Jacques Baud: „Unsere Politiker und Medien machen sich keine Sorgen über die Ukrainer“

Russischer Kampfhubschrauber. Bild: mil.ru

Warum es bei der ukrainischen Offensive hakt, warum der Westen alte Waffensysteme liefert, warum das russische Militär unterschätzt wird und warum dem Westen nichts an der Ukraine liegt.

Jacques Baud  war Oberst der Schweizer Armee, arbeitete für den Schweizerischen Strategischen Nachrichtendienst, die Vereinten Nationen und für die Nato in der Ukraine. Er ist Autor mehrerer Bücher über Nachrichtendienste, asymmetrische Kriegsführung, Terrorismus und Desinformation. Das Gespräch wurde am 26. Juni geführt.

Teil 1 des Gesprächs mit Jacques Baud: „Das war sicher kein Putschversuch, wie unsere Medien die Sache aufgeblasen haben“

Es hat angeblich die ukrainische Großoffensive an verschiedenen Stellen in Bachmut und weiter im Süden begonnen, aber sie kommt offenbar nicht richtig voran. Es ist zwar immer von der Ukraine die Rede, dass dieses oder jenes Dorf befreit worden sei, aber das sind keine wirklichen Geländegewinne. Die Ukraine steht jedenfalls unter Druck. In den USA erwartet man schnelle Erfolge. Kann man das so bestätigen?

Jacques Baud: Ja, das ist so. Die Amerikaner brauchen einen Erfolg. Vor allem Biden. Und die optimale Lösung wäre natürlich ein großer Erfolg der Ukrainer, weil er nicht mit diesem Krieg in den Präsidentschaftswahlkampf gehen will. Das ist verständlich. Der Westen hat wahnsinnig viel Material, Munition und Geld in die Ukraine investiert. Dabei wurden unsere eigenen Grenzen erreicht. Nur als Beispiel gab es vor allem in den Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts sowjetisches militärisches Material. Auch einige Länder wie Deutschland oder Schweden hatten solches Material. Alles wurde an die Ukraine gegeben, das heißt, heutzutage gibt es kein ehemaliges sowjetisches Material mehr in Europa. Dazu hat man schwere westliche Waffen wie die Leopard-Kampfpanzer usw. geliefert oder ist man dabei, diese zu liefern. Wir sind dabei an an unsere Grenzen gestoßen. So müssen die Amerikaner beispielsweise TNT-Sprengstoff aus Südkorea bestellen, weil es für ihre Produktion von Artilleriegeschossen fehlt. Das heißt, auch die Amerikaner sind tatsächlich an der Grenze für die Produktion von Waffen zur Unterstützung der Ukraine.

Die westlichen Staaten, insbesondere Amerikaner,  erwarten ein Resultat. In den USA sind die Republikaner zwar sehr antirussisch, aber sie kritisieren Biden für das Management des Krieges und wollen ein Resultat haben. Und das kommt nicht. Schon Anfang des Jahres hat schrieb der Times of London, dass Selenskij eine harte Arbeit bei der Gegenoffensive vor sich habe, aber dass er keine Wahl habe. Das ist das Problem: Er hat keine Wahl. Er muss das machen.

Aber die Technik der ukrainischen Armee wurde Ende Mai, Anfang Juni letztes Jahr zum größten Teil zerstört. Ab Juni 2022 hing die ukrainische Armee von der Unterstützung des Westen ab. Dazu kommt, dass die ukrainische Armee seit Ende des letzten Jahres und Anfang dieses Jahres an die Grenze der Menschenressourcen stößt. Daher gibt es jetzt eine Generalmobilmachung in einigen Oblasten, weil sie keine Truppen mehr haben.

Überdies wollen die Soldaten nicht mehr kämpfen. Letztes Jahr ist die Zahl der männlichen Studenten in der Ukraine um 82 Prozent gestiegen, in einigen Universitäten stieg ihre Zahl sogar um das Zwölffache. Das heißt, die jungen Männer wollen nicht kämpfen, weil sie als Studenten nicht eingezogen werden können. In verschiedenen westlichen Medien wurde auch berichtet, dass einige Panzerbesatzungen die Leopard-Panzer sabotiert haben, um nicht zum Kampf gehen zu müssen. Die Ukrainer wissen, dass die Russen eine höhere Kapazität besitzen, sie haben Angst. Das kann man auch verstehen. Man sieht, dass ganze ukrainischen Einheiten nicht mehr kämpfen wollen. Die Ukraine hat daher nicht nur ein Material-, sondern auch ein Personalproblem. Und deshalb ist Selenskij mehr oder weniger gezwungen, einen Erfolg zu bringen. Man sagt, dass die Gegenoffensive am 4. Juni begonnen habe. Das Oberkommando der ukrainischen Streitkräften sagte aber auch, man würde den Beginn der Gegenoffensive nicht ankündigen. So kann man natürlich mit Flexibilität handeln. Wenn diese Gegenoffensive Anfang Juni angefangen hätte, dann haben bisher die ukrainischen Streitkräfte noch nicht die Verteidigungslinie der Russen erreicht und sind auf der ganzen Länge des Frontes noch immer in der sogenannten Sicherheitszone geblieben.

Die Minenfelder sind, glaube ich, das Hauptproblem für die ukrainischen Angreifer.

Jacques Baud: Das sind die Minenfelder, aber auch die speziell zur Panzerabwehr gebildeten Einheiten. Das sind ganz bewegliche Einheiten, die diese Zone vor der befestigten Verteidigung mit einer Breite von drei bis zehn Kilometern überwachen und Panzer jagen. Die Bilder, die man von zerstörten Bradley­-, Stryker- und Leopardpanzern gesehen hat, stammen alle aus dieser Sicherheits- oder Überwachungszone, d.h. es gab noch keinen Kontakt mit den ersten Linien der russischen Verteidigung.

Die Hoffnung eines Erfolgs seitens Ukrainer ist meines Erachtens extrem dünn. Ich sage das seit Monaten. Ich denke, man sollte jetzt zu Vernunft kommen, denn die Menschen, die jetzt sterben, sterben für nichts, weil es keinen operativen Erfolg geben wird. Die westlichen Länder setzen daher auf einen politischen Erfolg, nicht auf einen operativen, weil der Prigoschin/Wagner-Vorfall die Idee zu bestätigen scheint, dass die Gegenoffensive Russland politisch destabilisieren kann. Da sind wir, glaube ich, auf dem falschen Weg. Man muss sehen, dass im Moment vor allem Ukrainer sterben. Es sterben auch ein paar Russen, aber im Grunde bewirkt die von den Russen eingeschlagene Taktik, dass der größte Teil der Verluste im Moment auf Seite der Ukrainer geschieht.

Wenn Ihre Analyse stimmen sollte und es eine gewisse Kriegsmüdigkeit der Ukrainer gibt, dann müsste doch eigentlich auch das System Selenskij auf wackeligen Füßen stehen. Kann er das noch lange durchhalten?

Jacques Baud: Das ist die Frage. Mehrere Experten, vor allem in Amerika, haben mehrmals erwähnt, dass Selenskijs Leben jetzt gefährdet sei. Nicht wegen der Russen, sondern wegen der Ukrainer. Kann man das bestätigen? Ich weiß es nicht. Aber man sieht mehr und mehr in der Ukraine einen Widerstand gegen diesen Krieg. Ich habe an einigen Zoom-Konferenzen mit Menschen aus der Ukraine teilgenommen. Man spürt ganz deutlich, dass es eine Sättigung in der Ukraine gibt. Die Menschen sind natürlich verzweifelt. Sicher, es gibt einen Blackout über die Informationen diesbezüglich. Man spricht davon auch nicht in Europa, sondern immer nur von Erfolgen. Deswegen haben wir den Eindruck, dass die Ukrainer erfolgreich sind. Aber die Ukrainer selber wissen, wie die Realität ist. Unsere Politiker und unsere Medien vor allem täuschen nicht nur die Russen, sondern die Ukrainer selber. Was man im Westen macht, geschieht aber nicht zugunsten der Ukrainer. Man hilft ihnen nicht.

Ich habe mehrmals gesagt, man könne einen Krieg nicht richtig beurteilen, wenn man den Feind nicht richtig versteht. Unsere Medien haben  immer die Russen klein geredet und gesagt, sie seien schlecht geführt, schlecht bewaffnet, schlechte Soldaten mit einer sehr schlechten Moral usw. Vor kurzem sagte ein ukrainischer Kriegsgefangener, sie seien mit der Vorstellung in den Kampf gegangen, dass die Russen schwach sind und keine Munition, keine Minen und keine Panzer mehr haben. Und dann hätten sie auf dem Schlachtfeld das Gegenteil erlebt. Nach dem Kriegsgefangenen hätten die NATO-Ausbilder versichert, man müsse sich keine Sorgen machen, weil die Russen so schwach sind. In der Realität war das völlig anders. Das führt genau zum Gegenteil der Erwartungen. Die Ukrainer werden demoralisiert, weil sie merken, dass das, was ihnen versprochen wurde, nicht der Realität entspricht.

