn genügend Menschen ihn wollen.“ Aber Kennedy selbst unterstützte und verschärfte die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Kuba während seiner Präsidentschaft, die vor allem Leid und Elend über das Land gebracht haben. Das wäre die nächste inhaltliche Kritik an dem, was er schreibt. Und nein, die Kritik hat überhaupt nichts mit seinen Motiven zu tun, die Friedensbewegung zu unterstützen. Die Kritik hat auch nichts damit zu tun, dass er seine eigene Darbietung als ‚Artist‘ verbessern möge.
Mit mehr inhaltlicher Tiefe und Realismus würde er stattdessen noch viel besser dazu beitragen, komplexe Sachverhalte nachvollziehbar und verständlich werden zu lassen. Die Dinge sind viel ernster, als es nach dem Lesen seiner Ausführungen scheint. Aber so viele offene Worte sind selbst hier möglicherweise unzumutbar (geworden).
Angesichts des permanenten „Der Wladimir hat aber angefangen!“-Geschreis in den hiesigen Qualitätsmedien ist Gansers Duktus wahrscheinlich nur zielgruppengerecht …
Sich echten und fiktiven Großmächten zu unterwerfen, wie der schweizerische Esoteriker es fordert, hat noch nie ein Land dauerhaft weiter gebracht. Zumal sehr viele Länder im Laufe ihrer Geschichte schon einmal Großmacht waren. Wie gewonnen, so zerronnen. Die ehemalige, regelbasierte Weltordnung hat zumindest einigermaßen sichergestellt, dass jedes Land eine einigermaßen faire Chance Richtung Autonomie und Aufstieg hatte. Diese Zeiten sind global gesehen vorbei.
„Faire Chance Richtung Autonomie und Aufstieg…“ Du meinst so Länder wie Irak, Libyen, Sudan, Afghanistan, Venezuela, Kuba…? Selten so gelacht…
In ihrem naiven Hochmut meinten einige sogar, die westliche Weltordnung wäre das Ende der Geschichte. Sie verkannten (so auch GBU-57), dass nur die Reichen von dieser Weltordnung profitierten auf Kosten der Armen (Menschen wie Staaten). So eine Ordnung konnte keinen Bestand haben.
Auch gab es keine echte Autonomie. Wer wirklich souverän werden wollte und eine eigene Entwicklung anstrebte, der wurde schnell zum Feind der USA, sodass sich die USA in nie endende Kriege verstrickten.
Welche Regeln, Witzbold?
Buchstaben Buchstaben Buchstaben Buchstaben
„Regelbasierte Ordnung“ ist eine platte Tautologie: jede Ordnung basiert auf Regeln. Man fand keinen besseren Propagandabegriff, um das Völkerrecht rhetorisch abzuschaffen, so nahm man eben diesen, so plump er auch sein mochte. Ein intellektuelles Armutszeugnis für jeden, der auf diesen Trick hereinfällt.
Die militärische Bedrohung durch Russland ist eine westliche Zwecklüge
Am UN-Weltfriedenstag ( heute, 21.09. ) kritisiert der Ost-Berliner Autor Wolfgang Herzberg die Nato: ein sinnloses Feindbild, ein sinnlos drohender Krieg.
https://www.berliner-zeitung.de/article/die-militaerische-bedrohung-durch-russland-ist-eine-westliche-zweckluege-10402807
KEINE WERBUNG
Wer etwas schriftlich vorbereiten möchte, um es dann „tagesaktuell“, wie oben z.B. zum 21.09. z.B. veröffentlichen zu können, kommt nur schlecht am „Munzinger“ vorbei.
https://de.wikipedia.org/wiki/Munzinger-Archiv
Wozu ? Der Leser fragt immer:“ Warum jetzt ? Warum heute ? Was soll ich damit ?“ und lässt Artikel ohne aktuellen Bezug liegen. Artikel ohne zeitlichen, oder regionalen Bezug sind fast ohne Belang, werden ignoriert und man hat alle Arbeit umsonst investiert. „Sowas kann man ja auch später, oder irgendwann im Internet finden und lesen.“, denkt der Leser und klickt weiter. “ Sex and crime “ spielen bei
der Akzeptanz eine untergeordnete Rolle.
An manchen Uni’s gibts das Munzinger gratis. In ÖRR-Funkhäusern mit Bib-Gastausweis sowieso und viel mehr
dazu ( Falls die Archivare rumnöhlen: Auch für diese Leistung zahlst du Rundfunkgebühren ! ). Sonst kostenpflichtig.
„Weil wir oft in einem Gut-gegen-Böse-Narrativ verharren und uns weigern, die Probleme der anderen Seite zu begreifen.“
Mit diesem „wir“ will Ganser uns erzählen, Herrscher und Beherrschte hätten etwas gemeinsam: „Wir sitzen beide im gleichen Boot.“ Leben „wir“ in einer klassenlosen Gesellschaft? Dieses Einteilen der Nationen in Schurkenstaaten haben doch primär die „von Gott gesegneten“ US-Präsidenten in den letzten Jahrzehnten vorgenommen und diese Schurkenstaaten mit Wirtschafts- und Waffenkriegen überzogen, weil sie es ungestraft tun konnten.
Neuerdings kommen die NATO-Herrscher bei der Welteinteilung nicht mehr so ganz straffrei davon. Aber reumütig werden sie deshalb nicht, sondern bestellen bei ihren Rüstungsfirmen mehr vom Gleichen!
„Wenn man vernünftig ist, braucht man überhaupt keine Atombomben“ lautet der abschließende Satz eines alten Herman-van-Veen-Songs.
Ja, Herr Ganser, es gibt gute Menschen, aber seltsamerweise kommen die fast nie in Machtpositionen – offensichtlich fehlt ihnen etwas, das die anderen haben: Gier.
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass es wohl so etwas wie ein „Entdecker-Gen“ gibt, das Menschen dazu bringt, ihre Umgebung/das Erreichte als so langweilig zu empfinden, dass sie über deren Grenzen hinaus wollen. Vielleicht sollten diese Leute einfach 3/4 der Erde für sich nehmen, und wir anderen gründen Hobbitingen und hoffen, in Vergessenheit zu geraten.
Den bösen Menschen steht jede Handlungsmöglichkeit offen. Den guten Menschen natürlich nur die moralisch anständigen. Dadurch sind die Guten automatisch im Nachteil. Gewissenlosigkeit ist ein Vorteil für den Einzelnen um nach oben zu kommen, aber ein Nachteil für die Menschheit als ganzes. Tja.