Könnte Selenskij denn jetzt überhaupt Verhandlungen aufnehmen? Oder würde er nicht nur auf Widerstand vom Westen, sondern auch aus der Ukraine stoßen, wenn er sich entscheiden würde, in Verhandlungen mit Russland einzutreten?

Jacques Baud: Er hat das ja schon zwei oder dreimal gemacht. Das erste Mal am 25. Februar im letzte Jahr, also einen Tag nach Kriegsbeginn. Und die westlichen Länder haben ihm gesagt: Nein, es wird nicht verhandelt. Im März geschah genau das Gleiche. Tatsächlich ist heute klar, dass der Westen (hauptsächlich Großbritannien und die USA) Zelensky im März 2022 dazu drängte, die Rücknahme seines Verhandlungsvorschlags (der bereits von der ukrainischen Delegation unterzeichnet worden war und zu dem sich die Russen positiv geäußert hatten) gegen die Fortsetzung des Konflikts mit einer Unterstützung „so lange wie nötig“ einzutauschen. Übrigens hat Wladimir Putin während des Besuchs einer Delegation der Afrikanischen Union den Entwurf dieses Vertrages veröffentlicht. Bisher wurden die Bemühungen von Selenskij zum Verhandeln immer verhindert. Er weiß jetzt, wenn er Verhandlungen startet, wird er keine Unterstützung mehr haben. Ich finde die Haltung der westlichen Länder gegenüber Selenskij pervers.

Hätten die westlichen Staaten, wenn Selenskij nicht mehr mitspielen sollte und abgesägt würde, nicht auch verloren, weil sie dann niemanden mehr haben. Oder wäre dann Poroschenko ein Joker?

Jacques Baud: In diesem Krieg geht es nicht um die Freiheit oder die Menschenrechte in der Ukraine. Das ist ein Krieg gegen Russland, kein Krieg für die Ukraine. Deswegen wurden die Minsker Abkommen nicht implementiert, wie das übrigens auch Angela Merkel selber gesagt hat, ebenso wie Poroschenko, Francois Holland und Selenskij. Auch Macron hat das gesagt. Es gab nie die Absicht, die Minsker Abkommen umzusetzen, sondern es ging darum, Zeit zu gewinnen, die ukrainische Armee wieder auf Beine zu stellen, um dann einen Krieg gegen den Donbass zu durchführen. Wir hatten nie im Sinn, der Ukraine zu helfen. Wir wollten nur Russland schaden. Und das ist das Perverse, finde ich.

Ich bin total apolitisch, ich habe keine Beziehungen mit Russland und grundsätzlich ist mir völlig egal, was mit Russland passiert. Aber als strategischer Analytiker muss ich sagen, das ist eine völlig falsche Art, eine Krise zu lösen.

Das Problem ist allerdings, dass man diese Krise gar nicht lösen wollte. Das ist, finde ich, traurig. Die Zahl der Toten in der Ukraine kennt man nicht genau. Heute spricht man von 200.000 auf beiden Seiten. Es sind sicher viel mehr als bei den Russen. Anfang dieses Jahres hat eine NGO die Todesanzeigen in der Ukraine ausgewertet. Mit dieser Methode hat Mediazona mit der BBC die Todeszahlen für Russland eruiert. Diese Zahlen sind ungefähr zehnmal niedriger als diejenigen, die unsere Medien für Russland veröffentlichen. In der Ukraine wurde die gleiche Arbeit von einer NGO gemacht.

Wie heißt die NGO?

Jacques Baud: Ich  erinnere mich jetzt nicht. Und ehrlich zu sein, vertraue ich deren Ergebnisse nicht besonders, deshalb habe ich das nicht in meinen Büchern erwähnt. Die Methodologie von Mediazona und BBC scheint mir viel mehr robuster zu sein als die ukrainische Organisation. Interessant ist, dass sie die Zahl von 400.000 Toten eruiert haben. Aber ich bin sehr vorsichtig mit diesen Zahlen. Ich glaube, das ist übertrieben. Aber wenn die Verluste der Ukraine zwischen 200.000 und 400.000 liegen, ist das viel massiver, als man sagt.

Es sind ja viele Ukrainer, vor allem Frauen, nach Europa geflohen. Warum hört man dort wegen der hohen Verluste keine Proteste?

Jacques Baud: Es gibt Proteste, aber sie werden unterdrückt. In unseren Medien taucht das nicht einmal auf. Es gab zahlreiche Proteste der Bevölkerung in der Ukraine, vor allem in Transkarpatien im Westen des Landes, da sich diese Regionen (die ethnisch magyarisch und rumänisch sind) nicht von diesem Konflikt betroffen fühlen.

Die ukrainischen Angehörigen müssten doch wütend sein, wenn sie jemand im Krieg verloren haben. Und bei den angeblich hohen Zahlen müssten viele davon betroffen sein.

Jacques Baud: Wissen Sie, wenn ich privat mit Ukrainern reden, dann sagen sie mir das, aber sie werden das nie offiziell äußern, weil sie dann als Verräter betrachtet würden. Ich habe an einer Zoom-Konferenz teilgenommen, in der ein Ukrainer aus Kiew sagte: Ja, was Herr Baud sagt, ist richtig. Und hier in Brüssel wurde ich auf einem YouTube-Video von einem jungen Ukrainer erkannt. Er bedankte sich bei mir für das, was ich mache, da Vernunft in dieser Diskussion notwendig sei. Die haben wir leider nicht. Ohne Vernunft wird es keine Lösung geben und werden die Menschen weiter sterben. Ich bin überzeugt, dass Russland strukturell, moralisch, gesellschaftlich robuster ist als die Ukraine.

Sollten das dann nicht auch die westlichen Geheimdienste und die westlichen Militärs wissen? Warum erfahren wir aus diesen Kreisen keine realistischen Einschätzungen?

Jacques Baud: Das ist ein Thema für sich. Wenn ich einen Vertreter eines westlichen strategischen Nachrichtendienstes treffe, dann sagt der mir: Herr Baud, Sie haben recht. Alles, was ich in meinen Büchern schreibe, basiert auf Fakten. Aber die dürfen das nicht sagen. Schlussendlich stehen Nachrichtendienste wie das Militär unter dem Primat der Politik. Es gibt Hinweise aus Amerika, weil das Pentagon eine gewisse Handlungsfreiheit bezüglich Informationen hat. Seit letztem Jahr haben die amerikanischen Militärs gesagt, dass man in Verhandlungen gehen sollte. Natürlich, die Politiker wollen das nicht, aber das haben hochrangige Militärs gesagt. Vor kurzem erklärte der Oberbefehlshaber des European Command im Prinzip das Gegenteil zu dem, was unsere Medien sagen, nämlich dass die russische Streitkräfte im letzten Jahr stärker geworden sind. Sie sind stärker heute als vor einem Jahr.

Interessant ist, dass die USA einen Krieg mit der sogenannten Information Dominance gewinnen wollten, also mit einem schnelleren Informationenfluss auf dem Feld, besserer Koordination, Informationsverteilung etc. Die westlichen Länder haben viel von ihrer Technik in die Ukraine gebracht, und die Russen haben von dieser Technik gelernt und beispielsweise ihre Systeme der elektronischen Kriegführung in einem Jahr weiter entwickelt. Sie haben das Material aus dem Westen, das sie in ihre Hände bekommen haben, zerlegt und studiert. Und sie haben ihre Gegenmaßnahmen entwickelt. Das heißt, sie sind tatsächlich stärker geworden. Das verursacht beim amerikanischen Militär eine gewisse Angst, weil die Russen jetzt eine Militärerfahrung besitzen, die sie selbst nicht haben. Obwohl der Westen seit 30 Jahren ständig überall Kriege führt, geschah dies nur gegen schwache Gegner ohne Luftüberlegenheit. Es war einfach, diese Armeen zu bewältigen. Aber die Russen befinden sich jetzt in einem hundertprozentigen Krieg, wie man ihn sich in Mitteleuropa vor 40 oder 50 Jahren vorstellte. Die Russen können ihre Erfahrung auf einen echten Krieg basieren. Und das können wir natürlich nicht.

Zögert das Pentagon deshalb, ihre Abrams-Panzer oder Kampfflugzeuge zu liefern, damit sie nicht in die Hände der Russen fallen? Gibt man lieber alte Waffensysteme?

Jacques Baud: Das stimmt. Deswegen werden wir keine F35 in der Ukraine sehen. Das war auch das Problem mit dem Patriot-System. Vermutlich wurde mit den russischen Kinshal-Hyperschallraketen ein Patriot-System in Kiew am Anfang Juni zerstört. Das bedeutet, dass mit diesem System diese Raketen nicht abgefangen werden können. Davon waren die Amerikaner aber überzeugt. Deswegen sind sie zurückhaltend, weitere Technik an die Ukraine zu geben, weil das keine gute Werbung ist. Das gilt auch für die F-16-Kampfflugzeuge. Den Ukrainern will man nicht die neueste, sondern eine ältere Generation geben. Das zeigt die Scheinheiligkeit des Westens.

Kürzlich berichtete die New York Times über die schlechte Qualität des Materials, das in die Ukraine geht. Teilweise funktioniert es einfach nicht. Selenskij hat sich beklagt, dass sie Flugabwehrraketen von einem europäische Land zurückschicken mussten, weil das Raketensystem nicht funktionierte. Er hat sich mehrmals beklagt, das es mit den Stryker-Schützenpanzern so viele Probleme mit der Technik gibt, dass man sie nicht mehr benutzen könne. Das heißt, wir schicken altes Material, das nicht funktioniert, und sagen, wir unterstützen Ukrainer. Das ist pervers. Und unsere Medien machen mit. Solche Artikel wie die von der New York Times findet man in französischsprachigen Medien nicht. Kein Wort über das. Ich weiß nicht, wie das in den deutschen Medien ist.

Solche Berichte gibt es zumindest kaum. Aber ich denke, dass viele Journalisten unter einer Glocke hängen und nur bestimmte, gewissermaßen von der Mainstrem-Community anerkannte Personen als Experten haben bzw. heranziehen.

Jacques Baud: Ja, so ist das. Wissen Sie, der schlimmste Fehler, den man im Krieg machen kann, ist den Feind zu unterschätzen. Und dank unserer Medien, machen wir genau das. Das ist so, wie dieser ukrainische Kriegsgefangene es sagte: Wir wurden von den Medien getäuscht. Das ist nicht nur unehrlich, das bringt auch keinen Sieg. Es ist ja nicht so, dass der Feind schwach ist, weil man denkt, dass er schwach ist. Das ist kindisch.

Ein gutes Beispiel sind die russischen Raketen. Schon Anfang März letzten Jahres hieß es, den Russen gingen die Raketen aus. Und während das ganze Jahr diese Raketen eingesetzt wurden, hat man jedes Mal gesagt: „Ja, aber das sind die letzten, die haben keine mehr. Die haben jetzt alles verschossen.“ Deswegen hat die Ukraine zuerst keine Flugabwehrraketen erhalten. Erst im Oktober hat man realisiert, dass vielleicht die Einschätzung falsch war, weswegen man mehr Flugabwehrraketen liefern müsste. Das heißt, wir werden selber von unserer Lüge beeinflusst. Und das finde ich total idiotisch. Dafür zahlen natürlich die Ukrainer den Preis. Oder besser gesagt, die ukrainische Bevölkerung. Und ich habe das Gefühl, dass sich niemand über die Ukrainer Sorgen macht. Unsere Politiker und unsere Medien jedenfalls nicht.

Am 10. Juli erscheint von Jacques Baud das Buch „Putin – Herr des Geschehens?“ im Westend Verlag.

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65 Kommentare

  1. Und wem nutzt jetzt das ganze Theater? Ein paar Rüstungsfirmen und kurzfristig der amerikanischen Wirtschaft. Beim Rest vom Wertewesten geht es bergab, auch wenn es auf dem Papier leicht bergauf geht, das ist Selbstbetrug. Wenn das unverzichtbare Produkt teurer ist, steigt der Umsatz, und die Wirtschaft legt bei diesem Produkt zu, aber das wird über neue Schulden finanziert. Ja, es liegt noch Gold im Keller, das kann man noch verbraten, ehe die G7 hinter Brics zurückfallen. Warum macht Europa dieses Spiel mit? Laufen hier Erpressungsversuche?

    1. „Und wem nutzt jetzt das ganze Theater?“

      Ich denke, Herr Baud hat recht, wenn er sagt, dass die USA Krieg gegen Russland führen wollen, aber eben indirekt.

      So lange der Krieg läuft, sind sie im Plan. Leute wie Baerbock hängen sich da dran.

      Ich hatte Hoffnung, dass die USA die Kandare locker lassen, nachdem sie die EU größtenteils von Russland wirtschaftlich abgekoppelt hatten. — Ist nicht passiert.

    2. Warum machen die Deutschen mit?
      Warum machen die europäischen Länder mit?
      Warum macht die EU so mit?
      Die Fragen werden kaum/nir gestellt geschweige denn beantwortet!!

  2. Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert.

    Carl von Ossietzky (1889 – 1938), deutscher pazifistischer Chefredakteur der „Weltbühne“, Schriftsteller und Symbolfigur des Widerstands gegen das NS-Regime, Friedensnobelpreis 1935
    Quelle: Ossietzky, in: Die Weltbühne. Offener Brief an Reichswehrminister Groener, 8. Dezember 1931

  3. Schon 1948, zu Beginn des Kalten Krieges, hat der US-Diplomat George Kennan diese Wahrheit mit brutaler Aufrichtigkeit ausgesprochen: „Wir besitzen 50 Prozent des Reichtums der Welt, stellen aber nur 6,3 Prozent ihrer Bevölkerung. In dieser Situation besteht unsere wahre Aufgabe darin …, diese Ungleichheit aufrechtzuerhalten. Um das zu tun, müssen wir alle Sentimentalität beiseiteschieben … Wir sollten aufhören, über Menschenrechte, über die Verbesserung des Lebensstandards und über Demokratisierung nachzudenken.“

  4. Der kommende NATO-Gipfel in Vilnius könnte ähnlich schicksalhaft werden wie der von 1997, auf dem NATO-Osterweiterung und Ukraine-Charta beschlossen wurden.
    Auch wenn es in Vilnius nicht zur konkreten Festlegung auf NATO-Aufnahme der Ukraine kommt, wie sie die Selensky-Regierung mit allen Mitteln durchsetzen will, wird die Festlegung der NATO auf langjährige massive Aufrüstung der Ukraine geplant.
    Wenn die NATO dies konkret beschließt, macht sie Verhandlungsangebote für Waffenstillstand aussichtslos.
    Auf ein „Minsk-3“ zum Zeitgewinn für die nochmalige Aufrüstung der Ukraine durch den Westen wird sich der Kreml nicht einlassen und betont das auch ständig.

    Da einige NATO-Mitglieder „kriegsmüde“ werden, wollen andere eine „Koalition der Willigen“ bilden, um durchzuziehen, was nicht konsensfähig ist, und u. a. später in Eigenregie Soldaten in der Ukraine stationieren.
    Polen verlangt zudem „nukleare Teilhabe“, d. h. NATO-Atomwaffen auf seinem Staatsgebiet, also eine ständige „Kuba-Krise“ in Europa.
    Auch wenn es in der Ukraine irgendwann angesichts ihrer militärischen Niederlage zu formellem Waffenstillstand kommt, wird die Konfrontation Europas gegen Russland weiterbetrieben werden.
    Es ist zum Verzweifeln.

    https://www.tagesspiegel.de/internationales/ex-generalsekretar-warnt-einzelne-nato-mitglieder-konnten-soldaten-in-der-ukraine-stationieren-9948423.html

    1. Es wird keinen Waffenstillstand geben.Russland wird nur die Kapitulation des Westens akzeptieren.Dieser Krieg ist auch ein Ressourcenkrieg.Und den gewinnt Russland.Z.B.hat das Werk in Nishni Tagil alle Nichtmilitärischen Produkte (Eisenbahnwaggons,Schwermaschienenbau…)an andere Betriebe abgegeben und produziert nur noch den T90..das in drei Schichten ,7Tage die Woche…ca.1600 Stück im Jahr.
      Das Drohnenwerk in Jelabuga/Tatarstan,das die angeblich „iranischen“ Drohnen Geran2 u.a. produziert,hat die Produktionskapazitäten verzehnfacht.Ähnlich bei Almaz-Antey (Flugabwehrsysteme),Kalashnikow(Panzerabwehrraketen )….Das Werk in Kurgan(Schützenpanzer BMP3 u.a.)verlässt täglich ein Schwerer Güterzug mit Dutzenden Fahrzeugen…Der Westen hat dem nichts entgegenzusetzen.Mit Finanzprodukten und Genderwissenschaften ist kein Krieg zu führen….
      Je eher der „Westen“begreift,dass es diesen Krieg nicht gewinnen kann,um so mehr Menschen müssen nicht vorzeitig sterben.

      1. Zu „Es wird keinen Waffenstillstand geben. Russland wird nur die Kapitulation des Westens akzeptieren.“:

        Es stimmt nicht, dass Russland keine Bereitschaft zu Waffenstillstandsverhandlungen habe.
        Allerdings würde ein realistisches Verhandlungsangebot des Westens einer Kapitulation der NATO gleichkommen.

        Direkt nach der russischen Invasion gab es Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland mit Einigung auf einen Waffenstillstandsvertrag.
        Doch der Westen verbot Selensky per Blitzbesuch von Boris Johnson die Unterzeichnung.
        Denn dieser zwischen Ukraine und Russland ausgehandelte Waffenstillstandsvertrag sah die künftige Neutralität der Ukraine vor, wohingegen die NATO seit 1997 darauf besteht, die Ukraine könne nicht neutral sein, sondern müsse zum Westen gehören bzw. dem Westen gehören.
        Inzwischen besteht die russische Regierung darauf, direkt mit den USA zu verhandeln.

        1. “ … würde ein realistisches Verhandlungsangebot des Westens einer Kapitulation der NATO gleichkommen“

          Nicht „Kapitulation“, NATO ist kein staatlicher Souverän, sie kann nicht „kapitulieren“, aber sie verlöre ihren durch den Krieg erworbenen Status als militärische Höchstinstanz des Imperiums, insbesondere die Militärherrschaft über die EU.
          Eben das ist der Grund, warum die NATO die vernichtende Zerstörung der Ukraine will, obwohl keiner der maßgeblichen NATO – Funktionäre diese Absicht verfolgen mag. Es figuriert umgekehrt in ihren Hirnen mit Sicherheit in der Gestalt eines drohenden „Schicksals“, gegen das NATO unterhalb der Schwelle eines Weltenbrandes nichts vermag.
          Dieser Zustand ist essentiell, weil er für alle gesellschaftlichen Verhältnisse gilt, in denen Klassen, Stände, Subgruppen, Funktionäre ihren persönlichen Willen an die Institute abzugeben haben, denen sie dienen, solange sie dienen.
          Es gilt insbesondere für Nationalisten aller Couleur!
          Wer z.B. „Deutschland“ hoch hält – und sei es moralisch / sittlich – weil er letztinstanzlich Staatlichkeit für eine gesellschaftliche Naturbasis ansieht, will die Zerstörung Russlands, ohne dies persönlich wollen oder sich darüber Rechenschaft legen zu müssen, nämlich in dem einfachen Sinne, daß die Zerstörung Russlands in gleicher Weise ein „schicksalhaftes“ Resultat des Kriegsgeschehens wäre, wie die Zerstörung Deutschlands.
          Das ist die fatale Falle des Idealismus des „Friedens“, der „Friedensbewegtheit“ aller Arten und Sorten.
          Ich falte das hier noch mal ansatzweise so auf, weil der Zusammenhang beim selbstbewußten Militaristen Baud direkt erkennbar wird. Was nicht in sein Konzept professioneller Kriegführung paßt, ist in seinen Augen in aufsteigender Reihenfolge ein „Fehler“, „irrational“ und / oder ethisch / moralisch verwerflich. Und am End im Resultat, wie immer es ausfalle … fatal. Schicksalhaft.

          1. Zu „Nicht „Kapitulation“, NATO ist kein staatlicher Souverän, sie kann nicht „kapitulieren“,(…)“:
            Ich schrieb „einer Kapitulation der NATO gleichkommen“ und meinte daher Kapitulation im übertragenen Sinne. Würde ich schreiben „Ich kapituliere vor Haarspalterei“, würde ich damit ja auch nicht behaupten wollen, ich sei ein staatlicher Souverän, der in einem militärischen Krieg kapituliert.

            Zu „(…) Das ist die fatale Falle des Idealismus des „Friedens“, der „Friedensbewegtheit“ aller Arten und Sorten.“:
            Bei diesem Thema sehe ich nicht alles so wie Sie, aber, wie gesagt, einiges schon.
            Inzwischen habe ich vor der aus meiner Sicht traurigen Entwicklung der „Friedensbewegten“ kapituliert.

            Was hingegen die eventuelle zukünftige Kapitulation der NATO betrifft:
            Ein realistisches Verhandlungsangebot an Russland müsste einer nachträglichen Anerkennung des russischen Vertragsentwurfs vom 17. Dezember 2021 entsprechen. Doch damit würde die NATO das, was sie seit Jahrzehnten als ihr Ziel, ihr Recht und ihre „heilige Pflicht“ proklamiert, zurücknehmen und ihre sich selbst zugeschriebene Daseinsberechtigung aufgeben.
            Kurz gesagt: Die NATO würde sich selbst für überflüssig erklären.

            1. „Kurz gesagt: Die NATO würde sich selbst für überflüssig erklären.“

              Rhetorisch geht das „in Ordnung“ – weil haufenweise Nato-Strategen vermutlich genau diese Worte wählen würden. Deshalb repräsentiert solche Rhetorik eine Wirklichkeit, aber auch die Wahrheit über sie?
              Die Mehrzahl der NATO-Mitglieder sind Mitglieder der EU. Insofern Amerikaner die NATO für essentiell für ihr angenommenes / angemaßtes / gewähntes Imperium nehmen, hätten sie sich nach einem „Patt“ im Russlandkrieg, das gegeben wäre, wenn dem Westen nur noch die Option einer ultimaten Eskalation bliebe, hinsichtlich einer Neukalibrierung der NATO-Rolle in bis dato unerhörtem Umfang nach den Europäern zu richten, nach deren auf EU-Ebene deklarierten, in der neuen Situation verbleibenden „Sicherheitsinteressen“.
              Die EU, genauer die „Lissabon-EU“, die es bislang noch nicht recht gibt, avancierte zu einem maßgeblichen politischen Souverän hinter und über der NATO.
              DAS, Sabine, ist es, worauf Leute wie UvdL und Borell setzen, deshalb wollte UvdL nicht jetzt NATO-Generalsekretärin werden, sondern möglichst erst dann, wenn eine Neuausrichtung unabweisbar wird.
              Die Leutz sind nicht so doof, wie sie tun, Sabine!
              Und meine „Haarspalterei“ verfolgt die Absicht, daß die Wahrheit nicht hinter Wirklichkeitsfetzen repäsentierender Rhetorik unkenntlich wird – namentlich für Jüngere. Angeblich gibt es ja Jüngere, die Dir zuhören.

              1. Zu „DAS, Sabine, ist es, worauf Leute wie UvdL und Borell setzen“:
                Natürlich, sag ich doch seit Langem, s. Borrells Einweisung der EU-Botschafter letzten Herbst zur Neuausrichtung der EU in einer „messy multipolarity“ gegensätzlich zur US-Ausrichtung als „democracy vs. autocracies“. Borrells Abgrenzung von den USA war ja auffallend.
                Dass die meisten in der EU sich jetzt verbal wesentlich versessener auf langen Krieg gegen Russland als die Biden-Administration äußern, liegt nach meiner Vermutung daran, dass sie die langfristige Russland-Bekämpfung zur Aufrüstung der EU brauchen, damit sie – zunächst noch im Windschatten der USA – „souverän“, d. h. ein irgendwann eigenständiger Pol in der sich entwickelnden Multipolarität werden kann. Doch dazu fehlen der EU u. a. die zukünftig wichtigen Rohstoffe für ihre Industrie, weshalb Macron 2020 verkündet hatte, die lägen in Afrika und sollten doch mit der EU „geteilt“ werden. Diese sogenannte „Macron Doctrine“ ist bisher gründlich schiefgegangen.

                Zu „Angeblich gibt es ja Jüngere, die Dir zuhören.“
                Mit ihnen habe ich zuletzt eine total schöne temperamentvolle 1.Mai-Demo am Abend nach der vormittäglichen Latsch-Demo des DGB erlebt. Obwohl wir im Regen 2 Stunden Verzögerung hatten, war die Stimmung super. Mehrmals im Demo-Verlauf stimmten Anwohner von Balkons und Fenstern teils mit erhobener Faust ein mit „Nieder mit dem Kapitalismus“ usw.
                Aber dort bin ich immer die einzige Alte zwischen Leuten, die alle weniger als halb so alt sind. Sie sind sehr lieb zu mir, haben mir z. B. in der Wartezeit den einzigen freien Stuhl angeboten und als sich dann zwei auf dessen beide Lehnen hockten, sagte jemand, das sehe jetzt aus wie „Sabine und ihre Kinder“. Daher denke ich jedoch, dass ich einfach zu alt bin, und möchte es erstmal dabei belassen. Kürzlich haben sie mich zu einem Fußballspiel eingeladen, aber was soll ich Alte da?
                Vielleicht schlage ich ihnen im Herbst mal eine Diskussionsveranstaltung vor, keine Ahnung.

              2. PS:
                Als ich heute Abend aus anderen Gründen ins Viertel musste, habe ich bei den erwähnten dortigen jungen Kommunisten vorbeigeschaut, um ihnen zu erklären, warum ich nicht mehr komme. Da sie das schade finden, haben sie mir vorgeschlagen, mich zukünftig mit persönlichen Emails (weil ich mich als Internet-Analphabetin weigere, Instagram zu nutzen) über ihre Aktivitäten zu informieren.

                Zuvor habe ich nur durch die Emails einer kommunistischen Jugendgruppe im Ruhrgebiet, die ich zufällig beim Anreisen zur leider nur archaischen Folklore vergreister Friedensapostel in Nörvenich kennengelernt hatte, von den 3 Demos hier erfahren, in deren großem anti-kapitalistischem Block ich – leider als einzige Alte – neben ganz viel Stimmung erleben durfte, wie Widerstand gegen polizeiliche Übergriffe eingeübt wird und funktioniert.

  5. Die Interviews von Jacque Baud gefallen mir immer, auch wenn es vom russischen Hacker letztes Mal Kritik gab und ich die Quellen dann nicht beurteilen konnte wegen Sprachbarriere und zu wenig Zeit.

    Die Waffensysteme müsste man sich alle genauer anschauen, wie alt sie sind. Für wie viel Geld sie angeblich geliefert werden, wer daran verdient. Was die Schwächen sind usw.

    Bei den geplanten F16 hatte ich gelesen, dass sie 24 Jahre alt sind und eh ausgemustert werden sollten. Waffenhandel ist praktisch immer mit Korruption verbunden.

    Es ist auch sehr makaber, wenn man Russen verhöhnt sie würden alte T-64 benützten aber dann Ukrainern Leo 1 schickt, die noch älter sind. Soweit ich weiß wurde noch kein Leo 1 auf dem Schlachtfeld gesichtet. Vielleicht noch nicht geliefert, aber wenn doch dann natürlich für privaten Profit und steht irgendwo rum.

    Wie Baud sagte, es geht internationalen Waffenhändlern nur um Profit. Menschen sterben an ihren Produkten sowieso. Je länger der Krieg läuft, um so mehr Kriege es gibt, um so besser für ihr Geschäft.

    Erschreckend ist, wie egal den Politikern die Ukrainer sind und skrupellos sie ukrainische Migranten als billige Arbeitskräfte abgreifen.

    Apropo gestern Werner Rügemer geschaut zur Wirtschaft in der Ukraine:

    Werner Rügemer: Wirtschaftliche und soziale Situation in der Ukraine

    https://www.youtube.com/watch?v=qSFIhed0WGM

    Röper sagt auch 170 Mrd. an die Ukraine, dabei hatten sie davor nur ein Staatshaushalt von 40 Mrd. $. Einige Mehrausgaben kann man erklären, z.B. zerstörte Stromwerke reparieren oder Generatoren. Aber wenn die Zahl stimmt, ist die Differenz trotzdem viel zu groß und wir wissen alle dass man im Krieg wunderbar Geld und Waffen verschwinden lassen kann.

    Im Irak und Afghanistan kamen regelmäßig Transportflugzeuge mit Dollar als Bargeld auf Paletten an, meistens für Korruption, bzw. wollte jeder, der konnte, Dollar haben.

    1. Ja, eine oder mehrere dieser Dollarpaletten mit einem Gesamtwert von einer knappen Milliarde $ wurde vor ein paar Jahren in einem libanesischen Lager „gefunden“.
      Musste schon etwas schmunzeln als ich die Meldung damals las, wer die Ladung dort unterbrachte wurde nie herausgefunden…

      Zum Hauptthema:
      Wer das RAND-Papier von 2019 gelesen hat weiss das es sich bei diesem Konflikt um eine Ressourcenkrieg handelt den die Ukraine schon in den ersten drei Monaten verloren hat.
      Nun wird dieser staatliche Zombie von Seiten der Profiteure mit Steuergeldern und vom Westen fast durchgängig ausrangierten Waffensystemen noch so lange gefüttert bis man gesichtswahrend das Feld verlassen kann oder die Steuerzahler der Profiteure auch zum Zombie werden.
      Erste Anzeichen sind in der westlichen Welt schon erkennbar.

  6. „Das ist ein Krieg gegen Russland, kein Krieg für die Ukraine.“

    Das strategische Ziel des Westens war von Anfang an klar: Russland schwächen und zermürben, ohne selbst ins Risiko einer direkten Konfrontation zu gehen.
    Dabei hilft ihm der Russenhass der ukrainischen Regierung. Es braucht einen irrsinnigen Russenhass, um die eigene Bevölkerung mitleidlos in die Fänge des russischen Bären zu treiben und immer wieder in völliger Selbsterniedrigung um mehr Waffen, mehr Geld und die aussichtslose Aufnahme in die NATO und die EU zu betteln.
    Solange der Westen nicht selbst ins Risiko gehen will, wird die Ukraine nie die Mittel bekommen, um den Krieg gegen Russland zu gewinnen. Das weiss Selenski, und darum versucht er alles, um den irrsinnigen Russenhass in die Welt zu exportieren.
    Seine einzige Chance besteht darin, die Welt dazu zu bringen, die Russen so irrsinnig zu hassen, wie es die ukrainische Regierung tut. Das bedeutet, dass die Welt bereit ist, dem Beispiel der ukrainischen Regierung zu folgen und die eigene Bevölkerung mitleidlos in die Fänge des russischen Bären zu treiben.
    Selenskis Krieg ist ein Psychokrieg. Er stachelt die Welt gegen Russland auf. Es ist unglaublich, welche Gefahr von diesem Mann ausgeht. Wenn es einen Weltkrieg gibt, ist es Selenskis Verdienst.

    1. Absolute Zustimmung. Auch in den Baltischen Staaten und Polen gibt es diesen sehr ausgeprägten Russenhass. Die Russophobie hat sich in Deutschland schon vor langer Zeit etabliert. Die Gefahr kam angeblich immer aus dem Osten…..bärtige Reiterhorden, die Jungfrauen verschleppen etc.. Insgesamt auf NS-Niveau.

      1. Polen sind ziemliche Scharfmacher.
        Bemerkenswert war aber im November, als eine Rakete auf Polen fiel, und der Bündnisfall vor der Stand,
        waren sie plötzlich sehr zurückhaltend. und es kam ganz schnell raus, dass es eine ukr rakete war.

        Es wird halt gezündelt ohne Ende.

        Meine Hoffnung ist, dass die Amis irgendwann mal müde werden, und sich aus dem Staub machen, wie in Afgahnistan

  7. Welche Luftabwehrraketen? Die Patriots? Davon werden laut Raytheon nur 300 pro Jahr hergestellt und Kiew verschießt die in Salven von bis zu 30 pro Angriff. Andere Raketen wie NASAM oder IRIS T haben eine viel geringere Reichweite und sind in noch viel geringeren Mengen verfügbar. Der Westen hat nämlich das Thema Luftabwehr immer durch Flugzeuge versucht zu lösen, da er ja immer der Aggressor war.

  8. Die Unterschätzung der Russen scheint ein uraltes Problem der Europäer, und US-AmerikanerInnen zu sein?

    Napoleon Bonaparte dachte schon, nach der Eroberung von Moskau, jetzt ist Russland endgültig besiegt, und dann kam die Niederlage.

    Hitlers Schergen dachten 1941 dasselbe, und im Film mit Saizew, dem Scharfschützen von Stalingrad, wird schnell auch klar wie überheblich deutsche Wehrmachtssoldaten gegen Russen ins Feld geschickt wurden, die ihnen aber bald Mores lernten – in Berlin 1945.

    Der (Un-)Wertewesten hätte daraus lernen können, aber in ideologischer Blindheit macht Mensch im (Un-)Wertewesten, insofern er in Regierungs- oder Militärverantwortung sein dürfte, immer den selben Fehler.

    Ach übrigens, bei Poltawa, das sei noch erwähnt, scheiterte auch die Schwedische Armee gegen die angeblich unterlegenen „Russen“ und Kosaken…..und auf der Krim ein britisches Expeditionskorps im 19. Jahrhundert beim Krimkrieg gegen das russische Zarenreich….

    Tja, 2023 – was ich lerne, wir sind einfach lernresistent und unterschätzen den russischen Bären, denn Fell wir schon erlegt glauben, immer wieder auf’s Neue, und ziehen uns dann wie blutende, jaulende Köter vom russischen Bären zurück…..

    Obelix würde sagen „Die spinnen die Europäer und Amis!!!!“……

    Übrigens, als es RT Deutsch noch gab. damals als der Bürgerkrieg in Syrien tobte und Putin Allierter der USA war, sah ich mal eine russische Rüstungsmesse, und weis seither, dass die russische Armee noch nicht alle (Wunder-)Waffen eingesetzt hat, die sich dort von der russischen Rüstungsindustrie präsentieren ließen…..das sei als Ergänzung auch noch erwähnt, die russische Armee hat ihr Potential noch nicht einmal angerissen, dass die hat, eventuell aus selben Gründen wie die USA – die wollen nicht, dass den Ukrainern wertvolle, neue russische Militärtechnologie (Wunderwaffen?) in die Hände gerät 🙁

    Sarkastische Grüße
    Bernie

    1. „als es RT Deutsch noch gab“ – wieso „gab“? RT Deutsch gibt es immer noch!
      Und noch ist „Feindsender hören“ nicht unter Strafe.

  9. warum dem Westen nichts an den Ukrainern liegt?
    Dem Westen ( der BRD) liegt auch nichts an seinen Bürgern. Meine Frau liegt nach einer Darmoperation in der Klinik. Vor dem Krieg hätte sie Schmerzmittel über einen Tropf bekommen. Mittlerweile werden nur noch Tabletten ausgegeben. Andere Mittel sind stark kontigentiert und höchstens nur noch in der Ukraine zu ordern.
    Krieg gegen Russland ?
    Das ist ein Krieg gegen Russland und gegen die eigene Bevölkerung. Ich kann nur jedem raten in dieser Zeit keine ernsthafte Erkrankung !

    1. Oh, Scheisse!

      Kann das gut nachvollziehen, hatte ich naemlich auchmal, da gabs dann einen sogennannten Wuerzburger per Tropf.
      Waren u.a. Opiate drin, es wurde dann wohl alles rosa und schwummrig, dafuer aber eben keine Schmerzen.
      Moechte mir garnicht vorstellen, wie das gewesen waere, hatten die mich mit ein paar Tabletten abgespeist ;((

      Gute Besserung.

      P.S.: Es ist generell ratsam in der heutigen Zeit keine ernsthafte Erkrankung zu entwickeln, mit oder ohne den schwachsinnigen Ukrainekrieg ist unser ‚Gesundheits’system einfach kapitalistisch kaputt.

    1. Wenn die Schwachköpfe in der Ukraine das größte Atomkraftwerk Europas
      beschießen und das Teil möglicherweise in die Luft geht, brauchen wir uns
      über nichts was weiter als eine Woche in der Zukunft geschehen könnte mehr
      Gedanken machen. Das die USA diesen Vorgang natürlich als Angrff durch
      Russland deuten ist klar. Und weil die immer noch glauben , dass ihnen auf der
      anderen Seite des Atlantiks nicht geschieht, werden die Ammis mit aller Wahr-
      scheinlichkeit einen Atomschlag in Gang setzen. Auch die Engländer jachern
      auf diesen Vorwand. Die Menschheit schreit irgendwie nach ihrem Ende.

  10. Deutschland verheizt erneut „Slawen“ für seine Interessen ! Wollen wir einen Rekord im moralischen Tiefflug anmelden ?
    Wenn die BRD-Oberen sich schon nicht dazu entschließen können, in der BRD das „Nordische Modell“ einzuführen, dann sollten sie zumindest Straffreiheit für alle Notwehraktionen der Zwangsprostituierten gewähren ! Alle Ukrainerinnen, deren Männer, Söhne oder Väter für „den Westen“ im Russisch-Ukrainischen Krieg ihr Leben lassen durften, und die zur „Belohnung“ einen tollen Job in einem deutschen Bordell erhalten haben, sollten Sado-Freiern wie dem ehemaligen CDU-Mitglied M.Friedemann aus Notwehr den Pimmel abbeißen dürfen, ohne dafür belangt zu werden !

    1. Putin eröffnet einen Krieg und schickt seine Leute 10.000fach in den Tod aber D verheizt Slawen. Dazu noch ein Rechtssystem, dass auf persönlichen Vorlieben statt auf objektiven Maßstäbe setzt.
      Du bist wahrlich hohl, also B. Hohl.

        1. Es ist also kein Fakt, dass russische Soldaten 10.000fach sterben.
          Sagen Sie mal das den Angehörigen der Gefallenen, Sie schmerzempfindlicher Faktenchecker.

          1. Die Amis haben die Ukrainer zu diesem Krieg animiert , der mit der Bombardierung des Donbass im feb 2022 begann.
            Und sie und die Engländer haben im April verhindert, dass er zu dem Zeitpunkt
            beendet wird.

            1. Der Westen könnte versuchen den Ukrainern zum Frieden zu verhelfen, in dem sie mit Russland verhandeln.
              Aber er tut genau das nicht, sondern hält den Krieg weiter am laufen, durch Lieferung von alten Waffen.
              Dazu Colonel Richard Black, Ex-Senator, vor einem Jahr.
              “Es ist uns egal, wie viele Ukrainer sterben. Wie viele Frauen, Kinder, Zivilisten, Soldaten sterben werden. Es ist wie ein wichtiges Fußballspiel, und wir wollen gewinnen”

              Wobei ich sicher, bin, dass die Amis inzwischen genau wissen, dass sie nicht gewinnen können.

            2. Nicht die Ukrainer haben den Krieg begonnen. Die Russen haben den Krieg begonnen.
              Sie haben im Rahmen eines „Manövers“ ihre Truppen aufgestellt und dann die Ukraine überfallen.
              Dilettantisch schlecht ausgeführt, aber die Kriegseröffnung kam von Russland.

              Soso, ein Exsenator sagt, dass er Leute umbringt, oder die Atomwaffe einsetzt, oder sich ins Knie schiesst. So what? Wenn juckt das? In Russland gibt es vermutlich hundertfach oder tausendfach solche Nasen die die ganze Welt zerstören wollen. Wenn interessiert es? Was soll das für ein Beweis sein?
              Es gibt genug Idioten, die nichts zu sagen haben und so ein Unsinn von sich geben, auf beiden Seiten. Wenn wir auf die hören würden, gäbe es diese Zivilisation schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr.

              So wie es nicht die Amis gibt, gibt es nicht die Russen. Glücklicherweise, so ein Kriegstreiber wie der RH ist nicht Russland.

              1. Der Krieg begann 2014 nach dem Putsch. Er hieß damals noch Anti-Terroroperation.

                Russland hat zuerst 2015 versucht, mit Minsk I und II den Frieden wieder herzustellen. Das wurde von den Ukrainern und ihren West-Freunden hintertrieben.

                Im Februar 2022 verstärkte sich der Beschuss auf die seit 2014 Belagerten massiv, so berichtete das die OSZE. Man kann Russlands Eingreifen als wahrgenommene Schutzsverantwortung ansehen, wie das auch 1999 im Kosovo kommuniziert wurde.

                  1. jedenfalls deckt sich das mit Bauds Ausführungen.
                    Und es passt auch gut zur amerikanischen Politik. den Krieg immer schön weiterfüttern, Verhandlungen verhindern.
                    Das Schicksal der Menschen in der Ukraine ist denen egal.

              2. Du dämlicher brauner Schwätzer, die Ukraine hat diesen Krieg 2014 begonnen und 14000 Menschen im Donbass abgemurkst. Der Teufel soll Dich Lügenmaul holen.

                1. Pardon, kleine Anmerkung:
                  die von der Kiewer Zentralregierung begonnene Angriff auf die Oblaste im Osten fuehrte zu 14.000 Toten, die aus ostukrainischen Zivilisten und Milizen, aber _auch_ aus westukranischen Angreifern bestanden.
                  Es gab auch anderswo Kampfhandlungen, etwa die Bombardierung Mariupols duch die Kiewer Luftwaffe, wobei Lawrow humanitaere Korridore fuer Zivilisten verlangte.
                  Die oestlichen Oblaste verlangten damals keine eigene Staatlichkeit, sondern nur Selbstbestimmung _innerhalb_ der Ukraine, etwa bei der Sprachenfrage.

      1. Ein bisschen Resthirn ist noch vorhanden, aber ich arbeite daran, auch das noch los zu werden; ich bitte um etwas Geduld.
        Jetzt im Ernst : Das Elend der Frauen in der Prostitution hierzulande schreit zum Himmel !
        Ihr Grünen solltet zumindest dafür Sorge tragen, dass die Frauen in der Prostitution sich effektiv und ohne Angst vor Strafverfolgung gegen sadistische Freier+Zuhälter wehren dürfen, z.Beisp. mittels eines beherzten Bisses ins Gemächt, oder harten Griffs an die Klöten der Täter !
        Versucht doch wenigstens euren bornierten Chef-ProstitutionslobbyistInnen ala V. Beck u. K. Göring-Ekhardt ins Gewissen zu reden; diesen Zauberlehrlingen ist ja offensichtlich nicht bewußt, was sie angerichtet haben, und was sie weiterhin anrichten ! Ihr müßt diesen gesichtsfeldbeschränkten Herrenhippies auf die Finger klopfen, dass seid ihr Basis-Grünen den ukrainischen Frauen, die in deutschen Bordellen dahinvegetieren, verdammt noch mal schuldig !

        1. Der Titel hier lautet: Jacques Baud: „Unsere Politiker und Medien machen sich keine Sorgen über die Ukrainer.
          Deine Sorge um die Ausbeutung in der Prostitution ist auch wichtig, aber passt hier rein wie Kuchen backen zu Arschbacken.
          Und jetzt mal ehrlich, wenn du was ändern willst, dann pack es doch mal selbst an und Jammer nicht nur rum, dass es andere richten sollen.

          Schön wenn sich was ändert durch dein Engagement.

          1. Sie haben recht ! Herr Baud schreibt „Ukrainer“, ohne Genderstern oder „…Innen“ hinten dran; wenn wir in so einem Fall davon ausgehen müssen, dass sich die Aussage des Autors nur auf XY-Chromosomierte bezieht bzw. beziehen darf, dann ist mein Kommentar tatsächlich „off topic“ und kann von mir aus gerne gelöscht werden.

  11. Was ich hier in Medien gelesen habe.
    Als die Wagners Rostov besetzten , wurden sie von der Bevölkerung freudig begrüßt.
    Das wird hier in den Medien so interpretiert, dass die Leute hofften dass Prighoshin sie von
    dem „verhassten Diktator“ Putin befreit.

    Halte ich für eine ziemliche Fehlinterpretation.

  12. Wie motiviert die Ukrainer sind, sieht man ja auch an den vielen Männern die es geschafft aus dem Land zu kommen und jetzt hier sind. Ich kann sie gut verstehen.

  13. Baud sagt: „Ich bin total apolitisch, ich habe keine Beziehungen mit Russland und grundsätzlich ist mir völlig egal, was mit Russland passiert.“

    Das ist wohl ein völlig übertrieben und mindestens unglücklich formulierter Disclaimer – und entspricht mutmaßlich nicht der Wahrheit. Wie kann einem egal sein was mit Russland passiert? Was immer da an bedeutenden Dingen passiert, hat natürlich auch Einfluss auf uns. Und ich glaube auch nicht, dass Baud unpolitisch ist, kann er gar nicht sein, wenn er sich so mit der Materie auseinandersetzt. Höchstens dass er keine bestimmte Partei präferiert oder sowas, aber unpolitisch sicher nicht.
    Ich möchte und ich kann gar nicht wirklich anzweifeln, was Baud da an Einschätzungen von sich gibt. Allein schon weil es zu den meisten dieser Themen keine halbwegs unbestreitbaren Fakten bekannt sind. Aber seine wenig differenzierten Aussagen stören mich immer wieder, weil sie zu _sicher_ in eine Richtung deuten. Der Mann ist mir zu sicher, als dass ich ihm eine Menge an Glauben schenken könnte. Auch wenn er vieles sagt, von dem ich vermute, dass es von der Tendenz her zumindest in die richtige Richtung geht, gibt es zu viele Gegenargumente, die bei ihm keine Beachtung finden.

  14. Jacques mal wieder, der alte Mistkratzer. Dampfplaudert immer in Teilen. Dieses Mal nicht komplett verrückt wie im ersten, sondern nur halbverruckt in diesem zweiten.

    grundsätzlich ist mir völlig egal, was mit Russland passiert, solange nur die Franken pünktlich vor der Tür stehen.

    Ja, Jacques, die berühmte schweizerische Neutralität ist uns allen wohlbekannt.

    phz

  15. Die Einschätzungen, Analysen und ‚informierten Spekulationen‘ (S.Ritter) US-amerikanischer Ex-Militärs fallen deutlich drastischer aus, sowohl für UA vs RF als auch USA und NATO. Die Neocon-Warmonger haben keine Ahnung, nur politische, geschäftliche u.a. persönliche Interessen. Letztere verzerren auch offizielle Einschätzungen der US-Militärführung. Col D.Macgregor weist nicht ohne Grund auf die hohe Zahl (44) von 4-Sterne-Generälen und -Admiralen für gerade mal 1,1 Mio Soldaten der USA hin. Am Ende des WK2 waren es ganze 7 für über 12 Mio! Viele wollen sich einen lukrativen Job nach ihrer aktiven Dienstzeit sichern. Und die MSM dienen sich der Politik an, beeinflussen sie gar negativ, und verleiten karriere-‚bewusste‘ Journalisten zu unjournalistischer Arbeit, quasi reiner Propaganda als ob es in den USA bereits ein Propagandaministerium gäbe.
    Neben Ex-Militärs wie Doug Macgregor, Scott Ritter, Daniel Davis, David Schaeffer u.a. wären auch einige Politiker, zT mit Militärerfahrung wie Ray McGovern, und Journalisten, die dieser Bezeichnung wirklich gerecht werden, zu nennen. Hinzu kommen auch einige Wissenschaftler und Journalisten und Macher alternativer Medienformate, die ihre Analysen und fundierten Meinungen wiedergeben, zT mit hoher Reichweite.
    Tucker Carlson hat zB gesagt, dass er einst den Irak-Krieg unter Bush Jr unterstützt hatte, aber bei seinem Besuch im Irak 2003 musste er die Lügen erkennen und hat sich geschworen, dass ihm so etwas nie wieder passieren soll. Er war mit seiner Show auf Fox News die einzige Antikriegsstimme im US-Cable-TV. Nun muss und kann er ja bekanntlich auf Musks Twitter weitermachen, denn er will sich nicht bis über die POTUS-Wahl hinaus mundtot machen lassen. Trotz der Falken in beiden großen US-Parteien dürfte es für die ggw UA- und Rüstungspolitik zunehmend enger werden. Biden hat nur noch ca 30% Zustimmung bei den Wählern (Putin dagg 89!).
    Die Kommentare in den ÖR-TV-Foren von Will und Illner laufen auch bei uns immer mehr(heitlicher) in eine der veröffentlichten Meinung entgegengesetzte Richtung. Kein Wunder, wenn Fakt und Fake inzwischen den Standort zwischen MSM und ihren Alternativen vertauscht haben und die Leute das bemerken.

  16. Richtig erkannt: Selenski hat nun mehrere Gelegenheiten zu Friedensverhandlungen platzen lassen. Seit 16 Monaten gibt er immer wieder die Rückeroberung der Krim als Kriegsziel aus, vorher darf es keinen Frieden geben. Hinter diese Maxime kann er unmöglich zurück. Auch jetzt nicht, wo das völlig illusorisch geworden ist.

    Mit anderen Worten: um nicht völlig sinnlos verheizt zu werden, hat das ukrainische Militär einen sehr triftigen Grund, um gegen Selenski zu putschen. Das aber werden die Naziregimenter wie Azow zu verhindern versuchen. Heißt: Selenski ist von diesen abhängig und muss deren Politik machen. Das passt sehr gut zu den Beobachtungen.

    Was aber, wenn der Putsch doch noch kommt? Der Putschist muss sich dann mit Azow anlegen. Wen ruft er als erstes an? Den Westen? Egal, wo er es versucht, er wird immer mit einer Person zu tun haben, die nichts kapiert und Blech redet. Hingegen wenn er in Moskau anruft, da tut sich etwas: sofortiger Waffenstillstand und die russische Luftwaffe hilft bei der Entnazifizierung.

    Da wird er wohl in Moskau anrufen.

  17. Dem Chef des Lemberger „Wehrkreiskommandos“ (also Rekrutierungszentrums) wurde am 27. Juni in einem Interview mit der dortigen Lokalzeitung „Leopolis.News“ die Frage gestellt, ob denn die „Greifkommandos“ auf den Straßen sein müssten, die Personalien der männlichen Passanten überprüfen und sie im gegebenen Fall in das Rekrutierungszentrum schleppen.
    Er antwortete darauf, dass es ohne solche Maßnahmen nicht ginge, weil nur 20% der Einberufenen freiwillig erscheinen würden, nachdem ihnen der Einberufungsbefehl zugestellt wurde.
    > https://leopolis.news/post/88046/mobilizaciya-shcho-potribno-znaty-ta-chogo-ne-varto-boyatys

    Nur damit man mal ’ne Vorstellung vom gegenwärtigen „Wehrwillen“ der ukrainischen Männer bekommt. Und das in Lemberg, wo der Hass auf die Russen immer schon am Größten war, wo aber diversen Indizien zufolge bisher weniger rekrutiert worden sein soll als in den Städten des Südens und Ostens wie Charkow oder Odessa.

    1. Die Aussage mit den 20 Prozent ist tatsächlich sehr interessant, wenn man zu verstehen versucht, was die Ukrainer eigentlich motiviert, immer weiter gegen die Russen in den Krieg zu ziehen.

      Gibt es in Selenskys Reich tatsächlich nur Nazis und Russenhasser, die alles Russische auslöschen wollen?

      Nach den Schilderungen von Baud sind die Ukrainer willig in den Krieg gezogen, weil sie gedacht haben, locker Russen massakrieren zu können. Erst jetzt, wo sie gemerkt haben, dass sich die Russen zur Wehr setzen, ist plötzlich großes Jammern.

      Ich habe aber noch nie gehört, dass die Ukrainer abseits der Selensky-Junta gegen den Krieg wären oder darauf drängen würde, den Krieg schnell friedlich zu beenden. Insofern können die Russen niemals eine Lösung akzeptieren, die diese Strukturen nicht dauerhaft beseitigt.

      1. Es gibt viele andere Minderheiten, zb die ungarische , die auch von den Ukrainern unterdrückt werden.

        Könnte mir vorstellen, dass die nicht diesem Russenhass unterliegen.
        Aber sie werden mundtot gemacht, und bevorzugt als Kanonenfutter eingezogen.

  18. Zur „Personalfrage“ des Russlandkriegs der NATO.

    Die bereits gefallenen und für Vilnius in Aussicht gestellten Beschlüsse zur fortgesetzten Ausstattung der Front bezeugen, bei der NATO und den nachgeordneten Regierungen geht man davon aus, daß die „Materialfrage“ der limitierende Posten bei der „Personalfrage“ werden wird und soll, sprich, daß sich so viele Söldner aus aller Herren Länder bei entsprechenden „Anreizen“ finden werden, wie es braucht, die geschaffenen „Kampfplätze“ (in Anlehnung an „Arbeitsplätze“) zu besetzen.
    Ich denke, dies ist unter den gegebenen Voraussetzungen keine unrealistische Erwartung, so lange die RF keinen Strategiewechsel vornimmt, insbesondere die volle Macht ihrer Luftwaffe zur Geltung bringt.
    Letzteres könnte irgendwann – und vielleicht tatsächlich in den nächsten Tagen – der entscheidende Faktor sein, der die russische Militärführung bewegen könnte, der Ukraine mit einer nuklearen False-Flag-Attacke zuvor kommen zu wollen, denn mit den Ukrainern zu verfahren, wie mit den Tschetschenen dürfte bei der Gefolgschaft der russischen Zivilregierung weiterhin mehr als unpopulär sein, schätze ich.

  19. BTW und FTR: Der britische „Telegraph“ behauptet unter Berufung auf die üblichen „ungenannten Quellen“, die Kandidatur Ben Wallace‘ für das NATO-Sekretariat sei am Widerstand des Weißen Hauses gescheitert, das dem „militärischen Establishment des UK“ die Vorreiterrolle bei der Eskalation des Russlandkrieges verüble. In Washington habe man auf einem anderen Kandidaten bestehen wollen, der zuvor schon abgesagt hatte:
    UvdL, *lach*.

    Es ist in diesem Fall absolut palle, ob es sich um Information oder Desinformation handelt. Desinformation ist es mit Sicherheit mit Blick auf die Rolle Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Ungarns, möglicherweise gar der Niederlande und Tschechiens in dieser Geschichte. Von Belang ist hier die Resonanz, auf die der Artikel, vielleicht auch nur jene „Quellen“, rechnen. Dies Kalkül eröffnet einen winzigen Blick hinter die Kulissen, wo sich genau das abspielt, was ich seit einem Jahr mit guten Gründen behaupte, daß es sich abspiele.

  20. Ja, eine Runde Krokodilstränen für die Ukrainer ^^
    Man weiß gar nicht mehr, wen man am Unsympathischsten finden soll. Was für ein deppertes Chaos.

    Studenten werden gar nicht eingezogen? Weil die zu intelligent sind, scheckheftgepflegt, oder weshalb?

    Fuck Europe Tour ’23

  21. Wie Information Dominance funktioniert, hat irgendein amerikanischer Master-of-Desaster doch schon vor Jahren erklärt. Sinngemäß verkündete er: wir können jetzt alles, wir erschaffen eine neue Realität in den Medien und während sich noch alle Gegner daran abarbeiten, schaffen wir bereits eine neue, veränderte Realität. Aber am Ende führt man sich so ins Dorf Potemkin und glaubt selbst an die Fassaden, die man vorher errichtet hat.

    Es wäre schön, wenn man auch mal etwas dazu sagen könnte, dass die Ukrainer nicht nur oft mit westlichen Militärschrott in die Schlacht fahren, sondern dass die Ukrainer dies in der Regel nach einem Chrashkurs machen, der sie nahezu zu nichts befähigt. Da kann doch nichts bei rauskommen, wenn man Schnellkurssoldaten gegen gründlich ausgebildete Soldaten ins Feld schickt. Und das wissen alle westlichen Militärs.

    Ausserdem hätte ich erwartet, dass der Neocon-Trupp im amerikanischen Aussenministerium im Interview als Urheber der Katastrophe benannt wird und nicht so getan wird, als sei dies unklar. Die Neocons zusammen mit Graham plus Friends sind die Kriegstreiber, die die westliche Politik und ihre „Medien“ bestimmen.

    1. „….die Ukrainer dies in der Regel nach einem Chrashkurs machen, …“

      Wenn man die Bilder der zusammengeschossenenen Leopards und Bradleys sieht, verstehe ich das wort „crash“kurs

  22. Mal kurz zum Personalproblem. Bereits vor 14 Tagen berichtete mit Newsweek die erste westliche Zeitschrift über das polnische Expeditionskontingent in der Ukraine. Nicht dass das wirklich was neues wäre.

    Aber immerhin, auch wenn natürlich keine exakten Zahlen genannt werden. Bereits im letzten Herbst gab es Berichte aus Polen über 1600 Beerdigungen gefallener Soldaten. Daraus, bei einer Gesamtverlustzahl mit Verwundeten und dauerhaft Dienstunfähigen von gut 5000 lässt sich auf ein schon damals mindestens 30.000, eher 50.000 Mann starkes Kontingent schliessen. Das bei einer Armee mit einer Personalstärke von 160.000, und das sind nicht alles Kampftruppen. Ok, Polen will die Armee auf 300.000 aufstocken, und das Militärbudget auf 33 Mrd. $ verdoppeln. Ob man das mit den deutschen Reparationen finanzieren will? Nunja.

    Dabei ist der Ukraineeinsatz in Polen alles andere als unumstritten. Nicht jeder glaubt an die Rückerberung von Galizien und Volyn oder Trimariumträume, und die Ukrainer sind in Polen zunehmend unbeliebter. Die Regierung versucht die Reminiszenzen an 1942/43 einzudämmen, teils mit Repression. Das kommt nicht gut an. Dauerhaft bluten für Kiew noch weniger.

    Ok, wo soll noch Kanonenfutter herkommen? Ich sehe nicht, dass irgendein osteuropäisches Land begeistert wäre, nicht einmal die baltischen Shitholes. Söldner? Die kosten unter Brüdern 500-700.000$ pro Jahr und Nase (Spezialisten noch mehr), also runde 3 Mrd. $ für eine kombinierte Brigade, nur Personal. Im letzten Monat sind 5-7 solche Brigaden verheizt worden, nur zur Erinnerung. Es gab grad ein Interview mit einem US-Söldner, mit Militärerfahrung in Irak und Afghanistan, der meinte „nie wieder Ukraine“, das sei das Schlimmste, was ihm untergekommen sei. Westliche Militärs sind Luftüberlegenheit gewohnt, und Evakuierung per Hubschrauber bei jedem Splitter, den sie sich einziehen.

    1. Ja – aber die Ukraine hat ja jetzt eine neue Militärstrategie ausbaldowert: war of attrition. Also nicht Land erobern, sondern gegnerische Soldaten töten, Militärmaterial – Flugabwehrsysteme, Panzer, Artillerie etc. – vernichten, Tankdepots und Kommandozentren in die Luft jagen. Angeblich trägt diese Strategie schon Früchte.

      Ich glaube aber, dass nennen die Russen Demilitarisierung und machen es schon lange. Na ja, die können den Ukrainern bestimmt zeigen, wie es wirklich geht. Jedenfalls nicht mit einer Offensive.

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